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Veröffentlicht von:Vinzenz Wettstein Geändert vor über 11 Jahren
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Werde, der/die du bist. Person und Sinn-Setzung
Gabriele Weigand
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Überblick Sinn und Tradition Zerfall verlässlicher Sinnbezüge
Mensch und Sinn-Setzung Person und Sinn-Setzung Wege einer sinn-vollen Erziehung
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Überblick Sinn und Tradition Zerfall verlässlicher Sinnbezüge
Mensch und Sinn-Setzung Person und Sinn-Setzung Wege einer sinn-vollen Erziehung
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Werde, der/die du bist. Tradition und Sinn-Setzung
Benjamin Franklin ( )
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Werde, der/die du bist. Tradition und Sinn-Setzung
Friederich der Große ( )
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Tradition und Sinn-Setzung
Weltkarte aus einer Handschrift des 11. Jahrhunderts.Bayerische Staatsbibliothek München
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Tradition und Sinn-Setzung
Platon/Aristoteles Idee oder Empirie? Raffael: Die Schule von Athen, 1510/11
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Tradition und Sinn-Setzung
Omnes – Omnia – Omnino Alle – Alles – Von Grund auf 8
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Überblick Sinn und Tradition Zerfall verlässlicher Sinnbezüge
Mensch und Sinn-Setzung Person und Sinn-Setzung Wege einer sinn-vollen Erziehung
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Zerfall verlässlicher Sinn-Bezüge
Caspar D. Friedrich Der Mönch am Meer ( )
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Zerfall verlässlicher Sinn-Bezüge
Wir sind in der ungefähr zehntausendjährigen Geschichte das erste Zeitalter, in dem sich der Mensch völlig und restlos problematisch geworden ist: in dem er nicht mehr weiß, was er ist; zugleich aber auch weiß, dass er es nicht weiß. (Max Scheler, , Die Stellung des Menschen im Kosmos, 1928)
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Zerfall verlässlicher Sinn-Bezüge
Caspar D. Friedrich Der Mönch am Meer ( )
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Nietzsche hat Ende des 19. Jahrhunderts wie kein anderer den umfassenden Zerfall verlässlicher Sinnbezüge und Wertvorstellungen sowie die Folgen dieser metaphysischen Erosionskrise diagnostiziert. Sein Schlagwort dafür: Gott ist tot. Ein anderes Nihilismus = Bedeutungsvakuum nach Ausfall des christl.-metaphysischen Weltbilds Pädagogisch bedeutsam ist das, weil N dies als eine Chance begriffen hat: Der bislang fremdbestimmte (religiös oder metaphysisch gesetzte) Sinn des Dasein verliert seinen dogmatischen Charakter. Statt sich auf hergebrachte Werte, Normen etc zu verlassen, müssen die Menschen sich selbstbestimmt ihren eigen Sinn setzen, ihre eigenen Werte schaffen. N spricht buchstäblich von "Sinn-Setzung",
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Überblick Sinn und Tradition Zerfall verlässlicher Sinnbezüge
Mensch und Sinn-Setzung Person und Sinn-Setzung Wege einer sinn-vollen Erziehung
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N spricht buchstäblich von "Sinn-Setzung", um deutlich zu machen, der Sinn des Daseins sei nichts anderes als eine von Menschen gemachte Angelegenheit, die allerdings Stärke und Freiheit erfordert. Ns Bildungsphilosophie läuft darauf hinaus, dass jeder Mensch (um Person zu werden?) seinem Leben ein Ziel, eine Richtung, einen Sinn geben muss: Erziehung als Unterstützung der Selbstwerdung des Individuums. Folie 1 , dann Folie 2 Sein Motto in der von Pindar entlehnten Redewendung ‚Werde der du bist‘,was bedeutet: Strebe danach, dich selbst zu bilden, zu formen: "wolle ein Selbst, so wirst du ein Selbst" (bei mir S. 418ff.)
