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V5: Bioinformatische Analyse von Proteinstrukturen

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Präsentation zum Thema: "V5: Bioinformatische Analyse von Proteinstrukturen"—  Präsentation transkript:

1 V5: Bioinformatische Analyse von Proteinstrukturen
Angelehnt an Kapitel 1 und 5 aus dem Buch von Arthur Lesk Hierarchischer Aufbau der Proteinstruktur Klassifikation von Proteinstrukturen

2 Funktion von Proteinen
Strukturproteine (Hüllenproteine von Viren, Cytoskelett) Enzyme, die chemische Reaktionen katalysieren Transport- und Speicherproteine (Hämoglobin) Regulatoren wie Hormone und Rezeptoren/Signalübertragungsproteine Proteine, die die Transkription kontrollieren oder an Erkennungsvorgängen beteiligt sind: Zelladhäsionsproteine, Antikörper

3 Warum sind Proteine so groß?
Proteine sind große Moleküle. Ihre Funktion ist oft in einem kleinen Teil der Struktur, dem aktiven Zentrum, lokalisiert. Der Rest? Korrekte Orientierung der Aminosäuren des aktiven Zentrums Bindungsstellen für Interaktionspartner Konformationelle Dynamik Evolution der Proteine: Veränderungen der Struktur, die durch Mutationen in ihrer Aminosäuresequenz hervorgerufen werden.

4 Hierarchischer Aufbau
Primärstruktur – Sekundärstruktur – Tertiärstruktur – Quartärnere Struktur – Komplexe Welche „Kräfte“ sind für die Ausbildung der verschiedenen „Strukturen“ wichtig? Lösliche Proteine: wichtigstes Prinzip ist der hydrophobe Effekt. Membranproteine: sind im Transmembranbereich außen hydrophober als innen.

5 Hydrophober Effekt Beobachtung, dass die Überführung einer unpolaren Substanz/Oberflächenbereichs aus einem organischen bzw. Unpolaren Lösungsmittel nach Wasser energetisch stark ungünstig ist bei Raumtemperatur zu einer Abnahme der Entropie führt zu einer Zunahme der Wärmekapazität führt. Eisberg-Modell Kauzman 1959

6 Hydrophober Effekt Der Beitrag hydrophober WW zur Freien Enthalpie bei der Proteinfaltung und der Protein-Liganden-Wechselwirkung kann als proportional zur Grösse der während dieser Prozesse vergrabenen hydrophoben Oberfläche angesehen werden. Löslichkeit von Kohlenwasserstoffen in Wasser: bis kJ mol-1 Å-2 . Typische Oberflächen : Methan CH4 Benzol CH6 Die Vergrabung einer zusätzlichen Methylgruppe (ca. 25 Å2 ) liefert -2.75 bis -6 kJ mol-1 , was eine Erhöhung der Assoziationskonstanten um einen Faktor 3-11 bewirkt. Hydrophobe Aminosäuren: aliphatisch : Ile – Val – Leu aromatisch : Phe – Tyr – Trp sonstige : Ala – Pro – Cys

7 Anwendungen der Hydrophobizität
Lesk-Buch

8 Einleitung: Peptidbindung
In Peptiden und Proteinen sind die Aminosäuren miteinander als lange Ketten verknüpft. Ein Paar ist jeweils über eine „Peptidbindung“ verknüpft. Die Aminosäuresequenz eines Proteins bestimmt seinen „genetischen code“. Die Kenntnis der Sequenz eines Proteins allein verrät noch nicht viel über seine Funktion. Entscheidend ist seine drei-dimensionale Struktur. 1

9 Eigenschaften der Peptidbindung
E.J. Corey und Linus Pauling studierten die Petidbindung in den 1940‘ern und 1950‘ern. Sie fanden: die C-N Länge ist 1.33 Å. Sie liegt damit zwischen 1.52 Å und 1.25 Å, was die Werte für eine Einfach- bzw. Doppelbindung sind. Die benachbarte C=O Bindung hat eine Länge Von 1.24 Å, was etwas länger als eine typische Carbonyl- C=O Doppelbindung ist (1.215 Å). die Peptidbindung hat einen teilweise konjugierten Charakter und ist nicht frei drehbar. Es bleiben damit pro Residue 2 frei drehbare Diederwinkel des Proteinrückgrats übrig. Linus Pauling Nobelpreise für Chemie 1954 und Frieden 1963 1

