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WS 2005/06 - Dr. C. Paulus - FR Erziehungswissenschaft Universität Saarbrücken 1 Definition Ein Test ist ein wissenschaftliches Routineverfahren zur Untersuchung.

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1 WS 2005/06 - Dr. C. Paulus - FR Erziehungswissenschaft Universität Saarbrücken 1 Definition Ein Test ist ein wissenschaftliches Routineverfahren zur Untersuchung eines oder mehrerer empirisch abgrenzbarer Persönlichkeits- merkmale mit dem Ziel einer möglichst quantitativen Aussage über den relativen Grad der individuellen Merkmalsausprägung wissenschaftliches Routineverfahren Persönlichkeits- merkmale quantitativenwissenschaftliches Routineverfahren Persönlichkeits- merkmale quantitativen(G.A.Lienert)

2 WS 2005/06 - Dr. C. Paulus - FR Erziehungswissenschaft Universität Saarbrücken 2 Wissenschaftlich: Es existiert eine Theorie, unter welchen Bedingungen aus den Testergebnissen welche Aussagen über die getesteten Personen abgeleitet werden können Routineverfahren: Der Test wurde an einer größeren Stichprobe bereits erprobt und ist so beschrieben, dass er von anderen Personen mit anderen Testleitern durchgeführt werden kann

3 WS 2005/06 - Dr. C. Paulus - FR Erziehungswissenschaft Universität Saarbrücken 3 Persönlichkeitsmerkmale: Bei einer Testung geht es stets um die Erfassung eines relativ stabilen und konsistenten Merkmals (das für die im Test gezeigten Reaktionen verantwortlich ist) von Personen

4 WS 2005/06 - Dr. C. Paulus - FR Erziehungswissenschaft Universität Saarbrücken 4 Quantitative Aussagen: Dies ist etwas zu eng gefasst, denn es können auch qualitative (kategoriale) Aussagen eines nominal skalierten Merkmals erfasst werden

5 WS 2005/06 - Dr. C. Paulus - FR Erziehungswissenschaft Universität Saarbrücken 5 Warum eine Theorie über Tests? Eigentlich: Theorie über verschiedene Arten von Tests, ihren Aufbau und ihre Konstruktionsprinzipien, weil: Testauswertung = Antwortverhalten Merkmal Dies bedarf einer Theorie! Die Testtheorie beschäftigt sich mit dem Zusammenhang von Testverhalten und dem zu erfassenden Merkmal

6 WS 2005/06 - Dr. C. Paulus - FR Erziehungswissenschaft Universität Saarbrücken 6 Messfehlertheorie X = T + e Axiome der klassischen Testtheorie 1. (e) = 0, d.h. bei wiederholter Messung an der gleichen Vp heben sich die Messfehler gegenseitig auf 2. (T,e) = 0, d.h. die Höhe des Messfehlers ist unabhängig vom getesteten Merkmal 3. (ex,Ty) = 0, d.h. die Höhe des Messfehlers ist unabhängig vom Ausprägungsgrad anderer Persönlichkeitsmerkmale 4. (ex, ey) = 0, d.h. die Messfehler verschiedener Testanwendungen sind unabhängig voneinander

7 WS 2005/06 - Dr. C. Paulus - FR Erziehungswissenschaft Universität Saarbrücken 7 Gütekriterien

8 WS 2005/06 - Dr. C. Paulus - FR Erziehungswissenschaft Universität Saarbrücken 8 Objektivität oder wie unabhängig ist der Test? Durchführungsobjektivität Auswertungsobjektivität Interpretationsobjektivität

9 WS 2005/06 - Dr. C. Paulus - FR Erziehungswissenschaft Universität Saarbrücken 9 Reliabilität oder wie genau misst der Test? Retest-Reliabilität Paralleltest-Reliabilität Innere Konsistenz, gemessen durch Testhalbierung oder Konsistenzanalyse (Itemanalysen)

10 WS 2005/06 - Dr. C. Paulus - FR Erziehungswissenschaft Universität Saarbrücken 10 Validität oder was misst der Test? Inhaltliche Validität: z.B. Schulleistungstest Konstruktvalidität: direkte Ableitung aus Theorie (z.B. Angst, Aggression) Kriteriumsvalidität: Außenkriterium Augenscheinvalidität: Expertenrating

11 WS 2005/06 - Dr. C. Paulus - FR Erziehungswissenschaft Universität Saarbrücken 11 Wechselbeziehungen Objektivität Interpretation / Auswertung / Durchführung Reliabilität Innere Konsistenz Parallel- und Retest Validität kriteriumsbezogen Die Parallel- oder Retestreliabilität kann nicht höher sein als die Konsistenz oder die Objektivität Ein Test kann nicht valider sein als er reliabel ist Hohe Validität bedeutet zwangsläufig auch hohe Objektivität, Konsistent und Reliabilität

12 WS 2005/06 - Dr. C. Paulus - FR Erziehungswissenschaft Universität Saarbrücken 12 Ende des 1. Teils

13 WS 2005/06 - Dr. C. Paulus - FR Erziehungswissenschaft Universität Saarbrücken 13

14 WS 2005/06 - Dr. C. Paulus - FR Erziehungswissenschaft Universität Saarbrücken 14 Testaufgabentypen Gebundene Aufgabenbeantwortung Einfache Auswertung Kurze Lösungszeit Frageformulierung nicht immer leicht (Negativfragen!!) hohe Ratewahrscheinlichkeit Verringerung der Reliabilität Entscheidung für den Pb manchmal schwierig Dichotomer Antworttyp Essen Sie gerne Spaghetti? ja nein Das Jahr 2000 ist ein Schaltjahr stimmt stimmt nicht