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Werde, der/die du bist. Mensch und Sinn-Setzung
‚Gott ist tot‘ (Der) Mensch (ist) verantwortlich für alles Lebendige (9/651) … es gibt keine höhere Instanz über uns: wir müssen uns die Attribute zuschreiben, die wir Gott zuschrieben… (13/143) Friedrich Nietzsche ( )
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Werde, der/die du bist. Mensch und Sinn-Setzung
‚Werde der du bist‘: Strebe danach, dich selbst zu bilden, zu formen: Wolle ein Selbst, so wirst du ein Selbst. (KSB 6, S. 247) Friedrich Nietzsche ( )
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Werde, der/die du bist. Mensch und Sinn-Setzung
‘Werde, der du bist‘: das ist ein Zuruf, welcher immer nur bei wenig Menschen erlaubt, aber bei den allerwenigsten dieser Wenigen überflüssig ist. (1876, 340) Friedrich Nietzsche ( )
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II. Werde, der/die du bist. Person und Sinn-Setzung
Warum diese Exclusivität? Eine mögliche Antwort hält „die goldene Loosung“ (MA II/2, 702) aus Menschliches, Allzumenschliches bereit. Darin heißt es: „Nun stehen wir mitten in unserer Arbeit, die Ketten abzunehmen und haben dabei die höchste Vorsicht nöthig“ (ebd.). Der Emanzipationsprozess birgt ein schwer kalkulierbares Risiko. Es ist nicht abzusehen, was die vollständig selbst bestimmten Menschen mit ihrer Ungebundenheit anfangen werden. Nietzsches Aufforderung ‚sei du selbst‘ verschärft dieses Risiko. Damit handelt sich N ein Problem ein, das er auf für ihn symptomatische Weise zu lösen gedenkt. Nicht die Freiheits- und Selbstverwirklichungsrechte an sich werden begrenzt, sondern der Kreis der Kandidaten, denen er diese Rechte in vollem Umfang zugestehen will: „Nur dem veredelten Menschen darf die Freiheit des Geistes gegeben werden“ (ebd.). Das Problem, wie man mit der Freiheit aller umgehen könnte, stand nicht auf seiner philosophischen Agenda. Prekär wird dieses Theoriedefizit in Verbindung mit seinem elitären Denken, das vor allem in seinem Früh- und Spätwerk zum Vorschein kommt. S. 427 (TH) Was verspricht sich N. von dem Appell ‚Werde, der du bist‘? Die Antwort lautet: einen emazipatorischen Impuls, der das Individuum zur reflektierten Ausbildung einer Ich-Identität motiviert, sich aus Fremdbestimmungen und Abhängigkeiten zu lösen, zur Emanzipation, Selbstwerdung und Autonomie zu gelangen. In einem Brief an Lou von Salomé (Ende August 1882) schreibt Nietzsche unmissverständlich die „herzliche Bitte: ‚werden Sie, die Sie sind!‘“ (KSB 6, S. 247) und es folgt der Hinweis, dass man „sich von seinen Ketten zu emanzipieren“ (ebd.) habe.
