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1 Methoden der Psychoneuroendokrinologie Universität Trier Fachbereich I: Psychologie, WS 07/08 Forschungsorientierte Vertiefung: Psychoneuroendokrinologie.

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1 1 Methoden der Psychoneuroendokrinologie Universität Trier Fachbereich I: Psychologie, WS 07/08 Forschungsorientierte Vertiefung: Psychoneuroendokrinologie Dozenten: Dr. habil. Brigitte Kudielka-Wüst, Dr. habil. Stefan Wüst Referentin: Katrin Bertram 07. Dezember 2007

2 2 Gliederung I Grundlagen –Psychoneuroendokrinologie –Zirkadiane Rhythmik von Hormonen –Hormonmessung Speichelanalyse (Cortisol) –Messungstypen basale Bedingung pharmakologische Bedingung psychosoziale Stressbedingung Das neuroendokrine System, ihre Hormone und ihre spezifischen Funktionstests –HHNA –HHSA –HHGA –HHSS –HHPS Die Provokationstests –Insulin-Toleranz-Test –Naloxon-Test –CRH-Test –ACTH1-24-Test –Dexamethason-Test –Metyrapon-Test –TRH-Test –GnRH-Test –GHRH-Test –Glucose-Test –Metoclopramid- Test Kombinationstests –CRH-/ AVP- Stimulationstest –Dexamethason/CRH-Test, Dexamethason/AVP-Test, Dexamethason/ITT-Test –Metyrapon-/CRH-Test

3 3 Gliederung II Methode –Durchführung –Konfundierungsvariablen –Testgütekriterien Befunde –Depression –Angststörung –Schizophrenie –Essstörungen Fazit der Forschung Nicht-pharmakologische Provokationstests –TSST –Studie Kirschbaum, Pirke & Hellhammer, 1993

4 4 Psychoneuroendokrinologie Beginn um 1950 Hintergrund: Beobachtungen, dass endokrine Erkrankungen neben körperlichen auch mit klinisch manifesten psychischen Störungen einhergehen. Schwerpunkt: klinische Untersuchungen Ziel der Forschung: –Identifikation biologischer Marker für psychische oder psychosomatische Störungen Verhalten ZNSES Erleben

5 5 Zirkadiane Rhythmik Freisetzung einiger Hormonen unterliegen zirkadianen Schwankungen und pulsatilen Sekretionen. –Während des Tagesablaufs ein kontinuierlicher Abfall mit kurzen Anstiegen um die Mittagszeit –Sekretionsbeginn einige Stunden nach Schlafbeginn –Starke Pulse in den frühen Morgenstunden Achtung: –Beeinflussung exogener synchronisierender Zeitgeber –Veränderung des zirkadianen Normalprofils durch Adaptionsversuche an exogene Stimuli

6 6 Wo messen Konzentration der Hormone auf den verschiedenen neuroendokrinen Achsen –Cerebrospinalflüssigkeit –Blut –Speichel –Urin

7 7 Blut- vs. Speichelproben Speichelproben: –Proben in kurzen Intervallen –Keine ethischen Probleme –Feldstudien –Ökonomie bei der Speichelprobenentnahme –Unkompliziertes Speichern und Versenden der Proben –Große Querschnittsstudien mit bis zu 1000 Vpn –VL- Unabhängigkeit –Kleine Moleküle wie Steroide aufgrund ihrer Lipophilität im Speichel –Selektiver Transport bei Peptiden –CRH im peripheren Blut messen, ist nicht sinnvoll Blutproben: –Messung von ACTH und CRH möglich –Laborintensiv, teuer –Kontraproduktiv

8 8 Speichelanalysen Salivacortisol- Fluoreszenzimmunoassay (FIA) Mittel: Cortisol- Biotinkonjugat, Streptavidin, fluoreszentem Europium Vorgehen: – 75 μl Speichelprobe, 50 μl biotinkonjugiertes Cortisol, Antikörpern –30 Minuten Inkubationszeit auf einem Hochfrequenzschüttler –3x Waschen –fluoreszierende Streptavidin- Europiumkomplexe hinzufügen –30 Minuten Inkubationszeit –6x Waschen –auf Mikrotiterplatte mit Licht angeregt –DELFIA Reader misst die reflektierte Lichtmenge –Standardkurve: Normrelation zwischen Cortisol und Cortisol-Biotin –Methodenreliabilität: alle Proben zweimal bestimmen

