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Die Wertschöpfungskette von Mobiltelefonen und die Handy-Aktion NRW

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Präsentation zum Thema: "Die Wertschöpfungskette von Mobiltelefonen und die Handy-Aktion NRW"—  Präsentation transkript:

1 Die Wertschöpfungskette von Mobiltelefonen und die Handy-Aktion NRW
Ort, Datum fragen.durchblicken.handeln Die Wertschöpfungskette von Mobiltelefonen und die Handy-Aktion NRW

2 Gliederung Was steckt in unseren Handys? Rohstoffabbau Produktion
Entsorgung und Recycling Ansatzpunkte für Veränderungen Die Handy-Aktion NRW – Machen Sie mit!

3 Was steckt in unseren Handys?
In einem Mobiltelefon stecken mehr als 60 verschiedene Stoffe, darunter rund 30 Metalle. Kupfer macht den größten Teil aus, aber auch Edelmetalle sind darunter.

4 Was steckt in unseren Handys?
Weltweit wurden ,8 Mrd. Handys verkauft, davon über 1 Mrd. Smartphones. Inhalt von 1,8 Mrd. Handys (Schätzungen 2012) Tonnen Kupfer 6.800 Tonnen Kobalt 450 Tonnen Silber 43 Tonnen Gold Quelle: Hagelücken 2012: 5. Handys sind aus dem Alltag nicht mehr wegzudenken. Etwa alle 18 Monate kaufen wir in Deutschland ein neues Handy. Weltweit wurden ,8 Mrd. Handys verkauft, davon über 1 Mrd. Smartphones. Schätzungen zufolge enthalten 1,8 Mrd. Smartphones: 6.000 Tonnen Kupfer 6.800 Tonnen Kobalt 450 Tonnen Silber 43 Tonnen Gold Sowohl der Bau als auch der Betrieb der Minen für diesen Rohstoffabbau sind umweltschädlich. Wälder werden gerodet und viele Tonnen Gestein gesprengt, um an die Metalle zu gelangen. Um Edelmetalle aus Gestein zu lösen, werden giftige Chemikalien verwendet, die in Flüsse und Meere gelangen können. Die Industrieanlagen, in denen die Rohstoffe aufbereitet werden, benötigen viel Energie. Schließlich verbraucht auch der Transport der gewonnenen Rohstoffe per Schiff und LKW Treibstoff – und damit die knappe Ressource Öl.

5 Rohstoffabbau Beispiel: Zinnabbau in Indonesien
Etwa 1 Gramm Zinn ist in einem Smartphone als Lötzinn enthalten. Bild: Richard Corfield/flickr Nehmen wir den Zinnabbau in Indonesien als erstes Beispiel für soziale und ökologische Probleme im Rohstoffabbau: Zinn ist im Handy als Lötzinn enthalten. Jedes kleine Bauteil ist auf die Leiterplatte mit einer winzigen Menge Zinn aufgelötet. Man erkennt Zinn an den silbrigen Ansatzstellen. Zinn hat eine niedrige Schmelztemperatur. So kann es beim Löten zwischen die nicht so schnell schmelzenden Metallteile und die Kupferschicht der Leiterplatte fließen und eine feste, stromleitende Verbindung herstellen. In Indonesien, dem Land mit der zweitgrößten Fördermenge von Zinn, wird es vor allem aus Sedimenten gewonnen. Schätzungen zufolge stammte im Jahr 2015 etwa 17 % des weltweit abgebauten Zinns aus Indonesien. (Die Menge an abgebautem Zinn in Indonesien ist im Jahr 2015 im Vergleich zum Vorjahr zurückgegangen. Ursächlich hierfür war, dass Indonesiens Hauptabnehmer China in den letzten Jahren zunehmend auf Zinn aus Burma umgestiegen ist. Zinn-Produzenten in Indonesien versuchten, den gesunkenen Preis durch einen Stopp der Zinnproduktion wieder steigen zu lassen, hatten damit aber wenig Erfolg.)

6 Rohstoffabbau Beispiel: Zinnabbau in Indonesien
Rund 90 % des indonesischen Zinns stammt von den Inseln Bangka und Belitung. Zinn wird dort sowohl an Land als auch auf dem Meeresboden abgebaut.

7 Rohstoffabbau Beispiel: Zinnabbau in Indonesien Der Abbau an Land
Foto: Ferry Alayn/Flickr.com Der Abbau von Zinn an Land verwandelt die mit Feldern und Regenwald bewachsenen Inseln in eine durch Krater gespickte Landschaft mit grauem, sandigem und saurem Boden. Auch robuste Pflanzen haben Schwierigkeiten, auf dem zerstörten Boden wieder zu wachsen. Mancherorts wird das Trinkwasser knapp. Das unfruchtbar gewordene Land macht es Familien schwer, ihr eigenes Gemüse anzubauen. ÄrztInnen vermuten zudem, dass die angestiegene Zahl von Malariafällen mit den vielen verlassenen Minen zusammenhängt: Das stillstehende Wasser in den Minen wird zur Brutstätte für Malariamücken. Um bei den großen Unternehmen des Zinnbergbaus wie PT Timah zu arbeiten, kommen die Menschen auch aus den Nachbarregionen. Viele vor Ort geben ihren Beruf als FarmerIn oder FischerIn auf und bemühen sich auf eigene Faust, vom Zinn zu profitieren: Allein oder in kleinen Gruppen graben sie in Minen, die von den großen Unternehmen bereits verlassen wurden. Es mangelt an Kontrollen, um diesen illegalen Abbau zu unterbinden. Besonders gefährlich wird es, wenn die ArbeiterInnen mit bloßen Händen und Spitzhacken am Grund der einsturzgefährdeten Gruben arbeiten. Den Polizeistatistiken von Bangka zufolge starb im Jahr 2011 im Durschnitt einE MinenarbeiterIn pro Woche an den Folgen eines Unfalls. Besonders häufig treten Unfälle bei unerfahrenen MinenarbeiterInnen auf, etwa jenen, die aus anderen Teilen Indonesiens nach Bangka und Belitung migriert sind, um ihre Familien mit dem eingenommenen Geld zu unterstützen. Auch Kinder arbeiten in den Zinnminen und brechen teilweise hierfür die Schule ab. Für die Gesundheit der Kinder kann die Arbeit sehr gefährlich werden, denn in den Zinnminen sind die ArbeiterInnen einer erhöhten radioaktiven Strahlung ausgesetzt. Foto: Ericsson/Flickr.com Foto: The EITI/Flickr.com

