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Auf immer unterschiedliches Wahlverhalten? Johannes Gutenberg-Universität Mainz Institut für Politikwissenschaft Seminar: Politische Kultur in Ost- und.

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Präsentation zum Thema: "Auf immer unterschiedliches Wahlverhalten? Johannes Gutenberg-Universität Mainz Institut für Politikwissenschaft Seminar: Politische Kultur in Ost- und."—  Präsentation transkript:

1 Auf immer unterschiedliches Wahlverhalten? Johannes Gutenberg-Universität Mainz Institut für Politikwissenschaft Seminar: Politische Kultur in Ost- und Westdeutschland Leitung: Prof. Dr. Jürgen W. Falter Referenten: Torben Schröder, Felix Wolter Datum:

2 Gliederung 1.Einführung: Ergebnisse der Bundestagswahlen Wahlverhalten I: Cleavage-Effekte 3.Eigene Auswertungen: Datenbasis 4.Wahlverhalten II: Parteiidentifikation 5.Wahlverhalten III: Die Wählerschaft von CDU/CSU und SPD 6.Wahlverhalten IV: Die Wählerschaft der PDS 7.Fazit

3 1. Einführung: Ergebnisse der BTW

4 2. Wahlverhalten I: Cleavage-Effekte CLEAVAGE-Konzept (Lipset, Rokkan 1967) Cleavages = soziale Spannungslinien involvierten Großgruppen bildeten sie vertretende Organisationen heraus Formation von Parteiensystemen: Allianzen zwischen Gruppen und Parteien => Parteiensysteme bilden soziale Interessengegensätze ab

5 2. Wahlverhalten I: Cleavage-Effekte 4 Cleavages Zentrum und Peripherie Kirche und Staat Stadt und Land Kapital und Arbeit Cross Pressures Mehrere Konflikte wirken zeitgleich, ggf. gegeneinander.

6 2. Wahlverhalten I: Cleavage-Effekte Konfliktlinien im Parteiensystem der BRD Klassenkonflikt: SPD als Bündnispartner der Arbeiter Konfessioneller Konflikt: Unionsparteien als Bündnispartner der (gläubigen) Christen (Stadt/Land: CDU/CSU als Partner der Landwirte) (Klassenkonflikt: "bürgerliche" Parteien als Partner der Angestellten/Beamten)

7 2. Wahlverhalten I: Cleavage-Effekte Quantitative Bedeutung Arbeiter: 60er: ca. 45% der Bevölkerung; heute: Ost: 45-50%, West: 25-30% Selbstständige: 60er >20% der Bevölkerung; heute: Ost: 5%, West: 10% "Angestellte & Beamte": 60er ca. 30% der Bevölkerung; heute: Ost: 50-55%, West: 60-65% Katholiken: Ost: >5% der Bevölkerung, West: 40-45% Protestanten Ost: 35% der Bevölkerung, West: 40-45%

8 2. Wahlverhalten I: Cleavage-Effekte CDU/CSU Selbstständige/Landwirte: sinkende Zustimmung Angestellte/Beamte: sinkende Zustimmung; West wesentlich stärker als Ost Arbeiter: steigende Tendenz SPD Selbstständige/Landwirte: durchweg schwach, im Osten sehr wenig Zustimmung Angestellte/Beamte: mittlerweile stärker als die Union Arbeiter: sinkende Zustimmung, Augenhöhe mit Union

9 2. Wahlverhalten I: Cleavage-Effekte FDP Selbstständige/Landwirte: konstant stark Angestellte/Beamte: abschwächende Zustimmung Arbeiter: zuletzt stark steigende Werte GRÜNE Selbstständige/Landwirte, Angestellte/Beamte: stärkste Werte, erhebliches West-Ost-Gefälle Arbeiter: unterdurchschnittlicher Zuspruch

10 2. Wahlverhalten I: Cleavage-Effekte CDU/CSU Katholiken: massiv überrepräsentiert, sinkende Tendenz; im Osten höhere Werte als im Westen stark gebundene Katholiken: unvermindert überragende Werte Protestanten: im Osten über-, im Westen unterdurchschnittlich Konfessionslose: durchweg sehr niedrige Zustimmung SPD Katholiken: unterdurchschnittlich, im Osten sehr geringe Werte stark gebundene Katholiken: beinah gar keine Zustimmung Protestanten und Konfessionslose: überrepräsentiert

11 2. Wahlverhalten I: Cleavage-Effekte FDP bei Katholiken im Osten deutlich schwächer, als bei Protestanten und Konfessionslosen GRÜNE überragende Werte bei westdeutschen Konfessionslosen, sehr wenig Zustimmung bei ostdeutschen Katholiken

12 3. Eigene Auswertungen: Datenbasis Datenbasis: Querschnittsdatensätze Repräsentative Gewichtung, getrennt für Ost und West Auswertungen: –Bivariate Ost-West-Analysen im Zeitverlauf –Multivariate binär-logistische Regression zur Bundestagswahl 2002 Vorwahl Nachwahl Nachwahl Vorwahl Exkurs: Bias durch unterschiedliche Erhebungsmethoden

13 Vorwahlbefragung 2002 N (gültig) =1511 % fehlend = 9,2 Mittelwert = 5,49 Standardabweichung = 2,05 ALLBUS 2004 N (gültig) = 2625 % fehlend = 10,9 Mittelwert = 5,29 Standardabweichung = 1,711 Vorwahlbefragung 2005 N (gültig) = 3433 % fehlend = 4,2 Mittelwert = 5,71 Standardabweichung = 2,69

14 4. Unterschiedliches Wahlverhalten II: Parteiidentifikation Prozent

15 4. Unterschiedliches Wahlverhalten II: Parteiidentifikation Prozent

16 4. Unterschiedliches Wahlverhalten II: Parteiidentifikation Prozent

17 4. Unterschiedliches Wahlverhalten II: Parteiidentifikation Wie stark können die Parteien von langfristigen Identifizierern profitieren?

