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Anforderungsorientierung in der beruflichen Rehabilitation 1. Hintergrund Die Internationale Klassifikation der Funktionsfähigkeit, Behinderung und Gesundheit.

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Präsentation zum Thema: "Anforderungsorientierung in der beruflichen Rehabilitation 1. Hintergrund Die Internationale Klassifikation der Funktionsfähigkeit, Behinderung und Gesundheit."—  Präsentation transkript:

1 Anforderungsorientierung in der beruflichen Rehabilitation 1. Hintergrund Die Internationale Klassifikation der Funktionsfähigkeit, Behinderung und Gesundheit (ICF) - bzw. das bio-psycho-soziale Modell – zeigt insbesondere auf, dass die Teilhabe einer Person von der Wechselwirkung bestimmter Komponenten abhängig ist. Damit kommen neben Körperstrukturen und -funktionen nun u.a. auch Aktivitäten stärker in den Blick. Diese stärkere Beachtung der Aktivitäten soll als Aktivitätsorientierung bezeichnet werden. Außerdem unterstreicht das o.g. Modell die Bedeutung der Kontextfaktoren – genauer der personalen und der umweltlichen Faktoren. Letztere enthalten in vielen Fällen auch die arbeitsbezogenen Anforderungen. Die stärkere Beachtung solcher Anforderungen soll als Anforderungsorientierung bezeichnet werden. Neben arbeitsbezogenen Anforderungen sind auch arbeitsbezogene Fähigkeiten im Modell zu verorten. Sie bilden einen Teil der bereits angesprochenen Komponenten Aktivität und Persönliche Kontextfaktoren. Das Verhältnis der individuell vorliegenden Anforderungen und Fähigkeiten kann über einen Profilvergleich systematisch abgebildet werden. So können Unterforderungen, Passung und vor allem Überforderungen ausgewiesen werden. Der Profilvergleich informiert nicht über personenbezogene Merkmale, sondern über die Relationen von Fähigkeiten und einem besonderen Teil der Umwelt. Diese Relation ist – insbesondere bei Einbezug entsprechender Hilfen – variabel. Der Profilvergleich ist ein genuines Instrument der Inklusion. 4. Ausgewählte Projekte Die eingangs angesprochenen Orientierungen an Anforderungen und Aktivitäten werden vom iqpr mit Hilfe der ebenfalls genannten Instrumente und Verfahren in nachstehend skizzierten Projekten aufgegriffen. 4.1 Anforderungsorientierungs-Projekte mit Blick auf die Begutachtung Systematische Befragung von Richterinnen und Richtern der Deutschen Sozialgerichtsbarkeit: Es wurde insbesondere deutlich, dass die sozialmedizinische Rentenbegutachtung im Bereich der Erwerbsunfähigkeitsermittlung derzeit hinsichtlich der Einbeziehung von Anforderungsprofilen unbefriedigend ist. Bezüglich des Vorschlags, künftig spezielle Anforderungsprofile einzusetzen, zeigte sich deutliche richterliche Zustimmung. Bezogen auf das Feld Erwerbsminderung stimmten 67,9% der Richterinnen und Richter zu – siehe dazu die gemeinsamen Ausführungen des iqpr und des Instituts für Medizinische Soziologie der Johann Wolfgang Goethe-Universität [3]. Insbesondere Handlungsfeld 8 Veröffentlichung zur anforderungsbezogenen Begutachtung: In einem von Francke und Gagel herausgegebenen Fachbuch [4] zu Inhalt und Überprüfung medizinischer Gutachten wurden Elemente anforderungsbezogener Begutachtung zusammengestellt. Dies wurde richterlicherseits positiv besprochen. * Insbesondere Handlungsfeld 8 Präsentation im Rahmen der Fortbildungsveranstaltung der Hessischen Sozialgerichtsbarkeit: Auf Anfrage des Präsidenten des Hessischen Sozialgerichts wurde das AIIDAA-Projekt und der im Projekt erarbeitete aktivitätsorientierte Befundstandard umfänglich vorgestellt. Insbesondere Handlungsfelder 8, sowie 5 und 6 Konktakt: iqpr GmbH, Eupener Str. 70; Köln Dr. Andreas Glatz, Tel.: 0221/ ; (4.1; 4.2 & 4.4) Christof Schmidt, Tel.: 0221/ ; (4.3) 2. Handlungsfelder Diese Orientierungen finden im Rahmen der bisherigen Projekte des iqpr hauptsächlich im Zusammenhang mit den Feldern Begutachtung und Eingliederung Anwendung. Beide Handlungsfelder werden von den Folgen des Demografischen Wandels beeinflusst. 