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Copyright 2009 Bernd Brügge, Christian Herzog Grundlagen der Programmierung TUM Wintersemester 2009/10 Kapitel 9, Folie 1 2 Dr. Christian Herzog Technische.

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1 Copyright 2009 Bernd Brügge, Christian Herzog Grundlagen der Programmierung TUM Wintersemester 2009/10 Kapitel 9, Folie 1 2 Dr. Christian Herzog Technische Universität München Wintersemester 2009/2010 Grundlagen der Programmierung Kapitel 9: Ausnahmen

2 Copyright 2009 Bernd Brügge, Christian Herzog Grundlagen der Programmierung TUM Wintersemester 2009/10 Kapitel 9, Folie 2 Überblick Ausnahme: ein Ereignis, das den normalen Programmfluss ändert. Ausnahmen in Java Programmierung von Ausnahmen Behandlung von Fehlern mit Ausnahmen

3 Copyright 2009 Bernd Brügge, Christian Herzog Grundlagen der Programmierung TUM Wintersemester 2009/10 Kapitel 9, Folie 3 Ziel der Vorlesung Sie verstehen das Konzept der Ausnahme und Ausnahmebehandlung. Sie sind in der Lage das Java try-catch-finally - Konstrukt zu benutzen. Sie können Ausnahmen als Unterklassen von Java-Ausnahmen implementieren. Sie verstehen, wie man Ausnahmebehandlungen implementiert.

4 Copyright 2009 Bernd Brügge, Christian Herzog Grundlagen der Programmierung TUM Wintersemester 2009/10 Kapitel 9, Folie 4 Fehlerbehandlung in Software-Systemen Eines der größten Problembereiche beim Entwurf von Software- Systemen ist der Umgang mit möglichen Fehlern. Beim Entwurf von Software müssen Sie sich immer die folgenden 2 Fragen stellen: –Was kann falsch laufen? –Was mache ich, wenn etwas falsch läuft? Falls z.B. der Aufruf von Methoden an Bedingungen geknüpft ist (wie: Element muss in der Menge enthalten sein.): –Was ist, wenn die Bedingungen falsch formuliert worden sind? Oder wenn gar keine gestellt wurden? Dies kann bereits zur Entwicklungszeit oder erst zur Laufzeit erkannt werden –Was ist, wenn die Bedingungen nicht eingehalten werden? Alternative: Abbrechen oder Weiterlaufen

5 Copyright 2009 Bernd Brügge, Christian Herzog Grundlagen der Programmierung TUM Wintersemester 2009/10 Kapitel 9, Folie 5 public static int mittelwert(int arr[]) { int avg = 0; for (int k = 0; k < arr.length; k++) avg += arr[k]; return avg / arr.length; } // mittelwert() Schlechter Entwurf: mittelwert() ist nicht vor arr.length==0 geschützt. Beispiel eines Fehlers Wenn die Länge der Reihung 0 ist, gibt es einen Fehler "Division- durch-0".

6 Copyright 2009 Bernd Brügge, Christian Herzog Grundlagen der Programmierung TUM Wintersemester 2009/10 Kapitel 9, Folie 6 public static int mittelwert( int arr[] ) { int avg = 0; if (arr.length == 0) { System.err.println("FEHLER: Division durch 0"); System.exit(99); } for (int k = 0; k < arr.length; k++) avg += arr[k]; return avg / arr.length; } // mittelwert() Was machen wir mit Fehlern? Wir bauen die Fehlerbehandlung in das Programm ein 95% aller existierenden Systeme arbeiten so :-( Alternative Fehlerbehandlung: Ausnahmen Bricht den Programmablauf mit dem Fehlerschlüssel 99 ab.

