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Von der Idiotie der Masse zur Intelligenz der Menge: Die Macht der Netzwerkökonomie.

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Von der Idiotie der Masse zur Intelligenz der Menge: Die Macht der Netzwerkökonomie.

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1 Von der Idiotie der Masse zur Intelligenz der Menge: Die Macht der Netzwerkökonomie

2 Internet ist dezentral, schwer kontrollierbar Anarchistisches Potential – Herrschaftsfreier Diskurs – Kontrollverlust - Soziale Haut – Normative Regeln der Gesellschaft Katz und Maus-Spiel: Staat reagiert auf jeden Impuls des Netzes mit neuen Regulierungen – Zensursula-Debatte, Netzsperren, Aufhebung der Netzneutralität, Vorratsdatenspeicherung, Urheberrecht – Netz reagiert mit neuen Formen subversiver Unterwanderung: Verbot von thepiratebay.org (Filesharing) führte zur Gründung der Piratenpartei in Schweden – Einzug ins Europaparlament

3 Die Basis für den Erfolg des Web 2.0 ist technisch determiniert. Eric Knorr, Chefredakteur von InfoWorld prägte den Begriff im Dezember Tim OReilly bewirkte dann später mit der ersten Web 2.0-Konferenz den medialen Durchbruch. Horward Rheingold hat den Wandel der Netzkultur bereits 2002 in seinem Artikel Smart Mobs – Die Macht der mobilen Vielen vorweggenommen.

4 Die Konvergenz der Technologien bewirkt neue Formen der Kommunikation. Ortungsfähige drahtlose Organizer, Drahtlos- Netzwerke und zu Computerverbünden zusammengeschlossene Kollektive haben eines gemeinsam: Sie befähigen Menschen, auf neue Arten und in unterschiedlichen Situationen gemeinsam zu agieren. Die Killerapplikationen von morgen werden nicht Hardware oder Software sein, sondern soziale Praktiken. Die technische Infrastruktur verändert Unternehmen, Gemeinschaften und Märkte, so Rheingold vor acht Jahren.

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6 Jaron Lanier: Digitaler Maoismus Der Internet-Pionier prägte den Begriff der virtuellen Realität und beschwor die Gratiskultur. Nun sieht er, wie Kreative ausgebeutet werden. Lanier verwirft mittlerweile die Schwarmintelligenz und spricht vom digitalen Mob.

7 Wer dem Schwarmgeist eine höhere Intelligenz, eigene Ideen, ja sogar eine überlegene Meinung zuweist, würde irren. Eine solche Denkweise hat in der Geschichte schon mehrfach zu sozialen und politischen Verheerungen geführt. Mir bereitet die Vision Sorgen, nur das große Ganze, das Kollektiv sei real und wichtig – nicht aber der einzelne Mensch. Das war der Fehler in allen totalitären Ideologien, vom Nazi-Regime über Pol Pot bis zu den Islamisten, so die Kritik von Lanier.

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9 Das offene Netz werde als Projektionsfläche für Aufklärungsutopien verwendet. Die Netzwerk-Struktur zerschlage die historisch gewachsenen Hierarchien. Bolz zweifelt an der schönen neuen Cyberwelt. Er zweifelt an der Idee des Internets als Medium der radikaldemokratischen Kollaboration. Auch das Netz würde immer deutlicher aristokratische Strukturen zeigen. Es bestätige sich das Pareto- Gesetz der 80/20-Verteilung. Das ist ein Effekt, der sich überall dort einstellt, wo Menschen aus einer Fülle von Möglichkeiten wählen können, führt Bolz aus. Vielfalt + Wahlfreiheit = Ungleichheit. 20 Prozent aller Knoten ziehen 80 Prozent aller Links auf sich. Deshalb bekomme man auch im Web eine Wirtschaft der Stars.

10 Der Soziologe Robert K. Merton spricht in diesem Zusammenhang vom Matthäus-Effekt: Wer hat, dem wird gegeben. Oder wie es der Millionär Gunter Sachs etwas deftiger ausdrückte. Der Teufel scheißt immer auf den größten Haufen.Matthäus-Effekt Netzwerktheoretiker Albert-László BarabásiNetzwerktheoretiker Albert-László Barabási spricht sogar von einer vollständigen Abwesenheit von Demokratie, Fairness und egalitären Werten im Internet. Privilegierte Anlaufstellen im Netz, Quasimonopol von Google

