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Gliederung: 01. Einführung 02. Das Ziel der Vollbeschäftigung 03. Das Ziel der Geldwertstabilität 04. Das Ziel eines angemessenen wirtschaftlichen Wachstums.

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1 Gliederung: 01. Einführung 02. Das Ziel der Vollbeschäftigung 03. Das Ziel der Geldwertstabilität 04. Das Ziel eines angemessenen wirtschaftlichen Wachstums 05. Die theoretischen Grundlagen der Beschäftigungspolitik 06. Die theoretischen Grundlagen der Stabilisierungspolitik 07. Die theoretischen Grundlagen der Wachstumspolitik 08. Die geld- und außenwirtschaftspolitischen Mittel 09. Die finanzpolitischen Mittel 10. Die einkommenspolitischen Mittel 11. Institutionelle Maßnahmen 12. Die Träger der Konjunktur- und Wachstumspolitik

2 Kapitel VIII: Die geld- und außenwirtschaftspolitischen Mittel

3 Gliederung: 01. Die Wirkungsweise der Diskontsatzpolitik 02. Schwierigkeiten im Bankenapparat 03. Maßnahmen zur Überwindung dieser Schwierigkeiten 04. Außenwirtschaftlich bedingte Schwierigkeiten 05. Maßnahmen zur Überwindung dieser Schwierigkeiten 06. Schwierigkeiten aufgrund zu geringer Zinselastizität 07. Schwierigkeiten aufgrund zu geringer Preisflexibilitäten 08. Das geldpolitische Instrumentarium der europäischen Notenbank

4 Gliederung: 01. Die Wirkungsweise der Diskontsatzpolitik 02. Schwierigkeiten im Bankenapparat 03. Maßnahmen zur Überwindung dieser Schwierigkeiten 04. Außenwirtschaftlich bedingte Schwierigkeiten 05. Maßnahmen zur Überwindung dieser Schwierigkeiten 06. Schwierigkeiten aufgrund zu geringer Zinselastizität 07. Schwierigkeiten aufgrund zu geringer Preisflexibilitäten 08. Das geldpolitische Instrumentarium der europäischen Notenbank

5 Frage 1: Wie wirkt die Refinanzierungspolitik in ideal- typischer Weise ? (1) u Traditionell unterscheiden wir vor Gründung der Europä- ischen Währungsunion zwischen folgenden Instrumenten der Notenbank: ndem Diskontsatz, ndem Lombardsatz und ndem Leitzinssatz für Pensionsgeschäfte. u Die Wirkungsweise einer Diskontsatzvariation: Eine Diskontsatzerhöhung führt zu: leinem Rückgang der Kreditnachfrage der Banken, leinem geringeren Geldangebot der Banken, lhöheren Sollzinsen und lschließlich zu einer geringeren Investitionskredit- nachfrage.

6 Frage 1: Wie wirkt die Refinanzierungspolitik in ideal- typischer Weise ? (2) nAls Folge ergibt sich aufgrund einer Diskontsatzerhö- hung eine Konjunkturdämpfung. nEine Diskontsatzerhöhung ist also in Zeiten einer über- hitzten Konjunktur erforderlich. nAnaloge Wirkungen zeigen sich bei einer Diskontsatz- senkung. Es kommt zu: leinem Anstieg der Kreditnachfrage der Banken, leinem gesteigerten Geldangebot der Banken, lniederen Sollzinsen und lschließlich zu einer gestiegenen Investitionskredit- nachfrage.

7 Fazit: (1a) ð Der Diskontsatz stellte den Zinssatz dar, den die Notenbank den Geschäftsbanken abverlangte, wenn diese Kredite bei der Noten- bank nahmen. ð Neben dem Diskontkredit konnten sich die Geschäftsbanken auch durch einen Lombardkredit und durch Pensionsgeschäfte bei der Notenbank refinanzieren. ð Während beim Diskontkredit die kreditnehmende Geschäfts- bank Wechsel einreichte, wurden beim Lombardkredit Wechsel- papiere verpfändet. ð Bei den Pensionsgeschäften kauft die Notenbank Wertpapiere, die kreditnehmenden Geschäftsbanken sind jedoch gezwungen, diese Wertpapiere zu einem bestimmten Termin zurückzukau- fen.