8 Rohstoffabbau Beispiel: Zinnabbau in Indonesien
Der Abbau auf dem Meeresboden Auch der Abbau auf dem Meeresboden ist folgenschwer: Unweit der Küste baggern riesige Fabrikschiffe den Meeresboden um oder saugen mit großen Pumpen den zinnhaltigen Meeresboden ein. Nach dem Auswaschen des Zinns werden die nicht brauchbaren Sedimente zurück ins Meer ausgestoßen. Dieser schwermetallhaltige Schlamm trübt das Wasser, zerstört die empfindlichen Korallenriffe und vertreibt die Fische aus der Region. Die vom Aussterben bedrohten Meeresschildkröten leiden unter dem Abbau, denn die Strände, an denen sie ihre Eier ablegen, werden beschädigt. Zerstört werden auch die Mangrovenwälder, die eigentlich für den Schutz der Insel bei Meeresstürmen sorgen und Brut- und Aufwuchsgebiet für viele Meerestiere sind. Immer mehr Fischer, deren Fänge zurückgehen und die keine Perspektive im Fischfang mehr sehen, beginnen auf nicht-offiziellen Wegen im See-Bergbau zu arbeiten. Mit selbstgebauten Flößen und dieselbetriebenen Pumpen saugen sie die Sedimente vom Meeresboden. Immer wieder kommt es zu Konflikten zwischen Minenbetreibern und lokalen Gemeinschaften, da traditionellen Fischern durch die Meereszerstörung ihre Lebensgrundlage genommen wird. Erste Gegenmaßnahmen, aber die Zeit drängt… Umweltschutzorganisationen haben Elektronikfirmen wie Apple oder Philips auf die Missstände auf Bangka und Belitung aufmerksam gemacht. Viele Menschen haben in Unterschriftenaktionen grundlegende Veränderungen gefordert. Im Jahr 2013 wurde daraufhin die Indonesian Tin Working Group (ITW) gegründet, die durch die niederländische Sustainable Trade Initiative (IDH) koordiniert wird. In der Initiative arbeiten Unternehmen, politische EntscheidungsträgerInnen und NGOs zusammen, um Wege zu einem verantwortungsvollen Abbau von Zinn zu finden. Auch die indonesische Politik unternahm erste Schritte: Das Handelsministerium kündigte im Jahr 2015 an, stärker gegen illegale Minen vorzugehen und verlangte Lizenzen und Zertifikate von den Minenbetreibern. Nach starken Protesten der Fischer verhängte die Provinzregierung von Bangka Belitung im Januar 2016 für manche Regionen einen vorübergehenden Stopp des Abbaus von Zinn auf See. Viele Fischer beobachteten aber ein Hinwegsetzen über das Verbot und eine Nicht-Beachtung der Lizenz-Regelungen. Der Weg zu Verbesserungen ist also noch weit und die Zeit drängt: Die Überlebensgrundlage der Fischer wird vernichtet, Menschen sterben weiter bei Arbeitsunfällen und Natur wird teils unwiederbringlich zerstört. Die Kosten des Abbaus für Mensch und Natur übersteigen ihren Nutzen bei weitem. Wird weiter so viel Zinn abgebaut wie bisher, sind schon in wenigen Jahren alle Zinnressourcen in Indonesien ausgebeutet. Foto: The EITI/Flickr.com Foto: Ulet Ifansasti, Friends of the Earth

9 Rohstoffabbau Beispiel: Kupferabbau in Sambia
Ein zweites Beispiel, anhand dessen die sozialen und ökologischen Probleme im Rohstoffabbau für Handys und Co verdeutlicht werden können, ist Kupfer: Kupfer leitet hervorragend Strom, ist gut formbar und beständig. Etwa 10 Gramm Kupfer befinden sich in den Kabeln, Leiterbahnen und der Leiterplatte eines Handys. Von den Metallen, die in einem Handy zu finden sind, hat Kupfer den größten Anteil. Kupfer kommt auf allen Kontinenten vor und wird sowohl im Tagebau als auch Untertage abgebaut. Auf dem afrikanischen Kontinent ist der Kupfergürtel, eine Industrieregion in Sambia und der Demokratischen Republik Kongo, die größte Abbauregion. Ende des Jahrtausends wurde Sambias Kupferabbau privatisiert. Durch einen Anstieg der Kupferpreise erzielten Unternehmen, die in Sambia Kupfer abbauen, große Gewinne. Durch niedrige Abgaben und Steuerflucht profitierte der Staat aber nur wenig von der Entwicklung. Gleichzeitig brachte die Steigerung des Abbaus in den Kupferregionen schwere Folgen für Mensch und Umwelt mit sich, z.B. an den Standorten Mufulira und Nkana bei Kitwe. Hier betreibt Mopani Copper Mines, der größte Kupferproduzent Sambias Minen, Aufbereitungs-, Schmelz- und Raffinationsanlagen. Die Aktiengesellschaft gehört zum größten Teil dem Schweizer Rohstoffgiganten Glencore. Karte: Ferdinand Groeger/Wikimedia Commons

10 Rohstoffabbau Beispiel: Kupferabbau in Sambia
Für mediale Aufmerksamkeit sorgten vor allem die enormen Schwefeldioxid-Emissionen des Mopani-Verhüttungswerks in Mufulira, die über Jahre hinweg zum erhöhten Auftreten von Asthma-Anfällen, Atemwegsbeschwerden oder chronischen Atemwegserkrankungen in Mufulira führten und sauren Regen verursachten. Der Umweltbehörde zufolge stieg die Schwefeldioxidkonzentration in den Wohnquartieren neben dem Kupferwerk zeitweise bis zu einem Spitzenwert von 5640 Mikrogramm pro Kubikmeter. Der Richtwert der Weltgesundheitsorganisation liegt bei 20 Mikrogramm pro Kubikmeter. Erst im Jahr 2014 ließ Glencore eine neue Filteranlage in Betrieb nehmen, um die Abgasmengen deutlich zu reduzieren. Die giftigen Gase der Kupferfabrik waren auch Ursache des frühen Todes der sambischen Politikerin Beatrice Mithi. Sie starb im Dezember 2013 an akutem Atemversagen infolge des Einatmens giftiger Dämpfe. Ein Zivilgericht verurteilte Glencore im September 2016 zu einer Entschädigungszahlung von Kwacha (etwa Euro), weil wissentlich und fahrlässig hohe Schadstoffmengen freigesetzt und geltende Grenzwerte überschritten wurden. Glencore weist jegliche Schuld von sich. Mopani Copper Mines will den Fall nun vor das höchste Gericht in Sambia bringen. Zahlreiche Familien aus Mufulira, die ebenfalls Todes- und Krankheitsfälle beklagen und diese auf die Abgase zurückführen, warten auf ein wegweisendes Urteil. Neben der Installation von Filteranlagen nahm Mopani Copper Mines infolge nationalen wie internationalen Drucks weitere Teilverbesserungen zu Umwelt- und Gesundheitsschutz vor, wie etwa eine Vorrichtung zum Stopp der Säurebehandlung bei problematischen Windbedingungen. Dass aber weiterhin Menschenleben aufs Spiel gesetzt werden, zeigen Vorfälle des Jahres 2016: Im August starben drei Minenarbeiter durch einen Stromschlag in einem Kupferschacht in Mufulira; ein weiterer Arbeiter kam bei einem Unfall in einer Mine in Kitwe ums Leben. Im November traten erneut Arbeitsunfälle auf: 17 Beschäftigte eines Untertagebaus mussten aufgrund von Gasvergiftungen in das örtliche Krankenhaus eingeliefert werden; ein weiterer starb bei einem Sprengunfall in Mufulira. Bild: Bankwatch Bild: Photosmith2011/flickr.com

11 Rohstoffabbau Beispiel: Tantal-Abbau in der DR Kongo
Wer sich zu den Auswirkungen des Rohstoff-Abbaus von Mobiltelefonen informiert, wird sehr bald auf das Metall Tantal und die Probleme seines Abbaus in der Demokratischen Republik Kongo stoßen. In jedem Handy ist eine kleine Menge Tantal enthalten. Weil es gut Strom leitet und extrem hitze- und säurebständig ist, wird es eingesetzt, wo auf engstem raum viel Strom fließen muss, z.B. in Kondensatoren. Tantal ist im Erz Coltan enthalten. Sein Abbau wird mit der Finanzierung des Krieges im Osten der Demokratischen Republik Kongo in Verbindung gebracht: Als 1996 der Bürgerkrieg begann, plünderten die einmarschierten Truppen und die Rebellenfraktionen die Vorräte von Rohstoffen aus den Lagern der Zwischenhändler. Mehrere tausend Tonnen Coltan wurden so außer Lande geschafft. Um den Nachschub und die Vermarktung zu sichern, gründeten Militärs, Rebellengruppen, hohe Politiker und Geschäftsleute aus dem Kongo und den Nachbarstaaten eigene Unternehmen. Für die Truppen war Tantal ein leicht zugänglicher Rohstoff: Das Coltan kann entlang der Flüsse mit einfachsten Mitteln abgebaut werden. Ein erheblicher Teil der ArbeiterInnen waren und sind Kinder. Immer wieder starben bei Unfällen und Erdrutschen Menschen. Es kam in den Minen in tausenden Fällen zu Raub und schwersten Menschrechtsverletzungen, darunter Mord, Vergewaltigungen, willkürliche Verhaftungen und Folter. Erwachsene und Kinder wurden teilweise zur Arbeit in den Minen gezwungen. Da der begehrte Rohstoff weltweit auch aus fragwürdigen Quellen Abnehmer fand, konnten Rebellenorganisationen Teile ihrer Ausgaben für Waffen und Sold aus dem Verkauf von Coltan finanzieren und der Coltanabbau trug zur Verlängerung des Krieges bei. Die damals aufgebauten illegalen Exportstrukturen bestehen teilweise noch heute fort und tragen zur Finanzierung anhaltender Konflikte bei. Zugleich findet ein Teil des Rohstoffhandels mittlerweile über legale Wege statt und sichert Menschen ihren Lebensunterhalt.

