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Vor welchen fachlichen Herausforderungen steht die evangelische Fachberatung derzeit im bildungs - und familienpolitischen Aufbruch in und rund um die.

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Präsentation zum Thema: "Vor welchen fachlichen Herausforderungen steht die evangelische Fachberatung derzeit im bildungs - und familienpolitischen Aufbruch in und rund um die."—  Präsentation transkript:

1 Vor welchen fachlichen Herausforderungen steht die evangelische Fachberatung derzeit im bildungs - und familienpolitischen Aufbruch in und rund um die Kindertageseinrichtungen Fachkongress: Aktuelle Herausforderungen für evangelische Fachberatung – BETA Maria- Eleonora Karsten Leuphana –Universität Lüneburg

2 Vorbemerkungen

3 1.Vorbemerkung Fachberatung ist eine personenbezogene, strukturentwickelnde soziale Dienstleistung (bzw. Vermittlungs- und Verknüpfungsdienstleistung) im Rahmen der Jugendhilfe. Sie wirkt qualitätssichernd und -entwickelnd im Feld der Erziehungsarbeit und der Lebensgestaltung von Kindern ( Karsten 1996,BAGLJÄ 2003) Diese Beschreibungsfigur schließt die bisher bekannten Unterstützungssysteme ein: Einzelberatung Gruppenberatung in den Arbeitszusammenhängen Kollegiale Beratung Beratung in Konsultationskitas Forschungsfundierte Beratung Beratung durch Fort- und Weiterbildung

4 2. Vorbemerkung: Personenbezogene, soziale Dienstleistungsarbeit - Charakteristika Jede personenbezogene, soziale Dienstleistungsarbeit ist hinsichtlich ihrer empirischen Ausprägung gehaltvoll zu beschreiben, also: Erzieherinnenarbeit in Kindertagesstätten ( Krippen, Kindergärten, Horten, Tagespflege) ist als Bildung, Erziehung und Betreuung für die jeweilige Organisation, die Personenzusammensetzung, die Form und Dauer der Berufstätigkeit von (überwiegend) Frauen, die Anzahl der Mädchen und Jungen, Mütter und Väter, die soziale Lebenslage mit ihren Lebensmöglichkeiten ist zu rekonstruieren, im Rahmen der allgemeineren Bestimmung, dass und wie sich dabei das uno – actu –Prinzip, die prinzipielle Unabgeschlossenheit und Unentschiedenheit in den Prozessen, die Nichtplanbarkeit und Nichtlagerbarkeit ausgestalten, einschließlich der Erkenntnisse, dass und wie sich die Prozesse aller Beteiligten ihre Zeit nehmen und im Vollzug von allen Beteiligten Geduld und Professionalität einfordern.

5 Zum Arbeitsprogramm des Herausarbeitens der jeweils vorfindlichen Situation der Unterstützungssysteme Da nur wenige empirische Studien vorliegen, ist es heute geboten, die aktuellen, meist historisch entstandenen und eben nicht systematisch geplanten, Situationen zu beschreiben. Hierfür bietet sich methodisch das 4D- Modell zur Analyse an, da es zur Vergewisserung, zum Erzählen der Geschichte und zur Darstellung von Denk- und Handlungsoptionen besonders günstig ist: 1.D: Zurückdenken ( wie sind in einer Region, bei einem Träger, in dem eigenen Umfeld die vorhandenen Unterstützungssysteme entstanden) 2.D: Querdenken ( welche anderen Situationen sind aus anderen Regionen, bei anderen Trägern oder auch international aus anderen Ländern bekannt ) 3.D: Andersdenken ( wie könnte die Situation sich besonders gut oder auch besonders schlecht in anderer Weise entwickelt haben ) 4.D: Neudenken ( wenn die Situation differenziert beschrieben wurde, umfasst dieser Denkschritt die Erarbeitung neuer Möglichkeiten und Entwicklungswege)

