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Pädagogische Herausforderungen im Umgang mit stereotypen und zwanghaften Verhaltensweisen bei Menschen mit autistischer Störung Herzlich Willkommen.

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Präsentation zum Thema: "Pädagogische Herausforderungen im Umgang mit stereotypen und zwanghaften Verhaltensweisen bei Menschen mit autistischer Störung Herzlich Willkommen."—  Präsentation transkript:

1 Pädagogische Herausforderungen im Umgang mit stereotypen und zwanghaften Verhaltensweisen bei Menschen mit autistischer Störung Herzlich Willkommen

2 B. Geyermann-Braun Fachtag Caritas - Autistische Verhaltensweisen bei Menschen mit Behinderung 2 Der Störungsmechanismus Die autistische Grundstörung besteht in beeinträchtigten Funktionen der Wahrnehmungsverarbeitung, die zwangsläufig zu erheblichen Beziehungsbelastungen und Beziehungsstörungen führt. Die sekundäre Beziehungsstörung hat selbst wiederum entwicklungshemmende Auswirkungen. Denn die Wahrnehmungsverarbeitungsfunktionen können sich nicht weiterentwickeln, wenn die von Menschen angebotenen Informationen nicht aufgenommen und folglich nicht verarbeitet, sondern abgewehrt werden.

3 B. Geyermann-Braun Fachtag Caritas - Autistische Verhaltensweisen bei Menschen mit Behinderung 3 Der Störungsmechanismus Beziehungsstress wirkt sich zudem ungünstig auf biochemische Vorgänge aus, erhöht das Erregungsniveau und motiviert angstmindernde Zwangshandlungen. Menschen mit autistischen Störungen müssen auf ritualisierte, stereotype Abläufe bestehen, da nur diese ihnen das Gefühl von Sicherheit geben. Soziale Regeln, Veränderungen und Anforderungen erleben sie oft als Bedrohung, gegen die sie sich zwanghaft, mit allen Mitteln wehren müssen.

4 B. Geyermann-Braun Fachtag Caritas - Autistische Verhaltensweisen bei Menschen mit Behinderung 4 Der Störungsmechanismus Viele problematische Verhaltensweisen können als Reaktion auf Ängste, Panik, unverarbeitete Gefühle gedeutet werden. Menschen mit autistischen Störungen haben häufig nicht die Möglichkeit, diese Gefühle zu äußern. Sie sind gefangen in ihrer eigenen Emotion.

5 B. Geyermann-Braun Fachtag Caritas - Autistische Verhaltensweisen bei Menschen mit Behinderung 5 Entschlüsselung der versteckten Botschaften des Verhaltens Das Problemverhalten wird als subjektiv sinnvolles Verhalten und als Versuch der Lebensbewältigung verstanden. Unter innerem und/ oder äußeren isolierenden Bedingungen versuchen die Betroffenen, ihr Leben zu organisieren. Ungünstige Lebensbedingungen und die Blockierung zentraler Bedürfnisse können zu Problemverhalten führen, wenn weder Bewältigungstechniken noch andere Menschen oder Objekte verfügbar sind, um den Empfindungen des Unbehagens Ausdruck zu verleihen.

6 B. Geyermann-Braun Fachtag Caritas - Autistische Verhaltensweisen bei Menschen mit Behinderung 6 Anforderungen an pädagogisches Handeln Hinweise auf den subjektiven Sinn von stereotypem und /oder zwanghaftem Verhalten: welche Botschaften werden vermittelt? an wen richtet sich das Verhalten? wem nützt das Verhalten? was wird erreicht durch das Verhalten? welche gewohnten Muster werden aufrechterhalten? welche Veränderungen werden verhindert?

