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Landwirtschaftliches Versicherungsrecht Ertragsschadenversicherung in der Tierhaltung Albert Ziegler, Dipl. Ing. Agr. Produktmanager Agrar R+V Versicherung.

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Präsentation zum Thema: "Landwirtschaftliches Versicherungsrecht Ertragsschadenversicherung in der Tierhaltung Albert Ziegler, Dipl. Ing. Agr. Produktmanager Agrar R+V Versicherung."—  Präsentation transkript:

1 Landwirtschaftliches Versicherungsrecht Ertragsschadenversicherung in der Tierhaltung Albert Ziegler, Dipl. Ing. Agr. Produktmanager Agrar R+V Versicherung

2 Inhalte Ertragsschadenversicherung und wesentliche Unterschiede zur Sach-BU Auszüge aus den Allgemeinen Versicherungsbedingungen (AVB EVT 2008) Besonderheiten der Schadenregulierung und Problemfelder Jahrestagung ARGE Problemfälle Einleitung

3 Jahrestagung ARGE Die Vereinigte Tierversicherung, gegründet 1875, gehört als das älteste Unternehmen der R+V der genossenschaftlichen FinanzGruppe an. Kurzbeschreibung R+V/VTV  Versicherungsverein auf Gegenseitigkeit: Versicherungsnehmer sind Mitglieder und Träger des Vereins  Monoliner: VTV betreibt ausschließlich das Tierversicherungsgeschäft  Europäischer Marktführer in der ldw. Tierversicherung  Erfahrener Partner und Spezialist auf dem Tierversicherungsmarkt - mehr als 140 Jahre Erfahrung in der Tierversicherung

4 Jahrestagung ARGE Veränderte Rahmenbedingungen  Strukturwandel setzt sich fort  Veränderung der Betriebsgrößen  Zunahme der Spezialisierung  Steigender Fremdkapitalanteil  Auswirkungen von Basel III und Solvency  Agrarrating bei Kreditvergabe  Einfluss der Risikoabsicherung auf Konditionen  Zunahme der Blankoanteile (Finanzierungsanteile ohne Absicherung) durch kapitalintensive Objekte (z.B. erneuerbare Energien)  Veränderungen rechtlicher Rahmenbedingungen (z.B. neue Haltungsverordnung für Schweine, Änderungen im Tierseuchenrecht)  Entwicklung Erzeugerpreise und Kosten (angespannte Liquiditätssituation)  fortschreitender Klimawandel  Zunahme Risiko für tierhaltende Betriebe und Pflanzenbaubetriebe  Einzug neuer Schädlinge und Krankheiten „Die asiatische Buschmücke ist nicht nur besonders aggressiv, sondern auch als Überträger des West-Nil-Virus und möglicherweise weiterer Viren bekannt. (…) Die Wissenschaftler konnten schließlich einen besiedelten Raum abstecken, der sich über rund km² zwischen Köln und Koblenz erstreckt.“ Quelle: Presseinformation des Friedrich-Löffler-Instituts (2012) Entwicklung der Rahmenbedingungen in der Landwirtschaft:

5 Jahrestagung ARGE Die Ertragsschadenversicherung wurde von der VTV entwickelt und wird seit 1993 angeboten. Ertragsschadenversicherung  Die EVT ist eine Betriebsunterbrechungsversicherung, die die komplette Tierproduktion des Landwirtes sowohl gegen Tierverluste als auch gegen die resultierenden Folgeschäden* finanziell abdeckt.  entschädigt sowohl Einnahmeverluste als auch steigende Kosten**. * klassische Tierversicherungen decken ausschließlich Tierverluste ab, jedoch nicht die resultierenden Folgeschäden! ** sofern sie den vereinbarten Selbstbehalt übersteigen