15 WS 2005/06 - Dr. C. Paulus - FR Erziehungswissenschaft Universität Saarbrücken 15 dichotome Antwortmöglichkeit Testaufgabentypen dichotome Antwortmöglichkeit Geeignet wenn... ein Test schnell konstruiert bzw. improvisiert werden soll die Testdurchführung wenig Zeit beanspruchen soll Auswertung durch Hilfspersonal geschieht Aufgabeninhalt leicht verständlich ist Informationen über ein Persönlichkeitsmerkmal auf möglichst breiter Basis durch möglichst viele Fragen und Aufgaben erzielt werden soll gedankliche Verarbeitung und Gedächtnisleistung keine Rolle spielt Zufallslösungen irrelevant sind oder berücksichtigt werden (Zufallskorrektur)

16 WS 2005/06 - Dr. C. Paulus - FR Erziehungswissenschaft Universität Saarbrücken 16 Testaufgabentypen Gebundene Aufgabenbeantwortung ökonomische Durchführung und Auswertung geringe Ratewahrschein- lichkeit, wenn Distraktoren gut sind Erfahrung zur Formulierung von Items nötig Spontaneität bei Vpn behindert Mehrfach-Wahl-Aufgabe (multiple choice) Deutschland war Fußballweltmeister... a)1968b) 1980c) 1974d) 1984 Ich komme gerne in dieses Seminar: Immer oft manchmal selten nie

17 WS 2005/06 - Dr. C. Paulus - FR Erziehungswissenschaft Universität Saarbrücken 17 multiple choice Testaufgabentypen multiple choice Gut geeignet weil... beste Anwendungsmöglichkeit für geeichte Tests Weniger gut geeignet wenn... die Lösungsfindung selbstständig erfolgen soll die Erstellung von Antwortalternativen (Distraktoren) schwierig ist, wie das folgende Beispiel verdeutlicht:

18 WS 2005/06 - Dr. C. Paulus - FR Erziehungswissenschaft Universität Saarbrücken 18 multiple choice Testaufgabentypen multiple choice Bild der Frau vom

19 WS 2005/06 - Dr. C. Paulus - FR Erziehungswissenschaft Universität Saarbrücken 19 offene Antwortmöglichkeit Testaufgabentypen offene Antwortmöglichkeit Offene Antworten Woher kommt der Wind? ____________________________________ Wie beurteilen Sie dieses Seminar? ___________________________ wichtige Form zur Erfassung bestimmter Eigenschaften wie z.B. Ausdrucksfähigkeit, Wortschatz etc. Auswertungsobjektivität problematisch zu erreichen Auswertung zeitaufwendig

20 WS 2005/06 - Dr. C. Paulus - FR Erziehungswissenschaft Universität Saarbrücken 20 halboffene Antwortmöglichkeit Testaufgabenbeispiele halboffene Antwortmöglichkeit An welchen Flüssen liegen die folgenden Städte? Nürnberg:____________Frankfurt:_____________ Hamburg:____________Berlin:________________ Bremen:_____________Saarlouis:_____________

21 WS 2005/06 - Dr. C. Paulus - FR Erziehungswissenschaft Universität Saarbrücken 21 Testaufgabenbeispiele Zuordnungsaufgaben Welches Verb gehört zu welchem Substantiv? 1) ein Vortraga) erzählen 2) eine Geschichteb) machen 3) eine Erklärungc) halten 4) ein Gesprächd) abgeben 5) einen Vorschlage) führen eignen sich gut zur Feststellung erworbenen Wissens Informiert schnell über elementares Tatsachenwissen große Anzahl von Aufgaben auf kleiner Fläche möglich Freiheitsgrad = 1 Lösungsfindung erfolgt nicht selbstständig, da Antworten vorgegeben

22 WS 2005/06 - Dr. C. Paulus - FR Erziehungswissenschaft Universität Saarbrücken 22 Testaufgabenbeispiele Blitz : Donner = Hören : ? Gewitter / Sehen / Regen / Fühlen / WolkenErgänzungsaufgaben Sortiere die folgenden Brüche der Größe nach, beginne mit dem Größten 4/ / / / /6Umordnungsaufgaben

23 WS 2005/06 - Dr. C. Paulus - FR Erziehungswissenschaft Universität Saarbrücken 23 Testaufgabenbeispiele Lückentext Die menschliche Persönlichkeit und deren ___________ ist eine sehr _______________ Angelegenheit. Unstrittig ist, dass es sich bei den Entwicklungs_________ um eine Interaktion, also ein Zusammenspiel zwischen _________-________ Veranlagungen und _________ handelt. Jeder Teil für sich genommen führt nicht zwingend und unmittelbar zu bestimmten __________; sondern die Reaktion des einen Teils (_______) auf entsprechende Veranlagungen steuert die _________ einer menschlichen Persönlichkeit. frei von Zufallseinflüssen Antwortformulierung nach freiem Ermessen -> Gefahr von Suggestivwirkung Antwortformulierung nach freiem Ermessen zeitaufwendig nicht immer eindeutig (Objektivität!)

