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Die Motette von Guillaume de Machaut bis Johann Sebastian Bach.

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Präsentation zum Thema: "Die Motette von Guillaume de Machaut bis Johann Sebastian Bach."—  Präsentation transkript:

1 Die Motette von Guillaume de Machaut bis Johann Sebastian Bach

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4 Traditionen I Dufay – Ockeghem - Josquin

5 imitatio aemulatio superatio

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7 Traditionen Wie in der antiken Kunstauffassung (Horaz, Arte poetica V) ist es in der Renaissance üblich, Vorbilder zu imitieren, deren Technik sich anzueignen und durch eigene Kunst zu übertreffen.

8 Traditionen Beispiel Dufay, Ave regina caelorum III Ockeghem, Alma redemptoris mater Josquin, Alma redemptoris mater/Ave regina coelorum

9 Dufay – Ave regina coelorum III -vierstimmige Vertonung der Antiphon Ave regina coelorum -Mit eingefügten freien Texten (Tropen) als Gebete für Dufay -überliefert um 1474/75, evtl. um in einer röm. Hs. -Votiv-Motette für Dufay

10 Dufay – Ave regina coelorum III Prima pars Ave regina coelorum Ave Domina angelorum Miserere tui labentis Dufay Ne peccatorum ruat in ignem fervorum Salve radix sancta Ex qua mundo lux est orta Miserere, miserere Genitrix Domini Ut pateat porta caeli debili.

11 Dufay – Ave regina coelorum III Secunda pars Gaude gloriosa Super omnes speciosa Miserere, miserere supplicantis Dufay Sit que in conspectu tuo mors ejus speciosa Vale valde decora Et pro nobis semper Christum exora In excelsis ne damnemur miserere nobis Et juvat ut in mortis hora Nostra sint corde decora.

12 Dufay – Ave regina coelorum III Aufbau -Prima pars im Tempus perfectum -Secunda pars im Tempus imperfectum -Die Choralmelodie wird nicht in sog. Pfundnoten, sondern in freiem Rhythmus und durch freie Noten verziert vorgetragen. -> Choralparaphrase

13 Dufay – Ave regina coelorum III -Hauptsächlicher Träger des Chorals ist der Tenor -Auch der Tenor wird koloriert -Die Hinzugefügten Noten nehmen dabei zum Ende einer Phrase hin zu -Gleichfalls beschleunigen sich die Notenwerte zum Ende einer Phrase hin -Bisweilen wird der Choral im Superius vorausimitiert, Vgl. Mens. 1ff, 45ff etc.

14 Dufay – Ave regina coelorum III -Die Großabschnitte der Motette folgen den Abschnitten der Antiphon -Die Abschnittsenden werden mit betonten Kadenzen (Longae als Finales) markiert -Die freien Texte werden als Tropen eingeschaltet -Besonders betont wird das miserere durch die Lamento-Sext es zu c.

15 Dufay – Ave regina coelorum III -Zudem werden die miserere-Blöcke durch Semibreven im homophonen Satz vervorgehoben -Der Bau der Melodie ist einerseits am Choral orientiert -Andererseits ist Dufay an klarem melodischem Bau (vgl. Mens. 27ff oder 30ff im Superius) und klarer Rhythmik gelegen: = Rhythmischer Gleichschritt der Stimmen

16 Dufay – Ave regina coelorum III Der cantus prius factus bildet auch hier die Grundlage des Satzes. Die freien Stimmen er- gänzen des Satz vielfach in Terzen/Dezimen.

17 Hörbeispiel Dufay – Ave regina coelorum III

18 Ockeghem – Alma redemptoris - vierstimmige Motette über die Antiphon Alma redemptoris mater -Der Cantus prius factus erklingt hauptsächlich im Altus -Prima pars: Tempus perfectum -Secunda pars: Tempus imperfectum -Von den vier Abschnitten der Antiphon (Alma – et stella – tu quae – virgo prius) verteilt Ockeghem 3 auf die Prima, 1 auf die Secunda pars.

