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Brotverteilung Am Anfang des Jahres 1957, zwei Jahre nach dem Ausbruch von dem, was man.

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Präsentation zum Thema: "Brotverteilung Am Anfang des Jahres 1957, zwei Jahre nach dem Ausbruch von dem, was man."—  Präsentation transkript:

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2 Brotverteilung

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4 Am Anfang des Jahres 1957, zwei Jahre nach dem Ausbruch von dem, was man

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6 damals die algerischen Ereignissenannte, hat der Wehr- und Kriegsminister

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8 André Morice entschieden, dass entlang der algerisch-tunesischen Grenze

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10 ein elektrischer Zaun errichtet wird, der von da an ligne Morice hieß.

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12 Die ligne Morice, der Verlauf der schwarzen Linie auf der Karte,

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14 sollte in Bône beginnen, sich der Nationalstraße 16 entlang ziehen,

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16 im Osten durch Souk-Ahras hindurch, runter entlang an Montesquieu,

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18 Clairefontaine und Morsortt, um nach Tébessa zu gelangen und darüber hinaus.

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20 So sollte sich diese Linie über mehr als 300 km entlang der tunesischen Grenze erstrecken.

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22 Der zwischen der ligne Morice und der Grenze eingeschlossene Raum

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24 sollte zur verbotenen Zone erklärt und seiner zivilen Bevölkerung entleert werden,

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26 die jenseits der Sperre oder darum herum zusammengefasst werden sollte.

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28 Etwa 50 km von Souk-Ahras entfernt, auf der Nationalstraße 20,

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30 und in einem Abstand von 3 km von der algerisch-tunesischen Grenze,

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32 befindet sich die Auskragung, genannt bec de Ghardimaou,

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34 der strategisch wichtigste Punkt der Region.

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36 Eine Route Richtung Algerien...

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38 legendär geworden.

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40 Die Medjerda, früher Bagradas genannt, ist nicht im eigentlichen Sinne ein Fluss,

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42 sondern eher ein breiter Wasserlauf.

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44 Vom Hochland fällt er durch eine Schlucht herunter, durch die auch

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46 die Eisenbahntrassee durchführt, und langt kurz vor Ghardimaou in Tunesien an.

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48 In diesem Monat Juni 1957 ist für die abgehärteten Bergbewohner

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50 das Überqueren der Grenze auf Fußwegen, Steigen und Trampelpfaden und indem

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52 der Stacheldrahtzaun durchschnitten wird, noch für ein paar Wochen ein Kinderspiel.

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54 Die algerisch-tunesische Grenze ist – und das ist für niemanden ein Geheimnis –

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56 die rückwärtige Basiszone der A.L.N., der Algerischen Nationalen Befreiungsarmee geworden.

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58 Die Bauernhöfe ringsum dienen, mehr oder weniger unauffällig

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60 als Lagerorte für Versorgung und militärische Ausrüstung.

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62 Das Bild eines verlorenen Kindes auf einer menschenleeren Straße ist ein großer Klassiker

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64 der Kriegsreportage. Es verschafft dem Betrachter die Empfindung eines umso stärkeren Mitgefühles

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66 je weiter dieser vom Schlachtfeld entfernt ist und je unwissender über den Verlauf der Militäroperationen.

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68 Hier ist das nicht wirklich verirrte Kind in Wahrheit einige zehn Meter von den

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70 zusammengeführten Familien entfernt.

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72 Diese von den tunesischen Behörden finanzierte Reportage sollte zeigen,

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74 dass ganze Familien, welche in der zukünftig verbotenen Zone wohnten, geflohen sind und

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76 auf tunesischem Boden Zuflucht gesucht haben.

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78 Jede Familie bestand aus etwa acht bis zehn Mitgliedern, von denen mindestens 4 bis 6 Kinder waren und die

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80 Zahl der Flüchtlinge mochte sich in den kommenden Monaten verdoppeln oder gar verdreifachen.

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82 Am 7. Nov trat Tunesien offiziell der UNO bei.

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84 Dieser Bericht sollte es Tunesien gestatten, um eine schwer abzuschlagende Finanzhilfe anzusuchen.

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86 Träumen diese Jugendlichen davon, sich am rätselhaften Abenteuer der Älteren zu beteiligen?

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88 Oder haben sie ganz einfach ein bisschen Hunger?

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90 Sind sie ein bisschen krank? Oder auch: Langweilen sie sich?

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92 Aber wie sind diese Frauen und Kinder bis hierher gelangt? Man vermutet, dass Kämpfer,

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94 die vielleicht ihre Väter, Ehemänner oder Brüder sind, sie zusammen und über die Grenze gebracht haben.

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96 Von der Talsohle der Medjerda steigen die Familien auf den Hügel, um zum Versorgungslastwagen zu gelangen.

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98 Das Tal im Südwesten von Gharimaou...

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100 Hinten, eine Straße in Richtung von Algerien...

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102 Die Grenze im Hochland... und die Eisenbahnlinie, die von Tunis bis nach Ghardimaou reicht

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104 und weiter führt in Richtung Souk-Ahras, Bône und Algier.

