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Heinrich Böll Haus, Berlin Vortrag Detlev Kock Spekulation 31. März 2011.

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Präsentation zum Thema: "Heinrich Böll Haus, Berlin Vortrag Detlev Kock Spekulation 31. März 2011."—  Präsentation transkript:

1 Heinrich Böll Haus, Berlin Vortrag Detlev Kock Spekulation 31. März 2011

2 Definitionen 2 Was ist Spekulation? Kauf oder Verkauf von Waren, um aus Marktpreisschwankungen Gewinne zu erzielen Was ist long oder short? + Bestände (auf eigenen und fremden Lägern) - Bestände in Kundeneigentum - Bestände, die preislich nicht fixiert sind (Abschlagszahlungen) + Kontraktreste Einkauf (ohne Prämienkontrakte) - Kontraktreste Verkauf (ohne Prämienkontrakte) + long-Positionen WTB / OTC - short-Positionen WTB/ OTC = Position ( + = long, - = short) Wer ist Spekulant? – Jeder, auch Sie! Aber : Keiner kennt die Preise von morgen. Geld, das an der Börse verdient wird, wird von einem anderen verloren. Weltweite Handelshäuser (ABC) profitieren von früherer und besserer Information. 24 h pro Tag mit Profis am Markt

3 Definitionen Die Rohstoffmärkte hingen schon immer sehr eng zusammen. Steigt Butter – steigt Käse ist ein sehr alter Spruch. Wurde Weizen teurer, stieg auch der Preis für Gerste. Der Futterwert von Gerste liegt ca. 15 % unter dem von Weizen. Seit den 60 er Jahren stark gestiegene Energiepreise und kaum gestiegene Getreidepreise führen dazu, dass es heute einen Mindestpreis für Getreide und Ölsaaten gibt, den Brennwert. 2,5kg Hafer haben den gleichen Brennwert wie ein Liter Heizöl Verbrennung von Getreide unchristlich? Was ist der Unterschied zur Ethanolgewinnung aus Getreide oder wenn Biogas die Brotgetreideproduktion verdrängt? Angst vor Inflation treibt Investoren in wertstabile Anlagegüter. Grund und Boden, Gebäude, Aktien, aber seit einigen Jahren immer mehr auch in Rohstoffe

4 Beschreibung der Agrarmärkte Agrarmärkte waren immer schon besonders volatil. Nicht nur die Nachfrageseite (Wirtschaftsboom - Rezession), sondern auch die Angebotsseite schwankt stark. Zum einen saisonal (Erntephase) zum anderen jährlich (schwankende Erträge und Qualitäten) Die Hausse nährt die Hausse und die Baisse nährt die Baisse. Märkte neigten schon immer zu Übertreibungen in beide Richtungen. Tulpenmanie In Holland 1634 – Phänomene der Massenpsychologie. Beispiel : Weizenmärkte Deutschland Frühjahr 1997 (ohne Finanzfonds!) : Erst als Bundeslandwirtschaftsminister Borchert auf Drängen des Mühlenverbandes die Ausschreibung von Interventionsweizen eröffnet, brechen die Weizenmärkte ein. Die Mühlen können sich plötzlich günstig versorgen - ohne, dass eine Tonne Interventionsgetreide verkauft wurde!!!!!

5 Marktwirtschaft / Planwirtschaft 5 Angebot und Nachfrage bestimmen den Preis und umgekehrt Wir brauchen höhere Preise, um die Produktion anzukurbeln, auch in den Entwicklungsländern! Die Produktionsmittel (u.a. Düngemittel) haben sich verteuert. Alternative zur Marktwirtschaft ist die Planwirtschaft. In der EU führte das Inverventionssystem für Getreide (garantierte Mindestpreise) zu Getreideüberschüssen. Die Planwirtschaft im Ostblock (garantierte Höchstpreise) führte zum Mangel. Beides führte zur Fehlallokation von Produktionsfaktoren In den 80er und 90er Jahren haben EU und USA die Entwicklungshilfe missbraucht, um sich ihrer Getreide - überschüsse zu entledigen. Folge: Rückgang der Getreidepreise und damit der Getreideproduktion in den Entwicklungsländern (nicht der einzige Grund !)

