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Swiss Banking Institute University of Zurich Seminar in Finanzintermediation SS2002 Robert Horat lic. oec. publ. 23. Mai 2002 Diamond/Dybvig (1983): Bank.

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Präsentation zum Thema: "Swiss Banking Institute University of Zurich Seminar in Finanzintermediation SS2002 Robert Horat lic. oec. publ. 23. Mai 2002 Diamond/Dybvig (1983): Bank."—  Präsentation transkript:

1 Swiss Banking Institute University of Zurich Seminar in Finanzintermediation SS2002 Robert Horat lic. oec. publ. 23. Mai 2002 Diamond/Dybvig (1983): Bank Runs, Deposit Insurance, and Liquidity Seminar Finanzintermediation

2 Swiss Banking Institute University of Zurich Seminar in Finanzintermediation SS2002 Robert Horat Erläuterungen der Modelle von Bryant und von Diamond/Dybvig Ausgangslage und Parameter Autarkie Finanzmarkt Finanzintermediär Vereinfachte spieltheoretische Darstellung von Diamond/Dybvig Anwendungen der Ideen in der Praxis Schlussfolgerungen Agenda

3 Swiss Banking Institute University of Zurich Seminar in Finanzintermediation SS2002 Robert Horat Allgemein: 3-Perioden Modell Technologien: Produktionstechnologie (Bank) Storage (kostenlos, nicht beobachtbar) Agents/Consumer: Alle Agenten ex ante (t=0) identisch mit Anfangsausstattung c 0 =1 Unsicherheit bezüglich nicht versicherbarem Risiko, ein Typ 1 (= early dier/impatient consumer mit Wkeit π 1 ; π 1 + π 2 =1) zu sein. Typ 1 stirbt vorzeitig und ist daher nur am Konsum in t=1 interessiert. Typ 2 (= late dier/patient consumer mit Wkeit π 2 ), Konsum in t=2 Natur bestimmt in t=1 über Typ 1 oder Typ 2 gleiche Nutzenfkt [U=π 1 u(c 1 ) + ρ π 2 u(c 2 ) mit u(c)>0, u(c)<0 ] Modellspezifikationen für Bryant und (später) Diamond/Dybvig t 012 I=1 L 1 0 R 1

4 Swiss Banking Institute University of Zurich Seminar in Finanzintermediation SS2002 Robert Horat Zwei Basismodelle (Bryant) : Autarkie … Autarkie: in t=0: unabhängige Wahl der Investition I in langfristiges Projekt (Produktionstechnologie) und Aufbewahrung (Storage) des Rests (1-I) alle wählen gleiches PF! in t=1: kein Handel zwischen Agenten, kein Intermediär falls Typ 1 (liquidity shock) Liquidation des Projekts für LI: c 1 = LI + (1-I) falls Typ 2 keine Liquidation des Projekts; Konsum in t=2: c 2 = RI + (1-I) Lösung: max U (I) ABER: ex-post ineffiziente Lösung (effizient: I=0 für Typ 1 und I=1 für Typ 2)

5 Swiss Banking Institute University of Zurich Seminar in Finanzintermediation SS2002 Robert Horat Zwei Basismodelle (Bryant): … und Finanzmarkt Offener Finanzmarkt: Intertemporaler Konsumausgleich über (Zero-) Bonds (Preis p, Payout von 1 in t=2) möglich: durch Verkaufen von Bonds in t=1 verpflichtet sich Typ 1, die Erträge seiner Projektinvestition in t=2 (RI) weiter zu geben. Verkaufserlös (pRI) kann für Konsum in t=1 eingesetzt werden. Typ 2 kauft in t=1 [1-I]/p Bonds, statt zu konsumieren. Es kann gezeigt werden, dass im Ggw. p=R -1. in t=1: Handel falls Typ 1 c 1 = pRI + (1-I) falls Typ 2 c 2 = RI + (1-I)/p Lösung: max U (c 1,c 2,I) = π 1 u(c 1 ) + ρ π 2 u(c 2 ) NB 1: π 1 c 1 = 1-I NB 2: π 2 c 2 = RI ABER: NOCH KEINE OPTIMALE RISIKOALLOKATION (optimal im Sinne einer reinen Geldbetrachtung, d.h. für risikoneutrale Konsumenten. Diese sind aber im vorliegenden Falle risikoavers!)

