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Markt-/Preispolitik und Agrarstrukturpolitik Referenten: David Rahn und Judith Hoffmann 17.01.2002.

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Präsentation zum Thema: "Markt-/Preispolitik und Agrarstrukturpolitik Referenten: David Rahn und Judith Hoffmann 17.01.2002."—  Präsentation transkript:

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2 Markt-/Preispolitik und Agrarstrukturpolitik Referenten: David Rahn und Judith Hoffmann

3 Sektorale Agrarpolitiken Markt-/Preis- und Agrarstrukturpolitik 2 Gliederung Begriffserklärungen Teil IMarkt- und Preispolitik Teil IIAgrarstrukturpolitik Quellenangaben

4 Sektorale Agrarpolitiken Markt-/Preis- und Agrarstrukturpolitik 3 Begriffserklärungen 1. Was ist Faktormobilität? Die Mobilität der Faktoren Kapital, Arbeit und Boden ist Voraussetzung für die Erfüllung der Marginalbedingungen der Wohlfahrtsökonomik. Die Faktormobilität ist entscheidend für die Effizienz im Tausch und in der Produktion. Im Modell der Wohlfahrtsökonomik wird davon ausgegangen, dass beim Austausch und der Kombination der Produktionsfaktoren keine Kosten entstehen und diese unbeschränkt möglich sind, um das Tausch- bzw. Produktionsoptimum zu erreichen.

5 Sektorale Agrarpolitiken Markt-/Preis- und Agrarstrukturpolitik 4 Begriffserklärungen 2. Was ist Raumordnung? Raumordnung ist die Tätigkeit, die Grundlagen schafft, dass seitens der öffentlichen Hand auf die Entwicklung der räumlichen Verhältnisse aufgrund politischer Vorgaben Einfluss genommen werden kann. Das heisst, dass die Raumordnung das rechtliche Mittel für die Politik ist, das Gemeinschaftsinteresse, das sie ja vertreten soll, bei der räumlichen Planung durchzusetzen. Es sollen dabei räumliche, soziale und ökonomische Entwickungstendenzen in die Planung einbezogen werden. Es werden dabei Ziele wie die Vermeidung von Zersiedelung, die hohe infrastrukturelle Kosten mit sich bringt und für ein erhöhtes Verkehrsaufkommen sorgt, verfolgt. Auch soll für eine Koordination der Einzelinteressen mit der langfristigen Infrastrukturplanung gesorgt werden.

6 Sektorale Agrarpolitiken Markt-/Preis- und Agrarstrukturpolitik 5 Begriffserklärungen 3. Was ist Wohlfahrtsökonomik? Volkswirtschaftliche Theorie, die das Wohlstands-optimum einer Gesellschaft zu quantifizieren versucht und den Wohlstand insgesamt als Summe des Wohlergehens der Individuen betrachtet. Da monopolistische Beschränkungen der Konkurrenz sowie Krisenerscheinungen zu ökonomischen Verlusten führen und eine optimale Produktion und Verteilung verhindern, sollen diese nach der Wohlfahrtstheorie mittels steuer- u. finanzpolitischen Maßnahmen überwunden werden.

7 Sektorale Agrarpolitiken Markt-/Preis- und Agrarstrukturpolitik 6 Teil I - Markt- und Preispolitik/Grundsatzaussagen Grundsatzaussagen staatliche Intervention staatliche Intervention Abhängigkeit vom jeweiligen Entwicklungsstand Abhängigkeit vom jeweiligen Entwicklungsstand Protektionsmaßnahmen Protektionsmaßnahmen

8 Sektorale Agrarpolitiken Markt-/Preis- und Agrarstrukturpolitik 7 Teil I - Markt- und Preispolitik/Grundsatzaussagen Durch staatliche Interventionen entstehen... Verzerrungen der internationalen Produktions- und Handelsstrukturen Handelskonflikte Wohlfahrtsverluste

