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Lesen fördern nach PISA: Plädoyer für systematische Qualitätsentwicklung Schulinterne Fortbildungsveranstaltung Matthias Aschern 15.11.2004.

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Präsentation zum Thema: "Lesen fördern nach PISA: Plädoyer für systematische Qualitätsentwicklung Schulinterne Fortbildungsveranstaltung Matthias Aschern 15.11.2004."—  Präsentation transkript:

1 Lesen fördern nach PISA: Plädoyer für systematische Qualitätsentwicklung Schulinterne Fortbildungsveranstaltung Matthias Aschern

2 Das sind wir... Beratung für Schulbibliotheksorganisation und –verwaltung Bibliothekssoftware Leseförderung (Didaktik, Methoden, Aktionen) Schulbibliotheksarbeit und Schulprogrammentwicklung

3 Zum Präsentationsverfahren Wenn Ihnen ein Zusammenhang weniger relevant oder hinreichend behandelt erscheint, sagen Sie einfach: Weiter Wenn Sie die Vertiefung eines Aspekts wünschen, sagen Sie einfach: Stopp Fragen können Sie jeder Zeit stellen

4 Aufbau der Präsentation 1. Was ist eigentlich Leseförderung? 2. Pisa: Ergebnisse zur Lesekompetenz 3. Zehn Thesen zur Leseförderung 4. Das didaktische Spinnennetz 5. Leseförderung und Qualitätsentwicklung (Schwerpunkt) 6. Best-Of-Practice-Beispiele 7. Den Literaturbegriff erweitern 8. Anwendung in Kleingruppen

5 Der lange Weg zur Leseförderung......soll hier nicht in eine Autobahn verwandelt werden. Sondern: in eine Baustelle in einer Tempo-30-Zone. Ein Stück der Straße bleibt immer offen, es gibt Sackgassen und Einbahnstraßen.

6 1. Was ist eigentlich Leseförderung? Definition 1: Lesen bildet. Die Schule als Bildungseinrichtung muss das Lesen guter Literatur fördern, da Lesen nicht nur qualifiziert, sondern zur Persönlichkeitsentwicklung beiträgt. Der zentrale Ort der Leseförderung ist der Deutschunterricht.

7 1. Was ist eigentlich Leseförderung? Definition 2: Lesen macht Spaß. Die Literatur gehört den Lesern. Leseförderung bezieht sich wesentlich auf außerunterrichtliche Aktionen: Lesenächte und Dichterlesungen, Vorlesestunden und produktionsorientierte Literaturspiele.

8 1. Was ist eigentlich Leseförderung? Definition 3: Leseförderung dient der Entwicklung von Lesekompetenz als dynamische pädagogische Zielperspektive, deren Umsetzung im Rahmen systematischer Qualitätsentwicklung von Schule gedacht werden muss (Qualitätszyklus, Schulprogrammentwicklung, Evaluation). Der zentrale Ort von Leseförderung ist die Schulbibliothek.

9 Pisa: Ergebnisse zur Lesekompetenz Im Bereich Lesen liegen die durchschnittlichen Leistungen der Jugendlichen in Deutschland unter dem Mittelwert der OECD- Mitgliedsstaaten.

10 Pisa: Ergebnisse zur Lesekompetenz

11 Die Leistungsstreuung ist in Deutschland vergleichsweise groß. Der Abstand zwischen den Ergebnissen der leistungsschwächsten und der leistungsstärksten Schülerinnen und Schüler ist breiter als in allen anderen Teilnehmerstaaten. Bei Aufgaben, die das Reflektieren und Bewerten von Texten erfordern, ist die mittlere Leistung in Deutschland besonders niedrig und die Leistungsstreuung besonders ausgeprägt.

12 Pisa: Ergebnisse zur Lesekompetenz Die große Spannbreite der Leistungen ist vor allem auf die auch im internationalen Vergleich sehr schwachen Ergebnisse im unteren Leistungsbereich zurückzuführen. In keinem anderen Teilnehmerstaat ist der Zusammenhang der Lesekompetenz zum Sozialstatus so ausgeprägt wie in Deutschland.