6 Swiss Banking Institute University of Zurich Seminar in Finanzintermediation SS2002 Robert Horat Diamond/Dybvig (1) Das Modell von Diamond/Dybvig basiert auf den Modellen von Bryant: Gleiche Ausgangslage bei Konsumenten (Typ 1 oder 2, …) Produktion ergibt Auszahlung von R>1 in t=2 oder von L=1 (!) in t=1 bei Investition I=1 Alle investieren gesamtes Vermögen, weil sicher nicht schlechter aber ev. besser (vgl. Spielbaum) Markt ermöglicht Handel mit Konsumrechten (ähnlich Bondmarkt) nur uncontingent claims, da ex ante keine öffentlichen Infos bzgl. Typenverteilung Ggw-Preise: p 01 =1, p 02 =p 12 =R -1, alle halten gleiches Produktionsset (proportional zu aggregiertem Set) identische Ergebnisse wie Bryant (noch nicht optimale Risikoallokation)

7 Swiss Banking Institute University of Zurich Seminar in Finanzintermediation SS2002 Robert Horat Diamond/Dybvig (2) Optimale Risikoallokation: Falls öffentliche Informationen bzgl. Typen(verteilung) verfügbar wären, so wäre es möglich, einen OPTIMALEN VERSICHERUNGSVERTRAG schreiben zu können, welcher ex ante (t=0) eine optimale Outputverteilung zwischen Typ 1- und Typ 2- Konsumenten ergibt. Dieser optimale Versicherungsvertrag erlaubt den Konsumenten, sich gegen das unglückliche Ergebnis, vom Typ 1 zu sein, versichern zu können. Banken können über die Transformation von illiquiden Assets in Liquidität und die Risiken zwischen Typ 1 und Typ 2 optimal verteilen. Grundidee: Intuitive Grundfrage: wieviel Geld muss ich erhalten, damit ich für mein negatives Schicksal entschädigt bin? Die Bank kann einen Depositenvertrag anbieten der im Falle eines vorzeitigen Rückzugs des Geldes mehr auszahlt als die zugrunde liegende Produktionsfunktion.

8 Swiss Banking Institute University of Zurich Seminar in Finanzintermediation SS2002 Robert Horat Modellerweiterung Diamond/Dybvig Typ 1-Wkeit (Anteil an Gesamtheit) ist öffentlich beobachtbar. Keine individuellen Infos. Sequential Service Constraint (Leute stehen in der Schlange und einer nach dem andern wird bedient. Keine Information des einzelnen über die Typen-Zusammensetzung der vor ihm in der Reihe stehenden Teilmenge.) Bank tritt als Intermediär auf. Sie hat die (exklusive) Möglichkeit, in den Produktionsprozess zu investieren. Die Refinanzierung erfolgt über die Ausgabe von Depositen mit folgenden Eigenschaften: Bank zahlt bei Rückzug des Geldes in t=1 den Wert r 1 (1< r 1

9 Swiss Banking Institute University of Zurich Seminar in Finanzintermediation SS2002 Robert Horat Beispiel zu Diamond/Dybvig Das folgende Beispiel soll den Sachverhalt illustrieren: 100 Investoren, davon 20 Early Diers {60 Early Diers} Es gilt: I=1, r 1 =1.5, R=3 Auszahlung in t=1Auszahlung in t=2 Depositen Stand in t=0 100 {100} Projekt (imaginäre Auf- teilung in 2 Teil- projekte) 30 {90} 70 {10} 30 o. 1.5/Inv. {90 oder 1.5/Inv.} 20 Investoren à * 1 30 {90} 70 * {30} 210 o /Inv. {30 oder 0.75/Inv.} restl. Depositen * 3

10 Swiss Banking Institute University of Zurich Seminar in Finanzintermediation SS2002 Robert Horat t=0 t=1 (falls Abbruch) t=2 (falls kein Abbruch) 2 InvestorenBank Depositen 2x D Investition 2D Langfristiges Projekt (2D) Bank Auszahlung 2r Liquidation 2r Vorzeitige Liquidation Projekt r,r 2r-D,D D,2r-D t=2 WN N W Bank Auszahlung 2R Liquidation 2R Planmässige Liquidation Projekt R,R D,2R-D 2R-D,D R,R WN N W Vereinfachte Darstellung Diamond/Dybvig mit spieltheoretischer Lösung Wie verhalten sich die einzelnen Marktteilnehmer? Gleichgewichtslösungen? Beispiel: 2 Investoren, Depositenvertrag mit Auszahlung gemäss Angaben, r

11 Swiss Banking Institute University of Zurich Seminar in Finanzintermediation SS2002 Robert Horat Player 1 Player 2 Player 1 Player 2 t=1 t=2 (W) WithdrawNo Withdrawel (N) WNWN WNWN WN r,rD,2r-D2r-D, D [2r-DR>D] Falls P1=W, dann P2=W Falls P1=N, dann P2=W R,R W strictly dominates N P1 antizipiert P2=W, somit P1=W mit Auszahlung R,R Falls P1=W, dann P2=W Falls P1=N, dann P2=N Keine dominante Strategie und P2 hat keine Information über Entscheidung von P1! P1 weiss, dass für P2 die Entscheidung von P1 nicht beobachtbar. Falls P1 erwartet, dass P2=W dann P1=W (Ggw.1 = Bank Run), falls P2=N dann P1=N (Ggw.2)! Spielbaum zu vereinfachter Darstellung Diamond/Dybvig

