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1 Warum es lohnenswert sein kann, sich mit DANTONS TOD zu beschäftigen 1.Klar strukturiertes Drama, das sich aus dem Text heraus erschließen lässt 2.Sprachliche.

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1 1 Warum es lohnenswert sein kann, sich mit DANTONS TOD zu beschäftigen 1.Klar strukturiertes Drama, das sich aus dem Text heraus erschließen lässt 2.Sprachliche Herausforderung, die analysierbar ist – mit dem Skalpell der Sprachanalyse 3.Sehr oft gespieltes Stück – Warum halten es die Theater für spielenswert? 4.Es gibt ganz unterschiedliche, ja gegensätzliche Deutungen und Rezeptionsweisen. Wer hat eigentlich recht? 5.Das Drama fragt nach gesellschaftlichen Ursachen - es ist einmal nicht die Liebe als bestimmendes Movens 6.Ohn-Machtserfahrungen in Staat und Gesellschaft: Ursachen und Verarbeitung 7.Utopien und enttäuschte Utopien in der Gegenwart 8.Wie soll ich handeln? Soll ich mich einmischen? Was passiert, wenn ich mich einmische – nicht einmische? 9.Gewalt und ihre Ursachen in einer globalisierten Welt Erfahrung mit Medien im Alltag der Jugendlichen 10.Junger Autor (!), Naturwissenschaftler, Verfolgter, … Analyse Interpretation Diskurs Argumentation Grundsätzliche Fragestellungen Lebensbezug

2 2 Georg Büchner: Dantons Tod Materialien Landesinstitut für Schulentwicklung: Werke in Kontexten: Unterrichtsvorschläge und Materialien zu Dantons Tod Homo faber und Agnes, Stuttgart 2011 Reader dieser Fortbildung de/faecher/deutsch/gym/fb2/05_d antonhttp://lehrerfortbildung-bw. de/faecher/deutsch/gym/fb2/05_d anton

3 3 Georg Büchner: Dantons Tod 1Dantons Tod im Unterricht – Warum? 2Einstiegsvarianten 3Danton und Robespierre 4Verstehensvoraussetzungen – Kommunikationssituation 5Reflexionsdrama 6Fatalismus der Geschichte Determinismus 7Biografisches 8Das Volk in Dantons Tod 9Marion als Protagonistin? 10Philosophieren mit Büchner? Philosophische Grundlagen desDanton Koordinaten für eine Unterrichtseinheit Vergleichsaspekte 13Dramentext – Rezeptionsmethoden für Schülerinnen und Schüler 14Inszenierungen

4 4 Georg Büchner: Dantons Tod 1Dantons Tod im Unterricht – Warum? 2Einstiegsvarianten 3Danton und Robespierre 4Verstehensvoraussetzungen – Kommunikationssituation 5Reflexionsdrama 6Fatalismus der Geschichte Determinismus 7Biografisches 8Das Volk in Dantons Tod 9Marion als Protagonistin? 10Philosophieren mit Büchner? Philosophische Grundlagen desDanton Koordinaten für eine Unterrichtseinheit Vergleichsaspekte 13Dramentext – Rezeptionsmethoden für Schülerinnen und Schüler 14Inszenierungen

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6 6 Antoine Joseph Wiertz: Hunger, Wahnsinn, Verbrechen (1806 – 1865) 2 2

7 7 Georg Büchner: Dantons Tod 1Dantons Tod im Unterricht – Warum? 2Einstiegsvarianten 3Danton und Robespierre 4Verstehensvoraussetzungen – Kommunikationssituation 5Reflexionsdrama 6Fatalismus der Geschichte Determinismus 7Biografisches 8Das Volk in Dantons Tod 9Marion als Protagonistin? 10Philosophieren mit Büchner? Philosophische Grundlagen desDanton Koordinaten für eine Unterrichtseinheit Vergleichsaspekte 13Dramentext – Rezeptionsmethoden für Schülerinnen und Schüler 14Inszenierungen

8 8 Dantons Tod. Regie: Fritz Umgelter, Darsteller: Wolfgang Reichmann, Wolfgang Büttner. Studioproduktion 1963

9 9 Dantons Tod. Nach: Regie: Fritz Umgelter, Darsteller: Wolfgang Reichmann, Wolfgang Büttner. Studioproduktion 1963

10 10 Kommunikationssituation in I.1

11 11 Danton Sieh die hübsche Dame, wie artig sie die Karten dreht! Ja wahrhaftig, sie versteht's; man sagt, sie halte ihrem Manne immer das coeur und anderen Leuten das carreau hin. - Ihr könntet einen noch in die Lüge verliebt machen. Julie Glaubst du an mich? Danton Was weiß ich! Wir wissen wenig voneinander. Wir sind Dickhäuter, wir strecken die Hände nacheinander aus, aber es ist vergebliche Mühe, wir reiben nur das grobe Leder aneinander ab - wir sind sehr einsam. Julie Du kennst mich, Danton. Danton und Julie Hérault-Séchelles, einige Damen am Spieltisch. Danton, Julie etwas weiter weg, Danton auf einem Schemel zu den Füßen von Julie. Kommunikationssituation in I.1

12 12 Danton Sieh die hübsche Dame, wie artig sie die Karten dreht! Ja wahrhaftig, sie versteht's; man sagt, sie halte ihrem Manne immer das coeur und anderen Leuten das carreau hin. - Ihr könntet einen noch in die Lüge verliebt machen. Julie Glaubst du an mich? Danton Was weiß ich! Wir wissen wenig voneinander. Wir sind Dickhäuter, wir strecken die Hände nacheinander aus, aber es ist vergebliche Mühe, wir reiben nur das grobe Leder aneinander ab - wir sind sehr einsam. Julie Du kennst mich, Danton. Kommunikationssituation in I.1

13 13 Danton Sieh die hübsche Dame, wie artig sie die Karten dreht! Ja wahrhaftig, sie versteht's; man sagt, sie halte ihrem Manne immer das coeur und anderen Leuten das carreau hin. - Ihr könntet einen noch in die Lüge verliebt machen. Julie Glaubst du an mich? Danton Was weiß ich! Wir wissen wenig voneinander. Wir sind Dickhäuter, wir strecken die Hände nacheinander aus, aber es ist vergebliche Mühe, wir reiben nur das grobe Leder aneinander ab - wir sind sehr einsam. Julie Du kennst mich, Danton. Danton Ja, was man so kennen heißt. Du hast dunkle Augen und lockiges Haar und einen feinen Teint und sagst immer zu mir: lieber Georg! Aber (er deutet ihr auf Stirn und Augen) da, da, was liegt hinter dem? Geh, wir haben grobe Sinne. Einander kennen? Wir müssten uns die Schädeldecken aufbrechen und die Gedanken einander aus den Hirnfasern zerren. - Kommunikationssituation in I.1 Exposition

14 14 Danton Sieh die hübsche Dame, wie artig sie die Karten dreht! Ja wahrhaftig, sie versteht's; man sagt, sie halte ihrem Manne immer das coeur und anderen Leuten das carreau hin. - Ihr könntet einen noch in die Lüge verliebt machen. Julie Glaubst du an mich? Danton Was weiß ich! Wir wissen wenig voneinander. Wir sind Dickhäuter, wir strecken die Hände nacheinander aus, aber es ist vergebliche Mühe, wir reiben nur das grobe Leder aneinander ab - wir sind sehr einsam. Julie Du kennst mich, Danton. Danton Ja, was man so kennen heißt. Du hast dunkle Augen und lockiges Haar und einen feinen Teint und sagst immer zu mir: lieber Georg! Aber (er deutet ihr auf Stirn und Augen) da, da, was liegt hinter dem? Geh, wir haben grobe Sinne. Einander kennen? Wir müssten uns die Schädeldecken aufbrechen und die Gedanken einander aus den Hirnfasern zerren. - Kommunikationssituation in I.1 Exposition

