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Artikulation: Inhalt Begriff Artikulationstrakt Einteilung der Artikulation nach Artikulationsort Artikulationsart Artikulator Stimmbeteiligung Lautklassen.

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Präsentation zum Thema: "Artikulation: Inhalt Begriff Artikulationstrakt Einteilung der Artikulation nach Artikulationsort Artikulationsart Artikulator Stimmbeteiligung Lautklassen."—  Präsentation transkript:

1 Artikulation: Inhalt Begriff Artikulationstrakt Einteilung der Artikulation nach Artikulationsort Artikulationsart Artikulator Stimmbeteiligung Lautklassen Lautsymbole: IPA, Transkription Koartikulation Elision, Assimilation

2 Artikulation 3 Hauptbereiche der Sprachproduktion Initiator (Atmung) Generator (Phonation) Modifikator (Artikulation) Artikulation = Modifikation (Veränderung) des bei der Phonation erzeugten Primäschalls = Lautbildung

3 Luftstrom – Herkunft und Richtung pulmonal – aus der Lunge egressiv (= ausströmend): gilt für die meisten Sprachlaute ingressiv (= einatmend): nur paralinguistische Funktion glottal – aus der Glottis egressiv: Ejektive (geschlossene Glottis, gehobener KK) ingressiv: Implosive (geschl. Glottis, gesenkter KK) velar – durch velaren Verschluss egressiv: pops (nur paralinguistisch) ingressiv: clicks esophageal – aus der Speiseröhre

4 Artikulationstrakt Artikulationsort = jene relativ unbeweglichen Stellen im Mundraum, die für die relativ beweglichen Artikulationsorgane (Zunge, Unterlippe, Glottis) bei der Artikulation von Sprachlauten das Bewegungsziel darstellen

5 Artikulationstrakt mit Artikulationsorten Artikulationsort = jene relativ unbeweglichen Stellen im Mundraum, die für die relativ beweglichen Artikulationsorgane (Zunge, Unterlippe, Glottis) bei der Artikulation von Sprachlauten das Bewegungsziel darstellen

6 Unterscheidung von Lauten nach dem Artikulationsort bzw. Artikulator Artikulationsort:Artikulator:gebildet mit/an: labialLippen labiodentalLippe und Zähne dentalZähne alveolarZahndamm postalveolarhinter dem Zahndamm palatalvorderer Gaumen (hart) velarhinterer Gaumen (weich) uvularZäpfchen pharyngalRachen epiglottalKehldeckel glottalKehlkopf apikalZungenspitze dorsalZungenrücken

7 Artikulationsart / Artikulationsmodus bezeichnet die Art und Weise des Überwindungsmodus im Artikulationstrakt, durch die ein Sprachlaut gebildet wird Arten: Plosiv= Verschluss mit anschl. Sprengung Frikativ= Verengung mit hörbarem Verwirbelungsgeräusch Nasal= Nasenhöhle als zusätzlicher Resonanzraum genutzt Vibranten= Schwingen eines Artikulators Approximanten= Öffnungslaut, kein Verschluss, evtl. Enge ohne Reibung) Laterale= lateraler (=seitlich) (statt sagitaler) Überwindungsmodus Klicks= Schnalzlaute, 2 Verschlüsse, von denen 1 plötzlich geöffnet wird Implosive= glottalisch ingressiver Verschlusslaut Ejektive= plötzliche Lösung eines Oralverschlusses beim Ausatmen mit geschlossener Glottis Taps/Flaps

8 Artikulation von Konsonanten Verengung im Artikulatiosntrakt, die den Atemluftstrom ganz oder teilweise blockiert Luftverwirbelungen hörbare Klangänderungen Klassifikation und Beschreibung: Artikulationsart Artikulationsort Artikulator Stimmhaftigkeit Unterscheidung Konsonant – Vokal ist umstritten (insbesondere für die Laute /j/ und /l/)

9 Übersicht

10 Plosive Verschlusslaute: an einem bestimmten Artikulationsort wird ein Verschluss gebildet und anschließend gesprengt 3 Phasen: Verschluss Burst Aspiration (kann auch entfallen) im Deutschen: bilabiale Plosive: p und b alveolare Plosive: t und d velare Plosive: k und g

11 Nasale Gaumensegel gesenkt Nasenhöhle als zusätzlicher Resonanzraum genutzt gleiche Artikulationsstellen wie Plosive im Deutschen: mbilabial nalveolar velar alle stimmhaft