7 Copyright 2009 Bernd Brügge, Christian Herzog Grundlagen der Programmierung TUM Wintersemester 2009/10 Kapitel 9, Folie 7 Ausnahmen Definition Ausnahme: Ein Ereignis, welches die normale Aus- führungsreihenfolge in einem System unterbricht, da ein Fehler aufgetreten ist. –Eine Ausnahme ist eine Klasse, d.h. sie hat Methoden und Attribute, die die Unterscheidung verschiedener Fehlerursachen erlauben. Wenn diese Unterscheidung wichtig ist, sagen wir statt Ausnahme auch Ausnahmetyp. Definition Ausnahmeobjekt: Die Instanz einer Ausnahme. Wird oft ebenfalls als Ausnahme bezeichnet (Die Unterscheidung zwischen Ausnahme als Typ und Ausnahme als Objekt ist oft aus dem Kontext klar, in dem sie benutzt wird). Definition Ausnahmebehandlung: Nachdem eine Methode ein Ausnahmeobjekt erzeugt hat, geht der Programmfluss nicht normal weiter, sondern wird bei der Ausnahmebehandlung fortgesetzt. Das Ausnahmeobjekt enthält die Einzelheiten der Fehlerursache.

8 Copyright 2009 Bernd Brügge, Christian Herzog Grundlagen der Programmierung TUM Wintersemester 2009/10 Kapitel 9, Folie 8 Taxonomie von Ausnahmen Ein wesentlicher Teil des Entwurfs, besonders des detaillierten Entwurfs ist die Modellierung von Ausnahmen. Ziel der Modellierung ist die Erstellung einer Taxonomie (Hierarchie), die es ermöglicht, Ausnahmen aus der Anwendungsdomäne und der Lösungsdomäne zu behandeln. –Ausnahmen sind gut für die Modellierung von potentiellen Problemen, z.B. bei der Eingabe von Werten in interaktiven Systemen. Die Programmiersprache Java stellt eine (erweiterbare) Taxonomie bereit. –Mithilfe von Spezialisierung können wir die modellierten Ausnahmen aus der Anwendungsdomäne und Lösungsdomäne als Unterklassen von Java's Ausnahmen-Hierarchie definieren.

9 Copyright 2009 Bernd Brügge, Christian Herzog Grundlagen der Programmierung TUM Wintersemester 2009/10 Kapitel 9, Folie 9 Java's Ausnahmenhierarchie Throwable ErrorException RuntimeException Attributes Operations Benutzer-Definiterte Ausnahmen Jede Ausnahme ist Unterklasse von Throwable. Error ist eine Ausnahme, für die keine Ausnahmebehandlung möglich ist (z.B. Hardware- Fehler). Sie führt immer zum Programmabbruch. Exception ist eine Ausnahme, für die eine Ausnahmebehandlung möglich ist. Für jede Ausnahme vom Typ Exception muss der Benutzer angeben, ob und, wenn ja, wie sie zu behandeln ist, außer für Ausnahmen vom Typ RuntimeException. Wird eine Ausnahme nicht behandelt, so führt sie zum Programmabbruch durch das Java-System.

10 Copyright 2009 Bernd Brügge, Christian Herzog Grundlagen der Programmierung TUM Wintersemester 2009/10 Kapitel 9, Folie 10 public class Exception extends Throwable { // Attribut: private String message = …;// beschreibt die Ausnahme; // Voreinstellung abhaengig vom // Ausnahmetyp // Konstruktoren: public Exception() {...}// Keine detaillierte Beschreibung public Exception(String s) {…}// Mit detaillierterer Beschreibung: // s ueberschreibt message // ausgewaehlte Methoden (geerbt von Throwable): … public String getMessage() {…} // liefert Beschreibung … public void printStackTrace() {…} // druckt die Ausnahme und die aktuelle Methoden-Aufrufstruktur // auf die Standard-Fehlerausgabe System.err … } Die Klasse Exception

11 Copyright 2009 Bernd Brügge, Christian Herzog Grundlagen der Programmierung TUM Wintersemester 2009/10 Kapitel 9, Folie 11 Beispiel für das Auftreten einer Ausnahme Der Aufruf java Example führt zu folgender Ausgabe: class Example { public static int mittelwert (int[] arr) { int avg = 0; for (int k = 0; k < arr.length; k++) avg += arr[k]; return avg / arr.length; } // mittelwert() public static void main (String[] args) { int[] arr = new int[0]; System.out.println(mittelwert(arr)); } Exception in thread "main" java.lang.ArithmeticException: / by zero at Example.mittelwert(Example.java:6) at Example.main(Example.java:11) Das Java-System hat die Ausnahme durch Aufruf der Methode printStackTrace() und Programmabbruch behandelt.