6 Jahrestagung ARGE Die VTV ist Marktführer am deutschen Versicherungsmarkt für landwirtschaftliche Tierversicherungen: Verteilung der Marktanteile Marktvolumen: > 50 Mio. Euro Marktvolumen: > 50 Mio. Euro Versicherungsdichte (bei VTV): Milchkühe über 40 % Zuchtschweine über 30 % Mastschweine über 20 % Mastgeflügel über 60 % Legehennen über 20 %

7 Jahrestagung ARGE Versicherbare Gefahren gemäß § 1 Nr.2 der AVB EVT 01/2008 der VTV „EVT-S“ Basisdeckung „EVT-S“ Anzeigepflichtige Tierseuchen + Unfall im Tierbestand „EVT-N“ Zusatzdeckung „EVT-N“ Übertragbare Tierkrankheiten + Diebstahl Kontamination durch Schadstoffe Zusatzdeckung Kontamination durch Schadstoffe Aberkennung definierter Gesundheitsstatus Zusatzdeckung Aberkennung definierter Gesundheitsstatus speziell für Zuchtbetriebe

8 Jahrestagung ARGE Versicherbare Schäden gemäß § 1 Nr. 2 der AVB EVT 01/2008 der VTV Textauszug aus AVB § 1 Nr.2: Versicherte Schäden und Gefahren „Landwirtschaftliche Betriebe oder Gewerbebetriebe, die Tierzucht und/oder tierische Veredelungswirtschaft betreiben…. können versichert werden gegen den Ertragsschaden infolge von  Tierverlusten und/oder Verminderung der tierischen Produktionsleistung  Wertminderung der tierischen Erzeugnisse  Unterbrechung des Produktionsverfahrens, Lieferverbote und Verkaufsbeschränkungen...infolge der jeweils versicherten Gefahren“

9 Jahrestagung ARGE § 2 Nr. 2 Haftzeit Der Versicherer haftet für den Ertragsschaden, der, soweit nichts anderes vereinbart ist, innerhalb von 12 Monaten seit Eintritt des Schadenereignisses entsteht (Haftzeit). (Anmerkung: Verlängerung auf 18 bzw. 24 Monate ist möglich) § 8 Nr. 1 Umfang der Entschädigung (Selbstbehalt) Zu ersetzen ist der Ertragsschaden in dem versicherten Produktionsverfahren gemäß § 1 und § 2, soweit er den vereinbarten Selbstbehalt übersteigt.. Haftzeit, Selbstbehalt und Wartezeit (AVB EVT 1/2008 der VTV )

10 Jahrestagung ARGE § 11 Nr. 3 Wartezeit 3. Der Versicherungsschutz beginnt zu dem im Versicherungsschein angegebenen Zeitpunkt, wenn der Versicherungsnehmer den ersten Beitrag rechtzeitig im Sinne von § 10 Nr. 1 zahlt, frühestens jedoch nach Ablauf der vereinbarten Wartezeit. Die Wartezeit rechnet vom Versicherungsbeginn an. Die Wartezeit beträgt drei Monate für Ertragsschäden infolge behördlicher Maßnahmen nach dem Tiergesundheitsgesetz, anderer im Bestand übertragbarer Tierkrankheiten, der Aberkennung eines definierten Gesundheitsstatus sowie Beanstandungen bei amtlicher Untersuchung auf Kontamination durch Schadstoffe. Derartige Ertragsschäden, deren Beginn innerhalb der Wartezeit liegt, sind auch nach Ablauf der Wartezeit grundsätzlich vom Versicherungsschutz ausgeschlossen. Für sonstige Ertragsschäden entfällt die Wartezeit. Haftzeit, Selbstbehalt und Wartezeit (AVB EVT 1/2008 der VTV )