9 Sektorale Agrarpolitiken Markt-/Preis- und Agrarstrukturpolitik 8 Teil I - Markt- und Preispolitik/Grundsatzaussagen Gegenmaßnahmen... Weltweiter Abbau von Protektionsmaßnahmen Liberalisierung des Weltagrarhandels dadurch Förderung der Gesamtwohlfahrt weltweit

10 Sektorale Agrarpolitiken Markt-/Preis- und Agrarstrukturpolitik 9 Teil I - Markt- und Preispolitik/Grundsatzaussagen Interventionen durch den Staat nur gerechtfertigt, wenn 1.Unvollkommenheiten der Marktmechanismen vorliegen 2.andere gesellschaftliche Ziele erreicht werden müssen 3.politische Rahmenbedingungen vorliegen, an denen man nicht vorbeikommt.

11 Sektorale Agrarpolitiken Markt-/Preis- und Agrarstrukturpolitik 10 Teil I - Markt- und Preispolitik Marktpolitik bei Unvollkommenheit der Marktmechanismen Problem der Konzentration von Marktmacht polypolitisch strukturierte Landwirtschaft steht monopolistischer Marktmacht gegenüber negative Preis- u. Einkommenseffekte

12 Sektorale Agrarpolitiken Markt-/Preis- und Agrarstrukturpolitik 11 Teil I - Markt- und Preispolitik Marktpolitik bei Unvollkommenheit der Marktmechanismen Problem der Instabilität der Agrarmärkte Lösung: staatliche Lagerhaltungspolitik (buffer-stock)

13 Sektorale Agrarpolitiken Markt-/Preis- und Agrarstrukturpolitik 12 Teil I - Markt- und Preispolitik Markt- und Preispolitik im Hinblick auf besondere gesellschafts- und agrarpolitische Ziele Grundvoraussetzungen Sicherung des Selbstversorgungsgrads eines Landes Möglichkeiten: Nutzung von Reserve-Kapazitäten (brachliegende Felder) in Krisenzeiten staatliche Lagerhaltung von Nahrungsmitteln

14 Sektorale Agrarpolitiken Markt-/Preis- und Agrarstrukturpolitik 13 Teil I - Markt- und Preispolitik Markt- und Preispolitik als Instrument der Einkommenspolitik Politisch angehobene Agrarpreise können höhere Einkommen erzielen. Probleme: Kosten für Produktionsmittel können steigen Bodenpreise erhöhen sich Folgerung: Direkte Einkommentransfers sind effizienter.

15 Sektorale Agrarpolitiken Markt-/Preis- und Agrarstrukturpolitik 14 Teil I - Markt- und Preispolitik Markt- und Preispolitik als Instrument zur Erhaltung des ländlichen Raumes Die Preisstützungspolitik wird oft damit begründet, Landwirtschaft an ungünstigen Produktionsstandorten zu halten. Erhaltung einer gewissen Bevölkerungsdichte Erhaltung der Infrastruktur in ländlichen Bezirken Problem: Die Landwirtschaft kann nur begrenzten Beitrag zur Schaffung von Arbeitsplätzen leisten.

16 Sektorale Agrarpolitiken Markt-/Preis- und Agrarstrukturpolitik 15 Teil I - Markt- und Preispolitik Vor- und Nachteile der Mengensteuerungspolitik Kontingentierungsmaßnahmen für ein bestimmtes Agrarprodukt kann die gesamtwirtschaftl. Wohlfahrt steigern. Bedingungen: zeitliche Begrenzung rechtzeitiger Abbau bei Überschüssen

17 Sektorale Agrarpolitiken Markt-/Preis- und Agrarstrukturpolitik 16 Teil I - Markt- und Preispolitik Second-best-Strategien bei Marktmacht in anderen Sektoren Starke Konzentrationen von Marktmacht und monopolitistische Strategien in den der Landwirtschaft vor- und nachgelagerten Wirtschaftsbereichen führen zu Allokationsverzerrungen. Gegenmaßnahme: staatlich beieinflusste Agrarpreisanhebung Besser: funktionierender Wettbewerb

