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Ausschreibung und Pflanztechnik – Vorprogrammierte Schäden in Millionen Höhe Vortrag von Prof. Rainer K. Schöffel copyright Prof. R. K. Schöffel.

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Präsentation zum Thema: "Ausschreibung und Pflanztechnik – Vorprogrammierte Schäden in Millionen Höhe Vortrag von Prof. Rainer K. Schöffel copyright Prof. R. K. Schöffel."—  Präsentation transkript:

1 Ausschreibung und Pflanztechnik – Vorprogrammierte Schäden in Millionen Höhe Vortrag von Prof. Rainer K. Schöffel copyright Prof. R. K. Schöffel

2 Überblick 1. Einführung 2. Planung und Artenwahl 3. Ausschreibung und Zeitplanung 4. Anlieferung und Einschlag 5. Ballenware 6. Pflanztechnik 7. Pflege 8. Pflanzzeiten 9. Zusammenfassung und Ausblick copyright Prof. R. K. Schöffel

3 „Herr Professor Schöffel, das, was Sie uns da erzählen, weiss ohnehin ein Fachmann! Das steht doch in der DIN!“ -- - „Und warum sieht es dann da draussen so aus?“ copyright Prof. R. K. Schöffel

4 Auf der BUGA in Potsdam entstanden Pflanzschäden in Höhe von 20 Mio. Euro. (lt. mündlicher Aussage von Prof. Dr. Balder – Berlin) In Calbe/Saale sieht es auch nicht besser aus. copyright Prof. R. K. Schöffel

5 Artenwahl Bevor gepflanzt wird, muss überlegt sein, welche Arten gepflanzt werden. copyright Prof. R. K. Schöffel

6 Artenwahl Normalerweise leitet sich die Artenwahl aus den guten Vor- Ort-Beispielen ab und muss überlegt werden hinsichtlich ihrer Verwendung und Alterungsfähigkeit. copyright Prof. R. K. Schöffel

7 Artenwahl Es kommt doch keiner auf die Idee eine Platane in einer zu kleinen, engen Strasse zu pflanzen! copyright Prof. R. K. Schöffel

8 3. Ausschreibung und Zeitplanung Alle am Bau Beteiligten haben immer Ausreden parat, wenn es um feste Pflanztermine geht. (vgl. auch DIN 18920) copyright Prof. R. K. Schöffel

9 Kurzfristige Ausschreibungen und späte Ausschreibungstermine ziehen in der Regel schlechte Pflanzqualität nach sich. Und die Abnahme? (Foto: Die B6 bei Quedlinburg ,-- DM teuere Stickstoffstangen) copyright Prof. R. K. Schöffel

10 „Bei öffentlichen Ausschreibungen muss in den letzten Jahren festgestellt werden, dass enorme Qualitätseinbussen und Falschlieferungen stattgefunden haben.“ (aus: Leander, W.; 1995) copyright Prof. R. K. Schöffel

11 Ergänzungen zur DIN Die im LV beschriebenen Arten und Sorten müssen sortenecht geliefert werden. Sämtliche Hochstämme sind mit einem extra geraden Stamm und durchgehenden Leittrieb zu liefern. Quirlartige Verzweigungen dürfen nicht vorhanden sein, um ein späteres Aufasten zu ermöglichen. Die Stammhöhe der einzelnen Positionen muss gleich sein; der Mindestkronenansatz muss bei Hochstämmen bei 250 cm liegen. Die Abnahme der Gehölze erfolgt nach strengen Regeln der DIN Hochstämme müssen im Quartier der Baumschule oder des Züchters zu besichtigen sein. Erbringen des Liefernachweises für Gehölze. Der Liefertermin ist der örtlichen Bauleitung rechtzeitig (mindestens 1 Woche vorher) mitzuteilen. (Auszug) copyright Prof. R. K. Schöffel

12 Ausschreibungsarten: 1.Öffentliche Ausschreibung 2.Beschränkte Ausschreibung 3.Freihändige Vergabe copyright Prof. R. K. Schöffel

