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Schriftspracherwerb Einführung Ruth Hoffmann-Erz

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Präsentation zum Thema: "Schriftspracherwerb Einführung Ruth Hoffmann-Erz"—  Präsentation transkript:

1 Schriftspracherwerb Einführung Ruth Hoffmann-Erz
Pädagogische Mitarbeiterin Institut für Psycholinguistik und Didaktik der deutschen Sprache Vorstellung meiner Person Ablauf der heutigen Veranstaltung: Allgemeines Überblick über das Seminar Erste inhaltliche Einführung Allgemeines: Ablauf des Seminars ist so organisiert, dass jede Veranstaltung mit einer PPP beginnt und im Anschluss den Teilnehmern Übungsaufgaben zu den vorgestellten Lerninhalten gegeben werden. In der vorletzten Sitzung des Semesters wird eine Klausur geschrieben. Die aktive Teilnahme und das Bestehen der Klausur führen dann zu einem Leistungsschein. Aktive Teilnahme meint, regelmäßiger und vollständiger Besuch der Veranstaltung und engagierte Bearbeitung der Übungsaufgaben. Die Anwesenheit wird mit einer Teilnehmerliste abgefragt - bitte keine Unterschriften fälschen! Zwei Veranstaltungen dürfen unentschuldigt versäumt werden. Entschuldigung per ist nicht notwendig. Wir bitten währen der Veranstaltung Sorge für ein arbeitsförderliches Klima mitzutragen (Laute Gespräche, Zu spät kommen, Essen...) Die PPP können online runtergeladen werden. Datenschutz! Semesterapparat!!! Auf die für die Klausur relevanten Inhalte wird innerhalb der Veranstaltungen immer wieder hingewiesen. Vorrangig sind das Grundlagen der Phonologie - insbesondere der Phonem Graphem Korrespondenz - einige Grundlagen der Orthographietheorie, die Stufenmodelle des Schriftspracherwerbs und weitere Aneingungsprozesse wie die innere Regelbildung und didaktische und methodische Grundlagen. Fragen bitte in der Veranstaltung stellen!!! Für spezielle Fragen steht die Sprechstunde zur Verfügung. Bitte kaufen Sie sich das Aussprachewörterbuch Duden Band 6 - IPA - Zur Vorbereitung auf die Klausur sinnvoll und zum Üben, muss aber nicht unbedingt in die Veranstaltung mitgebracht werden. (Außerdem braucht natürlich jeder Duden Band 1 "Die deutsche Rechtschreibung" Auch zu empfehlen ist Duden Band 4 Deutsche Grammatik.) Überblick über das Seminar - neue Folie

2 Überblick über das Semester:
Grundlagen der Phonetik und der Phonologie Grundlagen der Orthographie und der Graphemik Psycholinguistik des Schriftspracherwerbs - Stufenmodelle Methodenkonzeptionen - Historie - aktueller Stand Didaktische Konzeptionen, Rechtschreibunterricht, Fehlervermeidungsprinzip Lehrmaterialien – Methodisches -Anlauttabellen Fehleranalysen - HSP und OLFA Graphomotorik und Ausgangsschriften (?) LRS (?) Wiederholung Klausur Besprechung Klausur –Film Brügelmann