18 Sektorale Agrarpolitiken Markt-/Preis- und Agrarstrukturpolitik 17 Teil I - Markt- und Preispolitik Dynamik agrarsektoraler Anpassungsprozesse und Kontinuität der Markt- und Preispolitik langfristig ausgerichtete Politik der kleinen Schritte Verringerung politischer Anpassungskosten reduziert die Wahrscheinlichkeit und die Folgen schwerer Fehler erlaubt Korrekturen

19 Sektorale Agrarpolitiken Markt-/Preis- und Agrarstrukturpolitik 18 Teil I - Markt- und Preispolitik Fazit Voraussetzung für eine effiziente Güterversorgung und leistungsgerechte Einkommensverteilung ist die Schaffung eines funktionsfähigen Wettbewerbs. Bereitstellung öffentlicher Güter (Börsen u. Auktionen) Markt- und Preisberichterstattung Festlegung und Überwachung von Qualitätsstandards Unterstützung der Funktionsfähigkeit der Marktmechanismen

20 Sektorale Agrarpolitiken Markt-/Preis- und Agrarstrukturpolitik 19 Teil I - Markt- und Preispolitik Fazit Staatliche Interventionen Sicherstellung einer Mindestproduktionskapazität unter Kosten-/Nutzen-Gesichtspunkten Maßnahmen zur Internalisierung externer Effekte Schaffung der Voraussetzungen für die Entfaltung der Marktkräfte (Property Rights - Eigentumsrechte)

21 Sektorale Agrarpolitiken Markt-/Preis- und Agrarstrukturpolitik 20 Teil II - Agrarstrukturpolitik Definition und Eingrenzung des Begriffs Agrarstruktur Agrarstruktur ist das statistisch erfassbare Verhältnis der technischen, ökonomischen und sozialen Strukturelemente im agraren Bereich. (LIPINSKY 1981)

22 Sektorale Agrarpolitiken Markt-/Preis- und Agrarstrukturpolitik 21 Teil II - Agrarstrukturpolitik Definition und Eingrenzung des Begriffs Agrarstruktur Agrarstruktur umfasst: Struktur, qualitative Zusammensetzung und räumliche Verteilung des Produktionsfaktoreinsatzes und der zugehörigen Produktion Betriebsgrößenstruktur Zahl, Verteilung und Zusammensetzung der Haushalte im Agrarbereich

23 Sektorale Agrarpolitiken Markt-/Preis- und Agrarstrukturpolitik 22 Teil II - Agrarstrukturpolitik Definition und Eingrenzung des Begriffs Agrarstruktur Agrarstruktur kann man auch eingegrenzt als das Verhältnis der Strukturelemente in den Unternehmen des Agrarbereichs definieren. (HENRICHSMEYER UND WITZKE 1994)

24 Sektorale Agrarpolitiken Markt-/Preis- und Agrarstrukturpolitik 23 Teil II - Agrarstrukturpolitik Definition und Eingrenzung des Begriffs Agrarstruktur Die Agrarstruktur ist bedingt durch natürliche, sozialökonomische und politische Einflüsse auf die Gestaltung der Landwirtschaft bestimmt durch die Agrarverfassung (Rahmenbedingungen) und aufgrund der eingeschränkten Faktormobilität relativ stabil.

25 Sektorale Agrarpolitiken Markt-/Preis- und Agrarstrukturpolitik 24 Teil II - Agrarstrukturpolitik Faktoren für agrarstrukturelle Entwicklung technologische + marktmäßige Skaleneffekte steigender Betriebsgrößen technischer Fortschritt (biologisch, mechanisch, organisatorisch, technisch) unternehmensspezifische Faktoren (Verhaltensweisen der Betriebsinhaber, Erwerbscharakter der Betriebe) gehemmte Mobilität der landwirtschaftlichen Produktionsfaktoren gesamtwirtschaftliche Entwicklung politische Einflüsse

26 Sektorale Agrarpolitiken Markt-/Preis- und Agrarstrukturpolitik 25 Teil II - Agrarstrukturpolitik Faktoren für agrarstrukturelle Entwicklung Agrarstrukturwandel vollzieht sich somit unter dem Einfluss der historischen Ausgangssituation, des von der volkswirtschaftlichen und technischen Entwicklung ausgehenden Anpassungsdrucks sowie der Agrarverfassungspolitik und der Agrarstrukturpolitik.

