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Herzklopfen – Beziehungen ohne Gewalt

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Präsentation zum Thema: "Herzklopfen – Beziehungen ohne Gewalt"—  Präsentation transkript:

1 Herzklopfen – Beziehungen ohne Gewalt
Prävention von Gewalt in intimen Beziehungen Jugendlicher Vorstellung ich und TIMA Vorgeschichte: EU-Projekt „Sprich mit mir –Peer-Unterstützung bei häuslicher Gewalt. Kurze Erläuterung dazu. Def. was h.G. ist Mädchen berichteten uns von Gewalterfahrungen in ihren eigenen Beziehungen, v.a. von kontrollierendem Verhalten, Isolation von den Freundinnen, Demütigungen. Das kennen wir aus Kontext h.G. als emotionale und psychsiche Gewaltmuster. Bereiten den Nährboden für körperliche Gewalthandlungen. Neugierig geworden, begannen zu recherchieren: welche Erkenntnisse liegen dazu vor? Ergebnis: deutschsprachiger Raum wenig, lediglich der Teilaspekt der sexuellen Übergriffe unter Jugendliche wurde erforscht. Anders im englischsprachigen Raum, bes. in Nordamerika: USA und Kanada „dating violence“: Zahlen, die belegen, dass Gewalt in jugendlichen Beziehungen ebenso häufig vorkommt wie in erwachsenen Liebes- und Partnerschaftsbeziehungen. Es gibt eine Fülle von Informationsmaterialien für Eltern, Jugendliche, Fachleute. Gleichzeitig mit unserem EU-Projekt begann Chr. Barter Uni Bristol zum Thema zu forschen. Ihre Ergebnisse wurden für uns die Grundlage unserer Arbeit. Untersuchte in einer repräsentativen Untersuchung 1353 M und J zwischen 13 und 17 Jahren mittels eines Fragbogens. Desweiteren verteifende Interviews mit 91 Mädchen und Jungen. 1 1 1

2 Einige Fakten Vorkommen:
- körperliche Gewalt: 25% der Mädchen und 18% der Jungen, davon 11%/4% schwere körperliche Gewalt - psychische Gewalt: 75% der Mädchen und 50% der Jungen - sexuelle Gewalt: 33% der Mädchen und 16% der Jungen Zahlen nach: C. Barter, University of Bristol, 2009 „ Partner exploitation and violence in teenage intimate relationsships“, Studie mit Mädchen und Jungen zwischen 13 und 17 Jahren 2 2

3 Einige Fakten Kelly: “He raised his fist to hit me…and I was thinking ...I know it sounds stupid but…I felt as if I deserved it, but I was scared.” körperliche Gewalt: erleben 25% der Mädchen und 18% der Jungen, 11% der Mädchen und 4% der Jungen erlebten schwere körperliche Gewalt „Beziehungen“ meint alle Arten v. Beziehungen, solange die Jugendlichen sie als solche bezeichnen. Weites Feld von langanhaltenden Liebesbeziehungen bis hin zu einmaligen Begegnungen mit sexuellem Kontakt, z.B. auf einer Party. 88%d. befragten Jugendlichen gaben an, schon einmal „eine Beziehung“ gehabt zu haben. 2/3 der befragten Jugendliche über 15 Jahren. 96% heterosex. Beziehungen Studie „ Partner exploitation and violence in teenage intimate relationsships“ von Christine Barter e.a., University Bristol 2009, mit Mädchen und Jungen zwischen 13 und 17 Jahren 3 3 3

4 Fragestellungen Physical Partner violence: Two levels
Have any of your partner ever used physical force such as: pushing, slapping, hitting, or holding you down? more severe force such as: punching, strangling, beating you up, hit with an object? 4 4 4

5 Einige Fakten Louise said:
“Um … well yeah, he was pressuring me a lot. But there’d be a few times where he was like really trying to force me…a few times he did.” sexuelle Gewalt erleben 31% der Mädchen und 16% der Jungen Interessant: die wenigen deutschen Studien, die es zu diesem Thema gibt, kommen zu einem ähnlichen Ergebnis. Ich werde Ihnen nachher noch kurz die Ergebnisse der Forschungen von Barbara Krahé zum Thema sex. Gewalt in jugendlichen Beziehungen vorstellen. Studie „ Partner exploitation and violence in teenage intimate relationsships“ , Barter e.a.2009 mit Mädchen und Jungen zwischen 13 und 17 Jahren 5 5 5