15 15 Danton Sieh die hübsche Dame, wie artig sie die Karten dreht! Ja wahrhaftig, sie versteht's; man sagt, sie halte ihrem Manne immer das coeur und anderen Leuten das carreau hin. - Ihr könntet einen noch in die Lüge verliebt machen. Julie Glaubst du an mich? Danton Was weiß ich! Wir wissen wenig voneinander. Wir sind Dickhäuter, wir strecken die Hände nacheinander aus, aber es ist vergebliche Mühe, wir reiben nur das grobe Leder aneinander ab - wir sind sehr einsam. Julie Du kennst mich, Danton. Danton Ja, was man so kennen heißt. Du hast dunkle Augen und lockiges Haar und einen feinen Teint und sagst immer zu mir: lieber Georg! Aber (er deutet ihr auf Stirn und Augen) da, da, was liegt hinter dem? Geh, wir haben grobe Sinne. Einander kennen? Wir müssten uns die Schädeldecken aufbrechen und die Gedanken einander aus den Hirnfasern zerren. - Kommunikationssituation in I.1 Exposition

16 16 Danton Sieh die hübsche Dame, wie artig sie die Karten dreht! Ja wahrhaftig, sie versteht's; man sagt, sie halte ihrem Manne immer das coeur und anderen Leuten das carreau hin. - Ihr könntet einen noch in die Lüge verliebt machen. Julie Glaubst du an mich? Danton Was weiß ich! Wir wissen wenig voneinander. Wir sind Dickhäuter, wir strecken die Hände nacheinander aus, aber es ist vergebliche Mühe, wir reiben nur das grobe Leder aneinander ab - wir sind sehr einsam. Julie Du kennst mich, Danton. Danton Ja, was man so kennen heißt. Du hast dunkle Augen und lockiges Haar und einen feinen Teint und sagst immer zu mir: lieber Georg! Aber (er deutet ihr auf Stirn und Augen) da, da, was liegt hinter dem? Geh, wir haben grobe Sinne. Einander kennen? Wir müssten uns die Schädeldecken aufbrechen und die Gedanken einander aus den Hirnfasern zerren. - Komplementäre Kommunikation Grundsätzliche und grundlegende Fragestellungen Unabhängig von Raum und Zeit ? Lösung im Konjunktiv (Potentialis/ Irrealis) Kommunikationssituation in I.1 Exposition

17 17 Camille […] Danton, du wirst den Angriff im Konvent machen! Danton Ich werde, du wirst, er wird. Wenn wir bis dahin noch leben! sagen die alten Weiber. Nach einer Stunde werden sechzig Minuten verflossen sein. Nicht wahr, mein Junge? Camille Was soll das hier? Das versteht sich von selbst. Danton Oh, es versteht sich alles von selbst. […] Rosetta Du liebst mich, Leonce? Leonce Ei warum nicht? Rosetta Und immer? Leonce Das ist ein langes Wort: immer! Wenn ich dich nun noch fünftausend Jahre und sieben Monate liebe, ist's genug? Es ist zwar viel weniger, als immer, ist aber doch eine erkleckliche Zeit, und wir können uns Zeit nehmen, uns zu lieben. Leonce und Lena (I.3) Scheinbare Leichtigkeit des Sprachspiels überdeckt die Methode des Sich-Verweigerns, das keine Möglichkeit zur Antwort zulässt Die Sprechakte gelingen nur für Danton/ Leonce Prinzipien einer Rhetorik der Verweigerung Vergleichende Textanalyse/ Dialoganalyse

18 18 Danton: Oh, es versteht sich alles von selbst. Wer soll denn all die schönen Dinge ins Werk setzen? Philippeau: Wir und die ehrlichen Leute. Danton: Das und dazwischen ist ein langes Wort, es hält uns ein wenig weit auseinander; die Strecke ist lang, die Ehrlichkeit verliert den Atem, eh' wir zusammenkommen. Und wenn auch! – den ehrlichen Leuten kann man Geld leihen, man kann bei ihnen Gevatter stehn und seine Töchter an sie verheiraten, aber das ist alles! Vergleichende Textanalyse/ Dialoganalyse

19 19 Danton: Oh, es versteht sich alles von selbst. Wer soll denn all die schönen Dinge ins Werk setzen? Philippeau: Wir und die ehrlichen Leute. Danton: Das und dazwischen ist ein langes Wort, es hält uns ein wenig weit auseinander; die Strecke ist lang, die Ehrlichkeit verliert den Atem, eh' wir zusammenkommen. Und wenn auch! – den ehrlichen Leuten kann man Geld leihen, man kann bei ihnen Gevatter stehn und seine Töchter an sie verheiraten, aber das ist alles! Vergleichende Textanalyse/ Dialoganalyse

20 20 Danton: Oh, es versteht sich alles von selbst. Wer soll denn all die schönen Dinge ins Werk setzen? Philippeau: Wir und die ehrlichen Leute. Danton: Das und dazwischen ist ein langes Wort, es hält uns ein wenig weit auseinander; die Strecke ist lang, die Ehrlichkeit verliert den Atem, eh' wir zusammenkommen. Und wenn auch! – den ehrlichen Leuten kann man Geld leihen, man kann bei ihnen Gevatter stehn und seine Töchter an sie verheiraten, aber das ist alles! Vergleichende Textanalyse/ Dialoganalyse

21 21 Danton: Oh, es versteht sich alles von selbst. Wer soll denn all die schönen Dinge ins Werk setzen? Philippeau: Wir und die ehrlichen Leute. Danton: Das und dazwischen ist ein langes Wort, es hält uns ein wenig weit auseinander; die Strecke ist lang, die Ehrlichkeit verliert den Atem, eh' wir zusammenkommen. Und wenn auch! – den ehrlichen Leuten kann man Geld leihen, man kann bei ihnen Gevatter stehn und seine Töchter an sie verheiraten, aber das ist alles! Vergleichende Textanalyse/ Dialoganalyse

22 22 Danton: Oh, es versteht sich alles von selbst. Wer soll denn all die schönen Dinge ins Werk setzen? Philippeau: Wir und die ehrlichen Leute. Danton: Das und dazwischen ist ein langes Wort, es hält uns ein wenig weit auseinander; die Strecke ist lang, die Ehrlichkeit verliert den Atem, eh' wir zusammenkommen. Und wenn auch! – den ehrlichen Leuten kann man Geld leihen, man kann bei ihnen Gevatter stehn und seine Töchter an sie verheiraten, aber das ist alles! Vergleichende Textanalyse/ Dialoganalyse

23 23 Danton: Oh, es versteht sich alles von selbst. Wer soll denn all die schönen Dinge ins Werk setzen? Philippeau: Wir und die ehrlichen Leute. Danton: Das und dazwischen ist ein langes Wort, es hält uns ein wenig weit auseinander; die Strecke ist lang, die Ehrlichkeit verliert den Atem, eh' wir zusammenkommen. Und wenn auch! – den ehrlichen Leuten kann man Geld leihen, man kann bei ihnen Gevatter stehn und seine Töchter an sie verheiraten, aber das ist alles! Vergleichende Textanalyse/ Dialoganalyse

24 24 Danton: Oh, es versteht sich alles von selbst. Wer soll denn all die schönen Dinge ins Werk setzen? Philippeau: Wir und die ehrlichen Leute. Danton: Das und dazwischen ist ein langes Wort, es hält uns ein wenig weit auseinander; die Strecke ist lang, die Ehrlichkeit verliert den Atem, eh' wir zusammenkommen. Und wenn auch! – den ehrlichen Leuten kann man Geld leihen, man kann bei ihnen Gevatter stehn und seine Töchter an sie verheiraten, aber das ist alles! Vergleichende Textanalyse/ Dialoganalyse

25 25 Danton: Oh, es versteht sich alles von selbst. Wer soll denn all die schönen Dinge ins Werk setzen? Philippeau: Wir und die ehrlichen Leute. Danton: Das und dazwischen ist ein langes Wort, es hält uns ein wenig weit auseinander; die Strecke ist lang, die Ehrlichkeit verliert den Atem, eh' wir zusammenkommen. Und wenn auch! – den ehrlichen Leuten kann man Geld leihen, man kann bei ihnen Gevatter stehn und seine Töchter an sie verheiraten, aber das ist alles! Vergleichende Textanalyse/ Dialoganalyse

