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Goethe-Universität, Frankfurt/Main 32 Ein einfaches Kreislaufmodell Empfangende und gebende Wirtschaftseinheiten werden Pole genannt. Haushalte Unternehmen.

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1 Goethe-Universität, Frankfurt/Main 32 Ein einfaches Kreislaufmodell Empfangende und gebende Wirtschaftseinheiten werden Pole genannt. Haushalte Unternehmen Einkommen Ausgaben für Konsum

2 Goethe-Universität, Frankfurt/Main 33 François Quesnay und die Physiokraten Das Kreislaufsystem geht auf François Quesnay zurück. Er unterscheidet drei Klassen von Akteuren (und damit Pole): –Landwirtschaft (classe productive) –Eigentümer (classe oisive) –Alle übrigen Berufe (classe stérile) Er unternimmt bereits Schätzungen der Ströme. Quesnay ( )

3 Goethe-Universität, Frankfurt/Main 34 Quesnays Kreislaufsystem Konsumgüter 1 Mrd.Fr. Nettoproduktion 2 Mrd. Fr. P SO Konsumgüter 2 Mrd.Fr. Veredelte Güter 1 Mrd. Fr. Fiktive Kapital- leistungen 2 Mrd. Fr.

4 Goethe-Universität, Frankfurt/Main 35 Quesnays Kreislaufsystem Nur die Landwirtschaft ist bei Quesnay produktiv. Das Handwerk ist steril, es erzeugt keinen Produktionsüberschuß. Handel verteilt das Produkt, ist ebenfalls nicht produktiv (auch bei Karl Marx). Das Modell ist verständlich bei 85 % der Bevölkerung in der Landwirtschaft (bei 60% der Produktion als Ernährungsgüter).

5 Goethe-Universität, Frankfurt/Main 36 Adam Smith und die Klassik Adam Smith kritisiert den Produktionsbegriff der Physiokraten, übernimmt aber den Kreislaufgedanken. Für Smith (und Marx) wird die Arbeitskraft zum entscheidenden Produktionsfaktor. Er unterscheidet zwischen produktiver und unproduktiver Arbeit (ebenso Marx). Adam Smith ( )

6 Goethe-Universität, Frankfurt/Main 37 Wachstum der Arbeitsproduktivität Die Produktivität der Arbeit erhöht sich im Zeitablauf (Smith und Marx) –durch Arbeitsteilung (exogener Faktor); –durch Kapitalakkumulation (endogener Faktor). Kapital wird durch Akkumulation von produktiver Arbeit (materieller Güter) gebildet. Dienstleistungen (unproduktive Arbeit) sind nicht akkumulationsfähig.

7 Goethe-Universität, Frankfurt/Main 38 Marx übernimmt von Smith das Produktionskonzept. Aber: Produktive Arbeit lässt sich von Kapitalisten in Form von materiellen Gütern aneignen (Mehrwert) und als Kapital akkumulieren. Marx greift ebenfalls auf den Kreislaufgedanken zurück. Karl Marx und die Klassik Karl Marx ( )

8 Goethe-Universität, Frankfurt/Main 39 Formale Darstellung des Marxschen Kreislaufschemas Marx unterscheidet zwischen zwei Gruppen: Arbeiter und Kapitalisten Er unterscheidet weiter zwischen zwei Abteilungen der Produktion –Abteilung I: Produktionsmittelindustrie –Abteilung II: Konsumgüterindustrie Marx betrachtet Geldströme, die aber real zu verstehen sind: Geld Ware Geld.

9 Goethe-Universität, Frankfurt/Main 40 Der Marxsche Mehrwert Der Mehrwert(m) ist ein Residuum, das man nach Abzug der laufenden Kosten des Materialeinsatzes c (konstantes Kapital) und der Lohnkosten v (variables Kapital) vom Wert der Produktion q erhält. Also:m = q - c - v Der Mehrwert fließt dem Kapitalisten zu.