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12 Computertechnik und die sinkende Autorit ä t der Experten Mit der Computerkommunikation wird die Eingabe von Daten und das Abrufen von Informationen soweit getrennt, dass keinerlei Identität mehr besteht. Wer etwas eingibt, weiß nicht, was auf der anderen Seite entnommen wird. Die Autorität der Quelle wird entbehrlich, sie wird durch Technik annulliert und ersetzt durch Unbekanntheit der Quelle. Ebenso entfällt die Möglichkeit, die Absicht einer Mitteilung zu erkennen und daraus Verdacht zu nähren oder sonstige Schlüsse zu ziehen, die zur Annahme oder Ablehnung der Kommunikation führen könnten. Die moderne Computertechnik greift auch die Autorität der Experten an. Fast jeder hat mittlerweile die Möglichkeit, die Aussagen von Wissenschaftlern, Journalisten, Unternehmern oder Politikern am eigenen Computer zu überprüfen.

13 Netzwerkgesellschaft versus Ziegelsteindiktatur Man könnte es mit dem Long Tail-Effekt beschreiben. Es gibt viele Nischen, wo es entsprechend viele 80/20-Verteilungen gibt. In der einen ist man der Star und in der anderen mehr oder weniger der stumme Konsument und Beobachter. 20 Prozent von was? Das kommentierte ein Leser meines Blogs: Im Unterschied zur alten Welt kann sich jede Spezialgruppe mit wenig Technik und Geld ihr Forum aufbauen. Wenn dann 20 Prozent der 10 weltweit verteilten Liebhaber von blau-rosa Weinbergschnecken die Aufmerksamkeit in dieser Gemeinschaft auf sich konzentrieren, ist doch alles in Ordnung. In einer anderen Gruppe gehören die beiden wieder nur zu den 80 Prozent Konsumenten. Neu ist eigentlich nur der ständige Rollenwechsel.

14 Es gibt keine festgefügte 80/20-Aufteilung. Die wichtigen Portale, Blogs oder Internet-Stars sind wie Sternschnuppen. Sie leuchten hell für kurze Zeit und verglühen sehr schnell. Gestern: MySpace Heute: Facebook Morgen:???

15 Die öffentliche Meinung ist nicht mehr die veröffentlichte Meinung – Warum die Kanzlerin mit dem Internet hadert

16 Selbst in den 20 Jahren, in denen ich selbst in der Politik aktiv bin, hat sich das politische Geschäft noch einmal erheblich beschleunigt! Nachrichten werden heute sehr viel schneller alt. Die Vielzahl der Medien, vom Internet bis zu den zahlreichen Fernsehsendern, verlangt von Politikern ein immer schnelleres Reagieren. Früher, als es nur zwei Fernsehsender gab, gab es allein schon eine deutlich geringere Anzahl von Nachrichtensendungen, von anderen Formaten mal ganz abgesehen. Die Menschen unterhielten sich morgens am Arbeitsplatz über die gleichen Themen. Heute wird es durch die Vielzahl der Informationskanäle, und besonders durch das Internet, immer schwieriger, ein Gesamtmeinungsbild zu erkennen. Durch diesen sehr großen technischen Wandel sei es schwerer geworden, alle Menschen, alle Generationen zu erreichen, denn diese nutzen die einzelnen Medien mittlerweile sehr unterschiedlich. Erkenntnis der CDU-Politikerin: Es gibt nicht mehr nur eine Öffentlichkeit, sondern viele Öffentlichkeiten, die ganz verschieden angesprochen werden müssen.

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18 In diesem Buch werden nicht nur die wichtigsten Erkenntnisse aus der Meinungsforschung zur öffentlichen Meinung präsentiert, sondern ein historischer Abriss von der Antike bis in unsere Tage. Kurzgefasst kann man sagen, dass die Massenmedien die treibende Kraft bei der Bildung von öffentlicher Meinung waren. In der Regel folgte das Meinungsklima dem Medientenor. Nur in Ausnahmefällen wich die Mehrheitsmeinung der Bevölkerung vom Medientenor ab: Noelle-Neumann bezeichnet das als doppeltes Meinungsklima.

19 Der Soziologe Luhmann spricht von Aufmerksamkeitsregeln. Er vermutet, dass das politische System, soweit es auf öffentlicher Meinung beruht, gar nicht über Entscheidungsregeln, sondern über Aufmerksamkeitsregeln integriert wird, durch die Regeln also, die bestimmen, was auf den Tisch kommt und was nicht. Die Strukturierung der Aufmerksamkeit erfolge durch die Massenmedien. Thematisierung im Prozess der öffentlichen Meinung vollzog sich nach der Agenda-Setting-Funktion der klassischen Medien.