27 Sektorale Agrarpolitiken Markt-/Preis- und Agrarstrukturpolitik 26 Teil II - Agrarstrukturpolitik Agrarstrukturpolitik......ist die Summe aller Maßnahmen, die in differenzierender Weise bei einzelnen landwirtschaftlichen Betrieben ansetzen und die Entwicklung der Faktoreinsatzstrukturen der räumlichen Verteilung, der Produktion und der Betriebsgrößenstruktur beeinflussen sollen.

28 Sektorale Agrarpolitiken Markt-/Preis- und Agrarstrukturpolitik 27 Teil II - Agrarstrukturpolitik Grundsätze für die Gestaltung der Agrarstrukturpolitik Durch staatliche Maßnahmen sollte dabei in erster Linie darauf hingewirkt werden, die Funktionsfähigkeit der Marktmechanismen sicherzustellen. (WISS. BEIRAT 1982)

29 Sektorale Agrarpolitiken Markt-/Preis- und Agrarstrukturpolitik 28 Teil II - Agrarstrukturpolitik Grundsätze für die Gestaltung der Agrarstrukturpolitik Der Bedarf der Agrarstrukturpolitik läßt sich, so die Autoren, in erster Linie mit Defiziten der agrarstrukturellen Entwicklung aufgrund von intra- und intersektoralen Hemmnissen hinsichtlich der Mobilität der Produktionsfaktoren Boden, Arbeit und Kapital begründen.

30 Sektorale Agrarpolitiken Markt-/Preis- und Agrarstrukturpolitik 29 Teil II - Agrarstrukturpolitik Mittel der Agrarstrukturpolitik mobilitätsfördernde Maßnahmen investitionsfördernde Maßnahmen Maßnahmen der Flurneuordnung

31 Sektorale Agrarpolitiken Markt-/Preis- und Agrarstrukturpolitik 30 Teil II - Agrarstrukturpolitik Mittel der Agrarstrukturpolitik in Bezug auf die Einkommensverteilung Nahezu alle agrarstrukturpolitischen Maßnahmen haben auch Auswirkungen auf die Einkommensverteilung. Soweit durch eine Verbesserung der Produktionseffizienz eine Einkommenserhöhung erreicht werden kann, sind allokative und einkommenspolitische Ziele miteinander konform. Zielkonflikte ergeben sich jedoch dann, wenn strukturpolitische Maßnahmen als Vehikel der Einkommensumverteilung eingesetzt werden.

32 Sektorale Agrarpolitiken Markt-/Preis- und Agrarstrukturpolitik 31 Teil II - Agrarstrukturpolitik Entwicklung der Agrarstrukturpolitik 1968Agrarprogramm der Bundesregierung 1969Einführung der GAK Gemeinschaftsaufgabe zur Verbesserung der Agrarstruktur und des Küstenschutzes (Kernstück der dt. Agrarverfassung)

33 Sektorale Agrarpolitiken Markt-/Preis- und Agrarstrukturpolitik 32 Teil II - Agrarstrukturpolitik Entwicklung der Agrarstrukturpolitik - GAK Die GAK beinhaltet Maßnahmen zur Förderung der Flurneuordnung einzelbetrieblichen Investitionsförderung Förderung der Faktormobilität Förderung benachteiligter Gebiete.

34 Sektorale Agrarpolitiken Markt-/Preis- und Agrarstrukturpolitik 33 Teil II - Agrarstrukturpolitik Entwicklung der Agrarstrukturpolitik - GAK Mittel und Ziele der GAK Förderung der Flurneuordnung > Flurbereinigung einzelbetrieblichen Investitionsförderung > Stimulierung von Kapazitätserweiterungen Förderung der Faktormobilität > mobilitätsfördernde Maßnahmen Förderung benachteiligter Gebiete.