6 Fragestellungen Sexual Violence: Four levels
Have any of your partners ever: • Pressured you into kissing, touching or something else (25%) • Physically forced you into kissing, touching or something else (12,5) • Pressured you into having sexual intercourse (16%) • Physically forced you into sexual intercourse (6%) 6 6 6

7 Einige Fakten Forschungsergebnisse Deutschland:
- Ca. 31% der jungen Frauen erleben sexuelle Übergriffe durch einen Beziehungspartner. Ca. 14% der jungen Männer erleben sexuelle Übergriffe durch eine Beziehungspartnerin Dr. Barbara Krahé, Uni Potsdam einzige mir bekannte Forscherin in D, die sich mit diesem Thema beschäftigt. Ergebnisse, die für unseren Zusammenhang interessant sind: Befragung von 456 sex. erfahrenen jungen Frauen mit Altersmittelwert v. 18,4 Jahren : ca.31% sexuelle Übergriffe durch einen Beziehungspartner erlebt. “Sex. Übergriffe” meint hier sexuelle Handlungen von Küssen und Petting bis hin zu erzwungenem GV durch Gewalt oder Androhung v. Gewalt. In einer zweiten Studie Befragung von jungen Männern: 14% der Jungen/jungen Männer elebten sex. Übergriff durch eine Partnerin. Strategien zur Durchsetzung: Verbaler Druck - Ausnützung der Widerstandsunfähigket (Drogen, Alkohol)Gewalt- Androhung v. Gewalt Prof. Dr. Barbara Krahé, Universität Potsdam, Krahé/Scheinberger-Olwig 2002 456 Mädchen/junge Frauen (Altersmittelwert 18,4) 400 Jungen/junge Männer (Altersmittelwert 19,8) 7 7 7

8 Einige Fakten Keira said: “One thing would happen he would just go mad about it. Like even on the computer if I took too long to reply he would be like ‘why, what are you doing, do you not want to talk to me, do you not have time for me or anything?” psychische Gewalt erleben 75 % der Mädchen und 50% der Jungen. Kontrolle erleben 1/3 Mädchen und 1/8 Jungen Studie „ Partner exploitation and violence in teenage intimate relationsships“ , Barter e.a.2009 mit Mädchen und Jungen zwischen 13 und 17 Jahren 8 8 8

9 Fragestellungen Emotional Violence: Eight components
Have any of your partner ever: • Made fun of you • Said negative things about your appearance/body/ family/friends • Shouted at you/screamed in your face/called you names • Threatened to hurt you physically unless you did what they wanted • Told you who you could see and where you could go • Constantly checked up on what you were doing • Used private information to make you do something • Used mobile phones/internet to humiliate/threaten you 9 9 9

10 Einige Fakten Geschlechtsspezifische Unterschiede
Mädchen sind stärker betroffen und berichten von für sie belastenderen Auswirkungen und davon, dass die Gewalt wiederholt auftritt. Sie erleben mehr Kontrolle und Machtausübung. Jungen neigten zur Bagatellisierung der Gewalt- erfahrungen, sowohl als Täter als auch als Opfer Offene Frage: Zusammenhang mit dem Männlichkeitsbild? 66% der Mädchen und 14 % der Jungen gaben an, dass die Gewalterfahrungen ihr Leben negativ beeinflusst haben. Mädchen erleben schwerwiegendere Formen v. Gewalt, erleben diese häufiger und als wiederkehrendes und sich in der Intensität steigerndes Verhalten . Forschungsbedarf, v.a. was die Einschätzung der Antworten der Jungen betrifft. 10 10 10