12 Copyright 2009 Bernd Brügge, Christian Herzog Grundlagen der Programmierung TUM Wintersemester 2009/10 Kapitel 9, Folie 12 Spezialiserung bei Ausnahmen Ausnahmen sind Klassen, wir können also Unterklassen definieren. Beispiel: Beim Prüfen von Eingaben wollen wir oft sicherstellen, dass der eingegebene Wert kleiner als eine obere Grenze ist. –Ein spezieller Konstruktor sorgt dafür, dass die detaillierte Fehlerbeschreibung auch die aktuelle Obergrenze enthält. // Die Ausnahme IntOutOfRange wird ausgeloest, wenn eine // ganze Zahl einen bestimmten Wert Bound überschreitet. public class IntOutOfRange extends Exception { // Die beiden Standard-Konstruktoren für Ausnahmen: public IntOutOfRange () { super(); } public IntOutOfRange (String s) { super(s); } // Ein zusätzlicher speziellerer Konstruktor: public IntOutOfRange (int Bound) { this("Der Eingabewert ist größer als " + Bound); } } Mit super() wird jeweils der Konstruktor der Superklasse, hier also von Exception, aufgerufen.

13 Copyright 2009 Bernd Brügge, Christian Herzog Grundlagen der Programmierung TUM Wintersemester 2009/10 Kapitel 9, Folie 13 Beispiel: Ein neuer Ausnahmetyp MultipleElementListException In der Methode insertElement() der Klasse OrderedList kann der Fehler auftreten, dass das einzufügende Element bereits enthalten ist. Die bisherige Fehlerbehandlung soll durch Auslösen einer Ausnahme ersetzt werden. Dafür definieren wir die Klasse MultipleElementListException : public class MultipleElementListException extends ListException { public MultipleElementListException() { super(); } public MultipleElementListException(String s) { super(s); } public MultipleElementListException(Comparable c) { this("multiple Element: " + c); } } ListException sei Oberklasse für alle Ausnahmen, die bei Listen auftreten können.

14 Copyright 2009 Bernd Brügge, Christian Herzog Grundlagen der Programmierung TUM Wintersemester 2009/10 Kapitel 9, Folie 14 Das Auslösen (Werfen) einer Ausnahme In der Methode insertElement() soll nun statt einer Fehlerausgabe am Bildschirm die Ausnahme MultipleElementListException ausgelöst werden. Ausnahmen werden mittels throw ausgelöst (geworfen). Das (eventuelle) Auslösen einer Ausnahme muss mittels throws im Methodenkopf deklariert werden. // Allgemeine Form: public void m (... ) throws Exception1, …, ExceptionN { … … … // eventuelles Auslösen von Exception1: if ( … ) … throw new Exception1(…); … … … … // eventuelles Auslösen von ExceptionN: if ( … ) … throw new ExceptionN(…); … … … … } Deklaration der Ausnahmen Ausnahmeregelung: Ausnahmen, die Unterklasse von Runtime- Exception sind, müssen nicht mittels throws deklariert werden. –Grund: Sie können praktisch überall ausgelöst werden. new instantiiert eine neue Ausnahme und throw löst sie aus.

15 Copyright 2009 Bernd Brügge, Christian Herzog Grundlagen der Programmierung TUM Wintersemester 2009/10 Kapitel 9, Folie 15 Beispiel: Auslösen einer Ausnahme in insertElement() public static OrderedList insertElement(Comparable c, OrderedList l) throws MultipleElementListException { // Falls die Liste leer ist oder nur groessere Elemente enthaelt: if (l == null || l.item.comparesTo(c) == 1) { return new OrderedList(c, l); } // Falls das erste Listenelement c enthaelt: if (l.item.comparesTo(c) == 0) { throw new MultipleElementListException(c); } // Ansonsten arbeite rekursiv mit der Nachfolger-Liste: l.next = insertElement(c, l.next); return l; } Deklaration der Ausnahme Bei Ausführung von throw wird die Methode insertElement() sofort beendet und die Ausnahme an die aufrufende Methode weitergereicht. Dort wird sie entweder behandelt (gefangen) oder ebenfalls wieder an den Aufrufer weitergereicht. new instantiiert die neue Ausnahme und throw löst sie aus.