13 Beschränkte Ausschreibung: 1.Es werden nur Firmen zur Angebotsabgabe aufgefordert, die qualitativ hochwertige Bäume heranziehen und vertreiben. 2.Nach Möglichkeit ist eine getrennte Ausschreibung für Hochstämme, Sträucher und Bodendecker vorzunehmen. 3.Dafür gibt es jeweils Spezialbetriebe. copyright Prof. R. K. Schöffel

14 4. Anlieferung und Einschlag Grundsätzlich wird vorausgesetzt, dass die Bauleitung bei der Anlieferung vor Ort zu sein hat! „…der AN hat den AG über die Anlieferung (Datum und Uhrzeit) rechtzeitig zu informieren.“ Pflanzung innerhalb von 48 h, ansonsten erfolgt Einschlag copyright Prof. R. K. Schöffel

15 5. Ballenware Die Ausbildung von Ballen zum Schutz von Wurzeln ist zwar bekannte Lehrmeinung – aber überflüssig wie ein Kropf! copyright Prof. R. K. Schöffel

16 Je grösser der Ballen, desto grösser der Arbeitsaufwand! copyright Prof. R. K. Schöffel

17 Entscheidend ist die Wurzelausbildung zum Zeitpunkt der Pflanzung. Sie entscheidet über den Anwuchs. copyright Prof. R. K. Schöffel

18 Besonders zu achten ist auf das ausgewogene Verhältnis zwischen Stark-, Grob- und Feinwurzeln. copyright Prof. R. K. Schöffel

19 Kunstballen ist Pfusch!!! ( darüber brauchen wir überhaupt nicht reden ) copyright Prof. R. K. Schöffel

20 6. Pflanzung Die Pflanzung selbst ist eine schwierige Tätigkeit, weil verschiedene Arbeitsschritte hier zusammengehören und aufeinander abgestimmt sein müssen:  Pflanzschnitt (- der Wurzel, - der Krone)  Pflanzgrube  Pfahl setzen  Pflanztiefe  Füllung der Pflanzgrube  Bindung  Angiessen  Pflege copyright Prof. R. K. Schöffel

21 Pflanzschnitt Die alte Faustregel „Kronenbereich = Wurzelbereich“ ist immer noch gültig. copyright Prof. R. K. Schöffel

22 Pflanzschnitt Bei der Rodung verliert der Baum locker 80 – 90 % seiner Wurzelmasse. Wurzeln müssen bei Beschädigung nach- geschnitten werden. (Nicht mit dem Spaten!) copyright Prof. R. K. Schöffel

23 Pflanzschnitt Damit die stark reduzierte Wurzel durch die Rodung im Sommer nach der Pflanzung die Wasserver- sorgung der Blattmasse regeln kann, muss der Kronenbereich erheblich zurückgenommen werden (mind. 1/2 bis 2/3 Rück- schnitt) copyright Prof. R. K. Schöffel

24 Fehlerhafte Beispiele (aus: CMA/BDB (Hg.), 1996: Bäume – Erkennen Sie die Qualität?) copyright Prof. R. K. Schöffel

25 Pflanzgrube Sie wird nur so gross ausgehoben, wie der reale Wurzelballen- bereich ist. copyright Prof. R. K. Schöffel

26 Pfahl setzen Der Arbeitsaufwand ist und die damit verbundenen Kosten sind bei einem Dreibock dreimal so hoch wie bei einem Pfahl. copyright Prof. R. K. Schöffel

27 Man kann`s auch übertreiben! copyright Prof. R. K. Schöffel

28 Bindung Als Spitzenreiter aller Baumbindungen … hat sich der Kokosstrick bewährt. … 3-fache Achterbindung … copyright Prof. R. K. Schöffel

29 Stammschutz copyright Prof. R. K. Schöffel

30 Füllung der Pflanzgrube copyright Prof. R. K. Schöffel

31 Pflanzhöhe Der Wurzelhals gibt bei einer richtig ausgeführten Pflanzung die Pflanzhöhe vor. copyright Prof. R. K. Schöffel

32 Pflanzhöhe - zu tief gepflanzt copyright Prof. R. K. Schöffel

33 Angiessen/Wässerung Von zentraler Bedeutung ist die ausreichende Versorgung mit Wasser – unabhängig vom Substrat und Wetter. …im ersten Standjahr mind. 12 mal giessen... copyright Prof. R. K. Schöffel

