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Das Lebensmodell der Benediktiner von Cluny und Gorze Distanz zum Eigenkirchen- und Eigenklosterwesen.Trotz Exemtion - enge Verbindungen zum Bischof.Päpstlicher.

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Präsentation zum Thema: "Das Lebensmodell der Benediktiner von Cluny und Gorze Distanz zum Eigenkirchen- und Eigenklosterwesen.Trotz Exemtion - enge Verbindungen zum Bischof.Päpstlicher."—  Präsentation transkript:

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2 Das Lebensmodell der Benediktiner von Cluny und Gorze Distanz zum Eigenkirchen- und Eigenklosterwesen.Trotz Exemtion - enge Verbindungen zum Bischof.Päpstlicher Schutz.Freie Abtswahl ohne Einfluss weltlicher Gewalt in Cluny.Klosterverband: die von Cluny aus gegründeten unterstanden als Priorate dem Hauptkloster. enge geistliche Bindung durch:.Consuetudines Cluniacenses.Diplomatisch bedeutende Äbte.Enge Verbindung zwischen Abt und Brüdern.Zentrale Bedeutung der Buße mit speziellen Bußprozessionen und freiwilliger Geißelung.Liturgie - Totengedenken.Grundidee der neuen klösterlichen Freiheit führt zur Reflexion ‘Mönch - Laie’ und daraus resultier ein neues Verständnis der Freiheit der Kirche = libertas ecclesiae Monastische Reformimpulse: Mönch oder Laie?

3 Das Kloster Cluny in Burgund 910 gegründet von Wilhelm von Aquitanien 927 – 1157 Blütezeit mit einflussreichen und lang regierenden Äbten – über Mönche lebten in diesem Klosterverband Der Abt übt die in jeder Hinsicht die Herrschaft über die Mönche und das Klostergut aus. Protektion Roms – gegen die schwache königliche Gewalt Die Äbte: Auf den ersten Abt Berno [ ] folgte Odo [ ], dem besonders die Reform schon bestehender Klöster sich zur Aufgabe machte und von Rom dabei unterstützt wurde. Die Äbte Clunys, die entscheidenden Einfluß ausübten waren die Äbte Majolus [ ], Odilo [993-1O48] gefolgt von Hugo [1O4-11O9], in dessen Amtszeit die entscheidenden Auseinandersetzungen zwischen Gregor VII. und Heinrich IV: fielen.

4 Architektur – Regel - Spiritualität - Macht

5 Die Maße von Cluny III: Die gesamte Länge der Kirche betrug 187,31m, wobei das Langhaus aus fünf gewaltigen Schiffe bestand, das verbunden war mit einem weit ausladenden Querhaus von 73,75 m Breite. Weiterhin erhielt die Kirche mehrere mächtige Türme und zahlreiche Kapellenanbauten. Das Innere der Kirche Cluny III bestach durch ein für die damalige Zeit schwindelerregend hohes Mittelschiff von 29,50 m Höhe, über dem eine 14,75 m breite steinerne Tonne schwebte.

6 Die radikale Christusnachfolge Laien und Eremiten im 11. Jahrhundert Wer ist der wahre Mönch? Radikale subjektive Tendenz zur Christusnachfolge und Einfluss des Byzantinismus Unmittelbarer Kontakt zur Bevölkerung im Gegensatz zu den Klöstern Asket Romuald (+1027) gründet Eremitenkolonien - Camaldoli und Vallombrosa -Wohnung = Einzelhütten - eigene Entwicklung im Benediktinerorden.Einbeziehung von Laienbrüdern der so genannten Conversi, die ohne Mönchsgelübde ein asketisches Leben führen..Aufblühendes Wanderpredigertum: Heimatlosigkeit und Bußpredigt - erste Phase einer Armutsbewegung und Popularisierung durch Predigt Gründe: Allgemeine religiöse Begeisterung der Zeit - Bevölkerungsverdopplung in Europa von Anspruch der Klöster auf wahre Christlichkeit zwingt zur Entscheidung

