von Sandra Radermacher

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 Präsentation transkript:

von Sandra Radermacher

Wie die Schokolade nach Europa kam Fair gehandelt! Eine Präsentation Teil 1: Wie die Schokolade nach Europa kam Teil 2: Wie viele Arbeitsschritte führen zur Schokolade? Teil 3: Kakao und Welthandel Teil 4: Eine süße Fairführung

Teil 1: Wie die Schokolade nach Europa kam Fair gehandelt! Eine Präsentation Teil 1: Wie die Schokolade nach Europa kam

Fair gehandelt! Eine Präsentation – Geschichte des Kakaos Die Kakaofrucht war in Mittelamerika bereits seit ca. 1100 v. Chr. bekannt. Sie wurde von den Olmeken und ihren Nachfahren, den Maya, als Getränk genutzt. Bei den Azteken galt die Kakao- frucht als Geschenk des Gottes Quetzalcoátl (s. rechts) Die Bezeichnung für eines der zahl- reichen, kalten Kakao-Getränke war „cacaohuatl“, Ursprung unseres Begriffs Kakao. Quetzalcoátl

gelangte die Kakaobohne nach Europa. Fair gehandelt! Eine Präsentation – Geschichte des Kakaos Die aztekische Oberschicht genoss den Kakao als „tlaquetzalli“ (kostbare Sache): eine reine Kakao-Wasser-Mischung mit besonders hohem Kakao-Anteil. Mit der Eroberung des Azteken-Reiches durch den Spanier Hernán Cortéz (1519-1525) gelangte die Kakaobohne nach Europa. Die erste Ladung Kakao erreichte Sevilla im Jahre 1585. Fernando Cortez vor Kaiser Montezuma von Mexico (Max Slevogt, 1917)

Xocóatl bestand aus Wasser, Kakao, Maismehl, Vanille und Chili. Fair gehandelt! Eine Präsentation – Geschichte des Kakaos Eines der Getränke, das aus der Bohne hergestellt wurde, nannten die Azteken „Xocóatl“, woher sich auch unsere Bezeichnung „Schokolade“ ableitet. Xocóatl bestand aus Wasser, Kakao, Maismehl, Vanille und Chili. Der Genuss des Kakaos war nur der aztekischen Oberschicht und den Kriegern vorbehalten.

10 Kakaobohnen = 1 Kaninchen 100 Kakaobohnen = 1 Sklave Fair gehandelt! Eine Präsentation – Geschichte des Kakaos Die Kakaobohnen waren bei den Azteken nicht nur Opfergabe und rituelles Getränk, sondern auch Zahlungsmittel: 10 Kakaobohnen = 1 Kaninchen 100 Kakaobohnen = 1 Sklave In den Schatzkammern des Azteken-Kaisers Motecuhzoma, bekannt als Montezuma, fanden die Spanier 960.000 Kakaobohnen. Die Jahresausgaben des Azteken-Palastes von Texococo lagen bei 2,8 Mio. Kakaobohnen - teils wurden die Bohnen zu Getränken verarbeitet, aber auch für Löhne und sonstige Zahlungen verwendet.

Europäische Stimmen zum Kakao Fair gehandelt! Eine Präsentation – Geschichte des Kakaos Europäische Stimmen zum Kakao Der italienische Chronist Giralmo Benzoni berichtet in seiner “Storia del Mondo Nuovo” von 1575: “Sie [die Schokolade] schien eher ein Getränk für Schweine zu sein als für die Menschheit. […] Der Geschmack ist ein wenig bitter, er sättigt und erfrischt den Körper.” Der Jesuit José de Acosta schreibt 1590 in seiner “Historia natural y moral de las Indias”: “Und die spanischen Männer – noch mehr aber die spanischen Frauen – sind süchtig nach der schwarzen Schokolade”

Fair gehandelt! Eine Präsentation – Geschichte des Kakaos Vermischt mit Vanille, Honig oder Rosenwasser wurde der Kakao schnell ein beliebtes Getränk an den europäischen Adelshöfen – zunächst jedoch als Heilmittel! Die Schokolade galt als verdauungsfördernd, gut für die Leber und hilfreich bei Blähungen.

Folgen der zunehmenden Verbreitung des Kakaos in Europa: Fair gehandelt! Eine Präsentation – Geschichte des Kakaos Folgen der zunehmenden Verbreitung des Kakaos in Europa: ab dem 17. Jh. Plantagenanbau der Kakaofrucht in Ecuador, Venezuela und Brasilien ab dem 18. Jh. Plantagenanbau in der Karibik und den niederländischen Kolonien in Südamerika unter Einsatz von Sklaven. Die erste Milchschokoladen-Tafel brachte 1879 Daniel Peter auf den Markt. Mitte des 20. Jh. hatte sich die Schokolade als Massenprodukt durchgesetzt.

Wie viele Arbeitsschritte führen zur Schokolade? Fair gehandelt! Eine Präsentation Teil 2: Wie viele Arbeitsschritte führen zur Schokolade?

