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1 Wenn Du denkst, Du denkst... Zur Psychologie von Kognitionen und Bewusstsein.

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Präsentation zum Thema: "1 Wenn Du denkst, Du denkst... Zur Psychologie von Kognitionen und Bewusstsein."—  Präsentation transkript:

1 1 Wenn Du denkst, Du denkst... Zur Psychologie von Kognitionen und Bewusstsein

2 2 Warum haben Menschen ein Bewusstsein? Nichtmenschliche Spezies haben kein oder nur ein sehr rudimentäres Bewusstsein Theory of Mind: Das Bewusstsein, ein handelndes Subjekt zu sein, dass sich von anderen handelnden Subjekten unterscheidet Trotzdem sind diese Spezies zu erstaunlich komplexen kognitiven Leistungen in der Lage Jagdverhalten, Futtersuche Beispiel: Die Reisewege von Zugvögeln oder Brieftauben

3 3 Warum haben Menschen ein Bewusstsein? Menschen haben ein Bewusstsein, weil dieses ihnen dabei hilft, flexibel und zielgesteuert auf komplexe und neue Umwelten zu reagieren. Frage: Wie viele unserer Handlungen sind bewusst gesteuert und wie viele unserer Handlungen erfolgen weitgehend unbewusst?

4 4 Warum haben Menschen ein Bewusstsein? Viele unserer Verhaltensweisen erfolgen unbewusst und sind nicht willkürlich steuerbar Beispiel: unser autonomes Nervensystem Pro Sekunde kann unser Bewusstsein ca Informationseinheiten verarbeiten, unser unbewusster kognitiver Apparat hingegen Informationseinheiten Unbewusste kognitive Prozesse sind der menschlichen Introspektion nicht zugänglich Beispiel: Wie sehen wir? Beispiel: Wie stehen wir / gehen wir / steigen wir Treppen?

5 5 Warum haben Menschen ein Bewusstsein? Warum sind manche menschliche Handlungen bewusst und andere unbewusst? Bewusste Handlungen und Entscheidungen sind flexibel und kontrolliert, aber sie beanspruchen enorme kognitive Kapazitäten, d.h. sie sind wenig effizient und teuer Unbewusste Handlungen und Entscheidungen sind weniger flexibel, aber sie erfolgen schneller und beanspruchen deutlich weniger kognitive Kapazitäten, d.h. sie sind sehr viel effizienter und preiswerter Da unser Arbeitsspeicher außerordentlich begrenzt ist, erscheint es adaptiv, dass wir nur einen kleinen Teil unserer Handlungen bewusst steuern

6 6 Warum haben Menschen ein Bewusstsein? Warum sind manche menschliche Handlungen bewusst und andere unbewusst? Einige Funktionen des Menschen sind so perfekt organisiert, dass sie durch willentliche Kontrolle kaum verbessert werden könnten Beispiel: Herz-Kreislauf-System

7 7 Zwei Systeme menschlichen Urteilens und Entscheidens System 1 Phylogenetisch alt Intuitiv Introspektiv nicht zugänglich Schnell Parallel Assoziativ Automatisch Wenig anstrengend Emotional System 2 Phylogenetisch neu Rational / reflexiv Introspektiv zugänglich Langsam Sequentiell Regelbasiert Kontrolliert Anstrengend Emotional neutral

8 8 Warum haben Menschen ein Bewusstsein? Es erscheint sehr adaptiv, dass wir Verhaltensweisen nach einer gewissen Dauer automatisieren Beispiel: Wo ist die P Taste auf der Computertastatur? Ebenso erscheint es adaptiv, wenn wir bestimmte Probleme intuitiv lösen, ohne uns der dabei verwandten Heuristiken bewusst zu sein Beispiel: Wie fädelt man sich als Autofahrer in den fließenden Verkehr ein?