3. Instrumente und Verfahren Den eingangs angesprochenen Orientierungen an Anforderungen und Aktivitäten wird vom iqpr mit Hilfe der nachstehend aufgeführten Instrumente und Verfahren Rechnung getragen: Functional-Capacity-Evaluation (FCE): Die Verfahren zur Functional- Capacity-Evaluation (FCE) dienen der Beurteilung individueller physischer Fähigkeiten [1, 2]. Anhand der Simulation von standardisierten und arbeitstypischen Belastungssituationen soll erfasst werden, inwieweit eine Person in der Lage ist, sicher eine arbeitsbezogene Anforderung ausführen zu können. FCE trägt der Aktivitätsorientierung Rechnung. ERGOS Work Simulator (ERGOS): ERGOS realisiert FCE mittels eines computergestützten und standardisierten Untersuchungsablaufs. Es können bis zu 42 Aufgaben mit maximal 260 arbeitstypischen Tätigkeiten durchgeführt werden. Die ermittelten Fähigkeitswerte können mittels einer vorliegenden Datenbank mit Anforderungen von über Berufen verglichen werden. Evaluation der Funktionalen Leistungsfähigkeit nach Isernhagen (EFL): EFL realisiert FCE ohne Computerunterstützung bzw. ohne technische Apparaturen. Es können 39 Aufgaben durchgeführt werden. Mittels standardisierter Beobachtungskategorien können während der Testdurchführung körperliche Fähigkeiten ermittelt werden. Event-Videografie: Aktivitäts- und Anforderungsorientierung können mit Hilfe der vom iqpr entwickelten Event-Videografierung (http://www.eventvideografie.de/) in der Begutachtung berücksichtigt werden und diese damit objektiver und nachvollziehbarer machen. Beispielsweise könnte der ärztliche Gutachter – wie es für die Gutachter der BA bereits durch das u.g. AIIDAA-Projekt umgesetzt ist – auf aussagekräftige und kurze Videoclips (z.B. je 20 Sekunden) zugreifen. Zu sehen sind insbesondere kritische bzw. berichtenswerte Aktivitäten der zu begutachtenden Person bei der Ausführung definierter (arbeitsbezogener) Anforderungen. Außerdem sind die videografierten Ereignisse vom bewegungswissenschaftlich versierten Dienstleister schriftlich kurz kommentiert, mit Schmerzangaben versehen und mit physiologischen Parametern (z.B. Herzrate) bildsynchron hinterlegt (das System heißt Event-Videografierungs-System (EVS)). Die auszuführenden Anforderungen können typisiert sein, wie es bei einem hoch standardisierten FCE-Verfahren der Fall ist (A). Eine andere Möglichkeit besteht darin, tatsächliche Anforderungen eines konkreten Arbeitsplatzes (B) bewältigen zu lassen. Bei der videografierten Person handelt es sich in der Regel um die zu begutachtende Person (I). Allerdings existiert auch eine andere Variante. Dabei wird eine Person mit durchschnittlicher Leistungsfähigkeit videografiert (II). Diese Variante dient der Dokumentation der Anforderungsseite. IMBA: Das Initialwort IMBA steht für Integration von Menschen mit Behinderungen in die Arbeitswelt. Ausgehend von verschiedenen Quellen (z.B. Messung, Erhebung, Exploration, Anamnese und FCE sowie sonstige Diagnostik) können arbeitsbezogene Fähigkeiten und