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Kinderdermatologie Rosazea, Akne vulgaris Dr. Birka Brauns Univ. Klinik und Poliklinik für Dermatologie und Venerologie.

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Präsentation zum Thema: "Kinderdermatologie Rosazea, Akne vulgaris Dr. Birka Brauns Univ. Klinik und Poliklinik für Dermatologie und Venerologie."—  Präsentation transkript:

1 Kinderdermatologie Rosazea, Akne vulgaris Dr. Birka Brauns Univ. Klinik und Poliklinik für Dermatologie und Venerologie

2 Universitätsmedizin Rostock Häufige Hautkrankheiten im Kindesalter Atopisches Ekzem und andere Ekzeme Infektionskrankheiten der Haut Vaskuläre Fehlbildungen -Hämangiome, Naevus flammeus Exantheme und Urtikaria

3 Universitätsmedizin Rostock Häufige Hautkrankheiten im Kindesalter Atopisches Ekzem und andere Ekzeme Infektionskrankheiten der Haut Vaskuläre Fehlbildungen -Hämangiome, Naevus flammeus Exantheme und Urtikaria

4 Universitätsmedizin Rostock Aufbau der Haut Epidermis 1 Str. corneum 2 Str. granulosum 3 Str. spinosum 4 Str. basale Dermis 5 Str. papillare 6 Str. reticulare

5 Universitätsmedizin Rostock Häufige Hautkrankheiten im Kindesalter BabyErwachsener Dicke der Haut1,2 mm2,1 mm Epidermisdicke40-50 µm50-60 µm Stratum corneum Hornzellagen 9-10 µm µm >15

6 Universitätsmedizin Rostock Häufige Hautkrankheiten im Kindesalter Atopisches Ekzem und andere Ekzeme Infektionskrankheiten der Haut Vaskuläre Fehlbildungen -Hämangiome, Naevus flammeus Exantheme und Urtikaria

7 Universitätsmedizin Rostock Ekzem Sequenz von Erythem, Vesikulation, Schorfbildung, Schuppung, Abheilung Intoleranzreaktion der Haut auf akute oder chronische Reize

8 Universitätsmedizin Rostock Ekzem Entzündliche Erkrankung der Haut, begleitet von starkem Juckreiz Zugrunde liegt eine erbliche Veranlagung (Atopie) zur Überempfindlichkeit der Haut

9 Universitätsmedizin Rostock Atopie Atopie ist keine Krankheit Atopie ist eine anlagebedingte Bereitschaft, an folgenden Krankheiten zu leiden: -Neurodermitis -Allergischer Schnupfen -Allergisches Asthma bronchiale -Nahrungsmittelallergie Jeder Dritte ist „Atopiker“!

10 Universitätsmedizin Rostock Atopisches Ekzem Entzündliche Erkrankung der Haut, begleitet von starkem Juckreiz Zugrunde liegt eine erbliche Veranlagung (Atopie) zur Überempfindlichkeit der Haut Verlauf ist durch verschiedene, individuelle Triggerfaktoren/Auslöser bestimmt TH2-Zellen   IL 4  IgE  IL 5  Reifung/Ausschüttung eosinophiler Granulozyten

11 Universitätsmedizin Rostock Barrierefunktion der Haut  Schutz vor äußeren Einflüssen  Schutz vor Austrocknung

12 Universitätsmedizin Rostock Barrierestörung der Haut bei ND Filaggrin-Mutation  Überempfindlichkeit gegenüber äußeren Einflüssen  Vermehrte Hauttrockenheit

13 Universitätsmedizin Rostock Atopisches Ekzem: Klinisches Bild Häufig Aussparung des Windelbereichs, starker Juckreiz

14 Universitätsmedizin Rostock Neurodermitis: Klinisches Bild

15 Universitätsmedizin Rostock Neurodermitis: Klinisches Bild

16 Universitätsmedizin Rostock Merkmale des atopischen Ekzems Rezidiv. Ekzemschübe Trockene Haut (Sebostase) Juckreiz Lichenifikation Positive Familienanamnese Positive Allergietests (Prick, RAST) Gehäuft virale, bakterielle und Pilzinfekte Assoziation mit anderen Erkrankungen aus dem atopischen Formenkreis