8 Fazit: (1b) ð Mit der Diskontsatzpolitik verfolgte die Notenbank das Ziel, die Konjunktur zu beeinflussen, wobei eine restriktive Diskontsatz- politik dazu diente, letztlich die Inflation zu bekämpfen, ð eine expansive Diskontsatzpolitik hingegen das Ziel verfolgte, die Konjunktur zu beleben und damit den Beschäftigungsgrad zu steigern. ð Bei einer idealtypischen Betrachtung wird ein Anstieg im Dis- kontsatz zu einem Anstieg in den Sollzinsen der Geschäftsban- ken führen, dieser Anstieg wird die Unternehmungen veranlas- sen, weniger Kredite aufzunehmen und deshalb auch weniger zu investieren; ð dieser Rückgang in der Nachfrage wird sich schließlich in einem Rückgang in der Inflationsrate niederschlagen.

9 Fazit: (1c) ð Ähnliche Wirkungen werden mutatis mutandis von einer ex- pansiven Diskontsatzpolitik erwartet, wobei davon ausge- gangen wird, dass der Zuwachs in der Nachfrage zu einem An- stieg in der Produktion und in der Beschäftigung führt.

10 Gliederung: 01. Die Wirkungsweise der Diskontsatzpolitik 02. Schwierigkeiten im Bankenapparat 03. Maßnahmen zur Überwindung dieser Schwierigkeiten 04. Außenwirtschaftlich bedingte Schwierigkeiten 05. Maßnahmen zur Überwindung dieser Schwierigkeiten 06. Schwierigkeiten aufgrund zu geringer Zinselastizität 07. Schwierigkeiten aufgrund zu geringer Preisflexibilitäten 08. Das geldpolitische Instrumentarium der europäischen Notenbank

11 Frage 2: Welche Schwierigkeiten entstehen innerhalb des Bankenapparates? u Es kommt zu keiner Reaktion der Banken, wenn diese über eine hohe Liquidität verfügen; nin diesem Falle findet auch keine Weitergabe von Zins- variationen statt. u Die Banken haben die Möglichkeit der Giralgeldschöpfung, in begrenztem Maße sogar eine Einzelbank, wenn: nein Teil der geliehenen Gelder auf Kunden derselben Bank überwiesen werden, nund die Kredite nicht 100% verbraucht werden. u Größere Möglichkeiten entstehen im Bankensystem. nVoraussetzung ist ein Gleichschritt der Banken. nDie Höhe der Geldschöpfung ist hierbei abhängig von der Kassenhaltung der Wirtschaftssubjekte.

12 Geldschöpfungsmultiplikator einer einzelnen Bank Überschußreserve (ÜR): 100,- Kredit in Periode 0:100,- gebundene Mittel v = ÜR*0,8): 80,- Kredit in Periode 1: 20,- gebundene Mittel 16,- Kredit in Periode 2: 4,-... Kreditsumme insgesamt : 125,- Kredite : = ÜR t * (1- v) t für alle t = 0,1,... = ÜR / v

13 Geldschöpfungsmultiplikator des Bankenapparats Überschußreserve (ÜR) 100,- Kredit in Periode 0:100,- durchs. Kassenhaltung k = ÜR*0,2) 20,- Kredit in Periode 1: 80,- durchs. Kassenhaltung 16,- Kredit in Periode 2: 64,-... Kreditsumme insgesamt : 500,- Kredite: = ÜR t * (1- k) t für alle t = 0,1,... = ÜR / k

14 Fazit: (2) ð Der idealtypische Wirkungsprozess kann aufgrund von Schwie- rigkeiten im Bankenapparat unterbunden sein. ð Wenn die Geschäftsbanken über Liquidität verfügen, brauchen sie sich nicht bei der Notenbank zu refinanzieren, damit entfällt jedoch auch die Ursache für einen Anstieg der Sollzinsen. ð Gleichzeitig kann der Bankenapparat in seiner Gesamtheit Giral- geld schöpfen und damit eine restriktive Geldpolitik der Noten- bank unterlaufen. ð Voraussetzung hierfür ist ein Gleichschritt der Banken bei der Ausweitung des Kreditvolumens, ð da eine Bank bei der Kreditvergabe damit rechnen kann, dass wegen der gleichzeitigen Kreditvergabe der anderen Banken, und durch Überweisungen auf Konten der eigenen Kunden ein großer Teil der Gelder wiederum zurückfließt.

