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Anja Rodenberg Wirtschaftsprüferin Steuerberaterin TPW Todt & Partner GmbH & Co. KG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Aktuelle Fallstricke bei der Besteuerung.

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Präsentation zum Thema: "Anja Rodenberg Wirtschaftsprüferin Steuerberaterin TPW Todt & Partner GmbH & Co. KG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Aktuelle Fallstricke bei der Besteuerung."—  Präsentation transkript:

1 Anja Rodenberg Wirtschaftsprüferin Steuerberaterin TPW Todt & Partner GmbH & Co. KG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Aktuelle Fallstricke bei der Besteuerung international tätiger Reedereien Bucerius Maritime Executive Lectures 2014, Bucerius Education GmbH 19. September 2014 Andreas Höth Wirtschaftsprüfer Steuerberater TPW Todt & Partner GmbH & Co. KG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

2 Gliederung 2 I.Steuerliche Grundlagen der Schifffahrtsbesteuerung 1.) Gewinnermittlung nach § 5 a EStG (Tonnagesteuer) 2.) Rechtsfolgen der Tonnagesteuer 3.) GewSt 4.) Umsatzsteuer 5.) Versicherungsteuer 6.) Internationale Aspekte II.Aktuelle „Brennpunkte“ der Schifffahrtsbesteuerung

3 3 Gewinnermittlung nach § 5 a EStG a)Anwendungsbereich - Betrieb von Handelsschiffen im internationalen Verkehr - eigene oder gecharterte Schiffe - überwiegend im inländischen Schiffsregister eingetragen - überwiegend zur Personen- oder Güterbeförderung - im Verkehr mit oder zwischen ausländischen Häfen - innerhalb eines ausländischen Hafens und der Hohen See (12 sm-Zone) - Vercharterung ausgerüsteter Schiffe - Betrieb umfasst: Neben- und Hilfsgeschäfte und Verkauf Schiff - Sonderregelung: Schleppen, Bergen und Exploration von Bodenschätzen außerhalb deutscher Hoheitsgewässer

4 4 Gewinnermittlung nach § 5 a EStG b)Voraussetzungen - Bereederung im Inland - Charterverträge abschließen - Ausrüstung und Proviant - Crewing der Kapitäne und Schiffsoffiziere - Befrachtung - Bunker- und Schmierölverträge - Erhaltung des Schiffes - Versicherungen - Buchführung, Rechnungslegung (Tagesgeschäft)  bei Vercharterung: nur soweit der Vercharterer verpflichtet

5 5 Gewinnermittlung nach § 5 a EStG b)Voraussetzungen - Unwiderruflicher Antrag - im Wirtschaftsjahr der Anschaffung oder Herstellung (Indienststellung) - 10 Jahre Bindungsfrist an die Gewinnermittlung nach § 5 a EStG - Rückwirkung des Antrags auf frühere Wirtschaftsjahre.

6 6 Rechtsfolgen der Tonnagesteuer a)Gewinnermittlung - Der Schiffsbetrieb ermittelt den zu versteuernden Gewinn nach der Netto-Raumzahl gemäß Schiffsbrief - Je 100 NRZ bei 365 Betriebstagen im Kalenderjahr - Bsp.: NRZ (ca TEU Container-Schiff) NRZ/100 x € 0,92 x 365 Tage = € 3.358, NRZ/100 x € 0,69 x 365 Tage = € 9.570,30 Steuerlicher Gewinn p.a. = € ,30

7 7 Rechtsfolgen der Tonnagesteuer b)Unterschiedsbetrag - Differenz zwischen Buchwert und Teilwert eines Wirtschaftsgutes - Im Zeitpunkt des Übergangs von regulärer zur Gewinnermittlung nach § 5 a EStG - betraf Fremdwährungsdarlehen - betraf Schiffe - Bauverträge?  Folge: Unterschiedsbetrag wird in ein Verzeichnis aufgenommen

8 8 Rechtsfolgen der Tonnagesteuer b)Unterschiedsbetrag Auflösung des Unterschiedsbetrages - wenn das Wirtschaftsgut aus dem Betriebsvermögen ausscheidet (auch anteilig) - wenn ein Gesellschafter aus der Gesellschaft ausscheidet  aufgelöster Unterschiedsbetrag ist zu versteuern Beispiel:- Unterschiedsbetrag eines Fremdwährungsdarlehens ist jährlich anteilig aufzulösen, soweit das Darlehen getilgt wurde, - Unterschiedsbeträge sind aufzulösen, soweit sie auf einen ausscheidenden Gesellschafter entfallen.