6 3. Vorbemerkung : Geltungsbereiche Diese grundlegenden, sozialen Konstruktionen sozialer Dienstleistungsberufe gelten im professionellen, öffentlich verantworteten Feld der Kinder- und Jugendhilfe, der Elementar- oder Pädagogik der (frühen) Kindheit für alle : Erzieherinnen und Erzieher Leiterinnen und Leiter alle Funktionsinhaberinnen und -inhaber, im Träger, in administrativen Organisationen, im Bildungs- und Sozialmanagement bis in jede lehrende Tätigkeit von der Berufsfachschule über die Fachschule ( Fachakademien, Berufskollegs) Studiengänge: BA-, MA-, Promotions- und Forschungsebene. Die Erarbeitung des derzeitigen Situation bezieht sich somit auf jeden dieser Bereiche.

7 4. Vorbemerkung : Verwendungsbereich : Unterstützungssysteme Diese sozialen Konstruktionen sind um so bedeutungsvoller zu re- und ggf. neu - konstruieren in allen Formen der Unterstützungssysteme, seien sie vorrangig interaktiv alltagsgestaltend, vorrangig planend – administrativ, vorrangig sozialmanagement – innovativ,- evaluativ, -kurativ - korrigierend oder erhaltend – versichernd, vorrangig lehrend, grundständig, fort- oder weiterbildend, ausgerichtet. Die jeweils entstehenden Mehrfachperspektiven der Theorie-Praxis Bezüge sind explizit und eben empirisch gehaltvoll zu berücksichtigen. Dies gilt ganz besonders für alle Unterstützungssysteme, ihre wissenschaftliche Fundierung und ihre Professionalisierung im Interesse der Weiterentwicklung des Feldes.

8 Fachberatung: Fachlichkeit und Professionalität stehen zusätzlich im Kontext unterschiedlicher Funktionszuschreibungen Fachliche Unterstützung mit dezidiertem Fortbildungssauftag, Fachliche Unterstützung ohne dezidierten Fortbildungsauftrag, Fachliche Unterstützung mit Fachaufsichtsfunktion, Fachliche Unterstützung mit Dienstaufsichtsfunktion, Fachliche Unterstützung mit dienst- und fachaufsichtlicher Funktion, Fachliche Unterstützung in kooperativ-kollegialen Ausprägungen.

9 Qualitäten - Professionalität - Unterstützungssysteme

10 Unter diesen Prämissen gliedert sich der weitere Vortrag in pointierte Schlaglichter zu folgenden Themen: Herausforderungen auf der Ebene der Kindereinrichtungen: interaktiv, elementar- und sozialpädagogisch, organisations- und trägerbezogen, personell - professionsbezogen auf die Professionalisierung als sozialer Frauendienstleistungsberuf. Herausforderungen im Kontext der Bildungs-(politik)-reform: Bildungspläne gegen aktiv – spielerische Aneignung. Herausforderungen durch (verkürztes) familienpolitisches Denken: Mütter – Väter - Zeitpolitik.

11 1. Herausforderungen auf der Ebene der Kindereinrichtungen: interaktiv, elementar - und sozialpädagogisch, organisations- und trägerbezogen, personell - professionsbezogen auf die Professionalisierung als sozialer Frauendienstleistungsberuf.

12 Dimensionen der Analyse Analyseschema Soziale Berufe: Berufsausbildungs-, Fort- und Weiterbildungssystem Gesellschaftliche, soziale Anforderungen: Integration, Partizipation und soziale Gerechtigkeit Charakteristika personenbezogener, professioneller sozialer Dienstleistungsarbeit: Garanten für soziale Lebensqualität (ehrenamtlich/ hauptamtlich) Organisationsformen: Sozial-, berufs-, zivil- gesellschaftlicher Arrangements/ Formierungen Gesellschaftliche Anerkennungsverhältnisse: Entgelt, Existenzqualitäten, Tarifpolitik Politikfelder: Kommunalpolitik, Bildungspolitik, Sozialpolitik, Arbeitsmarktpolitik, Wissenschaftspolitik, Familienpolitik, Kinder- und Jugendpolitik Definitions- macht über das Feld erhalten Fachkräftemangel © Karsten 2009

