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Telecooperation/RBG Technische Universität Darmstadt Copyrighted material; for TUD student use only Grundlagen der Informatik I Thema 12: Einführung in.

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1 Telecooperation/RBG Technische Universität Darmstadt Copyrighted material; for TUD student use only Grundlagen der Informatik I Thema 12: Einführung in die objektorientierte Programmierung mit Java Prof. Dr. Max Mühlhäuser Dr. Guido Rößling

2 Dr. G. Rößling Prof. Dr. M. Mühlhäuser RBG / Telekooperation © Grundlagen der Informatik I: T12 Inhaltsverzeichnis Objektorientierter Entwurf in aller Kürze; Klassen und Objekte in Java Interpreter, Compiler, virtuelle Maschinen; Java- Übersetzungs- und -Laufzeitumgebung Sichtbarkeit von Variablen in Java Packages Einführung in das Testen mit JUnit und Eclipse 2

3 Dr. G. Rößling Prof. Dr. M. Mühlhäuser RBG / Telekooperation © Grundlagen der Informatik I: T12 Objektorientierte Programmierung Eines der existierenden Programmierparadigmen –Organisiert die zu modellierende Welt als eine Menge kooperierender Objekte (OO-Systeme) Dabei gilt: –Ein Objekt ist zuständig für einen spezifischen wohldefinierten Teil der Berechnung Kapselt die Definition der dafür benötigten Daten und Operationen, welche diese Daten verarbeiten Nimmt Dienste anderer ihm bekannter Objekte in Anspruch –Jedes Objekt ist eine Instanz (Exemplar) einer Klasse –Klassen sind in einer Vererbungshierarchie organisiert Bilden Begriffshierarchien der zu modellierenden Welt nach 3

4 Dr. G. Rößling Prof. Dr. M. Mühlhäuser RBG / Telekooperation © Grundlagen der Informatik I: T12 Objektorientierte Programmierung Beispiel: Modellierung der Immobilienfirma Nobel&Teuer Objekte repräsentieren Häuser, Mitarbeiter und Kunden –Für jedes Haus sollen Informationen über den betreuenden Mitarbeiter, den Besitzer… verwaltet werden –Für jeden Kunden sind die zu verwaltenden Häuser, Name und Telefonnummer… zu verwalten –Mitarbeiter haben Namen, Telefonnummer, verwaltete Häuser –…–… Verschiedene Typen von Häusern –Ein- und Mehrfamilienhäuser –Verschiedene Typen von Haus-Objekten werden in Erben der Klasse Haus spezifiziert 4

5 Dr. G. Rößling Prof. Dr. M. Mühlhäuser RBG / Telekooperation © Grundlagen der Informatik I: T12 Objektorientierte Programmierung 5 Besitzer Reich Besitzer verwaltet Schmidt Müller Mitarbeiter Manager Wichtig Die Welt von Nobel&Teuer

6 Dr. G. Rößling Prof. Dr. M. Mühlhäuser RBG / Telekooperation © Grundlagen der Informatik I: T12 Objektorientierte Programmierung 6 Objekt PersonHaus MitarbeiterKunde Einfamilien- haus Mehrfamilien- haus ManagerVerwalter verwaltet 0..2 besitzt * zuständig für Begriffe & Kategorisierung Ur-Objekt-Typ Die Welt der Immobilienfirmen

7 Dr. G. Rößling Prof. Dr. M. Mühlhäuser RBG / Telekooperation © Grundlagen der Informatik I: T12 Objektorientierte Programmierung 7 Objekt PersonHaus MitarbeiterKunde Einfamilien- haus Mehrfamilien- haus ManagerVerwalter besitzt * zuständig für Die Welt der Immobilienfirmen Instanziierung 0..2 verwaltet

8 Dr. G. Rößling Prof. Dr. M. Mühlhäuser RBG / Telekooperation © Grundlagen der Informatik I: T12 Klassen Allgemein: Eine Klasse fasst Gemeinsamkeiten einer Gruppe von Objekten (Instanzen) zusammen –mit denselben Eigenschaften (Attributen) –mit demselben Verhalten (Operationen) 8 Daten (Variablen) Konstruktionsvorschrift (Schablone) für Objekte; beschreibt deren Struktur und Dienste (Schnittstelle).

9 Dr. G. Rößling Prof. Dr. M. Mühlhäuser RBG / Telekooperation © Grundlagen der Informatik I: T12 Klassen in Java Der Definitionsblock einer Klasse besteht aus –einer Menge von Variablendeklarationen Attribute, Instanzvariablen, Felder –einer Menge von Operationsdefinitionen –Konstruktordefinitionen 9 = class Klassen-Name [extends SuperKlassenName] = {... } = | class Counter {... }

10 Dr. G. Rößling Prof. Dr. M. Mühlhäuser RBG / Telekooperation © Grundlagen der Informatik I: T12 Instanzvariablen (Felder) Instanzvariablen modellieren Eigenschaften von Objekten z.B. aktueller Wert eines Zählers, aktueller Stand eines Kontos, … –Haben einen Namen, einen Typ und einen Wert Der Name wird meistens klein geschrieben Der Wert ändert sich während der Ausführung 10 class Counter { int currentVal;... } Typ Name class Counter { int currentVal = 10;... } Wert Zur Erinnerung: int ist ein so genannter primitiver Typ in Java. Stellt die Klasse der natürlichen Zahlen zwischen und dar (define (make-counter) (local ( (define currentVal 10)... )

11 Dr. G. Rößling Prof. Dr. M. Mühlhäuser RBG / Telekooperation © Grundlagen der Informatik I: T12 Konstruktor-Operationen Ein Konstruktor definiert mit Hilfe der Parameter eine generische Initialisierungsvorschrift In Java sind Konstruktoren spezielle Operationen: –haben den gleichen Namen wie die Klasse selbst –haben keinen Rückgabewert 11 class Counter { int currentVal;... Counter(int initVal) { currentVal = initVal; }... } (define (make-counter initVal) (local ( (define currentVal initVal)... ) Formaler Parameter des Konstruktors Initialisierung der Felder mit den aktuellen Parametern eines Konstruktor-Aufrufs

