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Innovationspolitik, Informationsgesellschaft, Telekommunikation www.bmwi.de Der ordnungspolitische Kompass – Perspektiven der TK-Regulierung MinR Dr. Peter.

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1 Innovationspolitik, Informationsgesellschaft, Telekommunikation Der ordnungspolitische Kompass – Perspektiven der TK-Regulierung MinR Dr. Peter Knauth Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie ATRT: Telekommunikation 2012 Mainz, 31. Januar 2007

2 Der ordnungspolitische Kompass – Perspektiven der TK- Regulierung Zielsystem – wo wollen wir hin? Lageanalyse – wo stehen wir? Maßnahmen – was steht an? BNetzA Nationaler Rahmen EU-Politik

3 Ziele der TK-Politik/ Grundsätze der Regulierung Hoch leistungsfähiger Telekommunikationsmarkt, der im internationalen Vergleich eine Spitzenposition erreicht und einen bestmöglichen Beitrag zu Wachstum, Beschäftigung und Wettbewerbsfähigkeit der Gesamtwirtschaft leistet. Wettbewerb und (subsidiär) Regulierung sind Mittel zur Erreichung dieses Ziels

4 Grundsätze der Regulierungspolitik Generelle G ü ltigkeit/ Vorrang des Wettbewerbsprinzips Regulierung/ Harmonisierung nur im erforderlichen Umfang Vermeidung ü berfl ü ssiger b ü rokratischer Strukturen / Institutionen Klare Zust ä ndigkeiten/ Verantwortungsbereiche (Trennung zwischen operativer Regulierungspolitik und politischer Rahmensetzung)

5 Grundsätze der Regulierungspolitik Bundesregierung verfolgt keinen Top-down-Ansatz (keine Planung der TK-Entwicklung) Regulierungspolitik ist eingebettet in allgemeine Politik, die staatliche Interventionen in Märkte eher kritisch sieht (s. SKM) – nicht alles und jedes muss gesetzlich geregelt werden Anforderungen an die Regulierungspolitik müssen im Wesentlichen und soweit möglich über die Märkte formuliert werden Regulierungsmechanismen müssen flexibel auf unterschiedliche Entwicklungen reagieren können Bundesnetzagentur verfügt über weite Spielräume Erst wenn diese Spielräume ausgereizt sind, muss der nationale / europäische Gesetzgeber aktiv werden

6 Regulierungspolitik = Erfolgsmodell Vorneweg: Bisherige Entwicklung sehr positiv verlaufen Regulierung hat weitgehend funktioniert Keine grundlegende Ä nderung des Rechtsrahmens erforderlich Fortf ü hrung einer klar wettbewerbsorientierten Telekommunikationspolitik Aber: Modifikationen und Optimierungen sinnvoll

7 Einige grundsätzliche Anmerkungen zur Lageanalyse Fundierte Lageanalyse Grundbedingung für erfolgreiche Politik Offene und transparente Diskussionsprozesse Grundlage für Lageanalysen Lagebeschreibungen interessierter Kreise häufig verzerrt/ Datenauswahl oft willkürlich Benchmarks häufig zu undifferenziert – Inkompatibilitäten mit Zielsystem

8 Lageanalyse – ECTA Scorecard (2006)

9 Lageanalyse – ECTA-Scorecard (2005)

10 Lageanalyse EU-Kommissarin Reding: Wir haben gerade eine wissenschaftliche Analyse über die Auswirkungen des Telekom-Rechts auf die wirtschaftliche Entwicklung bekommen. Wissen Sie wo Deutschland liegt? An drittletzter Stelle…. Ganz deutlich wird in der Studie: Diejenigen EU-Staaten, die den Telekom-Markt geöffnet und Wettbewerb zugelassen haben, sind die mit den höchsten Investitionen in Infrastrukturen. Quelle: Berliner Zeitung, 4. Januar 2007 Die deutschen Breitbandzahlen werde ich diesem Vergleich [Dänemark, USA] nicht hinzufügen, um uns nicht für den Rest des Abends die Laune zu verderben. Kommissarin Reding am , Parlament. Abend des VATM in Brüssel

11 Lageanalyse – Communications Committee 10/ 2006 Stand: Juli 2006 DSL- Anschlüsse gesamt davon Wettbe- werber Full ULLauf Basis Line-Sharing auf Basis Bitstrom- zugang auf Basis Resale D12,1295,7293,2000,0270,0022,500 F10,6985,4481,2432,1081,6720,426 I8,3632,1680,8870,2761,0040,001 UK8,7125,8860,1630,41705,245