13 Aufgaben von Fachberatung Der Elementarbereich ist in der disziplinären Verortung in der wissenschaftlichen Sozialpädagogik zu denken. Für den Handlungsort Kindereinrichtungen als Teil der Jugendhilfe einzutreten, bedeutet mindestens folgende drei Bereiche in ihren Wirkungen und Wechselwirkungen zu reflektieren, auszuarbeiten, zu dokumentieren und zu evaluieren:

14 Aufgaben von Fachberatung Den Bereich eines notwendigen Perspektivenwechsels, der daraus resultiert, dass Investitionen in Kinder, Mädchen und Jungen und ihre Bildung, Erziehung und Betreuung als Zukunftsinvestitionen bewertet werden, um dadurch eine neue volkswirtschaftliche Wertschätzung zu begründen und öffentlichkeitswirksam zur Sprache zu bringen. Dass jeder Euro, der in den Elementarbereich investiert wird, je vier Euro im späteren Lebensalter der Mädchen und Jungen in der Kinder- und Jugendhilfe und im Bildungswesen einspart, zeigt dessen besondere Bedeutung. Dies ist von jeder Fachfrau jederzeit zu argumentieren. Diese Erkenntnis erhöht das Selbstbewusstsein und – wertgefühl.

15 Aufgaben von Fachberatung Deswegen ist der Gesamtzusammenhang von Berufsausübung, Arbeitsmarkt, Berufsausbildung, Berufsorganisation, gesellschaftlicher Anerkennung und entsprechender Politikbereiche, einschließlich der Ausbildung der Ausbilderinnen zu denken und immer wieder in der (Fach-) Öffentlichkeit sichtbar zu machen und durchaus lautstark zur Sprache zu bringen.

16 Aufgaben von Fachberatung Das aktuelle Entwicklungsfenster der Professionalisierungsinitiativen umfasst örtliche Einzelinitiativen, konzertierte politische Meinungsbildungen, bundesweite Zusammenschlüsse, Initiativansätze von Stiftungen und gesellschaftlich relevanten Gruppen. Gemeinsam ist diesen Aktivitäten, dass sie zur Rechtsverwirklichung des Grundgesetzes – niemand darf benachteiligt werden – und damit zur Verwirklichung der Aufgaben, die sich insbesondere das SGB VIII – Kinder- und Jugendhilfegesetz z.B. zur Qualitätsentwicklung selbst gegeben hat, beitragen. Auch Unterstützungssysteme wie Fachberatung sind somit nichts sozialpädagogisch besonderes, sondern schlicht gesetzlich und fachlich geboten.

17 Aufgaben von Fachberatung Essentials dieser neuen Bildungsreform sind dementsprechend die Zusammenhänge von Qualität, Professionalität, Gender, Studium und Forschung auf jeder Ebene der besonderen Konstitution des deutschen sozialen Rechtstaates, hier konkretisiert für den Bildungs-, Erziehungs-, und Betreuungsbereich für Mädchen und Jungen.

18 Aufgaben von Fachberatung Dies bedeutet, die regional höchst unterschiedlichen Bedingungen mit je unterschiedlichen Entwicklungswegen in die Richtung einer gemeinsamen Vision gelingenderer Erziehungs- und Bildungs- und Betreuungsarbeit für Erzieherinnen und gelingenderer Kinderlebensgestaltung für Mädchen und Jungen zu bewegen. Dies gilt insbesondere bei den Umbildungen für die Altersgruppe der 0 -Dreijährigen, den organisatorischen Neuansätzen, auch und gerade im evangelischen Träger oder Trägergruppierungen, auch auf Wegen zu Familienzentren etc.

