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Studienmodule für die Lehrer/innenbildung im Mehrheitssprachenunterricht Modul 1: Diversität im Mehrheitssprachenunterricht - Identität Lehrender und Lernender.

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Präsentation zum Thema: "Studienmodule für die Lehrer/innenbildung im Mehrheitssprachenunterricht Modul 1: Diversität im Mehrheitssprachenunterricht - Identität Lehrender und Lernender."—  Präsentation transkript:

1 Studienmodule für die Lehrer/innenbildung im Mehrheitssprachenunterricht Modul 1: Diversität im Mehrheitssprachenunterricht - Identität Lehrender und Lernender

2 1.2 Sprache/n und Gesellschaft

3 Wie mehrsprachig erleben Sie Ihr Lebensumfeld? (Individuelle Mehrsprachigkeit vgl. Modul 1.1 ) Welche Sprache/n sprechen Sie – immer, oft, manchmal, selten...? Welche Sprachen nehmen Sie in Ihrer Umgebung (Schule/ Wohnort/Arbeitsplatz/ Lebensumfeld) wahr? Wie zufrieden sind Sie mit Ihrem „Sprachenschatz“? Was macht Sie zufrieden? Was würden Sie gerne verändern? In welcher Sprache/welchen Sprachen könnten Sie einen anderen Menschen begrüßen oder ihm/ihr danken? Welche Sprache/n verwenden Sie besonders gern?

4 Blitzlicht Wie definieren Sie Mehrsprachigkeit? Wer ist „mehrsprachig“? Für wen ist das Thema Mehrsprachigkeit relevant?

5 Mehrsprachigkeit Plurilingualismus bedeutet individuelle Mehrsprachigkeit. Mehrsprachige Personen verwenden situationsabhängig unterschiedliche Sprachen, wobei sie nicht alle diese Sprachen perfekt beherrschen müssen. Multilingualismus bezieht sich auf die Mehrsprachigkeit von Gemeinschaften, in denen die Menschen dann sowohl mehrsprachig (plurilingual) als auch einsprachig (monolingual) sein können.

6 Multilinguale Gesellschaft? Zahlen - Daten – Fakten (Rchercheaufgabe) Welche Informationen zum Thema Mehrsprachigkeit finden Sie/finden Sie nicht in offiziellen Statistiken? Beispiel: Österreich nach_demographischen_merkmalen/ html

7 Sprachen - Kulturen - Identitäten Plurilinguale Individuen Sprachenportrait (1 Beispiel – Zeichnung mit Sprachbezeichnungen = Flaggen) oder unsere learner profiles

8 Sprachen - Kulturen - Identitäten Plurilinguale Individuen „Ich bin schon sehr viel herumgekommen. Als ich zwei Jahre alt war, verließ ich mit meiner Familie Aserbaidschan und kam nach Polen. (...) Ein Teil der Familie lebt noch dort. Nachdem wir eine Zeit lang in Polen waren, lebten wir in Tschechien. Leider mussten wir auch dieses Land bald verlassen, da meine Eltern dort nicht arbeiten konnten. Als ich neun Jahre alt war, sind wir nach Österreich gekommen. Nach etwa zwei bis drei Monaten habe ich die deutsche Sprache gelernt. Ich liebe es, viele Sprachen zu sprechen. Ich kann Aserbaidschanisch durch meinen Vater, Türkisch, Englisch, Deutsch, Russisch und ein wenig Tschechisch. (...) Mit einer Freundin meiner Mutter zum Beispiel spreche ich Russisch, um in Übung zu bleiben. Außerdem möchte ich noch Spanisch, Italienisch und Französisch lernen (...)“ Schülerin in Kärnten, In: „Wir... Aus aller Welt. Hermagoras 2012, S. 23

9 Wie sehen Sie Mehrsprachigkeit? (Diskussion ausgewählter Fragen/Statements in Kleingruppen) 1.mehrsprachig = zweisprachig? 2.Mehrsprachigkeit ist eine Chance, ein Problem, ein Recht? 3.Österreich (Italien/Finnland/xy) ist mehrsprachig. 4.Europa = 1+2 (Sprachen) Was bedeutet das für Sie? 5.Sammeln Sie 5 gute Gründe für Mehrsprachigkeit. 6.Mehr Sprachen heißt immer auch mehr Verwirrung, Unsicherheit, Fehler... 7.Deutsch und Englisch sind mehr als genug!? 8.Die Mehrheit der Menschheit ist mehrsprachig. 9.Sprache = Nation = Identität 10.Die Beherrschung der Mehrheitssprache (zB Deutsch in Deutschland, Österreich oder Ungarisch in Ungarn)...) ist ein Gradmesser für Integration. 11.Eine hohe Kompetenz in der jeweiligen „Mehrheitssprache“ in einem Bildungssystem ist das Ziel des Mehrheitssprachenunterrichts. Um das zu erreichen, ist der wertschätzende, fördernde und professionelle Umgang mit mitgebrachten Sprachen der Lernenden von großer Bedeutung.