13 Pisa: Ergebnisse zur Lesekompetenz Der Anteil von Schülerinnen und Schülern in Deutschland, die lediglich die Kompetenzstufe I erreichen, liegt bei 13 Prozent; fast 10 Prozent erreichen nicht einmal diese Stufe. Damit kann fast ein Viertel der Jugendlichen nur auf einem elementaren Niveau lesen (OECD-Durchschnitt: 18 %). Im Hinblick auf selbstständiges Lesen und Weiterlernen sind diese Schülerinnen und Schüler als potenzielle Risikogruppe zu betrachten.

14 Pisa: Ergebnisse zur Lesekompetenz Weniger als 15 Prozent der Jugendlichen, die aufgrund ihrer Leistungsergebnisse in PISA als potenzielle Risikoschüler einzustufen sind, wurden von den Lehrkräften als solche erkannt. Dies kann als Hinweis darauf gewertet werden, dass Lehrkräfte in der Sekundarstufe I möglicherweise nicht ausreichend darauf vorbereitet sind, schwache Leseleistungen zu diagnostizieren.

15 Pisa: Ergebnisse zur Lesekompetenz Jungen erzielen im Lesen deutlich schwächere Leistungen als Mädchen. Dieses scheint am geringeren Interesse und an der geringeren Zeit, die mit Lesen verbracht wird, zu liegen. In Deutschland ist unter anderem ein positiver Zusammenhang zwischen Interesse am Lesen sowie Lesegewohnheiten und Lesekompetenz zu beobachten. Gleichzeitig ist der Anteil der Jugendlichen, die angeben, nicht zum Vergnügen zu lesen, in Deutschland mit 42 Prozent besonders hoch. In der Gruppe der Jungen beträgt der Anteil sogar fast 55 Prozent.

16 Pisa: Ergebnisse zur Lesekompetenz Ein noch stärkerer Zusammenhang besteht zwischen den Leistungen der Schülerinnen und Schüler im Lesen und ihrem Wissen über effektive Lernstrategien. Nach der Pisa-Modellrechnung ist die Lesekompetenz zu 52 % von den kognitiven Grundfähigkeiten abhängig und zu 48 % von anderen Faktoren: Decodierfähigkeit (22 %), Lernstrategiewissen (23 %) und Leseinteresse (11 %).

17 Pisa: Ergebnisse zur Lesekompetenz Kognitive Grundfähigkeiten Lernstrategiewissen Decodierfähigkeit Leseinteresse

18 Pisa: Ergebnisse zur Lesekompetenz

19 Zehn Thesen zur Leseförderung Lesen ist... ein Hilfsmittel für das Erreichen persönlicher Ziele, Bedingung für die Weiterentwicklung eigenen Wissens und eigener Fähigkeiten, Voraussetzung für die Teilnahme am gesellschaftlichen Leben.

20 Zehn Thesen zur Leseförderung 1. Kognitive Grundfähigkeiten sind prinzipiell entwicklungsfähig. Eine wesentliche Voraussetzung für deren Entwicklung ist Lesekompetenz. Kognitive Grundfähigkeiten und Lesekompetenz bedingen sich gegenseitig.

21 Zehn Thesen zur Leseförderung 2. Das Decodieren von Texten ist erlernbar und in Schule und Elternhaus anzuwenden (Sozialstatus-Relation).

22 Zehn Thesen zur Leseförderung 3. Leseinteresse entwickelt sich kumulativ (Schneeball-Metapher). Es muss vor der Schulzeit angelegt und in der Grundschule weiter kultiviert werden (Kompensation, Systematisierung, Kanalisierung). Fehlendes Interesse ist später kaum nachzuholen: Wer bis zum Alter von etwa 14 Jahren kein Leser / keine Leserin ist, wird auch keine/r mehr.

23 Zehn Thesen zur Leseförderung 4. Aber: Der Einfluss des Leseinteresses (und damit die Bedeutung von Maßnahmen zur Leseanimation) auf die Lesekompetenz ist geringer als bisher angenommen.

24 Zehn Thesen zur Leseförderung 5. Deshalb sollten Maßnahmen zur Leseanimation besonders kritisch einer Prüfung der Kosten-Nutzen-Relation unterzogen werden.

