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Demographie 8: Left-overs und Synopse Albert F. Reiterer Literatur:

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Präsentation zum Thema: "Demographie 8: Left-overs und Synopse Albert F. Reiterer Literatur:"—  Präsentation transkript:

1 Demographie 8: Left-overs und Synopse Albert F. Reiterer Literatur:

2 Wirtschaft rationale Wahlhandlung "Ökonomie ist die Wissenschaft, welche menschliches Verhalten als eine Beziehung zwischen Zielen und knappen Mitteln unter- schiedlicher Verwendungsmöglichkeiten betrachtet" (Robbins 1949). Rationale Wahlhandlung – rational choice Max Weber: Zweckrationalität – Wertstruktur und kulturelle Identität Wertrationalität – Interesse

3 Ökonomische Theorie des Kinderkriegens Ich behaupte, dass der ökonomische Ansatz einen einzigartig hohen Erklärungswert hat, denn er kann menschliches Verhalten weitgehend erfassen … Zusammen genommen ergibt die Annahme eines Maximierungsverhaltens, des Marktgleichgewichts und der stabilen Präferenzen, konsequent durchgehalten diesen Ansatz … Ich bin schließlich zur Ansicht gekommen, dass der ökonomische Ansatz auf das gesamt menschliche Verhalten umfassend anwendbar ist (Becker 1976, 5 und 8). "Zeit und Güter sind Inputs in die Produktion von 'Waren', welche erst direkt Nutzen liefern. Diese Waren sind nicht auf dem Markt käuflich, sondern werden im Haushalt produziert und konsumiert, welcher Marktgüter, eigene Zeit und verschiedene Umwelteigenschaften einsetzt. Zu diesen Waren gehören Kinder, Prestige und Ansehen, Gesundheit, Altruismus, Neid und sinnliche Vergnügen" (Becker 1981, 8).

4 Ökonomische Theorie des Kinderkriegens II Für jene, die das Glück haben einer kleinen Kohorte anzugehören, ist das Leben i. A. wirklich gut. Das Gegenteil gilt für die Mitglieder einer großen Kohorte; für eine Babyboom-Generation ist dasLeben eher hart (Easterlin 1980, 4). Easterlin-Quotient = Männer (15 bis 29 / 30 bis 64) Die Entscheidung für eine bestimmte Anzahl von Kindern ist eine inverse Funktion dieses Quotienten: Je höher er ist, umso niedriger ist die Fortpflanzungsneigung.

5 Familienökonomie: Vermögensübertragung zwischen den Generationen Die Mehrgenerationenfamilie, die keineswegs in einem Haushalt leben muss und dies mittlerweile selten noch tut, erhält einen intergenerationalen Tauschprozess in Gang, der jetzt aber völlig anderer Art ist als bisher. Hier läuft der Austausch von Sorge und Affektion für die Älteren gegen Übertragung von Vermögenswerten an die Jüngeren. Allerdings ist der Geldfluss, den wir oben erwähnten, nur die Spitze des Eisberg mit einem eher symbolischen Charakter. Die Hauptfunktion dieses Moduls ist die Übertragung von Vermögen im besonderen, von zugeschriebenen Leistungen und Eigenschaften i. a. in einer Gesellschaft, deren Verteilung materieller Werte auf Privateigentum beruht. Es stellt einen Algorithmus zur Verfügung, der prinzipiell als der einzig legitime für diese Übertragung betrachtet wird.

6 Demographie und Ökonomie: Mehr Fragen als Antworten Ökonomie – ein Tummelplatz konservativer Ideologien, aber gleichzeitig die hegemoniale Wissenschaft der Gegenwart There is no alternative? Politik ist immer die bewusste Wahl zwischen unterschiedlichen Perspektiven, zwischen Alternativen the visible against the invisible hand

7 Wirtschaftswachstum – welche Auswirkung hat die Alterung?

8 Melting Assets? Wenn alle gleichzeitig ihre Reserven liquidieren, sinken die Kurse Dagegen: Wenn laut Keynesscher Gleichung I = S, müssen die Anbotspreise – in diesem Fall: die Zinsen / Renditen – steigen, und das erhöht tendenziell auch die Kurse

9 Alterskampf-Ideologie Die Aktiven werden durch die Pensionisten ärmer ,8 125,0 14,2 31,3 Jährliche Wachstumsrate: 1,6 % - Bei Verringerung der Erwerbsquote auf 45 %: 1,63 % 156,3 100,0

10 Alterskampf-Ideologie II Privatisierung der Altersvorsorge ist notwendig: denn die zukünftige Generation, welche die Erträge erarbeiten muss, verfügt dank der früheren Einzahlungen über einen Kapitalbestand, der produktiv eingesetzt werden kann (Werner Eberhardt, Staatssekretär für Wirtschaft in der Schweiz, 2003). Logischer Fehler: Verwechslung von Einzelwirtschaft und Gesamtsystem Der Kapitalstock ist sowieso entweder vorhanden oder nicht vorhanden, hat aber mit dem privaten Einzahlen keinerlei Zusammenhang. Denn was die einen ansparen, heben die anderen zur Lebenshaltung ab, beim Kapitaldeckungsverfahren wie beim Umlageverfahren. Die einzige Frage, die sich stellt, ist die Höhe von Einzahlung und Abhebung. Logischer Fehler: Verwechslung von Geld- und Realwirtschaft Das Problem, dass die Aktiven die Ruheständler erhalten, ändert sich um kein Iota – denn entweder gibt es Ansprüche, durch Ansparen oder durch Umlagezahlungen mit späterer Nutznießung auf der Empfängerseite, oder diese Ansprüche sind nicht vorhanden und garantiert.