9 9 Basale Messung Durchführung punktueller Einzelmessungen Nachteil: starke Variabilität -> Keine eindeutige Interpretierbarkeit Probleme: - keinen Aufschluss über Integrität, Funktion/ Reaktivität und Feedbackeigenschaften der neuroendokrinen Achsen. - auffällige basale Hormonkonzentrationen nicht eindeutig bestimmbar auf welcher Achse eine Dysregulation vorliegt. Lösung: pharmakologische Tests

10 10 Die neuroendokrinen Achsen In sich geschlossene, selbstregulative Feedbacksysteme: –HHNA –HHSA –HHGA –HHSS –HHPS

11 11 HHNA Hypothalamus- Hypophysen- Nebennierenrinden- Achse Einschätzung der Funktion durch: –Insulin-Toleranz-Text /ITT –Dexamethason- Suppressionstest/ DST –Naloxon-Test –CRH-Test –ACTH Test –Metyrapon-Test

12 12 CRH/F, ACTH CRH/F: 41- Aminosäure langes Peptid Hypothalamushormon -> Induziert die Bildung und Ausschüttung von ACTH -> primärer Aktivator der HHNA ACTH: 39- Aminosäure langes Peptid Hypophysen- Vorderlappen-Hormon -> Induziert die Bildung und Ausschüttung von Glukokortikoiden

13 13 Cortisol Steroidhormon der NNR Hochlipophiles Molekül Eigenschaften: –Im Blut: Starke Bindung an CBG, SHBG, Albumin, Erythrozyten (95%) und freies Cortisol –Im Speichel: nur freies Cortisol, 50% geringere Werte-> 11- β-HSD allgemeine Funktion: –Metabolismusregulation –Elektrolythaushalt –Lipidmetabolismus –Immunsystemregulation –ZNS

14 14 Insulin 51 Aminosäure langes Peptidhormon Bauchspeicheldrüsenhormon -> Regelung der Glucosekonzentration im Blut. -> hemmt den Fettstoffwechsel (Lipolyse) -> Förderung des Zellwachstums -> Einfluss auf den Aminosäurestoffwechsel -> Einfluss auf den Kaliumhaushalt

15 15 ITT/ Insulin-Toleranz-Test Ermöglicht: Einschätzung der zentralen und endokrinen Reaktivität auf einen physiologischen Stressor -> Testet den ganzen HHNA- Verlaufsprozess Verlauf: –Durchführungszeitraum: vormittags, nüchterner Zustand des Pbn, sowie Bettruhe –Anlegen einer Braunüle –Blutprobenentnahme zur Bestimmung der basalen Hormonwerte –Verabreichung von IE/kg Insulin –Bestimmung der Hormonantwort durch Blutabnahme über einen 2 h Zeitraum im minütigem Intervall Resultate: - Abfall des Blutzuckerspiegels auf 40 mg/dl - Anstieg von ACTH und Cortisol, Prolaktin und GH Nebenwirkung: Hypoglykämie, hypoglykämischer Schock Insulin

16 16 Naloxon Opiatantagonist -> wirkt an allen Opioidrezeptoren und hebt die Wirkung von Opiaten auf.

17 17 Naloxon-Test Ermöglicht: Beurteilung des zentralen opiodergen Systems und der Regulation der endogenen CRH- Freisetzung Verlauf: –Anlegen einer Braunüle –Blutprobenentnahme zur Bestimmung der basalen Hormonwerte –Intravenöse Verabreichung von 125 μg/kg Naloxon über eine Minute hinweg –Bestimmung der Hormonantwort durch Blutabnahme über einen 2 h Zeitraum im 15-minütigem Intervall Resultat: - Anstieg von ACTH, Cortisol Nebenwirkung: keine

18 18 CRH-Test Ermöglicht: Einschätzung der hypohysären und der adrenalen Reaktivität. (klärt bspw. Ursachen eines Glukokortikoidüberschusses und einer NNR-Insuffizienz) Verlauf: –Durchführungszeitraum: später Nachmittag, liegende Position des Probanden –Anlegen einer Braunüle –Blutprobenentnahme zur Bestimmung der basalen Hormonwerte in einem 30-minütigen Intervall –Verabreichung von 1μg/kg oCRH/100μg hCRH –Bestimmung der Hormonantwort durch Blutabnahme zu den Zeitpunkten 5, 15, 30, 60, 90, 120 Min Resultat: - Anstieg von ACTH und Cortisol Nebenwirkung: Wärmegefühl, Engegefühl, Tachykardie Kurzatmigkeit, metallische Geschmackssensationen, kurzfristige Kältegefühl, Anstieg von Atem- und Pulsfrequenz, leichter Blutdruckabfall

