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Universität zu Köln Romanisches Seminar HS: Süditalien aus linguistischer Perspektive Dozent: Dr. Andreas Michel Referentinnen: Angela Basta und Filomena.

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1 Universität zu Köln Romanisches Seminar HS: Süditalien aus linguistischer Perspektive Dozent: Dr. Andreas Michel Referentinnen: Angela Basta und Filomena Cozzolino Sommersemester 2010 Die Beschreibung süditalienischer Dialekte durch Reisende im 18. und 19. Jahrhundert

2 Der Reisende Johann Gottfried Seume

3 Biographie Geboren in Poserna (Weißenfels), gestorben Theologiestudent in Leipzig (1780/1781) 1781 im Dienst der englischen Armee 1783 – 1787 Musketier in Emden Studium: Philosophie, Jura, Philologie und Geschichte in Leipzig, Habilitation 1790 Erzieher des Grafen Gustav Otto von Igelström Sekretär – Position: auf der Seite der herrschenden Russen (Mitwirkung in der russischen Armee bis 1796) Großes Interesse an militärischen Fragen 1797 – 1801 Korrektor und Lektor beim Verlag und Buchhändler Göschen

4 Biographie 1797 Über das Leben und den Charakter der Kaiserin von Russland Katharina II und Zwei Briefe über die neuesten Veränderungen in Russland seit der Thronbesteigung Pauls des Ersten 1797 Veröffentlichungen seines Gedichtsbands Rückerinnerungen 1798 Obolen und Gedichte 1801 Beginn seiner 2 großen Reisen (Syrakus, Russland, Finnland und Schweden) mit 38 Jahren 1803 Reiseschrift "Spaziergang nach Syrakus im Jahre 1802 kulturhistorischer Reiseschriftsteller setzt sich für die Freiheitsrechte ein setzt sich mit militärischen Fragen auseinander 1809 Autobiographie gestorben am in Teblitz

5 Johann Gottfried Seume Spaziergang nach Syrakus im Jahr 1802

6 Spaziergang nach Syrakus im Jahre 1802 Bericht über seine Reise vom 06. Dezember 1801 bis 21. August 1802 Grund für die Reise: Theokrit, Bildung (Grand Tour) Jetzt sitze ich hier und lese Theokrit in seiner Vaterstadt. Ich wollte Du wärst bei mir und wir könnten das Vergnügen teilen, so würde es größer werden. reflektiert politische, soziale und ökonomische Probleme während seiner Wanderung Zeitkritiker erschien nicht in Originalfassung

7 Seumes Wanderweg Zum Lobe meines Schuhmachers, des mannhaften alten Heerdegen in Leipzig, muss ich dir noch sagen, dass in den nämlichen Stiefeln ausgegangen und zurückgekommen bin, ohne neue ansetzen zu lassen, und das diese noch das Ansehen haben, in baulichem Wesen noch eine solche Wanderung mitzumachen. (Seume, Widmung an den Schuhmacher)

8 Beschreibung der süditalienischen Gesellschaft Italiener: brave und edle Nation Misere im Land Vergrößerung der sozialen Kluft zwischen Arm und Reich Unsicherheit auf den Straßen Intellektuelle Unterdrückung Schuld daran: feudalistische Verfassung, korrupte Regierung und Religionswesen Kritik an der Herrschaft der Kirche, Mönche und Klöster = Ungeziefer des Staates

9 Beschreibung der sizilianischen Gesellschaft anhand von Beispielen Überall warnte man mich vor bösen Wegen und vorzüglich hier in Alikata, wo man sagte, dass die achtzehn Millien von hier nach Terra Nuova die schlimmsten in der ganzen Insel wären. Sono cattive gente, hieß es; und cattive war der ewige Euphemismus, wenn sie zur Ehre ihres Landes nicht Räuber und Banditen sagen wollten. (Seume, 187, Alikata) Die Sicilianer [sic!] sind ein sehr gutmütiges, neugieriges Völkchen, die in der ersten Viertelstunde ganz treuherzig dem Fremden alles abzufragen verstehen. Ich fand nicht Ursache, den Versteckten zu spielen; und so erfuhr denn der Herr Steuerrevisor über Tische auf seine Frage, daß ich ein Ketzer war. Der dicke Herr legte vor Schrecken Messer und Gabel nieder, und sah mich an, als ob ich schon in der Hölle brennte; er fragte mich nun über unser Religionssystem, von dem ich ihm so wenig als möglich, so schonend als möglich sagte. (Seume, 183, Syrakus)