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106 Diese Männer im Schatten der Olivenbäume ahnen nicht, dass einige 10 Kilometer von hier entfernt, in Souk El Arba,

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108 und vor kaum 2 Monaten, ihre Führer sehr geheim und in größter Verwirrung zusammen getroffen sind.

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110 Sie mussten über die folgende Frage verhandeln:

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112 Sollte man dem Politischen oder dem Militärischen den Vorrang geben?

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114 Nach herben Diskussionen und furchtbaren Zwistigkeiten gewann das Militärische.

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116 Indem sie sechs Monate später denjenigen, der bis zum Schluss die politische Option vertrat,

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118 ihren einstigen und treuen Gefährten physisch eliminierten, fanden sich die algerischen Revolutionäre

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120 seltsamerweise in der Tradition europäischer Revolutionen ein.

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122 20 Jahre später werden diese Kinder aus den Erzählungen der Älteren und aus Büchern die Wahrheit erfahren.

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124 Das lebensnotwendige Wasser, das vollkommen kostenlos fließt...

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126 Man muss es nur sammeln und transportieren.

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128 Diese Männer, die vielleicht ein bisschen einfach sind und die man auf jeden Fall

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130 als für den Untergrund untauglich beurteilt hat, stellen sich zusammen, um fotografiert zu werden.

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132 Im Hintergrund Wege, die in die Korkeichenwälder im Hochland führen.

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134 An manchen Abenden, bei Einfall der Nacht, können diese Kinder Männer sehen,

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136 die in den Scheunen versteckte Verpflegung und Waffen suchen kommen,

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138 bevor sie in die Berge verschwinden

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140 Die zweite Gruppe, die in Richtung des Lastwagens geht, wo Brot verteilt wird.

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142 Man weiß nicht, warum sich diese Flüchtlinge auf dieser wüstenartigen Hochebene niedergelassen haben,

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144 bei mehr als 30 Grad im Schatten, offensichtlich weit weg von jeglicher Behausung oder Wasserstelle.

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146 Vielleicht sind diese Flüchtlinge als Letzte angekommen und die besten Plätze waren schon besetzt,

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148 vielleicht sind sie eine Familie mit nur 2 oder 3 Personen, so dass ein Zelt ausreicht...

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150 oder auch Unverheiratete, die weit ab vom Familien-Gewusel die Einsamkeit gewählt haben.

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152 Man bemerkt schnell, dass diese Zelte tatsächlich einige 100 Meter von den Versorgungslastwagen entfernt sind.

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154 1957 konnte niemand und kein Land voraussagen, wer aus diesem Krieg als Sieger hervorgehen würde.

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156 Aber jedes Lager denkt, dass das Umschwenken der Bevölkerungen zu seinen Gunsten,

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158 für den Ausgang des Konfliktes entscheidend sein wird.

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160 Deswegen werden die ebenso unschuldigen wie fatalistischen Zivilbevölkerungen

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162 zur Zielscheibe der Fürsorglichkeit jeden Lagers.

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164 Hier der Tunesische Rote Halbmond und auf der anderen Seite der Grenze der SAS,

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166 der zukünftige französische Sozialhilfedienst.

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168 Es ist immer mit Genugtuung und sogar auch mit einer bestimmten Prahlerei,

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170 dass die Soldaten einer Untergrundarmee an die Öffentlichkeit treten.

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172 Im Juni 1939, drei Monate vor der europäischen Kriegserklärung, wird der junge, 25-jährige Journalist

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174 Albert Camus von der Zeitung Alger Républicain in die von einer Hungersnot bedrohte Kabylei geschickt.

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176 Damals hat er diesen Text geschrieben, der 10 Jahre später ganz einfach zu einer Vorwarnung wird.

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178 ... an dem Tag als ich in Borjd Menaîl ankam, habe ich 500 Arme gesehen,

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180 die geduldig darauf warteten, an die Reihe zu kommen, um 10 Liter Weizen zu erhalten.

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182 Diese Mildtätigkeit wiederholte sich jeden Monat in Borjd Menaîl und an anderen Orten alle drei Monate.

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184 Nun, eine Familie mit etwa acht Mitgliedern braucht etwa 120 Kilo Weizen,

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186 damit das Brot für bloß 1 Monat ausreicht.

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188 Man hat mir versichert, dass die Einheimischen, die ich gesehen habe, dafür sorgten,

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190 dass ihre 10 Kilo Weizen 1 Monat lang reichten, indem sie sich für den Rest von Wurzeln ernährten

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192 und von gekochten Distel-Stängeln, die man,Esels-Artischocke nannte...

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194 Die Brotverteilung ist beendet, man geht zu den Zelten zurück.

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196 Mit dem Lastwagen, der jeden zweiten Tag Brot bringt,

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198 den brennend heißen Tagen, den kühlen Nächten,

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200 den Oliven, den Dattelnund der Gastfreundschaft der Leute ringsum

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202 hält man den Sommer über durch.

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204 Im Herbst wird man weitersehen.

205

206 Übersetzung: Brigitta Kuster


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