10 Sprachen: Tore zur Welt (Quiz) Die Mehrheit der Menschheit ist mehrsprachig. Die Fragen geben Ihnen einen ganz kleinen Einblick in die Sprachenvielfalt der Welt und laden zum Perspektivenwechsel ein und dazu, den eigenen Ausschnitt der Wahrnehmung zu relativieren. Lösungen und vertiefende Kommentare zu den einzelnen Fragen finden Sie unter....

11 Sprachenquiz Frage 1 Weltweit gibt es rund 6500 Sprachen. Allein schon wegen der Dialekte ist die Zahl nicht exakt festzulegen. Nur 155 Sprachen werden von mehr als 1 Million Menschen gesprochen. In wie viele Sprachen wurden „Teile“ der Bibel übersetzt? a) 100 b) 640 c) 2696 d) 3100

12 Sprachenquiz Frage 2 Ein Fünftel der Weltbevölkerung spricht Sprachen der sinotibetischen Sprachgruppe zwischen Nordchina und Nordvietnam: dazu gehören 360 Sprachen. Wie viele Sprachen werden in Europa als indigene Sprachen gesprochen? a) 6 b) 23 c) 225 d) 450

13 Sprachenquiz Frage 3 Englisch ist in 63 Ländern der Welt Staatssprache. In 122 Ländern ist die ehemalige Kolonialsprache Amtssprache. Welche der folgenden Sprachen hat weltweit die meisten Sprecherinnen und Sprecher? a) Englisch b) Hindi c) Chinesisch d) Spanisch

14 Sprachenquiz Frage 4 In Australien gibt es 14 Sprachfamilien. Das australische Englisch wird von 79 % der Menschen auf diesem Kontinent gesprochen und bildet die größte Sprachgemeinschaft. Welcher ist der sprachenreichste Kontinent der Welt? a) Afrikab) Europa c) Asiend) Australien

15 Sprachenquiz Frage 5 Wie viele Wörter muss man im Deutschen „können“, um sich im Alltag halbwegs gut ver- ständigen zu können? a) 800b) c) d)

16 Sprachenquiz Frage 6 Deutsch ist eine plurizentrische Sprache und in fünf europäischen Ländern Amtssprache auf nationaler Ebene. Welches Land gehört nicht dazu? a)Deutschland b) Österreich c) Liechtenstein d) Schweiz e) Luxemburg f) Belgien

17 Sprachenquiz Frage 7 In Europa haben nur 36 Sprachen offiziellen Status als Nationalsprachen, alle anderen sind Regional- oder Minderheitensprachen. In einem einzigen europäischen Land wird nur eine einzige Sprache gesprochen. Welches ist das? a) Finnland b) Island c) Englandd) Griechenland

18 Sprachenquiz Frage 8 Deutsch ist eine plurizentrische Sprache, sie hat verschiedene „Zentren“ und bildet in diesen „Zentren (Deutschland, Österreich, Schweiz) gleichwertige standardsprachliche Varietäten aus. Für welche der folgenden Sprachen gilt das auch? a) Englischb) Niederländisch c)Französisch d) Finnnische) Portugiesisch f) Spanisch

19 Sprachenquiz Frage 9 Damit Lernprozesse im schulischen Kontext gelingen, ist Sprachkompetenz von großer Bedeutung. Besonders wichtig ist dabei die Beherrschung welcher sprachlichen Kompetenz? Dialekt / Hochsprache / Standardsprache Umgangssprache / Bildungssprache / Fremdsprache Muttersprache / Mehrheitssprache / Schulsprache (Begriffe vgl. Glossar)