19 19 ACTH Aminosäure langes Peptid künstlich hergestellt Synonym: Synacthen

20 20 ACTH Test Ermöglicht: Beurteilung der Reaktivität und maximalen Stimulierbarkeit der NNR (klärt bspw. Ursachen eines Glukokortikoidüberschusses und einer NNR-Insuffizienz) Verlauf: –Durchführungszeitraum: vormittags, nüchterner Zustand des Pbn, Bettruhe –Anlegen einer Braunüle –Blutprobenentnahme zur Bestimmung der basalen Hormonwerte –Intramuskuläre/ intravenöse Verabreichung von 250 μg ACTH1-24 –Bestimmung der Hormonantwort durch Blutabnahme zu den Zeitpunkten 30, 60, 90, 120, 150 und 180 Min. Resultat: - Anstieg von ACTH und Cortisol Nebenwirkung: keine

21 21 Dexamethason künstliches Glukokortikoid -> entzündungshemmend und dämpfend auf das Immunsystem, -> Feedbackwirkung: reduziert die Cortisolfreisetzung

22 22 DST / Dexamethason- Suppressionstest Ermöglicht: Beurteilung der Feedback-Sensitivität der HHNA -> klärt die Entstehung + Ursachen eines Glukokortikoidüberschusses Verlauf: –Durchführungszeitraum: im Schnelltest über Nacht, Einnahme um 23 Uhr –Orale Verabreichung von 2, 1,0.5,0.25 mg Dex. –Bestimmung der Hormonantwort durch Blutabnahme am Folgetag um 8 Uhr und um 16 Uhr. Resultat: - Abfall von ACTH und Cortisol Nebenwirkung: keine Anmerkung: Dexamethason difundiert kaum durch die Bluthirnschranke und wirkt damit kaum auf den Hypothalamus ein, sondern hat eine ausgiebige Wirkung auf die Hypophyse.

23 23 Metyrapon 11-β-Hydroxylase-Hemmer -> Blockade der enzymatischen Umwandlung des Vorläufermoleküls 11- Desoxycortisol in Cortisol in der NNR -> schwach hemmende Wirkung auf die ACTH-Freisetzung -> hemmt die Biosynthese von Aldosteron

24 24 Metyrapon- Test Ermöglicht: Beurteilung der Feedbackwirkung auf die gesamte HHNA -> testet die Kombination der Hormonhöhe mit der resultierende Feedbackhemmung der HHNA Verlauf: –Durchführungszeitraum: Schnelltest über Nacht –Blutprobenentnahme zur Bestimmung der basalen Hormonwerte –Orale Verabreichung von 3 g Metyrapon um 23h –Bestimmung der Hormonantwort durch Blutabnahme am nächsten Morgen um 7h Resultat: - Anstieg von ACTH, 11-Desoxycortisol - Abfall von Cortisol auf null Nebenwirkung: Magen- Darm- Beschwerden, Schwindel, Kopfschmerzen, Benommenheit, Blutdruckabfall und allergische Hautreaktionen

25 25 HHSA Hypothalamus-Hypophysen-Schilddrüsen- Achse Einschätzung der Funktion durch: –basale TSH-, T 3 - und T 4 - Messungen – TRH-Stimulationstest Abbildung 1:Schematische Darstellung der Regulation der Hormonsekretion der Hypothalamus-Hypophysen-Schilddrüsen- Achse. TRH=Thyreotropin-releasinghormone, TSH=Thyreotropin, T4= Thyroxin, T3= Trijodthyronin, rT3=reverse T3

26 26 TRH, TSH, T 3 und T 4 TRH: Hypothalamus-Releasing-Hormon (Protein) -> Induziert die Ausschüttung von TSH TSH: Hypophysenvorderlappenhormon -> Induziert die Ausschüttung von T3 und T4 T3+T4: Schilddrüsenhormone (Aminhormon) -> Steigerung des zellulären Energiestoffwechsels, der Insulin- und GH- Freisetzung