24 WS 2005/06 - Dr. C. Paulus - FR Erziehungswissenschaft Universität Saarbrücken 24 Formale Kriterien einer guten Testaufgabe Objektivität: Sie muss von verschiedenen Auswertern gleichermaßen als richtig oder falsch bewertet werden Reliabilität: Gleiche Antworten bei kurzzeitiger Testwiederholung muss erwartet werden Validität: Eine Aufgabe ist dann valide, wenn sie von Pbn mit starker Merkmalsaufprägung häufiger richtig beantwortet wird als von Pbn mit geringer Merkmalsausprägung (Trennschärfe)

25 WS 2005/06 - Dr. C. Paulus - FR Erziehungswissenschaft Universität Saarbrücken 25 Inhaltliche Kriterien einer guten Testaufgabe Die Aufgabe als inhaltliche Ganzheit soll einen wesentlichen Aspekt des untersuchten Merkmals betreffen Jede Aufgabe soll von jeder anderen inhaltlich unabhängig sein. Die Lösung einer Aufgabe darf keinen Hinweis auf die Lösung einer anderen Aufgabe enthalten und schon gar nicht von deren Lösung abhängig sein Jede Aufgabe soll, soweit dies mit dem Testziel vereinbar ist, speziell, konkret und wirklichkeitsnah gestaltet sein und nicht allgemein, abstrakt und wirklichkeitsfern

26 WS 2005/06 - Dr. C. Paulus - FR Erziehungswissenschaft Universität Saarbrücken 26 Regeln für den sprachlichen Aufbau einer Testaufgabe 1.Vermeide mehrdeutige Begriffe (u.a. oft) 2.Vermeide Begriffe, die nur einem Teil der Pbn geläufig sind 3.Jede Aufgabe soll nur einen Aspekt oder Gedanken enthalten, d.h. keine durch und verbundenen Aussagen 4.Möglichst positive Aussagen, Fragen oder Formulierungen ( doppelte Verneinung) 5.Vermeide Verallgemeinerungen jeder Art, besonders solche, die nur zeitweise Gültigkeit haben 6.Vermeide umständliche Länge oder telegrafische Kürze im Aufgabentext 7.Prüfe die Eindeutigkeit der Frage an einer kleinen Teststichprobe (Fragentext ist eindeutig / nicht ganz / unklar) 8.Gleiches gilt für die Testanweisung

27 WS 2005/06 - Dr. C. Paulus - FR Erziehungswissenschaft Universität Saarbrücken 27 Ende des 2. Teils

28 Kriteriumsorientierte Leistungsmessung Abgrenzung Konstruktion Analyse Praxis

29 WS 2005/06 - Dr. C. Paulus - FR Erziehungswissenschaft Universität Saarbrücken 29 Abgrenzung Frage: Kann ein Schüler Aufgaben lösen, die ein Kriterium um- oder beschreibt?

30 WS 2005/06 - Dr. C. Paulus - FR Erziehungswissenschaft Universität Saarbrücken 30 Abgrenzung... nicht auf Erfassung individueller Differenzen (wie klassische Persönlichkeitstests), also auf die Ermittlung eines Rangplatzes in einer Normgruppe, ab... sondern auf Feststellung der Leistung eines Schülers bzgl. eines vorgegebenen spezifischen Aufgabenbereichs Kriteriumsorientierte Test zielen...

31 WS 2005/06 - Dr. C. Paulus - FR Erziehungswissenschaft Universität Saarbrücken 31 Definitionen Ein Test zur Erfassung eines Persönlichkeitsmerkmals, sofern dieses durch die ´Bewältigung´ einer wohldefinierten Aufgabe gekennzeichnet ist (nach Klauer, 1987) Kriteriumsorientiert ist ein Test, der die Gesamtheit einer wohldefinierten Menge von Aufgaben enthält oder repräsentiert und der zu dem Zweck konstruiert ist, –die Fähigkeit des Schülers zur Lösung der definierten Aufgabe zu schätzen und/oder –ihn gemäß dieser Fähigkeit einer Klasse von Schülern zuzuordnen (dto.) Informelle Schulleistungstests sind Verfahren der Pädagogischen Diagnostik, die durch Lehrer konstruiert werden, um die Ergebnisse der von ihnen geplanten Lernvorgänge in ihrer Klasse möglichst objektiv zu erfassen und für ihr pädagogisches Handeln nutzbar zu machen.

32 WS 2005/06 - Dr. C. Paulus - FR Erziehungswissenschaft Universität Saarbrücken 32 Definitionen Kurz: wir messen, ob ein Schüler das vorher festgesetzte Kriterium oder Leistungsniveau erreicht hat oder nicht Dies setzt einen absoluten Gütemaßstab voraus Dieser ist nicht von der Leistung der anderen Schüler abhängig, die den gleichen Unterricht und gleichen Test erhalten haben

33 WS 2005/06 - Dr. C. Paulus - FR Erziehungswissenschaft Universität Saarbrücken 33 Das bedeutet im Prinzip... Es geht nur um die Entscheidung: bestanden oder nicht bestanden Trotzdem sind Vergleiche zwischen Schülerleistungen möglich

34 WS 2005/06 - Dr. C. Paulus - FR Erziehungswissenschaft Universität Saarbrücken 34 Definitionen Kriterium kann dabei bedeuten: ein Lernziel (das erreicht oder nicht erreicht worden sein kann) ein Leistungskontinuum, in dem unterschiedlich gute Schüler unterschiedliche Positionen einnehmen können ein Leistungsstandard, an dem sich Vorhersagen bestätigen oder nicht

35 WS 2005/06 - Dr. C. Paulus - FR Erziehungswissenschaft Universität Saarbrücken 35 Alltags-Beispiele

36 WS 2005/06 - Dr. C. Paulus - FR Erziehungswissenschaft Universität Saarbrücken 36 Alltags-Beispiele trier.de/personen/phank/veranstaltungen/Diagnostik0001/Diagnostik0001.pdf

37 WS 2005/06 - Dr. C. Paulus - FR Erziehungswissenschaft Universität Saarbrücken 37 Alltags-Beispiele trier.de/personen/phank/veranstaltungen/Diagnostik0001/Diagnostik0001.pdf

