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Lehrmittelbehelf AHS Oberstufe, Berufsbildende Schulen, Berufsschulen, uvm. DER ROTE FADEN Die Ausstellung ROT ICH WEISS ROT. Kritische Kunst für Österreich.

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Präsentation zum Thema: "Lehrmittelbehelf AHS Oberstufe, Berufsbildende Schulen, Berufsschulen, uvm. DER ROTE FADEN Die Ausstellung ROT ICH WEISS ROT. Kritische Kunst für Österreich."—  Präsentation transkript:

1 Lehrmittelbehelf AHS Oberstufe, Berufsbildende Schulen, Berufsschulen, uvm. DER ROTE FADEN Die Ausstellung ROT ICH WEISS ROT. Kritische Kunst für Österreich beschäftigt sich mit Themen der österreichischen Geschichte und ihrer Kultur des Widerstands durch die künstlerische Aufarbeitung. Ausgehend von der Publikation „Rot Ich Weiß Rot“ von 1979 behandelt der Lehrmittelbehelf das Thema Symbole der neuen Republik Österreich nach 1945 sowie die Symbolik des Widerstands bis heute. Geeignet für Geschichte und politische Bildung, Bildnerische Erziehung, Deutsch, Ethik als Vor- oder Nachbereitung zum Ausstellungsbesuch. Gestaltung: Mag. Lucia Täubler, Leitung Kunstvermittlung der Kunstmeile Krems

2 DEUTUNG UND SYMBOLIK ÖSTERREICHS Die neue Republik Österreich und ihre Symbole

3 Die Wiener Staatsoper brennt… Rückschau auf die letzten Monate des Zweiten Weltkriegs in Wien 13. März 1945: Bombardement auf die Wiener Staatsoper als Wahrzeichen der österreichischen Bevölkerung 13. April 1945: Beendigung des Kampfes um Wien 27. April 1945: Unabhängigkeitserklärung Österreichs => Nichtigerklärung des Anschlusses Österreich an das Deutsche Reich am 13. März 1938 Bildung von Konzentrationsregierung zwischen SPÖ (Sozialistische Partei Österreich), ÖVP (Österreichische Volkspartei), KPÖ (Kommunistische Partei Österreich) 08. Mai 1945: Offizielles Ende des Zweiten Weltkrieges, Kapitulation der Nationalsozialisten Foto: via diepresse.com Symbolik der Republik Österreich

4 Österreich: die neue Republik 25. November 1945: Erste Wahlen – ÖVP erhält absolute Mehrheit 1951: Zusammenarbeit von Regierung und Interessensvertretungen im „Wirtschaftsdirektorium“ – Geburtsstunde der Sozialpartnerschaft 15. April 1955: Moskauer Memorandum Moskauer Memorandum – Österreich verpflichtet sich zur Neutralität 15. Mai 1955: Unterzeichnung des Staatsvertrags Symbolik der Republik Österreich?

5 Was können Symbole für Österreich sein? 2 3 1

6 Museum in Progress: Zeitgenössische Künstler(innen) gestalten den Eisernen Vorhang der Wiener Staatsoper bis heute. Relevanz des Eisernen Vorhangs für die Gegenwart. „Bacchus“ von Cy Twombly, Saison 2010/2011 museum in progress HEUTE:1954/55: Der Eiserne Vorhang gilt als größtes malerisches Kunstwerk dieser Zeit mit 170 m² Fläche. Wettbewerb für die Gestaltung des Eisernen Vorhangs: 78 Einreichungen Beteiligung von 16 Künstlern (u.a. Herbert Boeckl, Oskar Kokoschka, Fritz Wotruba und Max Weiler) Absage an Herbert Boeckl laut Ministerium, da der Entwurf „Anlass zu prinzipiellen Stellungnahmen der Moderne gegenüber“ gab. Rudolf Hermann Eisenmenger erhielt den Auftrag, der wenige Jahre zuvor den Dürer-Preis, die höchste Künstlerauszeichnung des NS-Regimes erhielt. Der Eiserne Vorhang der Wiener Staatsoper als Symbol

7 Werkbetrachtung 1.Beschreibe das Bild! 2.Was bedeuten die dargestellten Figuren? 3.Was könnte das Ministerium an Herbert Boeckls Entwurf 1955 gestört haben?