26 26 Camille […] Danton, du wirst den Angriff im Konvent machen! Danton Ich werde, du wirst, er wird. Wenn wir bis dahin noch leben! sagen die alten Weiber. Nach einer Stunde werden sechzig Minuten verflossen sein. Nicht wahr, mein Junge? Camille Was soll das hier? Das versteht sich von selbst. Danton Oh, es versteht sich alles von selbst. Wer soll denn all die schönen Dinge ins Werk setzen? Philippeau Wir und die ehrlichen Leute. Danton Das und dazwischen ist ein langes Wort, es hält uns ein wenig weit auseinander; die Strecke ist lang, die Ehrlichkeit verliert den Atem, eh' wir zusammenkommen. Und wenn auch! – den ehrlichen Leuten kann man Geld leihen, man kann bei ihnen Gevatter stehn und seine Töchter an sie verheiraten, aber das ist alles! […] Danton […] (Er erhebt sich.) Julie Du gehst? Danton (zu Julie) Ich muss fort, sie reiben mich mit ihrer Politik noch auf. - (Im Hinausgehn:) Zwischen Tür und Angel will ich euch prophezeien: die Statue der Freiheit ist noch nicht gegossen, der Ofen glüht, wir alle können uns noch die Finger dabei verbrennen. (Ab.) Vergleichende Textanalyse/ Dialoganalyse

27 27 Camille […] Danton, du wirst den Angriff im Konvent machen! Danton Ich werde, du wirst, er wird. Wenn wir bis dahin noch leben! sagen die alten Weiber. Nach einer Stunde werden sechzig Minuten verflossen sein. Nicht wahr, mein Junge? Camille Was soll das hier? Das versteht sich von selbst. Danton Oh, es versteht sich alles von selbst. Wer soll denn all die schönen Dinge ins Werk setzen? Philippeau Wir und die ehrlichen Leute. Danton Das und dazwischen ist ein langes Wort, es hält uns ein wenig weit auseinander; die Strecke ist lang, die Ehrlichkeit verliert den Atem, eh' wir zusammenkommen. Und wenn auch! – den ehrlichen Leuten kann man Geld leihen, man kann bei ihnen Gevatter stehn und seine Töchter an sie verheiraten, aber das ist alles! […] Danton […] (Er erhebt sich.) Julie Du gehst? Danton (zu Julie) Ich muss fort, sie reiben mich mit ihrer Politik noch auf. - (Im Hinausgehn:) Zwischen Tür und Angel will ich euch prophezeien: die Statue der Freiheit ist noch nicht gegossen, der Ofen glüht, wir alle können uns noch die Finger dabei verbrennen. (Ab.) Vergleichende Textanalyse/ Dialoganalyse

28 28 Georg Büchner: Dantons Tod 1Dantons Tod im Unterricht – Warum? 2Einstiegsvarianten 3Danton und Robespierre 4Verstehensvoraussetzungen – Kommunikationssituation 5Reflexionsdrama 6Fatalismus der Geschichte Determinismus 7Biografisches 8Das Volk in Dantons Tod 9Marion als Protagonistin? 10Philosophieren mit Büchner? Philosophische Grundlagen desDanton Koordinaten für eine Unterrichtseinheit Vergleichsaspekte 13Dramentext – Rezeptionsmethoden für Schülerinnen und Schüler 14Inszenierungen

29 29 Reader, S. 14

30 30 Ich weiß nicht, was in mir das andere belügt. (Robespierre, I.6) Ja, das hab ich; das war Notwehr, wir mußten. Der Mann am Kreuze hat sich's bequem gemacht: es muß ja Ärgernis kommen, doch wehe dem, durch welchen Ärgernis kommt! Es muß; das war dies Muß. Wer will der Hand fluchen, auf die der Fluch des Muß gefallen? Wer hat das Muß gesprochen, wer? Was ist das, was in uns lügt, hurt, stiehlt und mordet? Puppen sind wir, von unbekannten Gewalten am Draht gezogen; nichts, nichts wir selbst! die Schwerter, mit denen Geister kämpfen - man sieht nur die Hände nicht, wie im Märchen. - Jetzt bin ich ruhig. (Danton II.5) Der Ausspruch: es muss ja Ärgernis kommen, aber wehe dem, durch den es kommt, – ist schauderhaft. Was ist das, was in uns lügt, mordet, stiehlt? (Büchner in einem Brief an seine Braut, Januar oder März 1834)

31 31 Ich weiß nicht, was in mir das andere belügt. (Robespierre, I.6) Ja, das hab ich; das war Notwehr, wir mußten. Der Mann am Kreuze hat sich's bequem gemacht: es muß ja Ärgernis kommen, doch wehe dem, durch welchen Ärgernis kommt! Es muß; das war dies Muß. Wer will der Hand fluchen, auf die der Fluch des Muß gefallen? Wer hat das Muß gesprochen, wer? Was ist das, was in uns lügt, hurt, stiehlt und mordet? Puppen sind wir, von unbekannten Gewalten am Draht gezogen; nichts, nichts wir selbst! die Schwerter, mit denen Geister kämpfen - man sieht nur die Hände nicht, wie im Märchen. - Jetzt bin ich ruhig. (Danton II.5) Der Ausspruch: es muss ja Ärgernis kommen, aber wehe dem, durch den es kommt, – ist schauderhaft. Was ist das, was in uns lügt, mordet, stiehlt? (Büchner in einem Brief an seine Braut, Januar oder März 1834)

32 32 Ich weiß nicht, was in mir das andere belügt. (Robespierre, I.6) Ja, das hab ich; das war Notwehr, wir mußten. Der Mann am Kreuze hat sich's bequem gemacht: es muß ja Ärgernis kommen, doch wehe dem, durch welchen Ärgernis kommt! Es muß; das war dies Muß. Wer will der Hand fluchen, auf die der Fluch des Muß gefallen? Wer hat das Muß gesprochen, wer? Was ist das, was in uns lügt, hurt, stiehlt und mordet? Puppen sind wir, von unbekannten Gewalten am Draht gezogen; nichts, nichts wir selbst! die Schwerter, mit denen Geister kämpfen - man sieht nur die Hände nicht, wie im Märchen. - Jetzt bin ich ruhig. (Danton II.5) Der Ausspruch: es muss ja Ärgernis kommen, aber wehe dem, durch den es kommt, – ist schauderhaft. Was ist das, was in uns lügt, mordet, stiehlt? (Büchner in einem Brief an seine Braut, Januar oder März 1834)

33 33 Georg Büchner: Dantons Tod 1Dantons Tod im Unterricht – Warum? 2Einstiegsvarianten 3Danton und Robespierre 4Verstehensvoraussetzungen – Kommunikationssituation 5Reflexionsdrama 6Fatalismus der Geschichte Determinismus 7Biografisches 8Das Volk in Dantons Tod 9Marion als Protagonistin? 10Philosophieren mit Büchner? Philosophische Grundlagen desDanton Koordinaten für eine Unterrichtseinheit Vergleichsaspekte 13Dramentext – Rezeptionsmethoden für Schülerinnen und Schüler 14Inszenierungen

34 34 Danton: [...] Ob sie nun an der Guillotine oder am Fieber oder am Alter sterben! Es ist noch vorzuziehen, sie treten mit gelenken Gliedern hinter die Kulissen und können im Abgehen noch hübsch gestikulieren und die Zuschauer klatschen hören. Das ist ganz artig und passt für uns; wir stehen immer auf dem Theater, wenn wir auch zuletzt im Ernst erstochen werden. (II.1)

35 35 Danton: [...] Ob sie nun an der Guillotine oder am Fieber oder am Alter sterben! Es ist noch vorzuziehen, sie treten mit gelenken Gliedern hinter die Kulissen und können im Abgehen noch hübsch gestikulieren und die Zuschauer klatschen hören. Das ist ganz artig und passt für uns; wir stehen immer auf dem Theater, wenn wir auch zuletzt im Ernst erstochen werden. (II.1) Puppe Maske Theater Marionette (heroische) Fratze Büste Statue (der Freiheit)

