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Welche Rolle spielen Lernen und Gewohnheiten bei der Entstehung & Aufrechterhaltung von Alkoholabhängigkeit? Sören Kuitunen-Paul (Dipl.-Psych.) Gefördert.

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Präsentation zum Thema: "Welche Rolle spielen Lernen und Gewohnheiten bei der Entstehung & Aufrechterhaltung von Alkoholabhängigkeit? Sören Kuitunen-Paul (Dipl.-Psych.) Gefördert."—  Präsentation transkript:

1 Welche Rolle spielen Lernen und Gewohnheiten bei der Entstehung & Aufrechterhaltung von Alkoholabhängigkeit? Sören Kuitunen-Paul (Dipl.-Psych.) Gefördert durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft (u.a. WI709/10-1 und /10-2) 16. Präsentationsrunde von Forschungsergebnissen des Interdisziplinären Zentrums für Suchtforschung Würzburg (IZSW), 09. Dezember 2015

2 Interessenkonflikterklärung
Der Inhalt des folgenden Vortrages ist Ergebnis des Bemühens um größtmögliche Objektivität und Unabhängigkeit. Der Referent versichert, dass in Bezug auf den Inhalt des folgenden Vortrages keine Interessenkonflikte bestehen, die sich aus einem Beschäftigungsverhältnis, einer Beratertätigkeit oder Zuwendung für Forschungsvorgaben, Vorträge oder andere Tätigkeiten ergeben. Sören Kuitunen-Paul Dipl.-Psych., Mitarbeiter im Koordinationsprojekt der DFG-Forschergruppe 1617 an der TU Dresden unter Leitung von Prof. Dr. Hans-Ulrich Wittchen (Koordinator)

3 Ausgangslage - Alkoholabhängigkeit
Verbreitung 3,4 Mio Erwachsene mit Störungen durch Alkoholkonsum in Deutschland (6,5%) 1 davon 1,8 Mio mit Alkoholabhängigkeit 2 erhöhte Mortalität & Morbidität 3 Behandlung u.a. Suchthilfesystem (1766 Einrichtungen, > behandelte Fälle mit Alkolabhängigkeit) 1,5 Zugangsbarrieren 2,4,5, primärärztliche Behandlungsdefizite 6, hohe Rückfallquote 5 Forschung zahlreiche einzelne Schutz-/Risikofaktoren 7 kaum Multivariate Vorhersagen und Klassifikationen 8 Neurobiologische und behaviorale Befunde legen Zusammenhang mit verändertem Lernen und Entscheiden im Kontext von Konsumreizen nahe 9 1 Bühringer (Vortrag) Kraus et al Roerecke & Rehm Kuitunen-Paul et al. (Poster) AWMF 2015, DSHS 2013. 6 Rehm Anderson et al Chartier et al Whelan et al Beck et al. 2012, Heinz et al. 2011, Redish 2008

4 Ausgangslage - Alkoholkonsum als habit
Gewohnheiten (behavioral habits) sind erlernt werden durch Pavlovsche Reize getriggert sind größtenteils insensitiv gegenüber negativen Konsequenzen Angenommene Alkoholeffekte auf zentrale Lernmechanismen: Reduktion des zielgerichteten Entscheidungsverhaltens Verstärkung reizinduzierter dysfunktionaler Gewohnheiten Vgl. SUCHT 59(4), 2015 – Themenheft: Garbusow et al., Genauck et al., Sebold et al.