11 Jahrestagung ARGE  Definition Unterbrechungsschaden gemäß § 3 Nr. 1 der FBUB (R+V FBUB 2008) „Unterbrechungsschaden ist der entgehende Betriebsgewinn und Aufwand an fortlaufenden Kosten in dem versicherten Betrieb, sofern sich der Sachschaden…..“  Definition Ertragsschaden gemäß § 2 Nr.1 und § 3 Nr. 1 der AVB EVT 01/2008 der VTV „Ertragsschaden ist die Verminderung des Deckungsbeitrages gemäß § 3 Nr.1 unter Berücksichtigung der fortlaufenden Kosten in dem versicherten Produktionsverfahren….“ „Versichert ist die Verminderung des Deckungsbeitrages des versicherten Produktionsverfahrens. Der Deckungsbeitrag besteht in der Differenz zwischen den proportionalen marktfähigen Leistungen und den proportionalen Spezialkosten.. Eine Verminderung des Deckungsbeitrages liegt vor bei einem Rückgang des Erlöses der produzierten marktfähigen Erzeugnisse und/oder einer Erhöhung der Kosten für die Produktion der marktfähigen Erzeugnisse.“ Unterschiede zur Sach-BU (FBU, STBU) Vor allem in der Schweineproduktion ist dieser definitorische Unterschied von großer Bedeutung. In Zeiten schlechter Erzeugerpreise, d.h. Jahre ohne Betriebsgewinn würde in der Sach-BU nur der Aufwand an fortlaufenden Kosten ersetzt. In der Ertragsschadenversicherung wird dagegen auch der steigende Verlust berücksichtigt.

12 Jahrestagung ARGE Die Methodik der Schadenermittlung ist in § 15 der AVB EVT beschrieben: § 15 Umfang der Feststellung der Sachverständigen 1.Die Feststellung der Sachverständigen muss, wenn beide Parteien sich hierüber nach Eintritt eines Ertragsschadens nicht anders einigen, insbesondere Folgendes ergeben: a) eine Deckungsbeitragsrechnung des versicherten Produktionsverfahrens für das laufende Geschäftsjahr bis zum Beginn des Eintritts des Schadenereignisses und für das vorausgegangene Geschäftsjahr; b) eine Deckungsbeitragsrechnung des versicherten Produktionsverfahrens, aus der sich ergibt, wie sich der Deckungsbeitrag während der Haftzeit ohne Eintritt des Schadenereignisses gestaltet hätte; c) eine Deckungsbeitragsrechnung des versicherten Produktionsverfahrens, aus der sich ergibt, wie sich der Deckungsbeitrag während der Haftzeit infolge des Eintritts des Schadenereignisses gestaltet hat; d) ob und in welcher Weise Umstände, welche die Entschädigungspflicht des Versicherers beeinflussen, bei Feststellung des Ertragsschadens berücksichtigt worden sind. 2. Die Deckungsbeitragsrechnungen sind im Sinne des § 3 aufzustellen. Dabei sind alle Kosten gesondert auszuweisen unter Kennzeichnung der während der Haftzeit fortlaufenden Kosten. Methodik der Schadenregulierung

13 Jahrestagung ARGE Abwicklung im Schadenfall - Wie erfolgt die Berechnung der Entschädigungshöhe? – Schadenermittlung  Es wird der tatsächlich entstandene Schaden am Deckungsbeitrag unter Berücksichtigung des vereinbarten Selbstbehaltes ermittelt und entschädigt.  Berechnung der Schadenhöhe:  Vergleichsdeckungsbeitragsrechnung auf Grundlage der biologischen Daten (ermittelt aus Produktions- und Leistungsberichten des Betriebes)  letzte Durchgänge werden ausgewertet  Bewertung erfolgt auf Basis der aktuellen Preise im Schadenzeitraum  Bei der Schadenermittlung finden alle schadenbedingten negativen und positiven Einflüsse auf das Produktionsverfahren Berücksichtigung