35 Sektorale Agrarpolitiken Markt-/Preis- und Agrarstrukturpolitik 34 Teil II - Agrarstrukturpolitik Beschreibung und Beurteilung der agrarstrukturpolitischen Maßnahmen in der BRD Flurbereinigung Investitionsförderung Skaleneffekte bei Vergrößerung von landwirtschaftlichen Betrieben bzw. Kooperation von Kleinbetrieben Förderung der Bodenmobilität Förderung der Arbeitsmobilitität Förderung benachteiligter Gebiete

36 Sektorale Agrarpolitiken Markt-/Preis- und Agrarstrukturpolitik 35 Teil II - Agrarstrukturpolitik agrarstrukturpolitischen Maßnahmen - Flurbereinigung/Flurneuordnung - eine wichtigsten Maßnahmen der Agrarpolitik Ziele nach 1945 Erhöhung der Flächen- u. Arbeitsproduktivität durch Zusammenlegung zersplitterter Flurstücke 1976Novellierung des Flurbereinigungsgesetzes >> Flurneuordnung heutevornehmlich Umwelt-, Naturschutz und Landschaftserhaltung

37 Sektorale Agrarpolitiken Markt-/Preis- und Agrarstrukturpolitik 36 Teil II - Agrarstrukturpolitik agrarstrukturpolitischen Maßnahmen - Flurbereinigung/Flurneuordnung - Regelflurbereinigung Lösungen u. Hilfe bei der Erhaltung, Gestaltung und Entwicklung des ländlichen Wege- u. Straßenbaus, Wasserwirtschaft, Naturschutz, Landschaftspflege und Bodenschutz Detaillierte Wertermittlung der eingebrachten Grundstücke Beschleunigte Zusammenlegung u. freiwilliger Landtausch >> Bereitstellung von öffentlichen Gütern (Infrastruktur) Problem: Kosten übersteigen häufig den gesamtwirtschaftlichen Nutzen

38 Sektorale Agrarpolitiken Markt-/Preis- und Agrarstrukturpolitik 37 Teil II - Agrarstrukturpolitik agrarstrukturpolitischen Maßnahmen - Investitionsförderung - EG-Effizienzverordnung (Mitfinanzierung der EU) EFP - einzelbetriebliches Investitionsförderprogramm AKP - Agrarkreditprogramm

39 Sektorale Agrarpolitiken Markt-/Preis- und Agrarstrukturpolitik 38 Teil II - Agrarstrukturpolitik agrarstrukturpolitischen Maßnahmen - Investitionsförderung - Bedingungen für die einzelbetriebliche Investitionsförderung (EFP) Nachweis einer Qualifikation, die eine ordnungsgemäße Bewirtschaftung des Unternehmens gewährleistet Aufstellung eines Betriebsverbesserungsplans Durchführung einer ordnungsgemäßen Buchführung für die Dauer von 10 Jahren.

40 Sektorale Agrarpolitiken Markt-/Preis- und Agrarstrukturpolitik 39 Teil II - Agrarstrukturpolitik agrarstrukturpolitischen Maßnahmen - Investitionsförderung - AKP - allgemeines Agrarkreditprogramm geringere Anforderung hinsichtlich der Fördervoraussetzung als EFP Investitionsförderung erfolgt in Form einer Zinsverbilligung (um 3% bis DM) für benachteiligte Gebiete gibt es einen Bonus von 2% für Junglandwirte (unter 40 Jahren) Bonus von 1% Prosperitätsklausel: Einkünfte dürfen DM pro Jahr nicht übersteigen

41 Sektorale Agrarpolitiken Markt-/Preis- und Agrarstrukturpolitik 40 Teil II - Agrarstrukturpolitik agrarstrukturpolitischen Maßnahmen - Investitionsförderung - Probleme: Mitnahmeeffekt. Betriebe kommen in den Genuss von Fördermitteln, die auch ohne diese investieren würden. Prosperitätsklauseln. Einkommensgrenzen für die Förderung u. physische Förderobergrenzen bzgl. Viehbestand können dazu führen, dass Investitionen in effizienten Betrieben unterbleiben. Eine Verbilligung der Kapitalkosten erhöht das Risiko von Fehlinvestitionen, das aufgrund der zunehmenden Rücknahme der Mindestvoraussetzungen für die Gewährung von Fördermitteln noch weiter gestiegen ist.

