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© Fraunhofer FKIE Spracherwerb apl. Professor Dr. Ulrich Schade Fraunhofer-Institut für Kommunikation, Informationsverarbeitung und Ergonomie

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Präsentation zum Thema: "© Fraunhofer FKIE Spracherwerb apl. Professor Dr. Ulrich Schade Fraunhofer-Institut für Kommunikation, Informationsverarbeitung und Ergonomie"—  Präsentation transkript:

1 © Fraunhofer FKIE Spracherwerb apl. Professor Dr. Ulrich Schade Fraunhofer-Institut für Kommunikation, Informationsverarbeitung und Ergonomie 2. Vorlesung ( )

2 © Fraunhofer FKIE apl. Professor Dr. Ulrich Schade Fraunhofer-Institut für Kommunikation, Informationsverarbeitung und Ergonomie (FKIE) Neuenahrer Straße Wachtberg Telefon: Fax: Kontaktdaten Spracherwerb

3 © Fraunhofer FKIE Überblick Frühphase Zum Erwerb der Syntax Zum Erwerb des Lexikons Zum Erwerb der Phonologie Zum Erwerb der Schriftsprache Sprachentwicklungsstörungen Spracherwerb

4 © Fraunhofer FKIE Erwerb der Syntax Allgemeines Die wichtigste für diese Folien verwendete Quelle ist wiederum Szagun (1996). Spracherwerb

5 © Fraunhofer FKIE Erwerb der Syntax Allgemeines Die Abfolge der grammatikalischen Entwicklung bis 1;0Babbeln, Imitation, Beginn des Sprachverstehens 1;0 – 1;8Einwortäußerungen 1;6 – 2;3Zweiwortäußerungen 2;0 – …Mehrwortäußerungen sporadisch ab 2;6, verstärkt ab 4;0komplexe Äußerungen Spracherwerb

6 © Fraunhofer FKIE Erwerb der Syntax Allgemeines Die Erwerbsreihenfolge der grammatischen Strukturen ist bei Kindern (der gleichen Muttersprache) sehr ähnlich. In der Schnelligkeit, mit der die Strukturen erworben werden, zeigen sich jedoch beträchtliche Unterschiede. Spracherwerb

7 © Fraunhofer FKIE Erwerb der Syntax Einwortäußerungen Kinder produzieren die ersten Wörter zwischen 1;0 und 1;8. Spracherwerb

8 © Fraunhofer FKIE Erwerb der Syntax Einwortäußerungen Spracherwerb Nomen: Mama, Papa, Teddy, Nucki, Auto,... (werden zum Teil wie Namen verwendet) Verbpartikel: ab, weg, auf, runter,... Adverbien: me: (mehr), noma (noch einmal), auch,... Demonstrativa: da, hier,... (werden auch als Imperativ verwendet) Sonstiges: nein!,...

9 © Fraunhofer FKIE Erwerb der Syntax Einwortäußerungen Spracherwerb Schon bei den Einwortäußerungen werden die Frageintonation ( Teddy? = Wo ist mein Teddy) und die Befehlsintonation ( noma! ) korrekt genutzt. Phonologisch schwierige Wörter werden naturgemäß phonologisch nicht korrekt produziert.

10 © Fraunhofer FKIE Erwerb der Syntax Zweiwortäußerungen Kinder produzieren die ersten Zweiwortäußerungen zwischen 1;6 und 2;3. Spracherwerb

11 © Fraunhofer FKIE Erwerb der Syntax Zweiwortäußerungen Spracherwerb Achtung: Die Bedeutung von Zweiwortäußerungen ergibt sich nicht allein aus den Bedeutungen der beiden Wörter, sondern auch aus der intendierten grammatischen Relation, evtl. kodiert durch die Reihenfolge der Wörter und deren Betonung sowie aus dem situativen Kontext, in dem die Äußerung getätigt wird.