36 36 Puppe Maske Theater Marionette (heroische) Fratze Büste Statue (der Freiheit) I.2 Eine Gasse Simon. Sein Weib. Simon (schlägt das Weib). Du Kuppelpelz, du runzlige Sublimatpille, du wurmstichiger Sündenapfel! Weib. He, Hülfe! Hülfe! (Es kommen Leute gelaufen.) Leute. Reißt sie auseinander, reißt sie auseinander! Simon. Nein, laßt mich, Römer! Zerschellen will ich dies Geripp! Du Vestalin! Weib. Ich eine Vestalin? Das will ich sehen, ich. Simon. So reiß ich von den Schultern dein Gewand. Nackt in die Sonne schleudr' ich dann dein Aas. Du Hurenbett, in jeder Runzel deines Leibes nistet Unzucht. (Sie werden getrennt.) Erster Bürger. Was gibt's? Simon. Wo ist die Jungfrau? Sprich! Nein, so kann ich nicht sagen. Das Mädchen! Nein, auch das nicht. Die Frau, das Weib! Auch das, auch das nicht! Nur noch ein Name; oh, der erstickt mich! Ich habe keinen Atem dafür.

37 37 III.9 Danton: Wie lange sollen die Fußstapfen der Freiheit Gräber sein? – Ihr wollt Brot, und sie werfen euch Köpfe hin! Ihr durstet, und sie machen euch das Blut von den Stufen der Guillotine lecken! (III.9) […] III.10 Erste Bürger: Ja, das ist wahr, Köpfe statt Brot, Blut statt Wein! […] Zweiter Bürger. Danton hat schöne Kleider, Danton hat ein schönes Haus, Danton hat eine schöne Frau, er badet sich in Burgunder, […]

38 38 Georg Büchner: Dantons Tod 1Dantons Tod im Unterricht – Warum? 2Einstiegsvarianten 3Danton und Robespierre 4Verstehensvoraussetzungen – Kommunikationssituation 5Reflexionsdrama 6Fatalismus der Geschichte Determinismus 7Biografisches 8Das Volk in Dantons Tod 9Marion als Protagonistin? 10Philosophieren mit Büchner? Philosophische Grundlagen desDanton Koordinaten für eine Unterrichtseinheit Vergleichsaspekte 13Dramentext – Rezeptionsmethoden für Schülerinnen und Schüler 14Inszenierungen

39 39 An die Braut 1834 [...] Ich studiere die Geschichte der Revolution. Ich fühlte mich wie zernichtet unter dem grässlichen Fatalismus der Geschichte. Ich finde in der Menschennatur eine entsetzliche Gleichheit, in den menschlichen Verhältnissen eine unabwendbare Gewalt, allen und keinem verliehen. Der Einzelne nur Schaum auf der Welle, die Größe ein bloßer Zufall, die Herrschaft des Genies ein Puppenspiel, ein lächerliches Ringen gegen ein ehernes Gesetz, es zu erkennen das Höchste, es zu beherrschen unmöglich. […] Das muss ist eins von den Verdammungsworten, womit der Mensch getauft worden. […] Was ist das, was in uns lügt, mordet, stiehlt? Ich mag dem Gedanken nicht weiter nachgehen. […] Seit ich über die Rheinbrücke ging, bin ich wie in mir vernichtet, ein einzelnes Gefühl taucht nicht in mir auf. Ich bin ein Automat; die Seele ist mir genommen. Reader, S. 51

40 40 An die Braut 1834 [...] Ich studiere die Geschichte der Revolution. Ich fühlte mich wie zernichtet unter dem grässlichen Fatalismus der Geschichte. Ich finde in der Menschennatur eine entsetzliche Gleichheit, in den menschlichen Verhältnissen eine unabwendbare Gewalt, allen und keinem verliehen. Der Einzelne nur Schaum auf der Welle, die Größe ein bloßer Zufall, die Herrschaft des Genies ein Puppenspiel, ein lächerliches Ringen gegen ein ehernes Gesetz, es zu erkennen das Höchste, es zu beherrschen unmöglich. […] Das muss ist eins von den Verdammungsworten, womit der Mensch getauft worden. […] Was ist das, was in uns lügt, mordet, stiehlt? Ich mag dem Gedanken nicht weiter nachgehen. […] Seit ich über die Rheinbrücke ging, bin ich wie in mir vernichtet, ein einzelnes Gefühl taucht nicht in mir auf. Ich bin ein Automat; die Seele ist mir genommen. Der Einzelne nur Schaum auf der Welle, die Größe ein bloßer Zufall, die Herrschaft des Genies ein Puppenspiel, ein lächerliches Ringen gegen ein ehernes Gesetz, es zu erkennen das Höchste, es zu beherrschen unmöglich.

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42 42 Büchner als Schüler in seinem Aufsatz über den Helden-Tod der Vierhundert Pforzheimer: Erhaben ist es, den Menschen im Kampfe mit der Natur zu sehen, wenn er mit gewaltiger Kraft sich stemmt gegen die Wut der entfesselten Elemente und, vertrauend der Kraft seines Geistes, nach seinem Willen die Kräfte der Natur zügelt. Aber noch erhabner ist es den Menschen zu sehen im Kampfe mit seinem Schicksale, wenn er es wagt, mit kühner Hand in die Speichen des Zeitrades zu greifen, wenn er an die Erreichung seines Zweckes sein Höchstes und sein Alles setzt.

43 43 Georg Büchner: Dantons Tod 1Dantons Tod im Unterricht – Warum? 2Einstiegsvarianten 3Danton und Robespierre 4Verstehensvoraussetzungen – Kommunikationssituation 5Reflexionsdrama 6Fatalismus der Geschichte Determinismus 7Biografisches 8Das Volk in Dantons Tod 9Marion als Protagonistin? 10Philosophieren mit Büchner? Philosophische Grundlagen desDanton Koordinaten für eine Unterrichtseinheit Vergleichsaspekte 13Dramentext – Rezeptionsmethoden für Schülerinnen und Schüler 14Inszenierungen Verweigerung Auf-deckung Ent-larvung Analyse durch Reflexion Verweigerung Auf-deckung Ent-larvung Analyse durch Reflexion Es gibt ein Etwas ein Gesetz, dem alle unter- geordnet sind. Genie/ Held steht nicht außerhalb des Geschichts- prozesses. Materialistisches Geschichts- bild: Arm und Reich (Gegensatz zum Idealismus) Kein teleologisches Weltbild Es gibt ein Etwas ein Gesetz, dem alle unter- geordnet sind. Genie/ Held steht nicht außerhalb des Geschichts- prozesses. Materialistisches Geschichts- bild: Arm und Reich (Gegensatz zum Idealismus) Kein teleologisches Weltbild Auseinandersetzung mit philosophischen Fragen Engagement für die Aufklärung der Bürger Einsatz für eine Veränderung der Verhältnisse Kein naiver Glauben an den Automatismus – richtiger Standpunkt Engagement Erfolg Auseinandersetzung mit philosophischen Fragen Engagement für die Aufklärung der Bürger Einsatz für eine Veränderung der Verhältnisse Kein naiver Glauben an den Automatismus – richtiger Standpunkt Engagement Erfolg

44 44 Georg Büchner: Dantons Tod 1Dantons Tod im Unterricht – Warum? 2Einstiegsvarianten 3Danton und Robespierre 4Verstehensvoraussetzungen – Kommunikationssituation 5Reflexionsdrama 6Fatalismus der Geschichte Determinismus 7Biografisches 8Das Volk in Dantons Tod 9Marion als Protagonistin? 10Philosophieren mit Büchner? Philosophische Grundlagen desDanton Koordinaten für eine Unterrichtseinheit Vergleichsaspekte 13Dramentext – Rezeptionsmethoden für Schülerinnen und Schüler 14Inszenierungen

