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Veröffentlicht von:Gerhard Rauth Geändert vor über 11 Jahren
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DEMOKRATIE Alexis de Tocqueville Hans Kelsen Anthony Giddens
Über die Demokratie in Amerika (1830) Hans Kelsen Vom Wesen und Wert der Demokratie (1929) Anthony Giddens Der dritte Weg (1999) Ralf Dahrendorf Die Krisen der Demokratie (2002)
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Über die Demokratie in Amerika
Alexis de Tocqueville (*29. Juli 1805; † 16. April 1859) Französischer Publizist, Historiker und Politiker Begründer der vergleichenden Politikwissenschaften
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Mittelstandsgesellschaft
Viel Unwissenheit, wenig Gelehrte Bevölkerung ist mittelmäßig gebildet Amerikanischer Gesellschaftsvertrag hat die Gleichheit verwirklicht Angeborener Sinn für Freiheit in Demokratien Das Volk regiert die politische Welt Amerikas wie Gott das Universum
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Richterliche Gewalt 1) der Richter schlichtet Streit
2) er urteilt nur über den konkreten Fall 3) er braucht einen Anstoß, damit er tätig wird Politische Gerichtsbarkeit = die Ausübung richterlicher Funktionen durch eine politische Körperschaft
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Vereinigungsfreiheit
Recht auf Versammlung Bevollmächtigte, die die Nation vertreten Notwendiger Schutz gegen die Tyrannei der Mehrheit In Demokratien sind Parteien unentbehrlich Amerikanische Parteien sind friedlich in ihren Zielen Allgemeine Freie Wahlen In Amerika sind unbedeutende Männer an der Spitze, in Europa dagegen werden gebildete Senatoren vom Volk gewählt
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Die Herrschaft der Mehrheit
Durch Vereinigung mehr Bildung und Weisheit Alle Parteien erkennen die Rechte der Mehrheit an Unbeständigkeit der Gesetzgebung Laut Tocqueville kann nur Gott gefahrlos allmächtig sein Eine gute Demokratie sieht folgendermaßen aus: Gesetzgebende Gewalt, die die Mehrheit repräsentiert Ausführende Gewalt, die eine angemessene Macht besitzt
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Schlussbetrachtung des ersten Teils
Zwei Rivalen teilen sich Amerika: Spanier und Engländer Das englische Volk hat ein deutliches Übergewicht Der Aufschwung der amerikanischen Gesellschaft kann nicht gebremst werden Amerikaner lenken laut Tocqueville bald die halbe Welt
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Literatur und Poesie in Demokratien
Literatur orientiert sich nicht an beständigen Regeln Stil ist bizarr und ungenau Gute Schriftsteller in Demokratien sind die Ausnahme Mittelständiger Ruf und großes Vermögen Dichter sind in einer realen Welt eingeschlossen Die Demokratie der Poesie öffnet die Zukunft Egoismus versus Individualismus Egoismus: übertriebene Eigenliebe und ebenso alt wie die Welt Individualismus: überlegene und friedliche Anschauung
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Industrie und Handel in Demokratien
Industrielle Aristokratie Starre Gewohnheiten und Bewegungslosigkeit Starke Arbeitsteilung beschränkt Arbeiter Handel und Industrie sind unaufhaltsam An der Spitze aller Tugenden steht die Ehre Je geringer die Verschiedenheit, desto schwächer die Ehre
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Einheitliche zentrale Gesetzgebung
Eine zentrale Gewalt, die alle Bürger lenkt Alle Bürger gleichen sich Der Einzelne hat nicht viele Rechte Die Kraft für öffentliche Aufgaben soll gestärkt werden Je älter die Demokratie, desto zentralisierter die Regierung
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Freiheit oder Knechtschaft
Laut Tocqueville führt Gleichheit zum Despotismus In demokratischen Zeiten eine besondere Sehnsucht nach Freiheit Friedlich geregelte Knechtschaft Freiheit ist der staatlichen Gewalt ausgeliefert Kampf gegen die Gleichgültigkeit Der Staat darf die Macht nicht missbrauchen Pressefreiheit ist unentbehrlich Staatliche Gewalt einschränken
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Zusammenfassung Der große Reichtum verschwindet
Begierden und Genüsse vervielfältigen sich Universelle Einförmigkeit Alte und neue Gesellschaft sind unvergleichbar Mischung zwischen Freiheit und Sklaverei
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Vom Wesen und Wert der Demokratie (1929)
Hans Kelsen Vom Wesen und Wert der Demokratie (1929)
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Hans Kelsen (1920): Vom Wesen und Wert der Demokratie
bedeutendster Rechtswissenschaftler des 20. Jh 1881 geboren in Prag (Österreich-Ungarn) studierte Rechtswissenschaften Professor an der Uni Wien während des 1. WK – Mitarbeiter des letzten k.u.k. Kriegsministers nach Ausruf der Republik von Renner als Experte für Verfassungsfragen herangezogen wirkte an Österreichischen Verfassung mit (B-VG 1920)
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Zeitlicher Rahmen Bis 1914 Österreich-Ungarische Monarchie
1914 Erster Weltkrieg Zusammenbruch der Habsburger Monarchie 1918 Deutsch-Österreich als demokratischen Republik, Anschluss an die deutsche Republik Vertrag von St. Germain, Republik Österreich 1920 B-VG
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Postulate der Demokratie
„Demokratie ist der Idee nach eine Staats- oder Gesellschaftsform, bei der die soziale Ordnung durch die ihr Unterworfenen erzeugt wird“ Idee der Gleichheit Jeder Mensch ist gleich, und keiner soll den anderen beherrschen Idee der Freiheit Politische Freiheit
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Wandel der Idee der Freiheit