19 Unterstützungssysteme als wesentliche Akteurinnen der aktiven Professionalisierung Aktive Professionalisierung umfasst das Arbeitsprogramm: 1. Professionstheoretische, professionspraktische und professionspolitische Analysen, Befunde und Erkenntnisse zu erarbeiten, 2. Diese in fach-, sozial- und bildungswissenschaftlichen, fachsozial- und bildungs-. rsp. hochschulpolitischen Arenen zu argumentieren, um damit, 3. Professionalisierungspfade aufzuzeigen und zu entwerfen,

20 Unterstützungssysteme als wesentliche Akteurinnen der aktiven Professionalisierung Professionalisierungssackgassen zu öffnen und offen zuhalten, Professionalisierungsrelevantes Wissen immer weiterzuentwickeln und mit professionellen (Frauen) auszugestalten. Diese Arbeitsfelder der Professionalisierung sind außerdem durch computertechnische Unterstützungsformen prinzipiell jeder und jedem im elementarpädagogischen Feld zugänglich zu machen – eine Aufgabe, die derzeit noch nicht allerorten und bei allen Trägern und in allen Feldern der Kinder- und Jugendhilfeeinrichtungen Wirklichkeit ist.

21 2. Herausforderungen im Kontext der Bildungs -(politik)- reform: Bildungspläne gegen aktiv – spielerische Aneignung.

22 Die gesellschaftspolitische und gesellschaftliche Rahmenbedingungen für Aufwachsen von Mädchen und Jungen umfassen heute mindestens: O Allgemeine Verfügbarkeit von Bildung O Diskriminierungsfreier Zugang zur Bildung O Annehmbarkeit von Bildung O Adaptierbarkeit von Bildung (Sozialpaktausschuss der Vereinten Nationen 2004) Dimensionen von Chancengleichheit

23 Allgemeine Verfügbarkeit von Bildung Qualitative Rahmenbedingungen Sozialraum Organisation Bedarfsgerechtes Angebot (Gesundheit, soziale Teilhabe, Integration, soziale Infrastruktur) Mädchen und Jungen, Mütter, Väter, Erzieherinnen/ Erzieher

24 Diskriminierungsfreier Zugang zur Bildung Für einen diskriminierungsfreien Zugang zur Bildung ist ein Bewusstsein für mögliche Barrieren und Grenzen einzubeziehen, die resultieren aus: Sozialen Milieu (Migration, Armutslagen, Bildungsferne) Mädchen und Jungen, als Fragen der Geschlechterverhältnisse, Rechtliche Schranken (z.B. rechtliche Regelungen für Kinder ohne Aufenthaltsgenehmigung)

25 Die wohl tiefgreifendsten Barrieren entstehen heute durch die Ausbreitung von Armut. 1.Kinderarmut ist die aktuell verbreitetste und brisanteste Armutsform in der Bundesrepublik. 2.Kinderarmut kann nicht durch Aufwertung traditioneller Familienformen wirksam bekämpft werden. 3.Armut tangiert in ihren vielfältigen Manifestationen die Entwicklung von Kindern in den verschiedensten Bereichen.

26 Welche Bedingungen für die Mädchen und Jungen, ihre Mütter und Väter, aber auch für die Erzieherinnen bis zu Fachberaterinnen und Lehrenden gegeben sind, lässt sich besonders gut im Rahmen des Analysemodells des Lebenslagenkonzeptes herausarbeiten. Hierbei werden folgende Lebensbereiche und Lebensspielräume beschrieben: Lebensbereiche/ Spielräume: den Einkommens- und Versorgungs-, den Lern- und Erfahrungs-, den Kontakt- und Kooperations-, den Muße- und Generations-, den Entscheidung- und Dispositionsspielraum eines Menschen Als Ergebnis entstehen Befunde und empirisch reichhaltige Bilder der Lebenslage als Lebensgesamtchance der Individuen.

27 Kinder sind 20 Prozent der Gesellschaft, aber 100 Prozent der Zukunft. (Brown 2008)

28 Konkretisierung für Bildungsprogramme und -pläne Werden die sozialen Konstruktionen und Lern - und Organisationsprozesse zum Hineinarbeiten eines Bildungsprogramms; Bildungsstandards; Curriculum: Klartext eine normative Vorgabe genauer analysiert für die Praxis oder – richtiger - Praxen, dann ist zunächst nach allen Erkenntnissen der personenorientierten Dienstleistungs- und Professionalisierungsforschung zwischen dem Erarbeitungsprozess: Wer erarbeitet was wie mit welchen Zielen, Inhalten und vor allem welchen disziplinären und professionsbezogenen Interessen, und den Verwendungszusammenhängen zu unterscheiden. Dabei werden Miss- Verständnisse und Miss- Verhältnisse deutlich.