11 Einige Fakten Weitere wichtige Ergebnisse
Besonders bei sexueller Gewalt belasten die Mädchen Schuldgefühle häufige Form psychischer Gewalt: Kontrolle, verbunden mit Isolation von FreundInnen, Gefahr der Eskalation nach einer Trennung Gleichaltrige sind wichtigste AnsprechpartnerInnen Schuldgefühle der Mädchen: das Gefühl selber eingewilligt zu haben, nicht rechtzeitig eine Grenze gesetzt zu haben . Dies belastet die Mädchen langfristig gesehen mehr als die Gewalt selber Kontrolle häufig auch mit Hilfe neuer Medien Eskalation nach Trennung Parallele zu h.G. bei erwachsenen Frauen. Trennung sehr gefährliche Situation. Massive Drohungen bis hin zu Morddrohungen Wie in SMM: Jugendliche vertrauen sich am ehesten Gleichaltrigen an: Wichtige Ansprechpartnerinnen für Intervention u. Prävention 11 11 11

12 Einige Fakten Risikofaktoren
Erfahrungen mit Gewalt in der Herkunftsfamilie Sehr viel älterer Partner (mind. 2 Jahren Altersunterschied, Selbsteinschätzung) Alle Mädchen der Studie mit einem wesentlich älteren Partner erlebten Gewalt: 75% körperlich 75% sexuell 80% psychisch 12 12 12

13 Einige Fakten Risikofördernde Verhaltensweisen (Krahé) bezogen auf sex. Gewalt Schnelles und frühes Eingehen sexueller Kontakte Alkoholkonsum im Kontext sexueller Interaktionen Uneindeutige Kommunikation sexueller Absichten 13 13 13

14 Einige Fakten Gibt es einen Zusammenhang zwischen Pornografiekonsum und sex. Gewalt? Sexuelle Skripts = Verhaltensdrehbücher für sexuelle Interaktionen Der Konsum von allgemeiner Pornografie erhöht die Risikoelemente in den sexuellen Skripts (z.B. die Überzeugung, dass Frauen eigentlich Ja meinen, wenn sie Nein sagen) Der Konsum von Gewaltpornografie erhöht zusätzlich die Akzeptanz sexueller Aggression Deutsche Diskussion: “Generation Porno” Je höher der allgemeine Pornografiekonsum, desto ausgeprägter die Risikomerkmale in den sexuellen Skripts. Allgemeiner Pornografiekonsum steht nicht in Beziehung zur Akzeptanz sexueller Aggression. Je höher der Konsum gewalthaltiger Pornografie, desto ausgeprägter die Risikoscores in den sexuellen Skripts und desto höher die Akzeptanz sexueller Aggression. Der Zusammenhang zwischen Gewaltpornografie und Akzeptanz sexueller Aggression wird über die Risikoscores in den sexuellen Skripts vermittelt. Entscheidender Faktor ist dabei auch die Einschätzung der Einstellung der Peer-Gruppe. 14 14 14

15 Projektzuschnitt EU-Projekt ( ) in 5 Ländern, koordiniert vom Paritätischen BW Ziele: Workshops mit Jugendlichen Schulung von Fachkräften Erstellung jugendspezifischer Materialien Erstellung eines Online-Methodenreaders für Fachkräfte 15 15 15

16 Projektzuschnitt Ziele der Workshops mit den Jugendlichen:
Bewusstwerdung von eigenen Wünschen und Bedürfnissen in Beziehungen Förderung eines respektvollen Umgangs miteinander Information über Warnzeichen Infos über Hilfsmöglichkeiten Einüben von positiven Konfliktlösungen Stärkung von Peer-Unterstützung Workshops über 2 Schulvormittage a´4 Std. Zielgruppe hauptsächlich ältere Jdgl. Ab 16 Jahren Erfahrungen mit: BVJ/BEJ, Haupt- und Realschule Kl. 9, Schule f. GB/LB Workshops mit MultiplikatorInnen, StudentInnen 16 16 16

17 Zugang zu den Jugendlichen
Unsere Haltung: Wertschätzung Neugierde auf ihre Sicht- und Denkweise Nicht Täter / Opfer, sondern Lernende und Experimentierende in Sachen Beziehung Ernstnahme der Jugendlichen, auch mit „verqueren“ Ansichten Ansetzen am Gelingenden und Positiven 17 17 17

