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Deutschland nach der nächsten Wahl oder: Das (Über)Leben des kleinen Arbeiters in naher Zukunft…

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Präsentation zum Thema: "Deutschland nach der nächsten Wahl oder: Das (Über)Leben des kleinen Arbeiters in naher Zukunft…"—  Präsentation transkript:

1 Deutschland nach der nächsten Wahl oder: Das (Über)Leben des kleinen Arbeiters in naher Zukunft…

2 Traurig aber doch wahrscheinlich...

3 Es ist Pfingstmontag, 5 Uhr morgens…

4 Der Radiowecker reißt Werner A. (46) aus dem Schlaf. Der Oldie-Sender spielt den neusten Hit von Michael Jackson. Der ist zwar schon seit einigen Jahren tot, bringt aber immer noch neue Hits auf den Markt. Herr A. quält sich aus dem Bett. Gestern ist es etwas später geworden bei der Arbeit.

5 Dienst am Pfingstsonntag und Pfingstmontag - mal wieder. Früher konnte er da wenigstens ausschlafen. "Ja, ja, der Pfingstmontag", murmelt Herr A., das war mal ein Feiertag!"

6 Es hat sich wirklich einiges getan, seit damals. Nur nicht in seinem Haus. Als die Eigenheimzulage plötzlich doch gestrichen wurde, musste Familie A. einige Abstriche machen. Unterdessen haben sie sich daran gewöhnt…. An die frei liegenden Leitungen und den kalten Betonfußboden. Das die Küche nicht fertig wurde, ist kein Problem mehr, seit sie einen ausrangierten Herd geschenkt bekommen haben. Mit ein wenig Improvisation klappt das ganz gut.

7 Der Strompreis wurde auch mal wieder erhöht. Wie jedes Jahr um 0,20 EUR/kWh. Die gesamte Familie hat zwar deutlich weniger Strom verbraucht, und auf eine Rückzahlung gehofft, aber dank der EEG Umlage steigen die monatlichen Kosten trotzdem. Auch die Gaswerke fordern 180 EUR Nachzahlung. War wohl doch ein kalter Winter. Die Müllabfuhr ist teurer geworden und der Schornsteinfeger kommt nächste Woche. Die paar ct. höheren Kanalgebühren fallen da nicht weiter ins Gewicht. Zum Glück ist die Wasserversorgung noch in kommunaler Hand, und der Wasserpreis wird noch nicht von der Industrie bestimmt.

8 Da schlägt die jährliche Erhöhung der Versicherungsbeiträge schon eher zu Buche. Zum Glück kann die Versicherung gar nichts dafür, denn es wurde ja nur die Versicherungssteuer angehoben. Die Rundfunksteuer von über 17 EUR im Monat die an die Rundfunkgebühren-Einzugszentrale gehen, wären zwar anderswo viel sinnvoller angelegt, aber dagegen kann man sich nur schlecht wehren. Seit dem auch Gebühren auf normale Handys erhoben werden, weil sie eventuell Radioempfang ermöglichen könnten, gibt es in der Familie von Herrn A. nur noch das von der Firma gestellte Handy. Wie soll der Chef Ihn sonst erreichen, wenn Herr A. mal wieder am Wochenende oder mitten in der Nacht plötzlich zur Arbeit gerufen wird? Den Festnetzanschluß hat Familie A. schon lange abgemeldet.

9 Die Mehrwertsteuer soll nicht erhöht werden, haben alle Politiker damals gesagt. Die Steuerbelastung sollte sogar gesenkt werden. Doch während der Fussball WM, als niemand aufgepasst hat, wurde sie klammheimlich erhöht, auf genau 21%. In den Medien wurde nur ganz kurz darüber informiert, denn die WM war Thema Nr. 1 in Deutschland. Gut, denkt Herr A., dass damals die Garage noch nicht fertig war. Denn der Wagen ist längst verkauft. Zu teuer, seit es keine Kilometerpauschale mehr gibt.

10 Seit die Regierung mit der Einführung vom Ökosprit E10 den Benzinpreis bewusst in die Höhe getrieben hat, kann sich Herr A. die Fahrt zur Arbeit mit dem Auto eh nicht mehr leisten. Die Kosten für die Fahrten zur Arbeit würden fast die Hälfte seines Einkommens schlucken. Mit Bus und Bahn dauert es zur Firma ja auch nur zwei Stunden. Und was er dabei für nette Leute trifft…. Zum Beispiel die Blondine, die Herrn A. immer so nett anlächelt. Zurücklächeln mag er nicht - wegen seiner Zähne. Aber was soll er machen? 3000 Euro für zwei Kronen sind viel Geld! Die erforderlichen Zusatzversicherungen kann er sich trotz Mindestlohn nicht leisten.

11 Seine neue Brille mußte Herr A. schon komplett selbst bezahlen. Immerhin hat er dabei 15 Euro gespart, weil er nicht direkt zum Augen-, sondern erst zum Hausarzt gegangen ist. Wegen einer völlig überflüssigen Überweisung. Aber er hat doch ein gutes Gefühl dabei. Auf diese Weise hat er ja gleich 2 Arztpraxen das Überleben gesichert. Die Zuzahlungen die seine Krankenkasse erhebt, sind ja normal.