17 Universitätsmedizin Rostock Atopie-Stigmata Dermographismus albus Doppelte Unterlidfalte (Dennie-Morgan x) Schmale laterale Augenbraue (Hertoghe Zeichen x) Ichthyosis-Hand (palmare Hyperlinearität) Keratosis pilaris

18 Universitätsmedizin Rostock Auslöser der Neurodermitis Atopische Veranlagung: Überempfindlichkeit der Haut

19 Universitätsmedizin Rostock Atopische Veranlagung: Überempfindlichkeit der Haut Psychische Faktoren -Stress -Müdigkeit Klima/Wetter Chemische/physikalische Reize - (passives) Rauchen Hautkeime (Staphylokokken) Kratzen Infektionen Wärme/Schwitzen Hauttrockenheit Hautreizende Substanzen -Kleidung -Waschmittel -Seifen Allergene -Nahrungsmittel -Pollen -Tierhaare -Hausstaubmilbe Auslöser der Neurodermitis

20 Universitätsmedizin Rostock Top-Allergene bei Neurodermitis KindesalterJugendlicher/Erwachsener 1.Nahrungsmittel (Kuhmilch, Hühnerei, Weizen, Soja) 2.Hausstaubmilben 3.Haustiere 4.Pollen 1.Hausstaubmilben 2.Pollen 3.Haustiere 4.Nahrungsmittel 5.Latexproteine

21 Universitätsmedizin Rostock Wie kann man eine Allergie feststellen?

22 Universitätsmedizin Rostock Messung von allergenspezifischem IgE im Serum

23 Universitätsmedizin Rostock Messung von allergenspezifischem IgE im Serum

24 Universitätsmedizin Rostock Pricktest

25 Universitätsmedizin Rostock Epikutantest

26 Universitätsmedizin Rostock Wie kann man eine Allergie feststellen? Messung von allergenspezifischem IgE im Serum (Wichtig: Positiver Nachweis heißt nicht automatisch Allergie!!!) Pricktest Epikutantest (z. N. einer Kontaktallergie) Atopie-Patchtest Provokationstestung

27 Universitätsmedizin Rostock Schweregrade des atopischen Ekzems 70%milder Verlauf 25%mittelschwerer Verlauf 5%schwerer Verlauf

28 Universitätsmedizin Rostock Natürlicher Verlauf der atopischen Erkrankungen im Kindesalter

29 Universitätsmedizin Rostock Therapie des atopischen Ekzems Erkennung/Vermeidung von Allergenen und Provokationsfaktoren Individuell angepasste Basistherapie = Regelmäßige Hautpflege  Hydratisierung und Rückfettung  Stabilisierung der epidermalen Barriere Topische Kortikosteroide Topische Calcineurininhibitoren Ggf. antiseptische Lokaltherapie Eltern- und Patientenschulung Orale Antihistaminika

30 Universitätsmedizin Rostock Topische Immunmodulatoren: Calcineurininhibitoren Tacrolimus (Protopic® Salbe), Pimecrolimus (Elidel® Creme) Zugelassen ab 2. Lebensjahr Hemmung der Aktivierung von T-Zellen Wirkstärke vergleichbar mit Klasse-I/II Glucocorticoids Empfehlung zur „proaktiven Therapie“ 2x/Woche Besonders gut geeignet für Intertrigines UV-Schutz

31 Universitätsmedizin Rostock Allergie-Prophylaxe Nach Möglichkeit 4 Monate stillen, dann Beikost-Einführung Wenn Stillen nicht möglich ist, bei positiver FA für Atopie HA-Milchersatznahrung Kein Meiden von Nahrungsmittel ohne Nachweis einer Sensibilisierung oder positiver Anamnese! Kein Nikotin in der Kindesumgebung Meidung von Katzen Hund/Bauernhof positiv

32 Universitätsmedizin Rostock Komplikationen des atopischen Ekzems I

33 Universitätsmedizin Rostock Komplikationen des atopischen Ekzems II

34 Universitätsmedizin Rostock Häufige Hautkrankheiten im Kindesalter Atopisches Ekzem und andere Ekzeme Infektionskrankheiten der Haut Vaskuläre Fehlbildungen -Hämangiome, Naevus flammeus Exantheme und Urtikaria