25 Zehn Thesen zur Leseförderung 6. Der Schlüssel zu einer Verbesserung der Lesekompetenz deutscher Schülerinnen und Schüler liegt im Bereich des Lernstrategiewissens. Jedes Konzept von Leseförderung, das diese Tatsache nicht ins Zentrum der eigenen Bemühungen stellt, ist überholt.

26 Zehn Thesen zur Leseförderung 7. Eine Didaktik der Leseförderung sollte die drei Niveaustufen des Lernstrategie- wissens systematisch aufeinander aufbauen Elabo- rations- strategien Kontrollstrategien Wiederholungsstrategien

27 Zehn Thesen zur Leseförderung Niveaustufe 1: Wiederholungsstrategien Wenn ich lerne, versuche ich alles auswendig zu lernen, was drankommen könnte.

28 Zehn Thesen zur Leseförderung Niveaustufe 2: Kontrollstrategien Wenn ich lerne, versuche ich beim Lesen herauszufinden, was ich noch nicht verstanden habe.

29 Zehn Thesen zur Leseförderung Niveaustufe 3: Elaborationsstrategien Wenn ich lerne, überlege ich, wie der Stoff mit dem zusammenhängt, was ich schon gelernt habe.

30 Zehn Thesen zur Leseförderung 8. Wie für alle anderen pädagogischen Strategien gilt: Kurzzeitpädagogische Maßnahmen, Einzelveranstaltungen und Stand-alone-Projekte sind vergleichsweise ineffektiv Konkret: Die Lesescout-AG bringt mehr als die Dichterlesung

31 Zehn Thesen zur Leseförderung 9. Schüler nehmen Bücher heute als Teil einer multimedial strukturierten Medienkultur wahr. Lesekompetenz muss daher immer als Teilaspekt von Medienkompetenz gedacht werden. Daraus ergibt sich eine Öffnung des Literaturbegriffs. Innerhalb von Medienkompetenz hat Lesekompetenz aber eine Schlüsselfunktion.

32 Zehn Thesen zur Leseförderung 10. Besondere Aufmerksamkeit verdient die Lesekompetenz von Jungen.

33 Kategorien der Leseförderung Visualität im Medien- verbund Spiel Prozess- orientierung Lang- phasigkeit Wissen- schafts- propädeutik Poetizität Text- orientierung Arbeit Produkt- orientierung Kurz- phasigkeit Alltags- relevanz Lebenswelt- orientierung Das didaktische Spinnennetz © M. Aschern

34 Globalziel Wir wollen etwas erreichen…. Bestandsaufnahme Wir stellen fest… Teilziele/Standards/ Kriterien/Indikatoren Wir legen Teilziele fest und klären, woran wir die Zielerreichung erkennen… Maßnahmen Wir setzen etwas konkret um… Evaluation Wir prüfen, ob wir mit unserer Maßnahme unser Ziel erreicht haben… Konsequenzen Wir überlegen, was wir wie besser machen können… Qualitätszyklus Leseförderung und Qualitätsentwicklung

35 Globalziel Wir wollen etwas erreichen…. Maßnahmen Wir setzen etwas konkret um… Die Realität von Qualitätsentwicklung in der Schule

36 Globalziel Das Globalziel von Leseförderung muss an allen Schulen die systematische Entwicklung von Lesekompetenz sein (Decodierfähigkeit, Leseinteresse, Lernstrategiewissen, kognitive Grundfähigkeiten). Dieses Globalziel ist aber in verschiedenen Schulformen / Schulen zu präzisieren / zu variieren.

37 Best-of-Practice-Beispiele Book-Crossing: Lesescouts: Antolin:

38 Book-Crossing

39 Lese-Scouts

40 Antolin

41 Den Literaturbegriff erweitern: Zum Stellenwert von Büchern 45 % der Jährigen lesen keine erzählende Literatur (IfaK 1999) 25 % der 8-19-Jährigen besitzen weniger als 10 Bücher (IfaK 1999) Weniger als 25 % der Jähringen findet die Lektüren des DU interessant (IfaK 2001) Noch schlechter sind die Werte der Erwachsenen (bei 19 %: enge Bildung ans Medium Buch, IfaK 1999)