38 WS 2005/06 - Dr. C. Paulus - FR Erziehungswissenschaft Universität Saarbrücken 38 Einsatzmöglichkeiten Beurteilung individualisierter Lernprogramme Diagnose individueller Schwierigkeiten einzelner Schüler Einschätzung der Fähigkeit eines Schülers in einem bestimmten Bereich Messung dessen, was ein Schüler gelernt hat Nachweis von Kompetenz Eingangskontrolle zu Beginn einer neuen Lerneinheit

39 WS 2005/06 - Dr. C. Paulus - FR Erziehungswissenschaft Universität Saarbrücken 39 Merkmale Die materiale Basis für die Erstellung und Durchführung ist die Unterrichtseinheit oder Teile davon. Die Tests orientieren sich an den vorher aufgestellten Lernzielen. Die Tests erwachsen in Inhalt und Methode dem vorhergehenden Unterricht. In einer Aufgabe wird nur ein Lernziel getestet. Art der Durchführung, Lösungsschlüssel und Auswertungsschemata sind nach verbindlichen Kriterien vorher festgelegt.

40 WS 2005/06 - Dr. C. Paulus - FR Erziehungswissenschaft Universität Saarbrücken 40 Vorgehensweise: Konstruktion Die Konstruktion geschieht durch den Lehrer (teacher made tests). Der methodische Konstruktionsaufwand richtet sich nach Ausbildung, Verfügbarkeit technischer Hilfsmittel und Arbeitszeit des Lehrers. Das bedeutet z. B. Abstriche beim Umfang (Aufgabenniveaus, Ableitung der Testaufgaben, Genauigkeit...) Der Test orientiert sich an den pädagogischen Bedürfnissen einer oder weniger Schulklassen. Diese Tests sind nicht auf überregionale Anwendbarkeit angelegt. Die Objektivität wird weitgehend durch die Standardisierung der Prüfungssituation, der Aufgabenstellung und Rohpunktauswertung erreicht.

41 WS 2005/06 - Dr. C. Paulus - FR Erziehungswissenschaft Universität Saarbrücken 41 Vorgehensweise: Konstruktion Bei sorgfältiger Testkonstruktion können auch für informelle Tests Zuverlässigkeit und Gültigkeit angenommen werden, werden aber nicht durch statistische Verfahren nachgewiesen. Diese Tests sollen dazu beitragen, dass viele traditionellen Kurzarbeiten und mündlichen Prüfungen durch objektivere Methoden ersetzt werden. Es werden dieselben Aufgabentypen wie für formelle Tests benutzt, wobei Alternativformen und Kurzantworten überwiegen.

42 WS 2005/06 - Dr. C. Paulus - FR Erziehungswissenschaft Universität Saarbrücken 42 Vorgehensweise: Konstruktionsphasen Curriculare Phase: Der Lehrer orientiert sich nur an den Lehrzielen, die er für seine Klasse ausgewählt hat. Meist untersucht er kleinere Unterrichtseinheiten. Die Lehrziele werden häufig operationalisiert und in Testaufgaben umgesetzt. Spezifikationstabellen sollen helfen, sich über inhaltliche und kognitive Anforderungen klar zu werden und diese angemessen zu berücksichtigen. Die Aufgabenkonstruktion unterscheidet sich nicht wesentlich von den formellen Tests. Auch Karten, Demonstrationen von Versuchen usw. können in die Aufgabenstellung mit einbezogen werden. Die Lehrer sollten ihre Entwürfe mit Kollegen diskutieren

43 WS 2005/06 - Dr. C. Paulus - FR Erziehungswissenschaft Universität Saarbrücken 43 Vorgehensweise: Analyse Eine Aufgabenanalyse wird nach vereinfachten Verfahren durchgeführt. Diese Verfahren der Aufgabenanalyse sind überwiegend an Prinzipien bezugsgruppenorientierter Tests orientiert. Oft fehlt die Zeit und Möglichkeit, die Versuchsform des Tests an einer anderen Klasse zu erproben. Eine Eichung und eine Überprüfung der Testgütekriterien finden bei informellen Tests nicht statt. Von den geeigneten Aufgaben zählt der Lehrer die Punkte zusammen und kann seine Schüler in eine Rangordnung bringen. Nach der Verteilung der Lösungen auf die einzelnen Testaufgaben kann er für die Klasse oder den einzelnen Schüler eine Art Profil der Stärken und Schwächen erstellen und an diesen Informationen seine didaktischen Bemühungen ausrichten.

44 WS 2005/06 - Dr. C. Paulus - FR Erziehungswissenschaft Universität Saarbrücken 44 Praxis Außer in Versuchsschulen spielen informelle Tests in unserem Schulwesen bisher eine unbedeutende Rolle. Der Aufwand wird von den Lehrern gescheut. Der informelle Test könnte viele schriftliche Arbeiten und mündliche Wiederholungsaufgaben durch mess- methodisch und curricular überlegenes Verfahren ersetzen. Das System des Itembanking oder der Testaufgabensammlung sollte die Vorteile des informellen Testens mit Reduzierung des Arbeits- aufwands bei gleichzeitiger Steigerung der Testgüte verbinden. Zu diesem Zweck werden aus operationalisierten Lernzielen Test- aufgaben entwickelt, in formellen Verfahren empirische erprobt und mit den wichtigsten Kenndaten gespeichert. Sie können von Lehrern abgerufen werden.