27 27 TRH-Stimulationstest Ermöglicht: Funktionseinschätzung des HHSA, Beurteilung der hypophysären Reaktivität für TRH und der Reaktivität der Schilddrüse für endogenes TSH Verlauf: –Durchführungszeitraum: vormittags, im nüchternen Zustand des Pbn, Bettruhe –Anlegen einer Braunüle –Blutprobenentnahme zur Bestimmung der basalen Hormonwerte –Orale/ intravenöse/ intramuskuläre/ subkutane Verabreichung von μg TRH –Bestimmung der Hormonantwort durch Blutabnahme nach 30 und 60 Min. Resultat: - Anstieg von TSH, T3, T4, PRL Nebenwirkung: Wärmegefühl, Parästhesien, Schwindel, Übelkeit, Erbrechen, Mundtrockenheit, Blutdruckanstieg, Tachykardie, vereinzelt Krampf- und Asthmaanfälle

28 28 HHGA Hypothalamus-Hypophysen-Gonaden-Achse Erklärung der Funktion: –Naloxon-Test –GnRH-Stimulationstest

29 29 GnRH, LH, FSH, Geschlechtshormone GnRH: Hypothalamus- Releasinghormon (Protein) -> Induziert die Bildung und Ausschüttung von LH + FSH LH: Hypophysenhormon (Protein) -> Induziert die Bildung und Ausschüttung von Androgenen und Östrogenen FSH: Hypophysenhormon (Protein) -> Induziert die Keimzellenreifung Geschlechtshormone: Steroidhormone der Gonaden Testosteron, Östrogen, Progesteron

30 30 GnRH-Stimulationstest Ermöglicht: Einschätzung einer hypophysären-gonadalen Funktion, Beurteilung der Reaktivität der gonadotropen Hypophysenzellen für GnRH. Verlauf: –Anlegen einer Braunüle –Blutprobenentnahme zur Bestimmung der basalen Hormonwerte –Intravenöse Verabreichung von μg GnRH –Bestimmung der Hormonantwort durch Blutabnahme in einem 15-minütigem Intervall Resultat: - Anstieg von LH und FSH - Anstieg von Sexualsteroide in den Gonaden Nebenwirkung: Kopfschmerzen, Benommenheit, Übelkeit, Bauchschmerzen, Wärmegefühl

31 31 HHSS Hypothalamisch- Hypophysäres- Somatotropes- System Einschätzung der Funktion durch: –ITT –Clonidin-Test –GHRH-Stimulationstest –Glucose- Suppressionstest

32 32 GHRH, GH GH: 191- Aminosäure langes Peptid Hypophysenvorderlappenhormon -> Funktion: primäres Knochenwachstum und Zelldifferenzierung GHRH: 44- Aminosäure langes Peptid Hypothalamus- Releasinghormon -> induziert die Bildung und Ausschüttung von GH

33 33 Clonidin Arzneistoff aus der chemischen Gruppe der Imidazoline -> Senkung des Blutdruckes, der Herzfrequenz, -> Dämpfung von Entzugserscheinungen, -> Schmerzlinderung

34 34 Clonidin- Test Ermöglicht: Beurteilung der adrenergen Kontrolle und der hypothalamischen Regulation des HHSS Verlauf: –Durchführungszeitraum: vormittags, nüchterner Zustand des Pbn, Bettruhe –Anlegen einer Braunüle –Blutprobenentnahme zur Bestimmung der basalen Hormonwerte –Intravenöse Verabreichung von 0.15 mg/m² Clonidin, –orale Verabreichung von μg Clonidin –Bestimmung der Hormonantwort durch Blutabnahme über 2h in minütigem Intervall Resultat: - GHRH-Freisetzung+ Hemmung des GHIH - Anstieg von GH Nebenwirkung: Benommenheit, markant Blutdruckabfälle

35 35 GHRH-Test Ermöglicht: Einschätzung der Reaktivität der somatotropen Hypophysenzelle Verlauf: –Anlegen einer Braunüle –Blutprobenentnahme zur Bestimmung der basalen Hormonwerte –Intravenöse Verabreichung von 1-5 μg/kg GHRH –Bestimmung der Hormonantwort durch Blutabnahme nach 15, 30, 60 und 90 Minuten Resultat: - Anstieg von GH Nebenwirkung: vereinzelt Wärmegefühle, gestörte Geschmacks- und Geruchsempfindungen, Kopfschmerzen, Blässe