45 45 Erster Bürger. Ja, ein Messer, aber nicht für die arme Hure! Was tat sie? Nichts! Ihr Hunger hurt und bettelt. Ein Messer für die Leute, die das Fleisch unserer Weiber und Töchter kaufen. Weh über die, so mit den Töchtern des Volkes huren! Ihr habt Kollern im Leib, und sie haben Magendrücken; ihr habt Löcher in den Jacken, und sie haben warme Röcke; ihr habt Schwielen in den Fäusten, und sie haben Samthände. Ergo, ihr arbeitet, und sie tun nichts; ergo, ihr habt's erworben, und sie haben's gestohlen; ergo, wenn ihr von eurem gestohlnen Eigentum ein paar Heller wiederhaben wollt, müßt ihr huren und betteln; ergo, sie sind Spitzbuben, und man muß sie totschlagen! I.2

46 46 Erster Bürger. Ja, ein Messer, aber nicht für die arme Hure! Was tat sie? Nichts! Ihr Hunger hurt und bettelt. Ein Messer für die Leute, die das Fleisch unserer Weiber und Töchter kaufen. Weh über die, so mit den Töchtern des Volkes huren! Ihr habt Kollern im Leib, und sie haben Magendrücken; ihr habt Löcher in den Jacken, und sie haben warme Röcke; ihr habt Schwielen in den Fäusten, und sie haben Samthände. Ergo, ihr arbeitet, und sie tun nichts; ergo, ihr habt's erworben, und sie haben's gestohlen; ergo, wenn ihr von eurem gestohlnen Eigentum ein paar Heller wiederhaben wollt, müßt ihr huren und betteln; ergo, sie sind Spitzbuben, und man muß sie totschlagen! I.2

47 47 Erster Bürger. Ja, ein Messer, aber nicht für die arme Hure! Was tat sie? Nichts! Ihr Hunger hurt und bettelt. Ein Messer für die Leute, die das Fleisch unserer Weiber und Töchter kaufen. Weh über die, so mit den Töchtern des Volkes huren! Ihr habt Kollern im Leib, und sie haben Magendrücken; ihr habt Löcher in den Jacken, und sie haben warme Röcke; ihr habt Schwielen in den Fäusten, und sie haben Samthände. Ergo, ihr arbeitet, und sie tun nichts; ergo, ihr habt's erworben, und sie haben's gestohlen; ergo, wenn ihr von eurem gestohlnen Eigentum ein paar Heller wiederhaben wollt, müßt ihr huren und betteln; ergo, sie sind Spitzbuben, und man muß sie totschlagen! I.2

48 48 Erster Bürger. Ja, ein Messer, aber nicht für die arme Hure! Was tat sie? Nichts! Ihr Hunger hurt und bettelt. Ein Messer für die Leute, die das Fleisch unserer Weiber und Töchter kaufen. Weh über die, so mit den Töchtern des Volkes huren! Ihr habt Kollern im Leib, und sie haben Magendrücken; ihr habt Löcher in den Jacken, und sie haben warme Röcke; ihr habt Schwielen in den Fäusten, und sie haben Samthände. Ergo, ihr arbeitet, und sie tun nichts; ergo, ihr habt's erworben, und sie haben's gestohlen; ergo, wenn ihr von eurem gestohlnen Eigentum ein paar Heller wiederhaben wollt, müßt ihr huren und betteln; ergo, sie sind Spitzbuben, und man muß sie totschlagen! I.2

49 49 die arme Huredie Leute Sie tat nichts! Ihr Hunger hurt und bettelt kaufen Fleisch unserer Weiber und Töchter huren mit den Töchtern des Volkes Ihr habt Kollern im Leib,sie haben Magendrücken ihr habt Löcher in den Jackensie haben warme Röcke ihr habt Schwielen in den Fäusten sie haben Samthände Ergo ihr arbeitet,sie tun nichts ergo ihr habt's erworben, sie haben's gestohlen ergo ihr müßt huren und bettelnEigentum gestohlen ergo sie sind Spitzbuben und man muß sie totschlagen! Erster Bürger

50 50 I. 2 Erster Bürger: Totgeschlagen, wer lesen und schreiben kann! [...] Erster Bürger: Wir sind das Volk, und wir wollen, dass kein Gesetz sei; ergo ist dieser Wille das Gesetz, ergo im Namen des Gesetzes gibt's kein Gesetz mehr, ergo totgeschlagen! [...] Ein Weib: Hört den Messias […] Robespierre : Armes, tugendhaftes Volk! Du tust deine Pflicht, du opferst deine Feinde. […]

51 51 III, 10 Robespierre ist ein Verräter! Es lebe Robespierre! Nieder mit Danton! Nieder mit dem Verräter!

52 52 Georg Büchner: Dantons Tod 1Dantons Tod im Unterricht – Warum? 2Einstiegsvarianten 3Danton und Robespierre 4Verstehensvoraussetzungen – Kommunikationssituation 5Reflexionsdrama 6Fatalismus der Geschichte Determinismus 7Biografisches 8Das Volk in Dantons Tod 9Marion als Protagonistin? 10Philosophieren mit Büchner? Philosophische Grundlagen desDanton Koordinaten für eine Unterrichtseinheit Vergleichsaspekte 13Dramentext – Rezeptionsmethoden für Schülerinnen und Schüler 14Inszenierungen

53 53 I.5 Marion: […] Aber ich wurde wie ein Meer, was alles verschlang und sich tiefer und tiefer wühlte. Es war für mich nur ein Gegensatz da, alle Männer verschmolzen in einen Leib. Meine Natur war einmal so, wer kann da drüber hinaus? […] Die andern Leute haben Sonn- und Werktage, sie arbeiten sechs Tage und beten am siebenten, sie sind jedes Jahr auf ihren Geburtstag einmal gerührt und denken jedes Jahr auf Neujahr einmal nach. Ich begreife nichts davon: ich kenne keinen Absatz, keine Veränderung. Ich bin immer nur eins; ein ununterbrochenes Sehnen und Fassen, eine Glut, ein Strom. Meine Mutter ist vor Gram gestorben; die Leute weisen mit Fingern auf mich. Das ist dumm. Es läuft auf eins hinaus, an was man seine Freude hat, an Leibern, Christusbildern, Blumen oder Kinderspielsachen; es ist das nämliche Gefühl; wer am meisten genießt, betet am meisten.

54 54 I.5 Marion: […] Aber ich wurde wie ein Meer, was alles verschlang und sich tiefer und tiefer wühlte. Es war für mich nur ein Gegensatz da, alle Männer verschmolzen in einen Leib. Meine Natur war einmal so, wer kann da drüber hinaus? […] Die andern Leute haben Sonn- und Werktage, sie arbeiten sechs Tage und beten am siebenten, sie sind jedes Jahr auf ihren Geburtstag einmal gerührt und denken jedes Jahr auf Neujahr einmal nach. Ich begreife nichts davon: ich kenne keinen Absatz, keine Veränderung. Ich bin immer nur eins; ein ununterbrochenes Sehnen und Fassen, eine Glut, ein Strom. Meine Mutter ist vor Gram gestorben; die Leute weisen mit Fingern auf mich. Das ist dumm. Es läuft auf eins hinaus, an was man seine Freude hat, an Leibern, Christusbildern, Blumen oder Kinderspielsachen; es ist das nämliche Gefühl; wer am meisten genießt, betet am meisten.