germanische Freiheitsidee antike Freiheitsidee Loslösen des Demokratismus vom Liberalismus Freiheit des Individuums Freiheit des sozialen Kollektivums
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Das Volk Demokratie = Herrschaft des Volkes über das Volk
Ideal: Volk als Einheit Realität: Volk als Bündel von Gruppen Volk als Objekt Volk als Subjekt Parteien = Organe staatlicher Willensbildung Demokratie = Parteienstaat
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Der Parlamentarismus „ Bildung des maßgeblichen staatlichen Willens durch ein vom Volke (…) demokratisch gewähltes Kollegialorgan, nach dem Mehrheitsprinzipe“ Einschränkung – Emanzipation 2 Elemente: Majoritätsprinzip Mittelbarkeit der Willensbildung Kompromiss zwischen Freiheit und Arbeitsteilung
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Reform des Parlaments Reform ist notwendig
Stärkung des demokratischen Elements Abstimmung des Volkes über Parlamentsbeschlüsse Volksinitiative Einschränkung bzw. Beseitigung der Immunität
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Die Führerauslese Differenz Realität und Ideologie
Bestimmung des Führers durch eine Wahl Führerschaft: Publizität, Kritik, Verantwortung, Vorstellung der freien Erzeugbarkeit
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Ausblick Demokratie ist Methode um soziale Ordnung herzustellen
Jedermanns Wille wird geschätzt, jede politische Meinung Herrschaft der Majorität Politische Anerkennung der Minorität
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Der dritte Weg Anthony Giddens
Die Erneuerung der sozialen Demokratie Titel der Originalausgabe: The Third Way. The Renewal of Social Democracy) Suhrkamp 1999
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Anthony Giddens Kurzbiographie
Geboren: 1938 in Edmonton/London Studium: Soziologie, Psychologie in Hull, London und Cambridge (1976 Ph.D. in Soziologie) Lecturer/professor in Soziologie in Leicester, Cambridge und London Seit 1997 Direktor der London School of Economics and Political Sience Weitere soziologische Beiträge: Sociology (1982) The Constitution of Society, Outline of the Theory of Structuration (1984) The Consequences of Modernity (1990) The Third Way, The Renewal of Social Democracy (1999) The Third Way and its Critics (2001)
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Gesellschaftlicher Wandel Politische Neuorientierung der Sozialdemokratie
Wirtschaftskrise Arbeitslosigkeit Staatsverschuldung Zusammenbruch des osteuropäischen Kommunismus Verändertes Wählermilieu
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Der dritte Weg Ein Definitionsversuch
„Theorie und eine politische Praxis, mittels deren die Sozialdemokratie den grundlegenden Veränderungen in der Welt innerhalb der letzten zwei oder drei Jahrzehnte Rechnung trägt. Dies ist ein dritter Weg in dem Sinne eines Versuches, über die Sozialdemokratie alten Stils wie den Neoliberalismus hinauszugelangen“ (Giddens 1999:38).
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Fünf Dilemmata Globalisierung Individualisierung Links und Rechts
Politisches Handeln Ökologische Notwendigkeiten
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Wesentliche Ziele Erneuerung des demokratischen Staates
Aktive Zivilgesellschaft Die demokratische Familie Gleichheit als Inklusion Die kosmopolitische Nation, die kosmopolitische Demokratie
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Staat und Zivilgesellschaft
Die Demokratisierung der Demokratie Machtverlagerung nach oben und nach unten Stärkeres Einbeziehen der Öffentlichkeit Steigerung der Leistungsfähigkeit staatlicher Verwaltungen Demokratieformen jenseits traditioneller Wahlen Umgang mit Risiken Kosmopolitische Perspektive
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Staat und Zivilgesellschaft
Die Rolle der Zivilgesellschaft Maßnahmen, um Stadtviertel, Städte und kommunale Gebiete sozial und materiell wieder zu beleben Höheres Maß an Selbstorganisation Mehr Aufmerksamkeit auf kleinere Verbrechen und Formen der öffentlichen Unordnung
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Die demokratische Familie
Erziehung als gemeinsame Aufgabe Lebenslange Elternschaftsverträge Pflichten der Kinder gegenüber Eltern
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Gleichheit und inklusive Gesellschaft
‚Umverteilung der Chancen‘ Gleichheit meint Inklusion, Ungleichheit Exklusion Bildung als Grundlage für Umverteilung von Chancen
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Kosmopolitische Nation, kosmopolitische Demokratie
Ist die Idee der Nation mit ethnischem und kulturellem Pluralismus vereinbar? Wer sind wir? Kultureller Pluralismus Kosmopolitische Demokratie
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Die Krisen der Demokratie
Ralf Dahrendorf Die Krisen der Demokratie Ein Gespräch mit Antonio Polito, München 2002
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Ralf Gustav Dahrendorf Baron Dahrendorf
* 1. Mai 1929 in Hamburg Soziologe, Politiker, Publizist Mitglied des House of Lords Konfliktsoziologe, Beiträge zur Rollentheorie „Homo Sociologicus“
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Was ist Demokratie? (nach Dahrendorf)
Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit Ensemble von Institutionen, das 3 Fragen beantwortet: Wie können wir in unseren Gesellschaften Veränderung ohne Gewalt herbeiführen? Wie können wir mit Hilfe eines Systems von „checks and balances“ die Machtausübung kontrollieren und sicherstellen, dass sie ihre Macht nicht missbrauchen? Wie kann das Volk, wie können alle Bürger an der Ausübung der Macht mitwirken?