8 Das große Welttheater von Calderón de la Barca Übersetzung von Joseph von Eichendorff Personen des Mysterienspiels: Der Meister Das Gesetz der Gnade Die Welt Der König Der Weise Die Schönheit Der Reiche Der Landmann Der Bettler Ein Kind Eine Stimme Thema des Stückes ist das menschliche Leben, das als ein Theaterstück dargestellt wird. Zu Beginn tritt der Schöpfer (bei Eichendorff der Meister) auf, der gleichsam als Autor des kommenden Theater-stückes die verschiedenen Rollen verteilt. Die Welt beauftragt er, das Stück ins Werk zu setzen. Jede Rolle repräsentiert einen bestimmten Aspekt des Lebens: der König, die Weisheit, die Schönheit, der Reiche, der Bauer, der Arme, ein ungetauftes verstorbenes Kind (als Verkörperung der Erbsünde). Die Akteure erhalten, was sie für das Spiel ihrer Rolle brauchen, sie sollen sie gut spielen können nach der Devise: „Handle gut, denn Gott ist Gott“. Unterstützt und gemahnt werden sie durch das Gesetz der Gnade, das ihnen die Devise immer wieder vor Augen hält. Bühne wird dabei die Welt, die ein Tor für den Auftritt und ein Tor für den Abgang hat. Nun realisiert jeder „Schauspieler“ seine Rolle in der Welt und jeder reagiert so, wie es seine sozialen und moralischen Lebensumstände bedingen. So tritt im Laufe des Stückes der Arme auf, der die anderen um Almosen bittet; doch der Reiche verwehrt sie ihm. Am Ende des Stückes müssen die Akteure das, was sie für die Ausführung ihrer Rolle bekommen haben, wieder abgeben – nackt, wie sie auf die Bühne gekommen sind, müssen sie wieder abtreten.

9 Vergleiche: Bedeutung & Symbolik eines Staatswappens

10 ROT ICH WEISS ROT Textanalyse

11 Kritik am eigenen Land durch Kultur? 1979 herausgegeben „Rot ich weiß Rot“ Österreichs Künstlerinnen und Künstler wurden kritisiert ihre Geschichte nicht zu reflektieren. In „Rot ich weiß Rot“ stellen rund 70 Autorinnen und Autoren eine umfassende Kritik der politischen, gesellschaftlichen und kulturellen Situation der Republik Österreich entgegen.

12 Textanalyse: was bedeutet Kritik? Auswahl aus folgenden lyrischen Texten: Ernst Jandl, Sechs Gedichte mit Motto Alfred Kolleritsch, Das Haus Felix Mitterer, Der Sprachtest (Tirol) Ilse Aichinger, Zwei Gedichte Alle Texte erschienen in: „Rot ich weiß Rot.“, herausgegeben von Gustav Ernst und Klaus Wagenbach, 1979, Verlag Klaus Wagenbach, Berlin

13 TRAUMA UND FORTWIRKEN DES NATIONALSOZIALISMUS Österreichische Typen

14 Der typische Österreicher? Welche Eigenschaften beschreiben einen typischen Österreicher? Welche Klischees fallen dir ein?

15 Videoanalyse „Der Herr Karl“ Ein zeitloser Klassiker der Autoren Carl Merz und Helmut Qualtinger: Die gnadenlose Darstellung eines Mitläufers, Schlawiners, Egoisten, Opportunisten, Zynikers, Kleinbürgers und Kleinbetrügers in einer Person. Der "Herr Karl", die Figur, ist unsterblich. Als immer gültiger Spießertyp. Für heutige Ohren ist das Monodrama einerseits - historisch - ein kurioses Exemplar aus einer vergangenen Sozialfauna, andererseits wieder oder noch immer hochaktuell in seinem Überall-und-nirgends- Dabeigewesensein und seiner gemütlichen Brutalität gegen Frauen oder Minderheiten. https://www.youtube.com/watch?v=giF4-aEprQQ

16 Der typische Österreicher „Der Herr Karl“ Finde Unterschiede und Parallelen zum „typischen Österreicher“ heute und zu Herr Karl heraus!

17 KUNSTAKTIONEN UND WIDERSTAND Symbole und Aktionen des Widerstands

18 Widerstand leisten durch Kunstaktionen… Künstlerinnen und Künstler tragen mit ihrer künstlerischen Beschäftigung zum Widerstand bei.