6 Wie die M ä rkte k ü nftig funktionieren … Ernährungs- gewohnheiten Bevölkerungs- wachstum Rohstoff Verwendung Nachfrage- entwicklung Rendite- ziele Börsen- fieber- kurve Wechsel- kurse Kaufkraft Polit. Stabilität Anbau intensität Ernte- bilanzen Markt- politische Einflußnahme Biosprit Erdöl Flächen/ Erträge Wetter/ Wasser ??... Internationale Handels- abkommen Fragen?

7 Alle Preise ohne Mehrwertsteuer; Quellen: BML, ZMP ZMP-Bilanz Getreide, Ölsaaten, Futtermittel Landwirtschaftskammer Schleswig-Holstein, wöchentliche Berichterstattung ZMP/AMI- Kammerprogramm. Daten nur für Schleswig-Holstein. Statistisches Bundesamt; Preise ausgewählter Güter 1948 bis ZMP, LK/BV ZMP-Marktbilanz Getreide, Ölsaaten, Futtermittel 2002

8 Aktuell 8 Aktuell kein besonders hohes Preisniveau, schon gar nicht inflationsbereinigt. Was hat vor 50 Jahren ein Auto, ein Liter Benzin oder eine Handwerkerstunde gekostet? Weltweite Nachfrage aktuell besonders durch Bioenergieboom angeheizt. Dieser ist politisch gesteuert. In Brasilien über Ethanol aus Zucker (sehr gutes und flexibles Modell), in den USA über Ethanol aus Mais (122 Mio to in diesem WJ!), in Europa über Bioethanol aus Getreide und Biodiesel aus Raps sowie in Deutschland über Biogas alleine BRD : 2,1 Mio ha für nachwachsende Rohstoffe! Insbesondere der Biogasboom wird dazu führen, dass Deutschland ein klein wenig Energie weniger importieren muss, aber wertmäßig sehr viel mehr Lebensmittel importieren muss. Konkurrenz: Teller – Tank Na klar!

9 HaGe Geschäftspolitik 9 Sehr risikoavers! Maximale Long – oder Short- Position im Konzern sehr begrenzt. Aber: begrenzte Spekulation erlaubt, da notwendig. MATIF/OTC darf nur als Hedge gegen physische Positionen genutzt werden, d. h. in einer Long-Position darf MATIF/OTC nicht gekauft werden und umgekehrt bei short. Warum OTC? Im Gegensatz zum MATIF keine Margin Calls und größere Volumen handelbar als direkt an der MATIF. Per haben die Landwirte 15 % des gelieferten Getreides verkauft. Per haben sie 85 % verkauft. Wir brauchen die Fonds, um genügend Liquidität an den Börsen zu haben und große Mengen aufzunehmen.

10 Börsen - zu Ernte-Volumen in Mio to 10 Weizenernte USA 60 CBOT gehandelte Futures 2404 (Faktor 40) Weizenernte EU 136 Matif gehandelte Weizenfutures 96 (Faktor 0,7) ___________________________________________________ Rapsernte Kanada 12 Winipeg gehandelter Rapsfuture 69 (Faktor 5,7) Rapsernte EU 21 Matif Rapsfuture 41 (Faktor 2) Speziell beim Weizen fehlt in Europa noch Liquidität !!