14 Jahrestagung ARGE Betriebliche Datengrundlage Abwicklung im Schadenfall - Welche Schadenunterlagen werden benötigt? -  Biologische Daten der letzten drei Wirtschaftsjahre vor Schadenbeginn und ab Schadenbeginn bis Ende der Haftzeit, alternativ: Betriebszweigauswertung  Produktions- und Leistungsbericht der letzten drei Jahre vor Schadenbeginn und für die Haftzeit, z.B. Sauenplanerauswertung  detaillierte Umsatzauskunft ab 12 Monate vor Schadenbeginn bis Haftzeitende  Aufstellung aller Aufwendungen, die dem Produktionsverfahren direkt zuzuordnen sind  Labordiagnostische Untersuchungsbefunde, die den aufgetretenen Schaden nachweisen sowie alle weiteren labordiagnostischen Untersuchungsbefunde der letzten 12 Monate vor Schadeneintritt  Schriftwechsel mit der Veterinärbehörde bzw. die behördlichen Anordnungen sowie den Schriftwechsel mit der Tierseuchenkasse  Erklärung zur Umsatzsteuerregelung  Gewinn- und Verlustrechnung, Kontenjournale, Vieh-Naturalberichte aus der steuerlichen Buchführung für die letzten drei Wirtschaftsjahre  Bescheinigung der Tierkörperbeseitigungsanstalt für die Tierverluste der letzten drei Jahre vor Schadenbeginn und für den Haftzeitraum  Fragen zum Gesundheitsstatus

15 Jahrestagung ARGE Besonderheiten in der Schadenabwicklung Die landwirtschaftliche Tierproduktion ist ein biologischer Prozess und von vielen Faktoren positiv oder negativ beeinflussbar wesentliche Einflussfaktoren  Stallklima  Futterqualität  Futterzusammensetzung (Rationsgestaltung)  Wasserqualität (technische Probleme, eigene Brunnen)  Hygienemanagement  Tiergesundheitsmanagement (Diagnostik, Impfprogramme, Prophylaxe, Quarantänisierung bei der Eingliederung von Zukaufstieren….)  Tierzukauf (Gesundheitsstatus und Anzahl der Herkunftsbetriebe)  Fruchtbarkeitsmanagement Eine Optimierung dieser Faktoren hat insbesondere bei krankheitsbedingten Schäden enormen Einfluss auf den Schadenverlauf und damit auch auf die Schadenhöhe. Deshalb bedeutet Schadenbearbeitung auch intensive Beratung und im Bedarfsfall Zuziehung weiterer Experten (Fachtierärzte, Fachberater …) auf Kosten des Versicherers

16 Jahrestagung ARGE Problemfälle in der Schadenabwicklung In dem Zeitraum von 1993 bis 2015 wurden insgesamt Schäden bearbeitet und abgewickelt. Davon entfallen auf Rinderproduktion, auf die Schweineproduktion und auf Geflügel. Nur in wenigen Einzelfällen kam es zu Differenzen zwischen VU und VN und „rechtlichen“ Auseinandersetzungen. Hauptgründe:  verspätete Schadenmeldung deutlich nach Ablauf der Haftzeit  konkreter Beginn eines Schadenereignisses (nur bei krankheitsbedingten Schäden)  Obliegenheitsverletzungen, nicht angezeigte Gefahrerhöhungen  fehlerhafte Datengrundlagen  fehlerhafte buchhalterische Abgrenzung von Kosten bei Betriebsteilungen  Verstoß gegen Schadenminderungspflichten  Abgrenzung schadenbedingter und nicht schadenbedingter Einflüsse auf das Betriebsergebnis  Abgrenzung versicherter Gefahren (Krankheiten nicht versichert, Meldung als Unfallschaden)