7 B. Geyermann-Braun Fachtag Caritas - Autistische Verhaltensweisen bei Menschen mit Behinderung 7 Positive Funktionen / Motivationen bei Problemverhaltensweisen Ausdruck von Bedürfnis und Befinden (auch im Sinne von Selbstbestimmung) aufgrund gestörter Selbstwahrnehmung und einer gestörten Ausdrucksmöglichkeit ist der Ausdruck von Problemverhalten oft die einzige Möglichkeit, sich überhaupt zu verhalten Durchsetzung eigener Bedürfnisse, Wünsche, d.h. das Verhalten ist eine gelernte erfolgreiche Durchsetzungsstrategie (Vermeidung von Anforderungen, Stärke, Macht zeigen und erfahren, erfolgreiches Verhalten ausprobieren)

8 B. Geyermann-Braun Fachtag Caritas - Autistische Verhaltensweisen bei Menschen mit Behinderung 8 Positive Funktionen / Motivationen bei Problemverhaltensweisen Einfordern von Zuwendung und Kontakt (auch negativer Kontakt durch Bestrafung, Aufmerksamkeit erfahren, Nichtbeachtung beenden) Abbau eines erhöhten Erregungsniveaus, Regulierung von Stress (z.B. können erlebte Hilflosigkeit und Angst nicht sprachlich verarbeitet werden, der Gefühlsstau muss durch stereotypes Verhalten abgebaut werden, um die Überforderung zur regulieren) Bestimmung von ICH - Grenzen /Trennung des Selbst von der äußeren Realität (z.B. sich selbst verletzen bei Reizüberflutung, als Signal in Ruhe gelassen zu werden,

9 B. Geyermann-Braun Fachtag Caritas - Autistische Verhaltensweisen bei Menschen mit Behinderung 9 Positive Funktionen / Motivationen bei Problemverhaltensweisen Selbststimulation, Körperrealität erfahrbar machen, um eine Solidisierung des Körperschemas zu erreichen (sich schlagen, um sich selbst zu spüren, weil Wahrnehmungsreize nicht ankommen) Fortführung bzw. Inszenierung frühkindlich gestörter Bezugsmuster Problemverhaltensweisen als aktiv gesetzte Signale für aktuelle gestörte Interaktions- und Kommunikationsabläufe (z.B. Beziehungsstörungen, Teamkonflikte)

10 B. Geyermann-Braun Fachtag Caritas - Autistische Verhaltensweisen bei Menschen mit Behinderung 10 Positive Funktionen / Motivationen bei Problemverhaltensweisen Abwehr von aktuell als bedrohlich erlebten Gefühlen (z.B. bei Veränderungen des sozialen Umfeldes, Veränderungen der emotionalen Bezugspersonen, Wechsel von dem gewohnten Rahmen, Verlust, Tod, Reaktion auf Stress Auflehnung gegen eine behindernde, isolierende Lebenswelt, als vorläufige Problemlösung mittelbare oder unmittelbare Folge von organischen Faktoren (z.B. Schmerzen)

11 B. Geyermann-Braun Fachtag Caritas - Autistische Verhaltensweisen bei Menschen mit Behinderung 11 Signalverhalten Es gibt kein sinnloses Verhalten! Die Störungen oder Symptome gehören zum Verhaltensrepertoire des behinderten Menschen. Sie sind Ausdruck einer spezifischen Bedürfnislage und dienen der Aufrechterhaltung psychischer Stabilität und persönlicher Integrität. Für jedes Verhalten lassen sich positive, subjektiv sinnvolle Funktionen erschließen. Sie sind vor dem Hintergrund der individuellen Lebensgeschichte entwicklungslogisch und das Ergebnis optimaler Anpassungsleistungen. Das Verhalten hat Folgen für den Menschen mit Behinderung und für sein gesamtes soziales Umfeld. Durch das Verhalten werden Möglichkeiten reduziert, sich mit veränderten Anforderungen, Situationen, Menschen auseinander zusetzen, wodurch Lebendigkeit wesentlich eingeschränkt sein kann. Jedes auffällige Verhalten ist solange notwendig, solange seine Funktion nicht durch ein anderes Verhalten ersetzt werden kann

12 B. Geyermann-Braun Fachtag Caritas - Autistische Verhaltensweisen bei Menschen mit Behinderung 12 Entwicklungsförderliche Beziehung Das personenzentrierte Alltagskonzept (M. Pörtner) AKZEPTANZ und EMOTIONALE WÄRME, ERNSTNEHMEN und ZUTRAUEN Einfühlung und Verständnis (EMPATHIE), VERSTEHEN Echtheit und Klarheit im Verhalten (SELBSTKONGRUENZ)

