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Funktionen & Ausprägungen der Sexualität in der Natur

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Präsentation zum Thema: "Funktionen & Ausprägungen der Sexualität in der Natur"—  Präsentation transkript:

1 Funktionen & Ausprägungen der Sexualität in der Natur
C Tempfer Universitätsfrauenklinik der Ruhr Universität Bochum Marienhospital Herne

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3 600 Mio Jahre - Präkambrium
Wie alt ist Sexualität? 600 Mio Jahre - Präkambrium Vermehrung d. Zellteilung=genetisch idente Individuen INNOVATION Neuaufteilung d. Genome v. 2 Individuen Variabilität - Anpassung 2 Paarungytypen verhindern die Vereinigung identer Genome Ausgangspunkt höherer Lebewesen Die Herausbildung der Sexualität ist einer der Hauptfaktoren und gleichzeitig ein Ergebnis der biologischen Evolution. Die Entstehung von genetisch unterschiedlichen Geschlechtern und Paarungstypen gilt als Ausgangspunkt für die Entwicklung höherer Lebewesen aus ursprünglich geschlechtslosen Einzellern, die sich nur asexuell (vegetativ) fortpflanzen. Auf der Ebene der Einzeller, besonders bei den Ciliaten, gibt es auch Arten mit mehr als zwei unterschiedlichen Paarungstypen und abgestufter Fähigkeit zur Bildung von Zygoten. Genetische Grundlagen Die Sexualität hat sich vermutlich erst vor ca. 600 Millionen Jahren im Neoproterozoikum etabliert. Vermochten sich die Lebewesen anfangs nur durch einfache Zellteilung unter Vermehrung fortzupflanzen, was fast ausschließlich zu genetisch identischen Nachkommen führte, ist am Ende dieses Evolutionsschrittes die Fortpflanzung mit einer Vereinigung und Neuaufteilung der Genome zweier Individuen verbunden, was zu genetisch verschiedenen Nachkommen führt. Dadurch wird die Variabilität der Individuen einer Population und damit deren Fähigkeit zur Anpassung erhöht. Die Wahrscheinlichkeit, dass zwei verschiedene Genome vereinigt werden, wird dadurch erhöht, dass es mindestens zwei verschiedene Paarungstypen gibt und nur die Genome zweier verschiedener Paarungstypen vereinigt werden können. Die Vereinigung von identischen Genomen wird so verhindert. Bei den meisten Lebewesen kommen nur jeweils zwei Paarungstypen vor, die im Fall der Oogamie als Geschlechter mit männlich und weiblich bezeichnet werden. Bei vielen Einzellern besteht der sexuelle Akt aus der Verschmelzung ganzer Individuen, einige Einzeller, wie das Pantoffeltierchen, sind fähig zur Konjugation, bei der das Genom oder Teile davon ausgetauscht werden. Auch manche Bakterien können durch Konjugation extrachromosomale DNA oder unter bestimmten Bedingungen Teile des Genoms (DNA) von einem Individuum auf ein anderes übertragen; dies geschieht unabhängig von der Vermehrung, die meistens durch Zellteilung erfolgt. Bei höher entwickelten Eukaryoten (d. h. Tieren, Pflanzen, Pilzen und Protisten) bedeutete die Trennung in verschiedene Geschlechter den Übergang zur geschlechtlichen Fortpflanzung durch den Austausch und die Rekombination des Genoms bei der Befruchtung und die Bildung einer befruchteten Keimzelle. Dieser fand bei den Pflanzen im Verlauf der Stammesgeschichte durch eine Verlagerung der Phasen im Generationswechsel statt. Die Entwicklung eines durch Hormone gesteuerten Systems war ein weiterer Schritt zur Herausbildung sexueller Verhaltensweisen. Neben der Fortpflanzung mittels Austausch von Erbinformationen hat geschlechtlicher Verkehr bei höheren Organismen teils auch eine soziale Bedeutung, insbesondere bei den Primaten (wie dem Menschen und den Bonobos).