10 Goethe-Universität, Frankfurt/Main 41 Marxsches Kreislaufschema Abteilung I Abteilung II Kapitalisten vIvI v II v I + v II c II cIcI mImI (m I + m II ) (1- )(m I + m II ) Kapital- bildung m II Arbeiter

11 Goethe-Universität, Frankfurt/Main 42 Strom- und Bestandsgrößen Im erweiterten Marxschen Kreislaufschema wird ein Teil der Produktion nicht konsumiert, sondern als Kapital akkumuliert. K t = K t-1 + m t Dabei ist m eine Stromgröße. K ist eine Bestandsgröße.

12 Goethe-Universität, Frankfurt/Main 43 Vorläufer der modernen VGR: Die moderne VGR hat klassische Vorläufer: Sir William Petty ( ) Sir William Petty: Erste Analysen des Reichtums einer Nation infolge der Eroberung Irlands. Gregory King ( ): Trennung der Analyse in Entstehungs-, Verteilungs- und Verwendungsrechnung. Mehrjährige Prognosen der wirtschaftlichen Entwicklung

13 Goethe-Universität, Frankfurt/Main 44 Für Say bedeutet die Produktion nicht allein das Schaffen materieller Güter, sondern das Schaffen von Nutzen (auch Dienstleistungen!). Als objektives Maß für den Nutzen schlägt Say den Tauschwert oder Preis vor. Der Produktionsbegriff wird auf alle am Markt getauschten Güter erweitert. Dies wird Grundlage der VGR des Westens. Das moderne Konzept der Produktion Jean-Baptiste Say ( )

14 Goethe-Universität, Frankfurt/Main 45 Das Saysche Theorem Jede Produktion (Angebot)......schafft sich ihre Nachfrage Probleme: Planung (ex ante) versus Realisierung (ex post) Reale Größen versus Monetäre Größen Kreditäre Finanzierung von Aktivitäten Produktion Konsum

15 Goethe-Universität, Frankfurt/Main 46 Das Saysche Theorem In einer Kreditwirtschaft hat das Saysche Theorem keine Gültigkeit.

16 Goethe-Universität, Frankfurt/Main 47 Das neoklassische Konzept der Produktion Die Neoklassik unterscheidet sich durch ihr subjektives Konzept der Produktion: Alles, was Bedürfnisse befriedigt, ist produktiv, ob es getauscht wird oder nicht. Für Irving Fisher ist Nutzen der Ertrag von Reichtum = Materielle Güter + Dienstleistungen + menschliches Wesen. Der Nutzen = psychisches Einkommen.

17 Goethe-Universität, Frankfurt/Main 48 Grenzen des BIP-Konzepts Das BIP, wie es die VGR erfasst, kann psychisches Einkommen nicht darstellen. Er wird nur auf Markttransaktionen zu Marktpreisen abgestellt (mit Ausnahmen). Dadurch entfällt auch die Bewertung von z.B. Selbstversorgung, Hausarbeit, etc.. Der subjektive Wert der in das BIP eingehenden Produktion mag zweifelhaft sein.

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19 Goethe-Universität, Frankfurt/Main 50 Die moderne VGR Die moderne VGR steht mit den Arbeiten von Keynes im Zusammenhang und ist eine Leistungsrechnung, die sich freilich stark an Geldströmen ausrichtet. Die letzte Revision des EVSG von 1995 sieht vor, dass komplette volkswirtschaftliche Vermögensbilanzen erstellt werden. John Maynard Keynes ( )

20 Goethe-Universität, Frankfurt/Main 51 Das keynessche Kreislaufmodell (hier als Geldströme verbucht) Unternehmen Haushalte Nettovolks- vermögen Bruttosozialprodukt Y Ersparnis S Konsum C Investition I

21 Goethe-Universität, Frankfurt/Main 52 Keynessches Grundmodell (für die geschlossene Wirtschaft) Es muss definitionsgemäß gelten: Produktion des Einkommens: Y = C + I (Konsum- und Investitionsgüter) Verwendung des Einkommens: Y = C + S (Konsum(-verzehr) und Sparen) Dann gilt auch: I S (ex post). Verteilung des Einkommens: Y = Y L + Y K.