42 Sektorale Agrarpolitiken Markt-/Preis- und Agrarstrukturpolitik 41 Teil II - Agrarstrukturpolitik agrarstrukturpolitischen Maßnahmen - Investitionsförderung - Probleme: Eine Investitionsförderung in einem Wirtschaftsbereich mit starker Eingriffsintensität auf den Produktmärkten erscheint besonders problematisch, weil diese Förderung zwangsläufig weitere Marktregulierungen nach sich zieht.

43 Sektorale Agrarpolitiken Markt-/Preis- und Agrarstrukturpolitik 42 Teil II - Agrarstrukturpolitik agrarstrukturpolitischen Maßnahmen - Skaleneffekte - Skaleneffekte bei Vergrößerung von landwirtschaftlichen Betrieben bzw. Kooperation von Kleinbetrieben posititv: Effizienzsteigerungen hinsichtlich des Arbeitsbedarfs, der Kosten technischer Hilfsmittel u. Informationskosten, Preisvorteile bei der Betriebsmittelbeschaffung und beim Produktabsatz.

44 Sektorale Agrarpolitiken Markt-/Preis- und Agrarstrukturpolitik 43 Teil II - Agrarstrukturpolitik agrarstrukturpolitischen Maßnahmen - Skaleneffekte - Skaleneffekte bei Vergrößerung von landwirtschaftlichen Betrieben bzw. Kooperation von Kleinbetrieben negativ: steigende (innerbetriebliche) Transportkosten, Organisationskosten und Kosten der Reststoffverwertung der Viehhaltung.

45 Sektorale Agrarpolitiken Markt-/Preis- und Agrarstrukturpolitik 44 Teil II - Agrarstrukturpolitik agrarstrukturpolitischen Maßnahmen - Förderung der Bodenmobiltät - Rechtliche Rahmenbedingungen in der BRD recht günstig liberales Pachtrecht Pächterschutz vs. Förderung der Bodenmobilität FELEG - Gesetz zur Förderung der Einstellung der landwirtschaftlichen Erwerbstätigkeit >> Produktionsaufgaberente Vorruhestandsregelung für ältere Landwirte Ende der 1980er eingeführt

46 Sektorale Agrarpolitiken Markt-/Preis- und Agrarstrukturpolitik 45 Teil II - Agrarstrukturpolitik agrarstrukturpolitischen Maßnahmen - Förderung der Arbeitsmobiltät - Voraussetzung der Bodenmobilität Bei ungünstiger gesamtwirtschaftlicher Entwicklung sinkt die Abwanderungsrate der Landbevölkerung, da der Berufswechsel erschwert wird

47 Sektorale Agrarpolitiken Markt-/Preis- und Agrarstrukturpolitik 46 Teil II - Agrarstrukturpolitik agrarstrukturpolitischen Maßnahmen - Förderung der Arbeitsmobiltät - Maßnahmen Produktionsaufgaberente Umstellungshilfe Zinsverbilligung in Form des AKP für Junglandwirte Voraussetzung ist die Existenz von nichtlandwirtschaftlichen Beschäftigungsmöglichkeiten >> Integration der Agrarstrukturpolitik in umfassendere regional- und raumordnungspolitische Konzepte