12 Dr. G. Rößling Prof. Dr. M. Mühlhäuser RBG / Telekooperation © Grundlagen der Informatik I: T12 Die Konstruktor-Operationen Eine Initialisierungsvorschrift wird einmal in einer Klasse definiert und mehrfach benutzt –Erzeugung mehrerer Zählerexemplare des gleichen Typs mit unterschiedlich initialisierten Instanzvariablen (define c1 (make-counter 3)) (define c2 (make-counter 6))... Counter c1 = new Counter(3); Counter c2 = new Counter(6);... Schlüsselwort für die Erzeugung von Objektinstanzen

13 Dr. G. Rößling Prof. Dr. M. Mühlhäuser RBG / Telekooperation © Grundlagen der Informatik I: T12 Sichtbar außerhalb der Definition von Counter JavaDoc Kommentar. Hier aus Platzmangel verkürzt. Die Java-Klasse Counter 13 class Counter { int currentVal; public Counter(int initVal) { currentVal = initVal; } /** * Effect: Increases the current value of counter by 1 */ public int inc() { currentVal = currentVal + 1; return currentVal; } /** * Effect: Decreases the current value of counter by 1 */ public int dec() { currentVal = currentVal - 1; return currentVal; } /** the current value of the counter */ public int getCurrentVal() { return currentVal; } }

14 Dr. G. Rößling Prof. Dr. M. Mühlhäuser RBG / Telekooperation © Grundlagen der Informatik I: T12 Klassen in Scheme und Java Klassen werden in Scheme durch Konstruktor-Funktionen ( make-XXX ) modelliert –Spielen die Rolle der Java-Klassen und -Konstruktoren –Geben Dispatcher-Funktionen zurück Der Dispatcher kombiniert und versteckt alle Dienstfunktionen In Java gibt es ein spezielles Konstrukt für Klassen –Klassen sind nicht wirklich erstklassige Werte –Klassen können mehrere Konstruktoren haben –Dispatch-Mechanismus implizit in der Sprache Der Dispatcher ist Teil der Sprachsemantik und muss nicht programmiert werden (später mehr) 14

15 Dr. G. Rößling Prof. Dr. M. Mühlhäuser RBG / Telekooperation © Grundlagen der Informatik I: T12 Klassenschnittstellen in Java Service Managers (dispatchers) in Scheme sind Schnittstellenfunktionen, die Symbole auf Funktionen verschiedener Typen abbilden Die Schnittstelle einer Java-Klasse ergibt sich aus der Menge der Operationen, die als public deklariert sind –Nicht-öffentliche Operationen sind von außen unsichtbar Wir gehen fürs erste davon aus, dass sie nur von Methoden der gleichen Klasse aufgerufen werden können Das stimmt nicht ganz; wir betrachten es später genauer Der Begriff einer Klassenschnittstelle als eine Funktion, die Symbole auf Operationen mit einem bestimmten Vertrag abbildet, bleibt jedoch gültig 15 An address-book is an interface: 'add :: symbol number -> void 'search :: symbol -> number

16 Dr. G. Rößling Prof. Dr. M. Mühlhäuser RBG / Telekooperation © Grundlagen der Informatik I: T12 public static void main(String[] args) { Counter c1 = new Counter(2); int current = c1.currentVal; current = c1.getCurrentVal(); // OK } Einkapselung (Information Hiding) 16 Felder und Operationen eines Objekts können versteckt werden. Auf sie kann nur innerhalb der Implementierung der (öffentlichen) Operationen der Klasse zugegriffen werden. class Counter { int currentVal;... }

17 Dr. G. Rößling Prof. Dr. M. Mühlhäuser RBG / Telekooperation © Grundlagen der Informatik I: T12 Generelle Design-Idee: Details eines Programm-Moduls verstecken (z.B. Klasse oder Funktion) Mächtige Idee: reduziert die Komplexität von Anwendungen –Keine Notwendigkeit, die versteckten Details des Moduls zu verstehen, um es zu verwenden. –Reduziert die Kopplung zwischen Modulen –Man kann die versteckte Implementierung ändern, ohne die Klienten unwirksam zu machen. –Modul-Schnittstelle als Vertrag. Wir kennen diese Design-Idee schon –Datenabstraktion: Repräsentation des Datentyps verstecken –Make-Funktionen verstecken lokale Objektdefinitionen Geheimnisprinzip (Information Hiding) 17

18 Dr. G. Rößling Prof. Dr. M. Mühlhäuser RBG / Telekooperation © Grundlagen der Informatik I: T12 Kapselung Idee: Kombination von Elementen, um größere Einheiten zu erzeugen und dabei die Details der Komposition zu verstecken. Kapselung ist ein Mechanismus, um Informationen zu verstecken. Der Begriff wird manchmal in einem gröberen Sinn verwendet. –Als Synonym für information hiding Der Begriff wird manchmal in einem spezifischeren Sinn verwendet –Daten und Operationen zusammen 18

19 Dr. G. Rößling Prof. Dr. M. Mühlhäuser RBG / Telekooperation © Grundlagen der Informatik I: T12 Klassen als zweifache Abstraktion… 19 In der Definition einer Klasse werden unwichtige Unterschiede zwischen allen möglichen Elementen (Objekten) einer Klasse außer Acht gelassen Beispiel: Unterschiede in den aktuellen Werten der Zähler …beschreiben nur solche Felder und Dienste von realen Objekten, die relevant für die zu entwickelnde Software sind.

20 Dr. G. Rößling Prof. Dr. M. Mühlhäuser RBG / Telekooperation © Grundlagen der Informatik I: T12 Klassen und Objekte Klassen in Java sind statische Beschreibungen ("auf Papier" bzw. "in der Datei") Pläne (engl. blueprints) Objekte sind Laufzeitelemente eines Programms Werte –dynamisch (sind zur Programmausführungszeit im Hauptspeicher des Rechners) –Es kann mehrere Objekte einer Klasse geben, jedes mit eigener Identität und eigenem Zustand –Objekte sind über einen Namen ansprechbar Jedes Objekt gehört einer Klasse an und kennt seine Klasse –Die Klasse kennt ihre Objekte in der Regel nicht 20

21 Dr. G. Rößling Prof. Dr. M. Mühlhäuser RBG / Telekooperation © Grundlagen der Informatik I: T12 Charakteristika eines Objekts 21

