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Die Romanows Sterbliche Überreste identifiziert. Hintergrund Im Juli 1991 wurden in der Stadt Jekaterinburg in einem flachen Grab im russischen Ural neun.

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1 Die Romanows Sterbliche Überreste identifiziert

2 Hintergrund Im Juli 1991 wurden in der Stadt Jekaterinburg in einem flachen Grab im russischen Ural neun Gerippe geborgen. Bei den Überresten handelte es sich vermutlich um die Zarenfamilie der Romanows, der letzte Zar Nikolaus II., die Zarin Alexandra, drei ihrer fünf Kinder, ihr Arzt und drei Bedienstete. Diese wurden im Keller ihres Hauses, am 16. Juli 1918 in mitten des russischen Revolutionschaos, von Bolschewiken exekutiert.

3 Untersuchung der Identität der neun Skelette Um die wahre Identität der Skelette zu klären, setzte man das Verfahren des genetischen Fingerabdrucks ein. Dabei stellte man fest, dass fünf der neun Skelette, zwei Erwachsene und drei Kinder, zu einer Familie gehörten und dass einer der Erwachsenen männlich ist. Die anderen vier Skelette sind weder untereinander noch mit der Familie verwandt. Aus den Knochen gewannen die Genetiker mt-DNA und fanden zwei verschiedene Sequenzen. Zum einen die Sequenz der Mutter und ihren drei Kindern und die eines Mannes, dem mutmaßlichen Zar. Die Kinder erbten die Sequenz ihrer Mutter, der Mann erbte seine mt-DNA von seiner Mutter; gab diese aber nicht an seine Kinder weiter. Dieses Ergebnis lieferte noch keinen Beweis dafür, dass man die Romanows gefunden hatte. Um die Zugehörigkeit der Skelette zu der Romanow-Familie zu beweisen, benötigte man die DNA von den nächsten Verwandten, um diese mit der DNA des Zaren und seiner Frau zu vergleichen. Die Verwandtschaftsgrade können in den folgenden Stammbäumen nachvollzogen werde.

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5 Der Graf Trubezkoi, dessen mt-DNA zum Vergleich untersucht wurde, war der Ururenkel der Großmutter des Zaren, Louise von Hessen-Kassel. Der nächste lebende Blutsverwandte der Zarin war der über eine rein weibliche Linie verbundene, von ihrer Schwester abstammende Prinz Philip, Herzog von Edingburgh, und Gemahl der englischen Königin Elisabeth II. Der Vergleich der mt-DNA der Zarin mit der des Prinzen ergab eine übereinstimmende DNA. Der Vergleich der mt-DNA des Zaren und dem Grafen Trubezkoi wiederum ergab an einer Position keine Übereinstimmung. Der Zar besaß eine Heteroplasmie an der nicht übereinstimmenden Stelle. Beim Bruder des Zaren trat das gleiche Phänomen auf. Die Häufigkeit der mt- DNA des Prinzen Philip liegt bei 1:1000, die des Grafen Trubezkoi bei 1:100. Multipliziert man diese zwei Werte ergibt sich eine Wahrscheinlichkeit von 1:100000, dass es sich nicht um die Zarenfamilie handelt. Zudem muss man bedenken, wie durch den genetischen Fingerabdruck bewiesen, dass es sich bei dem Fund um eine Familie handelt. Die Ergebnisse der mt-DNA-Untersuchungen werden in noch folgenden Abbildungen erläutert.

6 Ergebnisse des mt-DNA-Vergleichs

7 Erklärung der Tabelle zum Vergleich der mt-DNA a) zeigt die Position der jeweiligen Basen an b) stellt die Standard-mt-DNA-Sequenz nach Anderson da (erste Mitochondrien- DNA- Sequenz, die vollständig bekannt war), mit der andere Sequenzen verglichen werden. Hiermit wird dargestellt, an welcher Position eine Mutation vorliegt und sich dadurch von anderen mt-DNAs unterscheidet. c): Bei Untersuchung der mt-DNA-Sequenz der einzelnen dargestellten Personen, sind Basen aufgezeichnet, die von der Standard DNA abweichen, also an dieser Position eine Punktmutation aufweisen. Personen mit Mutationen an den gleichen Positionen stammen von der gleichen Urmutter ab und sind somit blutsverwandt. Die mt-DNA der vermutlichen Bediensteten und die des Arztes stimmen nicht an jeder Stelle überein. Sie sind weder untereinander, noch mit den anderen untersuchten Personen verwandt. Die drei vermutlichen Zarentöchter und die vermutliche Zarin weisen die gleiche mt-DNA auf, sind also blutsverwandt. Da auch Prinz Philip, ein maternaler Blutsverwandter der Zarin, diese mt-DNA besitzt, liegt es nahe – ist jedoch nicht 100%ig bewiesen – dass es sich tatsächlich um die Zarin und ihre Töchter handelt.