12 Frikative (Reibelaute) Friktion = Reibung, Friktionsgeräusch = Reibegeräusch umfangreichste Konsonantengruppe kein Verschluss, nur Verengung, sodass Luftturbulenzen entstehen, die als Friktionsgeräusch wahrgenommen werden können mit oder ohne Stimmbeteiligung realisiert werden im Deutschen: f, v s, z, ( ), x

13 Artikulation von Frikativen Bildung von [s] und [z] (links dorsal, rechts apikal) Bildung von [ ] und [ ]

14 Laterale Luftstrom entweicht relativ ungehindert ein- oder beidseitig zwischen Zungenrändern und Backenzähnen Zungenspitze bildet einen Verschluss Luft kann nicht mittig ausströmen, sondern nur seitlich (vgl. lat. lateral) im Deutschen: l

15 Vibranten auch Zitterlaute oder Schwinglaute genannt im Deutschen 2 Grundtypen: uvular, Zäpfchen-r rZungenspitzen-r beide Varianten werden in best. Positionen vokalisiert (als [a] oder [ ] realisiert) silbenfinal nach Vokalen (z.B. Tür, Bier, Tor) in unbetonten Präfixen (z.B. er-, ver-, vor-, her-, zer-) in unbetonten Suffixen (z.B. Hörer, Sprecher, Leiter), dabei wird das gesamte Suffix –er durch [ ] ersetzt

16 Artikulation von Vokalen keine midsagitale Obstruktion ungehindertes Austreten des Luftstroms durch Rachen- und Mundraum Klassifikation: Zungenlage: vorn – hinten Zungenhöhe: hoch – tief Lippenform: gerundet – ungerundet Beziehungen zur akustischen und perzeptiven Klassifikation über Formanten und Klangqualität Vokalkarten Kardinalvokale

17 Artikulation von Vokalen Zungenspitze liegt immer hinter den Vorderzähnen Zungenrücken ist aufwärts gekrümmt 1-4: höchster Punkt des Zungenrückens ist im vorderen Teil des Mundraumes vordere Vokale (=palatale V.) 1: heed/ i / 2: hid/ / 3: head/ E / 4: had/ /, / a / 5-7: hintere Vokale (=velare V.) 5: father/ / 6: good/ / 7: food/ / Lippenposition

18 Zungenposition: Lage und Höhe 1 heed, 2 hid, 3 head, 4 had, 5 father, 6 good, 7 food

19 Kardinalvokale artikulatorische Definition / i / und / / alle anderen nach auditiv gleichen Abständen primäre = vordere ungerundete und hintere gerundete sekundäre = vordere gerundete und hintere ungerundete primäre Kardinalvokalesekundäre Kardinalvokale i e E a o u y O

20 Vokaldreieck und Diphtonge des Deutschen

21 Vokalsysteme anderer Sprachen SpanischJapanischDänisch i o u e a e o a iy E e a A o i u SpanischJapanischDänisch

22 Internationales Phonetisches Alphabet (IPA) zur phonetischen Transkription von gesprochener Spreche Symbole vom Weltlautschriftverband (heute: International Phonetic Association) festgelegt ursprünglich: 1886 Gruppe von Sprachlehrern in Frankreich Ausarbeitung eines phonetischen Transkriptionssystems ist effektives Intrument für breite und enge Transkription phonetische Repräsentation der Sprachen dieser Welt Orthographiereformen als Basis Verwendung in Wörterbüchern, Lehrbüchern...

23 Prinzipien der IPA separates Symbol für jeden verschiedenen Laut gleiches Symbol für gleiche Laute in verschiedenen Sprachen (auch für sehr ähnliche Varianten) möglichst wenig neue Symbole, sondern gewöhnliche Buchstaben des lateinischen Alphabets verwenden Berücksichtigung des internationalen Gebrauchs bei der Verwendung lat. Buchstaben als Symbole Symbole sollen Lautwerte möglichst suggestiv repräsentieren (durch enge Anlehnung an die übrigen Symbole) Vermeidung von diakritischen Zeichen (augenermüdend, beschwerlich zu schreiben)

24 IPA-Tabelle pulmonale Konsonanten Spalten: Artikulationsort Zeilen: Artikulationsart gleiche Spalte: 1. Laut: stimmlos, 2. Laut: stimmhaft nicht-pulmonale Konsonanten: Clicks, Implosive, Ejektive Diakritika zusätzliche Zeichen zur Kennzeichnung spezieller artikulatorischer Varianten (für enge Transkription) Vokale Paare: links: ungerundet, rechts: gerundet andere Symbole Suprasegmentalia (Betonung und Rhythmus) Töne und Akzente (für Tonsprachen und Intonation)