3 Schriftspracherwerb Begrifflichkeit:
Schriftspracherwerb als Begriff findet sich erst ab ungefähr den 80er Jahren. Zuvor sprach man von Erstlesen und Erstschreiben oder vom Anfangsunterricht im Lesen, Schreiben und Rechtschreiben. Der neue Begriff verdeutlicht, dass man seit dieser Zeit allgemein von einem Entwicklungsprozess ausgeht. Kinder die in die Schule kommen und schon lesen können (Spontanleser), sind durch bestimmte Faktoren dazu gekommen. Der Entwicklungsprozess des Lesen und Schreibenlernens wird heute als eine typisierbare Abfolge verstanden, die ähnlich dem Spracherwerb erfolgt. Der Begriff "Schriftspracherwerb" grenzt sich gegenüber dem Begriff der Schreibentwicklung ab. Er bennent die grundlegenden Fähigkeiten des Lesen und normgerechten Schreibenkönnens. Während sich Schreibentwicklung auf das Verfassen von Texten bezieht. Das Seminar beschäftigt sich also nur insofern mit dem Schreiben, als das Rechtschreibung immer mit dem Schreiben selbstformulierter Texte einhergehen sollte - keine Diktate! -, wobei uns in unserem Zusammenhang ausschließlich die Rechtschreibung dieser Texte beschäftigt. Zum Begriff Schriftspracherwerb. Zählt traditionell zu den Schwerpunkten der Grundschularbeit, teilweise sogar auf das erste Schuljahr beschränkt. Die Ergebnisse der PISA Studie 2000 haben gezeigt, dass sich mehr als 20% der 15-jährigen deutschen Schüler in den untersten Kompetenzstufen befanden. Dabei wurde allerdings ausschließlich die Leseleistung berücksichtigt! Aber auch bezüglich der Rechtschreibleistung zeigen Studien, dass sich die Fehleranzahl in den letzten 10 Jahren verdoppelt hat (Untersuchung von Steinig: IQ steigt - vergleichbare Schülergruppe - gleiches Diktat - doppelt so viele Fehler). Der Bundesverband für Legasthenie stellt fest, dass 4.6 Prozent der deutschen Bevölkerung große Schwierigkeiten im Lesen und Schreiben haben, was ca. 5 Millionen Deutschen entspricht. Eichler beschreibt für die Schule, dass bis zu 20% einer Grundschulklasse und ca. 40% eines Hauptschuljahrgangs erkennbare Schwierigkeiten im Lesen und Rechtschreiben aufweisen. Tendenz steigend. Daraus zeigt sich die Notwendigkeit, den Begriff des Schriftspracherwerbs auszuweiten bis zum 9. Schuljahr! Praktikumserfahrungen: oh Ton Lehrerin zu elementaren Schreibproblemen (Großschreibung von Nomen) ihrer 6-Klässler: "Damit können wir uns jetzt nicht mehr beschäftigen" Großschreibung stellt die Hauptfehlerquelle dar. Was wird stattdessen im Unterricht gemacht? Oftmals grammatische Übungen, von denen wir wissen, dass sie bei den Schülern zu keinem Lernzuwachs führen! Mündliche Kommunikation vermittelt ihre Botschaften zu 80% nonverbal und paralinguistisch. Satzbau (Ellipsen) und Wortwahl sind einfacher und es gibt mehr Redundanzen. Schrift erfordert von den Schülern ein Repertoire neuer sprachlicher Kompetenzen. Schriftspracherwerb Begrifflichkeit: Schriftspracherwerb vs. Schreibentwicklung Schriftspracherwerb kann nicht auf den Schulanfang begrenzt werden. Schlechte Leistungen der Schüler in diesem Bereich erfordern neue didaktische Methoden und eine veränderte Schulpraxis. Schrift unterscheidet sich grundlegend von mündlicher Kommunikation und erfordert eine Reihe neuer auch sprachlicher Kompetenzen.

4 Schrift als Repräsentationsform vom Sprache
Es gibt grundsätzliche zwei Arten von Schriften: Schriften auf der Bedeutungsebene Schriften mit lautlichem Bezug Dazu finden sich folgende Konzeptionen: Bilderschriften (z.B. Piktogramme) Wortschriften (z.B. die chinesische Schrift) Silbenschriften (z.B. die japanische Schrift) Buchstabenschriften (z.B. die lateinische Schrift) Bilderschriften visualisieren die Botschaft unmittelbar und sind für jeden verständlich. Mit steigendem Abstraktheitsgrad setzten sie jedoch zunehmend Kenntnisse von Konventionen voraus. Aus der Berufswelt für Anleitungen, Bedienungen, Einsatz von Reinigungsmitteln... Es ist dabei kaum möglich, komplexe Inhalte oder abstrakte Ideen auf Bildebene darzustellen. Wortschriften: Jeder Begriff benötigt im Prinzip ein eigenes Schriftzeichen, das eindeutig identifizierbar ist. Die chinesische Schrift verfügt über rund Zeichen. Die Fülle der zu erlernenden Zeichen lässt dieses System dem unseren als unterlegen erscheinen. Für ein so riesiges Land wie China, mit einer Vielzahl unabhängiger Dialekte, zeigt die Unabhängigkeit des Schriftsystems von dem der Sprache große Vorteile. Die arabischen Ziffern stellen ein kulturübergreifendes Zeichensystem dar, das Bedeutungen vermittelt, welches sprachlich - also lautlich - verschiedenen umgesetzt wird. Silbenschriften gehören zu den phonographischen Schriften, bei welchen die einzelnen Zeichen der Schrift für Laute oder, im Fall von Silbenschriften, für Lautkombinationen stehen Bei vielen indischen Schriften bspw. wird der jeweils häufigste Vokal (meist /a/) nicht geschrieben, sondern im Gegenteil gibt es ein Zeichen für „kein Vokal“. Buchstabenschriften: Nicht die Bedeutung, sondern die Lautung der Sprache wird durch die Schrift erfasst.

