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Interpretation und Analyse von Texten der Questione della lingua

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Präsentation zum Thema: "Interpretation und Analyse von Texten der Questione della lingua"—  Präsentation transkript:

1 Interpretation und Analyse von Texten der Questione della lingua

2 Programm der heutigen Sitzung
Wiederholung wichtiger Punkte der vergangenen Sitzung Die Position Leon Battista Albertis Cristoforo Landino / Lorenzo de‘ Medici

3 Wiederholung wichtiger Punkte
… sowie einige Ergänzungen

4 Was ist entscheidend für die Diskussion im 15. Jahrhundert?
Der Humanismus Die philologische Beschäftigung mit antiken Texten Die Rekonstruktion des Lateinischen der klassischen Antike (Goldene Latinität) Die Forderung nach der Modellhaftigkeit der klassischen Latinität und die Reaktion der Gegner Die Frage nach der Beschaffenheit des Lateinischen in der Antike Die Frage nach der Entstehung des Volgare Die allmähliche Wiederaufwertung des Volgare

5 Der Humanismus (it. umanesimo)
Wiederholung Der Humanismus (it. umanesimo) umanesimo latino umanesimo volgare

6 Humanismus -Definition
“L'Umanesimo è quell'epoca, identificata col Quattrocento italiano, che segna l'uscita dal Medioevo in campo culturale e l'inizio del Rinascimento in cui l'uomo sarà il punto di riferimento dell'intera realtà.”

7 Humanismus - Merkmale “Caratteristiche principali di questo movimento sono: la riscoperta, da parte degli intellettuali, dei testi classici latini e greci e il conseguente superamento degli ideali medievali quali erano ad esempio quelli di un impero universale o di una religiosità’ troppo legata a riti e norme che poco rispecchiavano l’essenza vera del cristianesimo.”

8 Humanismus - Merkmale „Tale corrente investì molti campi del sapere. In particolare la letteratura umanista si basa sul concetto di imitazione e si sviluppa quasi interamente partendo dalle tematiche e dal linguaggio dei grandi scrittori antichi. “

9 Der Humanismus Halten wir folgende Merkmale des Humanismus fest:
Überwindung der Ideale und Wertvorstellungen des Mittelalters übrigens: auch der Begriff des Mittelalters (lat. medium aevum) stammt von den italienischen Humanisten Der Mensch rückte stärker ins Zentrum des Interesses Beschäftigung mit der klassischen Antike …und zwar nicht nur der lateinischen, sondern auch der griechischen

10 Die humanistische Sprachdiskussion
und ihre Protagonisten

11 Die Frage nach der Norm des Lateinischen
Verwendung des Mittellateinischen vs. Orientierung an den Vorbildern der klassischen Antike Diese Problematik entstand aus der gelungenen Rekonstruktion der klassischen Latinität

12 Sprachhistorische Diskussion – Wie sprachen die alten Römer?
In Abhängigkeit von jeweiligen Sprachideal

13 Wie sprachen die alten Römer?
Der situative Kontext des wissenschaftlichen Disputes Im März 1435 diskutierten Leonardo Bruni und Flavio Biondo im Vorzimmer des Papstes Eugen IV. (im Florentiner Exil) über die Beschaffenheit der lateinischen Sprache in der Antike und Spätantike und ihr Verhältnis zum volgare.

14 Wie sprachen die alten Römer?
Leon Battista Alberti Zeuge des wissenschaftlichen Disputes war auch Leon Battista Alberti … doch hierzu mehr an späterer Stelle …

15 Die sprachhistorische Auffassung von Leonardo Bruni (An vulgus et litterati…)
Apud veteres: bei den Alten, d.h. in der Antike unum (…) sermonem omnium: nur eine einzige Sprache, d.h. das Lateinische nec alium vulgarem, alium litterarium: keine Vulgärsprache, nur die Gelehrtensprache (= klass. Latein) Ego autem (…) distinctam fuisse vulgarem linguam a litterata existimo: Ich bin der Auffassung, dass die Vulgärsprache von der Gelehrtensprache verschieden war Quaestio nostra in eo consistit, quod tu apud veteres unum eumdemque fuisse sermonem omnium putas, nec alium vulgarem, alium litteratum. Ego autem, ut nunc est, sic etiam tunc distinctam fuisse vulgarem linguam a litterata existimo.