9 9 Rechtsfolgen der Tonnagesteuer c)Abgeltungswirkung - Gewinn nach § 5 a EStG schließt mit ein: Gewinn aus der Veräußerung - des Schiffes und - eines KG-Anteils  Diese werden nicht gesondert versteuert - Vergütung des Vertragsreeders bis 4 % der Brutto-Chartererlöse sind mit abgegolten:  Vertragsreeder muss diese Einnahmen nicht gesondert versteuern

10 10 3) Gewerbesteuer

11 11 3) Gewerbesteuer a)Laufende Einkünfte -Pauschaler Gewinn nach § 5 a EStG unterliegt bei der Schiffsgesellschaft der Gewerbesteuer (§ 7 S. 3 GewStG) b) Unterschiedsbetrag - Aufzulösende Unterschiedsbeträge unterliegen ebenfalls der Gewerbesteuer

12 12 3) Gewerbesteuer c)Keine Kürzung - Die Kürzung des Gewerbeertrages nach § 9 Nr. 3 S. 2 GewStG ist bei Anwendung des § 5 a EStG ausgeschlossen  80 % Kürzung nur bei regulärer Gewinnermittlung Keine Kürzung für Sonderbetriebseinnahmen und –ausgaben (BFH vom 6. Juli 2005) Keine Kürzung für Auflösung Unterschiedsbetrag während Tonnagebesteuerung (BFH vom , IV R 10/11) Rückwechsler ?

13 3) Gewerbesteuer Gewerbesteuerpflicht ? Fall: Eine Schiffs-KG tritt in einen Bauvertrag ein. Das Schiff (bzw. der Bauvertrag) wird dann noch in der Bauphase weiter veräußert. Der bereits abgeschlossene Chartervertrag und die Finanzierung werden auf die neue Gesellschaft übertragen. Die Bauaufsicht übernimmt die veräußernde Gesellschaft weiterhin, unentgeltlich. Ist der Gewinn aus der Weiterveräußerung gewerbesteuerpflichtig? 13

14 Aktuelle Brennpunkte zur Tonnagesteuer Lösung: Die Gewerbesteuerpflicht beginnt erst mit der angestrebten Tätigkeit (Betrieb eines Seeschiffs). Da die Bauaufsicht unentgeltlich erfolgt, ist auch keine andere gewerbliche Tätigkeit gegeben so das FG Hamburg, Az. 6 K 185/11 ( ) BFH anhängig, Az. IV R 21/13 Bereits vorher: FG HH (6 K 150/10) und FG HH K 13/11 : keine GewSt-Pflicht, wenn keine andere Tätigkeit vorliegt. Anders bei FG HH vom (2 K 124/07)! 14

15 Aktuelle Brennpunkte zur Tonnagesteuer Weitere Aspekte zum Thema Gewerbesteuer: Definitivbesteuerung / Verlustabzugsbeschränkung (Gesellschaft zahlt Gewerbesteuer, gleichzeitig geht ein Verlustvortrag unter) IHK – Beitrag auf Basis der Gewerbesteuer 15

16 16 4) Umsatzsteuer

17 17 4) Umsatzsteuer Befreiungsvorschrift § 4 Nr. 2 verweist auf § 8 UStG: Lieferung, Umbau, Instandsetzung Wartung, Vercharterung, Vermietung von Wasserfahrzeugen… Lieferung, Instandsetzung, Wartung und Vermietung von Gegenständen, die zur Ausrüstung der Wasserfahrzeuge bestimmt sind Lieferung von Gegenständen, die zur Versorgung der Wasserfahrzeuge bestimmt sind Sonstige Leistungen, die für den unmittelbaren Bedarf der Wasserfahrzeuge bestimmt sind Umsatzsteuer – Anwendungserlass: Die Umsätze müssen unmittelbar an den Betreiber bewirkt werden !

