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Schulpraktische Studien Didaktik des Grammatikunterrichts in der Grundschule Ruth Hoffmann-Erz Institut für Psycholinguistik und Didaktik der deutschen.

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Präsentation zum Thema: "Schulpraktische Studien Didaktik des Grammatikunterrichts in der Grundschule Ruth Hoffmann-Erz Institut für Psycholinguistik und Didaktik der deutschen."—  Präsentation transkript:

1 Schulpraktische Studien Didaktik des Grammatikunterrichts in der Grundschule Ruth Hoffmann-Erz Institut für Psycholinguistik und Didaktik der deutschen Sprache

2 Unterrichtsbeispiele zum Thema Vokale
Beispiel für eine deduktive Aufgabenstellung: a,e,i,o,u nennt man Selbstlaute. b,d,g,g und die anderen nennt man Mitlaute. Beispielaufgabe: In einem kurzen Text fehlen die Vokale. Sie sind durch geometrische Figuren ersetzt, die in einer Legende erklärt werden. Bsp.: (Kreis= a). Die Kinder schreiben den Text ab und setzen dieVokale ein. Regel vorlesen. Aufgabe erklären. Eine Regel wird vorgegeben, die Kinder machen dazu eine Übung. Beispiel für eine typische sinnlose Aufgabe im Grammatikunterricht der Schule. 1. Beispiel aus Jo-Jo Sprachbuch 2, Cornelsen, 1995, S. 17, 19

3 Setze die folgenden Verben in die 2. Ps. Sg.:
Beispielaufgabe Deduktion: Zur Bildung der 2. Ps. Sg. (Du-Form) wird –st an den Verbstamm angehängt: du spiel-st, du geh-st, du ruder-st Setze die folgenden Verben in die 2. Ps. Sg.: kommen lachen, üben, holen, …… 1. Beispielaufgabe erklären. Je nach Zeit über induktive Aufgabenstellung spekulieren:

4 Induktion: Ordne die folgenden Verben danach, welche Endungen sie aufweisen. Bilde Gruppen und überlege, wo die Formen vorkommen. Finde für jede Gruppe einen Namen: gehst, kommst, komme, spielen, spielst, übst, geht, holt, rennen, holen rennt, renne, spiel. Mögliche Lösung: 1. gehst, kommst, spielst, übst (kommt mit du vor) 2. komme, renne, spiele (kommen mit ich vor) 3. geht, holt, rennt (kommen mit er und ihr vor) 4. spielen, rennen, holen, (kommen mit wie und sie vor)

5 Nomen sind Namen für Menschen, Tiere und Dinge.
Seminaraufgabe Formen Sie die folgende deduktive Aufgabenstellung in eine induktive um. Nomen sind Namen für Menschen, Tiere und Dinge. Man schreibt sie immer groß. Du kannst der, die, das davor setzen. Mögliche Lösung: Anzahl von Wörtern vorgeben. Die Kinder sortieren nach Groß- und Kleinschreibung und versuchen für die Wörter Gemeinsamkeiten zu benennen. Die Kinder machen mit vorgegebenen Wörtern (aus verschiedenen Wortarten) die „Der, die, Das“ Probe. Haken, ob es bei diesem Wort passt. Bsp. der Hase der ich Auf einer Kontrollliste können sie ihre Ergebnisse vergleichen. Was haben alle Wörter, bei denen der, die, das davor passt gemeinsam? Man kann sie groß schreiben. Schreibe die Nomen in dein Heft ab. Setze der, die oder das davor. Baum, Kind, Hase, Stuhl, Tafel, Lisa, Peter, Buch, Schreibe: der Baum, das Kind…

