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– die Pubertät als neuronaler Transformationsprozess

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Präsentation zum Thema: "– die Pubertät als neuronaler Transformationsprozess"—  Präsentation transkript:

1 – die Pubertät als neuronaler Transformationsprozess
Chaos im Kopf – die Pubertät als neuronaler Transformationsprozess Prof. Dr. Thomas Mohrs / HVD Bayern / Philosophisches Frühstück

2 Chaos im Kopf – die Pubertät als neuronaler Transformationsprozess

3 Definition „Pubertät“:
Chaos im Kopf – die Pubertät als neuronaler Transformationsprozess Definition „Pubertät“: „Unter Pubertät (von lat. pubertas, „Geschlechtsreife“) versteht man etwa seit dem 16. Jahrhundert den Teil der Adoleszenz, in welchem der entwicklungsphysiologische Verlauf der Geschlechtsreifung als Ziel die „Geschlechtreife“ im Sinne von Fortpflanzungsfähigkeit erreicht und im weiteren Verlauf auch zu einem ausgewachsenen Körper führt. Dieser Abschnitt des Lebens beginnt, wenn die Hirnanhangdrüse ein hormonelles Signal an den Körper sendet, in bestimmten Organen verstärkt Geschlechtshormone herzustellen und ebenfalls in das Blut auszuschütten.“

4 Körperliche Transformation während der Pubertät:
Chaos im Kopf – die Pubertät als neuronaler Transformationsprozess Körperliche Transformation während der Pubertät:

5 Chaos im Kopf – die Pubertät als neuronaler Transformationsprozess
Allgemeine Aussagen zum Gehirn als der heimlichen Schaltzentrale des Lebens: Menschliches Gehirn ist keine „Neuerfindung“ der Evolution! In unseren Gehirnen ist uraltes stammesgeschichtliches Erbe gespeichert !! (z. B. Angst- u. Stressverhalten, Rangordnungs- streben, Revierverhalten, Sozialität, Sexualstrategien … ) Wir sind genetische Steinzeitmenschen – und verhalten uns auch (häufig) so!

6 Chaos im Kopf – die Pubertät als neuronaler Transformationsprozess
Richard Dawkins Der ultimate Zweck unserer Existenz als Überlebens-maschinen („gene machines“) ist die Reproduktion unserer „egoistischen Gene“. „We are robot vehicles, blindly programmed to serve the selfish molecules known as genes.“ Maßstab der evolutiven „fitness“ sind die ihrerseits fortpflanzungsfähigen genetischen Nachkommen.

7 gnadenlos überschätzt !!
Chaos im Kopf – die Pubertät als neuronaler Transformationsprozess Das Gehirn als heimliche Schaltzentrale des Lebens Der weitaus größte Teil dessen, was in unseren Gehirnen abläuft, bleibt unbewusst (über 90 %). Alles, was wir als bewusst erleben, ist von unbewussten Gehirnprozessen abhängig, die all unseren Entscheidungen, Urteilen, Entschlüssen ... vorausgehen. Alles, was wir als bewusst erleben, hat einen unbewussten, emotionalen Hintergrund, der für unser Bewusstsein (und unser Wollen) wesentlich und bestimmend ist. Die Rolle der „Ratio“ bei der Entscheidungsfindung und Handlungssteuerung wird … gnadenlos überschätzt !!

8 Die Pubertät als neuronaler Transformationsprozess:
Chaos im Kopf – die Pubertät als neuronaler Transformationsprozess Die Pubertät als neuronaler Transformationsprozess: Das Gehirn (konkret: Hypothalamus und Hypophyse) leitet – völlig unbewusst – den Prozess der Pubertät ein, wenn es den Organismus für fortpflanzungsreif befindet. Hormone initiieren die Produktion von Sexualhormonen (Östrogene, Testosteron) in Eierstöcken und Hoden. Indikator für die Auslösung des Pubertätsprozesses ist der Leptin-Gehalt in den Fettzellen des Körpers. Enger Zusammenhang zwischen der Ernährungssituation und dem Beginn der Pubertät (besonders bei Mädchen).

9 Chaos im Kopf – die Pubertät als neuronaler Transformationsprozess
Zahlreiche Synapsenverbindungen im Gehirn werden aufgelöst (bis zu pro Sekunde). Auflösung kindlicher Schemata. (Verunsicherung / Verwirrung) „Use it or lose it.“ Ablösung von den Eltern !! (Zuwendung zu „peer groups“, Idolen → Identitätsfindung) Deutlicher Zuwachs an „weißer Substanz“ (Myelinisierung). Massive Steigerung der Rechenleistung (bis zum 3.000fachen). Intellektuelle Leistungsfähigkeit = „erwachsen“ (Urteilsfähigkeit / in Frage stellen der Eltern!)

10 Appelle an die „Vernunft“ gehen regelmäßig ins Leere !
Chaos im Kopf – die Pubertät als neuronaler Transformationsprozess ABER: Das Gehirn „reift“ während der Pubertät von hinten nach vorne. präfontaler Cortex („rationale“ Handlungsplanung, Folgenabschätzung, Impulskontrolle usw. ) reift zuletzt aus, in aller Regel nicht vor dem 20ten Lebensjahr. Das „Sagen“ haben (insbesondere) in dieser Phase der Hirnentwicklung völlig unbewusst arbeitende Areale, die für die Produktion und Steuerung von Gefühlen zuständig sind. Appelle an die „Vernunft“ gehen regelmäßig ins Leere !