Kakao – „Speise der Götter“ Fair gehandelt! Eine Präsentation – Wie der Kakao geerntet wird Kakao – „Speise der Götter“ 1753 benannt durch den schwedischen Botaniker Carl von Linné: Theobroma cacao L. Durch Züchtung entstanden die Sorten Criollo, Forastero und Trinitario. Die Farbe der Kakaofrüchte variiert von gelb bis rotbraun.

Fair gehandelt! Eine Präsentation – Wie der Kakao geerntet wird Kakaoernte Die Früchte werden mit einem langen Pflückmesser geerntet und geöffnet dann wird das Fruchtfleisch mit den Bohnen darin gelöst eingewickelt in Bananenblätter fermentieren die Bohnen 

Die Fermentation ist ein Gärungsprozess, bei dem folgendes passiert: Fair gehandelt! Eine Präsentation – Wie der Kakao geerntet wird Die Fermentation ist ein Gärungsprozess, bei dem folgendes passiert: die Bohnen verlieren einen Teil ihrer Bitterstoffe sie erhalten ihr typisches Aroma und ihre Farbe. Die Fermentation dauert 2 bis 7 Tage.

Fair gehandelt! Eine Präsentation – Wie der Kakao geerntet wird Ein bis zwei Wochen trocknen die Bohnen nach der Fermentation in der tropischen Sonne. Nach dem Trocknen werden die Bohnen zur weiteren Verarbeitung (rösten, mahlen) nach Europa und Nordamerika transportiert.

Fair gehandelt! Eine Präsentation Teil 3: Kakao und Welthandel

5 Staaten produzieren ca. 81 % der weltweiten Kakaoernte Fair gehandelt! Eine Präsentation – Kakao und Welthandel 5 Staaten produzieren ca. 81 % der weltweiten Kakaoernte Elfenbeinküste: Ghana: Indonesien: Nigeria: Kamerun: 1.408.000 t 741.000 t 500.000 t 180.000 t 169.000 t

Rohkakaoanbau weltweit 2005/ 2006 Fair gehandelt! Eine Präsentation – Kakao und Welthandel Rohkakaoanbau weltweit 2005/ 2006 Gesamte Ernte 3.675.500 Tonnen (t)

Wer verdient wie viel? Wenn eine Tafel Schokolade € 1,- kostet: Fair gehandelt! Eine Präsentation – Kakao und Welthandel Wer verdient wie viel? Wenn eine Tafel Schokolade € 1,- kostet: Schokoladenhersteller 32 Cent Supermarkt 32 Cent Kakao-Importeur 14 Cent Staat (Steuer) 14 Cent Kakao-Ankäufer 5 Cent Kakaobauer 3 Cent

Fair gehandelt! Eine Präsentation – Kakao und Welthandel Nach Schätzungen des International Institute of Tropical Agriculture arbeiten rund 280.000 Kinder zwischen 9 und 12 Jahren in der westafrikanischen Kakaoproduktion.

Fair gehandelt! Eine Präsentation Teil 4: Eine süße Fairführung

Die Idee des Fairen Handels Fair gehandelt! Eine Präsentation – Eine süße Fairführung Die Idee des Fairen Handels „Fairer Handel ist eine Handelspartnerschaft, die auf Dialog, Transparenz und Respekt beruht und nach mehr Gerechtigkeit im internationalen Handel strebt. Durch bessere Handelsbeziehungen und die Sicherung sozialer Rechte für benachteiligte ProduzentInnen und ArbeiterInnen – insbesondere in den Ländern des Südens – leistet der Faire Handel einen Beitrag zu nachhaltiger Entwicklung. Fair Handelsorganisationen engagieren sich für die Unterstützung der ProduzentInnen, die Bewusstseinsbildung sowie die Kampagnenarbeit zur Veränderung der Regeln und der Praxis des konventionellen Welthandels.“ Definition des Fairen Handels, entwickelt von FINE (FLO - Fair Labelling Organisation, IFTAT – International Federation of Alternative Trade, NEWS-Network of European World Shops, EFTA – European Fair Trade Association)

Fair gehandelt! Eine Präsentation – Eine süße Fairführung Was ist Fairer Handel? In Deutschland: Fair-Handels-Bewegung begann in den 70er-Jahren mit der Forderung nach gerechten Handelsbeziehungen. Die Dachorganisation der Fair-Handels-Bewegung ist die FLO (Fair Labelling Organisation), in Deutschland vertreten durch Transfair. Die FLO arbeitet mit 632 Produzentengruppen in 58 Ländern zusammen und unterstützt damit 1,4 Mio. Bauern in Afrika, Asien und Lateinamerika.