22 Goethe-Universität, Frankfurt/Main 53 Das keynessche Kreislaufmodell (Verteilungsrechnung) Unternehmen Haushalte Nettovolks- vermögen Entgelte für Arbeitsleistung Y L Entgelte für Kapitalleistungen Y K

23 Goethe-Universität, Frankfurt/Main 54 Die drei Sichtweisen der VGR (für die geschlossene Wirtschaft) Das BIP kann auf drei verschiedene Arten ermittelt werden: - von der Produktionsseite her; - von der Verwendungsseite her; - von der Verteilungsseite her. Es muss immer gelten: Y = C + I = C + S = Y L + Y K Alle drei Rechnungen sind üblich.

24 Goethe-Universität, Frankfurt/Main 55 Die Einbeziehung des Staates Der Staat nimmt am Wirtschaftskreislauf teil. Dabei verzehrt er Ressoucen durch Staatskonsum und öffentlichen Investitionen. Er finanziert sich durch Steuern auf private Wirtschaftssubjekte. Wir unterscheiden: –Direkte Steuern (abzüglich Transferzahlungen); –Indirekte Steuern (abzüglich Subventionen). Steuer- zahler

25 Goethe-Universität, Frankfurt/Main 56 Der Staat im Wirtschaftskreislauf Staat Private Haushalte Netto- vermögen CPCP TdTd Y netto TiTi C G =G SPSP SGSG I P+G Unternehmen

26 Goethe-Universität, Frankfurt/Main 57 Pol der Unternehmen: Y netto + T i = C + G + I brutto Pol der Haushalte: Y netto - T d (+Transfers) = C + S P = verfügbares Einkommen Pol des Staates (Budgetgleichung): T d + T i = G (+ Transfers) + S G Der Kreislauf in Gleichungen

27 Goethe-Universität, Frankfurt/Main 58 Erfassung durch das Statistische Bundesamt (Wiesbaden) Die VGR ist eine systematische statistische Aufzeichnung der wichtigsten Stromgrößen einer Volkswirtschaft in einem geschlossenen, konsistenten Kreislaufsystem. Die VGR erfaßt auch die Finanzierung und die Veränderungen von Bestandsgrößen. Die volkswirtschaftliche Gesamtrechnung (VGR)

28 Goethe-Universität, Frankfurt/Main 59 Konten der VGR Die Leistungsströme werden auf Konten verbucht (nach der Doppelten Buchführung) Es wird unterschieden zwischen –dem Produktionskonto (Einkommensentstehung) –dem Einkommensverteilungskonto –dem Einkommensverwendungskonto –dem Vermögensänderungskonto –dem Kreditänderungskonto (Flows-of Funds)

29 Goethe-Universität, Frankfurt/Main 60 Konto 1: Produktionskonto Käufe von Vorleistungen Verkäufe an andere Wirtschaftssubjekte (+ Lagerveränderung an eigenen Produkten und selbsterstellte Anlagen) (Bruttoproduktionswert) BPW Abschreibungen Faktoreinkommen indirekte Steuern (Nettoproduktionswert) NPW = BIP Es erfasst die Transformation von Gütern und Diensten (Vorleistungen) unter Einsatz von Produktionsfaktoren

30 Goethe-Universität, Frankfurt/Main 61 Konto 1: Produktionskonto BRUTTOINLANDSPRODUKT* (NPW) - Abschreibungen (Verschleiß) = NETTOINLANDSPRODUKT (zu Marktpreisen) - indirekte Steuern - Subventionen) = NETTOINLANDSPRODUKT (zu Faktorkosten) *) Nettoergebnis bei konstantem Kapital


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