19 Ockeghem – Alma redemptoris -Die Abschnittsbildung folgt in Grenzen der Antiphon -So wird der zweite Abschnitt et stella maris Mens. 24ff wird durch Stimmenreduktion vorbereitet -Ähnlich bei tu quae genuisti Mens. 35ff -Große Kadenzen finden sich nur an den Satzschlüssen

20 Ockeghem – Alma redemptoris -Der Kontrapunkt Ockeghems ist weniger konzise oder klar gebaut als derjenige Dufays -Vielfach hat jede Stimme ihren eigenen Rhythmus, vgl. etwa Mens. 15ff, 25ff -Die Phrasen- oder Abschnittsbildung ist zumeist länger als bei Dufay -Der Melodiebau schweifender -Wie Dufay beginnt Ockeghem mit einem hohen und tiefen Bicinium

21 Ockeghem – Alma redemptoris Bereits in seiner Grundgestalt ist der Satz rhythmisch dichter als bei Dufay.

22 Hörbeispiel Ockeghem – Alma redemptoris mater

23 Josquin – Alma red./Ave regina -Josquin schreibt eine Motette über beide Antiphonen! -Beide Antiphonen werden im doppelten Kontrapunkt im ersten Bicinium verarbeitet -Josquin rhythmisiert lediglich die Antiphonen und fügt wenige freie Noten ein -Zu Beginn zitiert er Ockeghems Altus

24 Josquin – Alma red./Ave regina

25 -Wie Dufay und Ockeghem beginnt Josquin mit zwei Bicinien -Die Antiphonen werden im gesamten Werk auf die vier Stimmen verteilt -Wie Dufay und Ockeghem stehen die Prima pars im Tempus perfectum, die Secunda pars im Tempus imperfectum -Dies ist zu Josquins Zeit im vierst. Satz nicht unbedingt üblich

26 Josquin – Alma red./Ave regina -Wie Dufay verteilt Josquin die vier Abschnitte der Antiphonen zu je zwei und zwei auf die beiden Partes -Vor allem in der Secunda pars werden die einzelnen Abschnitte wie bei Dufay klar abgegrenzt -Die Prima pars gleicht in Rhythmus und melodischem Bau eher Ockeghem -Die Secunda pars gleicht in ihrer Klarheit eher Dufay

27 Josquin – Alma red./Ave regina -Josquin hat damit in Aufbau und Stil der Motette beiden Meistern seine Reverenz erwiesen -Das Ockeghem-Zitat zu Beginn weist zudem klar auf dessen Motette hin -Darin kann man jeweils eine Imitation bzw. Aemulatio sehen

28 Josquin – Alma red./Ave regina -Die Kombination beider Antiphonen in einer vierstimmigen Motette wäre eine klassische Superatio -Denn durch die Verwendung zweier Choralvorlagen ist die Determination des Satzes durch bereits vorhandenes Material ungleich höher als bei Dufay und Ockghem.

29 Josquin – Alma red./Ave regina Der Satz ist durch die beiden Choralvorlagen stark determiniert: Rot: Choralvorlagen in ATB blau: Altus

30 Hörbeispiel Josquin – Alma redemptoris mater / Ave regina coelorum

31 Traditionen II Klagekompositionen auf den Tod von Komponisten Ockeghem – Josquin - Gombert

32 Klagekompositionen Johannes Ockeghem Mort, tu as navré de ton dart Musikalisches Epitaph auf Gilles Binchois (um )

33 Klagekompositionen Josquin des Prez Nymphes de boys – Requiem Musikalisches Epitaph auf Johannes Ockeghem (1410/ )

34 Josquin - Nymphes de boys - Fünfstimmig -Verwendet als Tenor den Introitus Requiem aeternam -Wie in Mort, tu as navré ist der Text der freien Stimmen französisch und verwendet Allegorie -In Jean Molinets Text werden die Waldnymphen, die Göttinnen der Quellen und die Sänger aufgerufen, ihre Stimmen in Klagen zu verwandeln.

35 Josquin - Nymphes de boys - Wie in Mort, tu as navré wird der Verstorbene mit Namen im Text genannt -Bemerkenswert ist der Refrain, der bedeutende Komponisten der Josquin- Generation aufzählt: Josquin, Antoine Brumel, Pierre de la Rue (Pierchon) und Loyset Compère

36 Josquin - Nymphes de boys -Der fünfstimmige Satz ist zurückhaltend komponiert (gedämpfter Ton) -Vielfach Tonwiederholungen (en cris trenchans et lamentations) -Sicher auch bedingt durch die teils sehr langen Noten des Tenors -große Sprünge werden möglichst vermieden - keine großen melodischen Bögen

37 Josquin - Nymphes de boys Als besonderes Zeichen der Trauer sind die Stimmen vollständig in schwarzen Noten notiert, auch die Breven und Longen sind schwarz ausgefüllt. Man nennt dieses Phänomen Augenmusik.

38 Hörbeispiel Josquin des Prez Nymphes de boys – Requiem

39 Nicolas Gombert (c c. 1560) Musae Iovis – Circumdederunt me Musikalisches Epitaph auf Josquin des Prez


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