55 55 Georg Büchner: Dantons Tod 1Dantons Tod im Unterricht – Warum? 2Einstiegsvarianten 3Danton und Robespierre 4Verstehensvoraussetzungen – Kommunikationssituation 5Reflexionsdrama 6Fatalismus der Geschichte Determinismus 7Biografisches 8Das Volk in Dantons Tod 9Marion als Protagonistin? 10Philosophieren mit Büchner? Philosophische Grundlagen des Danton Koordinaten für eine Unterrichtseinheit Vergleichsaspekte 13Dramentext – Rezeptionsmethoden für Schülerinnen und Schüler 14Inszenierungen

56 56 Philosophieren mit Büchner? – Philosophische Grundlagen des Dantons Recherche nach zitierten Denkern und Philosophen (Epikur, Lukretia, Anaxagoras,…) Untersuchung von III.1 als Ausgangspunkt für grundsätzliches Nachdenken über Endlichkeit, Gott, Gerechtigkeit, Aufklärung und Religion, … Ausgewählte Zitate, aus dem Zusammenhang nehmen und in den Zusammenhang des eigenen Denkens stellen Kunst- und Geschichtsauffassung: Auseinandersetzung mit dem Idealismus – Büchners Materialismus Auseinandersetzung mit dem Nihilismus Descartes und Spinoza Dilemmasituationen und Antagonismen herausarbeiten lassen Tugendrigorismus – Formen des Fundamentalismus? Ausgangspunkt können Fragen und Anregungen durch die Schülerinnen und Schüler sein (Impulse setzen, z.B. Zusammenhang von Aufklärung und Materialismus? Mitleid und Ursachenforschung – Lüge und Wahrheit – Emotion und Erkennen) Collagen zu Wahrheit und Täuschung - Aktualisierungen III.1 Payne: Es gibt keinen Gott, denn: Entweder hat Gott die Welt geschaffen oder nicht. Hat er sie nicht geschaffen, so hat die Welt ihren Grund in sich, und es gibt keinen Gott, da Gott nur dadurch Gott wird, daß er den Grund alles Seins enthält. Nun kann aber Gott die Welt nicht geschaffen haben; denn entweder ist die Schöpfung ewig wie Gott, oder sie hat einen Anfang. Ist letzteres der Fall, so muß Gott sie zu einem bestimmten Zeitpunkt geschaffen haben, Gott muß also, nachdem er eine Ewigkeit geruht, einmal tätig geworden sein, muß also einmal eine Veränderung in sich erlitten haben, die den Begriff Zeit auf ihn anwenden läßt, was beides gegen das Wesen Gottes streitet. Gott kann also die Welt nicht geschaffen haben. Da wir nun aber sehr deutlich wissen, daß die Welt oder daß unser Ich wenigstens vorhanden ist und daß sie dem Vorhergehenden nach also auch ihren Grund in sich oder in etwas haben muß, das nicht Gott ist, so kann es keinen Gott geben. Quod erat demonstrandum. III.1 Payne: Es gibt keinen Gott, denn: Entweder hat Gott die Welt geschaffen oder nicht. Hat er sie nicht geschaffen, so hat die Welt ihren Grund in sich, und es gibt keinen Gott, da Gott nur dadurch Gott wird, daß er den Grund alles Seins enthält. Nun kann aber Gott die Welt nicht geschaffen haben; denn entweder ist die Schöpfung ewig wie Gott, oder sie hat einen Anfang. Ist letzteres der Fall, so muß Gott sie zu einem bestimmten Zeitpunkt geschaffen haben, Gott muß also, nachdem er eine Ewigkeit geruht, einmal tätig geworden sein, muß also einmal eine Veränderung in sich erlitten haben, die den Begriff Zeit auf ihn anwenden läßt, was beides gegen das Wesen Gottes streitet. Gott kann also die Welt nicht geschaffen haben. Da wir nun aber sehr deutlich wissen, daß die Welt oder daß unser Ich wenigstens vorhanden ist und daß sie dem Vorhergehenden nach also auch ihren Grund in sich oder in etwas haben muß, das nicht Gott ist, so kann es keinen Gott geben. Quod erat demonstrandum. III.1 Héraults: […], man könnte aber auch sagen: damit Gott alles sei, müsse er auch sein eignes Gegenteil sein, d. h. vollkommen und unvollkommen, bös und gut, selig und leidend; das Resultat freilich würde gleich Null sein, es würde sich gegenseitig heben, wir kämen zum Nichts. III.1 Héraults: […], man könnte aber auch sagen: damit Gott alles sei, müsse er auch sein eignes Gegenteil sein, d. h. vollkommen und unvollkommen, bös und gut, selig und leidend; das Resultat freilich würde gleich Null sein, es würde sich gegenseitig heben, wir kämen zum Nichts. IV.6 Danton. Die Welt ist das Chaos. Das Nichts ist der zu gebärende Weltgott. (Der Schließer tritt ein.) Schließer. Meine Herren, Sie können abfahren, die Wagen halten vor der Tür. IV.6 Danton. Die Welt ist das Chaos. Das Nichts ist der zu gebärende Weltgott. (Der Schließer tritt ein.) Schließer. Meine Herren, Sie können abfahren, die Wagen halten vor der Tür. II.7 St. Just: […] Einige allgemeine Betrachtungen mögen sie überzeugen, daß wir nicht grausamer sind als die Natur und als die Zeit. Die Natur folgt ruhig und unwiderstehlich ihren Gesetzen; der Mensch wird vernichtet, wo er mit ihnen in Konflikt kommt. Eine Änderung in den Bestandteilen der Luft, ein Auflodern des tellurischen Feuers, ein Schwanken in dem Gleichgewicht einer Wassermasse und eine Seuche, ein vulkanischer Ausbruch, eine Überschwemmung begraben Tausende. Was ist das Resultat? Eine unbedeutende, im großen Ganzen kaum bemerkbare Veränderung der physischen Natur, die fast spurlos vorübergegangen sein würde, wenn nicht Leichen auf ihrem Wege lägen. Ich frage nun: soll die geistige Natur in ihren Revolutionen mehr Rücksicht nehmen als die physische? Soll eine Idee nicht ebensogut wie ein Gesetz der Physik vernichten dürfen, was sich ihr widersetzt? Soll überhaupt ein Ereignis, was die ganze Gestaltung der moralischen Natur, das heißt der Menschheit, umändert, nicht durch Blut gehen dürfen?Der Weltgeist bedient sich in der geistigen Sphäre unserer Arme ebenso, wie er in der physischen Vulkane und Wasserfluten gebraucht. […] Ist es denn nicht einfach, daß zu einer Zeit, wo der Gang der Geschichte rascher ist, auch mehr Menschen außer Atem kommen? […] II.7 St. Just: […] Einige allgemeine Betrachtungen mögen sie überzeugen, daß wir nicht grausamer sind als die Natur und als die Zeit. Die Natur folgt ruhig und unwiderstehlich ihren Gesetzen; der Mensch wird vernichtet, wo er mit ihnen in Konflikt kommt. Eine Änderung in den Bestandteilen der Luft, ein Auflodern des tellurischen Feuers, ein Schwanken in dem Gleichgewicht einer Wassermasse und eine Seuche, ein vulkanischer Ausbruch, eine Überschwemmung begraben Tausende. Was ist das Resultat? Eine unbedeutende, im großen Ganzen kaum bemerkbare Veränderung der physischen Natur, die fast spurlos vorübergegangen sein würde, wenn nicht Leichen auf ihrem Wege lägen. Ich frage nun: soll die geistige Natur in ihren Revolutionen mehr Rücksicht nehmen als die physische? Soll eine Idee nicht ebensogut wie ein Gesetz der Physik vernichten dürfen, was sich ihr widersetzt? Soll überhaupt ein Ereignis, was die ganze Gestaltung der moralischen Natur, das heißt der Menschheit, umändert, nicht durch Blut gehen dürfen?Der Weltgeist bedient sich in der geistigen Sphäre unserer Arme ebenso, wie er in der physischen Vulkane und Wasserfluten gebraucht. […] Ist es denn nicht einfach, daß zu einer Zeit, wo der Gang der Geschichte rascher ist, auch mehr Menschen außer Atem kommen? […] II.3 (dazu unbedingt: II.2 Promenade und Untersuchung der (Volks)Lieder), aber auch Kunstauffassung im Lenz, Entsprechendes in Leonce und Lena) Camille: Ich sage euch, wenn sie nicht alles in hölzernen Kopien bekommen, verzettelt in Theatern, Konzerten und Kunstausstellungen, so haben sie weder Augen noch Ohren dafür. Schnitzt einer eine Marionette, wo man den Strick hereinhängen sieht, an dem sie gezerrt wird und deren Gelenke bei jedem Schritt in fünffüßigen Jamben krachen - welch ein Charakter, welche Konsequenz! Nimmt einer ein Gefühlchen, eine Sentenz, einen Begriff und zieht ihm Rock und Hosen an, macht ihm Hände und Füße, färbt ihm das Gesicht und läßt das Ding sich drei Akte hindurch herumquälen, bis es sich zuletzt verheiratet oder sich totschießt - ein Ideal! Fiedelt einer eine Oper, welche das Schweben und Senken im menschlichen Gemüt wiedergibt wie eine Tonpfeife mit Wasser die Nachtigall - ach, die Kunst! Setzt die Leute aus dem Theater auf die Gasse: die erbärmliche Wirklichkeit! - Sie vergessen ihren Herrgott über seinen schlechten Kopisten. Von der Schöpfung, die glühend, brausend und leuchtend, um und in ihnen, sich jeden Augenblick neu gebiert, hören und sehen sie nichts. Sie gehen ins Theater, lesen Gedichte und Romane, schneiden den Fratzen darin die Gesichter nach und sagen zu Gottes Geschöpfen: wie gewöhnlich! - Die Griechen wußten, was sie sagten, wenn sie erzählten, Pygmalions Statue sei wohl lebendig geworden, habe aber keine Kinder bekommen. II.3 (dazu unbedingt: II.2 Promenade und Untersuchung der (Volks)Lieder), aber auch Kunstauffassung im Lenz, Entsprechendes in Leonce und Lena) Camille: Ich sage euch, wenn sie nicht alles in hölzernen Kopien bekommen, verzettelt in Theatern, Konzerten und Kunstausstellungen, so haben sie weder Augen noch Ohren dafür. Schnitzt einer eine Marionette, wo man den Strick hereinhängen sieht, an dem sie gezerrt wird und deren Gelenke bei jedem Schritt in fünffüßigen Jamben krachen - welch ein Charakter, welche Konsequenz! Nimmt einer ein Gefühlchen, eine Sentenz, einen Begriff und zieht ihm Rock und Hosen an, macht ihm Hände und Füße, färbt ihm das Gesicht und läßt das Ding sich drei Akte hindurch herumquälen, bis es sich zuletzt verheiratet oder sich totschießt - ein Ideal! Fiedelt einer eine Oper, welche das Schweben und Senken im menschlichen Gemüt wiedergibt wie eine Tonpfeife mit Wasser die Nachtigall - ach, die Kunst! Setzt die Leute aus dem Theater auf die Gasse: die erbärmliche Wirklichkeit! - Sie vergessen ihren Herrgott über seinen schlechten Kopisten. Von der Schöpfung, die glühend, brausend und leuchtend, um und in ihnen, sich jeden Augenblick neu gebiert, hören und sehen sie nichts. Sie gehen ins Theater, lesen Gedichte und Romane, schneiden den Fratzen darin die Gesichter nach und sagen zu Gottes Geschöpfen: wie gewöhnlich! - Die Griechen wußten, was sie sagten, wenn sie erzählten, Pygmalions Statue sei wohl lebendig geworden, habe aber keine Kinder bekommen.