34 Pflege 1. Fertigstellungspflege bis zur Abnahme 2. Entwicklungs- oder Jungswuchspflege 6-8 Jahre nach der Fertigstellung 3. Alterungspflege beginnt erst nach Jahren (vorausgesetzt: 1. und 2. wurden gründlich durchgeführt) copyright Prof. R. K. Schöffel

35 Zusammenfassung und Ausblick Wir brauchen keine high-tec, sondern wieder handwerkliche Regeln. copyright Prof. R. K. Schöffel

36 Der öffentliche Pflanzschrott wird von meinem und deinem Geld bezahlt. copyright Prof. R. K. Schöffel

37 Der Teufel steckt im Detail copyright Prof. R. K. Schöffel

38 Irgendwann geht dem Baum die Luft aus! copyright Prof. R. K. Schöffel

39 Pflanzzeit These: Wer saftverschiebende Arten nicht kennt, hat grosse Pflanzausfälle. copyright Prof. R. K. Schöffel

40 Pflanzzeiten Arten mit winterlicher Saftverschiebung: Acer Alnus Betula Carpinus Juglans Prunus copyright Prof. R. K. Schöffel

41 Pflanzzeit Aus den Lehren der Botanik (vgl. STRASBURGER, E. 1993) wissen wir, dass unsere Gehölzpflanzen in unseren Breiten vier verschiedene Phasen hinsichtlich ihres Stoffwechsels durchlaufen: 1. Zeitiges Frühjahr (ca. März-April): Mobilisierung der im Vorjahr gebildeten Assimilate 2. Spätes Frühjahr bis Mitte Sommer (ca. Mai – Juli): Dicken- und Längenzuwachs 3. Spätsommer bis Herbst (ca. August –Oktober): Einlagerung von Reservestoffen im Gewebe für das kommende, neue Jahr 4. Winter: (ca. November bis Februar): Ruhephase der biochemischen Prozesse. copyright Prof. R. K. Schöffel

42 Pflanzzeit Zur idealen Pflanzzeit ist ein Pflanzschnitt von Birken nicht sonderlich empfehlenswert. Birken müssen mit einem entsprechenden Rückschnitt und zwar stehend im Quartier vorbereitet werden. Dies geschieht am besten von September bis Januar. Dazu gehört das Aufasten und Zurücknehmen der Triebe auf die Hälfte bis auf zwei Drittel. Der Leittrieb wird eingekürzt, um Trockenschäden und Seitentriebskonkurrenzen vorzubeugen. copyright Prof. R. K. Schöffel

43 Die Rodung hat dagegen im März/April, also im Frühjahr zu erfolgen, wenn die Birken zu treiben beginnen „Die frühjahreszeitliche Saftverschiebung im Holz ist bei Betula besonders ausgeprägt. Sie beginnt Anfang April und kann etwa 6 Wochen dauern“ (BARTELS, H.; 1993). Danach wird gleich gepflanzt! Nach der Pflanzung wird alle 14 Tage regelmässig gewässert. Bei Birken erfolgt die Jungwuchspflege bereits im ersten Standjahr. Das Aufasten erfolgt also etwa im Zeitraum von Oktober bis Dezember, getreu dem Motto: es wird nur aufgeastet – wie bei Waldbäumen – weil sich die Krone selbst reguliert. Es ist kein Obstbaumschnitt durchzuführen, weil Birken keine Äpfel tragen! copyright Prof. R. K. Schöffel

44 „Birken lassen sich am besten im Frühjahr zum Zeitpunkt des Austreibens verpflanzen“ Gerd Krüssmann copyright Prof. R. K. Schöffel

45 Galileo Galilei „In Angelegenheiten der Natur gilt die Autorität des Menschen nichts; Ihr zwar, als Rechtsgelehrter, scheint grosses Gewicht darauf zu legen, aber die Natur, mein Herr, spottet der Anordnungen und Dekrete der Fürsten, Kaiser und Monarchen und würde auf deren Befehl nicht ein Jota von ihrer Ordnung ändern.“ (Brief. G.G.`s an einen Juristen in der römischen Kurie) copyright Prof. R. K. Schöffel


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