12 © Fraunhofer FKIE Erwerb der Syntax Zweiwortäußerungen Spracherwerb charakteristische semantisch-syntaktische Relationen bei Zweiwortäußerungen a) Vorhandensein Das Kind drückt aus, dass etwas/jemand anwesend bzw. vorhanden ist; häufig begleitet mit einer Zeigegeste. Da Teddy. Mama da.

13 © Fraunhofer FKIE Erwerb der Syntax Zweiwortäußerungen Spracherwerb charakteristische semantisch-syntaktische Relationen bei Zweiwortäußerungen b) Nicht-Vorhandensein Das Kind drückt aus, dass etwas/jemand nicht (mehr) anwesend bzw. vorhanden ist. Teddy weg. Weg Nucki.

14 © Fraunhofer FKIE Erwerb der Syntax Zweiwortäußerungen Spracherwerb charakteristische semantisch-syntaktische Relationen bei Zweiwortäußerungen c) Wiederholung Das Kind will, dass etwas wieder auftaucht bzw. dass eine Handlung wiederholt wird. Mehr (+Zeigegeste) Mila ( Milch)! Noma sitte (sitzen)! Der Teddy soll wieder hingesetzt werden. I au! (Ich auch!) besonders beliebt bei Kindern mit Geschwistern

15 © Fraunhofer FKIE Erwerb der Syntax Zweiwortäußerungen Spracherwerb charakteristische semantisch-syntaktische Relationen bei Zweiwortäußerungen d) Handlung mit Subjekt Diese Äußerungen sind je nach Situation und Intention betont (deklarativ / imperativ / interogativ). Opa les. (Opa liest. / Opa lies! / Liest Du mir etwas vor, Opa?) I ess. (Ich esse. / Ich will etwas zu essen haben! / Soll ich das essen?)

16 © Fraunhofer FKIE Erwerb der Syntax Zweiwortäußerungen Spracherwerb charakteristische semantisch-syntaktische Relationen bei Zweiwortäußerungen e) Handlung mit Objekt Diese Äußerungen sind je nach Situation und Intention betont (deklarativ / imperativ / interogativ). Buch lesen. (Beide Reihenfolgen Objekt – Prädikat und Drehn Brücke! Prädikat – Objekt kommen im Deutschen vor.)

17 © Fraunhofer FKIE Erwerb der Syntax Zweiwortäußerungen Spracherwerb charakteristische semantisch-syntaktische Relationen bei Zweiwortäußerungen f) Besitzangabe Mit diesen Äußerungen formuliert das Kind ein Besitzverhältnis. Dani Tasse (+ Zeigegeste) Daniel zeigt auf seine Tasse (Stolz). Mones Puppe! Simone hält ihre Puppe fest und verteidigt sie gegen ihre Schwester. Tias Auto. Daniel schmollt, weil er das Spielzeugauto seines Bruders (Matthias) nicht bekommt.

18 © Fraunhofer FKIE Erwerb der Syntax Zweiwortäußerungen Spracherwerb charakteristische semantisch-syntaktische Relationen bei Zweiwortäußerungen g) Angabe von Ort und Richtung Auto rauf. Daniel schiebt das Auto eine Rampe empor. Teddy Bett. Der Teddy liegt auf dem Bett.

19 © Fraunhofer FKIE Erwerb der Syntax Zweiwortäußerungen Spracherwerb charakteristische semantisch-syntaktische Relationen bei Zweiwortäußerungen h) Attribution Das Kind schreibt einem Objekt eine Eigenschaft zu. Auto putt. (Das Auto ist kaputt.) Puppe kank. (Meine Puppe ist krank.)

20 © Fraunhofer FKIE Erwerb der Syntax Zweiwortäußerungen Spracherwerb Erwerbsreihenfolge der Relationen 1.Vorhandensein, Nichtvorhandensein, Wiederholung 2.Handlung mit Subjekt, Handlung mit Objekt, Angabe von Richtungen 3.Angabe von Orten, Attribution, Bemerken (= spezielle Handlung mit Objekt) Teddy sehen. (Ich sehe meinen Teddy.)