36 36 Glucose ein Einfachzucker (Monosaccharid) und gehört damit zu den Kohlenhydraten. -> Ausgangsstoff zur Produktion von Vitamin C -> füllt den Glykogen- Speicher des Körpers wieder auf

37 37 Glucose-Suppressionstest Ermöglicht: Einschätzung der Feedback-Sensitivität des HHSS Verlauf: –Durchführungszeitraum: vormittags, nüchterner Zustand des Pbn, Bettruhe –Blutprobenentnahme zur Bestimmung der basalen Hormonwerte –Orale Verabreichung von 100 g gelöster Glukose –Bestimmung der Hormonantwort durch Blutabnahme nach 30, 60, 90 Minuten Resultat: - Freisetzung der GHIH - Erhöhung des Blutzuckerspiegels - Abfall von GH Nebenwirkung: keine

38 38 HHPS Hypothalamisch-Hypophysäres- Prolaktinerges System Einschätzung der Funktion durch: –ITT –TRH-Stimulationstest –Metoclopramid-Test

39 39 Prolaktin Synonyme: LTH, Laktotropin Hypophysenvorderlappenhormon -> Funktion: Wachstum der Brustdrüse im Verlauf der Schwangerschaft und für die Milchsekretion (Laktation) während der Stillzeit

40 40 Metoclopramid ein Arzneistoff aus der Gruppe der Antiemetika. Dopamin-Rezeptorantagonisten -> Besserung von Bewegungsstörungen im oberen Magen-Darm-Trakt, -> Linderung von Übelkeit und Erbrechen -> Förderung der Aufnahmefähigkeit des Körpers für andere Wirkstoffe

41 41 Metoclopramid- Test Ermöglicht: Beurteilung des zentralen dopaminergen Sytsems und der endogenen PRL-Reserve Verlauf: –Braunüle setzten –Zwei Blutprobenentnahme zur Bestimmung der basalen Hormonwerte –Intravenöse Verabreichung von 10mg Metoclopramid –Bestimmung der Hormonantwort durch Blutabnahme nach 30 Minuten Resultat: - PRL- Anstieg Nebenwirkung: Durchfall, Müdigkeit, Benommenheit, extrapyramidale und kardiovaskuläre Störungen

42 42 Kombinationstests CRH-/ AVP- Stimulationstest Dexamethason/CRH-Test, Dexamethason/AVP-Test, Dexamethason/ITT-Test Metyrapon-/CRH-Test

43 43 CRH-/ AVP- Stimulationstest Ermöglicht: Beurteilung der Reaktivität der kortikotropen Hypophysenzellen auf den kombinierten Releasingfaktor Verlauf: –Durchführungszeitraum: später Nachmittag –Anlegen einer Braunüle –Blutprobenentnahme zur Bestimmung der basalen Hormonwerte –Intravenöse Verabreichung von 100 μg CRH und 0.3 IE AVP oder –Intramuskuläre Verabreichung von 100 μg CRH und 3-5 IE AVP –Bestimmung der Hormonantwort durch Blutabnahme nach 15, 30, 45, 60, 90, 120 Min. Resultat: - Anstieg von ACTH, Cortisol Nebenwirkung: Wärmegefühl, Engegefühl, Tachykardie Kurzatmigkeit, metallische Geschmackssensationen, kurzfristige Kältegefühl, Anstieg von Atem- und Pulsfrequenz, leichter Blutdruckabfall

44 44 Dexamethason/CRH-Test/AVP- Test/ ITT-Test Ermöglicht: Aufschluss, ob die zusätzliche Verabreichung von Releasingfaktoren die Aufhebung einer Suppression bewirken kann. Verlauf: –Durchführungszeitraum: Einnahme um 23 Uhr –Orale Verabreichung von 1.5 mg Dexamethason –Am nächsten Tag um 15h der CRH-Test –Bestimmung der Hormonantwort durch Blutabnahme von Uhr in einem 15-minütigen Intervall. Resultat: - keine Aufhebung der Dexamethason- induzierten Cortisolsuppression durch CRH - bei AVP oder ITT: eine Aufhebung der Cortisolsuppression Nebenwirkung: nicht genannt

45 45 Metyrapon-/CRH-Test Ermöglicht: Beurteilung der Mechanismen, welche an der dysregulierten ACTH-Reaktion im CRH- Stimulationstest beteiligt sind. Verlauf: –Durchführungszeitraum: am Abend 30 mg/kg, 3 g Metyrapon –Am Folgetag der CRH-Test durchgeführt Resultat: –eine ACTH- und 11-Desoxycortisolreaktion induziert  Ausschaltung peripherer Feedbackwirkung -> Cortisolabfall auf null Nebenwirkungen: nicht genannt