7 1.Wurzel: Eindringen der Eremitenbegeisterung in die traditionellen Benediktinerklöster. 2.Wurzel: Reaktion auf die einseitige cluniazensische Interpretation Benedikts. Der Ruf nach der ursprünglichen Regel. Damit verband sich eine neue positive Aufnahme der Eremitenidee mit Benedikts Koinobitentum. Anstoß durch Robert von Molesme: Gründung eines Klosters nur auf der Grundlage der Regula Benedicti. Schließlich 1098 in Citeaux bei Dijon: Äbte Alberich und Stephan Harding ( ). Sie schaffen eigene Satzungen, es erfolgen Neugründungen nach Citeauxs Vorbild. Ausbreitung erforderte Festlegung der Gebräuche: "carta caritatis": Selbständige Abteien, aber Bindung von Mutter und Tochterkloster (Filiationssystem) Lebensgestaltung: Einfache Kleidung (weiß!), Anspruchslosigkeit, Schmucklosigkeit, Einfachheit der Liturgie. Ziel: Wörtliche Nachfolge Benedikts  Zisterzienser lebten ein ganz neues Benediktinertum. Zu weltweiter Ausbreitung kommt es durch Bernhard von Clairvaux (Eintritt 1112). Gründung des Klosters Clairvaux Durch Bernhards Einfluß breitete sich der Orden über ganz Europa aus. Charakter: Strenge Gesetzgebung und mystische, glutvolle Frömmigkeit, und kirchliche und politische Aktivität.

8 Charta caritatis – Ordenskonstitution der Zisterzienser Ziel der Charta war, die Regel Benedikts in ihrer strengsten, ursprünglichsten Form wiederzubeleben (rectissima via sancte regule). Dieser Absicht dienten folgende Bestimmungen: Verrichtung von Handarbeit, Gleichheit aller Brüder/Schwestern, einheitliche Ordensleitung von Citeaux aus, Visitationen der Tochterklöster durch Beauftragte des Mutterklosters, Abhaltung eines jährlichen Generalkapitels, Einfachheit und Schmucklosigkeit der Klosterkirchen. (Gleichheit aller Brüder galt nur für die Chormönche Brunnenhaus des Klosters Maulbronn Grangien – Wirtschaftsform der Zisterzienser – geleitet durch Konversen – landwirtschaftliche Großbetriebe Konversen: Die Konversen, oder Laienbrüder, waren ebenfalls eine Art Mönche. Sie waren ebenfalls zum Schweigen, Beten, Singen und Fasten verpflichtet, unterschieden sich aber von den eigentlichen Mönchen durch Kleidung und Haartracht. Sie trugen statt des Habits ein ärmelloses Obergewand und bekamen auch eine andere Tonsur. Sie waren den Mönchen untergeordnet und durften nie in die Reihe der Mönche aufsteigen. Ihre Hauptaufgabe bestand in der körperlichen Arbeit: Sie dienten als Hirten, Winzer, Fischer und als Handwerker aller Art.

9 Romuald, geboren in Ravenna in der zweiten Hälfe des 10. Jahrhunderts, legte mit 20 Jahren im Kloster Sant'Apollinare in Classe in Ravennna sein Gelübde auf die Benediktsregel ab. Gemäß der benediktinischen Tradition orientierte er sich ebenfalls an der Spiritualität des Ostens. Daraus entstand eine neue Idee: Die Einsiedelei flankiert von einem Kloster als Angebot zönobitischen, d.h. gemeinschaftlichen Lebens. Romuald nimmt im Westen die alte Tradition der meditierten Schriftlektüre wieder auf, die in der Stille der Eremitenzelle die Geschäftigkeit des Klosters erzeugt und befruchtet. Dieses wiederum unterstützt das Leben in der Einsiedelei und verhindert das Abdriften in die völlige Isolation. Romuald weihte die letzten dreissig Jahre seines Lebens einem gewaltigen Werk von Reisen und Neugründungen. Er begleitete die Mission der gerade erst getauften Völker Osteuropas und erhielt die Zugehörigkeit zu zahlreichen Einsiedeleien und Männer- sowie Frauenklöstern. Am Ende seines Lebens zog er sich in eine Zelle bei der von ihm geliebten Abtei ‚Val di Castro', in der Nähe von Fabriano (Ancona) zurück, wo er am 19. Juni des Jahres 1027 verstarb. Auch weibliche Kamldulenser