5 DFG Forschergruppe 1617 Erste Förderperiode Zweite Förderperiode bis 2018 Ziel: Entstehung und Aufrechterhaltung von Alkoholabhängigkeit in Verbindung zu bringen mit Lernmechanismen (Pavlovsches und operantes Konditionieren) Entscheidungsverhalten (zielgerichtet / habituell, impulsiv / kontrolliert) Neurobiologie (BOLD, Neurotransmitter, Blutmarker) Q-Daten (Fragebögen)

6 DFG Forschergruppe 1617 Erste Förderperiode Zweite Förderperiode bis 2018 Ziel: Entstehung und Aufrechterhaltung von Alkoholabhängigkeit in Verbindung zu bringen mit Lernmechanismen (Pavlovsches und operantes Konditionieren) Entscheidungsverhalten (zielgerichtet / habituell, impulsiv / kontrolliert) Neurobiologie (BOLD, Neurotransmitter, Blutmarker) Q-Daten (Fragebögen)

7 DFG Forschergruppe 1617 Berlin Charité Campus Mitte
Bernstein Center for Computational Neuroscience Affektive Neurowissenschaften (FU Berlin) Department of Vertebrate Genomics (MPI für Molekulare Genetik) Dresden Klinische Psychologie (TU Dresden) Systemische Neurowissenschaften & NeuroImagingCenter (Uniklinikum Dresden) Psychiatrie & Experimentelle Forschung (Uniklinikum Dresden) Leipzig: MPI für Kognitions-/Neurowissenschaften Potsdam: Exzellenzbereich Kognitionswissenschaften Zürich: ETH Zürich

8 Design und Stichproben

9 Querschnitts-Komponenten Assessment
Anschreiben / Aushänge 2. Assessment (ca. 3:00) Neuropsychologie Cogn. Impairment Wortliste Digit Span TMT-A/ TMT-B Digit Symbol RVP MWT-B Fragebögen/ Diagnostik CIDI FTND HADS Suizid SRRS Fragebögen (forts.) ADS AEQ-G BIS-15 CSV-S DMQ-R EHI FTQ/FHAM OCDS-G SAPAS Stinchfield SURPS WHO-ASRS WHO-DAS 3. MRT-Testung (ca. 3:30) Blut, Urin, Atemalkohol Learning tasks PIT Two-Step Impulsivity tasks Delay Discount Prob. Disc. Win Prob. Disc. Loss Mixed Gambling Fragebögen Debriefing PIT Debriefing Twostep Screening (0:20) CIWA

10 Längsschnitt-Komponenten z.B. Patienten
Screening Assessment, MRT FU6 FU9 telefonisch FU12 MRS PET FU1 FU1.5 telefonisch FU2 FU2.5 telefonisch FU3 FU4.5 telefonisch

11 Stichproben Querschnitt
Patienten Kontroll-probanden N % Eingeschlossen 159 135 Dropout/nachträglicher Ausschluss 23 17% 27 22% kein Interesse mehr 10 6% 6 4% Finales Sample 122 77% 101 75% Stand 06/2015 (QC v15)

12 Ergebnisse Lernmechanismen (PIT task)

13 Learning behavior Hintergrund – PIT und Alkoholabhängigkeit
Pavlovian-to-Instrumental-Transfer (PIT) Effekt: Einfluss (‘Transfer‘) von Kontextstimuli (Pawlowsche Reize) auf die Motivation, ein Verhalten auszuüben (instrumentelles Verhalten), das mit einer Belohnung verbunden ist Verstärkender Effekt von ethanol-assoziierten Reizen auf belohnungssuchendes Verhalten 1 Positiv konditionierte Reize verstärken instrumentelles Annäherungsverhalten 2 Nach Garbusow et al (Vortrag). 1 Corbit & Janak Bray et al. 2008, Talmi et al

14 Learning behavior PIT (110min) 1
Talmi et al Garbusow et al Neuropsychobiology

15 Patienten vs. Kontrollen Querschnitt, Längsschnitt
Patienten und Kontrollen zeigen PIT (F=54.1, p<.001) verbunden mit Aktivierung im linken NAcc 2 (t=3.1, p=.011) Patienten zeigen mehr PIT (p=.03)1,2 bei gleicher Aktivierung im linken NAcc 2 (t=0.8, p=.22) Rückfall nach 3 Monaten 2 hängt nicht mit PIT-Stärke zusammen (p=.45) aber mit PIT-Aktivierung des linken NAcc (t=1.8, p=.05) 1 Garbusow et al Neuropsychobiology N=32 Patienten, N=32 Kontrollen 2 Garbusow et al Addict Biol N=31 Patienten, N=24 Kontrollen