46 46 Methode Interpretierbarkeit der Ergebnisse durch: –sachgemäße Durchführung des Tests –Kontrolle möglicher Konfundierungsvariablen –Berücksichtigung der Testqualitäten hinsichtlich der klassischen Testgütekriterien

47 47 Durchführungshinweise Adäquates klinisches Setting Pdn mehrere Stunden vor Testbeginn einbestellen Pdn sollten möglichst unter ruhigen Bedingungen im Sitzen/ Liegen die serielle Blutabnahme bekommen Braunüle 30-60Minuten vor Testbeginn Verabreichung und Lagerung Nutzung eines Assays

48 48 Konfundierungsvariablen Homogenität der Untersuchungspopulation Standardisierung der äußeren Bedingungen SV: – Alter, Geschlecht, Ethnizität -> Gleichverteilung in EG/KG – Gewicht -> gewichtsrelativierte Dosen –Schlafdauer, Nahrungseinnahme, emotionaler Stress, Rauchen, Alkohol, Drogeneinnahme, Leistungssport -> Konstanthaltung im klinischen Setting –medizinische Grundkrankheiten, metabolische Störungen, Medikamenteneinnahme, Drogen- und Alkoholmissbrauch -> aus der Untersuchung ausgeschlossen –Individuelle Unterschiede -> Placebokontrollgruppe –Frauen -> Kontrolle der Zyklusphasen, Messung der Östradiol- und Progesteronkonzentration, Einnahme oraler Kontrazeptiva

49 49 „Das Problem Frau“ Starker Einfluss der Geschlechtshormone aufgrund des Menstruationszyklus Follikelphase –stärkere Cortisolsuppression durch die Dexamethasongabe bei depressiven Frauen (Tandon et al., 1991) –unveränderte/ erhöhte TSH-Reaktionen im TRH-Test (Leibenluft, Fiero & Rubinow, 1994) –Höhere GH-Konzentration in der Follikelphase (Besset, 1980) Lutealphase –gleichbleibende/erhöhte basale Hormonkonzentration bezüglich der HHSA (Leibenluft, Fiero & Rubinow, 1994) –Höhere PRL-Reaktion im TRH-Stimulationstest (Boyd & Sanchez-Franco, 1976)

50 50 Testgütekriterien Objektivität: –Biologische Messung unterliegen keiner subjektiven Verfälschungstendenzen Re-Test-Reliabilität: –ITT: Cortisolantwort -> stabile Werte (Variation 10%) GH-Antwort-> m=41% Varianz, w= 104% –ACTH1-24-Test: Cortisolantwort-> stabile Werte (Variation 12%) –CRH-Test: Cortisolantwort -> stabile Werte (r =.63) ACTH-Antwort -> unzufriedenstellende Reliabilität –TRH-Test: TSH-Antwort Variation %-> instabile Werte –Clonidin-, GHRH-Test: niedrige Reliabilitätswerte auf GH-Antwort Validität: –Vergleich mit Placebokontrollgruppe –Vergleich mit anderen Provokationstest –Evaluation der Sensitivtät und Spezifität eines Test für eine jeweilige Störung

51 51 Befund I: Depression -> Hyperaktivität der HHNA bei depressiven Patienten Ursachen: erhöhte CRH-Freisetzung (Hypersekretion), Verminderte CRH-Rezeptoren im frontalen Kortex, gestörte Feedbackhemmung der HHNA Tests: –CRH-Test: unterdrückter Anstieg der ACTH-Freisetzung, normale Cortisolreaktion –Metyrapon/CRH-Test: Normalisierung der verminderten ACTH-Reaktion bei Depressiven. –ACTH1-24-Test: gesteigerte Cortisolausschüttung –DST: Nonsuppression der Cortisolfreisetzung –DST/CRH-Test: eine CRH-induzierte Aufhebung der Cortisolsuppression –TRH-Test: uneinheitliche Befunde der PRL-Reaktion