11 Politisches Ziel der Generationendebatte Das individuelle Pensionskonto eine neue Einkommensverteilung eine politische Korrektur der Verteilung soll unmöglich werden Effekt: the great U-turn – eine umgedrehte Kuznets-Kurve

12 Synopse 1: Bevölkerung und Gesellschaft Eine Bevölkerung ist eine Gesellschaft unter einem bestimmten Aspekt: der Reproduktion. Die Sozialwissenschaft Demographie behandelt also – in einer höchst technischen Sprache – Grundbefindlichkeiten, Grundbedürfnisse und grundsätzliche Verhaltensweise des Menschen. Sie spricht von Fruchtbarkeit und benennt damit, in technischer Sprache, eines der wesentlichsten Sinnziele des Menschen, ja, die längste Zeit das wichtigste überhaupt: die Selbstverewigung in Kindern. Sie spricht von Sterblichkeit, und kommt damit an die radikale Grenze dieser Transzendenz: den Tod. Sie spricht von Mobilität und Wanderung und benennt so die grundlegendste soziale Handlungsmöglichkeit: den Wechsel von sozialen Bezügen durch Ortswechsel.

13 Synopse 2: Bevölkerungsweise, demographisches Regime Die Bevölkerungsweise ist der aufeinander abgestimmte Verhaltenskomplex, der aus der Fruchtbarkeit (Fortpflanzung und Gebärverhalten), der Sterblichkeit (jedes Verhalten, welches sich auf das physische Überleben bezieht, also z. B. Gesundheit oder auch Lebensweise) sowie der räumlichen Mobilität die Geschlechts- und Altersstruktur sowie schlussendlich Bevölkerungsdichte und Wachstum entstehen lässt. Die Bevölkerungsweise (demographisches Regime, generative Struktur) muss sich abhängig von der Subsistenzweise (Produktionsweise, sozio-ökonomische Formation) ändern. Es gibt also eine historische Folge.

14 Synopse 3: Der Große Übergang – Modernisierung (3) Der Große Übergang der letzten 300 Jahre ließ erstmals eine Weltbevölkerung entstehen. Sie ist aber keinesfalls einheitlich, sondern nach Zeitablauf sowie Entwicklungsstand gegliedert: (3a) Der originäre Übergang fand in Europa seit dem 18. Jahrhundert statt. (3b) Der derivative Übergang findet in der Dritten Welt seit Mitte des 20. Jahrhunderts statt. Beide sehen eine Verschiebung zwischen Sterblichkeit, die sehr stark sinkt, und Fruchtbar­keit, welche um Generationen verschoben, ebenfalls sehr stark sinkt. Dementsprechend wächst die Bevölkerung rasant und ebenfalls die Dichte. Aus den doppelten Verschiebungen – der Fruchtbarkeit gegen die Sterblichkeit, des derrivativen gegen den originären Übergangs) ergeben sich starke Wanderungsströme, welche jeweils in hohen Salden resultieren.

15 Modernisierung Ein diffuses allgemeines Konzept Eine Ideologie der Kennedy- und Johnson-Zeit aber auch Ein Megatrend *) Enorm steigende Produktivität als Voraussetzung für die Entwicklung des Menschen *) Individualisierung und autonome Selbstbestimmung *) Hochkomplexe Gesellschaften mit einer Reihe von aufsteigend-inklusiven Einheiten (Haushalt, Lokalgesellschaft, Nation, Regionalkultur, Welt) sowie von spezialisierten Subsystemen (Wirtschaft, Politik, Alltags-Lebenswelt) *) Doppelt Zentrum-Peripherie-Struktur +) Herrschende und hegemoniale Schichten (Klassen) – Unterschichten +) Metropolen – Schwellenländer – Dritte Welt

16 Modernisierung der Bevölkerung Ein neues Demographisches Regime *) gestiegenes materielles Lebens-Niveau rapide sinkende Sterblichkeit bzw. steigende Lebenserwartung demographische Alterung der Altersaufbau wird aus einer Pyramide eine Glocke und schließlich eine an der Basis eingezogene Glocke *) Individualisierung / autonome Selbstbestimmung eigenständige Wahl der Kinderzahl bzw. Selbstbestimmung der Fruchtbarkeit Lebensziel Kind in Konkurrenz zu anderen Lebenszielen sinkende Fruchtbarkeit +) Verlassen des angeborenen Kontexts Wanderungen *) Obligationen gehen von der Familie zum Staat: Kindererziehung und -betreuung Gesundheit Altersvorsorge *) Riesige Ungleichheit zwischen Erster und Dritter Welt

17 Fragen – Diskussionen; Literatur Aussage: (a)Das menschliche Verhalten ist durch Kultur – d. h. durch Werte – reguliert. Doch es gibt im Rahmen dieser Wertestruktur eine Tendenz zur Effizienz. (b)Rationale Wahlhandlung gehört als Abwägung der Mittel gegenüber den Zielen, insbesondere der Kosten, d. h. der Anstrengungen, zur conditio humana. Fragen: (1) Diskutieren Sie den Wert Individuum! (2) Was heißt Modernisierung? Welche Voraussetzungen gibt es dafür? (3) Welche Auswirkungen könnte eine längere Lebensarbeitszeit auf die Produktivität haben? Welche weiteren Auswirkungen können Sie erkennen?


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