22 Dr. G. Rößling Prof. Dr. M. Mühlhäuser RBG / Telekooperation © Grundlagen der Informatik I: T12 Berechnungen durchführen Jede Berechnung in einem OO-Programm geschieht als Folge des Aufrufs einer Operation auf einem vorher erzeugten Objekt Beachten Sie die Punkt-Notation für den Aufruf von Methoden 22 public class CounterConsumer { Counter c1 = new Counter(3); Counter c2 = new Counter(6); public void doSomethingWithCounters() { c1.inc(); c1.dec(); System.out.println(c1.getCurrentVal()); c2.inc(); c2.dec(); System.out.println(c2.getCurrentVal()); } (begin (inc c1) (dec c1)) (begin (inc c2) (dec c2)) (getCurrentVal c2) (getCurrentVal c1)

23 Dr. G. Rößling Prof. Dr. M. Mühlhäuser RBG / Telekooperation © Grundlagen der Informatik I: T12 Berechnungen durchführen Die Aufgabe wird in Dienstanweisungen zerlegt –Formuliert als Nachrichten (Operationsaufruf) an Objekte Jede Nachricht enthält: –Name des Empfängerobjektes: c1 im Beispiel –Namen des Dienstes (der Operation), der (die) vom Empfänger ausgeführt werden soll inc(), dec(),... Die Operation muss in der Schnittstelle des Empfängers enthalten sein Es wird nur eine Nachricht mit einer Dienstanweisung auf einmal geschickt Wenn mehrere Objekte vorhanden sind, können sie Botschaften aneinander senden –Teilaufgaben an bekannte Objekte delegieren 23

24 Dr. G. Rößling Prof. Dr. M. Mühlhäuser RBG / Telekooperation © Grundlagen der Informatik I: T12 Zur Erinnerung: Wie alles anfängt… Die ausgezeichnete Methode namens main wird aufgerufen, wenn ein Java-Programm ausgeführt wird… 24 public class CounterTest { //... public static void main(String[] args) { CounterConsumer cc = new CounterConsumer(); cc.doSomethingWithCounters(); } //... } CounterTest.java Java- Compiler Java- Bytecode- Interpreter javac CounterTest.java java CounterTest

25 Dr. G. Rößling Prof. Dr. M. Mühlhäuser RBG / Telekooperation © Grundlagen der Informatik I: T12 Inhaltsverzeichnis Objektorientierter Entwurf in aller Kürze; Klassen und Objekte in Java Interpreter, Compiler, virtuelle Maschinen; Java- Übersetzungs- und -Laufzeitumgebung Sichtbarkeit von Variablen in Java Packages Einführung in das Testen mit JUnit und Eclipse 25

26 Dr. G. Rößling Prof. Dr. M. Mühlhäuser RBG / Telekooperation © Grundlagen der Informatik I: T12 Interpreter 26 Ein Interpreter ist ein Programm, das ein Programm einer bestimmten Programmiersprache direkt ausführt. Arbeitsweise eines Interpreters ( inpExpr ist der aktueller Ausdruck des auszuführenden Programms) 1.Syntaktische Analyse von inpExpr 2.Überführung von inpExpr in eine Befehlsfolge der Maschinensprache, oder der Sprache, in der das Interpreterprogramm selbst geschrieben ist ( outExpr ) 3.Ausführung von outExpr 4.Wiederholung der Schritte (1) bis (3) für die nächste Anweisung.

27 Dr. G. Rößling Prof. Dr. M. Mühlhäuser RBG / Telekooperation © Grundlagen der Informatik I: T12 Definition eines Übersetzers 27 Ein Übersetzer (Compiler) ist ein Programm, das Programme aus einer Programmiersprache A in eine Programmiersprache B übersetzt Übersetzer Zielprogramm P2 A Quellsprache B Zielsprache Ausführung Quellprogramm P1 Programm in der Sprache A Programm in der Sprache B Semantische Korrektheit –Jedem Quellprogramm P1 in A wird genau ein Zielprogramm P2 in B zugeordnet. –Das dem Quellprogramm P1 zugeordnete Zielprogramm P2 muss die gleiche Bedeutung (Semantik) wie P1 besitzen.

28 Dr. G. Rößling Prof. Dr. M. Mühlhäuser RBG / Telekooperation © Grundlagen der Informatik I: T12 Übersetzer (Compiler) 28 Nach eigener Aussage hat sie den Compiler aus Faulheit erfunden, und weil sie hoffte, dass "Programmierer wieder Mathematiker werden" könnten. Konteradmiral Grace Murray Hopper (1906–1992)

29 Dr. G. Rößling Prof. Dr. M. Mühlhäuser RBG / Telekooperation © Grundlagen der Informatik I: T12 Übersetzungsphasen Quellprogramm wird in eine Folge von Worten zerlegt 29 Lexikalische Analyse Syntaktische Analyse Semantische Analyse Code-Generierung Testet, ob das Quellprogramm den Syntaxregeln der Quellsprache entspricht. Strukturiert Worte in gültige Sätze. Testet, ob alle im Quellprogramm benutzten Namen deklariert wurden und ihrem Typ entsprechend verwendet werden, usw. Zielprogramm wird erzeugt

30 Dr. G. Rößling Prof. Dr. M. Mühlhäuser RBG / Telekooperation © Grundlagen der Informatik I: T12 Traditionelle Übersetzung 30 Quelltext in Sprache A Compiler für Sprache A und Prozessor X Ausführbares Programm (Binärcode) für Prozessor X Compiler für Sprache A und Prozessor Y Compiler für Sprache A und Prozessor Z Sun PC Apple Pascal Smalltalk Java Prolog C++ N Sprachen M Plattformen N*M Compiler Ausführbares Programm (Binärcode) für Prozessor Y Ausführbares Programm (Binärcode) für Prozessor Z

31 Dr. G. Rößling Prof. Dr. M. Mühlhäuser RBG / Telekooperation © Grundlagen der Informatik I: T12 Vor- und Nachteile traditioneller Übersetzung Vorteil: Optimale Ausnutzung der jeweiligen Prozessor-Eigenschaften –Hohe Abarbeitungsgeschwindigkeit der übersetzten Programme Nachteil: Plattformabhängigkeit –Ein Programm, das in einer höheren Programmiersprache geschrieben ist, kann theoretisch nach der Anwendung der entsprechenden Übersetzer auf jeder Maschine laufen The difference between theory and practice is that in theory, there is no difference between theory and practice, but in practice there is.