5 Formale Regeln der Schrift
Grafiken aus Topsch S. 25: Raum-Lage-Stabilität Schreibrichtung Zeilenprinzip Wortlücken 1. Fil, Kati, Baum: Raum - Lage 2. Lieber Weihnachtsmann ich möchte: Schreibrichtung - Spiegelung 3. Für Omi fon Kati: Schreibrichtung - Wortlücken (Was ist ein Wort ist linguistisch noch gar nicht erklärt)

6 "NU lessestu Herr deien diener...."
Wortbegriff Kinderschreibung: Historische Schreibung: Verbindung zweier Wörter zu einer Redeeinheit: "NU lessestu Herr deien diener...." Vgl. Topsch 2005, S. 29 Diese Fahne (kamanich) kann man nicht kaufen.

7 Bedeutung und Aussprache von Wörtern durch Wortlücken:
Rad weg - Rad weg Hund anleinen - Hund an Leinen Kinder fragen - Kinderfragen Welches Wort ist länger? Welches Wort ist länger? Haus oder Blumentopf? Die Kinder sagen Haus, da sie sich am Inhalt orientieren und nicht am Wort.

8 Selbsterprobung: Laute hören"
In welchen Wörtern hören Sie ein E? In keinem. Nicht bei Drache, nicht bei Eimer! Nicht bei Muschel. Wie viele Ds hören Sie? 1 bei Drache. Nicht bei Mond, nicht bei Fahrrad, nicht bei Hund. Wie viele Rs? 2 : 1 bei Drache. 1 bei Fahrrad. Keins bei Eimer! Wie viele Hs hören Sie? 1 bei Hund. Bei Fahrrad, hört man kein h.

9 Sprache und Schrift Grafik aus Topsch S. 23
Realität (Sache) Sprache (Symbol - IPA) Schrift Es ist notwendig, die lautliche Ebene von der schriftlichen zu unterscheiden.

10 Grundlagen der Buchstabenschrift
Selbsterfahrungsaufgabe: A B C D E F G H I J K L M J K L M   ! Q R S U W  N O P Q R S T U V W X Y Z £ O P Q R  U   X ¥   Unsere Schrift ist lautorientiert nicht lautlich. Sie bildet die Laute nicht 1:1 ab. Beispiele: Mann - man Vater - Fahne 1. Experiment: Schreiben Sie folgende Kunstwörter mit den Kunstbuchstaben: Vahnud, Kessä Wenn ich Sie bitte, dass Wort MAN(N) aufzuschreiben, welche Fragen stellen Sie sich dabei? Mann vs. man. Ob es sich um den Mann oder man handelt, können wir aufgrund der Lautung nicht entscheiden. Vergleichen Sie die Wörter Vater und Fahne und prüfen Sie, was Sie heraushören können. "Fa" am Anfang ist einmal als F und einmal. Warum schreiben wir Puppe mit zwei pp? Warum schreiben wir bei Lust nach u keine zwei ss? Die Regel heißt nicht "Nach kurzen Vokalen wird der Konsonant verdoppelt", sondern "Nach kurzem Vokal folgen zwei Konsonanten". Aber so sollen es die Kinder nicht lernen!

11 Grammatikalisierung der Schrift
Ursprünglich folgte die Schrift keiner normgerechten Schreibung. Beispiel: vnnd - vnd - vnñ (aus Ickelsamer um 1530). Die Grammatikalisierung der Schrift fällt mit dem Beginn der Alphabetisierung immer weiterer Bevökerungsgruppen zusammen. Mit der Ausbreitung der geschriebenen Sprache durch den Buchdruck setzte eine Entwicklung zur Konstantschreibung ein, die das leise Lesen erleichterte. Durch die Vereinheitlichung der Schrift verschwanden dialekbedingte Schreibunterschiede und Lautunterschiede in der Schreibform der Morpheme. Was beim Lesen an Schnelligkeit und Erleichterung hinzugewonnen wird, das erweist sich beim Schreiben als zusätzliche Erschwernis. Lesen wurde Jahrhundertelang als lautes Lesen verstanden. Wörter wurden verschieden geschrieben Beispiel: vnnd - vnd - vnñ (aus Ickelsamer um 1530) Was für das Häufigkeitswort "und" galt, das galt in jener Zeit erst recht für seltener verwendete Wörter. Mit der Erfindung des Buchdrucks (um 1450) und der Übersetzung der Bibel durch Luther begann eine Massenalphabetisierung. Damit setzte eine Entwicklung der Konstantschreibung ein, die für das leise Lesen förderlich war. Nicht nur Wörter wurden immer gleich geschrieben, sondern auch die bedeutungstragende Bestandteile (Morpheme: Baum- Bäume) Neben der Lautorientierung der Schrift tritt also allmählich das Prinzip der Morphemkonstanz zur Verschrfitug hinzu. Vom 16. Jahrhundert an entwickelte sich zudem die Großschreibung bestimmter Wörter, was ebenfalls das Erfassen des Satzsinns beim Lesen stärkte.