20 Merkel spürt, dass diese alten Regeln nicht mehr gelten. Das doppelte Meinungsklima wird wohl bald die Regel und nicht mehr die Ausnahme sein. Soziale Kettenreaktionen im Netz! Neue digitale Öffentlichkeit: Hier sind die Medien, dort die Menschen – diese Differenz kann man nicht mehr ziehen.

21 Die Angebote im Web 2.0 sind digitale Netzmedien, deren gemeinschaftlicher Gebrauch sie als brauchbare Medien erst erzeugt, so Stefan Münker in seinem Buch Emergenz digitaler Öffentlichkeiten. Die Inhalte werden von vielen Millionen Nutzern in der ganzen Welt zusammengetragen, bewertet und geordnet. Das Internet ist eben das, was seine Nutzer aus ihm machen. Soweit eine Definition für Günter! Klassische Medien produzieren etwas, ohne die Rezipienten zu fragen. Sie senden und drucken, egal ob wir uns das anschauen oder lesen. Youtube sendet nur, wenn ich klicke und auch nur das, womit Nutzer die Seite bestücken.

22 Facebook und die Netzwerk-Logik Wer sich auf Facebook mit anderen verbindet, ist fortan auch eingebunden in die sozialen Interaktionen seiner Facebook-Freunde eingebunden = Mark Granovetter- Theorie der schwachen und starken sozialen Bindungen Mit den engeren Kontakten kommuniziere ich über , Skype, Telefon – die öffentliche Kommunikation in sozialen Netzwerken zielt auf die entfernteren Bekanntschaften und auf die anonyme Gemeinschaft aller anderen Mitglieder.

23 Onliner, die sich in Netzgemeinschaften organisieren sind keineswegs lichtscheue Elemente oder Bildschirmjunkies, die sich hinter ihren Monitoren verkriechen – eingebettet von Pizzakartons Sie verbringen ihre Zeit im Netz nicht auf Kosten der Pflege von Offlinekontakten, sondern auf Kosten ihres Konsums von klassischen Massenmedien Onliner sind in der Regel sozial hochkompetente, kommunikationsfreudige und engagierte Menschen

24 Onliner publizieren Texte, Bilder, Filme und Musik – eigne und fremde Produktionen MashUp – Rekombination bestehender digitaler Inhalte zu neuen Werken Es blüht die künstlerische Collage und filmische Montage auf – es entsteht sogar avantgardistische Kunst Aushebelung der Masseneffekte – es regiert nicht Menge und Quote Netz ist zufallsgesteuert und interessengeleitet

25 Im Netz hat man Erfolg, wenn man die Bedürfnisse und Vorlieben anderer Nutzer am besten trifft Experimentierfeld Musik als Beispiel – Plattenlabel kalkulieren nach den Charterfolgen Independent Bands ohne Chancen Im Netz kaum Produktionskosten – Beispiel britische Band Arctic Monkeys – Hier liegt die eigentliche Gefahr der Musikindustrie, nicht illegale Distribution über Filesharing- Netze

26 Stärker werdender Trend: Vernetzte Verbraucher Sie offenbaren ihre Vorlieben und Erfahrungen, sie veröffentlichen ihren Einkaufszettel. Wenn es überhaupt noch eine Werbebotschaft gibt, auf die zu achten sich lohnt, schallt sie aus dem Lager der vernetzten Verbraucher. Märkte schaffen keine Konversation, sondern Konversation schafft Märkte! Cluetrain-Manifest!

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29 Neue Konsumentengeneration hilft nicht nur sich selbst, sondern auch anderen! Service zieht aus dem Call Center raus und wird immer stärker über das Internet gesteuert Egal, ob es die Anbieter so wollen oder nicht Verbraucher bei der Selbstbedienung unterstützen

30 Web 2.0 bietet Geschäftsmodell für die ausgefallensten Güter und Dienstleistungen – Long Tail – es fördert heterogene Märkte Und zum Schluss muss wieder einmal der olle Goethe das Rätsel der kollektiven Intelligenz lösen: Man spricht immer von Originalität, allein was will das sagen! Wenn ich sagen könnte, was ich alles großen Vorgängern und Mitlebenden schuldig geworden bin, so bliebe nicht viel übrig.

31 Oder doch lieber die alten Griechen: Web 2.0 als Agora – als öffentlicher Marktplatz. Die Netzwelt wirkt vor allem durch die permanente Korrektur ihrer Wissensprojekte über die öffentliche Diskussion und Disputation. Das zeichnete die antike Öffentlichkeit aus. Es sind allerdings keine elitären Zirkel wie in der Antike oder in der Gelehrtenrepublik des 18. Jahrhunderts.


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