25 Transkriptionsbeispiel aIns St Itn zIC n vInt Un z n, ve f n im baIdn vol d StE k ve, als aIn vand, dE In aIn va m mantl g hYlt va, d s veg s da he ka m. zI vU dn :aInIC, das :de jenIg fY d n :StE k n gEltn z lt, dE d n :vand :tsvINN vY d, zaIm :mantl :aptsU nemm. dE :n tvIm :blis mIt :al :maXt, ab je :me E :blis, dEsto :fEst :hYlt zIC d :vand In zaIm :mantl aIn. :EntlIC ga p d :n tvIn d N :kampf aUf. nun E :vE mt dI :z n dI :lUfp mIt i n :f IntliCn St a ln, Un SonaX venIgN :aUgNblikN tsok d :vand zaim :mantl aUs. da mUst d :n tvIn :tsugebm, das dI :z n f n im :baIdn d :StE k va.

26 Koartikulation zuerst untersucht von Menzerath und Lacerda 1934 großes Problem bei der phonetischen Beschriebung gesprochener Sprache Artikulationsbewegungen benachbarter Laute überlagern sich Bsp: k, g werden abhängig vom Vokal palatal oder velar gebildet keine diskrete Aneinanderreihung von Einzellauten, sondern kontinuierliche Bewegungen Zielpositionen werden nicht immer erreicht

27 Koartikulation Assimilationsvorgänge bei der Artikulation von [dn] und [pm]

28 Extreme Beispiele (Ich will morgen) abend nach (Frankfurt) [ ] Geben Sie (mir die Verbindungen) [ ] morgen [ ]

29 Koartikulationsarten Elision (schwa, /t/) Reduktion (z.B. Geminatenreduktion) Assimilation Progressiv Regressiv Artikulationsart Artikulationsort Stimmlosigkeit/Sonorisierung Nasalität

30 Elision Ausfall von Segmenten schwa-Elision / / verschwindet völlig vor Nasal nach einer Silbe mit akzentuiertem Vokal Nasal übernimmt die vokalische Funktion Bsp: legen legn, reden redn, leben leben haben [b n] [bn] [bm] [m] auf ebenen Straßen [b n n] [bnn] die abgeschnittenen Rosen [t n n] [tnn] kann bei Verben in der 1. Pers. Sing. Präs. ausfallen, wenn dadurch kein silbischer Nasal entsteht Bsp: ich mache ich mach ich öffne ich öffn

31 / t / - Elision /t/ fällt aus, wenn es der mittlere Konsonant einer Dreiergruppe ist 1. nach /n/ und /l/ vor /s/ Bsp: Glanz [nts] [ns], erhältst [lts] [ls] 2. vor /l/ nach Frikativen Bsp: restlich [stl] [sl], schriftlich [ftl] [fl], beachtlich [xtl] [xl] 3. bei regressiver Assimilation des Artikulationsortes Bsp: Weltkugel [ltk] [lk], nicht aber: Halbkugel [lpk], Halbzeit [lpt] 4. zwischen apikalen Frikativen Bsp: Szene [sts] [ss], jetzt zu [tstts] [tss], zumindest zwei [stts] [ss], einst stritten [st t] [s ] nach Frikativen und nach /n/ in Senkungssilben Bsp: Wirtschaft und Finanzen [ft] [t], desto, muste [st] [s], er wird doch endlich kommen [ntl] [nl] möglich nach / /, wenn ein geschlossener Vokal folgt Bsp: berechtigte [ t t ] [ ]

32 Assimilation Assimilation = Angleichung benachbarter Segmente in mindestens einem phonetischen Parameter Unterscheidung nach Wirkungsrichtung: progressiv – perseverierend Artikulation eines Lautes setzt sich noch im nächsten Laut fort, wird also beibehalten regressiv – antizipatorisch Artikulation des folgenden Lautes wird vorweggenommen nach betroffenem phonetischen Parameter Beibehaltung/Vorwegnahme des Artikulationsortes ~ ~ Artikulationsart Stimmbeteiligung nach der Ausdehnung partiell oder total weitere: z.B. Position, kontextuelle Bedingungen, Gültigkeit

33 Regressive Assimilation des Artikulationsortes vor Wort- und Morphemgrenzen: Angleichung von apikalen Plosiven und Nasalen an labiale und dorsale P. und N. Bsp: anbinden [nb] [mb] geht baden [tb ] [pb ] bunt machen [ntm] [mpm] angeben [ng] [ g] mitkommen [tk] [kk] bunt kariert [ntk] [ kk] auch, wenn die Konsonantenfolge erst durch / / - Elision entsteht: buntem [ntm] [mpm] die angebundenen Pferde [ng... ndnnp] [ g... mbmmp] auf ebenem Boden [bnm] [bmm]