12 Produktion Kommen wir zum nächsten Schritt in der Wertschöpfungskette, der Produktion von Komponenten für das Handy und seine Fertigung: Die großen, namhaften Hersteller von Handys und Smartphones konzentrieren sich meist auf die Entwicklung und das Marketing. Die eigentliche Herstellung der Geräte wird dagegen größtenteils an Lieferanten abgegeben. Das weltweit größte Fertigungsunternehmen für Elektronik ist Foxconn, ein Unternehmen mit 1,3 Mio. Beschäftigten und über 135 Mrd. US-Dollar Umsatz. Weitere große Lieferanten der Branche, beispielsweise Salcomp, Pegatron oder Flextronics, haben ebenfalls Umsätze von mehreren Milliarden US-Dollar und beschäftigen Zehntausende, teilweise sogar Hunderttausende Menschen. Andere Zulieferer dagegen sind klein und beschränken sich auf einzelne Bauteile. Daher sagt die Rangfolge der größten Markenhersteller von Mobiltelefonen und Smartphones wenig darüber aus, wer die meisten Menschen in der Branche beschäftigt. Weltmarktführer war im Jahr 2015 Samsung, doch der Konzern verliert Marktanteile, vor allem an chinesische Hersteller. Quelle: SÜDWIND, Daten nach

13 Produktion Beispiel: Produktionsbedingungen bei Foxconn in China
Äußerst schlechte Arbeitsbedingungen bei Lieferanten für Komponenten von Mobiltelefonen sorgten in den vergangenen Jahren wiederholt für Schlagzeilen. Die Vorwürfe reichen von niedrigen Löhnen, mit denen der Lebensunterhalt nicht gesichert werden kann, wochenlange Arbeitsphasen ohne freie Tage in den Stoßzeiten, und eine Vielzahl von Überstunden, über Gesundheitsgefahren am Arbeitsplatz, mangelnde Sicherheitsstandards bis hin zur Schikane durch Vorgesetzte und äußerst schlechte Unterkünfte der Beschäftigten. Diese leben meist neben oder sogar in der Fabrik. Besonders häufig wird über Skandale bei Zulieferern von Apple und Samsung berichtet. Doch auch die anderen Hersteller kaufen größtenteils Komponenten oder fertige Mobiltelefone, die unter den gleichen Bedingungen hergestellt wurden wie die Produkte der Marktführer. Besonders im Fokus der öffentlichen Aufmerksamkeit stand der chinesische Zulieferer Foxconn: Das Unternehmen Foxconn hat seinen Sitz in Taiwan und wurde im Jahr 1974 gegründet. Inzwischen beschäftigt das Unternehmen rund 1,3 Mio. Menschen, den größten Teil davon in China. In chinesischen Produktionsstätten von Foxconn gab es Anfang 2011 eine ganze Serie von Selbstmorden. In einer für Apple verfassten Untersuchung wurde Mitte des Jahres 2012 festgestellt, dass die Arbeitszeiten oft weit über die in China gesetzlich erlaubten 40 Wochenstunden und 36 Überstunden den pro Monat hinausgingen: Die Beschäftigten arbeiteten im Schnitt 56 Stunden die Woche, teilweise sogar 61 Stunden, und der gesetzlich vorgeschriebene freie Tag pro Woche wurde den Beschäftigten bei dringenden Aufträgen oft nicht zugestanden. Darüber hinaus wurden Gesundheitsgefährdungen der Beschäftigten festgestellt und viele Sicherheitsbestimmungen nicht eingehalten. Zudem häuften sich Berichte über unmenschliche Behandlung durch Vorgesetzte und äußerst schlechte Unterbringung von WanderarbeiterInnen in Massenunterkünften. Seit dem Jahr 2010 wird der Konzern umgebaut und 2014 gab es aber erneut Vorwürfe, die Arbeitszeiten seien weiterhin zu lang und es gäbe Verstöße gegen interne Konzernrichtlinien. Bild: fairphone/flickr.com

14 Entsorgung und Recycling
Elektroschrott-Müllhalde in Agbogbloshie Auch nach Vertrieb und Nutzung des Handys kann der Handykonsum negative soziale und ökologische Folgen mit sich bringen. Eigentlich ist alles klar geregelt: Elektroschrott darf die EU nicht verlassen, sondern muss in Europa entsorgt werden. In Wirklichkeit ist es aber oft ganz anders: Europäischer Elektromüll landet illegal in Afrika, z. B. in Ghana. Was nämlich verschifft werden darf, sind alte Geräte, die noch funktionieren und günstig weiterverkauft werden können. Händler sammeln Geräte auf Flohmärkten, Internet-Plattformen und bei Haushaltsauflösungen auf. Manchmal wird Elektroschrott auch auf Wertstoffhöfen geklaut. Die Händler behaupten dann, der Elektronikmüll wäre noch brauchbare Ware und sie verschiffen ihn in Länder wie Ghana. Einige Geräte, die noch repariert werden können und gefragt sind, werden dort tatsächlich gebraucht weiterverkauft. Der überwiegende Teil aber landet auf den Müllhalden. Die Müllhalde Agbogbloshie am Rande von Ghanas Hauptstadt Accra hat eine traurige Berühmtheit erlangt. Sie gilt als die größte Elektroschrottmüllhalde der Welt Die über Hektar große Deponie, auf der Schwermetalle und andere Schadstoffe ohne jegliche Vorkehrungen in Boden und Luft geraten, zählt zu den zehn verseuchtesten Umweltbrennpunkten der Welt. Kinder, Frauen und Männer zertrümmern und verbrennen die Geräte mit bloßen Händen, um mit den verwertbaren Resten ihren Lebensunterhalt zu bestreiten – mit verheerenden Folgen für Gesundheit und Umwelt. Lebenserwartung der Bewohner: etwa 40 Jahre. Ein Teil der Elektroaltgeräte wurde aus Deutschland importiert. Bilder: Fairphone.com