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Werde, der/die du bist. Mensch und Sinn-Setzung
Eine der entscheidenden Konsequenzen ist die, dass das moderne Subjekt Autonomie verlangt. Es ist nicht länger Teil einer umfassenden Ordnung, sondern muss seine eigenen Ziele erkennen. Vielleicht hat es Gottes Absicht in sich zu erkennen, aber wiederum ist es das Subjekt, das berufen ist, dies zu tun. Charles Taylor: Negative Freiheit? Zur Kritik des neuzeitlichen Individualismus. Dt. Frankfurt/M , S. 258)
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Werde, der/die du bist. Mensch und Sinn-Setzung
Somit ist es relativ auf eine soziale Ordnung oder eine vorausgesetzte ‚natürliche‘ Ordnung der Gesellschaft frei. Die Ordnung kann nur dann legitim sein, wenn sie aus seiner Zustimmung erwächst. Charles Taylor: Negative Freiheit? Zur Kritik des neuzeitlichen Individualismus. Dt. Frankfurt/M , S. 258)
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Werde, der/die du bist. Mensch und Sinn-Setzung
Wo ES war, soll ICH sein. (Freud, Vorl., Neue Folge S. 514)
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Werde, der/die du bist. Mensch und Sinn-Setzung
Man könnte das Verhältnis des Ichs zum Es mit dem des Reiters zu seinem Pferd vergleichen. Das Pferd gibt die Lokomotion her, der Reiter hat das Vorrecht, das Ziel zu bestimmen, die Bewegung des starken Tieres zu leiten. Aber zwischen Ich und Es ereignet sich allzu häufig der nicht ideale Fall, daß der Reiter das Roß dahin führen muß, wohin es selbst gehen will. (Freud, Vorl., Neue Folge S. 514)
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Werde, der/die du bist. Mensch und Sinn-Setzung
Sinn kann nicht gegeben, sondern muss gefunden werden. … bei der Sinn-Wahrnehmung handelt es sich um die Entdeckung einer Möglichkeit vor dem Hintergrund der Wirklichkeit… Sinn muss gefunden, kann aber nicht erzeugt werden. V. Frankl, Der Mensch vor der Frage nach dem Sinn, , S. 155 Victor Frankl ( )
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Überblick Sinn und Tradition Zerfall verlässlicher Sinnbezüge
Mensch und Sinn-Setzung Person und Sinn-Setzung Wege einer sinn-vollen Erziehung
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Person: Merkmale Prinzip (1) Prozess (2) Relationalität (3)
Jeder Mensch ist eine einmalige Person mit besonderen Potentialen und Begabungen. Drei Merkmale: Prinzip (1) Prozess (2) Relationalität (3)
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Person: Prinzip Selbstzweck – Würde Freiheit – Vernunft – Sprache (M. Heitger) Geschichtlichkeit und Leiblichkeit (D. Benner)
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Person: Prinzip und P r o z e s s
Personsein und Person w e r d e n Möglichkeit und W i r k l i c h k e i t Bildsamkeit und B e s t i m m u n g Freiheit und V e r v o l l kommnungsfähigkeit Freiheit und Ver-antwort-ung
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Prinzip Person und Prozess der Persönlichkeitsbildung
Person: Prinzip und P r o z e s s Prinzip Person und Prozess der Persönlichkeitsbildung Persönlichkeitsentwicklung wird zum Projekt der Selbstgestaltung. (Schneewind 2005) Personsein erweist sich im Laufe eines Lebens... (P. Ricoeur, W. Spaemann, W. Schweidler…) Was mich von allen meinesgleichen unterscheidet, ist … gerade das an meinem Leben, wozu niemand anderer als ich fähig gewesen wäre. (Schweidler 1994) 29
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Die Person ist, anders als die Individualität,
Person: Prinzip, Prozess und Relationalität Die Person ist, anders als die Individualität, dialogisch verfasst. Relationalität der menschlichen Beziehungen Vgl. K. Barth, M. Buber, R. Guardini, P.-L. Landsberg, E. Lévinas, G. Marcel, E. Mounier ... 30
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Person: Prinzip, Prozess und Relationalität
zu sich selbst zur Gesellschaft Mensch als Person zum Anderen und zu den anderen zur Welt zu Gott 31
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Der Mensch als Person Akteur des eigenen Lebens
Autor der eigenen Lebensgeschichte Was hat sich ereignet? Oder: Wer hat entschieden? Paul Ricoeur: Das Selbst als ein Anderer. München 1996 (Soi-même comme un autre. Paris 1990)
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Werde, der/die du bist. Person und Sinn-Setzung
„Person bedeutet, dass ich von keinem anderen gebraucht werden kann, sondern Selbstzweck bin.“ (R. Guardini, Welt und Person, 1939, S. 122) Romano Guardini ( )