15 Gliederung: 01. Die Wirkungsweise der Diskontsatzpolitik 02. Schwierigkeiten im Bankenapparat 03. Maßnahmen zur Überwindung dieser Schwierigkeiten 04. Außenwirtschaftlich bedingte Schwierigkeiten 05. Maßnahmen zur Überwindung dieser Schwierigkeiten 06. Schwierigkeiten aufgrund zu geringer Zinselastizität 07. Schwierigkeiten aufgrund zu geringer Preisflexibilitäten 08. Das geldpolitische Instrumentarium der europäischen Notenbank

16 Frage 3: Welche Maßnahmen wurden zur Überwindung dieser Schwierigkeiten ergriffen ? (1) u Das Instrument der Mindestreserve: nEin bestimmter Prozentsatz der Verbindlichkeiten der Banken ist bei der Notenbank zu halten. nDieser Prozentsatz schwankt je nach Anlage. nDiese Einlagen waren im nationalen Währungssystem der Bundesrepublik zinslos. nWie später noch gezeigt werden wird, sieht das Wäh- rungssystem der Europäischen Gemeinschaft eine Ver- zinsung dieser Einlagen vor, nwobei die Mindestreservepolitik nicht mehr im Mittel- punkt geldpolitischer Bemühungen steht. nDie Verpflichtung zur Mindestreservehaltung verändert den Giralgeldschöpfungsmulitiplikator.

17 Geldschöpfungsmultiplikator bei gesetzlicher Mindestreserve Überschußreserve (ÜR) : 100,- Kredit in Periode 0: 100,- durchs. Kassenhaltung k = ÜR*0,2): 20,- ges. Mindestres. r = 0,2 * V: 16,- Kredit in Periode 1: 64,- gebundene Mittel: 16,- ges. Mindestres. r = 0,2 * V: 9, 60 Kredit in Periode 2: 38, Kreditsumme insgesamt : 277, 80 Kredite in Periode t = ÜR t * (1- k) t * (1-r) t für alle t = 0,1,... = ÜR / (r + k * (1-r))

18 Frage 3: Welche Maßnahmen wurden zur Überwindung dieser Schwierigkeiten ergriffen ? (2) nUrsprünglich erfüllte die Mindestreserveverpflichtung während der Weltwirtschaftskrise lediglich eine Siche- rungsfunktion, nes sollte auf diese Weise sichergestellt werden, dass die Banken in der Lage sind, ein vermehrtes Abheben von Geld in Zeiten des Abschwungs zu befriedigen. nIn der Zeit nach dem 2. Weltkrieg wurde die Mindestre- serve als Steuerungsinstrument eingeführt. nDie Notenbank sollte auf diese Weise die Möglichkeit er- halten, die Giralgeldschöpfung der Privatbanken zu steu- ern.

19 Frage 3: Welche Maßnahmen wurden zur Überwindung dieser Schwierigkeiten ergriffen ? (3) nEs findet eine Differenzierung nach lder Fristigkeit der Einlagen und lder Größe des Bankinstituts statt. lUnterschiede ergeben sich weiterhin, ob Kredite an Gebietsansässige oder Gebietsfremde gewährt wer- den, lob Haupt- und Nebenplätze vorliegen und lob die Mindestreserve auf den Bestand oder den Zu- wachs der Einlagen erhoben wird. nSpäter wurde eine Ausweitung der Mindestreservepflicht auch auf Aktivgeschäfte eingeführt.

20 Frage 3: Welche Maßnahmen wurden zur Überwindung dieser Schwierigkeiten ergriffen ? (3) u Das Instrument der Offenmarktpolitik: nEs findet ein Kauf oder Verkauf von Wertpapieren statt. nEs wird zwischen Preis- und Mengen- (Tender)-Politik unterschieden. nBei der Preispolitik setzt die Notenbank den Zinssatz fest, zu dem sie Wertpapiere kauft oder verkauft. nBei der Mengenpolitik legt die Notenbank fest, welches Wertpapiervolumen sie kauft oder verkauft. nBeide Instrumente wurden in der Praxis kombiniert an- gewandt: nAuf der einen Seite wurden durch die Mindestreservever- pflichtung Gelder gebunden, auf der anderen Seite wur- den die Banken über die Offenmarktpolitik veranlasst, ihre freien Reserven in Wertpapiere anzulegen.