15 Pro Handy können im Recycling durchschnittlich zurückgewonnen werden:
Entsorgung und Recycling Recycling Pro Handy können im Recycling durchschnittlich zurückgewonnen werden: 9 g Kupfer 150 mg Silber 25 mg Gold kleine Mengen an Palladium und Platin Vermieden werden kann der illegale Export von Elektroschrott in Länder des Südens durch fachgerechtes Recycling. So können auch wertvolle Rohstoffe weiter genutzt werden und problematische Folgen ihres Abbaus gehen zurück. Beim Recycling eines Handys können im Schnitt pro recyceltem Gerät 150 mg Silber, 25 mg Gold und 9 Gramm Kupfer zurück gewonnen werden, darüber hinaus sehr kleine Mengen an Palladium und Platin. In den mehr als 100 Millionen Handys, die in Deutschland in den Schubladen liegen sind 2,4 Tonnen Gold, 26 Tonnen Silber und 880 Tonnen Kupfer enthalten. – Ein großes Potential, das sich zu „bergen“ lohnt. Zu erwarten ist außerdem, dass mit knapper werdenden Rohstoffen, der Recyclingprozess auf weitere Metalle ausgedehnt wird. Ein gewisser Fortschritt für das Recycling ist die seit Juli 2016 in Deutschland existierende Rücknahmepflicht für Altelektrogeräte, auch wenn in der Umsetzung sicher noch Nachbesserungsbedarf besteht. Geschäfte mit einer Verkaufsfläche über 400 Quadratmetern müssen der Richtlinie zufolge kostenfrei Altgeräte zurücknehmen und dem Recycling zuführen. Grundsätzlich können VerbraucherInnen ihr Handy bei Werkstoffhöfen und bei ihrem Telekommunikationsanbieter für das Recycling abgeben. Noch besser: Sie beteiligen sich an Sammelaktionen wie die der Handy-Aktion NRW, bei der mit den Erlösen des Recyclings ein sinnvoller Spendenzweck unterstützt wird und das Recyclingverfahren transparent beschrieben wird. (Der Recyclingprozess: Zunächst werden funktionsfähige und nicht funktionsfähige Handys getrennt. Funktionsfähige Handys können – nach Lösung aller Daten - wiederaufbereitet und weiterverkauft werden. Das sind ca. 10 Prozent . Nicht funktionsfähige Handys werden recycelt. Beim Recycling werden zunächst die Akkus, die gefährliche Stoffe enthalten, entfernt und fachgerecht entsorgt. Anschließend werden die Althandys mechanisch zerkleinert. Die Kunststoffe werden, aufgrund der Vielfalt der Farben und Kunststoffarten, energetisch verwertet. Insbesondere die Leiterplatte des Handys enthält wertvolle Edelmetalle. Diese wird deshalb in einem speziellen weiteren Recyclingschritt behandelt – und zwar in einer modernen, entsprechend ausgestatteten Metallhütte (Schmelze). Hier werden diese sehr wertvollen Metalle abgetrennt und zurückgewonnen. Damit stehen sie dem Rohstoffkreislauf wieder zur Verfügung. )

16 Ansatzpunkte für Veränderungen
Rohstoffverbrauch senken Menschenrechte schützen Zivilgesellschaft stärken Wie können die genannten Probleme angegangen werden? Auf drei Ansatzpunkte für Veränderungen geht dieser Vortrag näher ein: Eine wichtige Voraussetzung für Veränderung ist die Senkung des Rohstoffverbrauchs: Je weniger Rohstoffe verbraucht werden, desto weniger Umweltschäden entstehen und wertvolle Metalle bleiben auch zukünftigen Generationen für eine Nutzung erhalten. Neben Recycling und dem effizienten Einsatz der Rohstoffe im Handy, ist es wichtig, dass Handys einfach seltener gekauft werden, d.h. länger genutzt und repariert werden. Dazu kann nicht nur jeder einzelne etwas beitragen, sondern auch Mobilfunkanbieter und Politik können entsprechende Anreize setzen . Zweitens ist es wichtig, dass die Menschenrechte in der gesamten Lieferkette, vom Rohstoffabbau bis zur Entsorgung geachtet werden. Hierfür gibt es zwar internationale Leitlinien, aber noch zu wenig verbindliche Regeln, die Unternehmen verpflichten, Menschenrechte vor Profit zu stellen. Auch auf diesen Aspekt gehen wir im Vortrag näher ein. Oft sind es lokale Gruppen, Organisationen und Gewerkschaften in den Rohstoffabbau-Regionen und Produktionsländern von Handys, die auf Missstände aufmerksam machen und für die Rechte der Betroffenen von Menschenrechtsverletzungen streiten. Der Handlungsspielraum solcher Organisationen wird in vielen Ländern aber zunehmend eingeschränkt. Menschenrechtsverteidiger werden eingeschüchtert, kriminalisiert oder auch tatsächlich angegriffen. Zivilgesellschaftlichen Organisationen den Rücken zu stärken, ist ein weiterer wichtiger Ansatz für Veränderungen. (Für allgemeiner auf den Rohstoffbereich bezogene Forderungen lohnt sich ein Blick auf das Positionspapier des AK Rohstoffe: Unsere Aufteilung in drei Ansatzpunkte für Veränderungen ist diesem Papier entnommen.)

17 Rohstoffverbrauch senken
Verantwortung der Netzbetreiber Mobilfunkanbieter brauchen Geschäftsmodelle, die einen nachhaltigen Umgang mit Handys fördern. Netzbetreiber können KundInnen über die Nachhaltigkeit der angebotenen Modelle informieren. Sie können die Reparatur erleichtern. Möglich sind auch Pfand- oder Leasingverträge, so dass alte Geräte recycelt oder weiterverwendet werden können. Verantwortung für einen nachhaltigen Handykonsum tragen nicht nur Handy-Hersteller, sondern auch Netzbetreiber: Beim Abschluss von neuen Mobiltelefonverträgen erhalten die neuen Kundinnen und Kunden häufig ein hoch bezuschusstes Handy, oftmals zum Preis von einem Euro oder bei hochwertigen Geräten zumindest zu einem weit niedrigeren als bei einem Kauf ohne Vertrag. Darüber hinaus beinhalten viele Verträge, dass die Kundinnen und Kunden alle zwei Jahre ein neues Gerät erhalten. So sollen Kunden angelockt und an das Unternehmen gebunden werden. Das Geschäftsmodell trägt dazu bei, dass die Nachfrage nach immer neuen Geräten aufrecht erhalten wird. Notwendig sind stattdessen Geschäftsmodelle, die einen nachhaltigeren Umgang mit Handys fördern. Dazu gehört unter anderem die Erweiterung von Angeboten, bei denen der Kunde dafür belohnt wird, dass er beim Abschluss eines neuen Vertrages sein altes Mobiltelefon weiter nutzt, beispielsweise durch verstärktes Anbieten von Prämien oder kostengünstigeren Verträgen für die Kundinnen und Kunden, die ihr altes Handy in den neuen Vertrag übernehmen. Darüber hinaus müssten die Netzbetreiber stärker als bislang Druck auf die Lieferanten der Geräte ausüben. Denkbar ist beispielsweise, dass die Netzbetreiber in ihren Läden Informationen über die Nachhaltigkeitsbestrebungen der Hersteller der Handys öffentlich machen und so ihren Kundinnen und Kunden ermöglichen, diesen Aspekt in ihre Kaufentscheidung miteinzubeziehen. Die längere Nutzung von Handys scheitert oftmals nicht nur an technischen Voraussetzungen, sondern auch daran, dass bei Defekten an den Geräten die Reparatur bei vielen Herstellern nur über aufwändige Prozeduren (Heraussuchen des Reparaturservices, Einschicken der Geräte, Warten auf Kostenvoranschläge…) möglich ist. Die Netzbetreiber könnten die Kundinnen und Kunden dabei beraten oder Dienstleistungen wie das Einschicken der Geräte übernehmen. Die Netzbetreiber könnten einen Teil ihrer Geräte im Rahmen von Pfandsystemen oder Leasingverträgen abgeben. Dies würde dazu führen, dass die Geräte nach ihrer Nutzung zum Netzbetreiber zurückkommen und dann weiterverwendet oder recycelt werden können.