16 Ergebnisse Entscheidungsverhalten (Two-step task)

17 Habitual behavior Hintergrund – Two-step task und Alkoholabhängigkeit
Entwicklung abhängigen Verhaltens charakterisiert durch Übergang von zielgerichtetem zu habituellem Konsum, schließlich süchtigem Konsum1 Hypothese: Verändertes Entscheidungsverhalten beschleunigt Übergangprozess (z.B. Tendenz zu habituellem Verhalten) Alkoholabhängigkeit assoziiert mit vermindertem zielgerichtetem Verhalten2 Instrumentelles Lernen: S  R  O Habituelles Verhalten: S  R  O Zielgerichtes Verhalten: S  R  O Nach Smolka et al (Vortrag). 1 Everitt & Robbins Sjoerds et al. 2013, Sebold et al. 2014

18 Habitual behavior Two-step task (60 min) 1
1.step: Einen von zwei GRAUEN Stimuli auswählen 2.step: Einen von zwei TÜRKISEN / GELBEN Stimuli auswählen Positives oder negatives Feedback (Geld) TÜRKISE bzw. GELBE Stimuli folgen meistens auf einen der grauen Stimuli Belohnungs-Kontingenz verändert sich über die Zeit  permanente Anpassung des Probanden erforderlich Daw et al Sebold et al Neuropsychobiology.

19 Patienten vs. Kontrollen Querschnitt
Patienten und Kontrollen1 zeigen gleichstarkes habituelles Verhalten (t=1.1, p=.14) passen Verhalten gleichstark an vorhergehenden Gewinn an (t=0.6, p=.28) Patienten1 Waren insgesamt weniger erfolgreich (t=2.5, p<.05) zeigen weniger zielgerichtetes Verhalten (t=1.9, p<.05) passen Verhalten weniger an vorhergehenden Verlust an (t=2.3, p<.05) Unterschiede zu Kontrollen möglicherweise erklärbar durch geringere Verarbeitungsgeschwindigkeit (DSST) (t=1.1, p=.13 after correction for DSST) 1,2 gutes Arbeitsgedächtnis (ZNR) ist nötig (β=0.64, p=.006 vs. β=0.51 p=.37) 3 1 Sebold et al Neuropsychobiology. N=26 Patienten, N=26 Kontrollen 2 Hasselberg 2014 (Thesis). 3 Schad, Jünger et al Front Psych N=29 Kontrollen

20 Ergebnisse Impulsivität bzw. Entscheidungsfindung (VBDM battery)

21 Entscheidungsfindung Value-based decission-making battery
VBDM battery (20 min), nach Bernhardt 2015 (Vortrag)

22 Patienten vs. Kontrollen Querschnitt / Längsschnitt
sofortige Belohnungen bevorzugt (t = 2.93, p = .004) Risiko bei Gewinnen eher aufgesucht (t = 2.92, p = .004) Risiko bei Verlusten stärker vermieden a (t = 1.99, p = .048) Verlustaversion weniger gezeigt b (t = 3.87, p < .001) Geringe Zusammenhänge zu 1: a Alkoholkonsum (lifetime) (r = -.297, p = .003) b Craving (r = -.292, p = .004) Keine Zusammenhänge zu Rückfall nach 3 Monaten 1,2 1 Bernhardt (Vortrag) N=111 Patienten, N=98 Kontrollen 2 Keller 2014 (Thesis) N=48 Patienten