32 Dr. G. Rößling Prof. Dr. M. Mühlhäuser RBG / Telekooperation © Grundlagen der Informatik I: T12 Vor- und Nachteile traditioneller Übersetzung 32 Das übersetzte Programm läuft nur auf dem jeweiligen Prozessortyp –Für jeden Prozessortyp und jedes Betriebssystem muss das Programm mit einem anderen Compiler neu übersetzt werden. Windows auf PC != Linux auf PC Plattformabhängigkeit: es gibt unterschiedliche Dialekte einer Sprache –Bestimmte Eigenschaften der Maschine beeinträchtigen den Compiler-Entwurf Z.B. Größe der Register oder Speicherzellen beeinträchtigt die maximale Länge der Zahlen, die manipuliert werden können. –Daher gibt es oft verschiedene Dialekte einer Programmiersprache

33 Dr. G. Rößling Prof. Dr. M. Mühlhäuser RBG / Telekooperation © Grundlagen der Informatik I: T12 Virtuelle Maschinen (VM) Eine virtuelle Maschine ist ein Programm, das die Arbeit eines Prozessors in Software simuliert Programme einer höheren Sprache werden in eine Assembler-ähnliche Zwischensprache übersetzt –Der simulierte Hardware-Prozessor nutzt diese Zwischensprache und besitzt einige Software-Register –Die Anweisungen der Zwischensprache nennt man auch Byte-Code Die Zwischensprache wird von der Virtuellen Maschine interpretiert Eine virtuelle Maschine versteckt die spezifischen Eigenschaften eines konkreten Prozessors eine neue Abstraktionsschicht auf der Hardware-Ebene! 33

34 Dr. G. Rößling Prof. Dr. M. Mühlhäuser RBG / Telekooperation © Grundlagen der Informatik I: T12 Vor- und Nachteile von Interpretern Vorteil: es lassen sich relativ schnell lauffähige Programmversionen erstellen Prototyping –Schnelle Änderbarkeit: geänderte Anweisungen / Deklarationen des Quellprogramms sind sofort ausführbar Neuübersetzung nicht notwendig Nachteil: Längere Ausführungszeit –Werden Anweisungen des Quellprogramms k-mal verwendet (z.B. bei Schleifen), werden sie k-mal analysiert und überführt –Bei Zugriffen auf Variablen müssen die zugeordneten Adressen immer wieder bestimmt werden. 34

35 Dr. G. Rößling Prof. Dr. M. Mühlhäuser RBG / Telekooperation © Grundlagen der Informatik I: T12 Virtuelle Maschinen (VM) 35 Sun PC Apple Pascal Smalltalk Java Prolog C++ N Sprachen M Plattformen N + M Compiler Virtuelle Maschine Virtuelle Maschine Eine VM verdeckt die speziellen Eigenschaften des jeweiligen Prozessortyps Abstraktionsschicht!

36 Dr. G. Rößling Prof. Dr. M. Mühlhäuser RBG / Telekooperation © Grundlagen der Informatik I: T12 Vor- und Nachteile der VM-Technologie Vorteile: Übersetzte Programme einer Sprache laufen auf allen Prozessortypen, für die es einen Byte-Code Interpreter gibt –Es wird nur ein Compiler benötigt Die Sprache wird plattformunabhängig –Natürlich braucht man eine VM pro Prozessortyp! Nachteil: Byte-Code Programme sind langsamer als Maschinenprogramme –just-in-time-compiler (JIT): Übersetzen den Byte-Code in ein Objekt-Programm für einen speziellen Prozessortyp sobald es geladen wird, oder nach der ersten Ausführung 36

37 Dr. G. Rößling Prof. Dr. M. Mühlhäuser RBG / Telekooperation © Grundlagen der Informatik I: T12 Java-Übersetzungs- und -Laufzeitumgebung 37 Java Source (.java) Java Compiler (javac) Java Bytecode (.class) Java Bytecode aus Dateisystem oder Netz Übersetzungsumgebung Class Loader Bytecode Verifier Java Klassen- bibliothek Java Interpreter Just-in-time Compiler Java Laufzeitumgebung Betriebssystem Hardware Laufzeitumgebung Java VM

38 Dr. G. Rößling Prof. Dr. M. Mühlhäuser RBG / Telekooperation © Grundlagen der Informatik I: T12 Struktur eines Java-Programms Ein Java-Programm kann aus beliebig vielen Klassen bestehen, von denen mindestens eine die main - Operation besitzen muss (Hauptprogrammklasse). Aufgaben von main : –Objekterzeugung der Aufbau einer anfangs minimalen Welt –Aufruf der ersten Operation –Sollte in der Regel keinen weitergehenden Kontrollfluss des Java-Programms enthalten Der Kontrollfluss wird innerhalb der Objektoperationen realisiert –Nicht vergessen! Berechnung als Kooperation von vielen Objekten, wobei jedes Objekt nur eine kleine Teilaufgabe erledigt! main wird mit Hilfe des Java-Interpreters gestartet und ausgeführt 38

39 Dr. G. Rößling Prof. Dr. M. Mühlhäuser RBG / Telekooperation © Grundlagen der Informatik I: T12 Java-Laufzeitumgebung Java Interpreter: Programm zur Ausführung des Java- Bytecodes auf dem konkreten Rechner Just-In-Time-Compiler (JIT-Compiler) –Eine Klasse kann (optimal) nach dem Laden direkt in Maschinen- Code der jeweiligen Maschine übersetzt werden –Falls die vorliegende Java-Installation keinen JIT-Compiler besitzt, wird der Bytecode vom Java-Interpreter direkt ausgeführt Runtime-System: Stellt einem Java-Programm wichtige Ressourcen zur Verfügung Bytecode Verifier: überprüft, ob die geladenen Bytecodes der JVM-Spezifikation entsprechen –Klassen können über das Netz oder aus dem lokalen Dateisystem zur Laufzeit einer Java-Anwendung in das Laufzeitsystem nachgeladen werden –Ein Teil der Sicherheitsmaßnahmen wird durch den Bytecode Verifier realisiert 39

40 Dr. G. Rößling Prof. Dr. M. Mühlhäuser RBG / Telekooperation © Grundlagen der Informatik I: T12 Java-Übersetzung (Wiederholung) Java-Compiler –Eingabe: Java-Quelltextdatei, Datei.java, die eine oder mehrere Klassendefinitionen enthält Eine derartige Datei nennt man eine Übersetzungseinheit –Ausgabe: pro Klasse Bsp wird genau eine Datei Bsp.class erzeugt, die das Bytecode-Format der Klasse enthält 40 Java Compiler Bsp1.class Bsp2.class Datei.class class Bsp1 {...} class Bsp2 {...} class Datei {...} Datei.java