Fairer Handel bedeutet: Fair gehandelt! Eine Präsentation – Eine süße Fairführung Fairer Handel bedeutet: Zahlung von angemessenen Preisen, die zum einen die Produktionskosten, zum anderen auch Investitionen in Bildungs- und Gesundheitseinrichtungen erlauben Langfristige und verlässliche Handelbeziehungen

Fairer Handel bedeutet: Fair gehandelt! Eine Präsentation – Eine süße Fairführung Fairer Handel bedeutet: Förderung des ökologischen Anbaus Bei Bedarf Vorfinanzierung und Kredite Keine ausbeuterische Kinderarbeit Keine Gentechnik

Fair gehandelt! Eine Präsentation – Eine süße Fairführung Vergleich: Fairtrade-Preis für Kakao & Preis der New Yorker Börse 1994-2007 Preis in US$ pro Tonne Fairtrade Minimum Preis = $ 1.600/ t + $ 150 Prämie. Wenn der Preis an der New Yorker Börse über $ 1.600 liegt: Fairtrade-Preis = Preis an der New Yorker Börse + $ 150 Prämie © Fairtrade Foundation

Der Faire Handel macht ca. 0,01 % am weltweiten Agrarhandel aus. Fair gehandelt! Eine Präsentation – Eine süße Fairführung Der Faire Handel macht ca. 0,01 % am weltweiten Agrarhandel aus. Die größte Fair-Handelsorganisation in Deutschland ist die GEPA. Neben Kakao sind im Fairen Handel unter anderem Kaffee, Tee, Wein, Honig, Blumen, Bananen, Orangen, Fruchtsäfte, Getreideprodukte, aber auch Sportbälle und Baumwolle erhältlich.

Beispiel der Kakaogenossenschaft El Ceibo (Bolivien) Fair gehandelt! Eine Präsentation – Eine süße Fairführung Beispiel der Kakaogenossenschaft El Ceibo (Bolivien) Einige Bauern aus dem Regenwaldgebiet des Alto Beni am östlichen Andenrand entschieden sich in den 70er-Jahren, selber Handel mit dem Ausland zu treiben. Mittlerweile zählen 800 Produzentenfamilien zu den Mitgliedern. Von der GEPA erhalten sie einen Mindestpreis mit Entwicklungszuschlag, für Bio-Kakao zusätzlich $ 200,-/ t. 65 % der Gesamtproduktion gehen in den Fairen Handel.

Beispiel der Kakaogenossenschaft El Ceibo (Bolivien) Fair gehandelt! Eine Präsentation – Eine süße Fairführung Beispiel der Kakaogenossenschaft El Ceibo (Bolivien) Die Arbeiter und Bauern erhalten ca. € 100,- im Monat, das Doppelte des offiziellen Mindestlohns. Über die Verwendung der zusätzlichen Einnahmen entscheidet eine jährlich aus allen Kooperativen gewählte Versammlung. Die Prämien werden unter anderem für Rentenfonds, Arztkostenzuschüsse, Stipendien, Finanzierung von Agraringenieuren zur Steigerung der Qualität und in die ärztliche Versorgung investiert.

Fair gehandelt! Eine Präsentation – Eine süße Fairführung In einem Artikel über Fairen Handel sagte kürzlich eine afrikanische Kakao-Produzentin: „Leider liefern wir nur 7,7 % unserer Ernte direkt an Fairtrade. All unser Kakao hat beste Qualität. Die Europäer müssen einfach mehr Fairtrade essen."

Quellenverzeichnis Bildverzeichnis Fair gehandelt! Eine Präsentation – Quellen Quellenverzeichnis sowie die Webseiten: http://www.transfair.org http://www.faitrade.net http://www.gepa.de http://de.wikipedia.org/wiki/Kakao http://de.wikipedia.org/wiki/Schokolade http://www.afrikanet.info http://www.fotomarburg.de http://www.kakaoverein.de Sophie D. Coe, Michael D. Coe (1999): Die wahre Geschichte der Schokolade, Frankfurt a. M., Fischer-Verlag Robert Fin Steinle (2004): Schokolade – Nahrungsmittel oder Pausenfüller?, Dettelbach, Verlag J. H. Röll Hg. Fair Trade Kongress (2008): Fair ist mehr. Mit Fairem Handel zum Wandel, Aachen, MVG Matthias Auer: Kakao: Ghanas Bauern zwischen Preisdiktat und Fairtrade aus: Die Presse, Print-Ausgabe, 23.02.2008 Bildverzeichnis Folie 4, Abb. entnommen aus: http://de.wikipedia.org/wiki/Bild:Quetzalcoatl_and_Tezcatlipoca.jpg Folie 5, Abb. entnommen aus: Bildarchiv Foto Marburg Motiv: Fernando Cortez vor Kaiser Montezuma von Mexiko (Max Slevogt, 1917), Kunsthalle Bremen - Der Kunstverein in Bremen Folie 15, Abb. entnommen aus: http://de.wikipedia.org/wiki/Bild:Cacao.jpg. Bearbeitete Version steht unter der GNU General Public License (GPL). Folie 26, Abb.© Fairtrade Foundation Folie 1, 2, 3, 6, 9, 11-17, 19-21, 24-26, 30, Abb. © corbis