11 Unterschiede zwischen Jungs und Mädchen:
Chaos im Kopf – die Pubertät als neuronaler Transformationsprozess Generell reifen zuerst sensorischer und motorischer Cortex (Wahrnehmung, Bewegungssteuerung), dann die Areale für Sprache sowie für räumliche und zeitliche Orientierung. Unterschiede zwischen Jungs und Mädchen: Jungs: Ausbildung des Hippocampus Mädchen: Ausbildung der Amygdala Hohe Risikobereitschaft, Draufgänger, „Mutproben“, laut und extravertiert (insbesondere unter Gleichaltrigen). Gefühlsbetont, impulsiv, starke Gefühlsschwankungen, übersensibel, körperkritisch. Deutlich höheres Unfallrisiko. Deutlich höheres Suizidrisiko. Ursprung psychischer Erkrankungen

12 Chaos im Kopf – die Pubertät als neuronaler Transformationsprozess
Das dopaminerge „Belohnungs“-System ist in pubertierenden Gehirnen massiv eingeschränkt (bis zu 30 % Rezeptorenverlust). Pubertierende brauchen ein wesentlich höheren „Kick“, um das Belohnungssystem zu aktivieren. Neigung zu extremen Verhaltensmustern, Exzessen, Grenzgängen, Drogenexperimenten, Überreaktionen, Aggressivität, Kontrollverlust …

13 Chaos im Kopf – die Pubertät als neuronaler Transformationsprozess
Wieso Pubertierende abends nicht ins Bett wollen und morgens nicht aus den Federn kommen: Das in der Epiphyse (Zirbeldrüse) produzierte Hormon Melatonin regelt den Tag-Nacht-Rhythmus. Während der Pubertät ist die Melatonin-Produktion phasenverzögert (bis zu 2 Stunden). Pubertierende werden später müde. Auch der Melatonin-Abbau ist bei Pubertierenden phasenverzögert. Pubertierende kommen morgens schwer aus den Federn. früher Schulbeginn nicht „artgerecht“!

14 Exkurs: Pubertät und Schule …
Chaos im Kopf – die Pubertät als neuronaler Transformationsprozess Exkurs: Pubertät und Schule … Das Gehirn kann nur lernen, was an das Vorwissen anschlussfähig ist. Das Gehirn will nur lernen, was ihm attraktiv erscheint ! Was „attraktiv“ ist, bewertet (völlig unbewusst) das limbische System (am Maßstab der Erfolgsaussichten)! Konfrontiert mit Sachverhalten, die vom limbischen System als nicht attraktiv, belanglos, bedeutungslos oder aussichtslos bewertet werden, schaltet das Gehirn aus Energiespargründen (automatisch) ab.

15 Einige Thesen zum (evolutiven) „Sinn“ der Pubertät:
Chaos im Kopf – die Pubertät als neuronaler Transformationsprozess Einige Thesen zum (evolutiven) „Sinn“ der Pubertät: Entwicklung der Geschlechtsreife, verbunden mit dem ultimaten „Auftrag“ zur genetischen Reproduktion. Ablösung von den Eltern als Voraussetzung für Selbständigkeit und Eigenverantwortung (steinzeitliche Lebenserwartung ≈ Jahre). Auflösung kindlicher Schemata als ökonomische Sparmaß- nahme des Gehirns (Gehirn als Energiefresser Nr. 1). Höhere Risikobereitschaft und Aggressivität bei Jungs als natürlicher Ausdruck des explorativen Rangordnungsstrebens und des Ringens um Aufmerksamkeit seitens der „Weibchen“ (als definitiver Attraktivitätsfaktor). Phasenverzögerte Melatoninproduktion als viable Adaption („Nachtaktiv ist attraktiv!“).

16 Einige Vorschläge für „geplagte“ Eltern/Lehrer Pubertierender:
Chaos im Kopf – die Pubertät als neuronaler Transformationsprozess Einige Vorschläge für „geplagte“ Eltern/Lehrer Pubertierender:

17 Einige Vorschläge für „geplagte“ Eltern/Lehrer Pubertierender:
Chaos im Kopf – die Pubertät als neuronaler Transformationsprozess Einige Vorschläge für „geplagte“ Eltern/Lehrer Pubertierender: Stets daran denken: Die Kinder pubertieren nicht „willentlich“! Nicht die Kinder sind schwierig – Sie sind es … Schenken Sie sich Appelle an die „Vernunft“ – es sei denn, Sie richten sie an sich selbst. „Turbo-Erziehung“ („Du räumst jetzt gefälligst dein Zimmer auf!“ usw.) ist sinnlos und kontraproduktiv. Strafen wirken in aller Regel destruktiv und zerstören die Vertrauensbasis. Vermitteln Sie bedingungsloses Vertrauen – und Geborgenheit! Vertreten Sie glaubhaft und transparent Ihre Werte und Gefühle. Handeln Sie Regeln im gleichwertigen Gespräch miteinander aus. Versuchen Sie nicht, zu „klammern“ (Akzeptanz der Loslösung).

18 Chaos im Kopf – die Pubertät als neuronaler Transformationsprozess
Und mir hat als Faustregel („Mantra“) immer die Erinnerung geholfen: So lange sie nicht werden, wie ich selber war, ist alles kein Problem …

19 Danke für Ihre Aufmerksamkeit !


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