41 Dr. G. Rößling Prof. Dr. M. Mühlhäuser RBG / Telekooperation © Grundlagen der Informatik I: T12 Inhaltsverzeichnis Objektorientierter Entwurf in aller Kürze; Klassen und Objekte in Java Interpreter, Compiler, virtuelle Maschinen; Java- Übersetzungs- und –Laufzeitumgebung Sichtbarkeit von Variablen in Java Packages Einführung in das Testen mit JUnit und Eclipse 41

42 Dr. G. Rößling Prof. Dr. M. Mühlhäuser RBG / Telekooperation © Grundlagen der Informatik I: T12 Sichtbarkeit von Variablen in Java Der gleiche Variablenname kann mehrfach verwendet werden, z.B. Instanzvariable, Parameter, lokale Variable einer Methode oder eines Blocks. Wie in Scheme, lexical scoping: innere Deklarationen haben immer Vorrang vor äußeren Deklarationen. –Auf äußere Deklarationen kann man nicht mehr direkt zugreifen –Mit this. kann man auf Instanzvariablen zugreifen –Lokale Variablen und Parameter können nicht re-deklariert werden Redeklaration beeinflusst die Existenz der äußeren Variablen nicht –Fehlende Sichtbarkeit bedeutet kein fehlendes Vorhandensein! –Außerhalb des Deklarationsblocks ist die äußere Variable wieder sichtbar 42

43 Dr. G. Rößling Prof. Dr. M. Mühlhäuser RBG / Telekooperation © Grundlagen der Informatik I: T12 Sichtbarkeit von Variablen in Java Klassen 43 Lexical scoping a la Java Klassen-Scope Scope von Methode g Scope der for-Schleife class Example { int i; char c; void g(int n) { int i, j; for (char c... ) { int k; … i … k … c … n … this.i … } … c … }

44 Dr. G. Rößling Prof. Dr. M. Mühlhäuser RBG / Telekooperation © Grundlagen der Informatik I: T12 Inhaltsverzeichnis Objektorientierter Entwurf in aller Kürze; Klassen und Objekte in Java Interpreter, Compiler, virtuelle Maschinen; Java- Übersetzungs- und –Laufzeitumgebung Sichtbarkeit von Variablen in Java Packages Einführung in das Testen mit JUnit und Eclipse 44

45 Dr. G. Rößling Prof. Dr. M. Mühlhäuser RBG / Telekooperation © Grundlagen der Informatik I: T12 Packages Packages bündeln Klassen, die im Hinblick auf Zuständigkeit zusammen gehören. Hilft Namenskonflikte zu vermeiden. –Klassennamen müssen eindeutig sein (aber nur in einem Package) Mehrere Klassen können den gleichen (nicht public) Namen haben, z.B. List Versteckt Klassen, die nur interne Zwecke haben und die nach außen nicht sichtbar sein sollen. 45

46 Dr. G. Rößling Prof. Dr. M. Mühlhäuser RBG / Telekooperation © Grundlagen der Informatik I: T12 Package Hierarchien Packages sind hierarchisch organisiert Ein Package kann andere Packages enthalten, die wieder mehr Packages enthalten, usw. Punkt-Notation für Package Namen 46 package.subpackage.subsubpackage.Class Der Kopf einer Java Datei gibt an, mit welchem Package die folgenden Klassen verbunden sind.

47 Dr. G. Rößling Prof. Dr. M. Mühlhäuser RBG / Telekooperation © Grundlagen der Informatik I: T12 Namenskonventionen für Packages Der Package Name spiegelt den Internet Domain Namen des Herstellers in umgekehrter Reihenfolge Schräg- und Bindestriche sind nicht erlaubt: –SUN URL: sun.com SUN class: com.sun.p1.p2.Class –TUD URL: informatik.tu-darmstadt.de TUD class: de.tu_darmstadt.informatik.p1.Class Die Konvention erlaubt die Definition weltweit eindeutiger Klassennamen. 47

48 Dr. G. Rößling Prof. Dr. M. Mühlhäuser RBG / Telekooperation © Grundlagen der Informatik I: T12 Deklaration von Packages Der gleiche Package Name kann in mehreren Dateien verwendet werden –Ein Package kann über mehrere Dateien verteilt sein schnellere (Re-)Compilierung Unterstützt die Arbeitsteilung in größeren Projekten Der volle Name einer Klasse enthält immer den Package Namen ( packagename.ClassName ) Shortcut Notation mit nur dem Klassennamen ist nur innerhalb des selben Packages möglich oder wenn das Package bzw. die Klasse importiert wurde. 48

49 Dr. G. Rößling Prof. Dr. M. Mühlhäuser RBG / Telekooperation © Grundlagen der Informatik I: T12 Struktur einer Java Datei ::= ::= package ; | ε ::= {. } Nur Kommentare oder leere Zeilen dürfen vor der Package Deklaration stehen. Nur ein Package Name pro Datei Ohne eine Package-Deklaration werden die enthaltenen Klassen einem anonymen Standard Package hinzugefügt. 49

50 Dr. G. Rößling Prof. Dr. M. Mühlhäuser RBG / Telekooperation © Grundlagen der Informatik I: T12 Package Import ::= import. ( | *) ; Eine Klassendefinition nach einer import -Anweisung kann auf die importierte Klasse zugreifen, ohne den vollständigen Namen zu nennen. Wenn " * " (wild card) benutzt wird, kann man auf alle Klassen des Packages zugreifen. Falls nur Klassenmethoden (static) importiert werden sollen, langt auch folgende Notation: import static.. ; 50

51 Dr. G. Rößling Prof. Dr. M. Mühlhäuser RBG / Telekooperation © Grundlagen der Informatik I: T12 Verwendung von Packages Verwendung der vollständigen Kennzeichnung (full qualification) java.util.Random numberGenerator = new java.util.Random(); Verwendung von import import java.util.Random;... Random numberGenerator = new Random(); 51

52 Dr. G. Rößling Prof. Dr. M. Mühlhäuser RBG / Telekooperation © Grundlagen der Informatik I: T12 Package Import Das Importieren von Klassen mit dem selben Namen erzeugt einen Namenskonflikt import java.awt.*; // hat Klasse List import java.util.*; // hat Klasse List... java.util.List list; // verwende den // Package-Namen, um // eine auszuwaehlen Zwei Packages werden automatisch importiert –Das aktuelle Package –Das vordefinierte Package java.lang, das grundlegende Klassen wie Object, String, usw. enthält. 52

