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1Mündlicher Sprachgebrauch – Unterrichtskommunikation Seminar: Mündlicher Sprachgebrauch Gesprächsführung - Unterrichtskommunikation Ruth Hoffmann-Erz.

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Präsentation zum Thema: "1Mündlicher Sprachgebrauch – Unterrichtskommunikation Seminar: Mündlicher Sprachgebrauch Gesprächsführung - Unterrichtskommunikation Ruth Hoffmann-Erz."—  Präsentation transkript:

1 1Mündlicher Sprachgebrauch – Unterrichtskommunikation Seminar: Mündlicher Sprachgebrauch Gesprächsführung - Unterrichtskommunikation Ruth Hoffmann-Erz Institut für Psycholinguistik und Didaktik der deutschen Sprache Seminar: Mündlicher Sprachgebrauch Gesprächsführung - Unterrichtskommunikation Ruth Hoffmann-Erz Institut für Psycholinguistik und Didaktik der deutschen Sprache

2 2Mündlicher Sprachgebrauch – Unterrichtskommunikation  Schule soll Schüler zur Kritik- und Urteilsfähigkeit erziehen und damit auch zur Kommunikationsfähigkeit. Zur Kommunikationsfähigkeit gehört die Gesprächsfähigkeit, ohne die sich die Schüler nicht selbständig und selbstbestimmend verhalten können (Klafki 1996)  Lernende sollen zu verantwortungsbewusstem Denken und Handeln in der Gesellschaft und für sich selbst befähigt werden.  Kognitive Prozesse stehen im Zusammenhang mit individuellen Erfahrungs- und Wissenshintergründen, mit eigenen Interpretationen und sozialen Prozessen, was nur in Verbindung mit Kommunikations- kompetenz vermittelt werden kann.  Gesprächserziehung soll die Sprache, Artikulations- und Dialog- fähigkeit, soziales und demokratische Verhalten fördern.  In der Gesprächserziehung sollen Emanzipation, Kreativität und Selbstbestimmung integriert werden. Ziele der Gesprächserziehung 2

3 3Mündlicher Sprachgebrauch – Unterrichtskommunikation Bildungsstandards für den Mittleren Bildungsabschluss für den Kompetenzbereich „mit anderen sprechen“  sich konstruktiv an einem Gespräch beteiligen  durch gezieltes Fragen notwendige Informationen beschaffen  Gesprächsregeln einhalten  die eigene Meinung begründet und nachvollziehbar vertreten  auf Gegenpositionen sachlich und argumentierend eingehen  kriterienorientiert das eigene Gesprächsverhalten und das anderer beobachten, reflektieren und bewerten

4 4Mündlicher Sprachgebrauch – Unterrichtskommunikation Bildungsstandards für die Primarstufe für den Kompetenzbereich „Gespräche führen“  sich an Gesprächen beteiligen  gemeinsam entwickelte Gesprächsregeln beachten: z.B. andere zu Ende sprechen lassen, auf Gesprächsbeiträge anderer eingehen, beim Thema bleiben  Anliegen und Konflikte gemeinsam mit anderen diskutieren und klären

5 5Mündlicher Sprachgebrauch – Unterrichtskommunikation Wie können die Ziele der Gesprächserziehung umgesetzt werden? 3 „Nur derjenige, der aktiv ist, ist auch derjenige. der lernt“ (N. Grenn 2003 zit. nach Bochmann/ Kirchmann S. 20) Schüler speichern 5% dessen, was sie hören, 10% dessen, was sie lesen oder sehen, 20% dessen, was sie hören und sehen, 30% dessen, was sie beobachten, demonstriert bekommen, 50% dessen, was sie miteinander besprechen können, 75% dessen, was sie selbst anwenden, wenn sie aktiv sind, 90% dessen, was sie anderen beibringen oder erklären (vgl. Bochmann/Kirchmann 2006) „Für Gespräche im Unterricht ist das Konzept des Kooperativen Lernens mit seinen tragfähigen Methoden eine große Bereicherung, wenn die Lehrerin sie als wiederkehrende Rituale einführt und einsetzt“ (Potthoff u.a. 2008)

6 6Mündlicher Sprachgebrauch – Unterrichtskommunikation Probleme beim Führen von schulischen Unterrichtsgesprächen 4 Das gelenkte Unterrichtsgespräch macht die Hälfte des gesamten und zwei Drittel des Frontalunterrichts aus. (Meyer 1987, S. 283). Es wird häufig eingesetzt, da sich Lehrende von dieser Methode versprechen, schnell im Unterricht voranzukommen. Sacher hat in einer empirischen Untersuchung ca. 10 Klassen der Klassenstufen 2-10 in 28 Stunden hinsichtlich ihres Meldeverhaltens beobachtet. Dabei meldeten sich mehr als ein Drittel der Schüler im Unterricht gar nicht, die meisten der übrigen meldeten sich im Allgemeinen nur ein oder zweimal. Einzelne Schüler meldeten sich bis zu 40mal in einer Stunde. In 96,56% der Fälle kamen Schüler nicht zu Wort, in 93,48% der Fälle ohne Meldung, in 3,08% trotz ihres Meldeangebotes. Diese Untersuchung macht deutlich, dass die Schüler im Lehrgespräch die meiste Zeit über passiv sind und das Unterrichtsgeschehen höchstens innerlich nachvollziehen. (Sacher 1995)