35 Universitätsmedizin Rostock Seborrhoisches Ekzem Lachsfarbener Ton, geringer Juckreiz, Windelbereich befallen

36 Universitätsmedizin Rostock Windeldermatitis

37 Universitätsmedizin Rostock Psoriasis inversa

38 Universitätsmedizin Rostock Häufige Hautkrankheiten im Kindesalter Atopisches Ekzem und andere Ekzeme Infektionskrankheiten der Haut Vaskuläre Fehlbildungen -Hämangiome, Naevus flammeus Exantheme und Urtikaria

39 Universitätsmedizin Rostock Einteilung humanpathogener Pilze DDermatophyten Trichophyton Microsporum Epidermophyton HHefen Candida Malassesia SSchimmelpilze Aspergillus Penicillium

40 Universitätsmedizin Rostock Dermatophyten Anthropophil Epidermophyton floccosum, Microsporum audounii, Trichophyton rubrum, Trichophyton tonsurans, Trichophyton schönleinii Zoophil Microsporum canis (Katzen, Hunde) Trichophyton mentagrophytes (Nagetiere) Trichophyton verrucosum (Rinder, Pferde) Geophil Microsporum gypseum Keratinomyces (Trichophyton) ajelloi Trichophyton terrestre

41 Universitätsmedizin Rostock Dermatophyten

42 Universitätsmedizin Rostock Dermatophyten

43 Universitätsmedizin Rostock Dermatophyten Diagnostik Nativpräparat Chlorazol black Lösung auf Objektträger Untersuchungsmaterial entnehmen (Hautschuppen, Nagel, epilierte Haare) Untersuchungsmaterial einrühren Mit 1 Tropfen 15 % KOH oder Deckglas bedecken Leicht erwärmen Mit 10x10 facher Vergrößerung im abgedunkelten Hellfeld untersuchen

44 Universitätsmedizin Rostock Dermatophyten Diagnostik Woodlicht Grünblaue Fluoreszenz von Microsporum canis im Wood-Licht (Leider nur bei ca. 40% der Isolate)

45 Universitätsmedizin Rostock Dermatophyten Diagnostik Kultur

46 Universitätsmedizin Rostock Dermatophyten Diagnostik Histologie Tinea superficialis Tinea profunda (Haarfollikel)

47 Universitätsmedizin Rostock Systemische Therapie der Tinea im Kindesalter EinführungAktueller Stand der Zulassung 1958 GriseofulvinRegistrierung für Dermatophyteninfektionen der Haut und Anhangsgebilde bei Kindern 1990 FluconazolZulassung für invasive und Schleimhautcandidosen bei Früh- und Neugeborenen Diflucan derm®: Hautmykosen bei Kindern >1Jahr „bei Fehlen einer therapeutischen Alternative“ 1991 ItraconazolKeine Zulassung für Kinder 1992 TerbinafinZulassung für Tinea capitis bei Kindern in 14 europäischen Ländern, nicht in D.

48 Universitätsmedizin Rostock Mollusca contagiosa

49 Universitätsmedizin Rostock Mollusca contagiosa Therapie Bei immunkompetenten Kindern oft nicht erforderlich, da Spontanremission (u. U. aber erst nach 1-2 Jahren) Bei ausgedehntem Befall ohne erkennbare Spontanremission: Kürettage, Laser, InfectoDell ® Rückfettende Basistherapie sinnvoll

50 Universitätsmedizin Rostock Skabies im Kindesalter

51 Universitätsmedizin Rostock Skabies im Kindesalter

52 Universitätsmedizin Rostock Skabies im Kindesalter

53 Universitätsmedizin Rostock Skabies Diagnostik Mikroskopie

54 Universitätsmedizin Rostock Skabies Diagnostik Auflichtmikroskopie

55 Universitätsmedizin Rostock Skabies Diagnostik Auflichtmikroskopie

56 Universitätsmedizin Rostock Skabies Diagnostik für Chirurgen

57 Universitätsmedizin Rostock Skabies Therapie Therapie der 1. Wahl: Permethrin 5% (InfectoScab ® ), einmalig 8-12 Std., evtl. nach 14 Tagen wdh. Therapie der 2. Wahl: Benzylbenzoat (Antiscabiosum ® 10%), Crotamiton (Crotamitex ® ) 3 Tage je 12 Std. Simultane Behandlung aller Kontaktpersonen! Wäsche, Schuhe, Bettwäsche 72h nicht tragen oder besser Reinigung bzw. Inkubation bei Minusgraden über Nacht ggf. antiekzematöse Behandlung eines „postskabiösen Ekzems“