21 © Fraunhofer FKIE Erwerb der Syntax Zweiwortäußerungen Spracherwerb Erwerbsreihenfolge der Relationen Angaben zur Richtung (bei Bewegungen) treten vor Ortsangaben auf. Äußerungen zu Besitzangaben treten je nach Anzahl der Geschwisterkinder früher oder später auf. Weitere Relationen werden gewöhnlich erst dann genutzt, wenn das Kind das Stadium der Mehrwortäußerungen erreicht hat.

22 © Fraunhofer FKIE Erwerb der Syntax Zweiwortäußerungen Spracherwerb Erwerbsreihenfolge der Relationen Zu den Relationen, die relativ spät erworben werden, gehören: Intention (als solche in Worte gefasst will Teddy), Handlung mit Dativ-Objekt (Empfänger), Handlung mit Instrument, erste W-Fragen ( Wo Teddy ?)

23 © Fraunhofer FKIE Erwerb der Syntax Zweiwortäußerungen Spracherwerb Die Intention, die mit einer Zweiwortäußerung verbunden ist, ergibt sich aus der Situation, der Gestik und der Betonung und ist deutlich auf Kommunikation ausgerichtet. Besonders of werden Wünsche formuliert, indem das Endresultat der gewünschten Handlung in Worte gefasst wird.

24 © Fraunhofer FKIE Erwerb der Syntax Zweiwortäußerungen Spracherwerb Morphologische Aspekte bei Zweiwortäußerungen: Flektion tritt nur vereinzelt auf. Er gibt (manchmal) Pluralformen Possessivmarkierungen ( Mone s Puppe) Artikel in der Form von n oder de Adjektivendungen (übergeneralisiert zu - e) Ansätze zum Partizip-Perfekt ( puttemacht) Fragen werden in aller Regel durch Intonation markiert, nicht durch Fragewörter.

25 © Fraunhofer FKIE Erwerb der Syntax Zweiwortäußerungen Spracherwerb Wortstellungsaspekte bei Zweiwortäußerungen: Im Gegensatz zum Erwerb des Englischen ist die Wortstellung bei Zweiwortäußerungen im Deutschen bedingt variabel. Verben stehen allerdings häufig in der Endstellung. Als mögliche Gründe dafür gelten: Verben sind in der Verarbeitung komplexer als Nomen. Eltern kommunizieren mit Kindern häufig über Fragen, bei denen das Verb am Ende steht.

26 © Fraunhofer FKIE Erwerb der Syntax Mehrwortäußerungen Im Alter zwischen 2;0 und 4;0 wird die Syntax in den Äußerungen komplexer. Die Kinder gehen zu Mehrwortäußerungen über und lernen die meisten der Flektionsmorpheme. Spracherwerb

27 © Fraunhofer FKIE Erwerb der Syntax Mehrwortäußerungen Spracherwerb Morphologische Aspekte bei Mehrwortäußerungen Die Morphologie der Nominalphrase Zu lernen sind Markierungen an Artikeln, Nomen, Adjektiven, Pronomen. Markiert werden: ???

28 © Fraunhofer FKIE Erwerb der Syntax Mehrwortäußerungen Spracherwerb Morphologische Aspekte bei Mehrwortäußerungen Die Morphologie der Nominalphrase Zu lernen sind Markierungen an Artikeln, Nomen, Adjektiven, Pronomen. Markiert werden: KASUS, NUMERUS, GENUS, ???

29 © Fraunhofer FKIE Erwerb der Syntax Mehrwortäußerungen Spracherwerb Morphologische Aspekte bei Mehrwortäußerungen Die Morphologie der Nominalphrase Markierungen an Artikeln, Nomen, Adjektiven, Pronomen. Markiert werden: Kasus, Numerus, Genus, Person (bei Pronomen) Definitheit (bei Adjektiven: der groß e Baum / ein groß er Baum )

30 © Fraunhofer FKIE Erwerb der Syntax Mehrwortäußerungen Spracherwerb Morphologische Aspekte bei Mehrwortäußerungen Die Morphologie der Nominalphrase Das grammatische Geschlecht (Genus) wird von Kindern überraschend rasch und relativ fehlerfrei erlernt. Artikel sind in aller Regel in Bezug auf das Genus korrekt flektiert. Dies steht im Gegensatz zum Zweitspracherwerb. Dies steht auch im Gegensatz dazu, dass das grammatische Geschlecht (im Vergleich zum Numerus) nur selten semantisch motiviert ist.