18 18 4) Umsatzsteuer Fall:Schiffsmakler bezieht Waren und Dienstleistung für sein Unternehmen. Lösung: Steuerfrei sind nur solche Umsätze, die direkt an den Betreiber des Schiffes getätigt werden. Die Umsätze sind nicht als Umsätze für die Seeschifffahrt steuerfrei (§ 4 Nr. 2, § 8 Abs. 1 UStG)

19 19 4) Umsatzsteuer Leistung des Schiffsmaklers Steuerbefreit: -Besorgung von Schiffsraum u. Frachtverträgen -Abrechnungen f. d. Reeder -Überwachung d. Schiffsreise nicht steuerbefreit: - Vermittlung von Seefrachtverträgen

20 20 5) Versicherungssteuer

21 21 5) Versicherungssteuer Bundessteuer, zuständig ist das Bundeszentralamt für Steuern. Echte Verkehrssteuer, Anknüpfungspunkt ist der Geldumsatz / die Zahlung des Versicherungsentgeltes. Nach § 2 Abs. 1 VersStG gilt als Versicherungsvertrag i. S. d. VersStG auch eine Vereinbarung zwischen mehreren Personen oder Vereinigungen, Verluste oder Schäden gemeinsam zu tragen. Durch die Vereinbarung muss ein den Einzelnen betreffendes Risiko auf einen größeren Kreis von Personen verteilt werden. Der Zusammenschluss selbst ist Versicherer.

22 22 5) Versicherungssteuer Poolverträge ??

23 23 5) Versicherungssteuer Von der Besteuerung ausgenommen ist gem. § 4 Nr. 11 (ab ) die Zahlung des Versicherungsentgeltes in Form von Umlagen, die vor dem 1. Januar 2016 von Beteiligten eines Schiffserlöspools zum Zweck der Verteilung der gesamten dem jeweiligen Verteilungssystem unterliegenden, von den Mitgliedern im eigenen Namen und auf eigene Rechnung erzielten Nettoeinnahmen der Beteiligten nach einem bestimmten Schlüssel erhoben werden. …und ab dem 1. Januar 2016 ? VDR Andere Poolverträge

24 24 6) Internationale Aspekte

25 6.) Internationale Aspekte 25 a)Inbound Investment Anleger im Ausland EU D Anleger im Inland Vertragsreeder Schifffahrts-KG Verw. GmbH Vertrags- reedervertrag

26 6) Internationale Aspekte 26 a)Inbound Investment (Ausländischer Gesellschafter) - Grundsatz: Beteiligung an inländischer Schiffs-KG gilt als Betriebstätte des ausländischen Anlegers  Beschränkte ESt-Pflicht, Steuererklärung abzugeben - Doppelbesteuerungsabkommen Art. 8 OECD-MA: laufende Einkünfte aus der Schiffs-KG, Besteuerungsrecht am Ort der Geschäftsleitung Art. 13 OECD-MA: Gewinn aus der Veräußerung des Schiffes, Besteuerungsrecht am Ort der Geschäftsleitung

27 6) Internationale Aspekte 27 a) Inbound Investment - Vermeidung der Doppelbesteuerung: entweder Freistellung unter Progressionsvorbehalt  z. B. Österreich, Niederlande oder Anrechnung der in Deutschland gezahlten Steuer  z. B. USA

28 28 6) Internationale Aspekte a)Inbound Investment Vergleich Anrechnung oder Freistellung Gewinnzu versteuern Deutschland /. GewSt./. 4./. 4./. ESt ca../. 5 ca../. 5 Zufluss 991 Ausland (42 %) Freistellung0 Anrechnung x 42 % = 420,00./. 9 = 411,00

29 29 6) Internationale Aspekte Ausländischer Poolmanager Fall:Eine deutsche Schiffs-KG (Tanker) optiert zur Gewinnermittlung nach § 5 a EStG und schließt – statt eines Chartervertrages – einen Poolvertrag für das Schiff ab. Der Poolmanager hat seinen Sitz im EU- Ausland. Es handelt sich um einen Einnahmepool, aber der Pool tritt selbst als Vertragspartner gegenüber den Befrachtern auf.

30 30 6) Internationale Aspekte Ausländischer Poolmanager Lösung: „Bereederung im Inland“ erfüllt? Grundsatz: Der Poolvertrag wirkt für die Schiffs-KG wie ein Chartervertrag plus Risikominimierung durch die Nivellierung der Einnahmen. Die Verwaltung des Pools verlagert nicht die Verwaltung des Schiffes ins Ausland. Positive verbindliche Auskünfte sind hierzu schon erteilt worden.