9 9 Das Leib-Seele Problem Menschen als intuitive Dualisten Menschen nehmen wahr, einen Körper zu haben Das eigene Ich aber hat keine materielle Basis Die Position der modernen Neurowissenschaften Rückführung allen psychischen Erlebens auf neuronale Prozesse Kritik an einem solchen Reduktionismus

10 10 Gibt es einen freien Willen? Divergenz zwischen formaler Logik und subjektivem Empfinden Determinismus versus Willensfreiheit Freier Wille als Illusion? Wichtigkeit subjektiver Entscheidungsfreiheit Schopenhauer: Ein Mensch kann zwar tun, was er will, aber nicht wollen, was er will Baumeister: Willensfreiheit als kognitiver Filter zwischen Motiv und Handlung (Selbstkontrolle)

11 11 Eine Frage des Gefühls: Zur Psychologie von Motivation und Emotion

12 12 Was sind Motive? Motive sind aktivierende Prozesse Motive bestimmen die Richtung unserer Handlungen Motive geben uns die Energie, Umweltzustände anzustreben, die für unser Überleben und unsere Reproduktion vorteilhaft sind

13 13 Beispiele für Motive Hunger Funktion: Nahrungsaufnahme Durst Funktion: Flüssigkeitsaufnahme Müdigkeit Funktion: Regeneration unserer körperlichen Ressourcen Sex Funktion: Reproduktion Neugierde Funktion: Exploration neuer Umwelten und Handlungsoptionen Kompetenz Funktion: Erlangung von Kontrolle über unsere physikalische und soziale Umwelt

14 14 Was sind Emotionen? Emotionen sind affektive Informationen über a) die Relevanz bestimmter Motive und b) den Grad der Befriedigung dieser Motive. Beispiel: Einsamkeit, Liebeskummer, Freude, Scham, Stolz Aus der Stärke von Emotionen darf jedoch nicht auf die Stärke des Motivs geschlossen werden. Bei kontinuierlicher Motivbefriedigung werden oftmals keine Emotionen erlebt. Oftmals fällt es uns schwer, die emotionalen Konsequenzen des Wegfalls einer bestimmten Ressource zu antizipieren.

15 15 Warum haben wir Emotionen? Menschliche Emotionen sind kein Selbstzweck, sondern haben die adaptive Funktion, unser Verhalten zu steuern. Emotionen sind somit motivierende Prozesse, die uns darüber informieren, welche Handlungen wir zur Erreichung bzw. zur Vermeidung bestimmter zukünftiger Emotionen durchführen sollten.

16 16 Warum haben wir Emotionen? Menschliches Handeln ist durch das Bestreben bestimmt, negative Emotionen zu vermeiden und positive Emotionen zu erleben. Menschliches Handeln ist somit immer durch Emotionen gesteuert und nicht durch abstrakte Berechnungen eines zukünftig zu erwartenden Nutzens, der aus einer bestimmten Handlung resultiert.

17 17 Zur Kontrolle von Emotionen Starke Emotionen sind unserer kognitiven Kontrolle weitgehend entzogen Warum? Wir können unsere Emotionen nicht kontrollieren, damit unsere Emotionen uns kontrollieren können! Wir können jedoch Umweltzustände herbeiführen, die mit bestimmten Emotionen verknüpft sind

18 18 Beispiele für Emotionen Furcht Information: Gefahr Reaktion: Erhöhte Wachsamkeit; Flüchten oder Kämpfen Es gibt zwei basale Arten von Ängsten Angst vor physischen Gefahren Angst vor sozialem Ausschluss

19 19 Beispiele für Emotionen Schmerz Information: Beeinträchtigung der körperlichen Leistungsfähigkeit Reaktion: Schmerzbeseitigung; Ruhen

20 20 Beispiele für Emotionen Scham Information: Verletzung sozialer Normen Reaktion: Signalisieren von Scham, Bitte um Verzeihung

21 21 Beispiele für Emotionen Stolz Information: Erbringen guter Leistung, Befolgen der Gruppennorm Reaktion: Weiter so! Schamreaktion, um Neid und Missgunst anderer Gruppenmitglieder zu vermeiden

22 22 Beispiele für Emotionen Liebe Information: Positive Attraktion durch eine bestimmte Person Reaktion: Fürsorge für die geliebte Person, Suche nach Nähe und Intimität