10 Robert von Abrissel: zuerst Eremit, dann Wanderprediger als Antwort auf die Ketzerprediger. Durch ihn wurden viele Frauen angezogen. Er gründete ein Doppelkloster. Norbert von Xanten: Kanoniker, nach Bekehrung zuerst Wanderprediger, dann Eremit. Er gründete bei Laon die Gemeinschaft von Prémontré: Eremitenleben mit kanonischer Lebensweise. Auch er zog Frauen an  Doppelklöster der Prämonstratenser.

11 Wanderprediger Zu Ende des 11. Jh. kam allgemeines Unbehagen an der Verderbtheit des Kleriker-, besonders des Mönchsstandes auf. Gegen Verweltlichung, Sittenverfall und Streben nach Luxus und Bequemlichkeit wandten sich kirchl. Reformbewegungen, welche die Rückkehr zur strengen Befolgung der Benediktusregel, besonders der evangelischen paupertas zum Ziel hatten. Mönche, gelegentlich auch Äbte verließen ihren Konvent, um frei von der stabilitas loci (Ortsbeständigkeit) nach apostolischem Vorbild durch Beispiel und Predigt zu Buße und Umkehr aufzurufen, wobei sie umsomehr Menschen erreichten, je weiter sie wandernd durch die Lande kamen. Auch entsagten viele Laien der Welt, um als "Arme in Christo" predigend umherzuziehen; der Amtskirche wurden sie bald unbequem, Enge Verbindung zum Eremitentum und Benediktinern

12 Zum Begriff der Investitur [1*] Begriff: Der I. bezeichnet jenen epochale Bedeutung erlangenden Konflikt zw. Kgtm. und Papsttum, welcher die Zeitspanne vom Tode Heinrichs III. (1056) bis zum Ausgang der Regierung Heinrichs V. (1125) beherrschte. Die Auseinandersetzungen entzündeten sich an der Frage nach den Modalitäten der Einsetzung von Bf.en und Reichsäbten (Investitur), führten tatsächl. jedoch weit darüber hinaus. Sie waren Teil eines umfassenden geistig-polit. Wandlungsprozesses, welcher die traditionelle Einheitskultur des FrühMA sprengte und nach einer Neubestimmung des Verhältnisses von regnum und sacerdotium verlangte (LMA). Kirchlicher Reformprozess gegen die staatliche Kirchengewalt Kampf gegen Simonie und Laieninvestitur

13 Beispiel: Die königliche Investitur als Ritus und Symbol Der thronende Kaiser Otto II. setzt durch die Überreichung des Bischofsstabes Adalbert von Prag in sein geistliches Amt ein. (Darstellung auf der Bronzetür am Dom zu Gnesen, 1. Hälfte des 12. Jahrhunderts

14 Deutungsmuster der königlichen Investitur Übergabe des Stabes durch den Herrscher gilt als Bestätigung der Wahl als Bürgschaft für die Verleihung der Rechte und der Weihe Der Ring – als Unterpfand der Bischofserhebung – wird auch als Übergabe der geistlichen Autorität empfunden Bei der Bischofsweihe sollte der Stab auf den Altar gelegt werden und dem neuen Bischof nochmals überreicht werden als Zeichen, dass er letztlich seine Würde von Gott empfange. Von Heinrich III. wird berichtet, dass er als erster einen Kandidaten für das Bischofsamt mit dem Ring investiert habe.. Ring und Stab sind Symbole der Laieninvestitur schlechthin.