18 Rohstoffverbrauch senken
Reparatur, Lebensdauer und Recyclingfähigkeit fördern Reduzierter Mehrwertsteuersatz für Reparaturdienstleistungen (Bsp.: Schweden) Ersatzteile müssen zugänglich werden und erschwinglich bleiben. Produktdesign an Reparierbarkeit und Recyclingfähigkeit ausrichten und Infos für VerbraucherInnen bereitstellen gesetzliche Anreize für das Handy-Recycling Auch die Politik kann Anreize schaffen, dass Menschen ihre Handys und andere Elektrogeräte länger nutzen, reparieren und später dem fachgerechten Recycling zuführen. Vielleicht kennen auch Sie das: Das Handy ist auf den Boden gefallen, das Display kaputt. Das Handy wäre reparierbar, aber für die Reparatur müssten Sie ganz schön tief in die Tasche greifen. Der Neukauf eines Handys liegt dann nahe. Für die bessere und kostengünstigere Reparierbarkeit von Elektrogeräten und anderen Konsumgütern setzt sich aktuell z.B. der in Berlin gegründete Runde Tisch Reparatur ein (http://www.runder-tisch-reparatur.de/) . Die dort aktiven Organisationen fordern beispielsweise, dass auf Reparaturdienstleistungen (für Elektrogeräte, aber auch für Schuhe oder Kleidung) ein reduzierter Mehrwertsteuersatz erhoben wird. Reparaturen werden so preisgünstiger und vielleicht eröffnen so auch mehr Reparaturdienstleister und nachhaltige Arbeitsplätze werden geschaffen. Schweden ist in dieser Frage gerade Vorreiter. Politisch regeln lässt sich auch, dass Ersatzteile zugänglich sein müssen und erschwinglich bleiben, also einen bestimmten Prozentsatz des empfohlenen Preises für den Neukauf nicht überschreiten dürfen. Für das Produktdesign lassen sich Regelungen schaffen, die sich an der Reparierbarkeit und der Recyclingfähigkeit ausrichten. Wenn Anbieter ihre KundInnen darüber informieren müssen, wie gut sich ein Handy reparieren lässt, schafft das Anreize , dass Hersteller dies beim Design gleich mit berücksichtigen. Schließlich könnte die Bundesregierung auch Anreize schaffen, dass mehr Handys dem fachgerechten Recycling zugeführt werden, z.B. durch ein verpflichtendes Pfandsystem. Recyclingunternehmen würden dann besser planen können, welche Mengen an zu recycelnden Geräten in Zukunft auf sie zukommen. Das würde auch Anreize setzen, weitere Recyclinganlagen zu bauen, die noch mehr Rohstoffe zurückgewinnen als bisher.

19 Menschenrechte schützen
UN-Leitprinzipien für Wirtschaft und Menschenrechte Kommen wir zum zweiten großen Ansatzpunkt: Den Schutz der Menschenrechte in der Wertschöpfungskette von Mobiltelefonen stärken. Den internationalen Rahmen dieses Themas stellen die UN-Leitprinzipien für Wirtschaft und Menschenrechte dar: Entstanden sind die UN-Leitprinzipien in einem über 6 Jahre dauernden Prozess unter der Federführung des damaligen Sonderbeauftragten für Wirtschaft und Menschenrechte, John Ruggie. Er führte zahlreiche Studien und Beratungen mit ExpertInnen aus Wissenschaft, Wirtschaft und Zivilgesellschaft zu den Menschenrechten in der weltweiten Wirtschaft durch. Ruggie entwickelte ein Konzept, das 2011 vom UN-Menschenrechtsrat als globaler Standard verabschiedet wurde. Diese UN-Leitprinzipien beinhalten drei Säulen: 1. Staaten haben die Pflicht, die Menschenrechte zu schützen. Jeder Staat ist verpflichtet, die politischen und rechtlichen Rahmenbedingungen für Unternehmen und Investitionen zu setzen, um den Schutz der Menschenrechte und Arbeitsnormen zu gewährleisten. 2. Unternehmen stehen in der Verantwortung, die Menschenrechte zu achten Zur Unternehmensverantwortung gehört es, angemessene Vorkehrungen zu treffen, um menschenrechtliche Gefahren innerhalb der unternehmerischen Einflusssphäre zu vermeiden. Dies gilt für die gesamte Lieferkette von Produkten, die Unternehmen anbieten, und für ihre gesamten Auslandgeschäfte. (Auf die Pflicht zur menschenrechtlichen Sorgfalt geht dieser Vortrag in der nächsten Folie näher ein.) 3. Betroffenen muss Zugang zu gerichtlicher und außergerichtlicher Abhilfe und Wiedergutmachung geboten werden. Dazu gehören der Zugang zu Beschwerdestellen sowie die Möglichkeit, den vor Gericht zu gehen. Bild: CorA – Netzwerk für Unternehmensverantwortung

20 Menschenrechte schützen
Die menschenrechtliche Sorgfaltspflicht Menschen-rechtliche Sorgfalt Grundsatz-erklärung Risiken ermitteln Verankerung/ Maßnahmen Beschwerde-mechanismen + Abhilfe Bericht-erstattung Den UN-Leitprinzipien zufolge haben Unternehmen (z.B. Handyhersteller und Rohstoffunternehmen) eine Pflicht zur menschenrechtlichen Sorgfalt. Um dieser nachzukommen müssen sie – für ihre gesamte Lieferkette – Risiken für Menschenrechtsverletzungen ermitteln, Gegenmaßnahmen zur Vermeidung menschenrechtlicher Schäden ergreifen, hierüber transparent berichten und Beschwerdemechanismen einrichten, die für potentiell Betroffene zugänglich sind. Auf diese Weise soll der Schutz der Menschenrechte auch dort gewährleistet werden, wo Wirtschaftsaktivitäten (wie etwa der Rohstoffabbau) in Regionen stattfinden, in denen nationale Gesetze schwach sind oder unzureichend umgesetzt werden. Wäre z.B. Glencore (das erwähnte Unternehmen, das Haupteigentümer von Mopani Copper Mines in Sambia ist) bereits bei Übernahme des Unternehmens seiner Sorgfaltspflicht nachgekommen und hätte eine umfassende Analyse zu menschenrechtlichen Risiken und damit auch den Gesundheitsgefahren durchgeführt, wären die gefährlichen Schwefeldioxid-Emissionen sofort entdeckt worden. Glencore hätte handeln und frühzeitig Filteranlagen installieren müssen. Die Erkrankung vieler Menschen in der Region hätte so verhindert werden können. Für den Fall, dass doch Gesundheitsprobleme auftreten, hätte Glencore wirksame Mechanismen der Beschwerde, der zügigen Abhilfe und der Entschädigung für Mitarbeitende und die Bevölkerung vor Ort einrichten müssen.

21 Menschenrechte schützen
Notwendig: Gesetzliche Regulierung Verantwortung für gesamte Lieferkette muss festgelegt werden Gleiche Vorgaben für alle Unternehmen: Spielfeld mit gemeinsamen Regeln Einklagbare Rechte und Pflichten Regeln statt Label-Dschungel Menschenrechts- und Entwicklungsorganisationen fordern daher, dass Unternehmen in ihren Heimatländern gesetzlich zum Schutz der Menschenrechte in ihren Auslandsgeschäften verpflichtet werden. Gleiche Vorgaben für alle Unternehmen würden verhindern, dass Unternehmen, die positiv voranschreiten, benachteiligt sind gegenüber Unternehmen, die dies nicht tun. Man hätte ein gemeinsames Spielfeld mit gleichen Regeln und eine Basis für einklagbare Rechte. Anstelle immer weniger überschaubarer freiwilliger Initiativen und Labels müsste es klare Regeln für alle geben. Speziell für die Schweiz als Sitz von Glencore fordert eine Konzernverantwortungsinitiative eine gesetzliche Verankerung menschenrechtlicher Sorgfalt. Im Oktober 2016 konnten ausreichend Unterschriften für einen entsprechenden Volksentscheid eingereicht werden. In Deutschland, wo Ende 2016 ein Nationaler Aktionsplan Wirtschaft und Menschenrechte verabschiedet wurde, wurde leider erst einmal versäumt, Unternehmen gesetzlich zur menschenrechtlichen Sorgfalt zu verpflichten. Die Bundesregierung äußert zwar die Erwartung an Unternehmen, dass sie solche Prozesse einrichten sollen, aber erstmal ohne Konsequenzen, wenn sie dies nicht tun. Immerhin setzt die Bundesregierung eine Zielmarke: Bis 2020 sollen 50% der großen Unternehmen mit über 500 Mitarbeitenden Prozesse menschenrechtlicher Sorgfalt eingerichtet haben. Ist dem nicht so, soll nochmal neu über eine gesetzliche Pflicht nachgedacht werden.