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Derzeitige Krise Krise der Kontrolle und der Legitimation
Parlamente verlieren an Bedeutung Krise der Demokratie Krise der traditionellen Nationalstaaten
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Globalisierung Entscheidungen werden in nichtdemokratischen Foren getroffen (Vereinte Nationen, Europäische Kommission, Weltbank, NATO) Entwicklung einer neuen globalen Klasse verfügt über concepts, competence, connections bestimmt Trends, kulturelle Hegemonie
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Europa Schwierig Demokratie zu praktizieren
Es gibt kein „europäisches Volk“ Regierungsaufgaben nicht klar definiert Neue institutionelle Strukturen Ministerrat, Parlament als 2 Kammern (1 Länderkammer, 1 für das europ.Volk) Strenge Begrenzung der Amtsdauer Problem: Teilnahme des Volkes
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Amerika Amerikanische Verfassung ist eine gute Basis für die Demokratie in Amerika Problem der geringen Wahlbeteiligung Charakteristika der amerikanischen Demokratie: Gemeindewahlen Teilnahme an der Bürgergesellschaft
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Die Mitsprache des Volkes
In der heutigen „Postdemokratie“ ist das größte Problem die Teilnahme des Volkes Internet – abstrakte Beteiligung Meinungsumfragen - fragwürdig Dahrendorf ist für öffentliche Debatten von Fokusgruppen und repräsentativen Personen
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Vermittler Antipolitik Medien – beeinflussen
Nichtregierungsorganisationen – NGO‘s Parteimaschinen und –apparate Antipolitik Fehlende demokratische Auseinandersetzung Demokratische Apathie
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Neue Demokratie An Prinzipien der liberalen Ordnung festhalten
Kontrolle der Macht beibehalten Feste Begrenzung der Amtszeiten Problem der Teilnahme des Volkes Vermehrte Reflexion und Debatten, neue Institutionen
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Tocqueville Kelsen Giddens Dahrendorf Großer Reichtum verschwindet
Begierden u Genüsse vervielfältigen Universelle Einförmigkeit Alte u neue Gesellschaft unvergleichbar Mischung zwischen Freiheit und Sklaverei Kelsen Freiheit u Gleichheit Differenz zwischen Ideologie u Realität Demokratie = Parteienstaat Wichtigkeit des Parlaments Vielführerschaft Giddens Ziele des Dritten Weges: 1. Neuer demokratischer Staat 2. Aktive Zivilgesellschaft 3. Die demokratische Familie 4. Gleichheit als Inklusion 5. Die kosmopolitische Nation/Demokratie Dahrendorf An Prinzipien der liberalen Ordnung festhalten Kontrolle der Macht beibehalten Feste Begrenzung der Amtszeiten Problem der Teilnahme des Volkes Vermehrte Reflexion und Debatten, neue Institutionen
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Fragen Tocqueville ist der Ansicht, dass Gleichheit zur Gleichgültigkeit und diese wiederum zu Knechtschaft und Unterdrückung führen kann. Kann dieses Argument auf die heutige Gesellschaft umgelegt werden? Kelsen vertritt die Meinung, dass wenn man Individuen an der Erzeugung der Ordnung beteiligt, dann ist es egal wie weit ein Staat in die individuelle Freiheit eingreift. Auch wenn man die individuelle Freiheit völlig vernichtet, kann Demokratie noch möglich sein. Stimmen sie diesem Argument zu? Giddens: Wie lässt sich eine mögliche Abschaffung des Proporzsystems in Österrich in Hinblick auf den Demokratiegedanken argumentieren? Dahrendorf sieht eines der größten Probleme der Demokratie unserer Zeit an der Teilnahme des Volkes. Wie kann dieses Problem gelöst werden?
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