17 Jahrestagung ARGE Beispiele für „Streitfälle“ Der „Klassiker“  verspätete Schadenmeldung deutlich nach Ablauf der Haftzeit  Milcherzeugender Betrieb meldet Schaden wegen Euterproblemen  Auslöser für Meldung ist Reaktion der Molkerei auf Anzahl somatischer Zellen in der Ablieferungsmilch (Preisabschlag und Androhung einer Abnahmesperre)  im Rahmen der Schadenprüfung wird festgestellt, dass im Rahmen der Milchleistungsprüfung seit vielen Monaten deutlich überhöhte Zellzahlen vorliegen,  gemäß Sicherheitsrichtlinien für diesen Fall vorgeschriebene Milchproben mit Resistenztests sind nicht erfolgt, d.h. gravierende Obliegenheitsverletzung  in der Regel hochwirksame Schadenminderungs- und Verhütungsmaßnahmen sind nicht erfolgt (wie Melkzeug-Zwischendesinfektion, geändertes Hygienemanagement, rechtzeitige Merzung therapieresistenter Tiere usw.)  Konsequenz:  Schadenbeginn deutlich vor Meldung, d.h. Haftzeitraum beginnt wesentlich früher  Obliegenheitsverletzung und Verstoß gegen Schadenminderungspflicht mit entsprechender Auswirkung auf Schadenersatzleistung (ggf. Quotelung)

18 Jahrestagung ARGE Beispiele für „Streitfälle“ Die Betriebsteilung  aus steuerlichen und/oder genehmigungsrechtlichen Gründen Aufteilung einer geschlossenen Produktionseinheit in Teilbetriebe ( Betrieb Hr. Meier, Betrieb Fr. Meier, Meier GBR)  Zuordnung insbesondere von Kosten ist manchmal eher „willkürlich“ und erfolgt mehr aufgrund steuerlicher Aspekte als aus produktionstechnischen Gegebenheiten (insbesondere Tierarztkosten, Zukaufsfuttermittel)  Datengrundlage der Teilbetriebe ist deshalb im Schadenfall nur bedingt aussagekräftig  Bei der Versicherung von Betriebsteilungen deshalb Vereinbarung, dass im Schadenfall Daten aller Betriebsteile bei der Schadenermittlung zur Verfügung gestellt und berücksichtigt werden  Konsequenz:  aufwändigere/erschwerte Schadenbearbeitung  ggf. Differenzen zwischen VN und VU hinsichtlich der korrekten Zuordnung  Hilfsmittel Plausibilitätsprüfungen hinsichtlich Futterverwertung, Detailanalyse der Futtermittelrechnungen (Inhalte und Energiestufe und Tierbestand) und Detailanalyse der Tierarztrechnungen und Medikamentenabgabebelege (Diagnosen, Medikamente, Datum …)

19 Jahrestagung ARGE Beispiele für „Streitfälle“ Regresse VU tritt über Ertragsschadenversicherung in Vorleistung und reggressiert bei Verursachern  futtermittelbedingte Schäden (Aflatoxine, Mischfehler, Schadstoffe..)  häufig erschwert durch fehlende oder unsachgemäß genommene Rückstellproben  Kausalität in der Regel schwer nachweisbar  Ausfall von Lüftungsanlagen infolge technischer Mängel und fehlerhafte Installation  Hinzuziehung von Sachverständigen  Problem Zusammenwirken mehrerer Ursachen (Überspannung und techn. Mängel)  eigene Wasserversorgung, fehlerhafte Herstellung der Brunnenanlage  falsche Konstruktion ermöglicht Einsickern von kontaminiertem Oberflächenwasser  Problem direkter Nachweis der Kausalitäten

20 Jahrestagung ARGE Danke für Ihre Aufmerksamkeit

21 Backup 20 Jahrestagung ARGE

22 Jahrestagung ARGE Schadenbeispiel Ertragsschadenversicherung (EVT) Ausführliches Schadenbeispiel PRRS mit Sekundärinfektion Schadenszenario: 800 Sauen, 27 Ferkel, 2-Wochen-Rhythmus Im Bestand kommt es zu Spätaborten und Würfen mit lebensschwachen Ferkeln. In der Folge verlagert sich das Geschehen in den Aufzuchtbereich mit Atemwegsproblemen. Die Zahl der abgesetzten Ferkel pro Sau und Jahr fällt um 3. Die Aufzuchtverluste steigen von 1,5 auf 3,5%. Die Reproduktionsrate steigt auf 45%. Die Tierarztkosten steigen um 65 € je Sau (insbesondere PRRS-Impfung der Ferkel). Der Ferkelfutteraufwand je verkauftes Ferkel steigt um 2,8 kg. Schadenszenario: 800 Sauen, 27 Ferkel, 2-Wochen-Rhythmus Im Bestand kommt es zu Spätaborten und Würfen mit lebensschwachen Ferkeln. In der Folge verlagert sich das Geschehen in den Aufzuchtbereich mit Atemwegsproblemen. Die Zahl der abgesetzten Ferkel pro Sau und Jahr fällt um 3. Die Aufzuchtverluste steigen von 1,5 auf 3,5%. Die Reproduktionsrate steigt auf 45%. Die Tierarztkosten steigen um 65 € je Sau (insbesondere PRRS-Impfung der Ferkel). Der Ferkelfutteraufwand je verkauftes Ferkel steigt um 2,8 kg