57 57 Recherche nach zitierten Denkern und Philosophen (Epikur, Lukretia, Anaxagoras,…) Untersuchung von III.1 als Ausgangspunkt für grundsätzliches Nachdenken über Endlichkeit, Gott, Aufklärung und Religion, … Ausgewählte Zitate, aus dem Zusammenhang nehmen und in den Zusammenhang des eigenen Denkens stellen Kunst- und Geschichtsauffassung: Auseinandersetzung mit dem Idealismus – Büchners Materialismus Auseinandersetzung mit dem Nihilismus Descartes und Spinoza Dilemmasituationen und Antagonismen herausarbeiten lassen Tugendrigorismus – Formen des Fundamentalismus? Ausgangspunkt können Fragen und Anregungen durch die Schülerinnen und Schüler sein (Impulse setzen, z.B. Zusammenhang von Aufklärung und Materialismus? Mitleid und Ursachenforschung – Lüge und Wahrheit – Emotion und Erkennen) Collagen zu Wahrheit und Täuschung – Aktualisierungen Die Verantwortlichkeit des Einzelnen – Determinismus und Fatalismus Philosophieren mit Büchner? – Philosophische Grundlagen des Dantons

58 58 Georg Büchner: Dantons Tod 1Dantons Tod im Unterricht – Warum? 2Einstiegsvarianten 3Danton und Robespierre 4Verstehensvoraussetzungen – Kommunikationssituation 5Reflexionsdrama 6Fatalismus der Geschichte Determinismus 7Biografisches 8Das Volk in Dantons Tod 9Marion als Protagonistin? 10Philosophieren mit Büchner? Philosophische Grundlagen des Danton Koordinaten für eine Unterrichtseinheit Vergleichsaspekte 13Dramentext – Rezeptionsmethoden für Schülerinnen und Schüler 14Inszenierungen

59 59 Inhalt klären Handlung, Institutionen, Zeitstrahl Figurenkonstellation Gruppierungen, Kontraste und Parallelismen Dramenkonzeption, Aufführungen untersuchen Reflexionen und Entlarvungsstrategien Autor Vergleichsaspekte Bezugs- und Anknüpfungspunkte zu den Schülerinnen und Schülern Kommunikations- und Textanalyse Reader: Bausteine S. 43ff Reader: Bausteine S. 43ff

60 60 Georg Büchner: Dantons Tod 1Dantons Tod im Unterricht – Warum? 2Einstiegsvarianten 3Danton und Robespierre 4Verstehensvoraussetzungen – Kommunikationssituation 5Reflexionsdrama 6Fatalismus der Geschichte Determinismus 7Biografisches 8Das Volk in Dantons Tod 9Marion als Protagonistin? 10Philosophieren mit Büchner? Philosophische Grundlagen des Danton Koordinaten für eine Unterrichtseinheit Vergleichsaspekte 13Dramentext – Rezeptionsmethoden für Schülerinnen und Schüler 14Inszenierungen

61 61 1.Selbstbestimmung und Fremdbestimmung: Politik – Gesellschaft – Sprache Sinn- und Gottessuche Wirkung von Rhetorik Individualität im technischen Zeitalter: Rolle von Maschinen Sexualität in Umbruchssituationen Wahrnehmung des Todes 2.Wirklichkeit und Phantasie: Gegenwelten Parallelen/ Gegenentwürfe Realität und Fiktion Fiktion in der Fiktion/ Spiel im Spiel 3.Identität und Rolle Figuren und ihre Rollen Mensch als Rätsel – Verkennen und Erkennen Repräsentation des eigenen Lebens (Text- und Bildmedien) Bildnisse Rolle der Öffentlichkeit/ Medien/ Firmen und Produkte Rolle literarischer/ narrativer Muster Werkvergleich anhand der Themenfelder entwickeln

62 62 4.Anpassung und Widerstand: Versuche weiblicher Identitätsfindung Männliche Rollenzuschreibungen Weibliche Strategien gegen Rollenzuschreibungen 5.Recht und Gerechtigkeit Schuldfrage ( Reader, S. 38f) 6.Freiheit und Verantwortung: Der Mensch im Spannungsfeld von Kultur, Geschichte und Religion Geschichtlichkeit des Menschen Rolle von Religion und Transzendenz »Vgl. Landesinstitut Stuttgart: Werke in Kontexten: Unterrichtsvorschläge und Materialien zu Dantons Tod, Homo faber und Agnes (D-115), S. 151ff Werkvergleich anhand der Themenfelder entwickeln

63 63 Georg Büchner: Dantons Tod 1Dantons Tod im Unterricht – Warum? 2Einstiegsvarianten 3Danton und Robespierre 4Verstehensvoraussetzungen – Kommunikationssituation 5Reflexionsdrama 6Fatalismus der Geschichte Determinismus 7Biografisches 8Das Volk in Dantons Tod 9Marion als Protagonistin? 10Philosophieren mit Büchner? Philosophische Grundlagen des Danton Koordinaten für eine Unterrichtseinheit Vergleichsaspekte 13Dramentext – Rezeptionsmethoden für Schülerinnen und Schüler 14Inszenierungen