53 Dr. G. Rößling Prof. Dr. M. Mühlhäuser RBG / Telekooperation © Grundlagen der Informatik I: T12 Package Import Die Java API enthält eine große Zahl vordefinierter Packages (alle Teil vom JDK), unter anderem –java.appletApplet-Unterstützung –java.ioInput/Output, Dateien –java.netNetzwerk-Unterstützung –java.utilUtility Typen, z.B. Containertypen –java.util.zipUnterstützung für.zip Archive –…–… 53

54 Dr. G. Rößling Prof. Dr. M. Mühlhäuser RBG / Telekooperation © Grundlagen der Informatik I: T12 Namensgebung für Packages Package-Namen und Verzeichnisstrukturen Die Stellen der Dateien, die ein Package definieren, spiegelt die hierarchische Struktur des Packages wieder. Punkte müssen ersetzt werden durch: –UNIX Slash " / " –Windows Backslash " \ " Beispiel: –Name des Packages: kilian.hobby.raytracer –zugehörige UNIX Verzeichnis-Struktur: kilian/hobby/raytracer 54

55 Dr. G. Rößling Prof. Dr. M. Mühlhäuser RBG / Telekooperation © Grundlagen der Informatik I: T12 Packages einbinden Ein Package Name wird als relativer Pfad verstanden Die Umgebungsvariable CLASSPATH enthält alle Verzeichnisse, die nach Klassen und Packages durchsucht werden. Darüber hinaus kann ein CLASSPATH auch auf ZIP und JAR-Archive verweisen, die Klassen enthalten UNIX Beispiel CLASSPATH=.:/home/joe/classes:/usr/classes.zip 55 Weitere Verzeichnisse Packages und "CLASSPATH" Aktuelles Verzeichnis

56 Dr. G. Rößling Prof. Dr. M. Mühlhäuser RBG / Telekooperation © Grundlagen der Informatik I: T12 Packages einbinden Die Verzeichnisse aus CLASSPATH sind die Startpunkte für die relativen Pfade zu den Packages Die Suchreihenfolge ist von links nach rechts Es ist möglich, dass ein Package Name mehrere Verzeichnisse bezeichnet. Keine gute Idee, da die Auswahl der Packages dann von der Reihenfolge des Auftretens dieser Verzeichnisse im CLASSPATH abhängt. 56 Packages und "CLASSPATH"

57 Dr. G. Rößling Prof. Dr. M. Mühlhäuser RBG / Telekooperation © Grundlagen der Informatik I: T12 Inhaltsverzeichnis Objektorientierter Entwurf in aller Kürze; Klassen und Objekte in Java Interpreter, Compiler, virtuelle Maschinen; Java- Übersetzungs- und –Laufzeitumgebung Sichtbarkeit von Variablen in Java Packages Einführung in das Testen mit JUnit und Eclipse 57

58 Dr. G. Rößling Prof. Dr. M. Mühlhäuser RBG / Telekooperation © Grundlagen der Informatik I: T12 Testen mit JUnit und Eclipse 58 Der Ärmste... wir hätten ihm bei der Einstellung sagen sollen, dass er zuerst testen und dann programmieren soll. Test-first programming Unsere Entwurfsrezepte verlangen, dass wir Tests schreiben, bevor wir mit dem Programmieren anfangen JUnit ist ein Programm (framework), das das Schreiben und Ausführen von Tests teilweise automatisiert JUnit ist bereits in Eclipse integriert

59 Dr. G. Rößling Prof. Dr. M. Mühlhäuser RBG / Telekooperation © Grundlagen der Informatik I: T12 Motivation für JUnit Analog zu unseren Testfällen in Scheme wollen wir auch in Java unsere Programme testen können Wir schreiben dazu ein Testprogramm, welches die Operationen mit Beispiel-Daten benutzt und die Ergebnisse auswertet –Testprogramm wird zur Entwicklungszeit zum eigentlichen Programm parallel weiterentwickelt und ausgeführt –Immer dann, wenn wir wissen möchten, ob gewisse Testfälle noch laufen 59 Wir verwenden ein Framework, hier JUnit - für automatisierte Unit-Tests

60 Dr. G. Rößling Prof. Dr. M. Mühlhäuser RBG / Telekooperation © Grundlagen der Informatik I: T12 Annotationen Bevor wir uns JUnit widmen, möchten wir einen Blick auf Annotationen werfen –Die neueste Fassung von JUnit nutzt Annotationen Annotationen liefern Metadaten über den Programmcode Java 1.5+ definiert 7 Annotationen –Möglichkeit zur Ergänzung durch nutzerdefinierte Annotationen –3 echte Annotationen –4 Meta-Annotationen Annotationen werden mit im Programm-Code markiert –Zum Annotationen verweisen auf eines der folgenden Elemente –Element = Code-Zeile, Methode, … 60

61 Dr. G. Rößling Prof. Dr. M. Mühlhäuser RBG / Telekooperation © Grundlagen der Informatik I: T12 Echte –Zeigt an, wenn eine Methode aus der Basisklasse durch eine andere Methode überschrieben wird. –Kann verwendet werden, um auf Tipfehler und Fehler in den Signaturen von Methoden zu –Verursacht eine Compiler-Warnung, wenn das folgende Element verwendet –Unterdrückt Compiler-Warnungen für das folgende Element 61

62 Dr. G. Rößling Prof. Dr. M. Mühlhäuser RBG / Telekooperation © Grundlagen der Informatik I: T12 –Wo können Annotationen verwendet werden? –Zusätzliche Argumente: CONSTRUCTOR, FIELD, LOCAL_VARIABLE, METHOD, PACKAGE, PARAMETER, –Wie lange sollen Annotationen behalten werden? SOURCE = Vom Compiler verworfen CLASS = Verfügbar in Klassen-Datei, zur Laufzeit verworfen RUNTIME = Von Virtual Machine für die Laufzeit-Nutzung –Schließt Annotation in JavaDoc –Erlaubt es Unterklassen, Annotation zu erben 62

63 Dr. G. Rößling Prof. Dr. M. Mühlhäuser RBG / Telekooperation © Grundlagen der Informatik I: T12 Annotationen: Beispiel Die können genutzt werden, um neue Annotationen zu definieren Neue Annotationen werden wie Interfaces definiert mit dem UseCase { public int id(); public String description() default "no description"; }