15 Textbeispiele Petrus Damiani: Nicht aus dem Verdienst des Priesters, sondern aus dem Amt, das versieht, wird das Mysterium der Weihe auf einen anderen übertragen, und es lohnt sich nicht auf den Konsekrator zuschauen, wie beschaffen jener gelebt hat, sondern man muss nur auf das Amt achten, das er empfangen hat. Weil dies so ist, weil doch auch jemand der von einem Häretiker getauft wurde, nicht nochmals gekauft wird sich nicht ein, was es für einen Grund gibt, warum jemand, der von einem Simonisten ins Amt befördert wurde, entweder abgesetzt oder nochmals geweiht werden soll. Damiani argumentiert mit dem Grundsatz: über wen du den Geist herabsteigen und verweilen siehst, der ist es, der tauft.

16 Kaiser Heinrich III.

17 Kaiser Heinrich III. (1039 – 1056) – Papsttum - Kirchenreform Lösung des Papstschismas 1046/1047 und die deutschen Päpste - Absetzung der Päpste: Silvester III., Gregor VI., Benedikt IX..Reformpapst Leo IX ( ).Reformkardinäle und Kardinalskollegium.Reformer im Umkreis des Kaisers wie z.B. Humbert Silva von Candida, Petrus Damiani -radikale Gegner der Laieninvestitur Debatte um Simonie und Laieninvestitur - Frage nach der Gültigkeit der Sakramentenspendung bei Simonisten Laien verfügen über keine göttlichen Vollmachten

18 Papst Leo IX. (1049 – 1054) Reformimpulse Kampf gegen Priesterehe und Simonie auf vielen Synoden. Enge Verbindung mit Heinrich III Bann der Byzantiner am 16. Juli 1054 in der Hagia Sophia in Konstantinopel und umgekehrt der Lateiner durch den Patriarchen Michael Kerularios, ein leidenschaftlicher Gegner des Papstes.. Ob die Maßnahme des Kardinal Humbert von Silva-Candida gültig war, bleibt offen, weil Leo IX. Am 16. Juli 1054 bereits gestorben war.

19 Papstwahldekret 1059 von Papst Nikolaus II.(1058 – 1061) Das P.dekret Nikolaus' II. v räumte ein Vorwahlrecht den Kard.bf.en ein, denen die übrigen Kard.e, Klerus und Volk zustimmen sollten; dem dt. Kg. Heinrich IV. wurde ledigl. ein Konsensrecht zugestanden, das jede Partei in ihrem Sinne auslegen konnte. Keiner der folgenden »Reformpäpste« wurde nach diesem Dekret gewählt, aber der Weg war gewiesen, ohne dass zwiespältige Wahlen und Gegenpäpste verhindert werden konnten.

20 Zu den Anfängen des Investiturstreites

21 Heinrich IV. (1056 – 1105/1106) Regentschaft – der Kaiserinmutter Agnes Einfluss von Papst Viktor II. (+1057) Staatsstreich von Kaiserwerth gegen Agnes Entführung Heinrich nach Köln und Übernahme der Regentschaft durch Erzbischof Anno von Köln Ende März 1065: Schwertleite – für mündig erklärt – Übernahme der Herrschaft Fehlende Loyalität der Fürsten Konflikt mit Gregor VII. 1070: Einsetzung des Erzbischofs Wido in Mailand 1075 gegen den Willen des Papstes Einsetzung des Erzbischofs Tedald in Mailand und provokant: Bischöfe von Fermo und Spoleto in der Nähe Roms

22 Papst Gregor VII. (1073 – 1085) Kampf für die Freiheit der Kirche Gegen Simonie gegen Laieninvestitur Gegen die Priesterehe Als Gregor VII. [1O73-1O85] unter dem Geschrei des römischen Volkes in der Laterankirche noch während der Beisetzung Alexanders II. am 21. April 1073 zum Papst als Gregor [in Erinnerung an den großen Gregor I.] ausgerufen wurde, wurde er nachträglich vom Kardinalskollegium und Klerus gewählt. Der angesehenste Kleriker Habe den Papst wie einen Esel durch den Vatikan geführt. Kleinmütig sei Alexander II. gewesen, Hildebrand dagegen ein glaubenskräftiger Löwe.