58 Universitätsmedizin Rostock Pediculosis capitis

59 Universitätsmedizin Rostock Pediculosis capitis

60 Universitätsmedizin Rostock Therapie Pediculosis capitis Permethrinhaltige Lösung (Infectopedicul ® ) für min auf frisch gewaschenes Haar, ggf. nach 1 Woche wdh.  Abtötung der Läuse Haarspülung mit verdünnter lauwarmer Essig-Lösung (ein Teil Speiseessig, 2 Teile Wasser, Einwirkzeit 10 min), anschließend Nissen mithilfe eines Nissenkamms ausbürsten  Entfernung der Nissen Kindergartenbesuch 1 Tag nach Therapie wieder möglich!

61 Universitätsmedizin Rostock Häufige Hautkrankheiten im Kindesalter Atopisches Ekzem und andere Ekzeme Infektionskrankheiten der Haut Vaskuläre Fehlbildungen -Hämangiome, Naevus flammeus Exantheme und Urtikaria

62 Universitätsmedizin Rostock Hämangiome Häufigster benigner Tumor des Kindesalters (bei 1,1 bis 2,6 % aller reifen Neugeborenen) 60 % im Kopf- und Halsbereich 60 % oberflächlich intrakutan, 15 % subkutan, 25 % gemischt In der Mehrzahl der Fälle ist keine Behandlung erforderlich, die Indikation richtet sich u. a. nach der spezifischen Komplikationsgefahr (drohende Obstruktion z. B. Auge, Ohr, Nase; Ulzeration; Gefahr der Atemwegs-/Herzinsuffizienz)

63 Universitätsmedizin Rostock Entwicklungsphasen von Hämangiome

64 Universitätsmedizin Rostock Spontanregression Hämangiome 5. LM 10. LM 8. LM 18. LM

65 Universitätsmedizin Rostock Therapie der Hämangiome  Wachstumstopp  Beschleunigte Rückbildung  Verhinderung funktioneller/ästhetischer Probleme Kryotherapie Lasertherapie Orale Glucocorticoide Propranolol (ß-Blocker)

66 Universitätsmedizin Rostock Fragen????

67 Universitätsmedizin Rostock Akne

68 Universitätsmedizin Rostock Erkrankung des menschlichen Talgdrüsenfollikels, mit 22–32% weltweit die häufigste dermatologische Erkrankung Einer der häufigsten Gründe ärztlicher Konsultation Rund 70–95% aller Jugendlichen weisen Akneläsionen auf Insbesondere Gesicht und oberer Stammbereich betroffen Inzidenz der Erkrankung mit Maximum im Alter von 15 bis 18 Jahren. Akne

69 Universitätsmedizin Rostock Akne Nach der Pubertät meist spontane Rückbildung, davon bei 2–7% mit erheblicher Narbenbildung In 10% der Fälle persistiert die Erkrankung über das 25. Lebensjahr hinaus 15–30% der Aknepatienten benötigen wegen des Schweregrades oder der Dauer der Erkrankung eine medizinische Therapie

70 Universitätsmedizin Rostock Akne-Pathogenese: Klassisches Modell Hyperproliferation des follikulären Epithels → Verstopfung des Talgdrüsenausführungsgangs → Komedo Androgen-stimulierte Seborrhoe → Zerfall des Sebums in entzündungsinduzierende freie Fettsäuren Bakterielle Überwucherung (Propionibacterium acnes) → Freisetzung proinflammatorischer Protease, Lipasen und anderer Entzündungsmediatoren Erhöhte individuelle Entzündungsbereitschaft → Übersteigerte Entzündungsreaktion mit Gewebezerstörung

71 Universitätsmedizin Rostock Akne-Pathogenese Bei Frauen Beeinflussung durch unregelmäßigen Menstruationszyklus und Schwangerschaft Ernährungsfaktoren? Umweltfaktoren, Klima (einschließlich Luftfeuchtigkeit und UV-Strahlung)? Medikamente Stress? Rauchen