31 © Fraunhofer FKIE Erwerb der Syntax Mehrwortäußerungen Spracherwerb Morphologische Aspekte bei Mehrwortäußerungen Die Morphologie der Nominalphrase Der Numerus wird vergleichsweise langsamer erworben (ab 2;0). Auch hierbei treten nur wenige Fehler auf. Fehler sind nahezu immer Übergeneralisierungsfehler, die dann besonders häufig sind, wenn in der Erwachsenensprache (unsinnigerweise) die Markierung fehlt. In diesen Fällen wird eine Markierung ergänzt: (die) Teller Teller s (meine) Onkel Onkel s

32 © Fraunhofer FKIE Erwerb der Syntax Mehrwortäußerungen Spracherwerb Morphologische Aspekte bei Mehrwortäußerungen Die Morphologie der Nominalphrase Der Kasus bereitet den Kindern am meisten Probleme. Sein Erwerb erstreckt sich stets über einen längeren Zeitraum. Die gewöhnliche Erwerbsreihenfolge ist: Nominativ (unmarkiert) Genitiv (deutlich markiert; semantisch klar) Akkusativ (unterscheidet sich kaum vom Nominativ) Dativ (wird ersetzt durch den Nominativ bzw. den Akkusativ)

33 © Fraunhofer FKIE Erwerb der Syntax Mehrwortäußerungen Spracherwerb Morphologische Aspekte bei Mehrwortäußerungen Die Morphologie der Nominalphrase Die Unterscheidung zwischen Akkusativ und Dativ ist semantisch häufig nicht motiviert ( Arnold traf den Postboten / Arnold begegnete dem Postboten ) und phonologisch oft schwer bemerkbar ( in de n Schrank / in de m Schrank ).

34 © Fraunhofer FKIE Erwerb der Syntax Mehrwortäußerungen Spracherwerb Morphologische Aspekte bei Mehrwortäußerungen Die Morphologie der Nominalphrase Die Unterscheidung zwischen Akkusativ und Dativ in Bezug auf die Unterscheidung zwischen Richtung und Ort ( in de n Schrank / in de m Schrank ) ist zwar semantisch bedeutsam, sie wird aber bereits durch die Wahl des Verbs ( legen / liegen ) kodiert, so dass auch hier (eigentlich) keine Notwendigkeit für die Einführung eines weiteren Falls besteht.

35 © Fraunhofer FKIE Erwerb der Syntax Mehrwortäußerungen Spracherwerb Morphologische Aspekte bei Mehrwortäußerungen Die Morphologie der Nominalphrase Der Erwerb der Personalpronomina, insbesondere der der ersten Person, ist sehr individuell. Manche Kinder verwenden das ich schon vor 2;0; manche benutzen bis 3;6 noch ihren Namen, um Aussagen über sich selbst zu machen.

36 © Fraunhofer FKIE Erwerb der Syntax Mehrwortäußerungen Spracherwerb Morphologische Aspekte bei Mehrwortäußerungen Die Morphologie der Nominalphrase Die Definitheitsmarkierung bei Adjektiven das große Haus (starke Flektion) ein großes Haus (schwache Flektion) großes Haus (schwache Flektion) wird erst sehr spät erworben (etwa mit 3;6). Ein typischer Fehler ist die Übergeneralisierung der starken Form bei Nominalphrasen ohne Artikel: * große Haus.

37 © Fraunhofer FKIE Szagun, G. (1996). Sprachentwicklung beim Kind. Weinheim: Beltz, 6. Auflage. Spracherwerb Literatur


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