16 Die sprachhistorische Auffassung von Leonardo Bruni
Hinweis auf die Unterschiede morphosyntaktischen, semantischen und phonetischen Unterschiede zwischen der „latina lingua“ und der „[lingua] vulgaris“ Atque latina lingua a vulgari in multis differt, plurimum tamen terminatione, inflexione, significatione, constructione et accentu (…)

17 Die Zwei-Sprachen-These Brunis Argumentation
Leonardo Bruni Die Zwei-Sprachen-These Brunis Argumentation Das Volgare ist ebenfalls antiken Ursprungs und hat daher das Recht, mit dem Lateinischen zu konkurrieren Volgare Latein Neuzeit Mittelalter Antike

18 Die sprachhistorische Auffassung von Flavio Biondo (De verbis romanae locutionis)
Temporibus vides quae Ciceronis aetatem praecesserant illos qui aut extra Romam vixerant, aut Romae domesticam habuerant aliquam barbariem, a nitore locutionis romanae aliqualiter recessisse, et barbarie illa infuscatos fuisse: postea vero quam urbs a Gothis et Vandalis capta inhabitarique coepta est, non unus iam aut duo infuscati, sed omnes sermone barbaro inquinati ac penitus sordidati fuerunt sensimque factum est, ut pro romana latinitate adulterinam hanc barbarica mixtam loquelam habeamus vulgarem. „barbarica mixtam loquelam habeamus vulgarem“: die (ital.) Volkssprache ist durch den Kontakt mit den Barbaren (Germanen) entstanden

19 Flavio Biondo Die Korruptionsthese Biondos
das Volgare ist aus einer Mischung zwischen Latein und Gotisch/Langobardisch entstanden und daher minderwertig Bevorzugung des Lateinischen, aber in modernisierter Form Aber keine sklavische Imitation der Sprache Ciceros (im Gegensatz zu Lorenzo Valla) Neuzeit Korrumpierung des Lateinischen Volgare Mittelalter Germanisch Diglossie Völkerwanderung Latein Antike

20 Die italienischen Humanisten und die Frage nach der Beschaffenheit des Lateinischen im Altertum
Poggio Bracciolini setzte sich ebenfalls mit dem Einfluss von Sprachkontakt auf die Herausbildung des Italienischen auseinander. Er verweist zusätzlich auf Ereignisse wesentlich älteren Datums, nämlich aus der Zeit der römischen Eroberungen.

21 Die Rekonstruktion der klassischen Latinität im Italien des 15
Die Rekonstruktion der klassischen Latinität im Italien des 15. Jahrhunderts … und ihre Konsequenzen – vom umanesimo latino zum umanesimo volgare

22 Lorenzo Valla (Rom, 1405/1407 – 1457) Elegantiarum Latinae linguae libri VI (1471)

23 Lorenzo Valla Begründer der Textkritik
Hat die sog. konstaninische Schenkung (Kirchenstaat) aufgrund der schlechten Qualität des Lateinischen als mittelalterliche Fälschung Kritiker der Scholastik und des scholastischen mittelalterlichen Lateins Überlegenheit der lateinischen Sprache gegenüber dem Volgare Grammatik als ars recte loquendi – d.h. als Lehre des guten Sprachgebrauchs

24 Die Rekonstruktion der klassischen Latinität und ihre Konsequenzen…
Die Texte der modellhaften lat. Autoren gewinnen an Bedeutung  Dieses System wird später auf das Volgare übertragen (Vorbildcharakter der Trecentisten) Durch die gelungene Rekonstruktion der klassischen Latinität wird das Lateinische zur wirklich „toten Sprache“, da sie im Prinzip keine lexikalischen und semantischen Innovationen mehr zulässt  Dadurch gewinnt das Volgare zunehmend an Bedeutung, während die Bedeutung des Lateinischen mittel- und langfristig schwindet

25 Die Wiederaufwertung des Volgare
zwischen Tradition und Innovation

26 Leonardo Bruni und die literarische Tradition des Trecento
Die Auseinandersetzung mit Dante und Petrarca

27 Leonardo Brunis Verhältnis zum Volgare
Biographien von Dante Alighieri und Francesco Petrarca in toskanischer Sprache Druckausgabe aus dem 16. Jahrhundert

28 Leonardo Bruni Auch in seinen (in lateinischer Sprache vervassten) Dialogi ad Petrum Paulum Histrum setzt sich Bruni u.a. für die literarische Verwendung der (florentinisch geprägten) Volkssprache ein .

29 Welche kulturellen Strömungen, Namen und Positionen sollte ich kennen?
Was sind die wesentlichen Merkmale des italienischen Humanismus? Was weiß ich über die Sprachvorstellungen von Lorenzo Valla? Flavio Biondo? Leonardo Bruni?