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Werde, der/die du bist. Person und Sinn-Setzung
„Die Individualität ist Zerstreuung, die Person ist Integration… Diese fortschreitende Vereinheitlichung aller meiner Handlungen und durch sie meiner Persönlichkeiten oder meiner Zustände ist die eigentliche Tat der Person.“ (E. Mounier, Das personalistische Manifest, S. 79, 81)
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Werde, der/die du bist. Person und Sinn-Setzung
Ich behaupte mich als Person in dem Maße, in dem ich die Verantwortung übernehme für das, was ich tue, und für das, was ich sage… Aber vor wem bin ich … verantwortlich? Die Antwort lautet, dass ich es zugleich vor mir selbst und vor dem Anderen bin, und dass eben diese Verbindung für die persönliche Verpflichtung bezeichnend ist, dass sie das eigentliche Merkmal der Person darstellt. (G. Marcel, Homo Viator, S. 17)
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Werde, der/die du bist. Person und Sinn-Setzung
Der Mensch ist ein Wesen, welches den hinreichenden Grund seiner Entwicklung vom Anfange des Lebens bis zum Punkt seiner Vollendung in sich selbst trägt. Friedrich Schleiermacher: Vorlesungen über Erziehung (1826) 36
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Begabung als Gabe These 1: Jeder Mensch ist eine einmalige Person mit Begabungen. These 2: (Hoch-)Begabung ist eine Gabe. These 3: (Hoch-)Begabung ist eine Aufgabe. These 4: Der Umgang mit (Hoch-)Begabung beinhaltet umfassende Verantwortung, hat eine ethische Dimension. 37
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Begabung als Gabe und Aufgabe
Möglichkeit (Potentialität) >> Wirklichkeit (Be-)Achten, Anregen, Begleiten, Unterstützen personaler Bildungsprozesse „Begabung als eine dem Menschen unterstellte Gestaltungsfähigkeit zur Selbstbestimmung seines personalen Bildungsgangs“ (Hermann Giesecke)
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Person, Begabung, Schulentwicklung
von der Orientierung am Lehrplan, an der Klasse, am „Durchschnitt“, an gesellschaftlichen Anforderungen und Vorgaben zur Person des einzelnen Kindes und Jugendlichen als Bezugspunkt pädagogischen Denkens und Handelns in Erziehung, Unterricht und Schule 39
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Überblick Sinn und Tradition Zerfall verlässlicher Sinnbezüge
Mensch und Sinn-Setzung Person und Sinn-Setzung Wege einer sinn-vollen Erziehung
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Stefan Zweig Dann aber kam die Stunde, wo die Schule… uns nur mehr langweilte… Wir fühlten instinktiv, dass wir nichts Neues mehr von ihr zu lernen hatten…und außen war eine Stadt voll tausendfältiger Anregungen, eine Stadt mit Theatern, Museen, Buchhandlungen , Universität, Musik, wo jeder Tag andere Überraschungen brachte. So warf sich unser zurückgestauter Wissensdurst, die geistige, die künstlerische, die genießerische Neugierde … leidenschaftlich all dem entgegen, was außerhalb der Schule geschah. (46ff., 53 f.)
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Stefan Zweig Wie ein Fieber war es über uns gekommen, alles zu wissen, alles zu lernen …; wir drängten uns nachmittags zwischen die Studenten der Universität, wir besuchten Kunstausstellungen, wir schlichen uns in die Proben der Philharmoniker, wir stöberten bei den Antiquariaten, und vor allem, wir lasen, was uns zu Händen kam… Aber unsere beste Bildungsstätte für alles Neue blieb das Kaffeehaus…. (56) So erhielt mit einemmal unsere unruhig suchende und spürende Leidenschaft einen Sinn… (62) (St. Zweig, Die Schule im vorigen Jahrhundert. In: Die Welt von gestern. Erstausgabe 1942; 1981 )
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Um das zu verstehen, muss man wissen, dass das Wiener Kaffeehaus eine Institution besonderer Art darstellt, die mit keiner ähnlichen in der Welt zu vergleichen ist. Es ist eigentlich eine Art demokratischer, jedem für eine billige Schale Kaffee zugänglicher Klub, wo jeder Gast für diesen kleinen Obulus stundenlang sitzen, diskutieren, schreiben, Karten spielen, seine Post empfangen und vor allem eine unbegrenzte Zahl von Zeitungen und Zeitschriften konsumieren kann. … So wussten wir alles, was in der Welt vorging … Nichts hat vielleicht so viel zur intellektuellen Beweglichkeit und internationalen Orientierung des Österreichers beigetragen … (56f.)