72 Universitätsmedizin Rostock Akne vulgaris: Klinische Einteilung ACNE COMEDONICA Überwiegen von offenen (Papeln mit sichtbarer schwarzer Öffnung) und geschlossenen Komedonen (hautfarbene Papeln) Nur einzelne entzündliche Effloreszenzen

73 Universitätsmedizin Rostock Akne vulgaris: Klinische Einteilung ACNE PAPULOPUSTOSA Dominanz von entzündlichen Papulopusteln vorwiegend im Gesicht, aber auch an Hals und am Stamm

74 Universitätsmedizin Rostock Akne vulgaris: Klinische Einteilung ACNE CONGLOBATA Größere entzündliche, schmerzhafte Knoten, konfluierend mit abszedierenden Fistelgängen Gesicht und gesamter Rücken und gelegentlich auch weitere Regionen (Gesäß, Oberschenkel, Nacken, Ohren und Kapillitium) Ausgedehnte Narbenbildung bei unzureichender Behandlung

75 Universitätsmedizin Rostock Akne fulminans Fast ausschließlich männliche Jugendliche Ausgeprägte Akne conglobata mit akuter Verschlechterung und hämorrhagischen Nekrosen Systemische Beteiligung mit Fieber, Polyarthralgien, Myalgien, Entzündungszeichen im Labor Begleitendes Erythema nodosum möglich Pathogenese unklar Schweres Krankheitsbild → akute Systemtherapie erforderlich, z.B. Isotretionin und Prednisolon

76 Universitätsmedizin Rostock Im 3. bis 6. Lebensmonat auftretend Jungen häufiger als Mädchen betroffen Auf das Gesicht beschränkt, meist Wangenregion Ätiologie meist unklar, passager erhöhte Testosteronausschüttung aus den Gonaden wird vermutet Abzugrenzen von der Acne neonatorum (bei Neugeborenen oder in der 1. Lebenswoche auftretende leichte, spontan reversible Akne durch mütterliche Androgene) Acne infantum

77 Universitätsmedizin Rostock Z.B. bei (Missbrauch) anaboler Steroide →„Bodybuilder-Akne“ Acne medicamentosa

78 Universitätsmedizin Rostock Durch chronische Manipulation infolge neurotischer Drang- und Zwangshandlungen hervorgerufene schüsselförmige Erosionen, Krusten und Narbenbildung Insbesondere bei Mädchen und jüngeren Frauen mit eher leichter Akneneigung Acne excoriee des jeunes filles

79 Universitätsmedizin Rostock Teilweise mit entstellendem Charakter Häufig psychisch sehr belastend Aknenarben

80 Universitätsmedizin Rostock Hautreinigung mit milden Substanzen (Syndets) Eine allgemeingültige Akne-Diät existiert nicht! Aknetherapie: Allgemeinmaßnahmen/Ernährung

81 Universitätsmedizin Rostock Eröffnen von Pusteln und Entfernen von Komedonen nur durch qualifiziertes Fachpersonal (medizinische Kosmetikerin)! Aknetherapie: „Ausreinigung“

82 Universitätsmedizin Rostock In Deutschland zugelassene Therapeutika Ochsendorff, Akt Dermatol 39, (2013) Aknetherapie

83 Universitätsmedizin Rostock Aktuelle Leitlinien-Empfehlungen Ochsendorff, Akt Dermatol 39, (2013) Medikamente werden entsprechend dem klinischen Bild nach deren Pathogenese- orientiertem Wirkungsprofil eingesetzt Kombinations- schemata meist mit synergistischem Therapieeffekt Aknetherapie

84 Universitätsmedizin Rostock Vitamin A Säure-Derivate (z.B. Azelainsäure, Adapalen): Zu den Keratolytika gehörende Substanzen mit entzündungshemmender und antibakterieller Potenz Gute lokale Verträglichkeit, ermöglichen langzeitige Therapie der Akne Aknetherapie: Lokaltherapie

85 Universitätsmedizin Rostock Benzoylperoxid: Reduktion der bakteriellen Hyperkolonisation, außerdem Entzündungshemmung und Reduktion der follikulären Hyperkeratose Antibiotika (mittlerweile kontrovers diskutiert wegen möglicher Resistenzentwicklung): Reduktion der bakteriellen Hyperkolonisation Aktuell nur noch in Kombination empfohlen (insbesondere Clindamycin) Aknetherapie: Lokaltherapie