21 Frage 3: Welche Maßnahmen wurden zur Überwindung dieser Schwierigkeiten ergriffen ? (4) nGrenzen dieses Instrumentes: lDie Notenbank verfügt nicht immer über genügend Wertpapiere im Portefeuille. lDiese Schwierigkeiten wurden jedoch in der Vergangenheit durch die Schaffung von Mobilisie- rungspapieren überwunden. lBei hoher Liquiditätspräferenz der Privaten erfolgt kein Verkauf von Wertpapieren seitens der Noten- bank. u Ein weiterer Ausweg aus diesen Schwierigkeiten liegt im Einsatz dirigistischer Maßnahmen. Hierzu zählen: ndie Rediskontkontingentierung, ndie Kontingentierung der Wertpapierbeleihung und ndie Kreditplafondierung.

22 Fazit: (3a) ð Um diesen Schwierigkeiten zu begegnen wurde das geldpolitische Instrumentarium der Notenbanken in der Zeit nach dem 2. Welt- krieg um die Mindestreservepolitik und die Offenmarktpolitik ausgeweitet. ð Mit der Festlegung von Mindestreserven wurden die Geschäfts- banken gezwungen, einen bestimmten Prozentsatz ihrer Verbind- lichkeiten zinslos bei der Notenbank als Mindestreserve zu halten. ð Die Offenmarktpolitik gibt der Notenbank das Recht, auf den Geld- und Kapitalmärkten als Käufer oder Verkäufer aufzutre- ten und damit die umlaufende Geldmenge und die Zinsen zu be- einflussen.

23 Fazit: (3b) ð Bei einer Heraufsetzung der Mindestreservesätze wird über- schüssige Liquidität bei den Geschäftsbanken gebunden, die Kosten der Banken steigen an, da früher ein Teil ihrer Geldbestände zinslos bei der Notenbank gehalten werden musste, ð schließlich wird bei einer Heraufsetzung der Mindestreserve der Giralgeldschöpfungsmultiplikator verringert. ð Der Versuch der Notenbanken, über Offenmarktpolitik die Kon- junkturlage zu beeinflussen, wird bei einer restriktiven Politik durch den Bestand an Wertpapieren der Notenbank begrenzt. ð Bei einer expansiven Geldpolitik findet die Notenbanken dann ihre Grenzen, wenn die Geschäftsbanken zu einem Verkauf von Wertpapieren nicht bereit sind.

24 Gliederung: 01. Die Wirkungsweise der Diskontsatzpolitik 02. Schwierigkeiten im Bankenapparat 03. Maßnahmen zur Überwindung dieser Schwierigkeiten 04. Außenwirtschaftlich bedingte Schwierigkeiten 05. Maßnahmen zur Überwindung dieser Schwierigkeiten 06. Schwierigkeiten aufgrund zu geringer Zinselastizität 07. Schwierigkeiten aufgrund zu geringer Preisflexibilitäten 08. Das geldpolitische Instrumentarium der europäischen Notenbank

25 Frage 4: Welche Schwierigkeiten ergeben sich im Zusammenhang mit außenwirtschaftlichen Beziehungen ? (1) u Aufgrund der Konvertibilität kann die Geldmengensteu- erung unterlaufen werden. nGeld kann nämlich jederzeit im Ausland besorgt werden. Hier versagt die Steuerung durch die Notenbank. u Es kann weiterhin ein Import von Inflation und Arbeitslosig- keit im System fester Wechselkurse stattfinden.

26 Frage 4: Welche Schwierigkeiten ergeben sich im Zusammenhang mit außenwirtschaftlichen Beziehungen ? (2) Bei keynesianischer Betrachtungsweise gilt: Ist die Inflationsrate im Ausland größer als im Inland, ent- steht ein Leistungsbilanzüberschuss, dieser vergrößert die in- ländische Nachfrage und mit ihr die Inflation im Inland. dP Aus > dP Inl LB-ÜB NE Inl P Inl Bei klassischer Betrachtungsweise gilt hingegen: Ist die Inflationsrate im Ausland größer als im Inland, ent- steht ein Leistungsbilanzüberschuss. Aufgrund der Inter- vention der Notenbank wird die inländische Geldmenge aus- geweitet und dies führt zu einer Inflation im Inland. dP Aus > dP Inl LB-ÜB AT Dev G Inl P Inl