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in Bildungs-einrichtungen
Schüler/in – Subjekt des Lern- und Bildungsprozesses Formales Lernen in Bildungs-einrichtungen Nicht-formales Lernen außerhalb von Bildungseinrich-tungen Informelles Lernen Lernen in Alltag, Freizeit, Familie, … 44
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Schüler/in – Subjekt des Lern- und Bildungsprozesses
Instruktions- orientierung „Herbartianismus“ Lehrerzentrierung Kind-,Gruppen- orientierung „Reformpädagogik“ Selbsttätigkeit Projekt- orientierung „Pragmatismus“ (J. Dewey) Lernen durch Erfahrung Demokratisierung 45
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Hackl/Schmid, eVOCATIOn, nach Renzulli
Co-Kognitive Begabungen Mut Optimis-mus Hingabe Energie Vision Bestim-mung Hackl/Schmid, eVOCATIOn, nach Renzulli
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Franz Kafka Ich war ein ängstliches Kind; trotzdem war ich gewiß auch störrisch, wie Kinder sind; aber ich kann nicht glauben, daß ich besonders schwer lenkbar war, ich kann nicht glauben, daß ein freundliches Wort, ein stilles Bei-der-Hand-Nehmen, ein guter Blick mir nicht alles hätten abfordern können, was man wollte. … Du kannst ein Kind nur so behandeln, wie Du eben selbst geschaffen bist, mit Kraft, Lärm und Jähzorn, und in diesem Falle schien Dir das auch noch überdies deshalb sehr gut geeignet, weil Du einen kräftigen mutigen Jungen in mir aufziehen wolltest. (Kafka, Brief an den Vater (1919), Frankfurt, S. 138 f.)
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Beziehung, Begleitung, Kommunikation und Kooperation
Rituale Zeit- Räume Coaching Mentoring Kontaktlehrer Lehrer- Teams Kollegium Kooperation mit Theater, Sozialpädagogik, u.a.m. Schule-Eltern außerschulische Partner Schulisches Zusammenleben Schulleben Bedeutung der Schulleitung 48
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Wilhelm von Humboldt Aus Humboldts autobiographischen Notizen:
Ich habe damals, mehrere Jahre vor meiner Anstellung, den festen Vorsatz gefasst, in Dienst zu gehen, und eben zu dem Höchsten zu gelangen, was mir erreichbar wäre, und ich habe es erlangt. … Meine Manier ist aber nicht das blosse, unablässige und unmittelbare Betreiben, sondern sie geht tiefer, und sucht mehr das Wesen der Dinge selbst zu zwingen…
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Wilhelm von Humboldt Ausser dem Blick und der Gewandtheit, denen nur die mechanische Ausführung angehört, beruht das Meiste dabei auf unermüdeter Anstrengung für das Bemühen und hoher Gleichgültigkeit gegen den Erfolg, als solchen, durch deren Vereinigung man unglaublich viel durchsetzen kann. Die meisten Menschen verfehlen ihre Absicht, weil ihnen am Erfolg so viel liegt, und sie im Ringen danach zu leicht erschlaffen… (Humboldt, Bd. V., S. 8)
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Goethe und Schiller im Dialog
Die wahre, die tätige, produktive Freundschaft besteht darin, dass wir gleichen Schritt im Leben halten, dass er meine Zwecke billigt, ich die seinigen, und dass wir so unverrückt zusammen fortgehen (Goethe, nach Safranski, S. 14f.) … ein auf wechselseitige Perfektibilität gebautes Verhältnis (Schiller, ebd.)