31 31 6) Internationale Aspekte Ausländischer Poolmanager Aber:Tritt der Pool gegenüber den Mineralölkonzernen als Vertragspartner auf, schließt er im Ausland verbindliche Frachtaufträge oder Charterverträge für die Schiffs-KG ab. Dies kann zur Verlagerung von Bereederungstätigkeiten ins Ausland führen. Konsequenz wäre der Wegfall der Gewinnermittlung nach § 5 a EStG. Hinweis:Das Verhalten der FA ist uneinheitlich, verbindliche Auskünfte bzgl. ausländischem Poolmanager wurden auch schon abgelehnt.

32 6) Internationale Aspekte 32 b)„Outbound“ Investment ? Schifffahrtsges. im Ausland D Inhaber im Inland Vertragsreeder Reederei-KG Verw. GmbH Vertrags- reedervertrag Schifffahrts-Ltd.

33 6) Internationale Aspekte 33 „Outbound“ Investment ? Steuerpflicht-Verlagerung in das Ausland?? Meldepflichten für ausländische Beteiligungen (erhöhte Mitwirkungspflicht) /Dokumentationspflichten Buchführungspflichten?

34 TEIL II AKTUELLE „BRENNPUNKTE“ DER SCHIFFAHRTSBESTEUERUNG TONNAGEBESTEUERUNG § 5a ESTG 34

35 Aktuelle Brennpunkte zur Tonnagesteuer Verlustverrechnung Anpassung des BMF-Schreibens zur Tonnagesteuer am 10. September 2013 Nach BFH vom keine Verrechnung von verrechenbaren Verlusten (§ 15a EStG) mit Auflösung von Unterschiedsbeträgen Bei Rückwechsel aus der Besteuerung werden die verrechenbaren Verluste i.d.R. verbraucht

36 Aktuelle Brennpunkte zur Tonnagesteuer Beginn der Tonnagebesteuerung Frage: Ist das für die Frist zur Option zur Tonnagebesteuerung maßgebliche Erstjahr das Jahr der Infahrtsetzung oder das Jahr, in dem erstmals Einkünfte aus Vorbereitungs- handlungen erzielt werden? § 5a (3) EStG aktuelle Gesetzesfassung Antragsstellung im Jahr der Indienststellung für Wirtschaftsjahre, die nach dem 31. Dezember 2005 enden.

37 Aktuelle Brennpunkte zur Tonnagesteuer 37 Für Altjahre: widerstreitende Urteile des FG Hamburg FG Hamburg 6. Senat Urteil 27. Februar 2012 (6 K 131/10) Erstjahr = Jahr, in dem Schiff überwiegend im inländischen Schiffsregister eingetragen war und tatsächlich zur Beförderung von Personen/Güter im internationalen Verkehr eingesetzt wird. -> BFH anhängig IV R 10/12 FG Hamburg 6. Senat Urteil 18. Februar 2013 (6 K 8/11) Erstjahr = Wirtschaftsjahr in dem mit Tätigkeit zur Erzielung gewerblicher Einkünfte begonnen wurde, dies gilt auch für Hilfsgeschäfte (hier: Übernahme Schiffsbauvertrag) -> BFH, IV R 15/13, entschieden : nein! – ab Erfüllung der Voraussetzungen!

38 Aktuelle Brennpunkte zur Tonnagesteuer 3. Sondervergütung an Gesellschafter Fall: Bauvertrag aus Die Gesellschafter X und Y der Schiffs-KG erhalten von dieser vor Indienststellung in 2007 eine Tätigkeitsvergütung. Mit Indienststellung in 2008 optiert die Schiffs-KG zur Gewinnermittlung nach § 5 a EStG. Sondervergütung in 2007 steuerpflichtig? 38

39 Aktuelle Brennpunkte zur Tonnagesteuer Lösung: Sondervergütungen der Gesellschafter vor Indienststellung sind auch dann steuerpflichtig, wenn zur Gewinnermittlung nach§5 a EStG optiert wird. BFH vom , Az. IV R 19/10 entgegen der Vorinstanz FG Hamburg, GB vom 26. März 2010, Az. 6 K 242/09 39

40 Aktuelle Brennpunkte zur Tonnagesteuer Unterschiedsbetrag in Bauvertrag Fall:Schiffs-KG bestellt in 2002 ein Containerschiff, das 2004 abgeliefert werden soll. Aufgrund steigender Schiffspreise stellt das Finanzamt zum einen Unterschiedsbetrag im „Wirtschaftsgut“ Bauvertrag i. H. v. € fest.