10 Beschreibung der sizilianischen Gesellschaft anhand von Beispielen Neugierigere Leute als in Sicilien [sic!] habe ich nirgends gefunden; aber im Ganzen fehlt es ihnen nicht an Gutherzigkeit. Was schlecht ist, kommt alles auf Rechnung der Regierung und Religionsverfassung. Man fragte mich sogar, ob ich eine Uhr trüge, und begriff wieder nicht, wie ich es nur wagen könnte, so zu reisen. (Seume, 189, Terra Nuova) Die Herren des Klosters luden mich ein zum Fasttage bei ihnen zu essen. Dieses ist die einzige Mahlzeit, die ich in Italien bei Italiänern [sic!] genossen habe; und sie war stattlich. Von den übrigen Herren habe ich viel Höflichkeit erhalten, aber nichts zu essen. Das ist nun so die italiänische [sic!] Weise, die ich weder loben noch tadeln will. (Seume, 243, Messina)

11 Beschreibung der neapolitanischen und sizilianischen Dialekte Du mußt und wirst von mir nicht erwarten, daß ich Dir eine topische, statistische, literarische oder vollständig kosmische Beschreibung von den Städten gebe, wo ich mich einige Zeit aufhalte. Dazu ist mein Aufenthalt zu kurz; die kannst Du von Reisenden von Profession oder aus den Fächern besonderer Wissenschaften gewiß besser bekommen. Ich erzähle Dir nur freundschaftlich, was ich sehe, was mich vielleicht beschäftigt und wie es mir geht. (Seume, 156) Keine linguistische Beschreibung der Dialekte

12 Neapolitanischer Dialekt gibt keine Beschreibung bzw. Beurteilung des neapolitanischen Dialektes Mögliche Gründe: Fasziniert von den neapolitanischen Orten Dieses ist als das schöne, reiche, seelige Kampanien, das man, seit es so bekannt ist, zum Paradiese erhoben hat, für das die römischen Soldaten ihr Kapitol vergessen wollten! Es ist wahr, der Strich zwischen Aversa, Kapua, Kaserta, Nola und Neapel, zwischen dem Vesuv, dem Gaurus und den hohen Apenninen, oder das sogenannte Kampanertal, ist von allem, was ich in der alten und neuen Welt bis jetzt noch gesehen habe, der schönste Platz, wo die Natur alle ihre Gaben bis zur höchsten Verschwendung ausgegossen hat.

13 Neapolitanischer Dialekt Hat keinen festen Begleiter mit sich, verschiedene Mitfahrer (Unbekannte) Die Kommunikation ist daher kurz und basiert auf eine Distanzsprache z.B. Gespräch mit dem Kutscher (Seume, 155): K: Volete andare in carozza, Signore? S: Ma si, si. Se partite presto presto. K: Questo momento; favorisca montare. Ihm erscheint das Neapolitanische vertraut keine besondere Auffälligkeiten

14 Sizilianische Dialekte Er rechnete es mir hoch an, daß er italiänisch [sic!] sprach, und nicht den Jargon seiner Landsleute; mit denen ich gar nicht fortkommen würde; doch kam ich mit seinen Landsleuten in ihrem Jargon noch so ziemlich ohne ihn fort. (Seume, 181) Auf der heutigen Promenade erzählte er mir von einer kleinen Stadt, nicht weit von hier nach Alcamo hinab in dem Gebirge, wo die Leute griechisch sprächen oder gar türkisch, so dass man sie gar nicht verstehen könnte, wie es oft der Fall auf Girgenti auf dem Markt wäre. Hier führte er eine Menge ihrer Wörter an, die ich, leider! wieder vergessen habe. (Seume, 181) Kischt`è il tempio di San Gregoli; Kischta Madanno è antica […], (Seume, 181, Mauleseltreiber) Si si, Signore, dice bene […] kischt è la cosa […], (Seume, 181, Mauleseltreiber)

15 Sizilianische Dialekte Kischta nutte, kischta nutte iu verru, iu verru. (Seume, 181, Mauleseltreiber) Io saggio tutto, Signore, Io conosco tutte le maraviglie […](Seume, 178, Mauleseltreiber) Siete tutti minchioni, siete come le bestie. (Seume, 184, Steuerrevisor aus Palermo) Pungite, Don Juan, pungite! (Seume, 217, Mauleseltreiber) Einen gar sonderbaren, langgezogenen, tiefen nicht unsonorischen Dialekt haben hier die Leute. Auf die Frage, wie weit ich noch zum nächsten Orte habe, erhielt ich die Antwort: Saruhn incuhra; cinquuh migliah […]. (Seume, 239, Taormina) Don Juan, fate vi cristiano, et state qui in Sicilia. - Ma lo sono. – Ma non siete cattolico. - Ma sono bene cosi; non si puo meglio. (Seume, 256, Steuerrevisor)

16 Bibliographie Seume, Johann Gottfried (2001): Spaziergang nach Syrakus im Jahre Frankfurt am Main: Inselverlag.

17 Vielen Dank für die Aufmerksamkeit! ;-)


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