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Goethe und Schiller im Dialog
Es wird auch meiner Existenz einen ganz andern Schwung geben, wenn wir wieder beisammen sind, denn Sie wissen mich immer nach außen und in die Breite zu treiben, wenn ich allein bin, versinke ich in mich selbst. (Schiller an Goethe, Brief vom 24. Juli 1799, nach Safranski, S. 259)
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Goethe und Schiller im Dialog
Ein Glück für mich war es…, dass ich S c h i l l e r n hatte. Denn so verschieden unsere beiden Naturen auch waren, so gingen doch unsere Richtungen auf Eins, welches denn unser Verhältnis so innig machte, dass im Grunde Keiner ohne den Anderen leben konnte… (Goethe, nach Safranski, S. 310)
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LebensgeschichteBiographie
Formen biographischen Schreibens Tagebuch Korrespondenz LebensgeschichteBiographie Brian Stock, Augustine the Reader, Self-Knowledge, and the Ethics of Interpretation. (Harvard Univ. Press) Cambridge/Mass., London/Engl. 1998 54
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Person, Bildung und Erziehung
Prozess der Selbstbildung Dialektischer Prozess der Auseinandersetzung von Mensch und Welt Einheit des Wissens Charakterbildung Erziehung: „Aufforderung zur Selbsttätigkeit“ (D. Benner) Erziehung und Unterricht als dialogisches Geschehen Erziehung erfordert Beziehung 55
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Personale Erziehung und die Frage der Werte
Dialog und Kommunikation Fürwahrhalten – Fürwerthalten – Fürguthalten „Anähnlichung“ (Gebauer, Wulf 1998; Sting 2009)
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Person, Begabung und Institution
„Auf die Einzelschule kommt es an!“ (Klieme u. a. 2007, S. 366). „Die Einzelschule als pädagogische Handlungseinheit“ (Fend 1986, 2008) Pädagogisches Ethos / Grundkonsens
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Schulen international
Gelebte Tugenden und Werte Rituale Wertschätzung der ‚Leistung‘ der Institution und ihrer Akteure
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Werde, der/die du bist. Person, Sinn-Setzung und Schule
Martin Wagenschein : „Werde, der du bist... Hierin sehe ich Paulus’ größte Leistung und erkenne darin das kostbarste Geschenk, das ich ihm danke“. (Wagenschein, Erinnerungen für morgen, 1983) 59
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Werde, der/die du bist. Person und Sinn-Setzung
Karl Popper: „Freiheit als Aufgabe“ (Popper, Alle Menschen sind Philosophen, 22005, S. 236)
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Werde, der/die du bist. Person und Sinn-Setzung
Der Sinn des Lebens ist nicht etwas Verborgenes …, das wir im Leben finden oder entdecken können, sondern etwas, das wir selbst unserem Leben geben können. Wir können durch unser Tun und lassen, durch unsere Arbeit und unser Wirken, durch unsere Einstellung zum Leben, zu anderen Menschen und zur Welt, unser Leben sinnvoll machen.(Popper 22005, S. 244)
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Werde, der/die du bist. Person, Sinn-Setzung und Schule
Wenn ich an die Zukunft dachte, träumte ich davon, eines Tages eine Schule zu gründen, in der junge Menschen lernen könnten, ohne sich zu langweilen; in der sie angeregt würden, Probleme aufzuwerfen und zu diskutieren; eine Schule, in der sie nicht gezwungen wären, unverlangte Antworten auf ungestellte Fragen zu hören; in der man nicht studierte, um Prüfungen zu bestehen, sondern um etwas zu lernen. (Popper 2004, S. 51)
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Ausblick? „Wir sind heute unsere eigenen Sinnstifter.“
Ob das Leben sich lohnt, hängt „mehr an den nächsten Dingen als an den letzten“. Heiko Ernst, in: Psychologie heute, H. 4, 2010, S. 20, 27
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Danke für Ihr Interesse!
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