7 7Mündlicher Sprachgebrauch – Unterrichtskommunikation Analyse eines Gesprächstrainings in einer 7. Klasse mit Hilfe von Kleingruppengesprächen 5 Ablauf 1.Phase: Kennenlern- und Interaktionsspiele 2.Phase: Durchführung eines argumentativen, text- und fragenorientierten Gruppengesprächs und eines Gruppenpuzzles 3.Phase: Erarbeitungs- und Übungsphase zur Förderung einer positiven Gesprächsführung 4.Phase: Erneute Durchführung der drei Kleingruppengesprächsformen in „Aquariumsform“

8 8Mündlicher Sprachgebrauch – Unterrichtskommunikation Exemplarische Darstellung der Inhalte - Phase 3: Erarbeitungs- und Übungsphase zur Förderung einer positiven Gesprächsführung  Lehrer stellt das Ziel vor „Gespräche sinnvoll führen/ Gesprächsregeln erarbeiten“  Gesprächsregeln sammeln  Lesetext „Momo“ mit Fragen - Unterrichtsgespräch – Kriterienerarbeitung gutes Zuhören  Spiel: Freies Partnerinterview - Partnerarbeit  Lesetext „Der Elefant“ mit Fragen - Stillarbeit  Rollenspiel „Auf einen Standpunkt beharren“  Lösungsmöglichkeiten: Unterrichtsgespräch – danach Rollenspiel  Spiel: Kontrollierter Dialog  Text „Kennen sie Alassio?“ – Aneinandervorbeisprechen - Unterrichtsgespräch – Rollenspiele  Text zur Übung des Gruppenbeobachtungsverhaltens  verschiedene Texte und Fragen zur Gesprächsführung, die in Kleingruppenformen bearbeitet werden

9 9Mündlicher Sprachgebrauch – Unterrichtskommunikation Ergebnisse Unterbrechung des Redepartners Äußerungen insgesamt %Unterbrechungen% Vor der Gesprächserziehung Nach der Gesprächserziehung ,2 Äußerungen insgesamt % Äußerungen, die auf die Redepartner eingehen % Vor der Gesprächs- erziehung ca. 35ca 26,1 Nach der Gesprächs- erziehung 96100ca. 43ca. 44,8 Auf die Redepartner eingehen

10 10Mündlicher Sprachgebrauch – Unterrichtskommunikation Konzentration auf ein Thema Äußerungen insgesamt % Redeeinheiten zu einem Thema % Vor der Gesprächs- erziehung ,3 Nach der Gesprächs- erziehung ,5 Bezüglich der unterschiedlichen Gesprächsformen zeigten sich vor der Gesprächserziehung große Unterschiede. Bezüglich der Unterbrechung des Redepartners waren hier im argumentierenden und im text- und fragenorientierten Gespräch viele Unterbrechungen nachweisebar, während beim Gruppenpuzzle schon hier nur wenige Unterbrechungen auftraten (64/ 51/19). Beim text- und fragenorientierten Gruppengespräch gingen die Schüler – im Gegensatz zu den beiden anderen Gesprächsformen - schon vor der Gesprächserziehung gut aufeinander ein.

11 11Mündlicher Sprachgebrauch – Unterrichtskommunikation Auswertung der Ergebnisse Nach der Gesprächserziehung verbessert sich das Gesprächsverhalten der Schüler eindeutig; die Schüler berücksichtigen die Regeln und das Niveau der Gespräche verbessert sich. Auch der soziale Umgang der Schüler untereinander verbessert sich. Bezüglich der Kleingruppenformen stellt Traub folgende Unterschiede fest: Gruppenpuzzle eignet sich gut zur Wissensvermittlung starke Strukturierung aktiviert alle Schüler und fördert die Einhaltung der Regeln indirekte Lenkung durch den Lehrer möglich wenig Spontanität und Individualität

12 12Mündlicher Sprachgebrauch – Unterrichtskommunikation Text- und fragenorientieres Gruppengespräch indirekte Lenkung durch die Fragen möglich Individualität und Spontanität möglich Argumentatives Gespräch fördert die Eigenverantwortung und Selbständigkeit der Schüler Alle drei Formen zusammen ermöglichen eine sinnvolle Gesprächserziehung.

13 13Mündlicher Sprachgebrauch – Unterrichtskommunikation Formen schulischer Gespräche mit der ganzen Klasse  Das Lehrgespräch  Gelenktes Unterrichtsgespräch  Freies Unterrichtsgespräch  Metagespräch

14 14Mündlicher Sprachgebrauch – Unterrichtskommunikation Verbesserung der Kommunikation durch TZI 7  Die meisten Gesprächsregeln, die man in der Literatur findet, sind auf der Grundlage der TZI (Themenzentrierte Interaktion) entwickelt worden. Es handelt sich dabei um Gesprächsgrundsätze, die von anderen Autoren erweitert wurden.  TZI wurde von der Psychoanalytikerin Ruth C. Cohn ( ) von 1955 an in den USA entwickelt.  TZI findet Anwendung in Schule und Hochschule, in der Lehrerfortbildung, Erwachsenenbildung, Unternehmensführung, Therapie und Supervision sowie in kirchlicher und politischer Arbeit.