18 5. Unterschiedliches Wahlverhalten IV: Die Wählerschaft von CDU/CSU und SPD Binär-logistische Regression: Für dichotome abhängige Variablen (0-1) Berechnung der Wahrscheinlichkeit, in Abhängigkeit von mehreren unabhängigen Variablen in die Kategorie 1 (= Stimme für z.B. SPD) zu gehören. Formel:

19 5. Unterschiedliches Wahlverhalten IV: Die Wählerschaft von CDU/CSU und SPD Interpretation der Ergebnisse im Gegensatz zur linearen Regression weitaus komplizierter Unproblematisch: Interpretation der... –Vorzeichen der Regressionskoeffizienten –Signifikanzniveaus –Im Ost-West-Vergleich: Stärke der Effekte –Anpassungsgüte (R 2 )

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21 6. Wahlverhalten IV: Die Wählerschaft der PDS PDS-Wähler nach Cleavages unterdurchschnittliche Zustimmung bei Selbstständigen und Arbeitern, starke Werte bei Angestellten und Beamten weit überdurchschnittliche Werte bei Konfessionslosen

22 6. Wahlverhalten IV: Die Wählerschaft der PDS PDS-Wahl 1994/ erstmals 1998/2002 Männeranteil75%55% Anteil >60-Jährige 2/3 40% FH/Hochschulabschluss2/31/3 (dgü. 2/3 HS oder RS) Qualif. od. leitende Ange-55%1/3 (dgü. 1/3 Qualifizierte- stellte/Facharbeiter) Konfessionslose90% 75% (dgü. 20% evangelisch) selten/nie in der Kirche90% 70% >2000 Euro Haushaltseink.40%22% subjektiv Arbeiterschicht2/3 2/3 L/R-Selbsteinstufung (1-11)MW 2,5MW 3,7 mittel/stark PDS-identifiziert85% 45% Kompetenz/wichtigstes Probl.1/3 2/3

23 6. Wahlverhalten IV: Die Wählerschaft der PDS Abitur/Hochschulabschluss + DDR-Nostalgie + subjektives Benachteiligungsgefühl + mindestens fünf positive Antworten auf Sozialismus-Skala => 70%-Wahrscheinlichkeit der PDS-Wahl Stammwähler eher ideologische als materielle Einheitsverlierer Bindung an Partei über PI und Vertretenheitsgefühl, kaum über Issue-Orientierung Zuwanderer ideologisch etwas weniger festgelegte, aber strukturell weithin ähnliche Wählerklientel eher objektiv-materiell benachteiligt Abwanderer abnehmende Positivwertung der DDR wachsende Demokratiezufriedenheit

24 7. Fazit These (Kai Arzheimer) "Westdeutsche Politiker, die wissen wollen, wie sie in zehn oder zwanzig Jahren Wahlkämpfe führen müssen, sollten heute in die neuen Länder fahren."

25 Literatur Arzheimer, Kai; Klein, Markus (1997): Die Wähler der REP und der PDS in West- und Ostdeutschland. Ein empirischer Vergleich. In: Backes, Uwe; Jesse, Eckhard (Hg.): Jahrbuch Extremismus & Demokratie (E & D). 9. Jahrgang. Baden-Baden: Falter, Jürgen W.; Klein, Markus (1995): Zwischen Ideologie, Nostalgie und Protest: Die Wähler der PDS bei der Bundestagswahl In: Hirscher, Gerhard (Hg.): Parteiendemokratie zwischen Kontinuität und Wandel. Die deutschen Parteien nach den Wahlen Oberhaching bei München: Falter, Jürgen W.; Schoen, Harald (1999): Wahlen und Wählerverhalten. In: Ellwein, Thomas; Holtmann, Everhard (Hg.): 50 Jahre Bundesrepublik Deutschland. Rahmenbedingungen - Entwicklungen - Perspektiven. Wiesbaden: Lang, Jürgen P.; Moreau, Patrick; Neu, Viola (1995): Auferstanden aus Ruinen...? Die PDS nach dem Super-Wahljahr Sankt Augustin. Lipset, Seymour Martin; Rokkan, Stein (1967): Cleavage Structures, Party Systems, and Voter Alignments. An Introduction. In: dies. (Hg.): Party Systems and Voter Alignments: Cross-National Perspectives. New York: Neller, Katja; Thaidigsmann, S. Isabell (2004): Wer wählt die PDS? Ein Vergleich von Stamm- und Wechselwählern bei den Bundestagswahlen In: Brettschneider, Frank; van Deth, Jan; Roller, Edeltraud (Hg.): Die Bundestagswahl Analysen der Wahlergebnisse und des Wahlkampfes. Wiesbaden: Schoen, Harald (2005): Soziologische Ansätze in der empirischen Wahlforschung. In: Falter, Jürgen W.; Schoen, Harald (Hg.): Handbuch Wahlforschung. Wiesbaden:

26 Einstellungs-Profile von Links- und Rechtsaußen-Wählern "Unter Umständen Diktatur bessere Staatsform" -> PDS-Sympathie im Westen (0,63) -> REP-Sympathie im Westen (0,80) -> REP-Sympathie im Osten (0,77) "Pro Regierung - versus PDS" -> PDS-Sympathie im Osten (-0,70)

27 Soziodemografische Profile von Links- und Rechtsaußen-Wählern West: PDS REPOst:PDS REP männlich J J J. plus--- niedr. Bildung hohe Bildung++-+- Arbeitslos+++ Arbeiter++++


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