23 Der Dictatus Papae (1075) ? 1.Einzig und allein von Gott ist die römische Kirche gegründet. 2.Nur der römische Papst trägt zu Recht den Titel eines universalen Papstes. 3.Er kann ganz allein Bischöfe absetzen und wieder einsetzen. 4.Sein Legat, auch wenn er einen geringeren Grad bekleidet, führt auf jedem Konzil den Vorsitz vor den Bischöfen; er kann diese absetzen. 5.Auch Abwesende kann der Papst absetzen. 6.Von anderer Gemeinschaft ganz abgesehen, darf man mit Exkommunizierten sich nicht einmal in demselben Hause aufhalten. 7.Nur er darf, wenn es die zeitliche Notwendigkeit verlangt, neue Gesetze erlassen, neue Gemeinden gründen, aus einer Kanonie eine Abtei machen und umgekehrt, ein reiches Bistum teilen und arme zu einem einzigen zusammenfügen. 8.Nur er verfügt über kaiserliche Insignien. 9.Alle Fürsten haben die Füße einzig und allein des Papstes zu küssen. 10. Nur sein Name darf in der Kirche genannt werden. 11.In der ganzen Welt gilt nur dieser Papsttitel. 12.Der Papst kann Kaiser absetzen.

24 Fortsetzung – Dictatus Papae 13.Er kann im Fall der Not, Bischöfe von einem zum anderen Bistum versetzen. 14.Er kann in der ganzen Kirche, wie er will, Kleriker ordinieren. 15Wer von ihm ordiniert ist, kann wohl eine andere Kirche leiten, aber nicht in ihr dienen. Von einem anderen Bischof darf er keinen höheren Rang empfangen. 16.Keine Synode darf ohne Weisung eine allgemeine genannt werden 17.GEGEN SEINE Autorität kann kein Kapitel und kein Buch als kanonisch gelten. 18.Sein Entscheid kann von niemanden aufgehoben werden, er selbst aber kann Urteile aller anderer Instanzen aufheben. 19.Über ihn besitzt niemand richterliche Gewalt. 20.Niemand darf den verurteilen, der an den apostolischen Stuhl appelliert. 21.Wichtigere Rechtsfälle aller Kirchen müssen vor ihn gebracht werden.

25 Der Investiturstreit 1075 Fastensynode in Rom: Papst erwartet Gehorsam vom König Bann der königlichen Räte Reichsbischöfe sollten der Simonie entsagen – Opposition – drohende Exkommunikation Januar Reichstag in Worms Gerichtet an den Bruder Hildebrand, der nicht mehr apostolicus genannt wird die päpstliche Amtsführung pauschal und radikal als Umsturz der kirchlichen Ordnung verurteilt. Gregor habe sich unter Missachtung der kollegialen Rechte der Bischöfe in unerhörtem Übermut eine Macht angemaßt, wie sie bisher kein Papst für sich in Anspruch genommen habe und sei nicht davor zurückgeschreckt, das Volk aufzuwiegeln. Als Papst war er ein Eindringling und sein Amtsantritt sei illegal gewesen. Vorgeworfen wird dem Papst auch ein doppelter Eidbruch, dem Kaiser Heinrich III. wie den Kardinälen habe er unter einem Eid auf das Papstamt verzichtet. In diesem Vorwurf geht es Heinrich um seine Mitspracherechte bei der Papstwahl und seine Herrschaftsansprüche in Italien.