arbeitsbezogene Anforderungen in Form von IMBA-Profilen dokumentiert werden. Dabei werden die Bereiche Körper, Umwelt, Arbeit und Psyche berücksichtigt. Die dokumentierten Fähigkeits- und Anforderungsprofile können in IMBA zudem verglichen werden – IMBA ist daher ein Dokumentations- und Profilvergleichsverfahren. MARIE: Das Initialwort MARIE steht für Matching Abilities and Requirements to Increase Evidence. Es handelt sich um eine Software für die Dokumentation und den Vergleich von IMBA-Merkmalprofilen. Es können jedoch auch IMBA-Merkmale ausgelassen oder neue - eigens entwickelte - Merkmale einbezogen werden. Außerdem existieren verschiedene Möglichkeiten zur Auswertung von Profilvergleichen – siehe auch 4.2 FCE-Projekte mit Blick auf Begutachtung und Vermittlung Die nachstehend skizzierten Projekte ERGOS und AIIDAA tragen in erster Linie der Aktivitätsorientierung und in zweiter Linie der Anforderungsorientierung Rechnung. Insbesondere Handlungsfelder 8, sowie 5 und 6 ERGOS-Studie: Im Auftrag der BA, der LVA Baden-Württemberg und des KNW stellte das iqpr im Rahmen einer empirischen Studie insbesondere fest, dass die Trefferquote der spezifischen Beurteilung der arbeitsbezogenen körperlichen Leistungsfähigkeit durch erfahrene ärztliche Gutachter bei Hinzunahme von ERGOS-Informationen erheblich ansteigt [5]. AIIDAA-Projekt: Im Auftrag der BA entwickelte das iqpr ein Konzept zur Einbeziehung von FCE-Verfahren – namentlich der Verfahren ERGOS I/II und EFL-Kurz – in die Regelbegutachtung des Ärztlichen Dienstes der Bundesagentur für Arbeit und implementierte eine entsprechende Praxis in Deutschland [6]. In dieser Praxis wird sowohl der Aktivitätsorientierung als auch der Anforderungsorientierung Rechnung getragen. Ferner ist - durch Einsatz der Event-Videografie bzw. des entsprechenden Systems EVS – eine flankierende strukturierte Beobachtung sichergestellt. 4.3 Arbeitsmarktanalyse-Projekt mit Blick auf die berufliche Integration Für die Berufsförderungswerke in NRW wird eine regionale Arbeitsmarktanalyse für ausgewählte Berufe und Branchen erstellt. Ziel ist es, operative und strategische Handlungsansätze in Bezug auf den Dialog mit Teilnehmern, die Akquise von Arbeitgebern und den Dialog mit Zuweisern zu entwickeln. Dies setzt ein prozesshaftes und dialogorientiertes Vorgehen voraus. Wesentliche Elemente sind Sekundärdatenanalysen, Recherchen, eine Online-Arbeitgeber-Befragung, Expertengespräche sowie die dialogorientierte Validierung im Rahmen von Workshops. Insbesondere Handlungsfeld IMBA-Projekte mit Blick auf die Eingliederung Alle nachstehend skizzierten Projekte tragen in erster Linie der Anforderungsorientierung und in zweiter Linie der Aktivitätsorientierung Rechnung. Die Projekte IMBA-Berufedatenbank und PEIPAS sind entwicklungsorientiert: Für die Arbeitsgemeinschaft Deutscher Berufsförderungswerke (ARGE) hat das iqpr eine Datenbank mit IMBA-Anforderungsprofilen zu Berufen erarbeitet (IMBA-Berufedatenbank). Insbesondere Handlungsfeld 5, sowie 6 Im Auftrag des BMAS erweitert das iqpr - in Zusammenarbeit mit dem Berufsförderungswerk Düren – den IMBA-Merkmalkatalog, um das Profilvergleichsverfahren auch bei sehgeschädigten Menschen effektiv einsetzen zu können (PEIPAS). Insbesondere Handlungsfeld 5, sowie 6 Die Projekte FILM, IMBA-DB, IMBA-DM, IMBA KS und IMBA Novartis sind umsetzungsorientiert. Hier wurde/wird IMBA durch das iqpr in Unternehmen eingeführt, um leistungsgewandelte Mitarbeiter einzugliedern. Insbesondere Handlungsfelder 8, sowie 