52 52 Befund II: Angststörung Panikstörung, Phobie, Zwangsstörung, PTBS -> zentrale Dysregulation und Anpassung der hypophysären CRH-Rezeptoren Tests: –CRH-Test: unterdrückte/erhöhte ACTH-Reaktion, unveränderte Cortisolausgangswerte –DST: normale Suppression der Cortisolfreisetzung –DST/CRH-Test: CRH-induzierte Aufhebung der Cortisolsuppression –TRH-Test: normale TSH-Reaktion –DST: Nonsuppression der Cortisolfreisetzung –GHRH-Test: unterdrückte GH-Reaktion –Clonidin-Test: normale GH-Reaktion

53 53 Befund III: Schizophrenie -> Hypersensibilität zentraler Dopamin- Rezeptoren. Veränderung der HHNA- Funktion –Uneinheitliche Befunde durch Heterogenität des Störungsbildes Tests: –ITT- und CRH-Tests: unauffällige und normale basale ACTH- und Cortisolreaktionen –DST: vermehrtes Auftreten einer Cortisolsuppression –DST/CRH-Test: Aufhebung der Cortisolsuppression nach CRH-Gabe –TRH-Test: normale und unterdrückte TSH-Reaktionen, normale PRL-Reaktion –GHRH-Test: normale GH-Reaktionen

54 54 Befund IV: Essstörungen Bulimie, Anorexia -> basaler Hypercortisolismus durch gestörten Feedbackmechanismus Tests: –CRH-Test: unterdrückte ACTH-, normale Crotisolreaktion –Naloxon-Test: verminderte Hormonreaktion –DST: ausgeprägte Nonsuppression der Cortisolfreisetzung –TRH-Test: normgerechter TSH-Anstieg –GnRH-Test: reduzierte Gonadotropin-Reaktion

55 55 Fazit Psychoneuroendokrinologische Forschungen tragen wesentlich zu unserem Verständnis der Pathophysiologie psychischer Störungen bei. Methoden dienen zur dynamischen Einschätzung des neuroendokrinen Systems. Künftige Studien sollten sich noch spezifizieren, Konfundierungsvariablen stärker kontrollieren oder gar eliminieren, alle Regulationsebenen näher beleuchten…

56 56 Psychosoziale Stressinduktion Nicht-pharmakologische Verfahren: Kriterien: –Empfundene Unkontrollierbarkeit der Pbn –Soziale Beurteilung der Pbn Beispiel: TSST

57 57 Der TSST Nicht pharmakologisches Verfahren der Stressinduktion Prozedur: –Nach dem Ankommen des Pbn im Labor, warten sie in einem Raum A. (basale Hormonwertmessung) –Pbn wird in Raum B geführt und bekommt eine Einweisung in seine Aufgaben. –1. Aufgabe: Bewerbungsgesprächsimulation mit einer 10-minütigen Vorbereitungszeit in Raum A und einer anschließenden 5-minütigen freien Rede in Raum B vor dem Publikum. –2. Aufgabe: Kopfrechnen in der in 5-Minuten von 1022 in 13er- Schritten, so schnell und fehlerfrei wie möglich, Rückwärtszählen. –Pbn wird in Raum A zurückgeführt und aufgeklärt. –Abschließend werden in einem Zeitraum von Minuten die Hormonwerte gemessen.

58 58 Studie Kirschbaum, Pirke, Hellhammer, Studien: 1.(N=20m), 2.(N=48), 3.(N=50), 4.(N=37), 5.(N=11) –Alter Jahren –4 Studien: Studenten der Uni Trier mit Bezahlung –1 Studie: nicht-akademische Freiwillige ohne Bezahlung –Kontrolle von SV –TSST: 9-13Uhr oder 16-19Uhr –KG: Studie 1 –Cortisolmessung: FIA –ACTH,GH,PLC: handelsübliche Assays –Herzrate: Durchschnittliche Herzrate in einem 1-minütigem Intervall –Statistische Methode: ANOVA mit Messwiederholung; Endokrine- und Herzratenantworten korreliert durch Pearson‘s Korrelationkoeffizient

59 59 Ergebnisse  Alle Hormone erreichten einen signifikanten Anstieg beim induzieren eines physiologischen Stressors  Speichelcortisolantwort durch den TSST stiegen von 4-9 nmol/l auf nmol/l  Herzrate stieg ebenfalls signifikant unter der TSST- Stimulation an.  ABER: Herzratenantwort und Endokrine- Antwort waren nicht signifikant miteinander korreliert!