26 AUFKÜNDIGUNG DES GEHORSAMS So steige du denn, er du durch diesen Fluch und das Urteil aller unserer Bischöfe und unser eigenes verdammt bist, herab, verlasse den apostolischen Stuhl, den du dir angemaßt hast. Ein anderer steige auf den Thron des Heiligen Petrus, einer, der Gewalttat nicht mit Frömmigkeit bemäntelt, sondern die reine Lehre des heiligen Petrus lehrt. Ich Heinrich, durch die Gnade Gottes König, sage dir zusammen mit allen meinen Bischöfen: Steige herab, steige herab.

27 Die Fastensynode – 15. Februar Übergabe des Wormser Briefes – Tumult BANN AM 15. Februar in Anwesenheit der Kaiserin Agnes Hierauf also vertraue ich, und für die Hoheit und den Schutz deiner Kirche... durch deine Macht und Vollmacht untersage ich dem König Heinrich, Sohne Kaiser Heinrichs, der gegen diene Kirche in unerhörtem Hochmut aufgestanden ist, die Lenkung des ganzen Reiches der Deutschen und Italiens und löse alle Christen vom Bande des Eides, den sie ihm geleistet haben oder leisten werden, los und verbiete, dass ihm irgendwer wie einem Könige diene. Geziemend ist es ja, dass wer die Hoheit deiner Kirche zu mindern strebt, selber die Hoheit verliere, die er scheinbar hat. Und weil er als ein Christ zu gehorchen verachtete und nicht zu Gott zurückkehrte, den er verließ, da er mit Gebannten umging und meine für sein Heil gesandten Mahnungen, du weißt es, verschmähte und sich von deiner Kirche, im Begehr sie zu spalten, trennte, binde ich ihn an deiner Statt mit der Fessel des Anathems, und so binde ich ihn im Vertrauen auf dich, dass die Völker es wissen und anerkennen: du bist Petrus und auf deinen Felsen hat der Sohn des lebendigen Gottes seine Kirche gebaut und die Pforten der Hölle werden sie nicht überwältigen [Mt 16,18].

28 Zwei Zeitzeugen Bonizo von Sutri: "Als die Nachricht vom Bann über den König zu den Ohren des Volkes gelangte da erzitterte unser ganzer Erdkreis„ Otto von Freising: Die Kirche habe das Reich zerschmettert, als sie beschloß den römischen König nicht wie den Herrn der Welt zu achten, sondern wie ein aus Lehm geformtes Geschöpf mit dem Bannschwert zu schlagen.

29 Der Gang nach Canossa Reichstag in Tribur Oktober 1078 Königsgegner zerstritten – keine Königswahl Lösung vom Bann binnen Jahresfrist Einladung an den Papst auf 1. April 1077 nach Augsburg Aufbruch des Königs vor Weihnachtern über die Alpen Gregor VII. – Januar 1077 Aufbruch von Rom – verschanzt sich in Canossa

30 Die königliche Buße 25. Januar 1077 In einer zeitgenössischen, papstnahen Quelle wird dieser Vorgang wie folgt beschrieben:... "hier stand er nach Ablegung der königlichen Gewänder und ohne alle Abzeichen der königlichen Würde, ohne die geringste Pracht zur Schau zu stellen, barfuß und nüchtern, vom Morgen bis zum Abend, auf das Urteil des Papstes wartend. So tat er am zweiten, so am dritten Tage. Am vierten Tage wurde er endlich zu ihm eingelassen, und nach vielen Reden und Gegenreden wurde er schließlich [...] vom Bann losgesprochen.„ Gregor selbst ließ sich unter Eid und schriftlich versichern, dass Heinrich den Urteilsspruch akzeptiere und den Papst von nun an beschützen werde, wohin er auch reisen werde. Dann erst gewährte er Heinrich, der sich vor ihm niedergeworfen hatte, den Friedenskuss und nahm ihn wieder in die Gemeinschaft der Kirche auf. In der Burgkapelle feierten dann Papst und Kaiser die Heilige Messe.