27 Frage 4: Welche Schwierigkeiten ergeben sich im Zusammenhang mit außenwirtschaftlichen Beziehungen ? (3) u Es kann weiterhin zu zinsinduzierte, internationale Kapital- wanderungen kommen: nDas Zinsgefälle führt zu einem Kapitalexport, der auf- grund der Intervention der Notenbank zu einer Vermin- derung der Geldmenge im Inland führt. i A > i I KEX NE DEV M I lKEX: Kapitalexport li: Zinssatz lNE DEV : Nachfrage nach Devisen lM: Geldmenge

28 Frage 4: Welche Schwierigkeiten ergeben sich im Zusammenhang mit außenwirtschaftlichen Beziehungen ? (4) u Schließlich kann ein Import von Inflation im System freier Wechselkurse entstehen, wenn z. B. der Ölpreis steigt (p $ ): nEs werden mehr Devisen nachgefragt, der Devisenkurs steigt und mit ihm auf der einen Seite die Lebenshal- tungskosten sowie die Preise der importierten Rohstoffe. Beide Prozesse erhöhen im Inland die Inflation. p $ NE Devisen, wenn < 1 (Im-NE-Elast.) w $ p C : Lebenshaltungskosten p R : Kostensteigerung P Inl

29 Fazit: (4a) ð Auch die außenwirtschaftlichen Beziehungen können in einem System fester Wechselkurse den oben geschilderten Wirkungszu- sammenhang der Diskontsatzpolitik stören. ð Bei einem Leistungsbilanzüberschuss ist die Notenbank im Rah- men eines Systems fester Wechselkurse zur Stabilisierung des Wechselkurses gezwungen. ð Die Gefahr eines Anstieges des Inland-Kurses wird dadurch ver- hindert, dass die Notenbank Devisen aufkauft, damit jedoch die umlaufende Geldmenge vergrößert. ð Weiterhin führt eine Erhöhung der Zinssätze im Inland ceteris paribus zu einem Kapitalimport, der wiederum einen Devisen- bilanzüberschuss auslöst und die Notenbank innerhalb eines Systems fester Wechselkurse zur Devisenmarktintervention zwingt.

30 Fazit: (4b) ð Die anfängliche Zinserhöhung sollte zu einer Reduzierung der Geldmenge führen, die notwendige Devisenmarktintervention führt jedoch de facto wiederum zu einer Ausweitung der umlau- fenden Geldmenge, ð sodass auf lange Sicht die Geldmenge nicht entscheidend redu- ziert wurde.

31 Gliederung: 01. Die Wirkungsweise der Diskontsatzpolitik 02. Schwierigkeiten im Bankenapparat 03. Maßnahmen zur Überwindung dieser Schwierigkeiten 04. Außenwirtschaftlich bedingte Schwierigkeiten 05. Maßnahmen zur Überwindung dieser Schwierigkeiten 06. Schwierigkeiten aufgrund zu geringer Zinselastizität 07. Schwierigkeiten aufgrund zu geringer Preisflexibilitäten 08. Das geldpolitische Instrumentarium der europäischen Notenbank

32 Frage 5: Welche Maßnahmen wurden zur Beseitigung der außenwirtschaftlich bedingten Schwierigkeiten ergriffen? u Es kann erstens die freie Konvertibilität aufgegeben werden. u Zweitens kann durch Besteuerung die Rentabilität des aus- ländischen - aber im Inland angelegten - Kapitals verringert werden, allerdings begrenzt auf bestimmte Arten des Kapi- talimports. u Drittens können die Wechselkurse angepasst werden durch nFreigabe der Wechselkurse oder neiner Erweiterung der Bandbreiten oder schließlich neinem fixierten Paritätsanstieg.

33 Fazit: (5) ð Die außenwirtschaftlich bedingten Schwierigkeiten konnten durch Freigabe der Wechselkurse reduziert werden, da hier die Notenbanken nicht mehr gezwungen sind, Devisen aus dem Markt zu nehmen. ð In der Vergangenheit waren die Regierungen bemüht, Zahlungs- bilanzungleichgewichte auch durch vorübergehende Kapitalver- kehrskontrollen abzubauen. ð Zumindest innerhalb der Europäischen Union bestehen diese Möglichkeiten nicht mehr.