45 Ende des 6. Teils

46 Lernziel-Operationalisierung Folien: Andrea Kloß / C. Paulus

47 WS 2005/06 - Dr. C. Paulus - FR Erziehungswissenschaft Universität Saarbrücken 47 Überblick Verfahren der Leistungsbeurteilung (subjektiv, objektiv: formell, informell) Lernziel-Niveaus nach Bloom (präzisiert, Bsp.) Lernziel-Analyse Orientierung an Bildungsstandards

48 WS 2005/06 - Dr. C. Paulus - FR Erziehungswissenschaft Universität Saarbrücken 48 Leistungsbeurteilung Objektive Verfahren –alle formellen, standardisierten Verfahren –alle informellen, kriterienbezogene Verfahren Subjektive Verfahren –alle Formen von Lehrerurteilen (traditioneller Art): Verhaltensbeobachtung Aufsatzbeurteilung

49 WS 2005/06 - Dr. C. Paulus - FR Erziehungswissenschaft Universität Saarbrücken 49 Formelle Schulleistungstests Formale Testkonstruktion wurde aus der Psychologie auf den schulischen Bereich übertragen: mangelnder Zusammenhang von Leistungsfeststellung und Unterricht Problem der Validität: Gütekriterien also weniger verwirklicht

50 WS 2005/06 - Dr. C. Paulus - FR Erziehungswissenschaft Universität Saarbrücken 50 Formale Gütekriterien: –Objektivität –Objektivität Unabhängigkeit von subjektiven Beobachtereinflüssen –Reliabilität –Reliabilität Reproduzierbarkeit bei gleichgebliebenen Bedingungen –Validität –Validität Grad, in dem ein Test das misst, was der Beobachter zu erfassen wünscht

51 WS 2005/06 - Dr. C. Paulus - FR Erziehungswissenschaft Universität Saarbrücken 51 Formale Tests von Interesse, wenn überregional die Leistungen von Schülern gemessen werden sollen jedoch ist die Bindung von standardisierten Tests an den Unterricht gering

52 WS 2005/06 - Dr. C. Paulus - FR Erziehungswissenschaft Universität Saarbrücken 52 Informelle Schulleistungstests Messinstrument zur gerechten Beurteilung von Schülerleistungen –wodurch wird Gerechtigkeit erreicht? Informelle Tests werden auf der Basis von Lernzielen konstruiert Die Notengebung orientiert sich an der konkreten Unterrichtssituation

53 WS 2005/06 - Dr. C. Paulus - FR Erziehungswissenschaft Universität Saarbrücken 53 Voraussetzungen der Leistungsmessung Exakte Planung von Unterrichtseinheiten Operationalisierte Lernziele

54 WS 2005/06 - Dr. C. Paulus - FR Erziehungswissenschaft Universität Saarbrücken 54 Vorteile operationalisierter Lernziele Es wird gemessen, was unterrichtet wurde. Gemessene Schülerleistung liefert Ansatzpunkte für Förderungsmaßnahmen.

55 WS 2005/06 - Dr. C. Paulus - FR Erziehungswissenschaft Universität Saarbrücken 55 Operationalisieren von Lernzielen Festlegen der Fertigkeiten und Verhaltens-weisen, die der Schüler am Ende der Unterrichtseinheit an den Tag legen soll. Die Verhaltensweisen müssen beobachtbar sein: –nennen, aufschreiben, lösen...

56 WS 2005/06 - Dr. C. Paulus - FR Erziehungswissenschaft Universität Saarbrücken 56 Beispiele für Lernziele Im Naturkundeunterricht die Pflanzenteile Stengel, Blatt, Blüte richtig benennen können. Im Biologieunterricht die prokaryontischen Zellorganellen richtig benennen können. Im Deutschunterricht die Kommasetzung richtig anwenden können.

57 WS 2005/06 - Dr. C. Paulus - FR Erziehungswissenschaft Universität Saarbrücken 57 Lernziel-Niveaus nach Bloom Wissen Verstehen Anwendung Analyse Synthese Evaluation

58 WS 2005/06 - Dr. C. Paulus - FR Erziehungswissenschaft Universität Saarbrücken 58 Klassifikation der geistigen Fähigkeiten nach Bloom, aber präzisiert Wissen –als Reproduktion –Der Schüler soll anhand einer Zeichnung die Leitungsbahnen einer Pflanze ankreuzen können.

59 WS 2005/06 - Dr. C. Paulus - FR Erziehungswissenschaft Universität Saarbrücken 59 Klassifikation der geistigen Fähigkeiten nach Bloom, aber präzisiert Verstehen –als Übertragung von einer Kommunikationsform in eine andere, –als richtige Interpretation des Wissens –Wie wirkt sich die unterschiedliche Wasserspeicherkapazität in verschiedenen Böden auf das Wachstum von Pflanzen aus, die mehr oder weniger Wasser vertragen?

60 WS 2005/06 - Dr. C. Paulus - FR Erziehungswissenschaft Universität Saarbrücken 60 Klassifikation der geistigen Fähigkeiten nach Bloom, aber präzisiert Anwendung –als Übertragung gelernter Regeln auf Situationen, die für den Schüler neu sind, –als Voraussage von Effekten von Veränderungen verschiedener Faktoren –Welche Folge hat die Anwendung entlaubend wirkender Stoffe für die Pflanzen?

61 WS 2005/06 - Dr. C. Paulus - FR Erziehungswissenschaft Universität Saarbrücken 61 Klassifikation der geistigen Fähigkeiten nach Bloom, aber präzisiert Analyse –als Beurteilung von Situationen anhand von Richtlinien –als Überprüfen der Richtigkeit von Schlussfolgerungen an gegebenen Annahmen –Wenn eine Pflanze wenig H 2 O verdunsten kann... a) wächst sie langsamer b) erzeugt sie mehr Nährstoffe c) bildet sich die Wurzel besser aus d) werden die Blätter größer

62 WS 2005/06 - Dr. C. Paulus - FR Erziehungswissenschaft Universität Saarbrücken 62 Klassifikation der geistigen Fähigkeiten nach Bloom, aber präzisiert Synthese –als Herstellen von mehreren Lösungen, die zumindest für die Testperson neu sind –als Finden von Wegen, die eine Überprüfung von Hypothesen ermöglichen –Wie lässt sich nachprüfen, ob die Pflanze nachts in den Blättern Stoffe bildet, die nicht weitergeleitet werden?