31 Die Königsfrage März 1077 Wahl des Gegenkönigs Rudolf von Rheinfelden (1077 – 1080) Bürgerkrieg Die Grabplatte im Dom von Merseburg trägt die Umschrift: König Rudolf, dahingerafft für das Gesetz der Väter, zu beklagen nach seinem Verdienst, ist hier im Grab bestattet. Als König war ihm, hätte er in Friedenszeiten geherrscht, niemand seit Karl vergleichbar an Fähigkeiten des Geistes und Schwertes. Dort wo die Seinen siegten, fiel er, heiliges Opfer des Krieges. Der Tod ward ihm Leben: für die Kirche sank er dahin. Fastensynode 1080 – zweiter Bann – als Gottesstrafe Dramatisch reagierte der Papst für seine eigene Person. Sollte sich der Bußgang Heinrichs bis zum 1. August nicht erfüllen, solle man ihn von der Cathedra Petri vertreiben.

32 Der Romzug April 1081 Romzug 1082 – 1083 Belagerung Rom – Gregor VII. in der Engelsburg Fastensynode 1084 Absetzung des Papstes als Majestätsverbrecher – Exkommunikation und Absetzung Nomination: Witbert von Ravenna als Clemens III Kaiserkrönung Normanen erobern Rom und plündern Gregor VII. nach Süditalien Der Gegenpapst Clemens III. konnte ungestört in Rom residieren. Seine Oboedienz reichte über Deutschland und Italien bis nach Ungarn und England.

33 Der Tod Gregors VII. in Salerno Am 25. Mai 1O85 ist Gregor in Salerno gestorben. Er glaubte noch auf dem Totenbett, als Märtyrer für eine gerechte Sache zu sterben. Der Gerechte aber müsse immer für die Sache Gottes leiden. Verfolgung zu erleiden, sei gleichsam ein mit dem Apostolischen Stuhl erstrittenes Erbrecht. Er stritt für die Freiheit der Kirche, und meinte den Primat des römischen Bischofs. Bestätigte ihn nicht das bittere Ende seines Lebens, das er einst so glanzvoll als Mönch, Kardinal und als Papst im Dienste der Römischen Kirche geführt hatte. Seine letzten Worte, die er gesprochen hat, sollen gewesen sein: Ich habe die Gerechtigkeit geliebt und das Unrecht gehasst, deshalb sterbe ich in der Verbannung. Befragt nach den Exkommunizierten, erteilte er vor seinem Tod allen die Absolution; ausdrücklich nahm er Heinrich und Clemens III. aus, es sei denn, sie leisteten eine angemessene Buße. Gescheitert aber waren am Ende seines Lebens auch alle Versuche, seinen Nachfolger zu benennen.

34 Die Geschichtsschreibung Handbuch der Kirchengeschichte "Gregor VII., den die Kirche 16O6 heiliggesprochen hat, ragt für alle Zeiten als ein Zeichen der Verehrung und des Widerspruchs auf. Auch eine um größte Objektivität bemühte Wissenschaft wird den Streit nicht schlichten können. Diese säkulare Gestalt erfordert mehr als historisches Verständnis, so wichtig es auch bleibt, ihr eigentliches Wesen von den zeitbedingten Hüllen des uns so fremden mittelalterlichen Denkens zu befreien; sie fordert den Glauben an die Möglichkeit, dass Gottes Sorge zu bestimmten Zeiten Menschen dazu berufen kann, die, des Prophetenamtes waltend, niederreißen und aufbauen sollen, und daß Gregor dazu gesendet war. Aber selbst dann bleibt die unsere Urteilskraft übersteigende Frage, inwieweit Gregor reines oder menschlich getrübtes Instrument des göttlichen Willens gewesen war. Gregor selbst dürfte unter dieser Ungewissheit gelitten haben Der besiegte Papst siegte in seinen Nachfolgern, prägte das Antlitz des Abendlandes für mehr als zwei Jahrhunderte und bestimmte die Gestalt der Kirche bis in unsere Tage hinein [HdKG III/1, 441].


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