30 …und nun zum ersten Thema der heutigen Sitzung
Leon Battista Alberti

31 Leon Battista Alberti – Leben und Werk
*1404 in Genua † 1474 in Rom Die Familie Alberti war eine florentinische Kaufmannsfamilie : Jurastudium in Bologna ab 1428 kirchliche Laufbahn Alberti ist „Universalgelehrter“, d.h. vielseitig begabt und interessiert

32 Leon Battista Alberti – Leben und Werk
Kunsttheoretische Schriften: erste moderne Abhandlungen über Malerei und Perspektive, Bildhauerei und Architektur Literatur und Sprache Alberti war der erste Verfasser einer italienischen Grammatik: La Grammatichetta vaticana bzw. Grammatica della lingua toscana Naturwissenschaften: Landvermessung, Mathematik Bauten in Rimini, Florenz, Mantua

33 Leon Battista Alberti – Leben und Werk
Die Fassade von Santa Maria Novella (Florenz)

34 Leon Battista Alberti – Leben und Werk
Die Fassade des Palazzo Rucellai (Florenz)

35 Leon Battista Alberti – Leben und Werk
Tempio Malatestiano (Rimini)

36 Leon Battista Alberti – Leben und Werk
Literarische Schriften Technische Traktate Philodoxeos (etwa 1422/24) De commodis litterarum atque incommodis (1428) Momus oder De principe ( ) I libri della famiglia (ca ) Theogenius (1442) De statua De pictura (1435) De re aedificatoria (etwa 1452/55) Descriptio urbis Romae Ludi matematici ( ) De componendis cifris (1466)

37 Leon Battista Alberti und das zeitgenössische Volgare
Organisator eines Certame coronario (1441), eines Dichterwettbewerbs zum Ruhme des Florentiner Volgare Schirmherr: Piero de‘ Medici (Vater von Lorenzo il Magnifico) Austragungsort Santa Maria del Fiore (Dom) in Florenz am Ende wurde kein Sieger gekürt  Polemiken

38 Die Grammatichetta kaum Rezeption im 15./ 16. Jh.
1850 fand A. Torri im Codice Vaticano Reginense Latino 1370 eine Kopie eines Originalmanuskripts aus der Bibliothek von Lorenzo de‘ Medici 1908 veröffentlichte Ciro Trabalza erstmals den Text der Grammatichetta Vaticana im Anhang seiner Storia della Grammatica Italiana. Lange Zeit Diskussion um die Autorschaft

39 Die Grammatichetta Zeitalter des Humanismus
Gelehrtendiskussion über die Beziehung zwischen dem volgare und Latein Disput zwischen Flavio Biondo und Leonardo Bruni im März 1435 Biondo: Völkerwanderung hat den Verfall der lateinischen Sprache verursacht Bruni: Es gab schon in der Antike ein volgare bzw. sprachliche Heterogenität Alberti schloss sich der Debatte an (Proemio zum 3. Buch des Traktats Della famiglia)

40 Die Grammatichetta Entstehung der Grammatichetta um 1440
Geringer Umfang Die Grammatikmodelle der spätantiken Autoren Priscianus und Donatus dienen als Vorbild Alberti wendete Grammatikbegriff auf das volgare an

41 …nun zur Textinterpretation…

42 Die Grammatichetta Que' che affermano la lingua latina non essere stata comune a tutti e' populi latini, ma solo propria di certi dotti scolastici, come oggi la vediamo in pochi, credo deporranno quello errore vedendo questo nostro opuscolo, in quale io raccolsi l'uso della lingua nostra in brevissime annotazioni.

43 Die Grammatichetta Qual cosa simile fecero gl'ingegni grandi e studiosi presso a' Greci prima e po' presso de e' Latini, e chiamorno queste simili ammonizioni, atte a scrivere e favellare senza corruttela, suo nome, grammatica. Questa arte, quale ella sia in la lingua nostra, leggetemi e intenderetela.

44 Die Grammatichetta Bezugnahme auf die Debatte zwischen Biondo und Bruni Alberti bezog Stellung gegen die Auffassung ( Bruni), dass die lateinische Sprache nur von den Gelehrten („dotti“) gesprochen wurde Fokus liegt auf Latein

45 Die Grammatichetta Ziel und Absicht Alberti wollte zeigen, dass das Toskanische ebenso wie das Lateinische über eine grammatische Struktur verfügt Die moderne Volkssprache kann von derselben Qualität wie das Lateinische sein Wiederaufwertung des Volgare

46 Die Grammatichetta Grammatik einer Einzelsprache (Toskanisch)
Subjekt bzw. theoretische Zielsetzung Grammatik einer Einzelsprache (Toskanisch) „l'uso della lingua nostra” Gegenwartsgrammatik: Bezug auf den gegenwärtigen Gebrauch des Toskanischen. Bsp.: Artikel el statt il Imperfektendung -o in 1. Ps. Sg.: io amavo statt io amava Alberti ist synchron interessiert, keine Orientierung an literarischer Tradition (Dante, Boccaccio, Petrarca)

47 Die Grammatichetta „cittadini miei“: seine florentinischen Mitbürger
Benutzer/ Adressaten „cittadini miei“: seine florentinischen Mitbürger Methodische Prämisse Objektive und synchrone Beschreibung des Toskanischen Lateinische Sprache als Bezugspunkt

48 Weitere Förderer des Volgare
Cristoforo Landino

49 Cristoforo Landino Sekretär von Piero de‘ Medici
Erzieher von Lorenzo und Giuliano de‘ Medici Wichtiger Dante-Kommentar  Förderung der Dante-Studien


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