23 23 Beispiele für Emotionen Trauer (Depression) Information: negativer Umweltzustand; Mangel an Ressourcen, diesen Umweltzustand zu verändern Reaktion: Rückzug, Inaktivität, Suche um Hilfe

24 24 Beispiele für Emotionen Wut Information: Nichterfüllen als legitim erachteter Ansprüche durch eine andere Person Reaktion: Durchsetzen der eigenen (legitimen) Ansprüche

25 25 Beispiele für Emotionen Eifersucht Information: (Drohende) Untreue des eigenen Intimpartners Reaktion: Versuche, zukünftige Untreue des Partners zu vermeiden

26 26 Beispiele für Emotionen Viele (negative) Emotionen dienen vor allem dem Zweck, dass wir versuchen, sie zu vermeiden Beispiele: Schmerz, Scham, Eifersucht Analogie zum Strafrecht Funktion von Strafe: Abschreckung Wenn Strafe erfolgen muss, hat sie ihre Funktion offensichtlich nicht erfüllt

27 27 Dimensionen von Emotionen Valenzdimension: positiv versus negativ Funktion: Bewertung eines Umweltzustands Beispiel: Glücklich versus traurig Erregungsdimension: ruhig versus erregt Funktion: Aktivierung versus Deaktivierung Beispiel: müde versus erbost Potenzdimension: schwach versus stark Information über eigene Ressourcenausstattung Beispiel: erniedrigt versus mächtig

28 28 Dimensionen von Emotionen Valenzdimension Erregungsdimension hoch niedrig

29 29 Dimensionen von Emotionen Valenzdimension Erregungsdimension hoch niedrig traurig

30 30 Dimensionen von Emotionen Valenzdimension Erregungsdimension hoch niedrig ängstlich traurig

31 31 Dimensionen von Emotionen Valenzdimension Erregungsdimension hoch niedrig ängstlich ekstatisch traurig

32 32 Dimensionen von Emotionen Valenzdimension Erregungsdimension hoch niedrig ängstlich ekstatisch traurig entspannt

33 33 Negative versus positive Emotionen Negative Emotionen sind im allgemeinen stärker als positive Emotionen Prospekt-Theorie: Der Gewinn eines Geldbetrags X wird weniger positiv bewertet als der Verlust des gleichen Betrags negativ bewertet wird Negative Emotionen sind differenzierter als positive Emotionen Über negative Emotionen wird mehr kommuniziert Frage: Wie geht es Dir? Beziehungsprobleme

34 34 Negative versus positive Emotionen Negative Emotionen sind perseveranter (d.h. länger anhaltend) als positive Emotionen Dies gilt besonders für negative Emotionen, die uns einen Mangel unmittelbar überlebenswichtiger Ressourcen signalisieren Beispiele: Hunger, Durst, Müdigkeit, Schmerzen

35 35 Negative versus positive Emotionen Die Valenz eines bestimmten Objekts wird schneller identifiziert als alle anderen Eigenschaften Studie von Bargh et al. (1989) Vpn sahen Wörter auf einem Computerbildschirm Die Darbietungszeit war so kurz, dass die Bedeutung dieser Wörter nicht erkannt werden konnte Gleichwohl waren die Vpn in der Lage, die Konnotation dieser Wörter besser als zufällig anzugeben

36 36 Zur Subjektivität von Emotionen Emotionen sind Reaktionen nicht auf objektive Umweltzustände, sondern auf deren subjektive Interpretation Beispiele: Furcht Eifersucht

37 37 Informationsverarbeitung und Stimmung Positive Stimmung: Höheres Maß an Kreativität, oberflächliche Informationsverarbeitung Negative Stimmung: Intensivere Informationsverarbeitung, depressiver Realismus Funktionalität dieses Zusammenhangs: Positive Stimmung dient als Information über positive Umweltzustände, die es erlauben, durch spielerische Kreativität u.U. einen noch besseren Zustand zu erreichen Negative Stimmung dient als Information über negative Umweltzustände, die eine intensive Informationsverarbeitung erfordern


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