86 Universitätsmedizin Rostock Entzündung → Tetrazykline Sebosuppression → Antiandrogene Schwere Akne → Isotretinoin Aknetherapie: Systemtherapie

87 Universitätsmedizin Rostock Immunologische antiinflammatorische Wirkung Hemmung der Granulozyten- Chemotaxis Hemmung der Granulozyten- Adhäsion Hemmung der Lymphozyten- Proliferation (B- und T- Lymphozyten) Minderung der Protein- und Antikörper-produktion von B- Lymphozyten Aknetherapie: Tetracycline

88 Universitätsmedizin Rostock Aknetherapie: Isotretinoin Isotretinoin (13-cis-Retinsäure), cis- Isomer des Tretinoin, gehört zu den Retinoiden (Vitamin-A-Säure-Derivate) der ersten Generation (nicht- aromatische Retinoide) Klinische Nebenwirkungen: Cheilitis Konjunktivitis Dermatitis facialis

89 Universitätsmedizin Rostock Aknetherapie: Isotretinoin Kontraindikationen: SCHWANGERSCHAFT: Bei Frauen im gebärfähigen Alter kontrazeptive Maßnahmen zwingend erforderlich! Schwangerschaftstest vor Therapiebeginn, sichere Kontrazeption ein Monat vor Beginn der Therapie, über den gesamten Therapieverlauf und ein Monat nach Therapieende Leberinsuffizienz Niereninsuffizienz Hypervitaminose A Überempfindlichkeit gegen die Substanz

90 Universitätsmedizin Rostock Akne inversa Syn: Hidradenitis suppurativa Chronisch-rezidivierende, einschmelzende und vernarbende, furunkuloide Entzündung von Haut und Subkutis Vorzugsweise in intertriginösen Arealen, vor allem Axillen, Inguinalregion, obere Analfalte, Perineum, Perianalregion, Skrotalwurzel, Gesäß, Oberschenkelinnen- und - streckseiten sowie Oberarmregion, seltener Brustwarzenumgebung und Vulva

91 Universitätsmedizin Rostock Akne inversa: Pathogenese Bisher noch ungeklärt Heredität und Erbgang umstritten Bei einem Teil der Patienten Nachweis von follikulären Hyperkeratosen mit anschließender Superinfektion Bei anderen Patienten keine follikuläre Hyperkeratosen bei ansonsten identischem klinischen Bild Assoziationen mit Morbus Crohn sind beschrieben, ebenso mit Rheumafaktor-negativen Polyarthritiden und Pyoderma gangränosum, selten auch mit systemischer Amyloidose

92 Universitätsmedizin Rostock Akne inversa: Begünstigende Faktoren RAUCHEN → häufig typischer Foetor Schwitzen Adipositas Scheuernde Kleidung Regelmäßiges Ausrasieren der Achselhaare Depilierende Externa

93 Universitätsmedizin Rostock Akne inversa: Therapie Antiseptische Therapie und Antibiotika helfen nur vorübergehend → nach Therapieende Rezidiv! Chirurgische Therapie: Radikale Exzision der betroffenen Areale NIKOTINKARENZ!!!

94 Universitätsmedizin Rostock Synonyme: Kupferfinne, Kupferose, Couperose Eine der häufigsten Hauterkrankungen des Erwachsenen (Prävalenz 2–5%) Manifestation meist im Gesicht Beginn meist im 4. – 5. Lebensjahrzehnt, Vorstufen auch schon vor dem 3. Lebensahrzehnt Frauen etwas häufiger als Männer betroffen Stadienartiger Verlauf Teilweise psychisch sehr belastend Rosazea

95 Universitätsmedizin Rostock Nicht vollständig geklärt Genetische Dispositionen mit Abnormitäten in der angeborenen Immunität und begleitender vaskulärer Dysfunktion wird als wahrscheinlichste Ursache angesehen → Circulus vitiosus aus dermaler Schädigung, Gefäßerweiterung, Gefäßschädigung und entzündlicher Gewebsreaktion Rosazea: Pathogenese