12 Lage – Wachstumsraten Breitband 7/2005 – 7/ 2006 WRate Breit- band insges. Wachstums- rate DSL Wachstums- rate Sonstige Deutschland49% 62% Frankreich36%37%15% Italien39%42%-5% Vereinigtes Königreich 44%51%28%

13 Lageanalyse

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19 VATM/ Dialog Consult Marktanalysen 12. Umsetzungsbericht 5. BMWi-Benchmark Internationale TK-Märkte (3/2007) Internationaler Regulierungsbenchmark (6/2007)

20 Regulierungspolitische Perspektiven - BNetzA Bundesnetzagentur Umsetzung TKG/ Rechtsrahmen Wichtige Rolle im internationalen Bereich (ERG/ IRG) – breite Diskussion der Themen erforderlich - enge Abstimmung mit Bundesregierung notwendig Vorausschauende Regulierungspolitik (Vorhabenplan) Behandlung VoIP, Zusammenschaltung IP-basierter Netze beispielhaft Konsistenzfragen (s. Sondergutachten Monopolkommission) Konzept zur Regulierung neuer Märkte (Umsetzung § 9a) sinnvoll

21 Regulierungspolitische Perspektiven – nationale Ebene Nationaler Rechtsrahmen TK-Änderungsgesetz tritt vorauss. im Februar in Kraft Verbesserung Verbraucherschutz Anpassung an EU-Rahmen/ Vertragsverletzungsverfahren Regulierung Neuer Märkte (Umsetzung des Koalitionsvertrages) Prüfung Verhältnis Ex-ante- / Ex-post-Kontrolle Implikationen NGN für Rechtsrahmen (Veränderungen von Netzstrukturen etc.) Zusammenwirken unterschiedlicher Rechtskreise (Rundfun- /Medienrecht, Wettbewerbsrecht, Regulierung) zur Lösung von Konvergenzproblemen

22 Exkurs: § 9a TKG-Änderungsgesetz Debatte zur Regulierung neuer M ä rkte/ Netze sinnvoll und wichtig Bundesregierung pl ä diert f ü r eine weite Wettbewerbskonzeption ( Konzept des funktionsf ä higen Wettbewerbs ), die gleicherma ß en statischen wie dynamischen Aspekten Rechnung tr ä gt. Regulierung, die auf einer solchen Wettbewerbskonzeption basiert, wird Innovationst ä tigkeit nicht behindern.

23 Exkurs: § 9a - Innovation und Regulierung Forderungen, neue M ä rkte zun ä chst nicht bzw. schwach zu regulieren, sind grunds ä tzlich berechtigt. Ziel ist es, innovative Prozesse zu f ö rdern, ohne wettbewerbliche Verzerrungen in Kauf zu nehmen. Die Regulierung muss ein Vorpreschen findiger und innovativer Unternehmen erm ö g-lichen, gleichzeitig aber gew ä hrleisten, dass eine Imitation durch Nachahmer nicht unterbunden wird (Schaffung gleicher Ausgangsbedingungen, level-playing-field ). Eine Regulierung neuer Netze ist nicht erforderlich, sofern Wettbewerber nicht daran gehindert sind, ihrerseits in diese neue Technologie zu investieren. Letzteres w ä re dann gegeben, wenn Wettbewerbern bestimmte wesentliche Einrichtungen im Netz des Incumbent nicht ge ö ffnet werden. Sofern Regulierung erforderlich ist, kann und soll sie so ausgestaltet werden, dass Investitions- und Innovationsanreize weitgehend erhalten bleiben (z. B. Zugang zun ä chst nur auf Resalebasis, risikoad ä quate Zinsaufschl ä ge etc.).

24 Exkurs: § 9a - Rechtsrahmen TKG bietet bereits gute Grundlage f ü r eine ad ä quate Behandlung neuer M ä rkte (3-Kriterien-Test, d.h. Regulierung nur, wenn strukturelle Zugangsbarrieren vorliegen, Wettbewerbsrecht nicht ausreicht etc., Innovationsf ö rderung als Regulierungsziel, Zugangsanspr ü che von Wettbewerbern nur bei wesentlichen Leistungen/ Bottlenecks) Koalitionsvertrag greift Innovationsthema auf und fordert explizite Regelung im Gesetz. § 9a TKG setzt Koalitionsvertrag europarechtskonform um/ Anlehnung an Aussagen der Kommission bzw. an Vorgaben des EU- Rechtsrahmens (Empfehlungen, Leitlinien, Richtlinien) - Neuer Markt (Bedarfsmarktkonzept, Marktphasen) - Level-Playing-Field (nachsto ß ender Wettbewerb muss m ö glich sein) Vertragsverletzungsverfahren wahrscheinlich – Bundesregierung ist hinsichtlich des Ausgangs eines solchen Verfahrens allerdings sehr zuversichtlich (s. § 30 TKG) Umsetzung durch BNetzA (Anh ö rung, Konzeption) / Thema muss im Zusammenhang mit anstehendem Review auf EU-Ebene er ö rtert werden

