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Hayek: Ein klassisch-liberaler Paternalist? Michael Wohlgemuth Walter Eucken Institut, Freiburg Wien, 15. April 2010.

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1 Hayek: Ein klassisch-liberaler Paternalist? Michael Wohlgemuth Walter Eucken Institut, Freiburg Wien, 15. April 2010

2 2 Das magische Dreieck Grundlegende Konstellation der Moderne: Spontane Ordnung, Evolution Intellektuelle Attitüde der Moderne: Rationalismus, Konstruktion Politische Disposition Der Moderne: Verhängnisvolle Anmaßung Intervention

3 3 Die Konstellation der Moderne Von der Kleingruppe (Stammesgesellschaft, Horde, Gemeinschaft) zur erweiterten Ordnung (Gesellschaft); von der geplanten Ordnung (Organisation) zur ungeplanten, spontanen Ordnung; von der konkreten zur abstrakten Ordnung; von der Oikonomia (Haushaltsplanung) zur Katallaxie (Tauschwirtschaft); von der geschlossenen zur offenen Gesellschaft usf.

4 4 Kulturelle Evolution Jenseits von Instinkt und Vernunft Kultur ist weder natürlich noch künstlich, weder genetisch übertragen noch rational geplant. Sie ist eine Tradition erlernter Verhaltensregeln, die niemals erfunden wurden und deren Funktionen die handelnden Personen für gewöhnlich nicht verstehen. Der Mensch wurde durchaus seinen Wünschen zum Trotz zivilisiert Hayek (1979/2003): Recht, Gesetz und Freiheit, 462, 475

5 5 Das Unbehagen in der Moderne daß wir unser Leben, unsere Gedanken und Gefühle unentwegt anpassen müssen, um gleichzeitig in verschiedenen Ordnungen und nach verschiedenen Regeln leben zu können. Wollten wir die Regeln des Mikrokosmos (d.h. die Regeln der kleinen Horde oder Gruppe oder beispielsweise unserer Familien) auf den Makrokosmos (die Zivilisation im großen) anwenden, wie unsere Instinkte und Gefühle es uns oft wünschen lassen, so würden wir ihn zerstören. Würden wir aber umgekehrt immer die Regeln der erweiterten Ordnung auf unsere kleineren Gruppierungen anwenden, so würden wir diese zermalmen. Hayek (1988/96): Die verhängnisvolle Anmaßung, 15

6 6 Die moderne Attitüde: konstruktivistischer Rationalismus … als ob an bestimmten Stufe das intellektuelle Planen eingesetzte und der Mensch von da an fähig geworden wäre, den besten Weg zu seinem eigenen Fortschritt auszusuchen. … lediglich angeborene oder mit Bedacht gewählte Regeln als gut zu akzeptieren, hingegen alle gewachsenen Gebilde als bloße Produkte des Zufalls oder der Laune abzutun Hayek (1979/2003): Recht, Gesetz und Freiheit, 462

7 7 Die zeitgenössische / politische Disposition der Moderne Kollektive können mehr denn je Regeln nach Belieben ändern – und wissen um diese Fähigkeit. Damit läuft moderne Politik Gefahr, das evolutionär fein austarierte Verhältnis von unbewussten Regeln und gelingender Praxis durch konstruktivistisch-rationalistische Änderungsversuche zu untergraben.

8 8 Das Scheitern des demokratischen Ideals Unbegrenzte Demokratie: Koalitionen organisierter Interessen Schacher-Demokratie, Spielball von Gruppeninteressen aber: Langfristig sind Ideen wichtiger als Interessen Hayek (1973)

9 9 Liberaler Paternalismus?

10 10 Paternalismus: weich und hart Dworkin (2006): the interference of a state or an individual with another person, against their will, and justified by a claim that the person interfered with will be better off or protected from harm A weak paternalist believes that it is legitimate to interfere with the means that agents choose to achieve their ends, if those means are likely to defeat those ends... A strong paternalist believes that people may be mistaken or confused about their ends and it is legitimate to interfere to prevent them from achieving those ends.

11 11 Paternalismus: libertär attempts to influence the choices of affected parties in a way that will make choosers better off (Sunstein/Thaler 2003) a) Anomalien und framing b) unvermeidbarer Paternalismus c) Wahlhilfen statt Wahlverbote

12 12 Hayeks Liberalismus 1.Individuelle Wahlakte und staatlicher Zwang 2.Individuelle Wahlakte und die Zuschreibung von Verantwortung 3.Kollektive Wahlakte und selbst-bindende Verflichtungen

13 13 Hayek 1: Gegen harten private choice Paternalismus Individuelle Freiheit als Abwesenheit von Zwang (ausser zur Durchsetzung universalisierbarer Regeln) die bloße Abneigung gegen das, was andere tun, oder selbst das Wissen, daß andere sich durch ihr Handeln schaden bietet keinen berechtigten Grund zu Zwang Hayek (1960(2005: 186)

14 14 Hayek 2: weicher sozialer Paternalismus (?) Freiheit bedeutet nicht nur, daß der Mensch sowohl die Gelegenheit als auch die Last der Wahl hat, sie bedeutet auch, daß er die Folgen seines Handelns tragen muss und Lob und Tadel erhalten. Zweck: Menschen sollen (für sich und andere) den besten Gebrauch ihrer Fähigkeiten suchen. Anreize und Nudges: (1) rechtliche Verantwortung (Haftung) (2) soziale Anerkennung (Lob und Tadel) Hayek (1960: 76)

15 15 Hayek 3: ein constitutional choice paternalist Vertrauen auf abstrakte Regeln eine Hilfe ist, die wir brauchen, weil unsere Vernunft nicht alle Einzelheiten der komplexen Wirklichkeit meistern kann. Das gilt gleichermaßen, ob wir uns nun bewußt eine abstrakte Regel zu unserer persönlichen Führung zurechtlegen oder uns allgemeinen Regeln des Handelns unterwerfen, die sich in einem sozialen Prozeß entwickelt haben Hayek (1960/2005: 87f)

16 16 Hayekianischer Paternalismus und das magische Dreieck 1. gegen unsere Wünsche zivilisiert: kein paternalistischer Akteur … 2. Kampf der Ideen: Hayeks counter-framing (z.B. gegen das Tabu sozialer Gerechtigkeit) 3. Selbstschutz der Politik: Hayeks Versuch der Begrenzung des politischen Spielfelds, der Spielzüge durch Spielregeln.

17 17 Danke


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