10 Sekundärstrukturelemente
Wie seit den 1950‘er Jahren bekannt, können Aminosäure-Stränge Sekundärstrukturelemente bilden: (aus Stryer, Biochemistry) -Helices und -Stränge. In diesen Konformationen bilden sich jeweils Wasserstoffbrückenbindungen zwischen den C=O und N-H Atomen des Rückgrats. Daher sind diese Einheiten strukturell stabil. 1

11 Diederwinkel des Proteinrückgrats
Die dreidimensionale Faltung des Proteins wird vor allem durch die Diederwinkel des Proteinrückgrats bestimmt. Pro Residue gibt es 2 frei drehbare Diederwinkel, die als  und  bezeichnet werden. Lesk-Buch

12 Stabilität und Faltung von Proteinen
Die gefaltete Struktur eines Proteins ist die Konformation, die die günstigste freie Enthalpie G für diese Aminosäuresequenz besitzt. Der Ramachandran-Plot charakterisiert die energetisch günstigen Bereiche des Aminosäurerückgrats. Die einzige Residue, die außerhalb der erlaubten Bereich liegt, also alle möglichen Torsionswinkel annehmen kann, ist Glycin. Grund: es hat keine Seitenkette. -Faltblatt-Region r-Helix-Region (rechtsgängige Helix)

13 Domänen Kompakter Bereich im Faltungsmuster einer Molekülkette,
der den Anschein hat, “er könnte auch unabhängig von den anderen stabil sein”. Lesk-Buch SERCA Calcium-Pumpe cAMP-abhängige Proteinkinase

14 Modular aufgebaute Proteine
Modular aufgebaute Proteine bestehen aus mehreren Domänen. Anwendung von SMART (www.smart.embl-heidelberg.de) für die Src-Kinase HcK ergibt Sequenz: MGGRSSCEDP GCPRDEERAP RMGCMKSKFL QVGGNTFSKT ETSASPHCPV YVPDPTSTIK PGPNSHNSNT PGIREAGSED IIVVALYDYE AIHHEDLSFQ KGDQMVVLEE SGEWWKARSL ATRKEGYIPS NYVARVDSLE TEEWFFKGIS RKDAERQLLA PGNMLGSFMI RDSETTKGSY SLSVRDYDPR QGDTVKHYKI RTLDNGGFYI SPRSTFSTLQ ELVDHYKKGN DGLCQKLSVP CMSSKPQKPW EKDAWEIPRE SLKLEKKLGA GQFGEVWMAT YNKHTKVAVK TMKPGSMSVE AFLAEANVMK TLQHDKLVKL HAVVTKEPIY IITEFMAKGS LLDFLKSDEG SKQPLPKLID FSAQIAEGMA FIEQRNYIHR DLRAANILVS ASLVCKIADF GLARVIEDNE YTAREGAKFP IKWTAPEAIN FGSFTIKSDV WSFGILLMEI VTYGRIPYPG MSNPEVIRAL ERGYRMPRPE NCPEELYNIM MRCWKNRPEE RPTFEYIQSV LDDFYTATES QYQQQP

15 Beispiel: Src-Kinase HcK

16 Klassifikation von Proteinen
Die Klassifikation von Proteinstrukturen nimmt in der Bioinformatik eine Schlüsselposition ein, weil sie das Bindeglied zwischen Sequenz und Funktion darstellt. Lesk-Buch

17 Topologie von Membranproteinen
Im Inneren der Lipidschicht kann das Proteinrückgrat keine Wasserstoffbrücken- Bindungen mit den Lipiden ausbilden  die Atome des Rückgrats müssen miteinander Wasserstoffbrückenbindungen ausbilden, sie müssen entweder helikale oder -Faltblattkonformation annehmen. 1

18 Topologie von Membranproteinen
Die hydrophobe Umgebung erzwingt, dass (zumindest die bisher bekannten) Strukturen von Transmembranproteinen entweder reine -Barrels (links) oder reine -helikale Bündel (rechts) sind. 1