25 EU-Politik Review-Diskussion eröffnet/ Legislativvorschläge der KOM vorauss. erst Mitte des Jahres Strategiepapier BMWI (12/ 2005) Call-for-Input/ Review 2006 der EU-Kommission (Stellungnahme BMWi 2/ 2006) Stellungnahme der BReg zur Mitteilung der KOM über die Überprüfung der EU-Rechtsrahmens Roaming-VO

26 Perspektiven der Regulierung I (Stellungnahme BMWi) Regulierung in weiten Bereichen nach wie vor erforderlich, aber immer nur Second-best-Option; Langfristiges Ziel: zumindest partieller Ü bergang ins Wettbewerbsrecht 3-Kriterien-Test der EU-Kommission begrenzt Regulierung grunds ä tzlich auf das notwendige Ma ß Klarere Wettbewerbskonzeption im EU-Rechtsrahmen erforderlich Konzept der Technologieneutralit ä t zur Vermeidung von Wettbewerbs- verzerrungen begr üß enswert; aber: Gefahr quasi-automatischer Ausweitung von Regulierung Innovations- und Investitionsanreize durch praktikables Regulierungskonzept f ü r neue M ä rkte

27 Perspektiven der Regulierung II Regulierungsintensität mit zunehmendem Wettbewerb reduzieren Differenzierte Regulierungsinstrumente für Bereiche mit anhaltend faktischen Alleinstellungen und Bereiche mit wettbewerblichen Strukturen Einschneidende Regulierungseingriffe wie Ex-ante-Preis- und Zugangsregulierung auf Bereiche mit faktischen Alleinstellungen begrenzen Sektorspezifische Missbrauchsaufsicht ausreichend f ü r M ä rkte, auf denen wettbewerbliche Entwicklungen festzustellen sind

28 Perspektiven der Regulierung III Konzentration auf Bottleneckbereiche sinnvoll (wirkungsvolle und zeitnahe Regulierung erforderlich!) Ü berpr ü fung der Effektivit ä t von Regulierung und Gesetzgebung durch Wirkungsanalysen erforderlich (Kosten-Nutzen-Analysen, aussagekr ä ftige Benchmarks etc.) Ü berpr ü fung – auch des europ ä ischen Rechtsrahmens/ der europ ä ischen Regulierungspolitik - muss durch unabh ä ngige Institutionen erfolgen (Aufgaben der Monopolkommission im deutschen System als Beispiel)

29 Perspektiven der Regulierung IV - Institutionelle Aspekte Aufnahme wesentlicher Vorgaben in Richtlinien und Verordnungen, nicht Empfehlungen und Leitlinien; Richtlinien sollten keinen Verordnungscharakter haben Ü berpr ü fung Artikel 7-Verfahren zur Vermeidung b ü rokratischer Strukturen Wettbewerb der Regulierungssysteme zulassen, keine Ausweitung der Zentralisierung

30 Perspektiven der Regulierung IV - Institutionelle Aspekte /2 Keine unzul ä ssige Einschr ä nkung der Gestaltungsr ä ume der Mitgliedstaaten (Subsidiarit ä tsgedanke) Keine Ausweitung von Vetorechten Keine Super-ERG Keine Europ ä ische Regulierungsbeh ö rde Aber: St ä rkere Kooperation der Nationalen Regulierungsbeh ö rden sinnvoll

31 Stellungnahme BReg zur Review-Mitteilung der KOM BReg: 10/2006 u.a. Wettbewerbsorientierte TK-Politik Kritik an Lageanalyse (Regulierung und Investition) Keine Zentralisierung, Verpflichtung der KOM zu Objektivität (Doppelrolle) Klares Wettbewerbs- und Regulierungskonzept Ersetzung SMP-Begriff durch Marktbeherrschung Verpflichtung zur Durchführung des 3K-Tests durch NRAs Konzept zur regulatorischen Behandlung neuer Märkte Behandlung von Konvergenz und NGN