23 22 ReferenzzeitraaumHaftzeitraum Schad- wirkung Einheit Preis / Einheit GesamtEinheit Preis / Einheit Gesamt Qualitätsferkel Handelsferkel Altsauen Summe Erlöse Schad- wirkung Einheit Preis / Einheit GesamtEinheit Preis / Einheit Gesamt Sauenfutter Ferkelfutter Jungsauen Kosten Tiergesundheit und Untersuchungen Besamung Wasser / Energie Beiträge (Versicherung / Tierseuchenkasse) Summe Kosten Schadenbeispiel Ertragsschadenversicherung (EVT) Entschädigungsleistung Ausführliches Schadenbeispiel: PRRS 3. Aus der Abweichung zwischen Referenz- und Haftzeitraum ergibt sich die Schadwirkung. Die Summe der Schadwirkungen (Schadwirkung aus Erlösen plus Schadwirkung aus Spezialkosten) ergibt den Deckungsbeitragsverlust. Dieser wird abzüglich vereinbartem Selbstbehalt im Schadenfall entschädigt. 1. Der Haftzeitraum entspricht dem Zeitraum von Schadenereignis bis 12 Monate nach Schadenereignis. 2. Der Referenzzeitraum (= Vergleichszeitraum) ergibt sich aus den vergangenen drei Wirtschaftsjahren. Jahrestagung ARGE

24 Jahrestagung ARGE 2015 Schadenbeispiel Ertragsschadenversicherung (EVT) Schadenszenario Im Bestand kommt es zu Spätaborten und Würfen mit lebensschwachen Ferkeln. In der Folge verlagert sich das Geschehen in den Aufzuchtbereich mit Atemwegsproblemen. Die Zahl der abgesetzten Ferkel pro Sau und Jahr fällt um 3. Die Aufzuchtverluste steigen von 1,5 auf 3,5%. Die Reproduktionsrate steigt auf 45%. Die Tierarztkosten steigen um 65 € je Sau (insbesondere PRRS-Impfung der Ferkel). Der Ferkelfutteraufwand je verkauftes Ferkel steigt um 2,8 kg. Schadenszenario Im Bestand kommt es zu Spätaborten und Würfen mit lebensschwachen Ferkeln. In der Folge verlagert sich das Geschehen in den Aufzuchtbereich mit Atemwegsproblemen. Die Zahl der abgesetzten Ferkel pro Sau und Jahr fällt um 3. Die Aufzuchtverluste steigen von 1,5 auf 3,5%. Die Reproduktionsrate steigt auf 45%. Die Tierarztkosten steigen um 65 € je Sau (insbesondere PRRS-Impfung der Ferkel). Der Ferkelfutteraufwand je verkauftes Ferkel steigt um 2,8 kg. Entschädigungsleistung Ausführliches Schadenbeispiel: PRRS Proportionale Marktleistung € 180 € € € € € 55 € 180 € € € € € € € € € ReferenzzeitraumHaftzeitraum 2. Die Berechnung erfolgt auf Basis der aktuellen Preise im Schadenzeitraum. 1. Die zur Berechnung benötigten Daten werden den eingereichten Schadenunterlagen entnommen.Schadenunterlagen 3. Einheit x Preis je Einheit = Marktleistung in diesem Bereich 4. Die Differenz aus gesamter Marktleistung im Referenzzeitraum zu der gesamten Marktleistung im Haftzeitraum ergibt die Schadwirkung im Marktleistungsbereich