22 Menschenrechte schützen
Ein verbindliches UN-Abkommen für Unternehmensregeln? Juni 2014: Der Menschenrechtsrat der Vereinten Nationen setzte eine Arbeitsgruppe für ein Abkommen ein, das verbindlich regeln soll, wie Unternehmen weltweit für Menschenrechtsvergehen zur Verantwortung gezogen werden können. Im Gegensatz zu den UN-Leitprinzipien soll es sich um ein völkerrechtlich verbindliches Abkommen handeln, das die Leitprinzipien ergänzen kann. Eine erste Tagung der Arbeitsgruppe fand im Sommer 2015 statt, eine zweite im Herbst Im Herbst 2017 will die ecuadorianische Verhandlungsleitung erste Elemente des möglichen Abkommens vorlegen. Die UN-Leitprinzipien schaffen zwar einen breiten Konsens, dass Menschenrechte in der weltweiten Wirtschaft geschätzt werden sollen, sie sind aber kein völkerrechtlich verbindliches Abkommen. Somit bleibt jedem Staat selbst überlassen, welche Maßnahmen er zur Umsetzung ergreift. In den bisherigen Plänen zur Umsetzung gibt es zwar einzelne positive Ansätze, aber der große Durchbruch zum Schutz der Menschenrechte scheint noch in weiter Ferne. Vor diesem Hintergrund war es eine historische Entscheidung, als der Menschenrechtsrat der Vereinten Nationen im Juni 2014 eine Arbeitsgruppe einsetzte, um ein rechtsverbindliches Instrument zu formulieren, mit dem transnationale Konzerne und andere Wirtschaftsunternehmen für Menschenrechtsvergehen zur Verantwortung gezogen werden können. Es soll die UN-Leitprinzipien für Wirtschaft und Menschenrechte ergänzen. Zum Beispiel könnte es Staaten zur besseren Zusammenarbeit in der Verfolgung von Menschenrechtsverletzungen durch Unternehmen verpflichten und Betroffenen besser zu Recht verhelfen. Im Sommer 2015 hat die UNO Arbeitsgruppe zu dem Abkommen eine erste Tagung in Genf abgehalten und diese vor allem dem Gedankenaustausch zwischen Staaten, NGOs und Experten/-innen gewidmet. Die zweite Tagung fand im Herbst 2016 statt. Sie war deutlich konstruktiver als die erste und es wurde bereits über Grundlagen des Abkommens gemeinsam nachgedacht. Im Herbst 2017 will die ecuadorianische Verhandlungsleitung mögliche Elemente des Abkommens vorstellen. Der Prozess zu dem Abkommen steht erst am Anfang, hat aber umso mehr Chancen, je mehr sich auch die Zivilgesellschaft für den Prozess interessiert und einen starken Menschenrechtsschutz fordert. (Nähere Informationen zum Treaty bietet das Global Policy Forum: https://www.globalpolicy.org/images/pdfs/GPF-Briefing_1216_Zweite_Tagung_Treaty.pdf , https://www.globalpolicy.org/images/pdfs/Globale_Unternehmensregeln_online.pdf) Foto: UN Geneva/flickr.com

23 Menschenrechte schützen
Der Dodd-Frank-Act in den USA US-Gesetz vom Juli 2010 über Handel und Verbrauch von metallischen und energetischen Rohstoffen Börsennotierte Unternehmen der gesamten Wertschöpfungskette müssen Herkunftsnachweise von Rohstoffen aus der DR Kongo und den Nachbarländern vorlegen -> Ziel: Vermeidung von Konflikten Offenlegung der Zahlungen an Regierungen der Förderländer aufgeschlüsselt nach Regierungen und Projekten Foto: Ian Britton/flickr.com Im Rohstoffbereich gibt es erste gesetzliche Verbesserungsansätze, die sich aber nur auf die sogenannten Konfliktrohstoffe Zinn, Wolfram, Tantal und Gold beziehen. Konfliktrohstoffe heißen sie, weil sie in der Finanzierung anhaltender Konflikte eine Rolle spielen – wie in diesem Vortrag kurz am Beispiel der demokratischen Republik Kongo aufgezeigt wurde. Speziell mit Blick auf Konfliktrohstoffe aus der Demokratischen Republik Kongo haben die USA 2010 ein Gesetz verabschiedet, den Dodd Frank Act. Darin wird vorgeschrieben, dass der Handel mit Gold, Zinnerz, Tantal und Wolfram in Zukunft nachweislich keine Milizen in der Demokratischen Republik Kongo mehr finanzieren darf. In einem mehrstufigen Verfahren sollen Unternehmen herausfinden, ob sie Rohstoffe verwenden, die unter die Bestimmungen fallen. Sollte dies der Fall sein, muss dargelegt werden, ob die Rohstoffe aus der Demokratischen Republik Kongo oder den Nachbarländern stammen. Sollte das wiederum der Fall sein, müssen sie belegen, dass mit der Förderung und dem Handel der Rohstoffe keine Aktivitäten von Rebellen unterstützt werden. Dazu muss es eine von externen Stellen zertifizierte Überwachung der Zulieferer geben. Nicht nur direkt rohstofffördernde und -verarbeitende Unternehmen müssen Rechenschaft ablegen, sondern auch Hersteller von Endgeräten. Um dies zu gewährleisten, müssen ihre weltweiten Lieferanten ebenfalls über transparente Lieferketten verfügen. Der Ansatz beschränkt sich allerdings auf die Vermeidung von Konflikten bei der Förderung der Rohstoffe. Soziale Missstände, schlechte Arbeitsbedingungen oder Umweltzerstörungen spielen dabei keine Rolle. (Näheres zum Dodd-Frank-Act und seinen Wirkungen in dieser Studie des Umweltbundesamtes: https://www.umweltbundesamt.de/sites/default/files/medien/378/dokumente/umsoress_kurzsteckbrief_dfa_final.pdf )

24 Menschenrechte schützen
EU-Konfliktrohstoffrichtlinie November 2016: EU-Parlament, Europäischer Rat und Europäische Kommission einigen sich auf ein Gesetz zu den Konfliktmineralien Zinn, Wolfram, Tantal und Gold. Das Gesetz soll aber nur für diejenigen Unternehmen gelten, die Rohstoffe direkt in unverarbeiteter Form einführen. Die Verordnung soll erst nach langer Übergangsphase 2021 in Kraft treten. Foto: MPD01605/flickr.com Auch die EU hat sich auf den Weg zu einer Regelung zu Rohstoffen gemacht, die Konflikte in mit finanzieren. In sogenannten Trilog-Verhandlungen zwischen EU-Parlament, Europäischem Rat und Europäischer Kommission ist dabei eine Verordnung, die alle EU Importe der Rohstoffe Zinn, Wolfram, Tantal und Gold aus allen Konfliktregionen der Welt abdeckt. Die Verordnung gilt aber nur für die Unternehmen, die diese Metalle in unverarbeiteter Form einführen, z.B. Schmelzen. Unternehmen der Elektronik- und Automobilindustrie, die genau die gleichen Rohstoffe als fertige Komponenten oder Produkte in die EU bringen, werden aus der Verantwortung genommen. Auch wenn Unternehmen bestimmte Schwellenwerte unterschreiten, müssen die Nachweise, dass sie die Rohstoffe aus konfliktfreien Minen beziehen, nicht erbringen. Durch diese Einschränkungen sind in Deutschland z.B. nur etwa 20 Unternehmen von der Regelung betroffen. Die Verordnung soll nicht sofort in Kraft treten, sondern nach längerer Übergangsphase im Jahr 2021. (Informationen: Foto: Responsible Sourcing Network/flickr.com