42 Den Literaturbegriff erweitern: Zum Stellenwert von Büchern Mit zwei Jahren lernen Kinder mit Teletubbies, Sandmännchen und Maus das Fernsehen, das Decodieren visueller Codes, sie lernen also die Film- und Fernsehsprache mehrere Jahre bevor sie in der Schule das Lesen, das Decodieren von Schriftzeichen erlernen. Für Kinder und Jugendliche ist heute ein Buch nicht mehr und nicht weniger als ein Medium unter vielen anderen, es ist Teil einer multimedial strukturierten Kinderkultur, die sich zudem immer enger mit der gesamten Popularkultur verzahnt.

43 Den Literaturbegriff erweitern: Medienverbundliteratur 80 % der Jugendliche, die überhaupt lesen, lesen Medienverbundliteratur Wenn Bücher als Teil medialer Verbünde produziert werden, können bei Kindern zusätzlich über andere Medien und Merchandisingartikel verschiedene Sinnesreize angesprochen werden. Die Lektüre des Filmbuches vom König der Löwen kann begleitet sein vom gleichzeitigen Hören der Filmsongs auf MC oder CD, durch das Kuscheln mit dem Plüschlöwen oder das Schlecken von Löwen-Süßigkeiten. Durch die Bündelung von Reizempfindungen lässt sich auch der Spaß am Buch, das Genussempfinden bei der Lektüre steigern.

44 Den Literaturbegriff erweitern: Medienverbundliteratur Film- und Fernsehbücher erleichtern den Lektüreprozess, weil die benutzten Bilder, Szenarien und Figuren durch die Kenntnis des TV-Produkts bereits visualisiert sind. Von der Literaturverfilmung zum Filmbuch: Was ist primär?

45 Den Literaturbegriff erweitern: Beispiele Dschungelbuch, Ronja Räubertochter, Bambi, Aladin, Tabaluga, Sindbad, Heidi, Biene Maja Titanic, Lord of the Rings, Harry Potter, Star Wars Genre Lügengeschichte: Von Käpt´n Blaubär zu Eulenspiegel und Münchhausen Daily Soaps (GZSZ): Fernseh- oder Lesetagebücher, Helden, Idole, Vorbilder, neue Frauen- und Mädchenbilder, Lifestyle, Moden, Trends Nonfiction: Zeitschriften, Sachbücher, nicht-kontinuierliche Texte (Beispiel: Tabellen mit Sportergebnissen) Wechselwirkung von Lese- und Schreibkompetenz Horst Heidtmann: Die Schulmediothek – ein vergnügliches Zentrum. Neue Ansätze der Leseförderung. In: Beitr- Jugendlit. u. Medien 55, 14. Beih. 2003, Hrsg. Niels Hoebbel, Weinheim: Juventa 2003.

46 Hinweis auf Fortbildungsreihe

47 Einladung zur Mitarbeit Beteiligen Sie sich an der Erstellung der Offenen Methodenkartei Leseförderung (OML) Einfach Stylesheet auf downloaden, ausfüllen und mailen an

48 Literaturempfehlungen

49 Visitenkarte Ingrid Klöpper Holzbaden Achim Telefon: / Mail: Schule: BBS Verden Neue Schulstraße Verden Telefon: / 970 Fax: / Mail: Web:

50 Visitenkarte Matthias Aschern Suerhoper Brunnenweg 24a Buchholz Telefon: / Mail: Web: Schule: Albert-Einstein-Gymnasium Schaftrift Buchholz Telefon: / Fax: / Mail: Web:

51 Weitere Beratungsangebote Mail / Telefon Webseite: Schulinterne Fortbildung Beratungsprozess (Qualitätsentwicklung, Zielvereinbarung, Arbeitsmatrix)

52 Anwendung des Qualitätszyklus Entwerfen Sie für Ihre Schule die Skizze zu einem systematischen Qualitätsentwicklungs- Prozess Leseförderung. Benutzen Sie dabei den Qualitätszyklus. Kleingruppenarbeit: 60 Minuten Bestimmen Sie: Zeitnehmer, Präsentator, Präsentationsverfahren (Visualisierung)

53 Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit


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