19 Der Wiener Spaziergang Günter Brus, 1965 „Kopf, Hände, Anzug und Schuhe sind weiß bemalt, während eine schwarze Linie vertikal vom Kopf über das rechte Bein zum rechten Fuß führt. Sie teilt den Körper und provoziert die Vorstellung, dass hier eine psychische Spaltung in der physischen Einheit des Körpers durch optische Zweiteilung ausgedrückt wird. Im Wiener Stadtraum reicht in den sechziger Jahren der Auftritt in Bemalung, um wegen Erregung öffentlichen Ärgernisses verurteilt zu werden. Er erhält eine Geldstrafe von 80 Schilling oder 12 Stunden Haft.“ Thomas Dreher, Wiener Aktionismus

20 Widerstandsbutton Johanna Kandl & Ingeborg Strobl, 2000 Jeden Donnerstag gingen im Winter 2000/2001 Demonstranten auf die Straße, um gegen Neofaschismus und Fremdenfeindlichkeit zu protestieren. Die Trillerpfeifen und ein durchgestrichener schwarz- blauer Button von Künstlerin Johanna Kandl wurden zu den Symbolen der Bewegung. Der Falter, Matthias Dusini, „Es war mir sehr wichtig, schnell ein Zeichen/Symbol gegen die schwarz-blaue Regierung zu schaffen. Es hat mir auch gefallen, dass dieses Logo/Signet so schnell kopiert wurde und seinen Eingang in eine Art von Demo-Kultur fand: es gab T-Shirts, Handtaschen, Ohrclips mit dem Logo. Das Image wurde gleich zur freien Verfügung ins Internet gestellt.“ Johanna Kandl, Interview mit Kunsthalle Wien,

21 Symbole der Kunst für Widerstand Wie sieht Widerstand heute aus? Welche widerständischen Kunstaktionen kennst du? Wie könnte dein Widerstand gegen ein politisches System aussehen? Welche Möglichkeiten hast du heute mit den sozialen Medien um Widerstand zu leisten? Wogegen leistest du Widerstand? Gestalte dein Symbol/deine Aktion des Widerstands!

22 FRAUENBILD UND FEMINISMUS Gesellschaftskritische Blickwinkel von Künstlerinnen

23 „Die Erziehung der Frau sollte auf die Männer abgerichtet sein, ihnen zu gefallen, ihnen nützlich zu sein, sich ihnen liebenswert zu machen, sie zu erziehen, wenn sie noch Knaben, sie zu umsorgen, wenn sie erwachsen sind, ihnen mit Rat beizustehen, ihnen das Leben angenehm zu machen – all das sind zu jeder Zeit die Pflichten der Frauen, und dies sollten sie von Kindheit an lernen.“ (Rousseau, Jean-Jacques (1963): Emile oder Über die Erziehung. Stuttgart: Reclam. - Frz. Erstveröffentlichung 1762) "Man begnügt sich, sie [die Mädchen des Mittelstandes] von Gouvernanten unterrichten zu lassen, oder wenn man sehr viel für sie thun will, sie zwei oder drei Jahre in ein Pensionat zu schicken, wo sie in der kurzen Zeit mehrere Sprachen, das Zeichnen, Musik, das Tanzen, alle weiblichen Handarbeiten und etwas aus allen Geistesgebieten lernen sollen. So kommt es denn auch, daß sie gewöhnlich von der Mathematik, der Physik und anderen Naturwissenschaften nur so viel wissen, daß diese Wissenschaften überhaupt existiren, von Geschichte und Geografie so viel erlernt haben, daß sie in Gesellschaft mitreden können. Darauf kommt es aber ja vielen Eltern auch bei der Erziehung ihrer Töchter allein an. Die Mehrzahl unserer Mädchen wird erzogen, damit sie in Gesellschaft gefallen und einmal einen Mann bekommen." (Hainisch, Marianne (1870): Zur Frage des Frauen-Unterrichtes. Vortrag gehalten bei der dritten General-Versammlung des Wiener Frauen-Erwerb-Vereines. Wien: Selbstverlag des Vereines) Analysiere…