63 WS 2005/06 - Dr. C. Paulus - FR Erziehungswissenschaft Universität Saarbrücken 63 Klassifikation der geistigen Fähigkeiten nach Bloom, aber präzisiert Evaluation –als Beurteilung von Situationen an internalisierten Wertsystemen Zuordnung evtl. zur Klasse der Analyse??? Schlecht operationalisierbar!!! –da Lernziel-Erarbeitung nicht in kleine UE passt. –da dieses Lernziel nur sehr schwierig zu überprüfen ist.

64 WS 2005/06 - Dr. C. Paulus - FR Erziehungswissenschaft Universität Saarbrücken 64 Operationalisieren komplexer Lernziele –Aufgliedern komplexer Lernziele in ein kognitives Grundmuster in den konkreten fachspezifischen Inhalt

65 WS 2005/06 - Dr. C. Paulus - FR Erziehungswissenschaft Universität Saarbrücken 65 Orientierung an Bildungsstandards Deutsch (MBA):

66 WS 2005/06 - Dr. C. Paulus - FR Erziehungswissenschaft Universität Saarbrücken 66 Orientierung an Bildungsstandards Operationalisierung (Deutsch (MBA)):

67 WS 2005/06 - Dr. C. Paulus - FR Erziehungswissenschaft Universität Saarbrücken 67 Orientierung an Bildungsstandards Mathematik (MBA):

68 WS 2005/06 - Dr. C. Paulus - FR Erziehungswissenschaft Universität Saarbrücken 68 Orientierung an Bildungsstandards Operationalisierung (Mathematik (MBA)):

69 WS 2005/06 - Dr. C. Paulus - FR Erziehungswissenschaft Universität Saarbrücken 69 Orientierung an Bildungsstandards Folgende Bildungsstandards existieren bereits: neu.htmhttp://www.kmk.org/schul/Bildungsstandards/bildungsstandards- neu.htm menschen.de/unterstuetzung/schularten/Gym/bildungsstandardshttp://www.bildung-staerkt- menschen.de/unterstuetzung/schularten/Gym/bildungsstandards

70 WS 2005/06 - Dr. C. Paulus - FR Erziehungswissenschaft Universität Saarbrücken 70 Beispiel

71 WS 2005/06 - Dr. C. Paulus - FR Erziehungswissenschaft Universität Saarbrücken 71 Effiziente Unterrichtsgestaltung –durch Lernziel-Analyse des Lehrplans –durch Analyse der Komplexitätsstufe eines in einer UE umzusetzenden Lernziels –durch Planung einer UE so, dass der Ablauf der Lernzielkomplexität angemessen ist –durch Konstruktion der Prüfungsaufgaben parallel zur Unterrichtsplanung –durch Bekanntgabe operation. Lernziele an die SchülerInnen (schnellerer Lernerfolg) –[Umsetzung der Unterrichtsplanung]

72 WS 2005/06 - Dr. C. Paulus - FR Erziehungswissenschaft Universität Saarbrücken 72 Lernzielanalyseschema Kann zwischen Inhalt und Grundmuster unterschieden werden? ja nein Wissen Sind alle Informationen für die Lösung vorhanden? nein jaVerständnis Müssen vom Schüler Informationen zur Lösung des Problems beigesteuert werden? nein jaAnwendung Wird vom Schüler eine Untersuchung vom Sachverhalt nach vorgegebenen Kriterien erwartet? nein jaAnalyse Ist es möglich, mehr als eine Lösung für das Problem zu finden? ja Synthese

73 Ende des 6. Teils

74 WS 2005/06 - Dr. C. Paulus - FR Erziehungswissenschaft Universität Saarbrücken 74 Itemanalyse Rohwerteverteilung Schwierigkeitsgrad –Richtig/Falsch (0 P., 1 P.): –Mehr-Punkte-Aufgaben:

75 WS 2005/06 - Dr. C. Paulus - FR Erziehungswissenschaft Universität Saarbrücken 75 Itemanalyse: Schwierigkeit VpnFrage 1Frage 2Frage 3Summe Max. Punktzahl Summe P =12 : (5*3) = 0,80 6 : (3*3) = 0,66 2 : 3 = 0,66 20 : (9*3) = 0,74 0 0,351 schwermittelleicht 0,70

76 WS 2005/06 - Dr. C. Paulus - FR Erziehungswissenschaft Universität Saarbrücken 76 Itemanalyse Trennschärfe: -Mehr-Punkte-Skala -Dichotome Antworten (ja-nein; richtig-falsch) M r = Mittelwert des Gesamtscores derjenigen Pbn, die Items X richtig gelöst haben M x = Mittelwert des Gesamtscores S x = Standardabweichung des Gesamtscores p = Schwierigkeitsindex des Items X

77 WS 2005/06 - Dr. C. Paulus - FR Erziehungswissenschaft Universität Saarbrücken 77 Itemanalyse Korrelation Die Trennschärfe ist die Korrelation der Itemwerte, dessen Trennschärfe bestimmt werden soll, mit dem Summenscore

78 WS 2005/06 - Dr. C. Paulus - FR Erziehungswissenschaft Universität Saarbrücken 78 Itemselektion 1.Inhaltliche Kriterien 2.Statistische Kriterien 3.Sonstige Kriterien

79 WS 2005/06 - Dr. C. Paulus - FR Erziehungswissenschaft Universität Saarbrücken 79 Itemselektion: Inhaltskriterien Sind bestimmte Items als Eisbrecher notwendig? Kann man auf bestimmte Items verzichten, weil genügend ähnliche vorhanden sind? Repräsentieren bestimmte Items ein Testmerkmal besonders prägnant trotz ungünstiger Itemkennwerte? Lassen sich bestimmte Items trotz guter Kennwerte nicht theoretisch- inhaltlich korrekt einordnen? Sind die Items (besonders bei ja/nein-Antworten) ausbalanciert, d.h. gibt es etwa gleich viele Ja-Antworten wie Nein-Antworten?