23 Zusammenfassung bisheriger Ergebnisse

24 Ergebnisse der ersten Förderperiode – DFG Forschergruppe 1617 –
Entstehung von Alkoholabhängigkeit: Bisher nur Querschnittsanalysen Charakteristiken bei Alkoholabhängigkeit: Verhalten stärker durch konditionierte Belohnungsreize gesteuert 6 bei gleicher NAcc-Aktivierung (jeweils im Vergleich zu Nicht-Alkoholabhängigen) Verhalten wird eher an Belohnung als Bestrafung angepasst 1 kaum kognitive Einschränkungen 2 aber „risikofreudigere“ Entscheidungen 2 und rigideres Entscheidungsverhalten 1,4 Aufrechterhaltung von Alkoholabhängigkeit: Rückfälle (nach 3 Monaten) hängen zusammen mit selbstberichteter Impulsivität 5 Neurodegeneration 5 NAcc-Aktivierung während PIT 6 Gefördert durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft (Förderkennzeichen WI709/10-1) Forschungskolloquium Institut für Klinische Psychologie und Psychotherapie, Juni 2015 1 Sebold et al Neuropsychobiology. 2 Paul et al (Vortrag). 3 Bernhardt 2015 (Vortrag). 4 Schad, Jünger et al Front Psych. 5 Keller 2014 (Thesis). 6 Garbusow et al Neuropsychobiology.

25 Kritik Einschränkungen Stärken der Studie
Stichprobengröße einzelner Befunde Längsschnittdaten z.T. noch nicht ausgewertet Aussagen nur für Alkoholabhängige im stationären Entzug gültig Multicenterstudie Kontrolle oder Ausschluss zahlreichern Einflussfaktoren Aktuelle bzw. innovative Paradigmen

26 Ausblick

27 Ausblick Grundlagen – Vorhersage von Trinkverhalten und Alkoholabhängigkeit
Nach Smolka et al (Vortrag).

28 Ausblick Diagnostik – Multivoxel pattern analysis (MVPA)
MVPA sammelt Informationen aus vielen Voxeln (strukturell & functional) Ermöglicht Identifikation von individuellen akuten Zustände diagnostisch relevanter Signale pathophyiologisch relevanter neurofunktionaler Profile (Searchlight classification) 1 z.B. Haynes & Rees 2005, Schmack et al J Neurosci. 2 z.B. Koutsculeris et al. 2009, Hahn et al , Weygandt et al

29 Ausblick Intervention – Zooming Joystick Task
Wiers et al Psychol Science, Wiers et al Neuropsychopharmacol.

30 Danksagung Wissenschaftliche Mitarbeiter Abschlussarbeiten
Projektleitung Miriam Sebold Mareike Münch Gerhard Bühringer Christian Sommer Cornelia Neumann Andreas Heinz Jens Strehle Luise Olbricht Michael N. Smolka Karoline Sauer Hans-Ulrich Wittchen Studentische Hilfskräfte Alexandra Schmidt Ulrich S. Zimmermann Julian Birkenstock Katja Scholz Ute Böttner Gianna Spitta Wissenschaftliche Mitarbeiter Ankelien Duchow Sina Wachholz Anne Beck Maxi Flohe Anna-Maria Walter-Daume Jean Wendt Nadine Bernhardt Robin Frank Eva Grunenberg Jurij Wiede Eva Friedel Maria Garbusow Lucia Hämmerl Michael Wilberg Teresa Karrer Constanze Wilhelm Claudia Hägele Jana Will Michael Höfler Samira Klein Julia Kleindienst Kristina Zacharias Elisabeth Jünger Nils B. Krömer Elisabeth Kluge Monique Zobel Robert C. Lorenz Paula Kuitunen Abschlussarbeiten Stephan Nebe Francie Kriegel Mirjam Petersen Johanna Kruse Annika Brandtner Lars Pieper Sebastian Laufer Lena Hasselberg Shakoor Pooseh Eva Maaßen Erren Hua Oana G. Rus Dave Möwisch Jürgen Keller Lucie Scholl Elisabeth Mühlfeld Katharina Scholz …..

31 Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit
DFG Forschergruppe1617


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