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Thematische Bedingungen der Textstruktur; Thema und Rhema 19.11.2013.

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Präsentation zum Thema: "Thematische Bedingungen der Textstruktur; Thema und Rhema 19.11.2013."—  Präsentation transkript:

1 Thematische Bedingungen der Textstruktur; Thema und Rhema

2 Herrn K.s Lieblingstier (1) Als Herr K. gefragt wurde, welches Tier er vor allen schätze, nannte er den Elefanten und begründete dies so: (2) Der Elefant vereint List mit Stärke. (3) Das ist nicht die kümmerliche List, die ausreicht, einer Nachstellung zu entgehen oder ein Essen zu ergattern, indem man nicht auffällt, sondern die List, welcher die Stärke für große Unternehmungen zur Verfügung steht. (4) Wo dieses Tier war, führt eine breite Spur. (5) Dennoch ist es gutmütig, es versteht Spaß. (6) Es ist ein guter Freund, wie es ein guter Feind ist. (7) Sehr groß und schwer, ist es doch auch sehr schnell. (8) Sein Rüssel führt einem enormen Körper auch die kleinsten Speisen zu, auch Nüsse. (9) Seine Ohren sind verstellbar: (10) Er hört nur, was ihm paßt. (11) Er wird auch sehr alt. (12) Er ist auch gesellig, und dies nicht nur zu Elefanten. (13) Überall ist er sowohl beliebt als auch gefürchtet. (14) Eine gewisse Komik macht es möglich, daß er sogar verehrt werden kann. (15) Er hat eine dicke Haut, darin zerbrechen die Messer; aber sein Gemüt ist zart.... (aus: B. Brecht, Geschichten von Herrn Keuner)

3 Thema und Rhema Prager Schule (V. MATHESIUS) Funktionale Satzperspektive – Thema-Rhema-Gliederung Thema – Ausganspunkt der Aussage Rhema – Kernpunkt der Aussage DANEŠ, 60er Jahre: Thema – das, worüber etw. mitgeteilt wird Rhema – das, was über das Thema mitgeteilt wird; neue aus dem Kontext nicht ableitbare Information. Textstruktur: Sequenz von Themen Thematische Progression: Komplex von thematischen Relationen im Text; Gerüst des Textaufbaus

4 Thematische Progression (DANEŠ) 1)die einfache lineare Progression 2)die Progression mit einem durchlaufenden Thema 3)die Progression mit einem abgeleiteten Thema 4)die Progression eines gespaltenen Rhemas 5)die Progression mit einem thematischen Sprung

5 Thematische Progression (DANEŠ) 1)Rh1 wird zu Th2 usw. Hans hat ein Fahrrad gekauft. Das Fahrrad steht im Keller. Im Keller... 2)Thema bleibt konstant, in den einzelnen Sätzen wird ein neues Rhema hinzugefügt. Mein Fahrrad ist neu. Es ist ein Geschenk meines Vaters. Den Drahtesel hatte ich mir schon lange gewünscht. Im Frühling kann ich damit überall hin fahren. Zurzeit steht es im Keller. (s. auch BRECHT, Segment 4-7 und 10-15) 3)Die Themen der einzelnen Sätze werden von einem Hyperthema abgeleitet. BRECHT, Segment 8, 9, 15) 4)Das Rhema eines Satzes wird in mehrere Themen zerlegt. In einem Hauseingang stehen zwei Männer. Der eine... Der andere … 5)Das rekonstruierbare Glied einer thematischen Kette wird ausgelassen. Hans wurde in ein dunkles Zimmer geführt. Es war mit wertvollen Möbeln ausgestattet. Die Teppiche zeigten leuchtende Farben. (= impl. W.)

6 Brinkers Kritik an Daneš Thema-Rhema-Ansatz In konkreten Texten werden diese Typen meist nicht in reiner Form realisiert, sondern in vielfältiger Weise miteinander kombiniert. Problematisch ist die Abgrenzung von Thema und Rhema, sie ist nicht intersubjektiv überprüfbar. Vermischung von semantischen und kommunikativ-pragmatischen Kriterien (Thema als Basis der Aussage vs. Thema als bekannte Information) Zu sehr an der Textoberfläche verhaftet, geht kaum über eine Beschreibung nach dem Prinzip der Wiederaufnahme hinaus. BRINKER (S. 51, 55 ff.): ein anderer Themabegriff ist erforderlich

7 Alltagssprachlicher Themabegriff – Gegenstand eines Textes, Bildes, Filmes Nicht immer ist das Thema aus dem dominanten Referenzträger im Text ablesbar, sondern oft auch Grund- oder Leitgedanke Thema ist der Kern des Textinhalts – der auf mehrere Gegenstände bezogene Gedankengang eines Textes (BRINKER, 56)

8 Die Bestimmung des Textthemas ist ein konkstruktiver und interpretativer Vorgang, der auch die Textintentionen erfasst. Ableitbarkeitsprinzip – andere Themen lassen sich vom Hauptthema ableiten Kompatibilitätsprinzip – zwischen kommunikativer Funktion und Hauptthema Themenhierarchie

9 Literatur: Brinker, Klaus (2005): Linguistische Textanalyse. Eine Einführung in Grundbegriffe und Methoden. Berlin: Schmidt (Grundlagen der Germanistik, 29), S Gansel, Christina; Jürgens, Frank (2007): Textlinguistik und Textgrammatik. Eine Einführung. Göttingen: Vandenhoeck & Ruprecht (Studienbücher zur Linguistik, 6), S


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