25 Menschenrechte schützen
Das Fairphone Gibt es ein faires Handy zu kaufen? Eines, dessen Rohstoffe unter für Mensch und Umwelt verträglichen Bedingungen gewonnen wurden? Eines, das nicht gewalttätige Konflikte mitfinanziert? Eines, bei dem die Arbeiterinnen in der Handyproduktion faire Löhne erhalten und eine gesunde Arbeitsumgebung haben? Wer sich mit diesen Fragen beschäftigt hat, ist sicher schon auf den Anbieter Fairphone gestoßen. Fairphone ist ein niederländisches Unternehmen, das versucht, ein Smartphone zu produzieren unter faireren Bedingungen und mit geringeren schädlichen Auswirkungen auf Mensch und Umwelt. In vielen Punkten konnte Fairphone anderen, viel größeren Herstellern zeigen: Es ist möglich, nach und nach Verbesserungen zu erzielen bei einzelnen Rohstoffen, den Produktionsbedingungen und der Reparaturfähigkeit des Handys. Ein Fairphone ist dadurch noch nicht 100% fair. Aber das Unternehmen geht mit gutem Beispiel voran und ist daher zu empfehlen. Es ist ein gutes Beispiel dafür, dass Unternehmen Verantwortung übernehmen können. Durch seinen modularen Aufbau, der es besser reparierbar macht, ist das Fairphone auch Vorreiter im nachhaltigen Produktdesign , was zu unserer Forderung „Rohstoffverbrauch senken“ beiträgt. (Eine ausführlichere Bewertung zum Fairphone findet sich bei Germanwatch: https://germanwatch.org/de/download/13176.pdf)

26 Zivilgesellschaft stärken
Die Bundesregierung soll in allen Verträgen, die sich auf Rohstoffhandel und Rohstoffprojekte beziehen, den Schutz der Zivilgesellschaft verbindlich einfordern. Umwelt- und Menschenrechtsorganisationen und Gewerkschaften in Regionen des Rohstoffabbaus und der Produktion kann durch Spenden und solidarische Proteste der Rücken gestärkt werden. Umwelt- und Menschenrechtsorganisationen hierzulande setzen sich für politische Veränderung ein, erhöhen den Druck auf Unternehmen und stärken das Bewusstsein von VerbraucherInnen. Ob Nichtregierungsorganisationen in den Regionen des Rohstoffabbaus oder Gewerkschaften in den Produktionsländer: Sie bekommen mit, wie Umweltschäden entstehen, wie lokale Gemeinschaften vertrieben werden oder wie Menschen unter gesundheitsschädigenden Arbeitsbedingungen leiden. Oft sind sie es , die Missstände an die Öffentlichkeit bringen, sich für Veränderung engagieren und Betroffene von Menschenrechtsverletzungen unterstützen. In vielen Ländern wird der Handlungsspielraum solcher Organisationen zunehmend eingeschränkt. GewerkschafterInnen wird mit Entlassung gedroht, MenschenrechtsaktivistInnen werden durch Sicherheitskräfte des Unternehmens oder des Staates eingeschüchtert, kriminalisiert oder sogar tatsächlich mit Gewalt angegriffen. Die deutsche Bundesregierung kann sich in ihrer Außenpolitik für den Schutz von MenschenrechtsaktivistInnen in anderen Regionen der Erde stark machen, in dem sie z.B. in allen Verträgen, die sich auf Rohstoffhandel und Rohstoffpolitik beziehen, den Schutz der Zivilgesellschaft verbindlich einfordert. Die Arbeit zivilgesellschaftlicher Organisationen braucht auch Geld: wenn sie Messungen zu Schadstoffen oder Befragungen von ArbeiterInnen durchführen, damit sich ihr Engagement auf fundierte Fakten stützen kann, braucht das genauso finanzielle Mittel, wie wenn sie ein Büro aufrecht erhalten möchten, von dem aus Proteste oder rechtliche Hilfe für Betroffene von Menschenrechtsverletzungen organisiert werden. Ihr Engagement kann durch Spenden unterstützt werden. Manchmal hilft es auch, wenn Zivilgesellschaft aus dem Ausland sich z.B. in Protestbriefen an Regierungen von Ländern, in denen zivilgesellschaftliche Gruppen aktuell unterdrückt werden, wendet und den Schutz der AktivistInnen einfordert. Den Engagierten stärkt ein solches Engagement den Rücken. Auch Organisationen, die in den Industrieländern die Themen von Rohstoffverbrauch und Menschenrechten immer wieder auf die politische Tagesordnung setzen und Druck auf Unternehmen ausüben, die Menschenrechte vor den Profit zu stellen, leisten wichtige Arbeit für Veränderungen. Sie können durch Spenden, die Streuung von Informationen und die Beteiligung an Unterschriften- und Protestaktionen in ihrem Engagement gestärkt werden. Foto: Amnistia International

27 Ansatzpunkte für Veränderungen
Verantwortung des Einzelnen Handys länger nutzen ein Gebrauchthandy kaufen oder sich für ein Fairphone entscheiden richtig recyceln sich für politische Veränderung engagieren Zivilgesellschaft durch Spenden und solidarische Aktivitäten stärken Öffentlichkeit schaffen mit kreativen Aktionen Freunde zum nachhaltigen Handykonsum motivieren Jeder einzelne kann zu Veränderungen beitragen: Jedes nicht-gekaufte Handy schont die Ressourcen der Welt und vermeidet die mit ihnen verbundene Umweltzerstörung. Vor jeder Neuanschaffung sollte daher überlegt werden, ob das alte Handy nicht doch noch weiter genutzt werden kann. Vielleicht lässt es sich reparieren oder aufrüsten? Jedes nicht-gekaufte Handy schont die Ressourcen der Welt und vermeidet die mit ihnen verbundene Umweltzerstörung. Zum nachhaltigen Umgang mit Ressourcen trägt auch bei, wer ein gebrauchtes Handy anstelle eines neuen kauft. Inzwischen gibt es Anbieter für Gebrauchthandys, die die Funktionsfähigkeit der gebrauchten Handys testen, sie professionell reinigen und sogar eine Garantie bieten. Wer sich für ein Fairphone entscheidet, setzt ein Zeichen, dass KundInnen sich fairere und umweltschonendere Produktionsweisen wünschen. Durch Recycling können wertvolle Rohstoffe zurückgewonnen werden. Immer wieder gibt es Möglichkeiten, sich politisch zu engagieren, z.B. mit Unterschriftenaktionen für verbindlichen Menschenrechtsschutz in der weltweiten Wirtschaft. Zum UN-Treaty soll es 2017 noch Unterschriftenaktionen europäischer Organisationen (z.B. ECCJ) geben. Auf der Facebookseite der Handy-Aktion NRW werden entsprechende Aufrufe geteilt. Durch Spenden und solidarische Aktivitäten (wie Protestbriefe) können zivilgesellschaftliche Organisationen gestärkt werden. BürgerInnen können Aufmerksamkeit auf die Folgen des Handykonsums mit kreativen Aktionen lenken und mit diesen z.B. auch Mobilfunkanbieter auf ihre Verantwortung hinweisen. Sprechen Sie mit Freundinnen und Freunden über das Thema und sensibilisieren Sie sie für nachhaltigen Handykonsum . Ein einfacher und nicht-aufdringlicher Gesprächseinstieg ist der Hinweis auf eine eigene Handy-Sammelaktivität im Rahmen der Handy-Aktion NRW . Bild: Dave Miller/flickr.com