19 Superposition von Strukturen und Struktur-Alignment
Vergleich von zwei Proteinstrukturen: Angabe des RMS-Werts, die Wurzel der mittleren quadratischen Abweichung, oder root-mean-square deviation Interessanterweise ist bei zwei verschiedenen Proteinen oft nicht klar, welche Atome überlagert werden sollen! di : Abstand zwischen den Koordinaten des i-ten Atompaares n : Anzahl an Atompaaren

20 DALI (Distance-matrix Alignment)
L. Holm & C. Sander Während der Evolution eines Proteins verändert sich seine Struktur. Was häufig erhalten bleibt, ist die Verteilung der Kontakte zwischen den Aminosäuren. Konstruiere Kontaktmatrix (distance matrix) für beide Proteine (leicht) finde maximal übereinstimmende Untermatrizen der Kontaktmatrizen (schwierig)

21 Wie kann man 2 Proteinstrukturen vergleichen?
Paarweise Sequenzvergleiche Paarweise Strukturvergleiche? Erkläre Kontaktmatrix an der Tafel

22 Partitioning protein space into homologous families
The tramtrack protein [2drp] is a small protein (525 heavy atoms, 63 residues, and 6 elements of secondary structure). Yet it exhibits typical modular protein architecture with two compact structural domains, the so-called zinc fingers. (A) The most detailed description of atomic positions is required to understand the function of the tramtrack protein (gray and black, running left to right), which involves binding to a specific base sequence of DNA (white). Holm, Sander Science 273, 5275 (1996)

23 Partitioning protein space into homologous families
(B) When side chains are stripped off, the polypeptide backbone (thick) can be seen meandering from the bottom left to the upper right. Thin lines: hydrogen bonds between amide and carbonyl groups of the polypeptide backbone give rise to secondary structure. (C) shows secondary structure elements schematically as arrows for  strands and cylinders for  helices (with zinc atoms as spheres). Holm, Sander Science 273, 5275 (1996)

24 Meaning of structural equivalence
Shape comparison aims at the 1:1 enumeration of equivalent polymer units in 2 protein molecules. The problem and solution can be represented in 3D, as a rigid-body superimposition; - in 2D, as similar patterns in distance matrices; in 1D, as an alignment of amino acid sequences. Here, the comparison of the tramtrack protein with another zinc finger protein, the human enhancer-binding protein MBP-1 [1bbo], is used as an example. (A) In the 3D comparison, the problem is to find a translation and rotation of one molecule (red: 1bbo) onto the other (blue: 2drpA). The 3D superimposition (residue centers only, green lines join equivalenced residue centers, zinc atoms as spheres) is not exact because of an internal rotation of the two zinc finger domains relative to one another. Holm, Sander Science 273, 5275 (1996)

25 Partitioning protein space into homologous families
(B) The 2D distance matrices reveal the conserved structure of the zinc fingers (left: distance matrices of the whole structures; black dots are intramolecular distances less than 12 Å, 1bbo at bottom and 2drpA on top; right: distance matrices brought into register by keeping only rows or columns corresponding to structurally equivalent residues). (C) One-dimensional alignment of amino acid strings. Evolutionary comparison aligns the histidine (H) residues involved in zinc binding (bold; helices and strands of secondary structure are underlined). Holm, Sander Science 273, 5275 (1996)

26 Zusammenfassung Die Sekundärstrukturelemente -Helix und -Faltblatt werden durch energetisch günstige Wasserstoffbrücken zwischen Atomen des Peptidrückgrats gebildet. Sie sind sequenzunabhängig. Protein ”folds” ergeben sich durch die Assemblierung von Sekundärstrukturelementen. Der Ramachandran-Plot ist ein wichtiges Werkzeug um die Güte von Protein-strukturen (bzw. –modellen) zu beurteilen. Proteine sind oft modular aus mehreren Domänen aufgebaut. Der Vergleich mehrerer Proteinstrukturen ist nicht-trivial. Eine weitverbreitete Methode (DALI) vergleicht die Kontaktmatrizen der beiden Proteine.


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