34 Gliederung: 01. Die Wirkungsweise der Diskontsatzpolitik 02. Schwierigkeiten im Bankenapparat 03. Maßnahmen zur Überwindung dieser Schwierigkeiten 04. Außenwirtschaftlich bedingte Schwierigkeiten 05. Maßnahmen zur Überwindung dieser Schwierigkeiten 06. Schwierigkeiten aufgrund zu geringer Zinselastizität 07. Schwierigkeiten aufgrund zu geringer Preisflexibilitäten 08. Das geldpolitische Instrumentarium der europäischen Notenbank

35 Frage 6: Welche Schwierigkeiten ergeben sich aufgrund zu geringer Zinselastizität der Investitionen ? (1) u Die geldpolitischen Maßnahmen sind nur erfolgreich, wenn die Investitionen von der Höhe des Zinssatzes abhängen. u Gründe für geringe Zinselastizität von Anlageinvestitionen: nÜberwälzung der Zinskosten auf den Güterpreis und ngeringer Anteil der Zinskosten an den Gesamtkosten. l(Bedeutung der Pay-off-Methode) u Die Rolle der Bauinvestitionen: lange Investitionsperioden und deshalb dort hohe Investitionselastizitäten. u Rationalisierungs- versus Erweiterungsinvestitionen: nRationalisierungsinvestitionen reagieren auf Zinsen! nDies gilt auch in Zeiten des Konjunkturabschwungs. nNur Erweiterungsinvestitionen gehen in Zeiten des Konjunkturabschwungs zurück.

36 Frage 6: Welche Schwierigkeiten ergeben sich aufgrund zu geringer Zinselastizität der Investitionen ? (2) u Der Einfluss der Zinspolitik auf die private Ersparnis: nNach neoklassischem Verständnis sollte eine Zinssteige- rung eine Zunahme in der Ersparnis und damit einen Rückgang im Konsum auslösen. u Diese Wirkung tritt nicht auf, wenn ndie Ersparnis nur ein Residuum darstellt und die entspre- chende Konsumquote nur vom Einkommen abhängt. nWird aus einem erwerbswirtschaftlichem Motiv heraus gespart, treten allerdings die erwünschten Zinseffekte auf. nWird jedoch für einen bestimmten Zweck gespart, be- wirkt eine Zinssteigerung sogar einen Rückgang in der Ersparnis.

37 Fazit: (6) ð Nach dem Verständnis der Keynesianer ist die Geldpolitik der Notenbank ineffizient, da aufgrund einer geringen Zinselastizität der Investitionen bei einer Diskontsatzsenkung die Güternach- frage in zu geringem Maße ansteigt. ð Die Kritik an der Keynesianischen Theorie hat gezeigt, dass es sehr wohl Investitionen gibt (im Bausektor, weiterhin die Ratio- nalisierungsinvestitionen), die auf Zinsänderungen reagieren. ð Teilt man allerdings die Skepsis der Keynesianer, so kommt man zu dem Ergebnis, dass die Konjunktursteuerung überhaupt nicht primär über geldpolitische, sondern über fiskalpolitische Instru- mente angegangen werden sollte.

38 Gliederung: 01. Die Wirkungsweise der Diskontsatzpolitik 02. Schwierigkeiten im Bankenapparat 03. Maßnahmen zur Überwindung dieser Schwierigkeiten 04. Außenwirtschaftlich bedingte Schwierigkeiten 05. Maßnahmen zur Überwindung dieser Schwierigkeiten 06. Schwierigkeiten aufgrund zu geringer Zinselastizität 07. Schwierigkeiten aufgrund zu geringer Preisflexibilitäten 08. Das geldpolitische Instrumentarium der europäischen Notenbank

39 Frage 7: Welche Schwierigkeiten ergeben sich aufgrund zu geringer (großer) Preisflexibilitäten? (1) u Betrachten wir den Fall einer restriktiven Konjunkturpolitik nDie Gütermengen gehen statt den Preisen zurück. nEntsprechend einem empirischer Befund findet trotz NE- Rückgang eine Preissteigerung statt. nEine mögliche Erklärung liegt darin, dass die Kosten aufgrund des hohen Fixkostenanteil ansteigen. K/X X K/X P x`x P ` P