12 Linguistisches Glossar
akustisch: physikalische Qualität eines Lautes auditiv: psychische Verarbeitung dieses Reizes durch das Individuum. Buchstabe: Zeichen des Alphabets. Graphem < >: (graphematisch) kleinste Bedeutungsunterscheidende Einheit auf der Schriftebene. Sie bestehen aus ein, zwei oder drei Buchstaben (SCH, Sch, sch). Phon [ ]: (Phonetik, phonetisch) jeder Sprechlaut. Teilweise für die Bedeutungsunterscheidung irrelevant. Beziehen sich stärker auf die konkrete Aussprache. Phonem / /: (Phonologie, phonemisch, phonematisch) kleinste bedeutungstragende Einheit der Lautsprache. Wie viele Zeichen und Laute müssen unsere Schulanfänger erlernen? Der Duden bennent 57 Hochlaute. Es existieren 44 IPA Zeichen für die deutsche Sprache. Das Alphabeth hat 26 Buchstaben. 30 Zeichen ohne Groß- und Kleinschreibung(inklusive ä,ü,ö,ß) und au, ei, eu, sch, st, sp. Linguistisches Glossar: akustisch - auditiv dazu analog optisch - visuell SCH, Sch, sch: Immer das selbe Graphem, wir aber durch drei verschiedene Buchstabenkombinationen realisiert. Buchstaben sind das Material, aus denen die Grapheme bestehen. Beispiel für unterschiedliche Phone, deren Unterscheidung für die Sprache irrelevant sind: Zungen R und Zäpfchen R.

13 Phonologie: (phonologisch) Lehre von den Phonemen der Sprache.
Morphem: (morphematisch) kleinste bedeutungstragende Einheit der Sprache, als Stamm-Morphem ggf. formal identisch mit einem Wort; als Wortbildungs- Morphem die Wortbedeutung ergänzend (z.B.Kind-er). Phonetik: (Phon, phonetisch) Lehre von den Sprechlauten. Bestimmt und beschreibt Laute, die in der menschlichen Sprache verwendet werden und erklärt sie nach ihrer artikulatorischen und physiologischen Wirkung. Phonologie: (phonologisch) Lehre von den Phonemen der Sprache. Phonem-Graphem- Korrespondenz: beschreibt den Zusammenhang zwischen Lautung und Orthographie und bestimmt die Lautorientierung. Ein Laut kann durch ein Graphem (B), durch mehrere G. (sch) oder durch unterschiedliche G. (F, V) ausgedrückt werden. Unter versteht die Sprachwissenschaft (Linguistik) diejenigen sprachlichen Bestandteile, aus denen Wörter bestehen und die eine Bedeutung oder eine grammatische Funktion haben. Ein ist die kleinste bedeutungstragende Einheit der Sprache auf der Inhalts- und Formebene im Sprachsystem (langue). Es lässt sich auch als kleinste semantisch interpretierbare Konstituente eines Wortes bezeichnen. Beispiele für Morpheme: Lexikalische Morpheme: Freie: Haus Gebunden: him- (beere) Grammatische Morpheme: Freie: ich, er Gebunden: ver, er, be, ig

14 Quellen Topsch, W. (2005): Gundkompetenz Schriftspracherwerb. Weinheim und Basel: Beltz Verlag. S Thomé, G. und Valtin, R. (2000): Kleines linguistisches Glossar. In: Valin, R. (Hrsg.): Rechtschreiben lernen in den KLassen 1-6. Frankfurt/M.: Grundschulverband- Arbeitskreis Grundschule


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