29 Das 1. und vielleicht folgenreichste Miss-Verständnis ist, dass überwiegend nur eine Antwort versucht wird, anstatt differenzierte Antworten und entsprechend adäquate Übersetzungsleistungen für all die oben genannten Ebenen zu berücksichtigen und auszuarbeiten. Ein wesentliches, problematisches Ergebnis ist: jede und jeder hört, liest, diskutiert, projektiert und praktiziert auf höchst unterschiedlichen Vor-Verständnissen und eigenen Weltzugängen, ohne systematisch in notwendige Interpretations-, Denkens, - Verstehens- und Verständigungsprozesse – die ja auch durchaus mühevoll und zeitaufwendig sind – einzutreten. Erstes Missverständnis

30 Ganz ähnliches gilt für die Schlagworte: Das Bild vom ko - konstruktiven und ko – konstruierenden Mädchen und Jungen, die leider in den Bildungsplänen nie wirklich älter werden oder eine Jungen- und Mädchen Sexualität und Geschlechtsidentität ausprägen und entwickeln. Hier ist eine sehr differenzierte und differenzierende Berücksichtigung des Lebensalters der Mädchen und Jungen, der Dauer und der Intensitäten der Beteiligung an den Lebens – und Bildungsprozessen, den Erfahrungsmöglichkeiten und Erlebensweisen im privat – familialen Leben und in öffentlichen Kinderinstitutionen, im Stadtteil oder Dorf vorzusehen, um die Arten, Weisen und Formen der Weltaneignung einigermaßen angemessen einschätzen und begleiten zu können.

31 Oder für Erzieherinnen: der forschende Habitus, gerne bemüht als ebenfalls normatives Anforderungsprofil, das möglichst alle Erzieherinnen ausprägen sollten, ohne zu berücksichtigen, wie häufig diese Lernen und Sich - Bilden eher im Modell des sozial- bis hochschuldidaktisch praktizierten Bulimie – Pädagogik - Nürnberger Trichter oder falsch – verstandener Instruktionspädagogik erfahren haben und eigenaktive Lern- und Bildungsformen selbst erst als interessant und lustvoll und ertragreich für das eigene Denken und Handeln erleben, erfahren oder sogar erlernen müssen.

32 Das zweite Missverständnis ist dasjenige zwischen inhaltlichen Anforderungen und den allseits beklagten Realisierungsbedingungen in der KiTa und Praxis hinsichtlich der Ressourcen: Zeit, Raum und Personal, was durchaus verbreitet auch als Miss-Verhältnis bezeichnet werden kann. Ein solche im Grundgedanken Nicht-Berücksichtigender Wirklichkeiten gilt für andere, schon genannte Bereiche, leicht unterschiedlich, aber gleichermaßen. Zweites Missverständnis

33 Drittes Missverhältnis Erarbeitungsprozesse als mehr oder weniger wissenschaftliche untersetzte Kompromisstexte im wesentlichen ohne die Akteurinnen der Alltagspraxis die Erzieherinnen zu denken. Dies birgt die Botschaft: Sie da/ Ihr da in der Praxis, Sie können es eben nicht und deswegen brauchen Sie Vorgaben, mehr oder weniger praxisnah- oder sogar praxeologisch eng- und mit diesem geheimen Lehrplan der Abwertung wirkt jede Beteuerung der Wertschätzung der Arbeit der Erzieherinnen kontraproduktiv, unehrlich und eben schal.

