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Der Begriff der Relation und des Relativen im Rahmen allgemeingrammatischer Sprachanalysen SGdS 2017, Verona Friederike Spitzl-Dupic, Université Clermont.

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1 Der Begriff der Relation und des Relativen im Rahmen allgemeingrammatischer Sprachanalysen
SGdS 2017, Verona Friederike Spitzl-Dupic, Université Clermont Auvergne Laboratoire de Recherche sur le Langage (EA 999)

2 Einleitung Allgemeine Grammatiken : Sprache und Sprach-Kategorien sind Ausdruck ihnen vorgängiger, nicht-sprachlicher, mentaler Inhalte, Konzepte und Operationen AG : 1660 – 1. Drittel 19. Jh. Begriff der Relation und des Relativen => Verhältnis, relativisch // frz., englisch: relation, relatif, rapport Kritik Meiners (1781: lxxiv): „Sprachlehrer und „auch sogar Philosophen voriger Zeiten sich“ haben sich „der Vernachlässigung des relativischen […] schuldig gemacht“

3 Zum Begriff und zur Begriffsgeschichte von Relation und relativisch
Relation und Relatives als Analysebegriffe in allgemeingrammatischen Ansätzen (Arnault&Lancelot 1660, Harris 1751, Beauzée 1767, Meiner 1781) Schluss

4 Zum Begriff und zur Begriffsgeschichte von Relation und Relatives
Relation : zweistelliges ungesättigtes Prädikat, das durch Argumente gesättigt werden Aber : Sind Relationen substantiell-ontologisch gegeben? oder sind sie mentale Konstruktionen der erkennenden Subjekte? Gibt es einen Unterschied zwischen Relationen und Eigenschaften? und wenn ja, welchen? Beruhen Relationen auf Eigenschaften? Lässt sich eine Unterscheidung von externen und internen Relationen durchführen? Wie kommen wir zu Aussagen über Relationen? Welche Rolle spielen dabei die Relate?

5 Aristoteles. Kategorien, übers. Eugen Rolfes. Phil
Aristoteles. Kategorien, übers. Eugen Rolfes. Phil. Schriften in 6 Bänden, Hamburg: Meiner 1995. Substanz (ousia ) Quantität (poson ) Qualität (poion ) Relation / Relatives (pros ti , Beziehung) Raum / Ort (pou ) Zeit (pote ) Lage (keisthai ) Haben / Verhalten (echein ) Wirken / Tun (poiein) Leiden (paschein).

6 Hier ist interessant, dass u. a. laut Elmentaler (1996: 34, der u. a
Hier ist interessant, dass u.a. laut Elmentaler (1996: 34, der u.a. auf Cherubim 1977, Swiggers 1988 verweist) => die antike griechische Grammatikographie aus diesen Kategorien ihr Analysegerüst entwickelt hat, das 10 Typen von Kategorien mit 2-8 Unterkategorien beinhaltet: Wortart (mit 8 Unterkategorien cf. techné grammatike de Dionysios Thrax Genus Kasus, Numerus, Gradation, Tempus, Modus, Person, Genus verbi, Aspekt / Aktionsart. Fast alle diese Kategorien findet man bei Dionysios Thrax’, dem Autor der Téchnē grammatikē (2.-1. Jh. v.u.Z.), d.i. der ersten umfänglich überlieferten griechischen Grammatik.Schaubild von Karl Heinz Wagner

7 Relativ ist das, was auf etwas anderes verweist, z. B
Relativ ist das, was auf etwas anderes verweist, z.B. ist etwas größer im Vergleich zu etwas anderem, Relativ sind auch ein Habitus, Zustand, Wahrnehmung, Wissenschaft etc., denn „Allem diesen wird eben das, was es begrifflich ist, im Vergleich zu einem andern beigelegt, sonst ist es nichts“. Relativ sind auch Begriffspaare, die in einem gegenseitigen „Forderungsverhältnis“ stehen, z.B. ist ein Knecht notwendig der Knecht eines Herrn, der Herr ist notwendig Herr eines Knechts; Unterscheidung zwischen dem, was an sich relativ ist, und dem, was auf anderes bezogen werden kann. (nach der Übers. Rolfes Kategorien 6b-8b)

8 Jh. Descartes, René, ( posthum veröffentlicht 1704) Regulae ad directionem ingenii, Texte critique établi par Giovanni Crapulli avec la version hollandaise du XVIIe siècle, La Haye: Martinus Nijhoff, 1966. Malebranche, Nicolas (1. Auflage in 2 Bänden 1674/75), De la recherche de la vérité, 6. Auflage in 4 Bänden 1712, Paris. Locke, John (1690) Essay of humane Understanding, London: Thomas Basset. Leibniz Gottfried Wilhelm (entstanden 1704, zuerst 1765) Nouveaux essais sur l'entendement hu­main, chronologie, bibliographie, introduction, notes J. Brunschwig, Paris: GF-Flammarion 1990. Wolff, Christian (1732). Philosophia Rationalis, sive Logica, methodo scientifica pertractata, Francofurti & Lipsiae : Renger, 1732. Beauzée, Nicolas, (1765) „Relatif“, in : Diderot & Alembert 1765 Encyclopédie ou Dictionnaire raisonné des sciences, des arts et des métiers Bd. 14, Paris. (http://portail.atilf.fr/encyclopedie/)