80 WS 2005/06 - Dr. C. Paulus - FR Erziehungswissenschaft Universität Saarbrücken 80 Itemselektion: Statistik Bestimmung des Selektionskennwertes: r it =Trennschärfe p = Schwierigkeit Beispiel: Itemr it p 30,600,30

81 WS 2005/06 - Dr. C. Paulus - FR Erziehungswissenschaft Universität Saarbrücken 81 Itemselektion: Statistik Schwierigkeit Trennschärfe

82 WS 2005/06 - Dr. C. Paulus - FR Erziehungswissenschaft Universität Saarbrücken 82 Itemselektion: Weitere Kriterien Häufen sich Items in unerwünschten Bereichen (z.B. 0,60

83 Ende des 7. Teils

84 WS 2005/06 - Dr. C. Paulus - FR Erziehungswissenschaft Universität Saarbrücken 84 Reliabilitätsbestimmung Reliabilität ist umso höher, je geringer der zu einem Messwert X gehörende Messfehler ist Möglichkeiten der Reliabilitätbestimmung: –Retest (niedrige Fehlervarianz = hohe Rel. = hohe Korr.) –Paralleltest (Vorgehen: Itempool 2 Testversionen kurz hintereinander dargeboten Itemanalyse Itemzwillinge Paralleltests) –Testhalbierung (split-half; Sonderform der Paralleltestmethode, da die Rel. mit der Zahl der Items zunimmt, unterschätzt diese Methode die Rel. wegen der halbierten Testlänge Spearman-Brown-Korrektur: –interne Konsistenz (Cronbach´s )

85 WS 2005/06 - Dr. C. Paulus - FR Erziehungswissenschaft Universität Saarbrücken 85 Validität Inhaltsvalidität (Augenschein, Logische Validität, Face validity, content validity) –kann nicht berechnet werden, –meist geprüft, wenn das Testverhalten das Merkmal direkt darstellt (Rechts-Linkshändigkeit, Farbenblindheit, Wissenstests,...) Kriteriumsvalidität –Liegt vor, wenn das Testergebnis mit einem Außenkriterium übereinstimmt (z.B. Studienerfolg) –Meist in Form von prognostischer Validität, da Kriterium erst später eintritt –Übereinstimmungsvalidität ist bei direkter Kriteriumsmessung bestimmbar –Expertenrating Konstruktvalidität –Bestimmungsmöglichkeiten: -Korrelation mit Außenkriterien, -Korrelation mit vergleichbaren Tests -Faktorenanalyse

86 Ende des 5. Teils

87 WS 2005/06 - Dr. C. Paulus - FR Erziehungswissenschaft Universität Saarbrücken 87 Normierung Definition Unter Norm versteht man einen Vergleichswert, an dem man sich bei der Beurteilung einer Leistung orientiert.

88 WS 2005/06 - Dr. C. Paulus - FR Erziehungswissenschaft Universität Saarbrücken 88 Normierung Äquivalentnorm - Variabilitätsnorm Äquivalentnorm –orientieren sich an den Mittelwerten von Gruppen –der Testwert eines Probanden wird als äquivalent zu einem bestimmten mittleren Testwert einer Gruppe angesehen –der Rohwert wird einem Zeitäquivalent zugeordnet –Bsp.: IQ = IA / LA ( IA – Intelligenzalter ; LA – Lebensalter ) –Diese Normierungsmethode wird zunehmend abgelöst von der Variabilitätsnorm Variabilitätsnorm –geben die Stellung eines Probanden innerhalb einer Häufigkeitsverteilung an –man ermittelt einen Standardwert, der angibt wie weit der Testwert entfernt ist vom mittleren Standardwert des Tests –man unterscheidet zwischen Standardnorm und Prozentrangnorm

89 WS 2005/06 - Dr. C. Paulus - FR Erziehungswissenschaft Universität Saarbrücken 89 Standardnormen Es gibt verschiedene Standardnormen, die sich nur in der Skalierung voneinander unterscheiden Alle Standardnormen werden von der Standardnormalverteilung ( = 0 ; = 1 ) abgeleitet (durch lineare Transformation) Jede Standardnorm lässt sich nach folgender Formel berechnen : Dabei bedeuten : –X´ transformierte Standardnorm vorgegebene Standardabweichung vorgegebener Mittelwert –M im Test berechneter Mittelwert –s im Test berechnete Standardabweichung –X beobachteter Testwert

90 WS 2005/06 - Dr. C. Paulus - FR Erziehungswissenschaft Universität Saarbrücken 90 typische Standardnormen z – Norm ( = 1 ; = 0) z = (x - M) / s

91 WS 2005/06 - Dr. C. Paulus - FR Erziehungswissenschaft Universität Saarbrücken 91 typische Standardnormen Z – Norm ( = 10 ; = 100) Z = (x - M) / s

92 WS 2005/06 - Dr. C. Paulus - FR Erziehungswissenschaft Universität Saarbrücken 92 typische Standardnormen T – Werte ( = 10 ; = 50) T = (x - M) / s