16 Copyright 2009 Bernd Brügge, Christian Herzog Grundlagen der Programmierung TUM Wintersemester 2009/10 Kapitel 9, Folie 16 class ExceptionTest1 { // Auf der Kommandozeile übergebene ganze Zahlen werden in eine // sortierte Liste eingefügt und dann ausgedruckt: public static void main (String[] args) { OrderedList list = null; for (int i=0; i

17 Copyright 2009 Bernd Brügge, Christian Herzog Grundlagen der Programmierung TUM Wintersemester 2009/10 Kapitel 9, Folie 17 class ExceptionTest1 { // Auf der Kommandozeile übergebene ganze Zahlen werden in eine // sortierte Liste eingefügt und dann ausgedruckt: public static void main (String[] args) throws MultipleElementListExceptiion { OrderedList list = null; for (int i=0; i

18 Copyright 2009 Bernd Brügge, Christian Herzog Grundlagen der Programmierung TUM Wintersemester 2009/10 Kapitel 9, Folie 18 Behandlung von Ausnahmen: try-catch-finally Ein Versuchs-Block ( try{…} ) enthält Anweisungen, in denen Ausnahmen eventuell ausgelöst werden können. Mit einem Versuchs- Block signalisieren wir unsere Bereitschaft, diese Ausnahmen zu behandeln. Die Ausnahmebehandlung fängt eine geworfene Ausnahme und besteht aus einem oder mehreren Fang-Blöcken ( catch(…) {…} ). –Jeder Fang-Block ist für eine Ausnahme zuständig. Der speziellste Ausnahmetyp sollte im ersten Fang-Block sein –Die Definition von Fang-Blöcken ähnelt der Definition von Methoden, und enthält einen formalen Parameter (oft e genannt). Der Typ des Parameters ist der Ausnahmentyp. Der (optionale) Final-Block ( finally{…} ) macht die Aufräumarbeiten. –Falls das Programm nicht abbricht, wird dieser Block ausgeführt, egal, ob eine Ausnahme erzeugt worden ist, oder nicht.

19 Copyright 2009 Bernd Brügge, Christian Herzog Grundlagen der Programmierung TUM Wintersemester 2009/10 Kapitel 9, Folie 19 try { … // In diesem Versuchs-Block werden eventuell Ausnahmen // ausgelöst … } catch (Exception1 e) { System.err.println("Fehler: " + e); … // Ausnahmebehandlung für Ausnahmen vom Typ Exception1 } catch (Exception2 e) { System.err.println("Fehler: " + e); … // Ausnahmebehandlung für Ausnahmen vom Typ Exception2 } … // Ausnahmebehandlungen für weitere Ausnahmetypen finally { … // Aufräumarbeiten und andere Anweisungen } Behandlung von Ausnahmen

20 Copyright 2009 Bernd Brügge, Christian Herzog Grundlagen der Programmierung TUM Wintersemester 2009/10 Kapitel 9, Folie 20 class ExceptionTest2 { // Auf der Kommandozeile übergebene ganze Zahlen werden in eine // sortierte Liste eingefügt und dann ausgedruckt: public static void main (String[] args) { OrderedList list = null; try { for (int i=0; i

21 Copyright 2009 Bernd Brügge, Christian Herzog Grundlagen der Programmierung TUM Wintersemester 2009/10 Kapitel 9, Folie 21 class ExceptionTest3 { // Auf der Kommandozeile übergebene ganze Zahlen werden in eine // sortierte Liste eingefügt und dann ausgedruckt: public static void main (String[] args) { OrderedList list = null; for (int i=0; i

22 Copyright 2009 Bernd Brügge, Christian Herzog Grundlagen der Programmierung TUM Wintersemester 2009/10 Kapitel 9, Folie 22 Taxonomie benutzerdefinierter Ausnahmen Die Definition benutzerdefinierter Ausnahmetypen sollte sorgfältig erfolgen. –Z.B. sollten Ausnahmetypen für alle Fehlerfälle eingeführt werden, die unterschiedlich behandelt werden werden sollen: Z.B. sollten auch Oberklassen zu ähnlichen Ausnahmetypen eingeführt werden. Dies erlaubt eine abgestufte Behandlung der Ausnahmen. MultipleElementListExceptionNotContainsElementListException...ListExceptionException