15 15Mündlicher Sprachgebrauch – Unterrichtskommunikation Die Axiome der TZI 8  Autonomie – Das existenziell-anthropologische Axiom Der Mensch ist eine psycho-biologische Einheit. Er ist Teil des Universums. Er ist darum autonom und interpedent. Autonomie (Eigenständigkeit) wächst mit dem Bewusstsein der Interpedenz (Allverbundenheit). Primärbedürfnisse müssen beachtet werden!  Wertschätzung – Das ethisch-soziale Axiom Ehrfurcht gebührt allem Lebendigem und seinem Wachstum. Respekt vor dem Wachstum bedingt bewertende Entscheidungen. Das Humane ist wertvoll, Inhumanes ist wertbedrohend.  Grenzen erweitern – Das pragmatisch-politisch Axiom Freie Entscheidung geschieht innerhalb bedingender innerer und äußerer Grenzen. Erweiterung dieser Grenzen ist möglich.

16 16Mündlicher Sprachgebrauch – Unterrichtskommunikation Das Dreieck als Kernstück der TZI  Das Ich, die Persönlichkeit  Das Wir, die Gruppe  Das Es, das Thema Die Grundkonstituenten Ich – Wir – Es müssen eine dynamische Balance aufweisen. Unter „Globe“ versteht man die Umgebung und alles, was an unmittelbar Aktuellem das lebendige Lernen beeinflusst. Cohn geht davon aus, dass bei sachorientierten Gesprächen neben dem Thema auch die Bedürfnisse des Einzelnen und die Beziehungsebene untereinander von entscheidender Bedeutung sind. Diese Ebenen werden in Gesprächen zu oft wenig oder gar nicht beachtet.

17 17Mündlicher Sprachgebrauch – Unterrichtskommunikation Gesprächsregeln der TZI 9 Grafik der Gesprächsregeln

18 18Mündlicher Sprachgebrauch – Unterrichtskommunikation Lehrersprache – Möglichkeiten systematischen Lehrertrainings Lehrersprache – Möglichkeiten systematischen Lehrertrainings Systematisches Lehrertraining kann das Lehrerverhalten teilweise verändern. Eine grundsätzliche Veränderung der Persönlichkeitswirkung ist kaum möglich.

19 19Mündlicher Sprachgebrauch – Unterrichtskommunikation Lehrersprache – Trainingsprogramm von Heidemann 10  Schweigen – Einsammeln mit Blicken  Schweigen nach gestellten Fragen  Fragen nachschieben  Lehrer- bzw. Schülerecho  „Wir Wollen…“ – Bemerkungen  Negatives positiv ausdrücken

20 20Mündlicher Sprachgebrauch – Unterrichtskommunikation Fragetechniken 12 Echte Fragen Der Fragende möchte die Antwort wirklich wissen, weil er sie nicht kennt. Begründete Fragen Es wird dem Befragten zusätzlich mitgeteilt, warum die Frage gestellt wird. Geschlossene Fragen Sie lassen nur vorher festgelegte Antworten zu. Alternativ-Fragen: Möchtest du Wasser oder Saft trinken? Ja-Nein-Fragen: Möchtest du etwas Trinken? Offene Fragen Sie ermöglichen viele verschiedene Antworten. Sie bringen häufig mehr Information und fördern echte Gespräche.

21 21Mündlicher Sprachgebrauch – Unterrichtskommunikation Quellenangaben 1 Bredel, S Traub, S. 49 ff. 3 Potthoff u.a., S Traub, S. 88 f. 5 Traub, S. 80 ff. 6 Schuster, S. 82 ff. S ebd. 8 Langmaack, S. 48 ff. (Bild: Umschlag) 9 Schuster, S Heidemann, S. 119 ff. 11 (9.3.10), Allhoff, S. 228http://www.grundschulmarkt.de/Joke/schule2.JPG 12 Wagner, S. 221 f. Literatur Bredel, Ursula (2007): Sprachbetrachtung und Grammatikunterricht. Paderborn: Schöningh. Heidemann, Rudolf ( ): Körpersprache im Unterricht, Wiebelsheim: Quelle& Co Langmaack, Barbara (2001): Einführung in die Themenzentrierte Interaktion TZI, Weinheim, Basel: Beltz Potthoff, Ulrike; Steck-Lüschow, Angelika; Zithke, Elke (2008): Gespräche mit Kindern. Berlin: Cornelsen. Schuster, Karl (1998): Mündlicher Sprachgebrauch im Deutschunterricht, Hohengehren: Schneider-Verl. Traub, Silke (2006): Gespräche führen – leicht gemacht. Gesprächserziehung in der Schule. Baltmannsweiler: Schneider Verlag Hohengehren Wagner, Roland (2006): Mündliche Kommunikation in der Schule, Paderborn: Schöningh, UTB


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