8 Beim Vergleich der vermutlichen mt-DNA des Zaren und der von zwei seiner Blutsverwandten mütterlicherseits, stimmt die mt-DNA-Sequenz bis auf eine Stelle überein. Bei dem Zar liegt hier eine Heteroplasmie vor, an dieser Position befindet sich sowohl Cytosin als auch Thymin (Y= C/T).

9 Heteroplasmie Der Begriff Heteroplasmie, der im weiteren Verlauf wichtig ist, bedeutet, dass sich in einer Zelle zwei Arten von Mitochondrien mit unterschiedlicher DNA befinden, die sich in mindestens einer Punktmutation unterscheiden. Die DNA des mutmaßlichen Zaren weicht an folgenden Stellen von der Standartsequenz nach Anderson ab: 126, 294, 296; die des Grafen Trubezkoi an den Stellen 126, 169, 294, 296. Nun stellt sich die Frage, ob die beiden Personen trotz dieser einen unterschiedlichen Mutation eine gemeinsame Urmutter haben können. Jedoch weist die eine unterschiedliche Mutation auf keine nahe Verwandtschaft hin. Doch die Wissenschaftler wurden durch die drei gleichen Mutationen misstrauisch und vermuteten, dass die Personen doch verwandt sein. Es war nun sicher, dass es sich hier um eine Heteroplasmie handelte, bei der eine Punktmutation an der Stelle 169 stattgefunden hat. Diese Mutation hat sich jedoch noch nicht vollständig durchgesetzt, so kam es dann zu den zwei verschiedenen Arten von Mitochondrien- DNA.

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11 Erklärung der Grafik zu: DNA des Zaren Die vorherige Grafik zeigt die DNA-Sequenz des Zaren (1) des Grafen Trubezkoi (2) und einer weiteren Urahnin des Zaren (3). Durch die vier verschiedenen Kurven werden die Basen Thymin, Adenin, Cytosin und Guanin dargestellt. Jeder Ausschlag einer Kurve zeigt die vorliegende Base an der jeweiligen Stelle. Wenn z.B. die Kurve der Base Adenin an einer Stelle ausschlägt, ist hier die Base Adenin zu finden. Beim Zaren sind an der Stelle 169 zwei Kurven sichtbar, die der Base Cytosin und der Base Thymin. Dies macht die Heteroplasmie deutlich.

12 Wer ist Anna Anderson? Im Februar 1919 tauchte in Berlin eine junge Frau auf, die behauptete, die Zarentochter Anastasia zu sein. Sie wurde als Fräulein Unbekannt in eine psychatrische Anstalt eingewiesen. Bis zu ihrem Tod wurde ihre Behauptung weder bewiesen noch widerlegt, da sie sich bis zum Ende weigerte DNA-Proben von ihr für Untersuchungen zu ihrer Herkunft bereit zustellen. Aus einer alten Gewebeprobe, die man Anna im Krankenhaus entnahm, wurde ihre mitochondriale DNA mit der des Prinzen Philip verglichen, um ihre mögliche Abstammung der Zarenfamilie zu bestimmen oder widerlegen. Die roten Zahlen geben die Position der Basen in der Kontrollregion der mitochondrialen DNA an. Die blau gekennzeichneten Basen ziegen die Standard Basenfolge nach Anderson, mit der die mtDNA der verschiedenen Personen verglichen wurde. In den darunter liegenden Zeilen sieht man die Basenfolge der untersuchten Personen. An der Stelle wo eine Base eingetragen ist, unterscheidet sich diese von der Standard Basenfolge. In der Abbildung ist deutlich zu sehen, dass Prinz Philip, ein Nachfahre der Zarenfamilie mütterlicherseits, eine völlig andere Sequenz aufweist als Anna Anderson. Somit ist Anna Anderson auf keinen Fall eine der Zarentöchter.

13 Kurz bevor die vermeintliche Anna Anderson auftrat und sich als Zarentochter Anastasia ausgab, verschwand eine junge Frau namens Franziska Schanzowska in Berlin. Mit Hilfe der mt-DNA eines lebenden Verwandten Franziskas mütterlicherseits (C. Maucher) wurde festgestellt, dass ihre Sequenz mit der von Anna Anderson übereinstimmt, welches man auch in der Abbildung gut erkennen kann (kursiv). Somit ist deutlich belegt, dass Anna Anderson in Wirklichkeit Franziska Schanzkowska ist und keine Zarentochter.

14 Mitochondriale DNA Sequenzen DNA der PersonPosition der nichtcodierten Kontrollregion CTCCTT Prinz PhilipTC Anna AndersonCTTC C. MaucherCTTC

15 Anna Anderson Anastasia

16 Quellen Sykes, Bryan: Die sieben Töchter Evas. Bastei Lübbe Verlag, Gill, Peter et al.: Nature Genetics 6. The remains of the Romanovs, S , 2004 Stoneking, Mark et al.:Nature Genetics 9. Establishung the identity of Anna Anderson Manahan, S. 9-10, 1995


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