40 Frage 7: Welche Schwierigkeiten ergeben sich aufgrund zu geringer (großer) Preisflexibilitäten? (2) u Betrachten wir den Fall einer expansiven Konjunkturpolitik: nEs besteht die Gefahr struktureller Arbeitslosigkeit. nBei Existenz von Flaschenhälsen stößt jedoch die Kon- junkturpolitik an ihre Grenzen. K/X P Xx0x0 x1x1 Preisteigerung da Verknappung P1P1 P0P0

41 Fazit: (7a) ð Auch dann, wenn die Güternachfrage aufgrund einer expansiven Geldpolitik steigen sollte, besteht immer noch die Gefahr, dass die eigentliche konjunkturelle Absicht nicht erreicht wird, ð da der Anstieg in der Güternachfrage nicht zu einem Anstieg in der Produktion und der Beschäftigung führt, sondern in Preis- steigerungen verpufft. ð Diese Gefahr besteht immer dann, wenn die Ursachen der Ar- beitslosigkeit in erster Linie in zu hohen Durchschnittskosten liegen. ð Mangelt es nicht an Güternachfrage, kann eine Ausweitung der Güternachfrage auch nicht zu einer Beseitigung der Arbeits- losigkeit beitragen.

42 Fazit: (7b) ð Im Falle einer restriktiven Geldpolitik kann ebenfalls die Gefahr des Misserfolgs bestehen, nämlich dann, wenn die Bedingungen einer Stagflation vorliegen. ð Hier führt der Rückgang in der Produktion wegen dann steigen- der Stückkosten zu einem Anstieg der Güterpreise.

43 Gliederung: 01. Die Wirkungsweise der Diskontsatzpolitik 02. Schwierigkeiten im Bankenapparat 03. Maßnahmen zur Überwindung dieser Schwierigkeiten 04. Außenwirtschaftlich bedingte Schwierigkeiten 05. Maßnahmen zur Überwindung dieser Schwierigkeiten 06. Schwierigkeiten aufgrund zu geringer Zinselastizität 07. Schwierigkeiten aufgrund zu geringer Preisflexibilitäten 08. Das geldpolitische Instrumentarium der europäischen Notenbank

44 Frage 8: Wie hat sich das geldpolitische Instrumentarium beim Übergang zur Europäischen Währungs- union verändert ? (1) u Die Instrumente der Diskontsatz- und Lombardsatzpolitik wurden abgeschafft. u Nach wie vor findet jedoch eine Refinanzierung der Banken statt. u Maßgeblich hierbei sind die Leitzinsen.

45 Frage 8: Wie hat sich das geldpolitische Instrumentarium beim Übergang zur Europäischen Währungs- union verändert? (2) u Es wird zwischen kurzfristigen Pensionsgeschäften und end- gültigen Käufen bzw. Verkäufen von Wertpapieren unter- schieden. u Während bei den Pensionsgeschäften verkaufte Wertpapiere wiederum in einer zukünftigen Periode zurückgenommen werden müssen, u werden im Rahmen der Offenmarktpolitik Wertpapiere end- gültig gekauft bzw. verkauft. u Es bestehen Zugriffsmöglichkeiten nationaler Währungsbe- hörden auf die Devisenkredite (Fazilitäten). u Die Diskussion um die Mindestreservepolitik: nBegrenzter Einsatz der Einlagen ist möglich, allerdings nur mit Verzinsung.

46 Fazit: (8) ð Der Übergang zur Europäischen Währungsunion führte dazu, dass Diskont- und Lombardpolitik abgeschafft wurden. ð Selbstverständlich kennt die Europäische Währungsordnung nach wie vor Steuerungsinstrumente zur Refinanzierung der Banken, ð wobei allerdings die aktiven Instrumente (Leitzinspolitik bei Pensionsgeschäften) immer näher an die passiven Geschäfte der Offenmarktpolitik heranrücken. ð Die Mindestreservepolitik soll nur noch in Ausnahmefällen ange- wandt werden. ð Im Gegensatz zu früher werden die Mindestreserveeinlagen der Banken verzinst.