18 Einstellungen der Jugendlichen
Es ist okay…… …die SMS der/des Anderen zu lesen: w: 38,9% m: 34,1% …immer wissen zu wollen, wo der Freund/ die Freundin ist: w: 59,3% m: 59,1% …dem Freund/der Freundin zu verbieten, mit Anderen auszugehen: w: 20,4% m: 34,1% …den Freund/die Freundin sexuell unter Druck zu setzen: w: 3,7% m: 9,1% Eine Person ist selber schuld daran, wenn sie in ihrer Beziehung verletzt oder bedroht wird: W: 33,3% m: 25% n = 98 Einschränkungen: Keine verallgemeinerbare Aussage über die Jugendlichen (nur HS und BVJ/BEJ) Stichprobe sehr klein, nicht repäsentativ Daten nicht belastbar, Raum für subjektive Interpretationen Festzuhalten bleibt dennoch: Viele der Jdgl. mit denen wir arbeiten, finden kontrollierendes und besitzergreifendes Verhalten in jugendlichen Paarbeziehungen - mit Ausnahme von sexuell manipulierendem Verhalten - in Ordnung. „Kontrollierendes “ Verhalten aufgrund von Eifersucht, das ergaben auch viele Gespräche mit Jugendlichen im Rahmen der Workshops, scheint von vielen Befragten eher als „Liebeszeichen“denn als problematisches Warnzeichen gedeutet zu werden. Entsprechend wird die Verantwortung bzw. die Schuld für Beziehungsgewalt den Opfern mehr oder weniger selbst zugeschrieben. 18 18 18

19 Themen Menschenrechte/Recht auf Respekt
Wünsche und Bedürfnisse in einer Beziehung, die gut tut Warnzeichen und Stopp-Signale Einmischen oder nicht? Umgang mit Konflikten in respektvollen Beziehungen 19 19 19

20 „ Du bist es wert, mit Respekt behandelt zu werden“
Leitgedanken „ Du bist es wert, mit Respekt behandelt zu werden“ 20 20 20

21 Beziehungs-Ampel 21

22 Herausforderungen Emotionale Nähe des Themas kann starke Gefühle und Unruhe auslösen Betroffenheit wird sichtbar. Sind persönliche Themen in der Gruppe gut aufgehoben? Einige wenige Jugendliche bekennen sich offen zu gewalttolerierenden Standpunkten Jugendliche interessieren sich für das Thema und reagieren positiv auf das Angebot. Emot. Nähe kann Unruhe, Getuschel, Mitteilungsbedürfnis auslösen. Einige Jugendliche, v.a. Mädchen, berichten von eigenen Gewalterfahrungen in ihren (Ex)- Beziehungen. Achtung: Schutz! Nicht jedes persönliche Thema ist in jeder Gruppe gut aufgehoben. Es können Krisen ausgelöst werden, die eine Nachbetreuung nötig machen können. Auch bei den TrainerInnen/ LehrerInnen löst das Thema eine starke Auseinandersetzung mit den eigenen Beziehungserfahrungen aus. Gewaltbejahende Jugendliche größte Herausforderung Gratwanderung zwischen Respekt vor der Person –Ablehnung des Verhaltens oder der Einstellung 22 22 22

23 Voraussetzungen Fachwissen über Gewalt im Geschlechterverhältnis, Dynamik, Formen und Folgen von Partnerschaftsgewalt Kenntnis des lokalen Hilfesystems Selbstreflexion und klare eigene Haltung der Gewalt- ablehnung Methodenkompetenz Fähigkeit, mit starken Emotionen angemessen umzu- gehen Fähigkeit, mit problematischen Situationen und Störungen im Gruppenkontext umzugehen 23 23 23

24 www.herzklopfen-tuebingen.de www.pfunzkerle.org/herzklopfen
Weitere Infos zum Projekt „Herzklopfen- Beziehungen ohne Gewalt“ unter Eine Mädchenseite zum Thema: Eine Jungenseite zum Thema: 24 24


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