4 Was ist normale Sexualität?
Ist menschliches Sexualverhalten typisch? 30 Mio Tierarten 4300 Säugetierarten meisten Säugetiere nicht in Kleinfamilien keine väterliche Fürsorge Herdentiere: keine Paare, Männchen erkennen Kinder nicht

5 nur Minderheit erkennt Kinder, zeigt väterl. Fürsorge:
Zebras, Gorillas (polygyn), Gibbons, Menschen (monogam), Tamarins (polyandrisch) Sex = öffentlich Schimpansen - privat + öffentlich erkennbarer Östrus optisch, Geruch, Verhalten Männchen und Weibchen

6 Dreiteilung starke Östruszeichen: ++ schwache Östruszeichen: +/- Gorillas kein Östrus: - (Menschen, Delphine) Sex zum Vergnügen selten Bonobos, Menschen, Delphine

7 Wechseljahre außer bei Menschen nicht nachgewiesen; ev. Grindwale menschliche Sexualverhalten = anormal konstitutiv Kombination: Monogamie, gemeinsame elterliche Fürsorge, verdeckter Östrus, privater Sex, Sex als Vergnügen, Wechseljahre ,Sex-Spezialisten‘ - Wieso?

8 Sexualität als evolutionsbiologisches Problem
Beispiel sexueller Kannibalismus Spinnen & Gottesanbeterinnen

9 Sexualität als evolutionsbiologisches Problem
mit Zustimmung des Männchens ,survival of the fittest‘? niedrige Populationsdichte, einmalige Kopulation, Ernährungszustand=Eiproduktion Männer: häufige Kopulationen, gut genährte Frauen, Frau könnte Mann nicht verspeisen Gene, die mehr Kopien von sich erzeugen, setzen sich durch Gene wandern durch Individuen und erzeugen Kopien von sich selbst – ,selfish genes‘

10 Sexualität als evolutionsbiologisches Problem
Beispiel Östrus - Theorien ,daddy at home‘ (Alexander & Noonan 1990) Gänse, Möven, Trauerschnäpper ,multiple fathers‘ (Hrdy 1981) Gorillas, Schneewitchen, Rotkäppchen Meerkatzen, 30% der männl. Herde (Andelman 2000) Sillden-Tullberg et al. Am Nat 1993; 141(1):1-25

11 Sexualität als evolutionsbiologisches Problem
Schritt 1 Östrus bei 68 Primatenarten 32- Meerkatzen, Marmosetten, Klammeraffen, Orang, Menschen 18-/+ Gorilla 18+ Paviane, Schimpansen Schritt 2 Paarungsarten 11 monogam: Marmosetten, Gibbons, Menschen 23 polygyn: Gorillas 34 promiskuitiv: Meerkatzen, Bonobos, Schimpansen

12 Sexualität als evolutionsbiologisches Problem
Schritt 3 10/11 monogame Arten: -Östrus 14/18 promiskuitive Arten: +Östrus ,daddy at home‘ Schritt 4 Stammbaum Eigenschaften innerh. d. Klade unterschiedlich = jung alt = Eigenschaft kongruent mit nächstgrösserer Klade

13 Orang - Gorilla - Mensch - Schimpansen - Zwergschimpansen – Gibbons
Menschenaffen Orang - Gorilla - Mensch - Schimpansen - Zwergschimpansen – Gibbons Klade: Abstammungsgemeinschaft