24 "Denn nach wie vor kann nicht davon die Rede sein, dass Frauen und Männer die gleichen gesellschaftlichen Möglichkeiten haben. Formal stehen beiden Geschlechtern heute die gleichen Bildungsmöglichkeiten zu, in Hinsicht auf schulische Bildungsabschlüsse lassen sich kaum Unterschiede nachweisen, dennoch ist zu verzeichnen, dass Frauen kaum in Führungspositionen sitzen, dass sie bestimmte frauentypische Berufe überdimensional nachfragen, dass es aufgrund unterschiedlicher gesellschaftlicher Bedingungen unterschiedliche Bildungsanlässe für Frauen und Männer gibt, dass die Vereinbarkeit von Beruf und Familie in erster Linie als Problem von Frauen gilt und dass das Geschlechterverhältnis ein hierarchisches Verhältnis ist." (Felden, Heide von (2003): Bildung und Geschlecht zwischen Moderne und Postmoderne. Zur Verknüpfung von Bildungs-, Biographie- und Genderforschung. Opladen: Leske+Budrich) "Das soll nicht heißen, dass sie [Frauen] idiotisch, oder feige, oder unterwürfig sind; das soll heißen, dass alle sozialen Zwänge, von der Kindheit an, in der Familie, in der Schule, sie dazu bringen, das Verhältnis männlich-weiblich zu inkorporieren und zu verinnerlichen, zum Beispiel über das System von Adjektiven (...), die Unterschiede (...) zwischen den harten und den weichen Wissenschaften, dass das männlich-weiblich ist. Je mehr man in die Richtung weicher Wissenschaften geht, desto mehr steigt der Anteil von Frauen und umgekehrt. Wenn das so ist, dann nicht nur deshalb, weil man die Frauen in Richtung des Sozialen, Femininen, in Richtung der schönen Künste schickt, während die Männer Mathematik, Physik nehmen; es ist auch so, weil die Frauen denken, dass sie dafür nicht begabt sind, dass sie dafür nicht gemacht sind, dass sie das nicht interessiert." (Bourdieu, Pierre (1966/2006): Die konservative Schule. Die soziale Chancenungleichheit gegenüber Schule und Kultur. In: Bourdieu, Pierre: Wie die Kultur zum Bauern kommt. Über Bildung, Schule und Politik (= Schriften zu Politik & Kultur 4). Hamburg: VSA, S )

25 Audiomaterial zur Frauenbewegung in Österreich oesterreich/#c10212

26 Symbole einer Weiblichkeit? „Es gibt gute Kunst und schlechte Kunst. Fürs erste ist das geschlechterunabhängig. In der Folge geht es darum, welche Konnotation das Werk hat. Der Kunstmarkt im hohen Segment ist immer noch Männer- dominiert. Man kann von einer gläserenen Decke sprechen, an die Frauen herankommen und bisher nicht durchstoßen. Es geht auch ums Durchhalten. Wenn die Frau sich nicht von ihrem künstlerischen Weg abbringen lässt, hat sie heute große Chancen auf Erfolg. Maria Lassnig wurde in Österreich erst spät wahrgenommen, Birgit Jürgenssen erst nach ihrem Tod gewürdigt. Aber junge Künstlerinnen mit Tiefgang und gleichzeitiger Leichtigkeit könnten es schon früher schaffen […]“ ONA B. in im Interview „Gesamtkunstwerk ONA B.“

27 Abbildungscredits 5+9 Oswald Tschirtner, Österreichisches Staatswappen, 1971, Tusche, Wasser-farbe auf Zeichenkarton 14,8 x 10,5 cm © Land Niederösterreich, Landessammlungen NÖ, Repro: Kathrin Kratzer 7 Herbert Boeckl Das große Welttheater, 1955 Tempera/Leinen,125,5 x 111 cm © Land Niederösterreich, Landessammlungen NÖ, Foto: Peter Böttcher 9 Manfred Deix, Bundesadler Neu I, 1989 Aquarell auf Karton 31,2 x 24,4 cm, Land Niederösterreich,Landes-sammlungen NÖ, Repro: Kathrin Kratzer © Manfred Deix, Hg. Gustav Ernst und Klaus Wagenbach, Titel Rot ich weiß Rot, 1979, Verlag Klaus Wagenbach, Berlin Günter Brus, Wiener Spaziergang, 1965, SW-Fotografie aus einer 16teiligen Serie, 39 x 39 cm © MUSA Foto: Andreas Gießwein Johanna Kandl & Ingeborg Strobl, Widerstandsbutton, 2000, Kunststoff, Metall Ø 3,7 cm © MUSA ; für Ingeborg Strobl: © Bildrecht, Wien, ONA B., Eheringe, Eheringe (aus der Serie Secrets), 2003 Acryl/Holz, Damenstöckl, Ø je 40 cm Land Nieder-österreich, Landessammlungen NÖ Foto: Rita Newman © Bildrecht, Wien, 2016


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