32 Stellungnahme BReg zur Review-Mitteilung der KOM Flexiblere Frequenzverwaltung Dienste- und technologieneutrale Frequenzvergabe Frequenzhandel (dezentraler Ansatz) Keine europäische Frequenzagentur Überprüfung der Vetorechte bzgl. rein nationaler Märkte Keine Ausdehnung der Vetorechte auf remedies

33 Roamingproblematik. Vorleistungskosten Gewinnaufschlag Sonstige Kosten Gewinnaufschlag Kosten Gastnetzbetreiber Inlands- netzbetreiber Stellt in Rechnung Endkundenpreis Roaming Endkunde überhöht

34 Roaming-VO Roamingproblematik rechtfertigt Einschreiten auf europäischer Ebene Bundesregierung unterstützt EU-KOM Sowohl Vorleistungs- als auch Retailregulierung erforderlich Adäquater Kundenschutz bei max. Flexibilität der Unternehmen möglich (Kundenschutztarif, 50/25 Ct.) Deutliche Preissenkungen, aber: keine harte Kostenregulierung

35 Vielen Dank !

36 Sektorspezifische Ex-post-Kontrolle § 42 – Einstieg in die sektorspezifische Ex-post- Regulierung ohne 3-Kriterien-Test? 3K-Test Sekt. Ex-ante Sekt. Ex-post Allgemeines Wettbewerbsrecht TKG EU-Rahmen 3K-Test

37 Ausblick: Wettbewerbsentwicklung Breitbandmarkt Deutschland Pressemitteilung Deutscher Kabelverband ( ): Gesamtinvestitionen von ü ber 1 Mrd. bis 2008 f ü r Netzausbau Kabel geplant (= Ausbau Triple Play (Internet, Telefon und Digitales Fernsehen) f ü r 23 Mio. HH) Erh ö hung Reichweite f ü r Triple Play von 6,2 Mio. HH auf 13 Mio. HH bis Ende 2006 Wachstumszahlen bei Breitband/ DSL-Kunden im letzten Jahr (2005): Arcor: 155% HanseNet: 142% EWE TEL: > 100%

38 Breitbandkabelmarkt

39 Breitbandkabel Ausbaupläne des Kabelverbandes Aktuelle Zahlen belegen, dass die Kabelnetzbetreiber den Ausbau der Netze stetig vorantreiben: Derzeit ist in ca. 10 Millionen deutschen Haushalten Triple Play aus dem Kabel möglich. Der Deutsche Kabelverband rechnet bis Ende des Jahres 2006 mit ca. 13,5 Millionen Haushalten – dies entspricht ca. 50 Prozent aller erreichbaren Haushalte. Bis zum Ende des Jahres 2008 wollen die großen Kabelunternehmen dann fast 90 Prozent aller erreichbaren Haushalte – also ca. 23,5 Millionen – die Möglichkeit bieten, Fernsehen, Telefon und Internet aus einer Hand zu erhalten.

40 Wortlaut § 9a (1) Vorbehaltlich des nachfolgenden Absatzes unterliegen neue Märkte grundsätzlich nicht der Regulierung nach Teil 2. (2) Wenn Tatsachen die Annahme rechtfertigen, dass bei fehlender Regulierung die Entwicklung eines nachhaltig wettbewerbsorientierten Marktes im Bereich der Telekommunikationsdienste oder –netze langfristig behindert wird, kann die Bundesnetzagentur einen neuen Markt abweichend von Absatz 1 nach den Bestimmungen der §§ 9, 10, 11 und 12 der Regulierung nach Teil 2 unterwerfen. Bei der Prüfung der Regulierungsbedürftigkeit und der Auferlegung von Maßnahmen berücksichtigt die Bundesnetzagentur insbesondere das Ziel der Förderung von effizienten Infrastrukturinvestitionen und die Unterstützung von Innovationen.

41 Wortlaut § 3, Nr. 12 b neuer Markt ein Markt für Dienste und Produkte, die sich von den bislang vorhandenen Diensten und Produkten hinsichtlich der Leistungsfähigkeit, Reichweite, Verfügbarkeit für größere Benutzerkreise (Massenmarktfähigkeit), des Preises oder der Qualität aus Sicht eines verständigen Nachfragers nicht nur unerheblich unterscheiden und diese nicht lediglich ersetzen;.


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