41 Aktuelle Brennpunkte zur Tonnagesteuer 41 Unterschiedsbetrag in Bauvertrag Lösung:Ein Bauvertrag ist ein schwebendes Geschäft, kein Wirtschaftsgut. Der Bauvertrag wird nicht bilanziert. Es kann daher kein Unterschiedsbetrag festgestellt werden. BFH entschieden am , Az. II R 47/09

42 Aktuelle Brennpunkte zur Tonnagesteuer Unterschiedsbetrag Fremdwährungsdarlehen Fall:Im Rahmen einer Sanierung wird eine Tilgungs- aussetzung mit der Bank vereinbart. Die Bank stimmt der Aussetzung und der Stundung der Zinsen unter der Bedingung zu, dass das Yen-Darlehen in Dollar konvertiert wird.

43 Aktuelle Brennpunkte zur Tonnagesteuer 43 Unterschiedsbetrag Fremdwährungsdarlehen Lösung: Die Tilgungsaussetzung führt wohl nicht zu einem Abgang“ des Darlehens, aber Konvertieren des Darlehens schafft möglicherweise einanderes Wirtschaftsgut, so dass hier ggf. ein Unterschiedsbetrag aufgelöst werden muss. Maßgeblich muss sein, ob der ursprüngliche Darlehens- vertrag in seinen wesentlichen Elementen verändert wird (Novation) oder ob eine Vertragsänderung vorliegt, die nicht zu einem neuen Vertrag und damit zu einem neuen Wirtschaftsgut führt. Ansicht der FA bislang uneinheitlich, soll abgestimmt werden. Verbindliche Auskunft beantragen!

44 Aktuelle Brennpunkte zur Tonnagesteuer 44 6a) § 5a bei sehr kurzer Beschäftigung und Veräußerung ? BFH IV R 45/11 vom (Vorinstanz FG Hamburg vom – 2 K 42/11) Fall:KG kauft in 2002 Tankschiff, betreibt 70 Tage und veräußert dann an Fondsgesellschaft. Der Verkauf war beabsichtigt, wenn Fondsgesellschaft genügend Kapital besitzt(Schiff im Umlaufvermögen bilanziert) Lösung:keine Tonnagesteuer nach § 5a EStG, mangels Absicht zum längerfristigen Betrieb des Schiffes

45 Aktuelle Brennpunkte zur Tonnagesteuer 45 6b) § 5a bei sehr kurzer Beschäftigung und Veräußerung ? Fall:KG gegründet 2001, Bauvertrag aus 2002, Ablieferung planmäßig in Das Schiff wird vor Ablieferung an eine Fonds-KG verkauft, aber noch von der Verkäuferin am 6. Oktober 2003 abgenommen und nach dreitägiger Leer-Containerreise der Käuferin übergeben. Lösung:BFH IV R 46/10 am : § 5a setzt die Absicht zum längerfristigen Betrieb voraus – Vermutet bei 1 Jahr Betrieb. Hier folglich keine Tonnagesteuer.

46 Aktuelle Brennpunkte zur Tonnagesteuer 46 6c) § 5a bei sehr kurzer Beschäftigung und Veräußerung ? BFH IV R 15/13: Antragsfrist a.F. betrug drei Jahre ab dem Zeitpunkt, in dem erstmalig die Voraussetzungen erfüllt waren – aber: auch hier weniger als 1 Jahr betrieben, deshalb zur Prüfung zurückverwiesen, ob langfristiger Betrieb beabsichtigt war. BFH IV R 12/10 am (FG HH vom , 2 K 147/08) Veräußerung des Schiffes vor Fertigstellung, Sondervergütungen (Provisionen) und Frage der Begünstigung und GewSt-Kürzung für den Gewinn

47 Aktuelle Brennpunkte zur Tonnagesteuer Auflösung der Wertaufholungsrücklage? BFH IV R 60/10: entschieden am (Vorinstanz FG Hamburg Gerichtsbescheid vom ) Die Wertaufholungsrücklage war bei der Ermittlung des Unterschiedsbetrags im Fremdwährungsdarlehen nicht zusätzlich zum Buchwert der Verbindlichkeit zu berücksichtigen. Folge: Nur die in § 5a Abs. 5 Satz 3 EStG genannten Rücklagen sind zu berücksichtigen. (§ 6b, § 6d und § 7g EStG).