20 Sprachenquiz Frage 10 Welche „Wertigkeit“ haben folgende Begriffe (1-5*) für Sie? Was assoziieren Sie damit? *normgerecht - nicht normgerecht *wertvoll - weniger wertvoll *besser - schlechter Dialekt / Hochsprache / Standardsprache Umgangssprache / Bildungssprache /Fremdsprache Muttersprache/ Mehrheitssprache / Schulsprache (Begriffe vgl. Glossar)

21 Sprachenvielfalt - weltweit gesehen

22 Sprachenvielfalt – weltweit und regional gesehen MULTILINGUAL GRAZ dokumentiert sowohl die Vielfalt der in Graz gesprochenen Sprachen als auch deren Funktionen im Alltag mehrsprachiger Personen und Gemeinschaften. Neben Basisinformationen zu den einzelnen Sprachen zeigt MULTILINGUAL WORLD deren Stellung im Kontext der Sprachen der Welt. (http://multilingual.uni-graz.at/(http://multilingual.uni-graz.at/)

23 Ein Universum an Beziehungen - mehrsprachig Sprachverwendungsprofil Dina, 48: Bosnisch / Deutsch / Arabisch / Russisch

24 Gombos ÖDaF Mitteilungen 2010 Lesetext

25 Begriffe und ihre Bedeutungen (Zuordnungsaufgabe Arbeit mit dem Glossar) Bildungssprache / Unterrichtssprache / Schulsprache/ Mehrheitssprache Muttersprache/ Erstsprache /Zweitsprache/ Fremdsprache BICS – CALP (vgl. z:B.http://spzwww.uni- muenster.de/~griesha/sla/cummins/eisberg.html)http://spzwww.uni- muenster.de/~griesha/sla/cummins/eisberg.html Doppelter L1-Erwerb - L2-Erwerb simultaner - früher- sukzessiver L2-Erwerb additive – subtraktive Mehrsprachigkeit Sprachporträt Sprachsilhouetten Sprachverwendungsprofil

26 Begriffe und ihre Bedeutungen (Zuordnungsaufgabe Arbeit mit dem Glossar) AlltagsspracheBildungsspracheErstsprache Welche davon ?... ist eine Sprache, die über Fachsprache, Schul- und Unterrichtssprache hinausreicht, diese aber mit einschließt. Sie ist ein Register, das sich in jeder Sprache findet, und in dem in den dafür zuständigen Institutionen gelehrt und gelernt wird. Formal unterscheiden sich diese Register in den verschiedenen Sprachen, im Deutschen zeichnet sie sich z.B. durch die häufige Verwendung von Satzverbindungen oder Nominalisierungen aus.

27 Begriffe und ihre Bedeutungen (Zuordnungsaufgabe Arbeit mit dem Glossar) Wie werden mehrsprachige Lernende in Medien/ im Schulkontext/ in Alltagsgesprächen bezeichnet? Kinder/Jugendliche/Lernende/Menschen mit Migrationshintergrund mit anderen Erstsprachen „türkische, bosnische, albanische... Ausländer/ Ausländerin Migrant/Migrantin.... Perspektivenwechsel? „Alle sind „unsere“ Kinder!... und unsere Zukunft!“ (Andreas Holzknecht, Projekt Sprachfreude Nenzing)

28

29 Sprachen in den Medien

30 Gesellschaftlicher Umgang mit kultureller und sprachlicher Vielfalt - Werthaltungen Plurilinguale SchülerInnen in einer monolingualen Schule als defizitär hinzustellen, als ein Problem zu sehen, ist aktive Kapitalvernichtung für die Gesellschaft (daher auch für die monolingualen MitschülerInnen!). Dies beschämt die mehrsprachigen SchülerInnen nachhaltig, schwächt ihr Selbstvertrauen und damit ihr Vertrauen in die Welt zu gehen und ihren Platz darin zu finden, ihren Platz mit zu schaffen. (Gombos 2013)

31 15 Thesen zur Mehrsprachigkeit (Wintersteiner, Gombos, Gronold 2008) Anlässlich der Konferenz „Mehrsprachigkeit, Transkulturalität und Bildung“ 1.Mehrsprachigkeit ist der Normalzustand, Einsprachigkeit die Ausnahme – für die meisten Menschen der Welt, in den meisten Epochen der Geschichte. 2.Der Mensch ist prinzipiell in der Lage, im Laufe seines Lebens mehrere Sprachen zu lernen –und zwar von klein auf und gleichzeitig mehr als eine. 3.Ob Mehrsprachigkeit als positiv erlebt wird, hängt vom Prestige der jeweiligen Sprache(n)ab, also von den Machtverhältnissen zwischen den Sprachen. Jedes Eintreten für Mehrsprachigkeit und interkulturellen Dialog muss daher zugleich ein Engagement für (sprachliche) Demokratisierung sein. 4.Wir treten dafür ein, dass Erlernen der Muttersprache(n) als Menschenrecht zu betrachten, wobei dieses Lernen im Medium der Muttersprache(n) erfolgen soll.