14 Die Herausbildung der Sexualität ist einer der Hauptfaktoren und gleichzeitig ein Ergebnis der biologischen Evolution. Die Entstehung von genetisch unterschiedlichen Geschlechtern und Paarungstypen gilt als Ausgangspunkt für die Entwicklung höherer Lebewesen aus ursprünglich geschlechtslosen Einzellern, die sich nur asexuell (vegetativ) fortpflanzen. Auf der Ebene der Einzeller, besonders bei den Ciliaten, gibt es auch Arten mit mehr als zwei unterschiedlichen Paarungstypen und abgestufter Fähigkeit zur Bildung von Zygoten. Genetische Grundlagen Die Sexualität hat sich vermutlich erst vor ca. 600 Millionen Jahren im Neoproterozoikum etabliert. Vermochten sich die Lebewesen anfangs nur durch einfache Zellteilung unter Vermehrung fortzupflanzen, was fast ausschließlich zu genetisch identischen Nachkommen führte, ist am Ende dieses Evolutionsschrittes die Fortpflanzung mit einer Vereinigung und Neuaufteilung der Genome zweier Individuen verbunden, was zu genetisch verschiedenen Nachkommen führt. Dadurch wird die Variabilität der Individuen einer Population und damit deren Fähigkeit zur Anpassung erhöht. Die Wahrscheinlichkeit, dass zwei verschiedene Genome vereinigt werden, wird dadurch erhöht, dass es mindestens zwei verschiedene Paarungstypen gibt und nur die Genome zweier verschiedener Paarungstypen vereinigt werden können. Die Vereinigung von identischen Genomen wird so verhindert. Bei den meisten Lebewesen kommen nur jeweils zwei Paarungstypen vor, die im Fall der Oogamie als Geschlechter mit männlich und weiblich bezeichnet werden. Bei vielen Einzellern besteht der sexuelle Akt aus der Verschmelzung ganzer Individuen, einige Einzeller, wie das Pantoffeltierchen, sind fähig zur Konjugation, bei der das Genom oder Teile davon ausgetauscht werden. Auch manche Bakterien können durch Konjugation extrachromosomale DNA oder unter bestimmten Bedingungen Teile des Genoms (DNA) von einem Individuum auf ein anderes übertragen; dies geschieht unabhängig von der Vermehrung, die meistens durch Zellteilung erfolgt. Bei höher entwickelten Eukaryoten (d. h. Tieren, Pflanzen, Pilzen und Protisten) bedeutete die Trennung in verschiedene Geschlechter den Übergang zur geschlechtlichen Fortpflanzung durch den Austausch und die Rekombination des Genoms bei der Befruchtung und die Bildung einer befruchteten Keimzelle. Dieser fand bei den Pflanzen im Verlauf der Stammesgeschichte durch eine Verlagerung der Phasen im Generationswechsel statt. Die Entwicklung eines durch Hormone gesteuerten Systems war ein weiterer Schritt zur Herausbildung sexueller Verhaltensweisen. Neben der Fortpflanzung mittels Austausch von Erbinformationen hat geschlechtlicher Verkehr bei höheren Organismen teils auch eine soziale Bedeutung, insbesondere bei den Primaten (wie dem Menschen und den Bonobos).

15 Sexualität als evolutionsbiologisches Problem
Schritt 4 Stammbaum Eigenschaften innerh. d. Klade unterschiedlich = jung alt = Eigenschaft kongruent mit nächstgrösserer Klade

16 Sexualität als evolutionsbiologisches Problem
Schritt 4 - Ergebnis: Arten mit Übergang: +Östrus zu -Östrus: polygyn, dann promiskuitiv Arten +Östrus: nie Monogamie entwickelt nur wenn bereits -Östrus, dann Monogamie entwickelt 1. -Östrus entsteht nur bei polygynen - promiskuitiven Arten: ,multiple father‘ 2. nur wenn bereits -Östrus, kann Monogamie entstehen: ,daddy at home‘

17 Signale: Elemente der Sexualität ,sexuelle Selektion‘ 3 Theorien
Sexuelle Signale Signale: Elemente der Sexualität ,sexuelle Selektion‘ 3 Theorien Sir R. Fisher - Ausreißerselektion Muskelmasse A. Zahavi - Behinderung Schwanz der Paradiesvögel A. Kodric-Brown - ehrliche Werbung Hirschgeweih

18 Penis als Phänomen der Selektion Menschen: 12,5cm
Penis als sexuelles Signal Penis als Phänomen der Selektion Menschen: 12,5cm Gorillas: 3cm, Orangs: 4cm kein zusätzlicher Nutzen Orangturnen Dauer Orangs: 15min Menschen: 4min (Diamond 1997) Signal Penisköcher

19 Penisköcher

20 Sexualität als evolutionsbiologisches Problem
Penis als Beispiel f. Ausreißerselektion? Orang-Gorilla-Mensch kein Funktionsgewinn Behinderung? Penis vs. Hirnrinde Auf wen wirkt das Signal?? Umfragen Frauen (Diamond 1997) Männer Signal in der Männergruppe Dominanz gegenüber Rivalen

21 Sexualität in der Natur uralt - Präkambrium
Zusammenfassung Sexualität in der Natur uralt - Präkambrium Entstehung höherer Lebewesen menschliche Sexualität ist konstitutiv evolutionsbiologisches Phänomen sexuelle Signale vielfältig Warum ist Sexualität so wie sie ist?

22 Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit!


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