48 Sektorale Agrarpolitiken Markt-/Preis- und Agrarstrukturpolitik 47 Teil II - Agrarstrukturpolitik agrarstrukturpolitischen Maßnahmen - Förderung benachteiligter Gebiete - Als benachteiligte Gebiete gelten: vornehmlich Berggebiete mit starker Hangneigung Gebiete mit schwierigen klimatischen Verhältnissen schwach ertragsfähige, sich hauptsächlich für Viehhaltung eignende Böden Gebiete mit unterdurchschnittlichen Verhältnissen im Bereich Landwirtschaft kl. Gebiete, in denen aus Umweltgründen u. Landschaftserhal- tung eine Landwirtschaft für notwendig erachtet wird, die jedoch besondere Nachteile in dieser Hinsicht haben

49 Sektorale Agrarpolitiken Markt-/Preis- und Agrarstrukturpolitik 48 Teil II - Agrarstrukturpolitik agrarstrukturpolitischen Maßnahmen - Förderung benachteiligter Gebiete - Ziele: Sicherung der landwirtschaftlichen Erwerbstätigkeit Erhaltung eines Minimums an Bevölkerungsdichte Erhaltung der Landschaft bedeutenste Förderungsmaßnahme innerhalb der GAK

50 Sektorale Agrarpolitiken Markt-/Preis- und Agrarstrukturpolitik 49 Teil II - Agrarstrukturpolitik agrarstrukturpolitischen Maßnahmen - Förderung benachteiligter Gebiete - Maßnahmen: Zinsvergünstigungen im Rahmen des EFP und AKP Zahlung einer Ausgleichszulage (faktorgebundene Subvention)

51 Sektorale Agrarpolitiken Markt-/Preis- und Agrarstrukturpolitik 50 Teil II - Agrarstrukturpolitik agrarstrukturpolitischen Maßnahmen - Förderung benachteiligter Gebiete - Negative Folgen: Förderung des Verbleibs von Betrieben mit geringer Skaleneffizienz u. Hemmung des Strukturwandels der Landw. Wettbewerbsverzerrung (da Kriterien für benachteiligte Gebiete häufig willkürlich sind) heute gelten ca. 50% der Fläche als benachteiligt Ausgleichszulage als Instrument der intra- u. intersektoralen Einkommensumverteilung Besser: Abstimmung mit regionaler Wirtschaftspolitik zur Verbesserung der Situation

52 Sektorale Agrarpolitiken Markt-/Preis- und Agrarstrukturpolitik 51 Teil II - Agrarstrukturpolitik Fazit Die gesamtwirtschaftliche Entwicklung und die verfehlte Markt- und Preispolitik in den vergangenen Jahrzehnten haben zu einer Abschwächung des intersektoralen und betrieblichen Strukturwandels geführt. Kleine, weniger effiziente Betriebe wurden durch Subventionen und Fördermaßnahmen zur Fortführung veranlaßt. Entscheidend für die Zukunft der Agrarstruktur wird die gesamtwirtschaftliche Entwicklung und die damit verbundene Arbeitsmarktsituation sein, damit Aussteigern aus der Landwirtschaft eine Perspektive geboten wird. Sollte dies nicht der Fall sein, wird auch die Agrarstrukturpolitik nur geringen positiven Einfluß auf die problematische Situation der im Agrarsektor Erwebstätigen haben. Wichtig ist nach Ansicht der Autoren außerdem eine Beseitigung der von der Markt- und Preispolitik ausgehenden strukturwandelhemmenden Konsequenzen. Eine verstärkte Zusammenarbeit mit den zuständigen Aktionsbereichen Transferpolitik, Umweltpolitik und regionaler Wirtschaftspolitik ist unumgänglich.

53 Sektorale Agrarpolitiken Markt-/Preis- und Agrarstrukturpolitik 52 Anhang - Quellenangaben Literatur: Reader: Sektorale Agrarpolitiken Markt-/Preispolitik und Agrarstrukturpolitik Text: Grundzüge rationaler Agrarpolitik, Markt- und Preispolitik/Agrarstrukturpolitik Heinrichsmeyer/Witzke, S Meyers großes Taschenlexikon in 25 Bd., 7. Aufl., 1999, Mannheim: B.I.-Taschenbuchverlag Faktormobilität u. Raumordnung - ein Widerspruch? URL: /dl/TH12-1.pdf


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