34 Viertes Missverständnis Inhaltsbereiche, Aufzählung von Wissensbereichen mit Schwerpunkt im MINT Feld( Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik)- durchaus einen gesellschaftlichen Trend folgend, den wir auch im Hochschulbereich kennen – die es quasi abzuarbeiten gilt, gegenüber dem Ernstnehmen und Verstehen der sozialpädagogischen-professionellen sozialen Interaktionen und dies heißt auf der Seite der Mädchen und Jungen eben immer noch und immer wieder Spielen als Aneignung der Welt. Dabei ist besonders zu bemerken, wie dies nach ihren ganz eigenen Wegen, Zeitnutzungen, ihrer Aneignung der gegenständlichen, sprachlichen und gedanklichen Welt, ihrer Freude und ihrem Frust, ihrer Entdeckenslust, ihren sozialen Erlebensformen – Bist Du heute mein Freund/ Freundin?, ihren Streiten, ihrer Ausdauer, ihrer Beweglichkeit oder ihrer Müdigkeit, ihrem Wachsein oder ihrem Tagesrhythmus gelebt wird.

35 3. Herausforderungen durch (verkürztes) familienpolitisches Denken: Mütter – Väter - Zeitpolitik.

36 Einige Schlaglichter Familienpolitik wird weiterhin als tendenziell Normalfamilienmodell gedacht, trotz aller Erkenntnisse über Alleinerziehende und bunte Lebensverhältnisse. Dadurch wird die Zweigeschlechtlichkeit des gesellschaftlichen Denkens bekräftigt und das doing – gender sogar aktiv praktiziert, anstelle von De - gendering und reflektierten Re – Gendering Prozessen, das in den Diskursen des aufgeklärten und aufklärenden Feminismus sich derzeit artikuliert. Die Vielfalt und Heterogenität wird so tendenziell übersehen oder, zumindest in ihren Chancen, nicht explizit und ebenso vielfältig ausführlich genutzt.

37 Vergleichbare Verkürzungen finden wir, mit erwartbar schwierigen Effekten und Nebeneffekten in den Trennungen der Mütter-Diskussion von der Frauendiskussion, der Väter- Diskussion von der Männerdiskussion, der Männer - in - die - Kindertagesstättendiskussion von der Qualitätsdiskussion, der Jungen - als - Bildungsverlierer von der Mädchen und Jungen- Armutsdiskussion, der Familie – und - Arbeitszeitvereinbarkeitsdiskussion anstelle der faktischen Mütter – und – Arbeitszeitvereinbarkeitsdiskussion. Erst wenn diese je unterschiedlichen öffentlichen, politischen und sozial- pädagogisch fachlichen Diskussionen zusammengeführt werden, besteht die Möglichkeit, fur heute angemessenes Zusammenhangswissen zu bilden.

38 So wird auch für den neuen Familienbericht und für die Familienpolitischen Dialoge, ganz aktuell, ebenfalls nur vorgesehen, Erwerbsarbeits- und Familienzeitmodelle zu bearbeiten, nicht jedoch durchgängig die Verhältnisse von: Mütter- und Frauenlebenszeiten, Väter – und Männerlebenszeiten, Mädchen- und Jungenlebenszeiten, Bildungs- und Gesundheitslebenszeiten, etc. in ihrem jeweiligen Verhältnis zu den, in den gleichen Feldern gestalteten Erwerbsarbeitzeiten im personenbezogenen Dienstleistungssektor zu sehen und zu verstehen und gegebenenfalls neu gestalten zu können.

39 Durch diese verschiedenen Herausforderungen werden die Aufgaben in den Unterstützungssystemen deutlich mehr und anspruchsvoller. Diese Herausforderungen jedoch nicht anzunehmen, würde zwar genügsam sein, das Ziel aber ebenso sicher verfehlen: Die Unterstützungssysteme sind ein wesentlicher Faktor in der professionell- fachlichen Entwicklung der Qualität der Bildungs-, Chancen- und Lebensqualitäten der derzeitigen und der nachwachsenden Generationen. Sie sind somit auch unverzichtbar für die Lebensqualität aller. Nicht mehr, aber auch nicht weniger.


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