93 WS 2005/06 - Dr. C. Paulus - FR Erziehungswissenschaft Universität Saarbrücken 93 Berechnung von Standardnormen Ein Test mit 5 Aufgaben sei an 40 Pbn geeicht worden. Die Rohwerte sind normal verteilt (N = 40 ; M = 2,95 ; s = 1,06) XX – M(X – M) / s = zZT 0-2,95-2,7872,222,2 1-1,95-1,8481,631,6 2-0,95-0,9091,041,0 30,05 100,250,5 41,051,00110,159,9 52,051,93119,369,3

94 WS 2005/06 - Dr. C. Paulus - FR Erziehungswissenschaft Universität Saarbrücken 94 Transformation von Testwerten

95 WS 2005/06 - Dr. C. Paulus - FR Erziehungswissenschaft Universität Saarbrücken 95 Prozentrangnormen Prozentrangnormen können unabhängig von der Häufigkeitsverteilung aufgestellt werden

96 WS 2005/06 - Dr. C. Paulus - FR Erziehungswissenschaft Universität Saarbrücken 96 Berechnung von Prozentrangnormen Durchführung eines Tests –40 Teilnehmer –Rohwerte, die erreichbar waren liegen zwischen 0 und 15

97 WS 2005/06 - Dr. C. Paulus - FR Erziehungswissenschaft Universität Saarbrücken 97 Berechnung von Prozentrangnormen die Prozentränge werden berechnet nach der Formel f cum % = f cum / N *100 N (Anzahl der Probanten) = 40 RohwerteHäufigkeit f summierte Häufigkeit f cum f cum % 14 – – 13, – 11, – 9, – 7, – 4,5113

98 WS 2005/06 - Dr. C. Paulus - FR Erziehungswissenschaft Universität Saarbrücken 98 Prozentrangnormen Prozentrangnormen können unabhängig von der Häufigkeitsverteilung aufgestellt werden die Auswertung kann mittels Summenprozentkurve erfolgen –x-Achse : Rohwerte –y-Achse : Prozentwerte

99 WS 2005/06 - Dr. C. Paulus - FR Erziehungswissenschaft Universität Saarbrücken 99 Auswertung von Prozentrangnormen Die Summenprozent- kurven liefern zweierlei Informationen –Zu jedem beliebigen Rohwert kann der entsprechende Prozentrang abgelesen werden –Umgekehrt kann zu jedem Prozentrang die zugehörige Maßzahl aufgesucht werden

100 WS 2005/06 - Dr. C. Paulus - FR Erziehungswissenschaft Universität Saarbrücken 100 Prozentrangnormen Prozentrangnormen können unabhängig von der Häufigkeitsverteilung aufgestellt werden die Auswertung kann mittels Summenprozentkurve erfolgen –x-Achse : Rohwerte –y-Achse : Prozentwerte dabei bedeutet der Prozentrang 40, dass die Leistung dieses Schülers die Leistungen von 40 % der Schüler der Vergleichsgruppe übertrifft, während seine Leistung von 60 % der Gruppe überboten wird Vorsicht : die Prozentränge dürfen nicht verwechselt werden mit dem Prozentsatz richtiger Lösungen in einem Test Eigenart : die Prozentrangnorm lassen Unterschiede zum Mittelbereich der Skala stärker erscheinen; am Rand werden die Unterschiede nivelliert

101 WS 2005/06 - Dr. C. Paulus - FR Erziehungswissenschaft Universität Saarbrücken 101 Transformation von Prozenträngen (PR) in T-Werte

102 WS 2005/06 - Dr. C. Paulus - FR Erziehungswissenschaft Universität Saarbrücken 102 Ende des 7. Teils

103 WS 2005/06 - Dr. C. Paulus - FR Erziehungswissenschaft Universität Saarbrücken 103 Konstruktion eines informellen Tests Operationalisierung der Lernziele Erstellung der Spezifikationstabelle Aufgabenkonstruktion Entwicklung der Testvorform Erste praktische Durchführung des Tests Itemanalyse Überprüfung der Reliabilität Überprüfung der Validität Normierung Testendform

104 WS 2005/06 - Dr. C. Paulus - FR Erziehungswissenschaft Universität Saarbrücken 104 Operationalisierung der Lernziele Festlegen der Fertigkeiten und Verhaltens-weisen, die der Schüler am Ende der Unterrichtseinheit an den Tag legen soll. Die Verhaltensweisen müssen beobachtbar sein: –nennen, aufschreiben, lösen... Was will ich lehren? Welche Verhaltensänderungen will ich beim Schüler bewirken?

105 WS 2005/06 - Dr. C. Paulus - FR Erziehungswissenschaft Universität Saarbrücken 105 Erstellen der Spezifikationstabelle Untersuchung, ob der Unterrichtsstoff in der Form von operational definierten Lernzielen vorliegt (evtl. Umschreibung in operational. Lernziele) Entscheidung, welche Lernziele Gegenstand des Tests sein sollen (Ermittlung der Komplexität) Festlegung der Zahl der Items ( Komplexität)

106 WS 2005/06 - Dr. C. Paulus - FR Erziehungswissenschaft Universität Saarbrücken 106 Spezifikationstabelle

107 WS 2005/06 - Dr. C. Paulus - FR Erziehungswissenschaft Universität Saarbrücken 107 Inhalte einer Spezifikationstabelle Inhalte könnten im Geschichtsunterricht z.B. folgende sein: Grundherr und Bauer Mittelalterliche Stadt, Bauten Bürger, Bauern und Mönche im Osten Die Hanse in Europa In die Zellen der Matrix wird die festgelegte Itemzahl eingetragen (Bedeutung des Lernziels Itemzahl). Die Spalte total gibt Aufschluss über die Gewichtung der einzelnen Lernzielkomponenten, Verhaltenskomponenten.


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