32 5. Eine qualitativ hochwertige mehrsprachige Bildung und Erziehung stellt für den Einzelnen eine Bildungschance ersten Ranges dar, da er bzw. sie über das Erlernen der betreffenden Sprachen hinaus auch mit besseren Leistungen in anderen Bereichen wie etwa Kreativität, Originalität, metalinguistische Fähigkeiten u.ä.m. rechnen kann. 6. Individuelle Mehrsprachigkeit bringt mit sich, dass der/die Einzelne seine/ihre Sprachen auf unterschiedlichem Niveau beherrscht. Die Förderung von Mehrsprachigkeit heißt auch, (partielle) Kompetenzen wert zu schätzen und jegliche Diskriminierung aufgrund von Ausspracheunterschieden oder grammatikalischen Unzulänglichkeiten etc. zu vermeiden bzw. zu unterbinden. 7. Mehrsprachigkeit zu fördern erhöht die Chancen des/der Einzelnen am Arbeitsmarkt und verbessert die Wettbewerbsfähigkeit der Wirtschaft. 8. Akzeptanz und Förderung der realen Mehrsprachigkeit ist eine Voraussetzung für soziale Kohäsion und somit wesentlich für gelebte Demokratie. 9. Mehrsprachigkeit dient dem interkulturellen Dialog über alle Grenzen hinweg, fördert sprachliche Vielfalt, Toleranz und Frieden.

33 10. In Zeiten der Globalisierung, des weltweiten ökonomischen und kulturellen Austausches, wird Mehrsprachigkeit zu einem Gebot der Stunde. Alle Menschen sollten mindestens zwei Fremdsprachen lernen, eine Nachbarschaftssprache und eine (internationale) Begegnungssprache mit Nachbarn diesseits und jenseits der Grenzen (entsprechend den Empfehlungen der EU und des Europarates). Wie es eine selbstverständliche Notwendigkeit ist, dass MigrantInnen die Verkehrssprache(n) des aufnehmenden Landes erlernen, so sollte es ebenso selbstverständlich werden, dass auch die Sprachen der MigrantInnen von der Aufnahmebevölkerung“ als Lernchance betrachtet werden. 11. Der Alpen-Adria-Raum, ein multikulturelles und mehrsprachiges Laboratorium der Geschichte, bietet alle Voraussetzungen für positiv gelebte Mehrsprachigkeit. 12. Ob es gelingt, diese Vorteile des Alpen-Adria-Raumes zu nutzen, hängt davon ab, ob werden Blick nicht nur auf die Alpen-Täler und Adria-Dünen beschränken, sondern von den Alpengipfeln und den Adriastränden aus auf die ganze Welt richten.

34 13. Bildung ist die wichtigste Strategie, um Mehrsprachigkeit, interkulturellen Dialog, transkulturellen Austausch zu fördern. Bildung im vollen Sinne des Wortes ist eine Friedens- und Demokratisierungsstrategie. 14. Es ist entscheidend, die Bildung zur Mehrsprachigkeit und zu interkulturellem Dialog in allen gesellschaftlichen Feldern zu implementieren: bei Ämtern und Behörden, im Gesundheitswesen, im Handel und in der Wirtschaft sowie in den Massenmedien. 15. Wir brauchen eine Schulsprachenpolitik, die diese Grundsätze konsequent umsetzt, d.h., die einen Paradigmenwechsel des österreichischen Bildungssystems in RichtungTranskulturalität und Mehrsprachigkeit bewerkstelligt. Klagenfurt/Celovec, im Oktober 2008

35 Bildungsziel muss es sein, ALLE Schüler/innen zu befähigen, „sich in der heutigen Welt sprachlicher Vielfalt zu orientieren, sich selbstbestimmt und zielbewusst neue sprachliche Qualifikationen anzueignen und sich in vielsprachigen Situationen kompetent zu bewegen.“ (Krumm/Reich 2011)


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