25 Jahrestagung ARGE 2015 Proportionale Spezialkosten Schadenbeispiel Ertragsschadenversicherung (EVT) Entschädigungsleistung Ausführliches Schadenbeispiel: PRRS Schadenszenario Im Bestand kommt es zu Spätaborten und Würfen mit lebensschwachen Ferkeln. In der Folge verlagert sich das Geschehen in den Aufzuchtbereich mit Atemwegsproblemen. Die Zahl der abgesetzten Ferkel pro Sau und Jahr fällt um 3. Die Aufzuchtverluste steigen von 1,5 auf 3,5%. Die Reproduktionsrate steigt auf 45%. Die Tierarztkosten steigen um 65 € je Sau (insbesondere PRRS-Impfung der Ferkel). Der Ferkelfutteraufwand je verkauftes Ferkel steigt um 2,8 kg. Schadenszenario Im Bestand kommt es zu Spätaborten und Würfen mit lebensschwachen Ferkeln. In der Folge verlagert sich das Geschehen in den Aufzuchtbereich mit Atemwegsproblemen. Die Zahl der abgesetzten Ferkel pro Sau und Jahr fällt um 3. Die Aufzuchtverluste steigen von 1,5 auf 3,5%. Die Reproduktionsrate steigt auf 45%. Die Tierarztkosten steigen um 65 € je Sau (insbesondere PRRS-Impfung der Ferkel). Der Ferkelfutteraufwand je verkauftes Ferkel steigt um 2,8 kg. Durch analoge Vorgehensweise erhält man die Schadwirkung im Spezialkostenbereich

26 Jahrestagung ARGE 2015 Schadenbeispiel Ertragsschadenversicherung (EVT) Entschädigungsleistung Ausführliches Schadenbeispiel: PRRS 25 Soll (EUR)Ist (EUR) Schadwirkung (EUR) Erlöse Kosten = Deckungs- beitrag = Ertrags- schaden vertraglich vereinbarter Selbstbehalt = Gesamt- entschädigung Schadenszenario Im Bestand kommt es zu Spätaborten und Würfen mit lebensschwachen Ferkeln. In der Folge verlagert sich das Geschehen in den Aufzuchtbereich mit Atemwegsproblemen. Die Zahl der abgesetzten Ferkel pro Sau und Jahr fällt um 3. Die Aufzuchtverluste steigen von 1,5 auf 3,5%. Die Reproduktionsrate steigt auf 45%. Die Tierarztkosten steigen um 65 € je Sau (insbesondere PRRS-Impfung der Ferkel). Der Ferkelfutteraufwand je verkauftes Ferkel steigt um 2,8 kg. Schadenszenario Im Bestand kommt es zu Spätaborten und Würfen mit lebensschwachen Ferkeln. In der Folge verlagert sich das Geschehen in den Aufzuchtbereich mit Atemwegsproblemen. Die Zahl der abgesetzten Ferkel pro Sau und Jahr fällt um 3. Die Aufzuchtverluste steigen von 1,5 auf 3,5%. Die Reproduktionsrate steigt auf 45%. Die Tierarztkosten steigen um 65 € je Sau (insbesondere PRRS-Impfung der Ferkel). Der Ferkelfutteraufwand je verkauftes Ferkel steigt um 2,8 kg

27 Jahrestagung ARGE 2015 Schadenursachen Ertragsschadenversicherung (EVT)

28 Jahrestagung ARGE 2015 Schadenursachen Ertragsschadenversicherung (EVT)

29 Jahrestagung ARGE 2015 Schadenursachen Ertragsschadenversicherung (EVT) Unfall = Ausfall Lüftungsanlagen und Hitzeschäden


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