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1 Komplexität menschlicher Sprachen Karin Haenelt 19.6.2010.

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Präsentation zum Thema: "1 Komplexität menschlicher Sprachen Karin Haenelt 19.6.2010."—  Präsentation transkript:

1 1 Komplexität menschlicher Sprachen Karin Haenelt

2 Komplexität menschlicher Sprachen und Bestimmung der Komplexität Menschliche Sprachen haben vermutlich die Komplexität schwach-kontextsensitiver Sprachen Bestimmung der Komplexität korrekter Beweis (Shieber 1985): Schnitt einer beobachteten Konstruktion (cross-serial dependency) mir einer regulären Sprache ergibt eine schwach-kontextsensitive Sprache fehlerhafte Argumente: schließen von der Beobachtung einer nicht-regulären Konstruktion auf die Komplexität der umfassenden Sprache vermischen Komplexität der Sprache und Komplexität der Maschine zur Erkennung bestimmter Konstruktionen 2© Karin Haenelt, Komplexität menschlicher Sprachen Mohri/Sproat 2006

3 Beweis von Shieber 1985: Schweizerdeutsch ist schwach-kontextsensitiv Basis: beobachtetes Phänomen: überkreuzende Abhängigkeit (cross-serial dependency) 3 x1x1 x2x2 x3x3 y1y1 y2y2 y3y3 John said that we the children-acc let Hans-dat help the house paint Jan säit das mer dchind em Hans es huus lönd hälfe aastriiche © Karin Haenelt, Komplexität menschlicher Sprachen

4 Beweis von Shieber 1985: Schweizerdeutsch ist schwach-kontextsensitiv Form der überkreuzenden Abhängigkeit: v 1 noun 1 m noun 2 n v 2 verb 1 m verb 2 n v 3 noun {1,2} : Nomina, verb {1,2} : korrespondierende Verben, v i weitere Ausdrücke Homomorphismus v {1,2,3} w bzw. x bzw. y noun {1,2} a bzw. b verb {1,2} c bzw. d Intersektion mit der regulären Sprache wa*b*xc*d*y ergibt schwach-kontextsensitive Sprache wa m b n xc m d n y 4© Karin Haenelt, Komplexität menschlicher Sprachen Mohri/Sproat 2006

5 Beweis von Shieber 1985: Schweizerdeutsch ist schwach-kontextsensitiv kontextfreie Sprachen sind abgeschlossen unter Homomorphismus und unter Schnittbildung mit regulären Sprachen daher kann die Ausgangssprache der Schnittbildung keine strikt-kontextfreie Sprache gewesen sein Shiebers Beweis beruht nicht auf Annahmen über die syntaktische Struktur der Konstruktion sondern auf der Betrachtung der Sprache als Menge von Ketten (zur Unterscheidung: eine Kette kann durch verschiedene Grammatiken verschiedene Strukturierungen erhalten) 5© Karin Haenelt, Komplexität menschlicher Sprachen Mohri/Sproat 2006

6 Voraussetzungen der Argumentation: Länge der Sätze oder Wörter sei unbegrenzt alle Beweise einer höheren Komplexität als regulärer Sprachen gelten nicht, wenn die Phänomene nicht als unbegrenzt angenommen werden können. keines der genannten Argumente ist interessant, wenn man die Länge der Sätze (oder Wörter) als begrenzt durch eine große Zahl N annimmt viele beobachteten Konstrukte sind nur dann nicht-regulär, wenn die Folge der Wörter oder Sätze als unbegrenzt angenommen wird so auch Chomsky 1957 der endliche Automat zur Beschreibung der Sprache kann allerdings sehr groß werden 6 Mohri/Sproat 2006 © Karin Haenelt, Komplexität menschlicher Sprachen

7 Fehlerhafte Argumentation Eine Schwalbe mache einen Sommer Fehlerhafte Argumentation Man entdeckt eine spezielle Konstruktion K einer Sprache L, die eine Sprache L L erzeugt, die an einer wohl- definierten Position P in der Chomsky-Hierarchie liegt. Hieraus folgert man, dass L an Position P P liegt. Sei beispielsweise L kontextsensitiv, so sei L mindestens kontextsensitiv. reguläre Sprachen können nicht-reguläre Konstrukte enthalten jede Sprache L über einem Alphabet Σ ist eine Teilmenge der Sprache L = Σ*. Die Entdeckung einer Subsprache L L – egal wie komplex - besagt nichts über die Komplexität von L 7 Mohri/Sproat 2006 © Karin Haenelt, Komplexität menschlicher Sprachen

8 … Beispiel L = {a p b q : p, q } ist eine reguläre Sprache Ein Automat, der L erkennt, erkennt auch L 1 = {a n b n : n } L 2 = {ww R : w Σ*} 8 Mohri/Sproat 2006 © Karin Haenelt, Komplexität menschlicher Sprachen