96 Universitätsmedizin Rostock Beteiligung der Milbe Demodex folliculorum? Gut bekannte Triggerfaktoren Rosazea: Pathogenese

97 Universitätsmedizin Rostock Hormonelle Schwankungen (Menstruation, Schwangerschaft, Menopause) Erregung, emotionaler Stress UV-Strahlen, Röntgen-Strahlen Hitze, Kälte, Temperaturschwankungen Alkohol, Kaffee, Tee Scharfe Gewürze (Pfeffer, Curry) (Zu fette) Kosmetika Rosazea: Pathogenese

98 Universitätsmedizin Rostock Stadium 0 – Vorstadium: transiente, flushartige Erytheme ausgelöst durch verschiedene Reize, subjektiv sehr unangenehm, entwickeln sich zu persistierenden Rötungen. Stadium I – erythematös- teleangiektatische Rosazea: wenige entzündliche Papeln, zahlreiche Teleangiektasien und persistierendes Gesichtserythem, stark erhöhte Reizbarkeit der Haut, Stechen, Brennen und Juckreiz Rosazea: Klinische Stadien

99 Universitätsmedizin Rostock Stadium II – papulopustulöse Rosazea: Entzündlich gerötete Papeln und Pusteln auf erythematösem Grund, zentrofazial, meist symmetrisch Befall von Wangen und Stirn, selten Kapillitium und Stamm KEINE KOMEDONEN (DD zur Akne vulgaris) Rosazea: Klinische Stadien

100 Universitätsmedizin Rostock Rosazea: Klinische Stadien Stadium III – glandulär- hyperplastische Rosazea: große entzündliche Noduli und furunkuloide Läsionen, Rhinophyme, seltener Oto-, Meto- und Gnatophyme Sonderformen Ophthalmorosacea Morbus Morbihan Lupoide Rosazea Rosacea conglobata Gramnegative Rosazea Rosacea fulminans Medikamentös induzierte Rosazea

101 Universitätsmedizin Rostock Rosazea: Rhinophym

102 Universitätsmedizin Rostock Rosazea: Pathogenese TRIGGERFAKTOREN MEIDEN! Erregung, emotionaler Stress UV-Strahlen, Röntgen-Strahlen Hitze, Kälte, Temperaturschwankungen Alkohol, Kaffee, Tee Scharfe Gewürze (Pfeffer, Curry) Externe (zu fette) Kosmetika Irritantien (Kosmetika, Seifen, Syndets, Schälmittel u.a.)

103 Universitätsmedizin Rostock Im Stadium I–II oft rein topische Therapie ausreichend Therapieprinzip: antientzündlich Zugelassen: Metronidazol (am häufigsten verwendet, z.B. Metronidazol-0,75%-Gel, -Lotio oder -Creme), Azelainsäure (z.B. Azelainsäure- 15%-Gel) Andere verwendete topische Wirkstoffe: Erythromycin, Tetrazyklin und Clindamycin, gewöhnlich in Konzentrationen zwischen 0,5 und 2%. „Off-Label“: topische Calcineurin-Inhibitoren (Tacrolimus-Salbe, Pimecrolimus-Creme) Ggf. Kombinationen Rosazea: Lokaltherapie

104 Universitätsmedizin Rostock Rosazea: Systemtherapie Für schwere Formen (Grad III, Rosacea conglobata, Rosacea fulminans, Rosacea granulomatosa) Bei Grad II wenn rein topische Behandlung nach ausreichender Therapiedauer ungenügend effektiv Mit Lokaltherapie kombinieren Insbesondere Tetrazykline (Doxycyclin, Minocyclin), ggf. Metronidazol Subantimikrobiell dosiertes retardiertes Doxycyclin (40 mg/d) effektiv → antiinflammatorische Effekte sind entscheidend Ggf. niedrigdosiertes Isotretinoin

105 Universitätsmedizin Rostock Rosazea: Lasertherapie

106 Universitätsmedizin Rostock Rosazea: Lasertherapie

107 Universitätsmedizin Rostock Rosazea: Lasertherapie

108 Universitätsmedizin Rostock Rosazea: Lasertherapie

109 Universitätsmedizin Rostock Rosazea: Chirurgische Therapie

110 Universitätsmedizin Rostock Vielen Dank!


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