11 Fonds 11 Die höhere Liquidität an den Börsen führt zu einer geringeren Volatilität. Eine Offenlegung der OTC Transaktionen und Positionen sollte genauso wie die Geschäfte an den Börsen (MATIF, LIFFE, CBOT etc.) erfolgen. Die höheren Transaktionskosten (Tobin-Steuer) werden keine stabilisierende Wirkung (Quelle:Harald Hau: The Role of Transaction Costs for Financial Volatility) auf die Marktpreise haben und behindern die Agrar-Händler mehr als die Fonds. Die Marktpreise, die wir heute haben, sind die richtigen für die Angebot- und Nachfragesituation, die wir heute haben. (Bei Bedarf, kann ich dies anhand einiger Folien belegen) Die heutigen Marktpreise sind nicht aufgrund des Einsteigens von spekulativen Fonds zustande gekommen. Ein Verbot des spekulativen Handels an den Börsen wird nicht funktionieren, da die Akteure dann auf asistische Börsen oder den physischen Markt ausweichen.

12 Fragen an die Politik Warum wollen Sie die Spekulation verbieten? Was wollen Sie wirklich? Wollen Sie die Getreidepreise senken? Falls ja: Wo? In EU oder in Entwicklungsländern? Wie sollen die höheren Produktionskosten für Getreide (gestiegene Dünger und Energiepreise ) kompensiert werden? Darf man beim Handel mit Getreide bzw. Lebensmitteln kein Geld verdienen? Wer ist man?

13 Zusammenfassung Die europäische Agrarwirtschaft wurde aus der staatlichen Interventionspolitik in die Marktwirtschaft entlassen. Alle Marktpartner müssen lernen mit den neuen Chancen und Risiken umzugehen. Die europäischen Warenbörsen konnten Ihre Funktion erst erfüllen, als das Interventionssystem abgeschafft war. Wenn nur die commercials (Landwirte, Müller, Futterhersteller, Getreidehändler) an den Börsen agieren, brauchen wir die Börsen nicht. Diese handeln auch so schon miteinander. Wir brauchen das spekulative Kapital, um genügend Liquidität an der Börsen zu haben. Die aktuellen Marktpreise passen zu der heutigen Angebots – und Nachfrageseite. Die Politik hat durch die Förderung der Bioenergieproduktion die Nachfrage nach Agrarrohstoffen dramatisch erhöht und ist die Ursache für die derzeitigen höheren Preise. (Viele Mio. ha !) Die Bioenergie wird die konventionellen Energieträger nur marginal ersetzen können!!!!!

14 Ziele Welche Ziele verfolgt die Politik ? 1. Ziel : Möglichst wenig Hunger auf der Welt 2. Ziel : Möglichst nachhaltige und ressourcenschonende Wirtschaft 3. Ziel : Möglichst viel Wohlstand überall. 4. Ziel : Verringerung des CO2 Ausstoß? 5. Ziel : Weniger Abhängigkeit vom Mineralöl 6. Ziel : Weniger Kernenergie Welche Priorität sollen die Ziele haben? Ohne Ziele ist keine zielgerichtete Politik möglich!

15 Lösungsvorschläge 1. Flexible Zwangsbeimischungsquoten, die vom Preisniveau der Agrarrohstoffe abhängen, ersetzen die starren. (Stillegungsflächen waren genauso Unfug, wie die übermäßige Förderung nachwachsender Rohstoffe). 2. Offenlegung aller OTC Transaktionen und Positionen 3. Keine Clearingstelle für OTC 4. limit up oder limit down : neutral 5. Stoppen Sie die Subventionen im Bioenergiebereich. 6. Wenn es weltweit freie Märkte gibt, brauchen wir weniger Getreidebestände im Verhältnis zum Verbrauch. Alle Handelshemmnisse erhöhen den Bedarf für höhere Bestände. Diese verteuern das Getreide. Diese erhöhen die volatilitäten. Widerstehen Sie politischem Handlungsdruck Vertrauen Sie der Marktwirtschaft !!!!

16 Ende Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit ! Ich kann Ihnen noch 9 Folien zeigen, um einige der getroffenen Aussagen zu belegen.

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