12 Auch der Urlaub fällt mal wieder flach. Der Chef sagt, das zuviel Arbeit zu bewältigen ist. "Das könnte Ärger geben zu Hause, ich kann mich nicht erinnern, wann ich das letzte Mal 3 Wochen Urlaub am Stück hatte stöhnt Herr A. vor sich hin.

13 Wann habe ich eigentlich zum letzten mal Urlaubsgeld bekommen?", fragt sich Herr A., er kann sich nicht daran Erinnern. Früher hatte er noch genügend Urlaub, um das Urlaubsgeld auszugeben. Heute sind es ja gerade mal 20 Tage im Jahr. Und seit Herr A. bei einer Zeitarbeitsfirma beschäftigt ist, kann er noch nicht einmal frei darüber verfügen. Pfingstmontag? 1.Mai? Geschichte…! Nur der 3. Oktober ist geblieben. Alle anderen Feiertage – abgeschafft. Selbst an Weihnachten und Neujahr wird gearbeitet. Das gab es früher nie. Als Zeitarbeiter kann er sich nicht dagegen zur Wehr setzen, denn jedes falsche Wort gefährdet den Job. Und wenn er die Stelle verliert, wird er von der Agentur für Arbeit auch noch zusätzlich dafür bestraft. Irgendwie komme ich mir vor wie ein Sklave. Eine Freie Jobwahl und freie Entfaltung der Persönlichkeit, so etwas gibt es in Deutschland schon lange nicht mehr, stellt Herr A. fest.

14 Darum kann Werner A. mit der 45-Stunden-Woche auch ganz gut leben. Nachdem Seine unbefristete Stelle einfach ersatzlos gestrichen wurde, wurde er nach 15 Jahren im Betrieb plötzlich entlassen - Arbeitslos. Da Seine alte Stelle nun nur noch mit Zeitarbeitern besetzt wird, konnte er die Zeitarbeit mit erheblichen Lohneinbußen annehmen oder in eine mit erheblichen Sanktionen behaftete Arbeitslosigkeit gehen. Er hatte keine wirkliche Wahl. Heute macht er genau die gleiche Tätigkeit wie vor 10 Jahren, sogar am selben Schreibtisch, bekommt aber bei der Zeitarbeitsfirma nur noch halb so viel Lohn. Seit der Kündigungsschutz auch für Zeitarbeiter gelockert wurde, mag er es sich mit dem Boss nicht mehr verscherzen. Seit dem geht Herr A. mit Magenschmerzen zur Arbeit, da er jeden Tag mit der Kündigung rechnen muß. Wer will sich schon einreihen, in das Heer von (real) 5 Millionen Arbeitslosen?

15 Mit Tränen in den Augen erinnert er sich an die letzten Weihnachten. Als es nichts gab. Denn auch in der freien Wirtschaft wurde das Weihnachtsgeld gestrichen. Im öffentlichen Dienst ist das ja schon länger her. Selbst an Seinen 50. Geburtstag vor ein paar Wochen denkt er ungern zurück, denn diesen konnte er aus finanziellen Gründen nicht feiern. Alle seinen Bekannten haben sich zwar darüber gewundert, aber es war Ihm zu peinlich, ihnen die Wahrheit zu sagen.

16 Aber man soll nicht meckern. Als einzelne Person kann man da so wie so nichts dran ändern. Die da oben, weiß Herr A., müssen noch viel mehr arbeiten als wir kleinen Leute. Die kassieren richtig Kohle vom Steuerzahler, da kann man wohl davon ausgehen, das sie dafür auch richtig was leisten, und alle Möglichkeiten ausschöpfen um etwas Gutes für alle Bürger zu tun. In diesem Punkt ist sich Herr A. sicher.

17 Was solls… in 17 Jahren, dann wird er 67, hat Herr A. es hinter sich. Dann kann er es sich endlich richtig gut gehen lassen, vorausgesetzt sein ausgebeuteter Körper hält bis dahin durch. Aber immerhin hat er zeitlebens in die Rentenversicherung eingezahlt und sich diesen Ruhestand wohl verdient. Leider wird seine Rente sehr gering ausfallen, denn Herr A. hat als jahrelanger Zeitarbeiter so wenig Verdient, das die Rente vorne und hinten nicht reichen wird. Er wird wohl von Anfang an auf soziale Unterstützung angewiesen sein. Das ist Ihm heute schon peinlich. Er hat ja bereits Erfahrungen damit, sich bei der ARGE oder anderen Ämtern seelisch, moralisch und persönlich völlig entblößen zu müssen, nur um ein paar Euro Hartz 4 Unterstützung für ein menschenwürdiges Leben zu erbitten. Herr A. hat zwar sein ganzes Leben hart gearbeitet und viele Entbehrungen in Kauf genommen aber die Politik hat direkt dafür gesorgt, das er noch nicht einmal ein vernünftiges Auskommen im Alter hat.

18 Doch wer weiß… Vielleicht hat er Glück und das Rauchen bringt Ihn vorher um. Obwohl er weniger qualmt, seit die Tabaksteuer jährlich 3x erhöht wird. Zumindest fällt er dann diesem so genannten Sozial-Staat nicht auch noch als Rentner zur Last. Also zündet sich Werner A. heute, auf dem Weg zum Büro genüsslich eine Zigarette an. Wohl wissend, das es nicht nur Ihm so ergeht…

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