64 Dr. G. Rößling Prof. Dr. M. Mühlhäuser RBG / Telekooperation © Grundlagen der Informatik I: T12 Annotationen: Beispiel Wie können vorausgegangene Annotationen genutzt werden, um Use Cases zu generieren? 64 public class PasswordUtils = 47, description = "Password must have one number") public boolean validatePassword() { //... = 48) public String encryptPassword() { //... }

65 Dr. G. Rößling Prof. Dr. M. Mühlhäuser RBG / Telekooperation © Grundlagen der Informatik I: T12 Annotationen und JUnit Die aktuelle Version von JUnit basiert auf Annotationen Testfälle werden mit der markiert Frühere Versionen brauchten spezielle Konventionen bei den Namen der Test-Klassen –In JUnit 4 ist das nicht mehr notwendig JUnit-Demo, aber im Vorfeld noch ein paar Worte zum Testen 65

66 Dr. G. Rößling Prof. Dr. M. Mühlhäuser RBG / Telekooperation © Grundlagen der Informatik I: T12 Teststadien 66 Kunden- wünsche Entwurf Code Abnahmetest Systemtest Integrationstest Unittests X Y A wird vor B ausgeführtA B X findet Fehler in Y Anforderungen Entwicklungsphasen mit zugehörigen Tests

67 Dr. G. Rößling Prof. Dr. M. Mühlhäuser RBG / Telekooperation © Grundlagen der Informatik I: T12 Teststadien Sich anbietende Teststrategien Unit Test: Test von Codekomponenten, z.B. Code einer Methode, einer Klasse strukturelles Testen Integrationstest: Test des Zusammenwirkens mehrerer Codekomponenten strukturelles Testen Systemtest: Test des gesamten Systems gegen die Anforderungen funktionales Testen Abnahmetest: Test des gesamten Systems mit echten Daten des Kunden 67

68 Dr. G. Rößling Prof. Dr. M. Mühlhäuser RBG / Telekooperation © Grundlagen der Informatik I: T12 Entwicklungsprozess & Testen 68 Zeitdruck Weniger Tests Mehr Fehler Mehr Zeitdruck Ein ungewollter Teufelskreis …

69 Dr. G. Rößling Prof. Dr. M. Mühlhäuser RBG / Telekooperation © Grundlagen der Informatik I: T12 Entwicklungsprozess & Testen: Agile Prozessmethoden Entwicklung und Testen als verschränkter Prozess Testentwicklung vor Produktentwicklung! Werkzeugunterstützung benötigt Ein wenig testen Ein wenig programmieren

70 Dr. G. Rößling Prof. Dr. M. Mühlhäuser RBG / Telekooperation © Grundlagen der Informatik I: T12 Motivation Testen: Zusammenfassung In der Praxis unverzichtbar –Je früher Fehler gefunden werden, desto besser (kostengünstiger) –Entwicklung ist deshalb typischerweise ein iterativer, rückgekoppelter Prozess Qualität nicht nur überprüfen, sondern, wenn möglich, hineinkonstruieren –Systematische Verfahren Software Engineering 70

71 Dr. G. Rößling Prof. Dr. M. Mühlhäuser RBG / Telekooperation © Grundlagen der Informatik I: T12 Testen mit JUnit 4.4 Auf den nächsten Folien testen wir einen Taschenrechner Die Implementierung ist relativ einfach Der Taschenrechner arbeitet nur auf int-Werten Er ist sehr einfach und ineffizient Außerdem hat er ein paar Bugs Wir werden sehen, ob JUnit uns bei den Bugs helfen kann! 71

72 Dr. G. Rößling Prof. Dr. M. Mühlhäuser RBG / Telekooperation © Grundlagen der Informatik I: T12 Die Calculator Klasse (Teil I) package calc; public class Calculator { private static int result; // Statische Variable fuer Speicherung des Ergebnisses public void add(int n) { result = result + n; } public void substract(int n) { result = result - 1; // Bug: sollte lauten result = result - n } public void multiply(int n) { // noch nicht implementiert... } public void divide(int n) { result = result / n; } public void square(int n) { result = n * n; } 72

73 Dr. G. Rößling Prof. Dr. M. Mühlhäuser RBG / Telekooperation © Grundlagen der Informatik I: T12 Die Calculator Klasse (Teil II) public void squareRoot(int n) { // implementieren wir spaeter… for (; ;) ; // Bug: unendliche Schleife } public void clear() { // Ergebnis loeschen auf 0 result = 0; } public void switchOn() { // Display anschalten, Hallo anzeigen, piepen... // Was so Geraete heute eben alles tun koennen! result = 0; } public void switchOff() { // Anzeigen Tschuess", piepen, Display ausschalten } public int getResult() { return result; } } 73

74 Dr. G. Rößling Prof. Dr. M. Mühlhäuser RBG / Telekooperation © Grundlagen der Informatik I: T12 Wie testen wir den Calculator? Wir wollen jede Operation separat testen –Add –Substract –Divide –Multiply –Square Root – erst einmal aufgeschoben (Endlosschleife!) Wir schreiben eine Testmethode pro Test Die Methoden kommen in eine Klasse CalculatorTest Tests werden annotiert vor dem public Wir müssen den Rechner vor jedem Test initialisieren –Müssen clear() aufrufen, damit der Wert 0 ist –Sonst kriegen wir ggf. Folgefehler! 74

75 Dr. G. Rößling Prof. Dr. M. Mühlhäuser RBG / Telekooperation © Grundlagen der Informatik I: T12 Die CalculatorTest Klasse (Teil I) package junit4demo; import calc.Calculator; import junit.framework.JUnit4TestAdapter; import static org.junit.Assert.assertEquals; import org.junit.Before; import org.junit.Ignore; import org.junit.Test; /** * Basic test annotation * as well as assert keyword and assertEqual methods */ public class CalculatorTest { private static Calculator calculator = new Calculator(); // this is our calculator! // Used for backward compatibility (IDEs, Ant and JUnit 3 text runner) public static junit.framework.Test suite() { return new JUnit4TestAdapter(CalculatorTest.class); } 75 Packagename ist hier beliebig Das ist unser Taschenrechner Einige Importe für JUnit Wir nutzen nur die statische Methode assertEquals Nötig für ältere Umgebungen

76 Dr. G. Rößling Prof. Dr. M. Mühlhäuser RBG / Telekooperation © Grundlagen der Informatik I: T12 Die CalculatorTest Klasse (Teil // must be public not protected like the setup public void clearCalculator() { calculator.clear(); // reset value to 0 } //================================== // Test cases public void add() { calculator.add(1); assertEquals(calculator.getResult(), 2); } vor jedem Test ausgeführt; Calculator ist damit 0 vor jedem Annotation für eine auszuführende Testmethode. Hier wird überprüft, ob 1+1 = 2 gilt.