34 Progressive Assimilation des Artikulationsortes wenn im selben Wort aufgrund von / /-Elision kein Vokal mehr folgt, kann ein apikaler Nasal an vorhergehende Labiale und Dorsale angeglichen werden: Bsp: eben [bn] [bm]trocken [kn] [k ] verlogen [gn] [g ]Gegend [gnt ] [g t ] Lappen [pn] [pm]lebende [bnd] [bmd] kommen [mn] [mm]fangen [ n] [ ] ebenso Plosive, wenn sie keine orale Verschlusslösung haben Bsp: Beamten [mtn] [mpm]behaupten [ptn] [pm] selten: Assimilation des finalen Nasals auch nach Frikativen Bsp: rufen [fn] [fm]

35 Regressive Assimilation der Artikulationsart zur Vereinfachung der kompliziertesten aller Zungenartikulationen wird /s/ (wortfinal) an / / (initial) assimiliert Bsp: das Schiff [s ] [ ]Eisschrank [s ] [ ]

36 Einsparung von Bewegung zur Veränderung des Öffnungsgrades beidseitig bedingte Assimilation lässt aus stimmhaften labialen [b] und dorsalen [g] Plosiven zwischen Vokalen ihre homorganen Approximanten werden Bsp:ich habe [b] [ß ]ich lege [g] [ ] dadurch: Vermeidung von extremen Lippen- und Zungenrückenbewegungen

37 Progressive Assimilation der Stimmlosigkeit stimmhafte Plosive oder /z/ nach stimmlosen Plosiven oder Frikativen werden total entstimmt Bsp: dasselbe [sz] [ss]das Siebengebirge [sz] [ss] frisch sein [ z] [ s]setzt sich [tz] [ts] messbar [mb] [mb ]wegbringen [kb] [kb ] [j], [v], [ ] und [l] nach Frikativen werden unter denselben Bedingungen nur partiell entstimmt Bsp: das Jahr [sj] [sj ]das Wasser [sv] [sv ] das Rad [s ] [s ]Fjord [fj] [fj ] schwitzen [ v] [ v ]schlafen [ l] [ l ] dabei ist die Turbulenzbildung so gering, dass die Laute nicht zu [ ], [f], [ ] und [ ] werden nach Plosiven nähern sich /j/ und / / weitgehend an [ ] und [ ] an Bsp:Schaltjahr [tj] [t ]Preis [b ] [p ]

38 Assimilation der Nasalität regressiv stimmhafte Plosive vor einem Nasal im selben Wort können zu den homorganen Nasalen werden Bsp:Signal [gn] [ n]werden [dn] [nn] signifikant [gn] [ n]lebend [bmt] [mmt] progressiv stimhafte Plosive nach Nasalen können, auch über Wortgrenzen hinweg, in die homorganen Nasale übergehen Bsp: umbenennen [mb] [mm]Stunden [nd] [nn] zumindest [nd] [nn]angeben [ g] [ ]

39 Geminatenreduktion Geminate = Doppellaut final können Geminaten grundsätzlich vereinfacht werden Bsp: kommen [mm] [m]nennen [nn] [n] hängen [ ] [ ]eben [mm] [m] legen [ ] [ ] sonst: Vereinfachung, wenn: die Geminate nicht erst durch Assimilation des Ortes entstand nicht unmittelbar vorher ein Akzent liegt bei Doppelnasal ein / / folgt und die Senkung des Taktes mehrere Silben hat Bsp: mitteilen [tt] [t]annehmen [nn] [n] wegkommen [kk] [k]dasselbe [ss] [s] Bundesministerium [nn] [n]

40 Sonorisierung zwischen Vokalen können stimmlose Frikative und Plosive stimmhaft werden, wenn die ganze Folge in der Senkung eines Taktes steht Bsp: das muss ich machen [s] [z] das hat er doch ge macht [t] [d] das schaff ich doch nicht [f] [v]

41 Statistische Untersuchungen zu Assimilationen und Elisionen Datenbasis: Kieler Sprachdatenbank für gelesene und spontane Sprache verschiedene Reduktionsstufen kommen mit unterschiedlicher Häufigkeit vor abhängig vom artikulatorischen Kontext stärkste Reduktion bei den (nichtfinalen) Silben /b n/ und /g n/ (bei /d n/ bleibt das / / öfter erhalten) / /-Elision ist nach Plosiven fast zur Regel geworden, nach Vokalen dagegen am seltensten Tabellen mit konkreten Werten siehe Kohler Einführung in die Phonetik des Deutschen S. 228


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