48 Aktuelle Brennpunkte zur Tonnagesteuer Abgeltung von Kapitalerträgen? 1.Sind Kapitalerträge auf dem Treuhandkonto aus den Einzahlungen von Kommanditeinlagen (für Baufinanzierung) als Hilfsgeschäfte dem Schiffsbetrieb zugehörig? FG Hamburg : ja. BFH-anhängig (IV R 14/14) 2.Sind Erträge aus Aktienverkäufen von CSAV-Aktien durch die Tonnagesteuer abgegolten? FG Hamburg : ja. (rkr)

49 Aktuelle Brennpunkte zur Tonnagesteuer Offene Verfahren zur Tonnagesteuer: BFH: IV R 1/11 Abschreibung Mehrwert in Ergänzungsbilanz IV R 27/11 Meistbegünstigungsprinzip bei GewSt-Anrechnung IV R 10/12 Begriff des Erstjahrs IV R 21/13 Beginn der GewSt-Pflicht bei Veräußerung vor Auslieferung IV R 42/13 Zur Mitunternehmerstellung IV R 14/14 Zinsen auf Kapitaleinzahlungen als Hilfsgeschäft ? IV R 3/14 Ermittlung des Teilwertes (aus Anteilsverkauf?) Außerdem: BVerfG: Eingabe des BFH zur Verfassungsmäßigkeit der Mindestbesteuerung (§ 10a GewStG und § 10d EStG) EUGH: Vorsteuerabzug bei Holding / Organschaft

50 10. Vorzeitige Beendigung der Tonnagesteuer 50 Problem: 10 Jahre Bindungsfrist sowohl an die Gewinnermittlung gem. § 5 a, als auch an die Option zur regulären Gewinnermittlung (§ 5 a Abs. 3 S. 7 und 8 EStG). Lösung: Wegfall der Tonnagesteuervoraussetzungen herbeiführen Beispiel:- Voll-Ausflaggung, ausschließliche Registrierung im Ausland - Verlagerung der Bereederung ins Ausland - Anstellung der Kapitäne und Offiziere durch ausländischen Arbeitgeber Aktuelle Brennpunkte zur Tonnagesteuer

51 51 Beendigung der Tonnagesteuer – immer noch offene Fragen Fall: Schiffs-KG hat in 2000 ein Schiff abgeliefert bekommen. Option zur Tonnagesteuer ab 2003, mit Unterschiedsbeträgen. Wechsel zur Normalbesteuerung in 2014 wird überlegt. Offene Punkte: -Ermittlung Teilwerte per für Steuerbilanzansatz -Abschreibung der Teilwerte? Oder nur Fortführung der Abschreibung? -Restnutzungsdauer? -GewSt-Pflicht auf die Auflösungsbeträge (mit Kürzung § 9 Nr. 3?)

52 Aktuelle Brennpunkte zur Tonnagesteuer Zeitpunkt der Auflösung des Unterschiedsbetrags Fall: Kommanditist A hat seine Kommanditbeteiligung am 1. September 2014 in eine GmbH eingebracht. Das Schiff wurde schon am 31. März 2014 veräußert. Wem ist die Auflösung des Unterschiedsbetrags zuzurechnen? Auffassungen: a)Dem Kommanditisten, weil mit dem Schiffsverkauf aufzulösen? b)Der GmbH, weil der Auflösungsgewinn erst am entsteht?

53 Anja Rodenberg Wirtschaftsprüferin Steuerberaterin TPW Todt & Partner GmbH & Co. KG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Vielen Dank für die Aufmerksamkeit! Bucerius Maritime Executive Lectures 2014, Bucerius Education GmbH 19. September 2014 Andreas Höth Wirtschaftsprüfer Steuerberater TPW Todt & Partner GmbH & Co. KG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft


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