23 Copyright 2009 Bernd Brügge, Christian Herzog Grundlagen der Programmierung TUM Wintersemester 2009/10 Kapitel 9, Folie 23 try { // In diesem Versuchs-Block werden eventuell Ausnahmen // ausgelöst } // Spezielle Behandlung von NotContainsElementListException: catch (NotContainsElementListException e) { System.err.println(schwerer Fehler: " + e); System.exit(98); } // Ausnahmebehandlung für alle restliche Ausnahmetypen bei Listen: catch (ListException e) { System.err.println("Fehler bei Listen: " + e); // Hier nur Meldung, kein Programmabbruch } // Ausnahmebehandlungen für alle weiteren Ausnahmetypen catch (Exception e) { System.err.println(unerwarteter Fehler: " + e); System.exit(99); } Abgestufte Behandlung von Ausnahmen Ausnahmehierarchien erlauben abgestufte Behandlung vom speziellsten zum allgemeinsten Fehlerfall. Der erste passende Fang-Block wird ausgewählt :

24 Copyright 2009 Bernd Brügge, Christian Herzog Grundlagen der Programmierung TUM Wintersemester 2009/10 Kapitel 9, Folie 24 Vervollständigung unseres Beispiels zur Mengendarstellung Wir unterscheiden folgende zwei Fehlerfäller für Listen: –In eine Liste soll ein Element eingefügt werden, das bereits vorhanden ist. –In einer Liste soll ein Element gelöscht werden, das gar nicht vorhanden ist. Und analog für Mengen: –In eine Menge soll ein Element eingefügt werden, das bereits vorhanden ist. –In einer Menge soll ein Element gelöscht werden, das gar nicht vorhanden ist. Das liefert folgenden Entwurf für Ausnahmetypen: MultipleElementListException NotContainsElementListException ListException Exception MultipleElementSetException NotContainsElementSetException SetException

25 Copyright 2009 Bernd Brügge, Christian Herzog Grundlagen der Programmierung TUM Wintersemester 2009/10 Kapitel 9, Folie 25 public void insert(Object o) { // stützt sich auf entsprechende Methode von OrderedList: list = OrderedList.insertElement((Comparable) o, list); } Beispiel: Die Methode insert() der Klasse OrderedListSet insert() muss die Ausnahme MultipleElementListException der Methode insertElement() behandeln und soll im Fehlerfall die Ausnahme MultipleElementSet- Exception auslösen: public void insert(Object o) throws MultipleElementSetException { try { list = OrderedList.insertElement((Comparable) o, list); } catch (MultipleElementListException e) { throw new MultipleElementSetException(e.getMessage()); }

26 Copyright 2009 Bernd Brügge, Christian Herzog Grundlagen der Programmierung TUM Wintersemester 2009/10 Kapitel 9, Folie 26 abstract class Set { … // Einfuegen eines Elementes: public abstract void insert(Object o) throws MultipleElementSetException; // Entfernen eines Elementes: public abstract void delete(Object o) throws NotContainsElementSetException; … } Ausnahmen und abstrakte Methoden Die von einer Methode ausgelösten Ausnahmen ( throws -Konstrukt) gehören zur Funktionalität der Methode. Wenn eine Methode eine abstrakte Methode implementieren soll, muss die Funktionalität identisch sein. Bereits die abstrakte Methode (und damit alle anderen alternativen Implementierungen) muss also das identische throws -Konstrukt enthalten. Am Beispiel der abstrakten Klasse Set :

27 Copyright 2009 Bernd Brügge, Christian Herzog Grundlagen der Programmierung TUM Wintersemester 2009/10 Kapitel 9, Folie 27 class ExceptionTest4 { // Auf der Kommandozeile übergebene ganze Zahlen werden in eine sortierte // Menge eingefügt und dann ausgedruckt. // Falsche Zahldarstellungen werden dabei ignoriert: public static void main (String[] args) { OrderedListSet set = new OrderedListSet (); for (int i=0; i