12 Swiss Banking Institute University of Zurich Seminar in Finanzintermediation SS2002 Robert Horat Zusammenfassung des Modells von Diamond/Dybvig Das Modell zeigt, dass und wie die Bank als Finanzintermediär über die Ausgestaltung ihres Depositenvertrages eine optimale Risikoallokation unter den Investoren herbeiführen kann. Das Modell zeigt aber auch, wie die Bank illiquide Assets (hier: Projekt) in Liquidität transformieren kann. Das Modell zeigt, dass es je nach Ausgestaltung des Depositenvertrages zu zwei Nash-Gleichgewichten kommen kann: das gute Gleichgewicht (mit r 1 = c 1 *, d.h. wenn der Depositenvertrag in t=1 genau den optimalen Konsum eines early diers bei vollst. Info entspricht), welches dem optimalen Vertrag unter vollständiger Information entspricht das schlechte Gleichgewicht (Bank Run) (bei welchem alle Investoren in t=1 panikartig ihre Einlagen abziehen, aus Angst diese zu verlieren. Dieses Ggw. ist für alle Individuen schlechter als die Marktlösung ohne Bank). Interessanterweise ist es genau die Transformationsfunktion von illiquiden in liquide Assets, die einerseits den Liquiditätsservice der Bank ermöglicht, sie aber andererseits auch anfällig für Bank Runs macht. Falls r 1 > 1 stellt der Bank Run ein mögliches Marktgleichgewicht dar Falls r 1 = 1 bringt die Bank keinen höheren Nutzen als die (Kapital)Markt Variante

13 Swiss Banking Institute University of Zurich Seminar in Finanzintermediation SS2002 Robert Horat Praxisanwendung: Wie können Bank Runs verhindert werden? Banken halten 100% Liquidität: diese Extrem-Variante degradiert die Bank zu einem Geldaufbewahrer. Es können keine Projekte getätigt werden und somit auch keine Erträge generiert und an die Investoren ausbezahlt werden. Massnahme ist (mit adäquatem Satz) sinnvoll. Für die Bestimmung des optimalen Satzes in der Praxis ist abzuwägen zwischen den Kosten eines Bank Runs und den Kosten der Liquiditätshaltung. gesetzliche Liquiditätsvorschriften (8%?) Suspension of Convertibility of deposits into cash: wenn der vorzeitige Abzug der Einlagen untersagt wird, kann ebenfalls kein Bank Run entstehen, da im Modell die Produktionsfunktion als risikolos angenommen wird. Aber auch in diesem Falle verliert die Bank ihre Funktion bezüglich Risiko- und Liquiditätstransformation. Auch hier können verschiedene Grenzen gezogen werden. Freigrenzen bis zu bestimmten Beträgen und dann Kündigungsfristen (Spar-/Privatkonto) Alternativ können dem Kunden Kosten verrechnet werden (z.B. bei vorzeitiger Kündigung von Kassenobligationen) Liquidity Insurance / Deposit Insurance: Ein Bank Run entsteht in der Regel aufgrund einer allgemeinen Unsicherheit bezüglich dem Verhalten der anderen Marktteilnehmer. Kann die Einlage über eine Versicherung abgesichert werden, so gibt es keine Veranlassung, das Geld früher als benötigt abzuziehen, egal wie sich die anderen verhalten. Den klassischen Fall einer solchen Versicherung stellen staatliche Versicherer z.B. in den USA oder Luxemburg dar. In der Schweiz: Staatsgarantie der Kantonalbanken, Garantiefonds der Raiffeisen-Gruppe, Ausfallsicherung der Schweizerischen Bankiervereinigung (bis 30000; max. 1 Mia. je Schadenfall)

14 Swiss Banking Institute University of Zurich Seminar in Finanzintermediation SS2002 Robert Horat Literatur Diamond, D.W./Dybvig, P.H.: Bank Runs, Deposit Insurance, and Liquidity, in: The Journal of Political Economy, Vol. 91, June 1983, p Hartmann-Wendels, T./Pfingsten, A./Weber, M.: Bankbetriebslehre, 2. Aufl., Springer, Berlin et al., 2000 Freixas, X./Rochet, J.-C.: Microeconomics of Banking, 3 rd ed., MIT Press, Cambridge et al., 1998 Stillhart, G.: Theorie der Finanzintermediation und Regulierung von Banken, Haupt, Bern et al., 2002


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