28 Informieren, Handys sammeln, Bewusstsein stärken
Die Handy-Aktion NRW Informieren, Handys sammeln, Bewusstsein stärken Zeitraum: Anfang 2017 bis Juni 2019 Organisatoren: Mit der „Handy-Aktion NRW“ ruft eine Initiative von Partnern aus Kirche, Nichtregierungsorganisationen und Eine-Welt-Arbeit in NRW zu Sammelaktionen von alten Handys auf. Die Erlöse der Sammelaktion kommen Menschenrechtsprojekten in Südafrika, der DR Kongo und den Philippinen zugute. (Die Projekte werden gleich noch benannt.) Teilnehmende Gruppen werden unterstützt, die Sammelaktionen mit Bildungsarbeit, Öffentlichkeitsarbeit und politischen Aktivitäten zu sozialen und ökologischen Auswirkungen der Handyproduktion zu verbinden. Gesammelt werden kann bis Juni 2019. Mitmachen ist ganz einfach : Planen Sie mit Ihrer Kirchengemeinde, der Jugendgruppe, der Schulklasse, der Arbeitsstelle, dem Weltladen ihre Beteiligung an der Sammelaktion. Bestellen Sie über das Handysammelcenter der Telekom kostenfrei Handy-Sammelboxen. Diese erhalten Sie zusammen mit einem Aktionsaufkleber spätestens nach fünf Werktagen. Stellen Sie die Sammelboxen an sicheren Standorten auf. Eine Anregung für eine Pressemitteilung oder eine Nachricht im Gemeindebrief zur aufgestellten Box finden Sie auf der Homepage. Nach Abschluss Ihrer Sammelaktion können Sie über das Handysammelcenter der Telekom Rücksendeaufkleber bestellen und damit die Boxen kostenfrei an die Telekom zurücksenden. … in Kooperation mit: in Baden-Württemberg

29 Die Handy-Aktion NRW Informieren und informiert bleiben…
Auf der Website der Handy-Aktion NRW lassen sich die Schritte zum Mitmachen nochmals nachlesen. Unsere Homepage bietet Anregungen für Aktivitäten und Materialien für die Bildungsarbeit. Dazu gehören Informationen rund um den Rohstoffabbau, die Produktion und Entsorgung von Mobiltelefonen sowie politische und individuelle Handlungsmöglichkeiten. Auf der Facebook-Seite finden sich aktuelle Meldungen aus dem Projekt, Hinweise auf Veranstaltungen zum Thema Handys in NRW sowie aktuelle TV- und Lesetipps rund um die Wertschöpfungskette von Mobiltelefonen. Wenn Ihre Gruppe sich mit einer eigenen Sammelaktion, einer Bildungseinheit, Veranstaltung oder Aktion beteiligt, senden Sie gern ein Foto oder auch den Link zu einem Artikel oder Online-Beitrag an das Team der Handy-Aktion NRW. So kann auf der Facebook-Seite auch Ihre Aktivität erwähnt werden und zum Nachmachen anspornen.

30 Die Handy-Aktion NRW Unterstützung für Menschenrechtsprojekte
DR Kongo: Gitarren statt Gewehre Philippinen: Hoffnung für Landraub-Opfer Mit den Erlösen aus dem Recycling-Prozess bei der Handy-Aktion NRW werden drei Menschenrechtsprojekte unterstützt, die mit dem Abbau von Rohstoffen in Verbindung stehen. Zivilgesellschaft vor Ort wird gestärkt. DR Kongo: Gitarren statt Gewehre (Brot für die Welt) Die DR Kongo ist eines der rohstoffreichsten Länder der Welt– gefördert werden vor allem Diamanten, Gold, Kupfer und Coltan. Viele unterschiedliche Milizen kämpfen um den Zugang zu diesen wertvollen Rohstoffen. Auch zehntausende Kinder wurden zum Dienst an der Waffe gezwungen. Ein Ausbildungszentrum der Baptisten in Bukavu im Osten der DR Kongo unterstützt ehemalige Kindersoldaten, ihren Weg in das zivile Leben wieder zu finden. Die Jugendlichen erhalten eine Ausbildung und Qualifizierung, u.a. im Bau von Gitarren, sowie eine therapeutische Begleitung. Philippinen: Hoffnung für Landraub-Opfer (Vereinte Evangelische Mission) Kupfer, Gold, Nickel, Chrom u.a. Rohstoffe sind wohl die wichtigsten Schätze der Philippinen. Auf dem Großteil des Landes, unter denen diese Rohstoffe liegen, leben seit vielen Jahrhunderten verschiedene indigene Gruppen. Mit brutaler Gewalt und falschen Versprechungen werden sie von Rohstoffkonzernen vertrieben, auch die Völker der Lumads auf der Insel Mindanao. So werden Schulen der Lumads immer wieder von Milizen überfallen, die letztendlich ihre Dörfer verlassen. Die Vereinigte Kirche Christi in den Philippinen, ein Mitglied der Vereinten Evangelischen Mission, nimmt fast 700 vertriebene Indigene auf. Die Menschen erhalten Unterkunft und Essen, eine Gesundheitsversorgung und Bildungsmöglichkeiten – und damit neue Hoffnung. Südafrika: Nicht reden – han­deln! (Brot für die Welt) Süd­afri­ka ist reich an Bo­den­schät­zen wie Chrom, Man­gan, Gold und Pla­tin. Doch von der gro­ßen Nach­fra­ge profitie­ren vor allem die Kon­zer­ne. Mehr als die Hälf­te der Be­völ­ke­rung lebt un­ter­halb der Ar­muts­gren­ze. Am 16. Au­gust 2012 er­schoss die süd­afri­ka­ni­sche Po­li­zei 34 strei­ken­de Berg­leu­te, die für bes­se­re Löhne und Ar­beits­be­din­gun­gen ge­kämpft hat­ten. Nur der bri­ti­sche Mi­nen­be­trei­ber Lon­min ging nicht auf ihre For­de­run­gen ein, son­dern rief die Po­li­zei und be­en­de­te den Pro­test mit Waffen­ge­walt. Das „Mas­sa­ker von Ma­ri­ka­na“ rief welt­weit Em­pö­rung her­vor. Die Bench Marks Foun­da­ti­on, ein Part­ner von Brot für die Welt, tritt dafür ein, dass Un­ter­neh­men wie Lon­min ihrer Ver­ant­wor­tung nach­kom­men. Ge­mein­sam mit den Hin­ter­blie­be­nen der Opfer for­dert sie eine Ent­schä­di­gung. Und sie bringt die Miss­stän­de im Berg­bau in die Me­di­en – oft der ein­zi­ge Weg, die Kon­zer­ne zum Han­deln zu be­we­gen. Südafrika: Nicht reden – handeln! Bilder: Brot für die Welt, Vereinte Evangelische Mission, Brot für die Welt

31 Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit!
Dieser Mustervortrag wurde durch die beim SÜDWIND-Institut in Bonn angesiedelte Fachstelle Globale Wirtschaft und Menschenrechte inhaltlich erstellt. Die Fachstelle Globale Wirtschaft und Menschenrechte ist Teil des Eine-Welt-PromotorInnen-Programms NRW. Infos zur Fachstelle: Die Handy-Aktion NRW wird als Projekt gefördert aus Mitteln des kirchlichen Entwicklungsdienstes durch Brot für die Welt – Evangelischer Entwicklungsdienst. Zum Quellennachweis: Die Informationen dieses Vortrags sind überwiegend folgenden SÜDWIND-Publikationen entnommen: Von der Mine bis zum Konsumenten: Die Wertschöpfungskette von Mobiltelefonen, SÜDWIND 2012 Fact-Sheet: Die Wertschöpfungskette von Mobiltelefonen, aktualisierte Auflage, SÜDWIND 2016 Fact-Sheet Rohstoffe für Handys und Co.: Zinnabbau in Indonesien Fact-Sheet Rohstoffe für Handys und Co.: Kupferabbau in Sambia … sowie der Website der Handy-Aktion NRW. Zu einzelnen angesprochenen Aspekten (z.B. UN-Treaty, Fairphone) sind weiterführende Lesehinweise anderer Organisationen in den Notizen zu finden. Der Mustervortrag wurde durch die beim SÜDWIND-Institut in Bonn angesiedelte Fachstelle Globale Wirtschaft und Menschenrechte erarbeitet.


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