13 B. Geyermann-Braun Fachtag Caritas - Autistische Verhaltensweisen bei Menschen mit Behinderung 13 Entwicklungsförderliche Beziehung Anforderungen an die Bezugspersonen Nicht selber machen, sondern Erfahrungen ermöglichen Auf das Erleben eingehen (nicht was wird erlebt, sondern wie wird erlebt) Gleichgewicht herstellen zwischen Rahmen und Spielraum, Schaffen von Freiräumen zur Erprobung eigener Initiative /Bereitstellen eines eigenen Entscheidungs - und Handlungsspielraumes, um Erfahrungen sammeln zu können Klarheit im Kontakt, verlässliche, gefestigte Umgangsformen (ruhiges, ausgeglichenes Verhalten auch in belastenden, konfliktgeladenen Situationen)

14 B. Geyermann-Braun Fachtag Caritas - Autistische Verhaltensweisen bei Menschen mit Behinderung 14 Entwicklungsförderliche Beziehung Anforderungen an die Bezugspersonen Nicht was fehlt ist entscheidend, sondern was da ist (Ressourcenorientierung) Prinzip der kleinen Schritte wählen Der Weg ist ebenso wichtig wie das Ziel Wahrnehmen und Ernstnehmen der Verhaltensweisen und der damit signalisierten Bedürfnisse Unterlassen von strafendem Verhaltens (verurteilen, schimpfen, anschreien) Zuhören/ auch nonverbal Selbstverantwortung zugestehen und zutrauen dem anderen Verantwortung zutrauen heißt, selbst Verantwortung abgeben in Entwicklungsmöglichkeiten vertrauen (auch Stillstand kann in einer Phase ein wichtiger Entwicklungsschritt sein)

15 B. Geyermann-Braun Fachtag Caritas - Autistische Verhaltensweisen bei Menschen mit Behinderung 15 Entwicklungsförderliche Beziehung Anforderungen an die Bezugspersonen Von der Normalsituation ausgehen und beim Nahe liegenden bleiben (keine Symptomatisierung des Verhaltens) Vertrauen in eigene Wahrnehmung und eigenes Fühlen stärken Eigenständigkeit unterstützen / überschaubare Wahlmöglichkeiten anbieten Wahlen akzeptieren, die man selber nicht treffen würde Situation aussprechen Anerkennung der schwierigen Situation des Gruppenlebens bewusster Umgang mit eigenen Grenzen und Schwächen (Thema Gewalt) aktive Auseinandersetzung mit eigenen Urteilen, Deutungen, Erwartungen und Standpunkten Unterstützung beim Aufbau lebendiger sozialer Kontakte

16 B. Geyermann-Braun Fachtag Caritas - Autistische Verhaltensweisen bei Menschen mit Behinderung 16 Entwicklungsförderliche Beziehung Anforderungen an die Bezugspersonen Die personenzentrierte Haltung unterstützt die Selbstwahrnehmung, ersetzt zunächst die Selbstregulationsmöglichkeiten und stärkt diese, bis ein höheres Maß an Selbstkontrolle zurückerlangt werden kann!

17 B. Geyermann-Braun Fachtag Caritas - Autistische Verhaltensweisen bei Menschen mit Behinderung 17 Anforderungen an pädagogisches Handeln Ziel pädagogischen Handelns: nicht in erster Linie die Beseitigung des Problemverhaltens sondern: ein Ernstnehmen als sinnvolle Lebensäußerung die Suche nach Bedeutung im jeweiligen Lebenskontext das Beachten der persönlichen Ressourcen die Erweiterung von Handlungsmöglichkeiten die Begleitung eines Menschen, der viele Verletzungen erlebt hat

18 B. Geyermann-Braun Fachtag Caritas - Autistische Verhaltensweisen bei Menschen mit Behinderung 18 Leitprinzipien für Pädagogik und Therapie erwachsenengemäße Orientierung Subjektzentrierung Individualisierung Ich – Du – Bezug/ Kommunikatives Verhältnis Autonomie und Empowerment Assistenz und Kooperation Ganzheitlich – integratives Prinzip Prinzip der Entwicklungsgemäßheit Lebensnähe und handelndes Lernen Sein – lassen und Vertrauen in Ressourcen


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