60 60 Schlussfolgerung TSST hat einen tiefgründigen Effekt auf die Ausschüttung von ACTH, GH, PLC, Blut- und Speichelcortisol. Geschlechtsunterschiede: –Männer hatten eine höhere Cortisolantwort beim TSST Genetischer Faktor: –Höhere Ähnlichkeit von Cortisolwerten bei eineiigen Zwillingen verglichen mit zweieiigen Zwillingen Drittvariablen: –Raucher zeigten eine niedrigere Cortisolantwort auf den TSST als Nicht- Raucher (Kirschbaum, Strasburger, Langkrär, 1993) Persönlichkeitseigenschaften: –Keine signifikanten Korrelationen von Cortisol- und Persönlichkeitswerten. (Kirschbaum, Bartussek, Strasburger, 1992) => Künftige Studien: Einsatz in klinischen Stichproben näher und spezifischer erforschen.

61 61 Literaturverzeichnis Heim, C., & Ehlert, U. (1999). Pharmakologische Provokationstests zur Einschätzung der neuroendokrinen Funktion, pp In „Enzyklopädie der Psychologie. Biologische Psychologie, Band 3: Psychoendokrinologie und Psychoimmunologie“ (Kirschbaum,C. & Hellhammer, D., Hrsg.), Vol. 3. Göttingen: Hogrefe Kirschbaum, C., Hellhammer, D. (1994). Salivary Cortisol, pp In „Encyclopledia of Stress, 2nd edition (Fink,G., Hrsg. 2007). Oxford/UK: Elsevier Inc. Kudielka, B.(2000). Empirische Untersuchungen zur Regulation der Hypothalamus-Hypophysen-Nebennierenrinden-Achse: Der Einfluss von Lebensalter, Geschlecht und Sexualsteroiden auf die Stressreaktion, 1.Auflage. Göttingen: Cuvillier Verlag Kirschbaum, C., Hellhammer, D. (1996). Hypothalamus-Hypophysen- Nebennierenrindenachse, pp In „Sonderdruck aus Enzyklopädie der Psychologie. Themenbereich C: Theorie und Forschung. Biologische Psychologie, Band 3: Psychoneuroendokrinologie und Psychoimmunologie“ (Kirschbaum, C & Hellhammer, D., Hrsg.), Serie 1. Göttingen: Hogrefe Birbaumer, Schmidt.(2006). Biologische Psychologie, 6.Auflage. Heidelberg: Springer Medizin Verlag. Kirschbaum, C., Pirke, K.-M., Hellhammer, D.(1993). The ‘Trier Social Stress Test‘ - A Tool for Investigating Psychobiological Stress Responses in a Laboratory Setting, pp Basel: S. Karger AG.

62 62 Literaturverzeichnis Internet: –http://de.wikipedia.org/wiki/Portal:Psychologie, Stand: http://de.wikipedia.org/wiki/Portal:Psychologie –http://ntbiouser.unibe.ch/Trachsel/teaching/Hormone/Hormone.htm, Stand: http://ntbiouser.unibe.ch/Trachsel/teaching/Hormone/Hormone.htm –http://www.biologie-online.eu/verhaltensbiologie/endokrinologische- ethologie.php, Stand: http://www.biologie-online.eu/verhaltensbiologie/endokrinologische- ethologie.php –http://www.diavet.ch/d/publikationen/detail.php?NewsId=54, Stand: http://www.diavet.ch/d/publikationen/detail.php?NewsId=54 –http://faculty.clintoncc.suny.edu/faculty/Michael.Gregory/files/Bio%2 0102/Bio%20102%20lectures/Endocrine%20System/endocrin.htm, Stand: http://faculty.clintoncc.suny.edu/faculty/Michael.Gregory/files/Bio%2 0102/Bio%20102%20lectures/Endocrine%20System/endocrin.htm –http://www.bioc.unizh.ch/bipweb/lexikon/metaboliten/cortisol/cortis ol.html, Stand: http://www.bioc.unizh.ch/bipweb/lexikon/metaboliten/cortisol/cortis ol.html –http://flexikon.doccheck.com/GHRH, Stand: http://flexikon.doccheck.com/GHRH –http://www.med4you.at/laborbefunde/lbef3/lbef_glukokortikoide.ht m#LABORTESTS, Stand: http://www.med4you.at/laborbefunde/lbef3/lbef_glukokortikoide.ht m#LABORTESTS

63 63 Danke für Eure Aufmerksamkeit!!!


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