47 Fragen zu Kapitel 8: (1) 01. Wie wirkt eine Diskontsatzerhöhung in idealtypischer Weise? 02. Wie muss die Liquiditätslage der Banken sein, damit der Wir- kungsprozess idealtypisch in Gang kommt? 03. Warum ist es dem Bankenapparat möglich, auch bei gleichblei- bender Notenbankgeldmenge die gesamte Geldmenge zu vergrö- ßern? 04. Kann auch eine einzelne Bank Giralgeld schöpfen? 05. Welche Aufgaben hatte die Mindestreservepolitik der deutschen Notenbank? 06. Auf welchem Wege kann über die Mindestreservepolitik Einfluss auf die Giralgeldmenge genommen werden? 07. Was versteht man unter Offenmarktpolitik? 08. Worin besteht der Unterschied zwischen einer Preis- und Men- genpolitik im Rahmen der Offenmarktpolitik?

48 Fragen zu Kapitel 8: (2) 09. Worin liegen die Grenzen einer Offenmarktpolitik? 10. Inwiefern kann bei keynesianischer Sicht durch außenwirtschaft- liche Beziehungen eine Politik der Geldwertstabilisierung behin- dert werden? 11. Inwiefern kann bei klassischer Sicht durch außenwirtschaftliche Beziehungen eine Politik der Geldwertstabilisierung behindert werden? 12. Inwieweit unterscheidet sich das Instrumentarium der europä- ischen Notenbank vom Instrumentarium der ursprünglichen Bundesbank?

49 Antworten zu Kapitel 8: (1) 01. Eine Diskontsatzerhöhung führt zu einem Rückgang der Kredit- nachfrage der Banken, zu einem geringeren Geldangebot, zu hö- heren Sollzinsen und schließlich zu einer geringeren Investitions- kreditnachfrage. 02. Die Banken dürfen nicht über ausreichende Liquidität verfügen und müssen deshalb Kredite bei der Notenbank nachfragen. 03. Da die von den Banken im Zuge der Kreditgewährung zur Ver- fügung gestellten Gelder zu einem großen Teil wiederum in den Bankenapparat zurückfließen, kann die Geldmenge insgesamt ausgeweitet werden, wenn die Banken im Gleichschritt ihr Kre- ditvolumen ausweiten. 04. In begrenztem Maße kann auch eine einzelne Bank Giralgeld schaffen, da ein Teil der gewährten Kredite erfahrungsgemäß nicht abgerufen wird und da ein Teil der gewährten Gelder auf Konten von Kunden dieser Bank überwiesen werden.

50 Antworten zu Kapitel 8: (2) 05. Die Einführung einer Mindestreserve sollte ursprünglich ledig- lich verhindern, dass Banken bei einer Finanzkrise illiquide wer- den. In der Zeit nach dem zweiten Weltkrieg diente die Mindest- reservepolitik jedoch der Steuerung der Giralgeldmenge. 06. Wird der Mindestreservesatz erhöht, so verringert sich der Gi- ralgeldschöpfungsmultiplikator und mit ihm die bei einer be- stimmten Notenbankgeldmenge mögliche Giralgeldmenge. 07. Im Rahmen der Offenmarktpolitik tritt die Notenbank als Käu- fer oder Verkäufer auf den Geld- und Kapitalmärkten auf und übt aufgrund ihre Größe einen Einfluss auf den Zinssatz sowie auf die Geldnachfrage aus. 08. Bei der Preispolitik setzt die Notenbank den Zins fest, zu dem sie Wertpapiere kauft oder auch verkauft. Bei der Mengenpolitik bestimmt die Notenbank die Menge der gehandelten Wertpapie- re und überlässt es dem Markt, welcher Zins sich einstellt.

51 Antworten zu Kapitel 8: (3) 09. Die Notenbank kann nur die Wertpapiere anbieten, über die sie selbst verfügt. Sie kann auch die Banken nicht zwingen, Wertpa- piere zu kaufen oder zu verkaufen. 10. In keynesianischer Sicht kann die Stabilisierungspolitik der No- tenbank dadurch erschwert werden, dass bei einem Leistungsbi- lanzüberschuss die inländische Nachfrage steigt. 11. In klassicher Sicht kann die Stabilisierungspolitik der Noten- bank dadurch erschwert werden, dass die Notenbank in einem System fester Wechselkurse bei einem Leistungsbilanzüber- schuss Devisen aufkaufen muss und damit die inländische Nach- frage vergrößert. 12. Die europäische Notenbank verfügt nicht über das Instrumenta- rium der Diskontsatzpolitik; werden Mindestreservesätze erho- ben, müssen diese verzinst werden. Die aktive Leitzinspolitik rückt näher an die passive Offenmarktpolitik heran.

52 Ende


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