9 Fehlerhafte Argumentation Sprache (Menge von Zeichenfolgen) – Struktur einer Konstruktion versäumt zu unterscheiden: Komplexität der Sprache und Komplexität der Maschine zur Erkennung bestimmter Konstruktionen Sprache und Struktur 9 Mohri/Sproat 2006 © Karin Haenelt, Komplexität menschlicher Sprachen

10 Beispiele fehlerhafter Argumentationen Chomsky (1957): English is not a finite state language. (Korrekte Terminologie: regular language) Large classes of context-free languages such as some of those used in Chomskys argument have been proved to be representable by weighted finite automata (Cortes & Mohri 2000). Hobbs & al. (1997) Finite-state models are clearly not adequate for full natural language processing.... Every computational linguistics graduate student knows, from the first textbook that introduces the Chomsky hierarchy, that English has constructs, such as center embedding, that cannot be described by any finite-state grammar. (Arnold 2000).Natural Languages are not Finite State (regular). There is no FSA (hence type 3 grammar) that can generate a n b n. Natural Languages are infinite, and have constructions like a n b n, i.e. nested dependencies Mohri/Sproat 2006 © Karin Haenelt, Komplexität menschlicher Sprachen

11 Modellierung der Struktur menschlicher Sprachen Morphologie Mittel der Wahl: Typ-3-Grammatiken, reguläre Sprachen einige Fälle können durch geringe spezielle Erweiterungen endlicher Automaten effizienter behandelt werden Syntax Für die endliche "Kernsprache" der tatsächlich vorkommenden akzeptablen Sätze des Deutschen (und anderer Sprachen) kann man annehmen, dass eine nicht- triviale Beschreibung als Typ-3-Sprache möglich ist Der menschliche Analysator bewältigt nur bestimmte Schachtelungstiefen (für begrenzte Schachtelungstiefen reicht Typ-3) 11 Kunze 2001: 143f © Karin Haenelt, Komplexität menschlicher Sprachen

12 Modellierung der Struktur menschlicher Sprachen Bei Fortsetzung der Kernsprache ins Unendliche tritt ein Komplexitätsschub bei Zentraleinbettungen auf Bedingungen nicht mit Typ-3 Grammatik darstellbar Anzahl der Nomina und Verben muss übereinstimmen gewisse Merkmale, die eine Kongruenz sichern, müssen übereinstimmen Unendliche Einbettungen kommen in der Praxis nicht vor 12 Kunze 2001: 143ff © Karin Haenelt, Komplexität menschlicher Sprachen

13 … Trend in der Folge von Chomsky 1957: Suche nach immer komplexeren Konstruktionen Motiv eher Konstruktion neuer formaler Theorien als Sammlung und Beobachtung von Sprachdaten 13© Karin Haenelt, Komplexität menschlicher Sprachen

14 Effektivität und Effizienz Effektivität eine Struktur mit einer Typ-3-Grammatik beschreiben zu können, bedeutet nicht, dass man sie auf diese Weise effektiv beschreiben kann beispielsweise kann eine einzige kontextsensitive Regel einer großen Menge kontextfreier Regeln entsprechen Effizienz endliche Automaten haben eine viel bessere Laufzeit – O(n)- als Automaten mit zusätzlichen Speichern – O(n x ) 14 Kunze 2001: 143ff © Karin Haenelt, Komplexität menschlicher Sprachen

15 Literatur Arnold, Doug (2000) LG511 Computational Linguistics I: Parsing and Generation. University of Essex. URL: 7.html. Chomsky, Noam (1957) Syntactic Structures. The Hague: Mouton. Cortes, Corinna & Mehryar Mohri (2000) Context-Free Recognition with Weighted Automata. Grammars 3: 2–3. Hobbs, Jerry R., Douglas Appelt, John Bear, David Israel, Megumi Kameyama, Mark Stickel & Mabry Tyson (1997) FASTUS: A Cascaded Finite-State Transducer for Extracting Information from Natural-Language Text. In Emmanuel Roche & Yves Schabes (eds.) Finite-State Language Processing, pp. 383–406. Language, Speech, and Communication. Cambridge, MA: The MIT Press. 15© Karin Haenelt, Komplexität menschlicher Sprachen

16 Literatur Jürgen Kunze (2001). Computerlinguistik. Voraussetzungen, Grundlagen, Werkzeuge. Vorlesungsskript. Humboldt-Universität zu Berlin. Mehryar Mohri und Richard Sproat (2006) On a Common Fallacy in Computational Linguistics. In: Mickael Suominen, Antti Arppe, Anu Airola, Orvokki Heinämäki, Matti Miestamo, Urho Määttä, Jussi Niemi, Kari K. Pitkänen and Kaius Sinnemäki (Hrsg.). A Man of Measure: Festschrift in Honour of Fred Karlsson on this 60th Birthday. pages SKY Journal of Linguistics, Volume 19, On a Common Fallacy in Computational Linguistics Shieber, Stuart Evidence against the context-freeness of natural language. Linguistics and Philosophy 8: 333– © Karin Haenelt, Komplexität menschlicher Sprachen


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