28 Copyright 2009 Bernd Brügge, Christian Herzog Grundlagen der Programmierung TUM Wintersemester 2009/10 Kapitel 9, Folie 28 Ungeprüfte Ausnahmen Ungeprüfte Ausnahmen heißen so, weil vom Java Compiler nicht überprüft wird, ob sie deklariert sind. –Die Klasse RuntimeException und alle ihre Unterklassen sind ungeprüfte Ausnahmen. –Klassenhierarchie für RuntimeException RuntimeExceptionArrayIndexOutOfBoundsException StringIndexOutOfBoundsException NumberFormatExceptionObject ThrowableException ArithmeticException ArrayStoreException ClassCastException IllegalArgumentException IllegalMonitorStateException IndexOutOfBoundsException NegativeArraySizeException NullPointerException SecurityException

29 Copyright 2009 Bernd Brügge, Christian Herzog Grundlagen der Programmierung TUM Wintersemester 2009/10 Kapitel 9, Folie 29 Ungeprüfte Ausnahmen ArithmeticException ClassCastException IllegalArgumentException NumberFormatException IndexOutOfBoundsException ArrayIndexOutOfBoundsException StringIndexOutOfBoundsException NullPointerException Division durch Null oder ein anderes arithmetisches Problem Ungültige Typ-Konvertierung eines Objektes in eine Klasse, von der es keine Instanz ist. Methodenaufruf mit falschen Argumenten Illegales Zahlenformat (z.B. beim Methodenaufruf) Ein Reihungs-oder Zeichenkettenindex ist ausserhalb der Grenzen Ein Index in einer Reihung ist kleiner als 0 oder als die Länge der Reihung Ein Zeichenkettenindex ist ausserhalb der Grenzen Referenz auf nicht instanziiertes Objekt

30 Copyright 2009 Bernd Brügge, Christian Herzog Grundlagen der Programmierung TUM Wintersemester 2009/10 Kapitel 9, Folie 30 Heuristiken für Entwurf von Ausnahmen Defensiver Entwurf. Versuchen Sie, potentielle Probleme zu sehen, die die normalen Folge von Ereignissen verändern. Ein guter Ausgangspunkt sind Anwendungsfälle. Spezielle Anwendungsfälle sind gute Kandidaten für Ausnahmen. Auch die inkorrekte Eingabe von Werten bei interaktiven Systemen lässt sich oft gut als Ausnahme modellieren. Lokale Behandlung. Versuchen Sie Ausnahmen lokal zu behandeln. Ausnahmen in Klassenbibliotheken. Schreiben Sie catch -Blöcke für alle Ausnahmen, die Routinen aus Klassenbibliotheken auslösen könnten, sonst überlassen Sie Ihr Schicksal den oft unverständlichen Beschreibungen des Java-Systems. Ausnahmen beschreiben Ausnahme-Situationen. Benutzen Sie Ausnahmen nicht für die Behandlung von normalen Bedingungen.

31 Copyright 2009 Bernd Brügge, Christian Herzog Grundlagen der Programmierung TUM Wintersemester 2009/10 Kapitel 9, Folie 31 Zusammenfassung Ausnahmen sind auch Klassen Behandlung von Ausnahmen: das try-throw-catch- finally Gerüst Geprüfte und ungeprüfte Ausnahmen: –Alle geprüften Ausnahmen müssen deklariert oder behandelt sein. Benutzerdefinierte Ausnahmen sind Spezialisierungen der Klassen Exception Ausnahmen sind ein gutes Werkzeug, um die Einhaltung von Vorbedingungen in Methoden zu überprüfen.

32 Copyright 2009 Bernd Brügge, Christian Herzog Grundlagen der Programmierung TUM Wintersemester 2009/10 Kapitel 9, Folie 32 Hinweis Auf der Homepage der Vorlesung steht unter –Ausnahmen.tar.gz bzw. –Ausnahmen.zip die Hierarchie von Mengendarstellungen als generische Klassen aus Kapitel 8, ergänzt um Fehlerbehandlung durch Ausnahmen, zur Verfügung.


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