6 KRITERIEN FÜR GUTEN GRAMMATIKUNTERRICHT
Grammatikunterricht stellt als Kulturgut einen Eigenwert dar. Seine Bedeutung für andere Lernbereiche (Rechtschreibung, Fremdsprachen…) ist umstritten. Dem Grammatikunterricht muss eine didaktische Grammatik zugrunde liegen. Induktive (Von Einzelfällen zu Strukturen) Methoden werden deduktiven (Von Regeln zu Einzelfällen) vorgezogen. Sprachgefühl bzw. intuitives Können wird ebenso entwickelt, wie sprachliches Wissen. Im Grammatikunterricht findet eigenaktives, reflektierendes und handlungsorientiertes Lernen statt. Grammatikunterricht bezieht neben formalen auch kommunikative Bereiche ein. Grammatikunterricht ist teilweise in andere Themenbereiche (Deutsch oder fächerübergreifend) eingebunden und teilweise unabhängig von Inhalten. Zu 1. Es hat sich gezeigt, dass grammatische Übungen – so wie sie in der Schulpraxis üblich sind – weder die Rechtschreibfähigkeit noch das Fremdsprachenlernen verbessern. Zu 2. Die Komplexität von fachlichen Grammatiken muss in einer didaktischen Grammatik reduziert werden. Da alle Grammatiksysteme nur Teile des Sprachsystems erfassen, kann sich die didaktische Grammatik unterschiedlicher Systeme in Teilen bedienen. zu 3. siehe Artikel Tschirner. Die übliche Schulpraxis (siehe Arbeitshefte) beschreibt Regeln, die von den Schülern angewandt werden sollen (deduktiv). Dabei können die Regeln von den Schülern nicht begriffen werden. Die Schüler müssen – siehe Tschirner – vielmehr durch viele Beispiele einen Begriff von der Sache erhalten, um daraus Regeln abzuleiten, bzw. abgeleitet Regeln nachvollziehen zu können. zu 4. Siehe ebenso Tschirner. Sprachgefühl leitet die Sprache intuitiv. Regelwissen wird sprachlich und schriftlich eben auch nicht 1:1 umgesetzt. Daher kommt dem Sprachgefühl große Bedeutung zu. Bartnitzky fordert sogar, dass die Förderung des intuituven Könnens dem bewussten Wissen vorausgehen muss. Das ist auch der Grund, warum Sprachgewandte Kinder die grammatischen Regeln (Bspw. Fragen nach einem Satzglied: Wer oder was kauft ein?) erfolgreich anwenden können, während Kinder aus soziologisch schulfernen Verhältnissen aufgrund geringer Voraussetzungen im Bereich des Sprachgefühls oder auch durch dialektische Prägung, größere Probleme mit dem Bereich der Grammatik haben. zu 5. Dieses Sprachgefühl kann nur durch sprachliches Handeln entwickelt werden, welches durch die genannten Lernformen vermittelt werden kann. zu 6. Dieser Anspruch stammt – wie bereits vorgestellt - aus den 60er Jahren. Auch wenn Grammatikunterricht – wie gezeigt – keinen Einfluss auf das Sprechen hat, da der Prozess zu flüchtig und eher intuitiv geleitet ist, ist der kommunikative Bereich dennoch von Bedeutung. Hier liegt auch wieder die Verbindung zum intuitiven Sprachgefühl. zu 7. Bartnitzky fordert den Bezug zu anderen Lernbereichen entweder des Deutschunterrichts oder fächerübergreifendes Arbeiten. Bsp. Sinne – Adjektive: Wie fühlt sich etwas an? Er weist aber selbst darauf hin, dass Menzel dies ablehnt. Insofern ist dieser Punkt strittig. M. E. sind Sätze oder Wörter, die für die Kinder auch eine inhaltiche Bedeutung haben, dem Lernstoff dienlich und lenken nicht von dem eigentlichen grammatischen Thema ab. Hier kann man aber unterschiedlicher Auffassung sein. In den Sprachbüchern wird die Grammatik mit inhaltlich zusammenhängenden Sätzen verbunden, was aber sicher so von Bartnitzky nicht gemeint ist.

7 Einführung von Wortarten und deren Begrifflichkeit
Verbreitete Fehler in der gängigen Schulpraxis: Wortarten werden ausschließlich nach ihrer Semantik deduktiv eingeführt und benannt. Beispiele: Namenwörter sind Namen für Menschen, Tiere, Pflanzen und Dinge. Man kann sie sehen und du kannst sie anfassen. Man schreibt sie groß. Tuwörter sagen, was jemand tut. Man schreibt sie klein... Die gängigen Erklärungsmodelle führen zu typischen Fehlableitungen und sind unvollständig bzw. vorläufig.(Der Schlaue fuchs...). Unsinnige Aufgabenstellungen werden unreflektiert immer wieder und häufig eingesetzt. Beispiele für typische fehlableitungen von Schülern: Luft und Fantasie werden dann klein geschrieben. Den Ofen kann man nicht anfassen, der wird klein geschrieben. Die "Der, Die, Das-Regel" führt zu Fehlschreibungen wie: Der Schlaue Fuchs. Schlafen, das tut man doch nicht...

8 Die Wortarten werden wie folgt benannt:
Nomen Verben Adjektive (Wiewörter) Wortarten müssen auf allen drei liguistischen Ebenen eingeführt werden: Semantisch Morphologisch Syntaktisch

9 Wortarten innerhalb der linguistischen Formen:
Semantisch Morphologisch Syntaktisch Nomen Namen für Mensch, Tiere, Pflanzen, Dinge... Einzahl - Mehrzahl der, die, das Probe Verben Beschreiben Tätigkeiten Flektierte Verformen. Verbindung mit Pronomen/ Wortbausteinen Als Ausgangspunkt für Ergänzungsfragen Adjektive Beschreiben wie etwas ist Steigerungs-formen Satzmuster: die schnelle Maus

10 Satzkern (Prädikat) und Satzglieder (Ergänzungen)
Satzteile: Satzkern (Prädikat) und Satzglieder (Ergänzungen) Wem? Wer? Was? schenkt Wie oft? Wann? Wo? Das Verb im Satz ist der Satzkern (Chef). Satzteile, die den Satzkern ergänzen, kann man umstellen ersetzen weglassen Form- und Farbsymbolik als didaktisch sinnvolle Hilsmittel.

11 Didaktischer Dreischritt nach Bartnitzky
1. Begriffsbildung Forscheraufgaben, Sortieraufgaben, Kategorisierungen, Begriffe selbst formulieren... 2. Einführung Regeln formulieren, Begriff einführen... 3. Vertiefung Erlerntes wird wiederholt, angewendet und übertragen...

12 Quelle Bartnitzky, Horst (2005): Grammatikunterricht in der Grundschule.Berlin: Cornelsen.


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