9 Relation und relativ als Analysebegriffe in allgemeinen Grammatiken
Arnauld, Antoine/Lancelot, Claude Gram­maire générale et raisonnée, : contenant les fondemens de l’art de parler […], Paris: Chez Prault Pere, Quai de Gêvres Satzdefinition: "Le jugement que nous faisons des choses, comme quand je dis, la terre est ronde¸ s'appelle Proposition ; toute proposition enferme nécessairement deux termes; l'un appelé sujet, qui est ce dont on affirme, comme terre, et l'autre appelé attribut, qui est ce qu'on affirme, comme ronde : et de plus la liaison entre ces deux termes, est." 1660 : (fett, FSD)

10 Kasus: „Si l’on considéroit toujours les choses séparément les unes des autres, on auroit donné aux noms que les deux changemens que nous venons de marquer ; savoir, du nombre pour toutes sortes de noms, et du genre pour les adjectifs. Mais parce qu’on les regarde souvent avec les divers rapports qu’elles ont les unes aux autres, une des inventions dont on s’est servi dans quelques langues pour marquer ces rapports a été de donner aux noms encore diverses terminaisons, qu’ils ont appelées des cas […]». (1660: 43)

11 Präpositionen: 1660:84

12 Arnauld, Antoine/Nicole, Pierre ((1662, 16835) 1992): La logi­que ou l'art de pen­ser, réimpression de l’édition complétée de 1683, notes, postface Charles Jourdain, Paris: Gallimard

13 Longolius, Johann Daniel 1715
Longolius, Johann Daniel Einleitung zu gründlicher Erkäntniß einer ieden / insonderheit aber Der Teutschen Sprache / Welcher man sich Zu accurater Untersuchung jeder Sprache / und Besitzung einer untadelhafften Beredsamkeit in gebundenen und ungebundenen Reden / Wie auch besonders In Teutschen für allerley Condition, Alter und Geschlechte / Zu einem deutlichen und nützlichen Begriff der Mutter=Sprache / bedienen kan. Budissin [Bautzen]: David Richter. Wolff, Christian 1703 (1974). Disquisitio Philosophica de Lo­quela, dans: Wolff (1755): Meletemata Mathematico-Philosophica quibus accedunt dissertationes, Nachdruck der Ausgabe von 1755, dans: Chr. Wolff, Gesammelte Werke, hrsg. u. bearbeitet von J. Ecole, J.E. Hofmann, M. Thomann, H.W. Arndt, II. Abteilung, Lateinische Schriften, Bd.35, Hildesheim: Georg Olms Verlag 1974, p

14 Wolff, CHristian 1720, (175111): Vernünfftige Gedanken
Wolff, CHristian 1720, (175111): Vernünfftige Gedanken. Von Gott, der Welt und der Seele des Menschen, auch allen Dingen überhaupt, nach der 11. erweiterten Aufl. von 1751, hrsg., bearbeitet, mit einem Vorwort, Anmerkun­ gen und einem Index versehen von Charles A. Corr, dans: Chr. Wolff, Gesammelte Werke, hrsg. u. bearbeitet von J. Ecole, J.E. Hofmann, Ch.A. Corr, M. Thomann, H.W. Arndt, I. Abtei­lung, Deutsche Schriften, Bd.2, Hil­ desheim/Zürich/New York: Georg Olms Ver­lagsbuch­hand­lung) Du Marsais, César Chesneau Exposition d'une méthode raisonnée pour apprendre la langue latine ; […], Paris´: E. Ganeau. Girard, Gabriel 1747, Les vrais principes de la langue françoise; ou la parole réduite en méthode, Paris: Le Breton. J(ohann) . J(akob). M(eynier) Allgemeine Sprachkunst : Das ist, Einleitung in alle Sprachen, Erlangen : Müller.

15 Harris, James Hermes Or a Philosophical Inquiry Concerning Universal Grammar, London: Woodfall. => Absolute vs. relative bedeutende Wörter

16 Verbbegriffe: „energy“ in Beziehung zu „energizer“ (Harris 1751: 173) : „Thus 'tis impossible there should be such Energies, as To love, to fly, to wound, &c. if there were not such Beings as Men, Birds, Swords, &c.

17 Analyse von Caesar walketh (ibid.: 176) Brutus loves => Cato or Cassius, Portia or someone. Brutus loved himself : „in such Case the Energy hath to the same Being a double Relation, both Active and Passive.“ (ibid.: 173) (fett, FSD) honest, honestly und honesty aber nicht in der Satzdefinition: „Every proposition consists of a Subject and a Predicate. (1751: 230).