64 64 1.I.1 und Ende von IV.9 besprechen, um einen Schlüssel für das Verständnis zu entwickeln. 2.Schlüsselszenen gemeinsam lesen, Schüler/in und/ oder Lehrer/in stellt die Zusammenhänge her. 3.Gemeinsam im Unterricht lesen [Was, wenn der Leser/ die Leserin den eigenen Text nicht versteht oder schlecht liest?] Vorbereitung notwendig… 4.(Nach schrittweisem Lesen) Fragen zu Szenen erstellen lassen und nach Aspekten ordnen (Wort- und Sacherklärungen, historischer Hintergrund, Anspielungen, Zuordnungsproblematik, …) und nach Kriterien wie geklärt, ungeklärt, nicht weiter von Bedeutung etc. systematisieren. Zielsetzung: Leseverstehen üben… 5.Aktivitäten für einzelne Szenen entfalten (Welche Beleuchtung wäre passend für eine Inszenierung, welche Requisiten wären/ sind für diese Szene typisch?). 6.Wichtige Zitate zusammenstellen (lassen), anhand derer sich die Problematik einzelner Szenen ableiten lassen oder in denen die Problematik dieser Szene fokussiert erscheint. 7.Inhaltszusammenfassung schriftlich / mündlich geben und anschließend lesen. Lektüre – Wie lesen/ lesen lassen?

65 65 8.Überarbeitung veröffentlichter Inhaltsangaben, z.B. _analyse_wichtiger_szenen_berblick, _analyse_wichtiger_szenen_berblick 9.Szenen anhand von Hörspielproduktionen erarbeiten (Beispiel ) 10.Experten bilden (Figuren, Räume, Gruppen), die vor dem gemeinsamen Leseprozess referieren. 11.Rollenkarten für Figuren erstellen und weitere Entwicklung analysieren. 12.Aspektorientierte Auswahl treffen (Maschinen, Beziehungen, Verhältnis der Dantonisten zur Aktion, Kerkerszenen…). 13.Szenen aus Studioproduktionen/ Verfilmungen oder Trailern untersuchen, anschließend Text lesen (Zeitpunkt klären, ab wann dies möglich ist). Lektüre – Wie lesen/ lesen lassen?

66 66 Lektüre – Wie lesen/ lesen lassen? II.3 Danton. Der Wohlfahrtsausschuß hat meine Verhaftung beschlossen. Man hat mich gewarnt und mir einen Zufluchtsort angeboten. Sie wollen meinen Kopf; meinetwegen. Ich bin der Hudeleien überdrüssig. Mögen sie ihn nehmen. Was liegt daran? Ich werde mit Mut zu sterben wissen; das ist leichter, als zu leben. Camille. Danton, noch ist's Zeit! Danton. Unmöglich - aber ich hätte nicht gedacht... Camille. Deine Trägheit! Danton. Ich bin nicht träg, aber müde; meine Sohlen brennen mich. Camille. Wo gehst du hin? Danton. Ja, wer das wüßte! Camille. Im Ernst, wohin? Danton. Spazieren, mein Junge, spazieren. (Er geht.) BRHörspielfassung Aufführung Theater CottbusLesung (Reclam-CD)

67 67 Lektüre – Wie lesen/ lesen lassen? II.3 Danton. Der Wohlfahrtsausschuß hat meine Verhaftung beschlossen. Man hat mich gewarnt und mir einen Zufluchtsort angeboten. Sie wollen meinen Kopf; meinetwegen. Ich bin der Hudeleien überdrüssig. Mögen sie ihn nehmen. Was liegt daran? Ich werde mit Mut zu sterben wissen; das ist leichter, als zu leben. Camille. Danton, noch ist's Zeit! Danton. Unmöglich - aber ich hätte nicht gedacht... Camille. Deine Trägheit! Danton. Ich bin nicht träg, aber müde; meine Sohlen brennen mich. Camille. Wo gehst du hin? Danton. Ja, wer das wüßte! Camille. Im Ernst, wohin? Danton. Spazieren, mein Junge, spazieren. (Er geht.) Dantons Tod, 2 Audio-CDs Büchner Georg 2003 Preiser Records Hörwelten ISBN: ISBN-13:

68 68 Georg Büchner: Dantons Tod 1Dantons Tod im Unterricht – Warum? 2Einstiegsvarianten 3Danton und Robespierre 4Verstehensvoraussetzungen – Kommunikationssituation 5Reflexionsdrama 6Fatalismus der Geschichte Determinismus 7Biografisches 8Das Volk in Dantons Tod 9Marion als Protagonistin? 10Philosophieren mit Büchner? Philosophische Grundlagen des Danton Koordinaten für eine Unterrichtseinheit Vergleichsaspekte 13Dramentext – Rezeptionsmethoden für Schülerinnen und Schüler 14Inszenierungen

69 69 S. 32 Dramentext Inszenierungstext Aufführungstext/ Performanz/ Aufführung

70 70 S. 24 Lernvoraussetzungen klären/ Kompetenzen sichern: Was können die Schüler, die ein Drama analysieren sollen? Was sollen die Schüler können? Was können sie, wenn sie das können? Wie können sie es… Kompetenzen

71 71 S. 26

72 72

73 73 S. 55 Voraussetzungen klären (Merkmale des Mediums Theater) Beobachtung (v.a. auf die Differenzen zum Dramentext achten) Beschreibung (möglichst genaues Beschreiben der Beobachtungen) Kriteriengestützter Vergleich (Dramentext – Theateraufführung ) Deutung der Besonderheit der Aufführung Rückbezug auf den Dramentext (z.B. die Frage, ob eine Variante der Mehrdeutigkeit des Dramentextes aufgegriffen wurde) Kriteriengestützte Beurteilung (der Aufführung oder des Ausschnittes) Bewertung (kriteriengestützte persönliche Stellungnahme) Kompetenzen Vgl. auch S. 65

74 74 Theaterprogramme

75 75 Württembergisches Landestheater Esslingen, Dantons Tod Danton als Denkmal, probiert die Haltung aus, davor salutierend und bewachend eine Soldatin

76 76 Danton - Statue in Tarbes (1903) Quelle:

77 77 Staatstheater Cottbus: Danton # Büchner Szenenfoto mit v.l.n.r. Kathrin Victoria Panzer (St. Just), Kai Börner (Camille), Oliver Seidel (Robespierre) Foto: Marlies Kross

78 78 Staatstheater Cottbus: Danton # Büchner Szenenfoto mit Oliver Seidel (Robespierre) Foto: Marlies Kross Szenenfoto mit Michael Becker (Danton), Kathrin Victoria Panzer (St. Just) Foto: Marlies Kross

79 79 Dantons Tod von Georg Büchner, Schauspiel Stuttgart, 2011 Regie: Nuran David Calis Fotografie: Sonja Rothweiler

80 80 Dantons Tod von Georg Büchner, Schauspiel Stuttgart, 2011 Regie: Nuran David Calis Fotografie: Sonja Rothweiler

81 81 Trailer der Aufführung Neustrelitz 2009

82 82 Trailer der Aufführung Cottbus 2009

83 83 Aufführung Cottbus

84 84 Studioverfilmung Regie: Fritz Umgelter, u.a. mit Wolfgang Reichmann, Wolfgang Büttner, Wolfgang Kieling

85 85 Studioverfilmung Regie: Hand Behrendt, u.a. mit Fritz Kortner, Gustaf Gründgens, Lucie Mannheim

86 86 Verfilmung Regie: Andrzeij Wajda, u.a. mit Gerard Depardieu Keine Danton-Verfilmung, Grundlage ist nicht das Drama von Georg Büchner. Der Film basiert auf dem polnischen Theaterstück Die Sache Danton von Stanisława Przybyszewska!

87 87 Verfilmung Regie: Andrzeij Wajda, u.a. mit Gerard Depardieu

88 88


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