77 Dr. G. Rößling Prof. Dr. M. Mühlhäuser RBG / Telekooperation © Grundlagen der Informatik I: T12 Die CalculatorTest Klasse (Teil public void subtract() { calculator.add(10); calculator.substract(2); assertEquals(calculator.getResult(), 8); public void divide() { calculator.add(8); calculator.divide(2); assertEquals(calculator.getResult(), 5); } – deactivated, as it will cause an error (division by 0); more in T16 public void divideByZero() { calculator.divide(0); } 77 Hier wird getestet auf 10-2 = 8 (Fehlschlag durch Bug) Soll testen auf 8/2=5 (Fehlschlag, da inkorrekt!) Division durch 0 muss einen Fehler liefern, sonst schlägt der Test fehl

78 Dr. G. Rößling Prof. Dr. M. Mühlhäuser RBG / Telekooperation © Grundlagen der Informatik I: T12 Die CalculatorTest Klasse (Teil IV) hat einen String-Parameter, der eine nicht testbereit") public void multiply() { calculator.add(10); calculator.multiply(10); assertEquals(calculator.getResult(), 100); } 78 Ignoriere den Test von multiply, da der Code noch nicht fertig ist. Kopieren Sie die Klassen von der Homepage Stellen Sie sicher, dass JUnit 4.4 installiert ist und als External JAR zum Projekt zugefügt wurde Selektieren Sie die Klasse CalculatorTest und wählen Sie Run As JUnit Test Die Ausgabe sehen Sie auf den nächsten Folien

79 Dr. G. Rößling Prof. Dr. M. Mühlhäuser RBG / Telekooperation © Grundlagen der Informatik I: T12 JUnit in Eclipse: Assert-Methoden etc. 79

80 Dr. G. Rößling Prof. Dr. M. Mühlhäuser RBG / Telekooperation © Grundlagen der Informatik I: T12 JUnit in Eclipse: Als Testfall starten 80

81 Dr. G. Rößling Prof. Dr. M. Mühlhäuser RBG / Telekooperation © Grundlagen der Informatik I: T12 Fehlerausgabe von JUnit 81 Logbuch der Tests Kurzfassung der Ergebnisse 10-2=8 schlug fehl

82 Dr. G. Rößling Prof. Dr. M. Mühlhäuser RBG / Telekooperation © Grundlagen der Informatik I: T12 Fortgeschrittene Tests Wir haben den divideByZero-Test nicht genutzt –Wenn wir dies tun, kommt eine (erwartete) Fehlermeldung! –Wie man auf das Vorhandensein erwarteter Fehler testet, folgt zusammen mit der Fehlerbehandlung in T16. Wir haben die squareRoot Methode nicht getestet –Wäre auch keine gute Idee durch die Endlosschleife… Wir brauchen eine einmalige allgemeine Initialisierung –Lege Instanz des Calculator an und schalte ihn an vor den Tests –Ausschalten, wenn alle Tests fertig sind und freigeben (=null) Der nachfolgende Code illustriert das Vorgehen –Gegenüber der Webseite leicht vereinfacht 82

83 Dr. G. Rößling Prof. Dr. M. Mühlhäuser RBG / Telekooperation © Grundlagen der Informatik I: T12 Fortgeschrittene Tests: Set-Up package junit4demo; import calc.Calculator; import junit.framework.JUnit4TestAdapter; import org.junit.AfterClass; import static org.junit.Assert.assertEquals; import org.junit.Before; import org.junit.BeforeClass; import org.junit.Test; /** * This test uses advanced fixture and timeout */ public class AdvancedTest { private static Calculator calculator; // Used for backward compatibility (IDEs, Ant and JUnit 3 text runner) public static junit.framework.Test suite() { return new JUnit4TestAdapter(AdvancedTest.class); } 83 Einmal ausführen, wenn alle Tests fertig Ausführen vor jedem Test Einmal ausführen vor dem ersten Test Externe Klasse sichtbar machen (-> T15)

84 Dr. G. Rößling Prof. Dr. M. Mühlhäuser RBG / Telekooperation © Grundlagen der Informatik I: T12 Test-Initialisierung und // must be public and static public static void switchOnCalculator() { System.out.println("\tSwitch on calculator"); calculator = new Calculator(); calculator.switchOn(); // must be public and static public static void switchOffCalculator() { System.out.println("\tSwitch off calculator"); calculator.switchOff(); calculator = null; } 84 Einmal ausführen bevor Testen beginnt: Rechner anlegen und anschalten Einmal ausführen, wenn alle Tests fertig sind: ausschalten und Rechner freigeben

85 Dr. G. Rößling Prof. Dr. M. Mühlhäuser RBG / Telekooperation © Grundlagen der Informatik I: T12 Testen mit Timeout //================================== //= Test cases = 1000) public void squareRoot() { calculator.squareRoot(2); public void square2() { calculator.square(2); assertEquals(4, calculator.getResult()); } // two more tests skipped } 85 Test wird fehlschlagen, wenn nicht in 1000ms fertig (Endlosschleifen!) Testen auf die Quadrate von 4 & 5

86 Dr. G. Rößling Prof. Dr. M. Mühlhäuser RBG / Telekooperation © Grundlagen der Informatik I: T12 Testausgabe mit Timeout 86 Testen von squareRoot schlug fehl wegen Timeout

87 Dr. G. Rößling Prof. Dr. M. Mühlhäuser RBG / Telekooperation © Grundlagen der Informatik I: T12 Mehr zu JUnit... JUnit kann (viel) mehr als hier gezeigt Das ist aber jenseits des Stoffs der Vorlesung! Ein Blick in die Doku lohnt sich –Mitgeliefertes JavaDoc für JUnit –Gute Referenz (und Basis dieser Folien): Antonio Goncalves, Get Acquainted with the New Advanced Features of JUnit 4 87


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