18 Relations Kategorisierung der Wörter, Relationalität der Verbbegriffe Konzeptuelle Funktionalität von Wortbildungsformen

19 Relationsbegriff zusätzlich in der Behandlung
der Tempora ( ), unterschiedlicher Pronomina der 3. Person, der Komparation, der Präpositionen relationaler Adjektive und Adverbien, wie double , treble, quadruple und equally

20 Beauzée, Nicolas Grammaire générale: ou exposition raisonnée des éléments nécessaires du langage, pour servir de fondement à l'étude de toutes les langues, 2 tomes, Paris: J. Barbon. Satzdefinition (1767, II: 7)

21 Verben : sind „Wörter“„die unbestimmte Wesen (des êtres indéterminés) ausdrücken, indem sie sie durch die präzise Idee der mentalen Existenz mit Relation auf ein Attribut bezeichnen“. (1767, I: 402) Analyse von „Dieu est tout-puissant“ / „Gott ist allmächtig“ vs. Relative Begriffe: transitive V wie aimer, Verwandtschaftsbezeichnungen wie père, Adjektive wie nécessaire, Adverbien wie relativement, und alle Präpositionen

22 Beispiel der Präpositionen:
„Unbestimmte Beziehungsbegriffe“, die „rapports généraux“ mit „indétermination“ zeichnen sie müssen im „Aussageakt“ („énonciation“) „ergänzt“ („completé“) werden Bsp. Louis a donné à Charles Louis a ôté à Charles

23 Ein ‚absoluter Gebchrauch‘ dieser Begriffe ist möglich (vgl. II, 52-53)

24 Meiner, Johann Werner Versuch einer an der menschlichen Sprache abgebildeten Vernunftlehre oder philosophische und allgemeine Sprachlehre, Leipzig: Breitkopf. Entwicklung einer „sinnlichen Logik über das Verfahren einer „Meditation a priori“ und ein meist kollektiv gefasstes „inneres Gefühl“: Definition des Satzes: « Alle Nationen fanden durch das innere Gefühl, 1) daß, wenn sie denken, sie in ihren Gedanken allezeit etwas unselbständi­ geres mit etwas selbständigern verbinden oder von ihm trennen, und, weil diese Verbindung oder Trennung beyder Dinge ein Satz genennet wird, sie also allezeit im Satze denken. » (1781: XXXVII)

25 „absolute Betrachtungsart“ => Erkenntnis des Wesens eines Dinges / Begriffes mit seinen notwendigen und seinen kontingenten Eigenschaften vs. „relativische Denkungsart“ => u.a. zu kausale, temporale, lokale, instrumentale, vergleichende etc. Verhältnisse eines Dinges / Begriffes (1781: LXXII)

26 Satzanalyse „Wie diese (d.i. die Frühlingsknospe) bey ihrer Entwicklung aus sich einen ganzen Zweig sammt Nebenzweigen und Blättern hervor treibet; also liegen auch in dem einzigen Prädikat nicht nur alle Haupttheile, sondern auch alle Neben­theile des Satzes verschlossen, die sich daraus herleiten lassen.“ (1781: 127). Unterscheidung von "einseitig-unselbständigen" / „absoluten“, "zwoseitig-unselbständigen" "dreyseitig-unselbständigen" Prädikatsbegriffen (1781: 132), die entsprechende Anzahl von "selbständig gedachten" Begriffen als Bestimmungen erfordern (das Subjekt inklusive).

27 Weitere direkte oder indirekte Prädikatsbestimmungen :
ein "instrumentum" (Sprachlehre: 147) für Verbbegriffe, die den Gebrauch eines Werkzeugs implizieren, ein "persönlicher Gegenstand" (ibid.: 149) für Handlungen, die zugunsten einer anderen Person ausgeführt werden temporale und lokale Bestimmungen, adverbiale Bestimmungen Nebensätze alle Wortklassen Konjugations- und Kasusmarkierungen

28 2 Begriffe des „relativischen Charakters“ des Prädikats
Unterschiedliche Bestimmungen vervollständigen einen generischen P-Begriff vs. Unterschiedliche Bestimmungen sind im P-Begriff enthalten und zumindest einem allmächtigen Geist zugänglich. Jede aktuelle Prädikation entspricht hier einer Begriffsexplizierung.

29 Schluss Relation / Relativ als Analysewerkzeug in AG:
quantitativ: 0% - ca. 99% Relationsbegriffs selbst wird wenig reflektiert begriffliche Verschiebungen innerhalb eines Werks Intensivierung der Verwendung in der 2. Hälfte des 18. Jh. Unabhängigkeit der Entwicklung in den untersuchten Sprachräumen

30 Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit!

31 Aristoteles. Kategorien, übers. Eugen Rolfes. Phil
Aristoteles. Kategorien, übers. Eugen Rolfes. Phil. Schriften in 6 Bänden, Hamburg: Meiner 1995. Scheibe, Erhard „ Relativbegriffe in der Philosophie Platons“, Phronesis, Vol. 12, No. 1 (1967), pp Schulthess, Peter, Relation und Funktion: eine systematische und entwicklungsgeschichtliche Untersuchung zur theoretischen Philosophie Kants, De Gruyter


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