5 und 6 Es wurden bei den Ford Werken (FILM-Projekt) etwa fünfhundert eingeschränkte Mitarbeiter innerhalb des Unternehmens umgesetzt bzw. bei Zulieferfirmen integriert. Die Abkürzung FILM steht für Förderung der Integration leistungsgewandelter Mitarbeiter. Das Projekt wurde mehrfach ausgezeichnet. Zur Unterstützung des Betrieblichen Eingliederungsmanagements (BEM) wurde und wird IMBA eingeführt bei der Deutschen Bahn (IMBA-DB), einem Verteilzentrum der Drogeriemarktkette dm (IMBA-DM) und dem Unternehmen K+S (IMBA KS) – ehemals Kali und Salz AG. Zur Unterstützung der beruflichen Eingliederung von leistungsgewandelten Mitarbeitern/innen wurde und wird IMBA eingeführt bei Novartis in Basel (IMBA Novartis). 6. Literatur [1] PRANSKY G S, DEMPSEY P G: Practical Aspects of Functional Capacity Evaluations. Journal of Occupational Rehabilitation, 14 (3), (2004). [2] GLATZ A, ANNEKEN V, HEIPERTZ W, SCHIAN H-M, WEBER A: Zur ärztlichen Beurteilung arbeitsbezogener körperlicher Leistungsfähigkeit anhand des FCE- Assessments ERGOS Work Simulator Arbeitsmed Sozialmed Umweltmed, 42, (2007). [3] GLATZ A, GERLINGER T, WEBER A: Die richterliche Akzeptanz von besonderen Anforderungsprofilen für die Sozialmedizinische Begutachtung von Berufsunfähigkeit und Erwerbsminderung. Gesundheitswesen 70, S. 435 (2008). [4] GLATZ A: Elemente anforderungsorientierter Begutachtung. In: Francke, Gagel: Der Sachverständigenbeweis im Sozialrecht. Inhalt und Überprüfung medizinischer Gutachten. Nomos Verlagsgesellschaft mbH & Co. KG, Baden-Baden (2009). S (RA Joachim Francke, FASozR u FAMedR, VRiBSG a.D. Dr. Alexander Gagel) [5] GLATZ A, ANNEKEN V, HEIPERTZ W, SCHIAN H-M, WEBER A: Zur ärztlichen Beurteilung arbeitsbezogener körperlicher Leistungsfähigkeit anhand des FCE-Assessments ERGOS Work Simulator. Arbeitsmed. Sozialmed. Umweltmed. 42 (2) S. 56 (2007). Auftraggeber der ERGOS-Studie: Kompetenznetzwerk der Berufsförderungswerke, Bundesagentur für Arbeit und Deutsche Rentenversicherung Baden-Württemberg (ehemals Landesversicherungsanstalt Baden-Württemberg). [6] GLATZ A, NUTT N, KALTHEIER O, WEBER A, WALLRABENSTEIN H, BAHEMANN A, HEIPERTZ W: Assessment-Implementation in der Arbeitsagentur – Probleme und Lösungen bei der Einbeziehung von Functional Capacity Evaluation in die Regelbegutachtung des Ärztlichen Dienstes In: Deutsche Rentenversicherung Bund (Hrsg.) 20. Rehabilitationswissenschaftliches Kolloquium – Nachhaltigkeit durch Vernetzung vom. 14. bis 16. März 2011 in Bochum. DRV Schriften Band 93, 261 (2011). _____ * Anmerkung: Dr. Peter Becker, Herausgeber der Fachzeitschrift Sozialgerichtsbarkeit und Richter am Bundessozialgericht schreibt dazu: Besonders interessant erschienen mir der […] § 4 und der […] § 5 Elemente anforderungsbezogener Begutachtung. Sie weisen auf ein bisher zu wenig beachtetes Problem in der Erstellung von Gutachten hin: die Vergleichbarkeit der Ergebnisse und damit letztlich die Gleichbehandlung der zu Begutachtenden durch die verschiedenen Sachverständigen – siehe SGb 09/10, S Bezüge insbesondere zu folgenden Handlungsfeldern von Rehafutur H5Systematische Vernetzungen mit der Arbeitswelt realisieren H6Berufliche Rehabilitation individualisieren und flexibilisieren H8Qualität sichern, Entwicklungsfähigkeit stärken Des Weiteren ist die Anforderungsorientierung dem Handlungsfeld 7 (Gesamtprozess steuern) zuträglich und findet auch zu den weiteren unterschiedlich stark ausgeprägte Berührungspunkte


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